Bacharach ist eine Kleinstadt mit rund 1.800 Einwohnerinnen und Einwohnern am linken Rheinufer im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz und liegt mitten im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal, das seit 2002 zwischen Bingen und Koblenz unter Schutz steht. Der Ort schmiegt sich zwischen Steilhang und Strom auf knapp 80 Meter ü. M. an einer der landschaftlich dramatischsten Stellen des Rheintals, eingerahmt von der über der Stadt thronenden Burg Stahleck, dem Rheinsteig auf der Höhe und den Steillagen-Weinbergen, die den Riesling der Region tragen. Mit einer fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer aus dem 13. und 14. Jahrhundert, sechzehn Wehrtürmen, dem ruinösen Wernerkapellen-Chor und einem Altstadtensemble aus mehr als achtzig Fachwerkhäusern zählt Bacharach zu den geschlossensten mittelalterlichen Stadtbildern am Rhein. Die Stadt gilt unter Reisenden, die das Tal jenseits der überlaufenen Loreley suchen, als Geheimtipp — gut erreichbar per Bahn auf der linken Rheinstrecke, mit einer Jugendherberge in der Burg über dem Ort und einer Weintradition, die bis ins frühe Mittelalter zurückreicht. Dieser Beitrag bündelt das Wissen für die erste Annäherung an Bacharach: Anreise, Wahrzeichen, Wanderwege, Wein und ein paar Insider-Hinweise jenseits der Postkartenmotive.
Anreise und Erreichbarkeit
Bacharach liegt verkehrsgünstig zwischen Mainz und Koblenz auf der linken Rheinseite und ist sowohl mit dem Auto als auch besonders gut mit der Bahn erreichbar. Wer aus Deutschland anreist, kommt in der Regel von Norden über Köln und Koblenz oder von Süden über Mainz und Bingen — beide Routen führen direkt am Rhein entlang und gehören zu den landschaftlich schönsten Anreisen, die das Mittelrheintal zu bieten hat. Aktuelle Verbindungen und Tickets findest du über bahn.de und über die regionale Verkehrsauskunft des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbunds auf vrn-online.de sowie ergänzende Tourist-Informationen auf bacharach.de.
Mit dem Auto
Aus Richtung Frankfurt/Mainz nimmst du die A60 bis Bingen, von dort weiter auf der B9 rheinabwärts rund 15 Kilometer bis Bacharach. Aus Richtung Köln/Koblenz fährst du die A61 bis zur Ausfahrt Rheinböllen und folgst der L224 hinunter ins Rheintal nach Bacharach, alternativ über die B9 rheinaufwärts ab Koblenz mit dem Umweg über die Autofähre Niederheimbach–Lorch oder Boppard–Filsen. Parken in Bacharach ist auf bewirtschafteten Parkplätzen am Bahnhof und am Rheinufer möglich, Tagesticket etwa 5 bis 7 Euro. Innerhalb der schmalen Altstadtgassen ist Parken nur für Anwohner erlaubt, und das schmale Tor am Münzturm zwingt größere Fahrzeuge ohnehin zur Außenrunde.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Der Bahnhof Bacharach liegt unmittelbar an der linken Rheinstrecke und wird stündlich vom Mittelrheinbahn-RB26 zwischen Mainz Hauptbahnhof und Köln Hauptbahnhof angefahren — Fahrzeit ab Mainz rund 40 Minuten, ab Koblenz etwa 35 Minuten, ab Köln knapp zwei Stunden. Aus Frankfurt erreichst du Bacharach mit einem Umstieg in Mainz in rund 1:15 Stunden. Tickets gibt es im Nahverkehr über das VRM-Tarifgebiet oder bundesweit über die Deutsche Bahn. Vom Bahnhof zur Altstadt sind es zu Fuß nur drei Minuten — der Zustieg in den Ort führt durch die alte Stadtmauer hindurch und ist ein erster, sehr stimmungsvoller Eindruck. Lokale Busse der Linie 643 verbinden Bacharach mit Steeg und den umliegenden Orten Manubach und Oberdiebach im Hinterland.
Mit dem Schiff
Bacharach besitzt eine eigene Schiffsanlegestelle am Rheinufer und wird von Linien- und Ausflugsschiffen der Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt (KD) sowie kleineren regionalen Anbietern wie der Rössler-Linie und Bingen-Rüdesheimer angelaufen. Von Mai bis Oktober verkehren mehrmals täglich Schiffe zwischen Bingen, Bacharach, St. Goar und Boppard — eine Bergfahrt von Rüdesheim nach Bacharach dauert rund 2:15 Stunden, talwärts deutlich kürzer. Die Anreise per Schiff lohnt sich besonders als Halbtagsausflug aus Rüdesheim oder Bingen mit Rückfahrt per Bahn.
Mit dem Flugzeug
Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind Frankfurt am Main (FRA, rund 75 Kilometer und etwa eine Stunde mit Pkw oder Bahn) und Köln/Bonn (CGN, rund 130 Kilometer). Vom Flughafen Frankfurt erreichst du Bacharach mit dem ICE bis Mainz und der Mittelrheinbahn weiter — Gesamtdauer mit einem Umstieg etwa 1:30 Stunden. Frankfurt-Hahn (HHN) im Hunsrück liegt zwar geografisch näher, ist aber mangels direkter Bahnanbindung mit dem Bus über Rheinböllen umständlicher zu erreichen.
Vor Ort bewegen
Bacharach ist klein und in 15 Minuten zu Fuß komplett durchquert — die Altstadt mit Marktplatz, Wernerkapelle, Posthof und Stadtmauer erschließt sich am besten über einen Rundgang ohne Auto. Wer auf die Burg Stahleck möchte, steigt entweder den steilen Burgweg über das Blücher-Tal in rund 20 Minuten zu Fuß hinauf oder nimmt die schmale Burgstraße mit dem Auto bis zum Parkplatz unterhalb der Burg. Fahrradverleih bietet die Tourist-Info am Oberstraße, ein Tagesrad kostet etwa 12 bis 15 Euro — der Rheinradweg verläuft direkt am Ufer und ist auf dem Abschnitt Bingen–Koblenz einer der beliebtesten Radstrecken Deutschlands.
Wahrzeichen und Hauptattraktionen
Bacharach lebt von einem dichten Ensemble aus Burg, Altstadt, Kirchen und Befestigung. Auf engstem Raum stehen Bauwerke aus acht Jahrhunderten dicht beieinander — vom staufischen Burgkern über romanische Kirchenchöre, gotische Wernerkapelle, spätmittelalterliche Stadtbefestigung bis zum spätbarocken Posthof. Die folgenden vier Wahrzeichen markieren das, was du in einem ersten Aufenthalt unbedingt gesehen haben solltest.
Burg Stahleck über der Stadt
Die Burg Stahleck thront auf einem Bergsporn 160 Meter über der Altstadt und ist Bacharachs unverkennbares Wahrzeichen. Erstmals um 1135 als Stammsitz der Pfalzgrafen bei Rhein urkundlich erwähnt, war Stahleck im Hochmittelalter eine der bedeutendsten Reichsburgen am Rhein. Im Dreißigjährigen Krieg achtmal belagert und 1689 von französischen Truppen unter Ludwig XIV. gesprengt, lag die Burg über zwei Jahrhunderte als Ruine. Der Wiederaufbau in den 1920er Jahren machte aus dem Bergfried, dem Palas und dem Burghof eine der ersten deutschen Jugendburgen — heute ist Stahleck eine der schönsten Jugendherbergen Europas mit rund 168 Betten im Burgensemble, betrieben vom DJH-Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland. Auch ohne Übernachtung lohnt der Aufstieg über den Burgweg: der Innenhof ist tagsüber zugänglich, und von der Bergfried-Plattform bietet sich der spektakulärste Blick auf das Mittelrheintal zwischen Lorch und Oberwesel.
Wernerkapelle, gotischer Chor als Ruine
Unmittelbar unterhalb der Burg auf einem Felssporn steht die Ruine der Wernerkapelle, eines der eindrucksvollsten gotischen Bauwerke am Mittelrhein. Errichtet zwischen 1289 und 1429 als Wallfahrtskirche, war sie eng mit der antijüdischen Werner-Legende verbunden und ein bedeutender Wallfahrtsort des Spätmittelalters. Die Sprengung der Burg Stahleck 1689 beschädigte auch die Kapelle, der Chor blieb als Ruine erhalten. Das filigrane Maßwerk der Chorfenster und der polygonale Chorabschluss sind heute restauriert und gelten als Lehrbuch-Beispiel für rheinische Hochgotik. Eine Bronze-Tafel an der Ruine erinnert seit 1996 ausdrücklich an die antijüdischen Hintergründe der Wallfahrt und ordnet die Geschichte des Bauwerks kritisch ein — die Stadt Bacharach hat sich bewusst gegen eine vollständige Rekonstruktion und für den Erhalt als Mahnmal entschieden.
Stadtmauer, Wehrtürme und Stadttore
Bacharach verfügt über die am besten erhaltene mittelalterliche Stadtbefestigung am Mittelrhein. Die zwischen 1290 und etwa 1400 erbaute Mauer umschließt die Altstadt auf einem fast vollständigen Ring und schließt im Westen direkt an die Burg an. Von ursprünglich sechzehn Wehrtürmen stehen noch zwölf, darunter der markante Münzturm am Bahnhof, der Postenturm, der Marktturm und der quadratische Liebesturm hoch über der Stadt. Drei der vier historischen Stadttore sind erhalten: das Steeger Tor, das Marktturm-Tor und das Kranentor. Der gesamte Mauerring lässt sich auf einem ausgeschilderten Stadtmauer-Rundweg in rund einer Stunde umrunden — innerhalb der Stadt zu Fuß, außerhalb teils über den Burgweg und den Postenturm-Pfad mit Aussicht über die Dächer der Altstadt.
Altstadt, Posthof und Fachwerk
Die Bacharacher Altstadt umfasst auf rund 400 Metern Länge und 150 Metern Breite über achtzig denkmalgeschützte Fachwerkhäuser aus dem 14. bis 18. Jahrhundert. Markante Bauten sind das Alte Haus aus dem Jahr 1389 als ältestes Fachwerkhaus der Stadt, das Haus Sickingen am Marktplatz und das ehemalige Zollhaus am Rhein. Der Posthof, eine restaurierte spätbarocke Hofanlage von 1724, war einst kurfürstliche Poststation an der Strecke Frankfurt–Köln und beherbergt heute Restaurant und Weinstube. Die Peterskirche an der Oberstraße kombiniert romanische und gotische Bauphasen vom 12. bis 15. Jahrhundert und ist mit ihrem vierstöckigen Mittelschiff eine der eigenwilligsten romanischen Kirchen am Rhein. Die zentrale Oberstraße verbindet alle wichtigen Bauten und ist trotz Tagesausflüglern und Weinstuben kein touristisches Open-Air-Museum geblieben — die meisten Häuser sind regulär bewohnt.
Die sechs wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Überblick
Burg Stahleck
Staufische Reichsburg aus dem 12. Jahrhundert, 1689 gesprengt, seit den 1920er Jahren Jugendburg. Heute eine der schönsten Jugendherbergen Europas mit Aussichtsplattform und tagsüber zugänglichem Innenhof.
Wernerkapelle
Gotische Wallfahrtskirche aus dem 13. Jahrhundert, deren Chorruine über der Altstadt steht. Heute restauriertes Maßwerk und Mahnmal mit kritischer Einordnung der Werner-Legende.
Peterskirche
Romanisch-gotische Stadtkirche an der Oberstraße aus dem 12. bis 15. Jahrhundert mit vierstöckigem Mittelschiff. Eine der eigenwilligsten romanischen Pfarrkirchen am gesamten Mittelrhein.
Stadtmauer mit Türmen
Vollständig erhaltener mittelalterlicher Mauerring aus dem 13. und 14. Jahrhundert mit zwölf Wehrtürmen, darunter Münzturm, Postenturm, Marktturm und Liebesturm.
Posthof
Spätbarocke Hofanlage von 1724, ehemalige kurfürstliche Poststation an der Reichsstraße Frankfurt–Köln. Heute Restaurant und Weinstube mit Innenhof unter alten Linden.
Altes Haus
Ältestes Fachwerkhaus Bacharachs aus dem Jahr 1389 mit charakteristisch geschnitztem Erker. Seit dem 19. Jahrhundert Gasthaus, heute traditionelle Weinstube an der Oberstraße.
Wandern, Wein und Rheinsteig
Bacharach ist als Etappenort am Rheinsteig und am Rheinburgenweg etabliert und Ausgangspunkt mehrerer Höhenwanderungen mit Blick auf das Welterbe-Tal. Das Höhen-Niveau der Wege liegt deutlich über der Rheintal-Sohle — Aufstiege von rund 250 bis 300 Höhenmetern sind typisch und werden mit weiten Blicken auf Steillagen-Weinberge, Burgen und Flussschleifen belohnt.
Rheinsteig — Etappe Bacharach
Der 320 Kilometer lange Rheinsteig von Bonn nach Wiesbaden verläuft auf der rechten Rheinseite, ein eigener Verbindungs- und Ergänzungsweg führt Bacharach auf der linken Seite an das Wegenetz heran. Die direkte Bacharacher Höhenrunde startet am Bahnhof, steigt über den Burgweg zur Burg Stahleck, führt am Liebesturm vorbei in die Weinberge oberhalb der Stadt und kehrt nach rund 9 Kilometern und etwa drei Stunden Gehzeit über den Postenturmweg zurück. Höhepunkte sind die Aussichtsplattform am Posten und ein Blick auf die Pfalzgrafenstein auf der Rheininsel zwischen Kaub und St. Goarshausen.
Postenturmweg und Stadtmauer-Höhenrunde
Der Postenturmweg verbindet die Stadtmauer mit den Höhen über Bacharach auf einer rund 5 Kilometer langen Schleife mit 200 Höhenmetern. Der Weg startet am Marktturm, führt am Postenturm und Liebesturm vorbei in die Weinberge und kehrt über den Burgweg zur Altstadt zurück. Reine Gehzeit etwa 1:45 Stunden, mit Foto- und Aussichtspausen rund zwei Stunden. Die Aussicht vom Postenturm gilt unter Einheimischen als der beste Sonnenuntergangs-Spot der Stadt — die Steillagen-Weinberge der Lage Bacharacher Wolfshöhle liegen direkt unterhalb.
Rheinburgenweg auf der linken Seite
Der 200 Kilometer lange Rheinburgenweg auf der linken Rheinseite zwischen Remagen und Bingen führt direkt durch Bacharach. Die Etappe von Oberwesel nach Bacharach ist rund 12 Kilometer lang, gut markiert und gilt als eine der landschaftlich schönsten Tageswanderungen am Mittelrhein. Sie führt über die Höhen oberhalb des Rheins mit Blick auf Schönburg, Pfalzgrafenstein und Burg Gutenfels und endet mit dem Abstieg über den Burgweg in die Altstadt von Bacharach.
Steillagen-Riesling
Bacharach gehört zum Weinbaugebiet Mittelrhein, einem der kleinsten und steilsten Anbaugebiete Deutschlands. Auf rund 60 Hektar Rebfläche im Stadtgebiet werden zu mehr als 80 Prozent Riesling kultiviert, dazu Spätburgunder und kleinere Mengen Müller-Thurgau. Die berühmtesten Einzellagen heißen Bacharacher Hahn, Wolfshöhle, Posten und Insel Heyles'en Werth. Die Steigungen erreichen bis zu 70 Grad, geerntet wird ausschließlich von Hand. Renommierte Winzerinnen und Winzer wie Toni Jost, Ratzenberger und Bastian betreiben moderne Vinotheken in der Altstadt und am Rheinufer — die Weine werden auf nationalen und internationalen Verkostungen regelmäßig hoch bewertet.
Vergleich der vier zentralen Mittelrhein-Orte
Bacharach und Oberwesel gelten als die geschlossensten mittelalterlichen Stadtbilder am Mittelrhein, während Rüdesheim deutlich touristischer geprägt ist. Wer Ruhe und Welterbe-Charakter sucht, ist auf der linken Rheinseite zwischen Bingen und St. Goar besser aufgehoben.
Geschichte und kultureller Hintergrund
Bacharach geht auf eine römische Gründung zurück — der Ortsname leitet sich vermutlich vom keltisch-lateinischen Baccaracum (Anwesen des Baccarius) ab, eine Volksetymologie verbindet ihn mit dem Weingott Bacchus. Im Mittelalter gehörte die Stadt zur Pfalzgrafschaft bei Rhein, die ihren Sitz auf Burg Stahleck hatte, und entwickelte sich aufgrund ihrer Lage am Bingerloch — der gefährlichsten Engstelle des Rheins vor der Stromregulierung im 19. Jahrhundert — zu einem bedeutenden Umschlag- und Stapelplatz für Wein, Tuch und Steinkohle. Die Stadtrechte erhielt Bacharach 1356 durch Kaiser Karl IV. Im 16. und 17. Jahrhundert erlebte der Ort wirtschaftliche Blütezeiten als Bacharacher Wein bis nach England und in den Ostseeraum exportiert wurde — die Verbindung zwischen Stadtnamen und Wein war so eng, dass im englischen Sprachraum Bacharach lange als Synonym für deutschen Rheinwein galt.
Der Dreißigjährige Krieg und besonders der Pfälzische Erbfolgekrieg setzten der Stadt schwer zu. 1689 sprengten französische Truppen unter Ludwig XIV. die Burg Stahleck und beschädigten die Wernerkapelle. Die Romantik des 19. Jahrhunderts entdeckte Bacharach neu — Victor Hugo schwärmte 1840 in seinen Rheinreise-Briefen von der Stadt, Heinrich Heine widmete ihr Verse, William Turner zeichnete die Burgruine. Mit der Eröffnung der linken Rheinstrecke 1859 wurde Bacharach bequem erreichbar und entwickelte sich zu einem festen Punkt auf der bürgerlichen Rheinreise. Seit der Aufnahme des Oberen Mittelrheintals in das UNESCO-Welterbe 2002 ist die Stadt Teil eines aktiv geschützten Kulturlandschaftsraums.
Essen, Trinken und Übernachten
Bacharachs Gastronomie konzentriert sich auf bodenständige rheinländische Küche, Wildgerichte aus dem Hunsrück und Begleitung durch Weine der lokalen Steillagen. Empfehlenswert sind das Altes Haus an der Oberstraße als historische Weinstube von 1389, der Posthof mit barockem Innenhof und das Restaurant zur Kanne am Marktplatz. Vinotheken und Weinproben bieten die Weingüter Toni Jost in der Oberstraße, Ratzenberger an der Blücherstraße und Friedrich Bastian am Rheinufer — eine Verkostung mit fünf bis sieben Rieslingen kostet üblicherweise 12 bis 18 Euro pro Person und ist nach Voranmeldung möglich.
Übernachten lässt sich in Bacharach im breiten Spektrum von der Jugendherberge in der Burg Stahleck mit Mehrbett- und Doppelzimmern ab rund 30 Euro pro Person über kleinere familiengeführte Hotels wie Hotel Kranenturm und Rhein-Hotel bis zu Ferienwohnungen in Fachwerkhäusern der Altstadt. Im Sommer und besonders während der Weinlese im September empfiehlt sich eine Buchung mit mehreren Wochen Vorlauf, da die Bettenkapazität in der Stadt klein bleibt — bewusst, denn die Welterbe-Status-Auflagen erschweren Neubauten erheblich.
Praktische Tipps für deinen Bacharach-Besuch
-
€
Bahnticket statt Auto
Die linke Rheinstrecke RB26 fährt stündlich aus Mainz und Koblenz nach Bacharach, der Bahnhof liegt direkt an der Stadtmauer. Mit Deutschlandticket kostet die Anreise effektiv nichts extra, das Parken in der Hochsaison entfällt — und du kannst beim Riesling im Posthof entspannt bleiben.
-
✦
Burg Stahleck zum Sonnenuntergang
Die Aussichtsplattform am Bergfried der Burg ist tagsüber öffentlich zugänglich und bietet den besten Blick auf das Mittelrheintal. Plane den Aufstieg über den Burgweg eine Stunde vor Sonnenuntergang ein — die goldene Stunde über Pfalzgrafenstein und Stahleck zählt zu den fotogensten Momenten am gesamten Rhein.
-
+
Weinprobe nach Voranmeldung
Die renommierten Weingüter Toni Jost, Ratzenberger und Bastian bieten Verkostungen mit fünf bis sieben Rieslingen für 12 bis 18 Euro pro Person. Voranmeldung über die Tourist-Info oder direkt beim Winzer ist wegen begrenzter Vinothek-Plätze besonders an Wochenenden dringend zu empfehlen.
-
i
Tourist-Info am Marktplatz
Die Tourist-Info Bacharach an der Oberstraße 45 hat von April bis Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet und gibt kostenlose Stadtpläne, Wanderkarten für den Rheinsteig und Postenturmweg sowie aktuelle Hinweise zu Veranstaltungen, Weinfesten und Schiffsabfahrten. Lohnt sich als erste Station nach der Ankunft.
-
⌘
Postenturmweg statt überfülltem Loreley-Plateau
Wer das klassische Mittelrhein-Panorama sucht, ohne im Bus-Pulk am Loreley-Felsen zu stehen, geht den 5 Kilometer langen Postenturmweg über die Weinberge oberhalb von Bacharach. Aussicht auf Pfalzgrafenstein, Stahleck und die Rheinschleife, dazu fast immer Ruhe — selbst an Sommer-Sonntagen.
-
♿
Altstadt eingeschränkt barrierefrei
Die historischen Kopfsteinpflaster-Gassen sind für Rollstuhl und Rollator nur eingeschränkt befahrbar. Marktplatz, Oberstraße und Rheinufer-Promenade lassen sich gut bewältigen, der Aufstieg zur Burg Stahleck ist dagegen ohne Begleitung kaum machbar. Die Tourist-Info hält eine Liste barrierefreier Restaurants und Weinstuben bereit.
-
☀
Reisezeit Mai bis Oktober, Geheimtipp September
Die Hauptsaison läuft von Mai bis Oktober mit dem Höhepunkt im September während der Weinlese und beim Weinblütenfest. Wer es ruhiger mag, kommt im Mai oder Anfang Oktober — die Steillagen leuchten dann gelb-orange, die Restaurants haben Plätze, und die Tagesausflügler-Schiffe sind seltener voll.
-
☂
Pfalzgrafenstein-Kombi mit Kaub
Die Pfalzgrafenstein als spätmittelalterliche Zollburg auf einer Rheininsel liegt nur 8 Kilometer flussabwärts. Bequem mit der RB26 ein Stopp weiter bis Kaub, von dort mit der Personenfähre auf die Insel — Eintritt rund 5 Euro. Lässt sich gut als Halbtagesausflug mit Bacharach kombinieren und bietet einen der ungewöhnlichsten Burganblicke am Rhein.
Insider-Tipps
Wo du in der Nebensaison gut aufgehoben bist
Zwischen November und März wirkt Bacharach fast verschlafen, viele Restaurants und Vinotheken haben verkürzte Öffnungszeiten oder Betriebsferien. Wer in dieser Zeit kommt, sollte gezielt das Altes Haus, den Posthof und den Kranenturm anpeilen, die ganzjährig geöffnet sind. Die Burg Stahleck ist als Jugendherberge auch im Winter buchbar — die ruhige Atmosphäre über dem nebligen Tal ist atmosphärisch dicht, allerdings sollte man auf gut zwei Schichten Funktionskleidung achten, denn der Aufstieg über den Burgweg kann bei Glatteis tückisch werden.
Wo Einheimische ihren Wein kaufen
Neben den drei großen Weingütern verkauft das kleine Weingut Karl Heidrich am Oberstraßenende und das Weingut Randolf Kauer in Steeg ebenfalls direkt ab Hof. Beide Winzer arbeiten biologisch und liefern Rieslinge mit ausgeprägter Mineralität, die in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt sind — Flaschenpreise zwischen 9 und 18 Euro, ein guter Einstieg in den ernsthaft trinkbaren Mittelrhein-Riesling jenseits der Kabinett-Massenware.



