Trier liegt im Süden von Rheinland-Pfalz an der Mosel, rund 50 km von Luxemburg entfernt. Mit etwa 110.000 Einwohnern gilt die Stadt als älteste Stadt Deutschlands, gegründet 16 v. Chr. unter Kaiser Augustus als Augusta Treverorum. Römische Bauten, ein frühchristlicher Dom und die mittelalterliche Altstadt am Hauptmarkt formen ein Ensemble, das die UNESCO 1986 als Welterbe ausgezeichnet hat. Wer aus Deutschland anreist, kommt mit der Bahn über Koblenz oder Saarbrücken an, mit dem Auto über die A1 oder A64. Die folgende Übersicht bündelt Sehenswertes, Anreise, Riesling, Karl-Marx-Spuren und konkrete Tipps für einen oder mehrere Tage in Trier.
Anreise und Erreichbarkeit
Trier liegt verkehrsgünstig zwischen dem Rhein-Main-Gebiet, der Saar-Region und Luxemburg. Wer aus Norddeutschland kommt, fädelt in Koblenz auf die Moselstrecke ein. Aus dem Südwesten führen A1 und A64 direkt vor die Stadtgrenze. Innerhalb der Stadt sind die wichtigsten Welterbe-Bauten zu Fuß erreichbar, der Hauptbahnhof liegt nur rund 800 m nördlich der Porta Nigra.
Mit dem Auto
Aus dem Norden führt die A1 (Koblenz-Trier) bis zum Verteilerkreuz Trier. Aus dem Süden übernimmt die A1/A8 (Saarbrücken-Trier), aus dem Westen die A64 von Luxemburg. Im Stadtgebiet stehen mehrere Parkhäuser, am übersichtlichsten sind die Anlagen am Hauptmarkt, im Forum und unter der Konstantinbasilika. Wer mehrere Tage bleibt, parkt günstiger am Park und Ride Petrisberg und fährt mit dem Bus in die Altstadt.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Der Trierer Hauptbahnhof wird stündlich aus Koblenz, Saarbrücken, Luxemburg und über Umstieg auch aus Köln, Mainz und Frankfurt bedient. Verbindungen und Tickets bietet bahn.de. Innerhalb der Stadt fahren die Stadtwerke und der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) ein dichtes Busnetz, mit Linien wie 3, 4, 6 und 14 als Rückgrat für Welterbe-Touren. Tagestickets gelten verbundweit bis Bernkastel-Kues und Saarburg.
Mit dem Flugzeug
Trier hat keinen eigenen Linienflughafen. Nächste Optionen sind Luxemburg (LUX, rund 50 km, eigener Bus-Shuttle in die Trierer Innenstadt), Saarbrücken (SCN, rund 95 km) und Frankfurt-Hahn (HHN, rund 100 km). Wer international anreist, kombiniert oft LUX mit Mietwagen oder dem Direktbus.
Vor Ort bewegen und Parken
Die Altstadt ist nahezu autofrei, viele Straßen sind Fußgängerzone. Fahrräder sind erlaubt, e-Bikes lassen sich an mehreren Stellen mieten. Für den Moselradweg startet man bequem am Zurlaubener Ufer. Wer mit Wohnmobil anreist, nutzt den Stellplatz am Messepark oder die Anlage in Trier-Zewen.
Römische Welterbe-Bauten
Trier besitzt die dichteste Sammlung römischer Originalbauten nördlich der Alpen. Neun Einzeldenkmäler bilden zusammen mit dem Dom und der Liebfrauenkirche das Welterbe-Ensemble, das die UNESCO 1986 anerkannt hat. Die Bauten sind in wenigen Gehminuten verbunden, was Trier zu einem der kompaktesten Antike-Spaziergänge Europas macht.
Porta Nigra
Das schwarze Tor am Nordrand der Altstadt gilt als Wahrzeichen Triers und als das besterhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen. Errichtet um 170 n. Chr. aus Sandstein-Quadern, der durch Eisenoxid die markante Farbe annahm. Im Mittelalter wurde es zur Kirche umgebaut, Napoleon ließ die Anbauten 1804 entfernen. Heute führen Treppen über vier Etagen, oben blickt man über den Simeonsplatz und die Fußgängerzone Richtung Hauptmarkt.
Konstantinbasilika
Die heutige evangelische Erlöserkirche war einst Audienzhalle Kaiser Konstantins. Mit einer Innenlänge von 67 m und 33 m Höhe gilt sie als größter antiker Saalbau, der noch in einem Stück steht. Markant sind die hohen Rundbogenfenster und die schmucklose Wandfläche, die nach 1944 weitgehend rekonstruiert wurde.
Kaiserthermen und Barbarathermen
Die Kaiserthermen am Südrand der Altstadt entstanden um 300 n. Chr. unter Konstantin als eine der größten Badeanlagen des Reichs, wurden aber nie ganz fertiggestellt. Bis heute begehbar sind die unterirdischen Heizgänge und die Apsis des Caldariums. Die älteren Barbarathermen aus dem 2. Jahrhundert liegen am westlichen Moselufer und gehören ebenfalls zum Welterbe.
Amphitheater
Am Petrisberg-Hang am Ostrand der Altstadt liegt das römische Amphitheater, gebaut um 100 n. Chr., einst Platz für 18.000 Zuschauer. Erhalten sind die ovale Arena, Tribünenreste und die unterirdischen Tierkäfige. Im Sommer finden hier die Antiken-Spielfestspiele und Brot-und-Spiele-Aufführungen statt.
Die sechs zentralen Welterbe-Bauten im Überblick
Porta Nigra
Schwarzes Stadttor von rund 170 n. Chr., Wahrzeichen Triers. Vier Etagen begehbar, Eintritt rund 4 Euro Erwachsene. Mit Trier Card kostenfrei.
Trierer Dom
Älteste Bischofskirche Deutschlands, Baubeginn 326 n. Chr. unter Helena. Heiliger Rock als Reliquie. Eintritt frei, Domschatzkammer separat.
Konstantinbasilika
Antike Thronhalle, 67 m lang, 33 m hoch. Heute evangelische Erlöserkirche. Eintritt frei, Konzerte regelmäßig.
Kaiserthermen
Spätantike Badeanlage am Südring. Unterirdische Heizgänge begehbar. Eintritt rund 4 Euro, Kombiticket lohnt.
Amphitheater
Arena für 18.000 Zuschauer am Petrisberg. Tribünenreste und Tierkäfig-Souterrain. Im Sommer Brot-und-Spiele-Aufführungen.
Liebfrauenkirche
Direkt am Dom, eine der ältesten gotischen Kirchen Deutschlands, ab 1227. Zwölf Säulen mit Apostelbildern. Eintritt frei.
Tickets im Vergleich
Die Antik Card kauft man an jeder Welterbestätte, die Trier Card in der Tourist-Information am Hauptmarkt. Eine aktuelle Übersicht und Online-Buchung gibt es auf trier-info.de.
Trierer Dom und Liebfrauenkirche
Der Hohe Dom Sankt Petrus gilt als die älteste Bischofskirche Deutschlands. Helena, Mutter Kaiser Konstantins, soll 326 n. Chr. den Bau gestiftet haben. Sichtbar ist diese Wurzel noch in den vier mächtigen römischen Mauerteilen im Quadratbau. Im Inneren beeindrucken die barocke Heilig-Rock-Kapelle, das Reliquiar des Heiligen Rocks und die Domschatzkammer mit goldenen Reliquiaren aus zwölf Jahrhunderten. Die Wallfahrten zum Heiligen Rock finden unregelmäßig statt, zuletzt 2012 mit mehr als 540.000 Pilgern.
Direkt anschließend steht die Liebfrauenkirche, ab 1227 errichtet und damit eine der frühesten gotischen Kirchen Deutschlands. Auf zwölf Säulen verteilen sich die Bildnisse der Apostel, der Grundriss formt eine Zwölfblattrose und symbolisiert die Kirche selbst. Beide Bauten zählen zum UNESCO-Welterbe.
Hauptmarkt und Altstadt
Der Hauptmarkt mit dem Marktkreuz aus dem Jahr 958 ist das wirtschaftliche Herz der Altstadt. Rund um den Petrusbrunnen reihen sich Renaissance- und Barockhäuser, Bürgerhäuser wie das Dreikönigenhaus mit seinem hochgelegten Eingang aus dem 13. Jahrhundert, und das Rote Haus mit lateinischer Inschrift, die behauptet Trier sei vor Rom gegründet worden. Vom Hauptmarkt führt die Simeonstraße als Fußgängerzone nach Norden zur Porta Nigra, die Fleischstraße nach Süden zum Kornmarkt und weiter zur Konstantinbasilika.
Karl Marx und Trier
Karl Marx wurde am 5. Mai 1818 in der Brückergasse 10, dem heutigen Karl-Marx-Haus in der Brückenstraße 10, geboren. Das barocke Bürgerhaus aus dem Jahr 1727 beherbergt seit 1947 ein Museum der Friedrich-Ebert-Stiftung. Auf drei Etagen erzählt die Ausstellung Marx Lebensweg, Werk und Rezeption weltweit, mit Originalmöbeln aus seiner Londoner Wohnung und der von China geschenkten 4,40 m hohen Bronzestatue am Simeonstiftplatz seit 2018. Die Geburtsstadt geht offen mit Marx um, neben Würdigung gibt es auch kritische Auseinandersetzung mit seinem Erbe.
Mosel und Riesling
Trier ist die zweitgrößte Weinbaugemeinde Deutschlands. Auf rund 750 ha wachsen Riesling, Elbling und Müller-Thurgau, überwiegend auf Schiefer- und Muschelkalk-Hangterrassen rund um die Stadt. Bekannt sind die Lagen Avelsbacher Hammerstein, Eitelsbacher Karthäuserhofberg und Olewiger Römerley. Im Stadtteil Trier-Olewig findet jährlich am ersten Augustwochenende das Olewiger Weinfest statt, eines der größten Weinfeste der Region.
Die Mosel selbst bietet Schiffsrundfahrten ab dem Zurlaubener Ufer, regelmäßig Richtung Bernkastel-Kues, Saarburg oder bis zur Saarschleife. Der Moselradweg führt 311 km von Perl an der französischen Grenze über Trier bis Koblenz, fast vollständig auf eigener Trasse und mit minimaler Steigung. Wer Halbtages-Etappen sucht, fährt von Trier über Schweich nach Mehring oder umgekehrt zurück mit der Mosel-Bahn.
Museen jenseits der Welterbe-Bauten
Trier hat mehr als nur Römer. Drei Museen lohnen den Weg, wenn das Welterbe-Programm abgehakt ist. Sie liegen alle in Gehweite zum Hauptmarkt und passen gut in einen halben Tag.
Rheinisches Landesmuseum
Direkt am Palastgarten zeigt das Rheinische Landesmuseum die größte römische Sammlung Deutschlands außerhalb von Köln. Höhepunkt ist der Trierer Goldmünzschatz mit 2516 römischen Goldmünzen, gefunden 1993 bei Bauarbeiten in der Feldstraße, der wertvollste Münzfund der Antike weltweit. Daneben Grabsteine, Mosaike und das Modell des römischen Trier in der zweiten Etage.
Stadtmuseum Simeonstift
Im Klostergebäude neben der Porta Nigra erzählt das Stadtmuseum die Geschichte Triers vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Wechselausstellungen, etwa zu Karl Marx, zur Französischen Revolution oder zur Trierer Industriegeschichte, ziehen jährlich rund 100.000 Besucher an. Der gotische Kreuzgang im Innenhof gehört zu den schönsten Plätzen Triers.
Museum am Dom
Das Bistumsmuseum am Windstraße zeigt sakrale Kunst aus zwei Jahrtausenden, darunter die Deckenfresken aus dem römischen Palast unter dem Dom mit dem berühmten Frauenporträt, das vermutlich Kaiserin Helena oder Fausta darstellt. Die Fresken stammen aus dem frühen 4. Jahrhundert und gelten als bedeutendste Wandmalerei nördlich der Alpen aus dieser Zeit.
Trierer Stadtteile im Überblick
Wer zum ersten Mal nach Trier kommt, übernachtet am besten in der Altstadt, alles in Gehweite. Weinfreunde wählen Olewig, Familien Zurlauben oder Petrisberg mit ihren ruhigeren Lagen.
Praktische Tipps für Trier
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Antik Card Premium statt Einzeltickets
Wer mehr als zwei Römer-Bauten besucht, spart mit der Premium-Variante. Sie kostet 18 Euro und gilt für Porta Nigra, Amphitheater, Kaiserthermen, Barbarathermen und Thermen am Viehmarkt.
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Früh am Dom starten
Vor 10 Uhr sind die Domkapellen weitgehend leer. Direkt anschließend lässt sich die Liebfrauenkirche in einem Zug besichtigen, bevor um halb elf die ersten Reisegruppen eintreffen.
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Stadtführung mit Römer-Darsteller
Die Tourist-Information bietet kostümierte Touren mit Schauspielern, die als Legionär, Senator oder Bischof Helena durch die Altstadt führen. Termine April bis Oktober, Buchung empfohlen.
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Trier Card auch für Bus und Bahn
Die 9,90-Euro-Karte schließt den gesamten ÖPNV im Stadtgebiet ein. Wer mit der Bahn anreist und im Hotel mit Stempel die Karte erhält, spart die Einzelfahrt vom Bahnhof in die Altstadt.
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⌘
Mosel-Schiff nach Bernkastel-Kues
Die Personenschiffe legen am Zurlaubener Ufer ab. Eine Fahrt nach Bernkastel-Kues dauert rund vier Stunden, Rückfahrt mit dem Bus 333 oder der Bahn über Wittlich.
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♿
Barrierearmer Welterbe-Rundgang
Dom, Liebfrauenkirche und Konstantinbasilika sind ebenerdig zugänglich. Porta Nigra und Amphitheater haben Treppen, der Innenhof der Kaiserthermen ist eben. Rollstuhlrouten finden sich auf trier-info.de unter Service.
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Olewiger Weinfest am ersten Augustwochenende
Vier Tage lang Riesling, Livemusik und Winzerstände. Wer das Wochenende meidet, findet das Stadtteil-Viertel mit seinen Straußwirtschaften unter der Woche entspannter.
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Adventszeit als Geheimtipp
Der Trierer Weihnachtsmarkt am Hauptmarkt und im Domhof gehört zu den stimmungsvollsten Märkten Deutschlands. Vier Wochen vor Weihnachten, täglich bis 21 Uhr, mit Glühwein-Tassen im Römer-Motiv.
Insider-Tipps
Drei Cafés für Pausen
Astarix am Karl-Marx-Geburtshaus serviert Quiche und Hauskuchen, im Innenhof versteckt. Café Mohr am Hauptmarkt liegt direkt am Marktkreuz, ideal für Beobachten. Die Konditorei Ludwig Werner am Domfreihof gilt seit 1972 als Adresse für Trierer Spezialitäten wie Viez-Torte.
Drei Restaurants jenseits der Touristen-Pfade
Weinwirtschaft Friedrich-Wilhelm Gymnasium in Olewig kombiniert moselregionale Küche mit Schulgarten-Produkten. Das Pastorat am Domfreihof setzt auf moderne Rieslingbegleitung. Becker's Hotel in Olewig führt das einzige Sterne-Restaurant der Stadt, für besondere Anlässe.



