Malta gehört zu den wenigen Tauchrevieren Europas, die wirklich jeden Anspruch bedienen — vom ersten Open-Water-Kurs am sandigen Hausriff bis zum technischen Wracktauchgang auf 38 Meter Tiefe. Der maltesische Archipel aus Malta, Gozo und Comino bietet auf weniger als 50 Kilometer Distanz über 50 ausgewiesene Tauchplätze, mit Sichtweiten von regelmäßig 30 bis 40 Metern im klaren Mittelmeer, Wassertemperaturen zwischen 14 Grad im Februar und 27 Grad im August und einer Tauchsaison, die ganzjährig möglich ist und von April bis November in Bestform läuft. Die fünf zentralen versenkten Wracks Um El-Faroud (libyscher Tanker, 110 Meter, versenkt 1998 vor Wied iz-Zurrieq), HMS Maori (britischer Zerstörer von 1942 vor Valletta), P29 Patrol Boat (versenkt 2007 vor Cirkewwa), Rozi (Schlepper vor Cirkewwa) und der Imperial Eagle (vor Qawra) gelten als die besten Wracktauchgänge des zentralen Mittelmeers. Dazu kommen Höhlensysteme wie das Reqqa-Riff vor Comino, der Inland Sea mit dem Dwejra-Gozo-Tunnel, das Blue Hole von Gozo, die Cathedral Cave und die Anchor Bay mit ihren markanten Felsformationen. Tauchschulen konzentrieren sich rund um Cirkewwa im Norden Maltas und in Marsalforn sowie Xlendi auf Gozo — alle mit PADI- oder SSI-Zertifizierung und Kursen vom Discover Scuba bis Tec 50. Schnorchler finden in der Crystal Lagoon und Blue Lagoon vor Comino karibische Verhältnisse, Spezialkurse für Höhlentauchen, Nachttauchen und Strömungstauchen runden das Angebot ab.

Anreise und Erreichbarkeit der Tauchreviere

Malta ist eines der bestangebundenen Tauchreviere Europas — direkte Flüge aus allen größeren deutschsprachigen Flughäfen, kurze Wege auf der Insel und gute Fähren nach Gozo machen die Logistik unkompliziert. Wer mit eigener Tauchausrüstung anreist, sollte das Gepäcklimit der Airline genau prüfen, da Blei und Tauchcomputer schnell ins Gewicht gehen.

Mit dem Flugzeug

Der Malta International Airport (MLA) in Luqa liegt zentral und ist von Frankfurt, München, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart, Wien und Zürich täglich direkt erreichbar. Flugzeit ab Frankfurt etwa 2:45 Stunden, ab Zürich 2:15 Stunden, ab Wien 2:30 Stunden. Air Malta, Lufthansa, Eurowings, Ryanair und Wizz Air fliegen die Strecke. Vom Flughafen ist Cirkewwa als wichtigster Tauch-Hub im Norden Maltas in etwa 45 Minuten Fahrzeit erreichbar, Sliema und Saint Julians in 15 Minuten, Valletta in 20 Minuten.

Mit dem Schiff von und nach Gozo

Die Fähre der Gozo Channel Line verbindet Cirkewwa auf Malta mit Mgarr auf Gozo im 45-Minuten-Takt von 6 bis 23 Uhr, in der Nebenzeit stündlich. Überfahrtdauer 25 Minuten, Ticketpreis 4,65 Euro für Erwachsene Hin und Zurück, Pkw mit Fahrer 15,70 Euro. Die Fast Ferry der Virtu Ferries verbindet Valletta direkt mit Mgarr in 45 Minuten — etwas teurer mit 7,50 Euro, dafür ohne Auto-Umweg. Wer Tauchgepäck transportiert, nutzt am besten die klassische Fähre mit Auto oder Taxi.

Mit dem Bus und ÖPNV

Das maltesische Busnetz von Malta Public Transport erschliesst alle Tauchspots auf Malta — die Linie 41, 42, 221 und 222 fahren von Valletta nach Cirkewwa, Linie 13 nach Sliema und Saint Julians, Linie 12 und 14 nach Marsaskala im Süden. Tageskarten 2,50 Euro, 7-Tage-Karten 21 Euro. Auf Gozo verbinden die Linien 301, 322 und 323 Mgarr mit Marsalforn, Xlendi und Dwejra. Allerdings sind Busse mit voller Tauchausrüstung unbequem — Mietwagen oder Taxi ist für Tauchurlauber praktischer.

Vor Ort bewegen und Tauchgepäck

Auf Malta herrscht Linksverkehr — wer einen Mietwagen bucht, sollte das berücksichtigen. Mietwagenpreise ab 25 Euro pro Tag bei größeren Anbietern, Tauchausrüstung passt locker in einen Kombi der Mittelklasse. Tankstellen sind dicht verteilt, Benzin kostete im Frühjahr 2026 etwa 1,42 Euro pro Liter. Die meisten Tauchschulen bieten Hol- und Bringservice zwischen Hotel und Tauchplatz oder direkten Zugang ab eigenem Strand-Center. Wer auf eigene Faust tauchen will, mietet das nötige Equipment vor Ort — Vollausrüstung 20 bis 30 Euro pro Tag.

Frankfurt → Malta 1.700 km ~2:45 h Flugzeit
München → Malta 1.530 km ~2:30 h Flugzeit
Flughafen → Cirkewwa 30 km ~45 min Fahrzeit
Cirkewwa → Mgarr (Gozo) 8 km Seeweg ~25 min Fähre
Mgarr → Dwejra/Blue Hole 12 km ~20 min via Hauptstrasse

Die zentralen Tauchplätze des Archipels

Maltas Unterwasserlandschaft kombiniert künstlich versenkte Wracks, durch Erosion entstandene Höhlensysteme und natürliche Steilwände auf engstem Raum. Die folgenden Plätze gelten unter Tauchern als die wichtigsten und werden von praktisch allen Schulen in Cirkewwa und auf Gozo regelmäßig angefahren.

Um El-Faroud — der versenkte Tanker vor Wied iz-Zurrieq

Die Um El-Faroud, ein 110 Meter langer libyscher Öltanker, wurde nach einer Explosion in einer maltesischen Werft am 14. September 1998 vor Wied iz-Zurrieq an der Südküste Maltas als künstliches Riff versenkt. Heute liegt das Wrack auf 36 Meter Tiefe, die Aufbauten beginnen bei 20 Metern. Das Schiff ist 2006 durch einen Sturm in zwei Teile gebrochen, was den Tauchgang spektakulärer macht — durch die Bruchstelle lassen sich die Maschinenräume und Frachtdecks gut einsehen. Eindringen ist nur mit Wreck-Penetration-Zertifizierung erlaubt. Marine-Leben umfasst Barrakudas, Drachenköpfe, Muränen und gelegentlich Doraden-Schwärme. Tauchgang ab Cirkewwa per Boot etwa 35 Minuten, ab Wied iz-Zurrieq direkt 5 Minuten.

HMS Maori — der britische Zerstörer in Valletta

Die HMS Maori, ein 115 Meter langer Tribal-Class-Zerstörer der Royal Navy, wurde am 12. Februar 1942 durch einen deutschen Luftangriff im Grand Harbour von Valletta versenkt und 1945 in flachere Gewässer vor Saint Elmo verschleppt, wo sie heute auf 14 Metern liegt. Aufgrund der geringen Tiefe ist die HMS Maori auch für Anfänger geeignet — Open-Water-Zertifizierung reicht. Das Wrack ist stark zerfallen, erkennbar sind Bug, Decks-Aufbauten und Geschützstellungen. Marine-Leben ist hier weniger spektakulär, der historische Kontext umso eindrücklicher. Einstieg vom Ufer in Saint Elmo, Tauchgang etwa 35 Minuten, geeignet auch als zweiter Tauchgang am Tag.

P29 Patrol Boat — das frische Wrack vor Cirkewwa

Die P29, ein 52 Meter langes Patrouillenboot der maltesischen Streitkräfte, wurde am 14. August 2007 vor Cirkewwa als künstliches Riff versenkt und liegt heute auf 38 Meter Tiefe auf Sandgrund. Die Aufbauten beginnen bei 25 Metern, der Mast ragt bis 18 Meter hoch. Das Wrack ist intakt und gut erhalten, mit aufrechter Schiffsposition und klar erkennbaren Strukturen — Brücke, Decks, Geschützstand. Marine-Leben umfasst Drachenköpfe, Muränen, Skorpionfische und Schwärme von Bogue. Tauchgang nur für Advanced-Open-Water-Zertifizierte wegen der Tiefe. Einstieg vom Ufer in Cirkewwa, Surface-Marker-Buoy empfohlen wegen Bootsverkehrs.

Rozi Tug und Cirkewwa-Riff — das Hausrevier des Nordens

Die Rozi, ein 35 Meter langer Schlepper aus dem Jahr 1958, wurde 1992 vor Cirkewwa als künstliches Riff versenkt und liegt heute auf 36 Meter Tiefe. Das Wrack ist gut erhalten, der Steuerstand auf 23 Metern erreichbar. Direkt verbunden mit dem Rozi-Tauchgang ist das Cirkewwa-Hausriff mit dem berühmten Madonna-Statue-Tauchplatz, dem markanten Steinbogen Arch und einem flachen Korallenfeld. Marine-Leben ist außergewöhnlich vielfältig — Tintenfische, Sepien, Octopusse, Muränen und im Sommer Thunfischschwärme. Cirkewwa gilt als das anfängerfreundlichste Tauchrevier mit ungewöhnlicher Tiefenstaffelung vom 5-Meter-Plateau bis zum 38-Meter-Wrack.

Höhlensystem Reqqa-Riff vor Comino

Das Reqqa-Riff an der Nordspitze Cominos zwischen Malta und Gozo ist das anspruchsvollste Höhlentauch-System des Archipels — eine senkrechte Steilwand stürzt von 0 auf 50 Meter ab, durchsetzt mit Tunnels, Schwimmkavernen und einer großen Höhle auf 30 Meter Tiefe. Strömungen können stark sein, der Platz wird nur bei ruhiger See angelaufen. Marine-Leben umfasst Barrakuda-Schwärme, gelegentlich Mondfische und Mantas. Nur für erfahrene Taucher mit Advanced-Zertifizierung und idealerweise Drift-Diver-Erfahrung. Anfahrt per Boot von Cirkewwa oder Mgarr etwa 20 Minuten.

Inland Sea und Azure-Window-Tunnel auf Gozo

Der Inland Sea bei Dwejra im Westen Gozos ist ein 60 Meter breites Binnenmeer-Becken, das durch einen 80 Meter langen Felsstollen mit dem offenen Meer verbunden ist. Der Tunnel beginnt bei 6 Metern Tiefe und führt durch einen schmalen Felsspalt ins blaue Wasser des Atlantik-Drift-Mediums — einer der spektakulärsten Easy-Dive-Erlebnisse des Mittelmeers. Tiefe innerhalb des Tunnels 6 bis 26 Meter, dahinter Steilwand bis 50 Meter. Geeignet ab Open-Water-Zertifizierung. Der Azure-Window-Bogen, der 2017 zusammengestürzt ist, liegt heute als Schutthaufen auf 50 Metern und ist nur für Tec-Tauchgänge erreichbar.

Blue Hole, Cathedral Cave und Anchor Bay

Das Blue Hole von Gozo, ein 25 Meter tiefer kreisrunder Felskamin bei Dwejra, gehört zu den meistfotografierten Tauchplätzen des Mittelmeers. Einstieg über einen flachen Felspool, Abstieg durch einen unter Wasser sichtbaren Tunnel zum Cathedral-Cave-System auf 30 Meter Tiefe — eine ausgewaschene Großhöhle mit Lichtsäulen und Glasfischschwärmen. Anchor Bay an der Westküste Maltas (Drehort des Popeye-Village-Films von 1980) ist mit ihren versenkten Ankern und der flachen Felsbucht ideal für Schnorcheln und einfache Tauchgänge ab Open-Water-Niveau.

Die sechs zentralen Tauch-Erlebnisse im Überblick

Wracktauchen Um El-Faroud und HMS Maori

Zwei der bekanntesten Mittelmeer-Wracks an einem Tag — vormittags der Um El-Faroud auf 36 Meter Tiefe mit Wreck-Penetration-Option, nachmittags die HMS Maori auf 14 Metern als entspannter zweiter Tauchgang. Beide Tauchgänge etwa 35 Minuten, Total-Dekompressionsfreiheit mit Nitrox-Mischung 32 Prozent.

Höhlentauchen Reqqa-Riff und Comino-Caves

Eine ganztägige Bootsfahrt von Mgarr oder Cirkewwa zu den Höhlensystemen rund um Comino mit Reqqa-Riff, Santa-Marija-Caves und dem Lantern-Point-Tunnel. Anspruchsvoll wegen Strömung, Tiefe und Höhlenpassagen — Advanced-Open-Water-Zertifizierung und Erfahrung von mindestens 30 geloggten Tauchgängen empfohlen.

Drift-Dive entlang Gozo-Steilwand

Der Drift-Dive entlang der Westküste Gozos zwischen Inland Sea und Crocodile Rock nutzt die natürliche Mittelmeer-Strömung. Tauchzeit 40 bis 50 Minuten, Tiefe konstant 20 bis 30 Meter, Begleitung durch Barrakuda-Schwärme und gelegentlich Thunfische. Drift-Diver-Specialty-Kurs empfehlenswert.

Nachttauchen Cirkewwa

Der Cirkewwa-Hausriff-Tauchplatz verwandelt sich nach Sonnenuntergang in eine andere Welt — Sepien, Octopusse, Muränen und kleine Hummer kommen aus den Felsspalten. Nachttauchgang Spezialitäts-Kurs in zwei Tagen mit allen Schulen vor Ort möglich, Tauchzeit 30 bis 40 Minuten, Tiefe 5 bis 18 Meter.

Schnorcheln Crystal Lagoon und Blue Lagoon

Die Crystal Lagoon zwischen Comino und Cominotto und die berühmte Blue Lagoon davor bieten türkisfarbenes Wasser, Sandgrund auf 3 bis 8 Metern und ungewöhnlich klare Sicht — ideal auch für Nichttaucher und Schnorchel-Einsteiger. Anfahrt per Linienschiff oder organisierter Bootstour ab Mgarr oder Cirkewwa.

Strömungstauchen Süd-Comino

Die Lantern-Point-Strömungstauchgänge an der Südspitze Cominos verbinden zwei Tauchplätze über die natürliche Tidenströmung. Einstieg bei Lantern Point, Drift entlang der Steilwand, Ausstieg bei Santa Marija. Tauchzeit 45 Minuten, Tiefe variabel 12 bis 35 Meter, Drift-Diver-Erfahrung erforderlich.

Tauchplätze im direkten Vergleich

Kriterium
Um El-Faroud
P29 Patrol Boat
Inland Sea Tunnel
Blue Hole Gozo
Cirkewwa-Hausriff
Maximaltiefe
36 Meter
38 Meter
26 Meter
30 Meter
18 Meter (Hausriff)
Zertifizierungs-Minimum
Advanced Open Water
Advanced Open Water
Open Water
Advanced Open Water
Open Water
Einstieg
Boot
Ufer (Cirkewwa)
Ufer (Dwejra)
Ufer (Dwejra)
Ufer
Strömung
Gering
Gering bis mittel
Mittel im Tunnel
Gering
Gering
Sichtweite (Sommer)
25 bis 35 Meter
30 bis 40 Meter
35 bis 45 Meter
30 bis 40 Meter
20 bis 30 Meter
Marine-Leben
Barrakuda, Muräne
Drachenkopf, Bogue
Brassen, Doraden
Glasfisch, Sepien
Octopus, Tintenfisch
Beste Tageszeit
Vormittag
Vormittag
Mittag (Lichtsäulen)
Vormittag
Ganztägig

Wer alle fünf Sites in einer Woche taucht, kombiniert idealerweise drei Tage Malta-Wracks (Cirkewwa als Basis) mit drei Tagen Gozo-Höhlen (Marsalforn oder Xlendi als Basis) und einem Comino-Tag dazwischen.

Tauchschulen, Zertifizierungen und Kursangebote

Malta gehört zu den günstigsten Tauchausbildungsdestinationen Europas. Über 40 Tauchschulen verteilen sich auf den Archipel, davon allein etwa zwölf rund um Cirkewwa und zehn auf Gozo. Praktisch alle Schulen arbeiten mit PADI oder SSI als Zertifizierungsverbänden, einige zusätzlich mit BSAC oder TDI für technische Tauchgänge.

Open-Water-Diver-Ausbildung für Einsteiger

Der Open-Water-Diver-Kurs (PADI oder SSI) ist die Grundzertifizierung und qualifiziert für Tauchgänge bis 18 Meter Tiefe. In Malta dauert er typisch vier Tage mit fünf Theorie-Modulen, fünf Pool- oder Confined-Water-Sessions und vier Open-Water-Tauchgängen. Kursgebühr in Cirkewwa und Marsalforn liegt zwischen 380 und 480 Euro inklusive Material, Leihausrüstung, Zertifikat und Logbuch. Beste Zeit für Einsteiger ist Mai und Juni mit warmem Wasser, ruhiger See und langem Tageslicht.

Advanced Open Water und Spezialkurse

Der Advanced-Open-Water-Aufbaukurs umfasst fünf Spezialtauchgänge (Deep Diver bis 30 Meter, Navigation, plus drei Wahlfächer) und kostet 280 bis 350 Euro. Wer die maltesischen Wracks und Höhlen erleben will, kombiniert ihn idealerweise mit Wreck-Diver-, Deep-Diver-, Nitrox-, Night-Diver- und Drift-Diver-Specialty-Kursen. Dive-Master-Ausbildung als nächste Stufe dauert vier bis sechs Wochen und kostet etwa 950 Euro inklusive aller Materialien.

Technisches Tauchen und Wreck-Penetration

Mehrere Schulen in Cirkewwa und auf Gozo bieten Tec-40-, Tec-45- und Tec-50-Kurse für technisches Tauchen mit Doppelflaschen, Stage-Tanks und Trimix-Mischungen — Voraussetzung für Tauchgänge auf 60 Meter und tiefer wie dem MV Rozi-Bug-Bereich oder dem Azure-Window-Schutthaufen. Wreck-Penetration-Kurse (Wreck-Specialty bis Full Cave Diver) sind speziell für die Um-El-Faroud-Maschinenräume relevant. Kursgebühren 800 bis 1.400 Euro je Stufe.

Schnorcheln und Free-Diving — Tauchen ohne Tank

Wer keinen Atemregler nutzen möchte, findet auf Malta und Comino eines der besten Schnorchel-Reviere des Mittelmeers. Die Crystal Lagoon zwischen Comino und Cominotto auf 3 bis 8 Meter Tiefe mit weißem Sandgrund und kristallklarem Wasser gilt als Karibik-Pendant Europas — Anfahrt per Linienschiff von Cirkewwa oder Mgarr in etwa 25 Minuten.

Top-Schnorchel-Plätze rund um den Archipel

Neben Crystal und Blue Lagoon zählen Saint Pauls Islands vor Saint Pauls Bay, das Anchor-Bay-Schwimmbecken bei Mellieha, der Marsalforn-Reef vor Gozo und die Wied il-Ghasri-Schlucht an Gozos Nordküste zu den lohnenden Plätzen. Saint Pauls Islands sind als geschütztes Marine-Reservat bekannt für Doradenschwärme, Wied il-Ghasri für gerade hineinragende Sonnenstrahlen in der schmalen Felsspalte.

Apnoe und Free-Diving-Schulen

Mehrere Schulen auf Gozo, allen voran ein international anerkanntes Free-Diving-Center in Xlendi, bieten AIDA- und SSI-Apnoe-Zertifizierungen vom Einsteiger bis zur 40-Meter-Performance. Das Blue Hole von Gozo gilt als ideales Free-Diving-Trainingsgelände wegen seiner konstanten Tiefe und ruhigen Verhältnisse. AIDA-2-Kurs in drei Tagen für 350 Euro, AIDA-3-Kurs in fünf Tagen für 580 Euro.

Praktische Tipps für die Tauchwoche auf Malta

  • Tauchpakete statt Einzeltauchgänge buchen

    Sechs- oder Zehn-Tauchgang-Pakete sparen 20 bis 30 Prozent gegenüber einzelnen Tauchgängen. Zwei Boots-Tauchgänge einzeln kosten 60 bis 80 Euro, ein Sechser-Paket 160 bis 200 Euro, ein Zehner-Paket 250 bis 320 Euro. Bei den meisten Schulen sind Flasche und Blei inklusive, Vollausrüstung kostet 15 Euro Aufpreis pro Tag.

  • Reisezeit auf Wassertemperatur abstimmen

    April und Mai bieten mit 16 bis 19 Grad noch kühles Wasser, sind aber wegen leerer Tauchplätze und stabilem Wetter beliebt — 5- oder 7-Millimeter-Neopren oder Trockenanzug empfohlen. Juni bis Oktober mit 22 bis 27 Grad sind die warmen Monate, 3- oder 5-Millimeter reichen. November und Dezember mit 19 bis 17 Grad sind ruhig und günstig, aber kürzer im Tageslicht.

  • + Tauchcomputer und Nitrox nutzen

    Der Wechsel von Pressluft auf Nitrox-Mischung 32 Prozent verlängert die zulässige Grundzeit auf Tauchgängen ab 25 Meter Tiefe deutlich — bei Um El-Faroud, P29 und Rozi besonders relevant. Nitrox-Specialty-Kurs kostet 150 Euro in zwei Tagen, jeder Tauchgang mit Nitrox-Mischung 4 bis 6 Euro Aufpreis. Tauchcomputer ist Pflicht bei den meisten Schulen.

  • i Versicherung mit Hyperbar-Klausel prüfen

    Die DAN-Europe-Mitgliedschaft (Divers Alert Network) ist auf Malta praktisch Standard und kostet 64 bis 95 Euro pro Jahr. Sie deckt Hyperbarkammer-Behandlungen, Such- und Rettungseinsätze und medizinische Beratung. Malta hat eine moderne Druckkammer in Mater Dei Hospital in Msida. Reise-Krankenversicherungen mit Tauch-Klausel sind eine Alternative — Standard-Reisekrankenversicherungen schließen Tauchunfälle meist aus.

  • Tauchgepäck und Flughafen-Logistik

    Bei Linienflügen wie Lufthansa und Air Malta sind 23 Kilogramm Freigepäck Standard, Tauchausrüstung passt damit knapp. Bleigewichte fliegen am besten gar nicht — vor Ort 1 bis 2 Euro pro Kilo mieten. Tauchcomputer und Atemregler ins Handgepäck, sensible Elektronik trocken halten. Bei Ryanair und Wizz Air ist Aufgabegepäck extra zu buchen, Sportausrüstung als gesondertes Stück 30 bis 50 Euro pro Strecke.

  • Barrierefreiheit nüchtern einschätzen

    Cirkewwa hat als einer der wenigen Tauchplätze des Mittelmeers einen rollstuhlgeeigneten Einstieg über die alte Fährrampe und Rampen ins Wasser. Mehrere Schulen sind auf adaptives Tauchen spezialisiert und bieten IAHD-Zertifizierungen (International Association for Handicapped Divers). Gozo-Tauchplätze wie Inland Sea und Blue Hole erfordern Steinpfade und Treppen — für Rollstuhlfahrer nicht geeignet.

  • Tauchgang und Flug-Sicherheit

    Nach dem letzten Tauchgang sollte 18 bis 24 Stunden bis zum Rückflug abgewartet werden, um Dekompressionsunfälle zu vermeiden. Bei mehreren Tauchgängen oder Tec-Profilen 24 Stunden Mindestabstand. Wer Sonntagabend zurückfliegt, plant den letzten Tauchgang spätestens für Samstagvormittag. Stattdessen kann der letzte Tag für Schnorcheln, Schloss-Mdina-Besuch oder einen Spaziergang in Valletta genutzt werden.

  • Schlechtwetter und Wind-Alternativen

    Nordost-Winde (Grigal) machen Cirkewwa und Comino zeitweilig untauchbar, dann verlagert sich das Programm auf die Süd- und Westküste mit Wied iz-Zurrieq, Ghar Lapsi oder Anchor Bay. Bei Süd-Wind (Sirocco) ist die Lage umgekehrt — dann sind Cirkewwa und Mellieha-Bay ideal. Tauchschulen entscheiden täglich morgens nach Windvorhersage, gute Schulen passen das Programm flexibel an.

Insider-Tipps zum Tauchen auf Malta

Welche Schule wirklich zu welchem Profil passt

Tauchschulen unterscheiden sich in Malta weniger nach Preis als nach Stil. Große PADI-5-Star-IDC-Schulen in Cirkewwa wie an der alten Fährrampe arbeiten mit Gruppen von 10 bis 16 Tauchern, klar strukturierten Tagesprogrammen und mehreren Booten — ideal für Einsteiger und Ausbildung. Kleinere Schulen auf Gozo arbeiten mit Gruppen von 4 bis 8 Tauchern, individuellerer Betreuung und persönlicheren Ansprechpartnern — ideal für erfahrene Taucher und besondere Wünsche. Wer Tec-Tauchen will, sucht gezielt Schulen mit TDI- oder IANTD-Affiliation.

Welche Wracks und Höhlen wirklich Pflicht sind

Für eine erste Tauchwoche reichen Um El-Faroud, P29, Cirkewwa-Hausriff mit Madonna und Arch, Inland Sea Tunnel, Blue Hole und Reqqa-Riff — diese sechs Plätze decken alle Disziplinen ab. Wer auf historische Spuren steht, ergänzt HMS Maori und den Imperial Eagle. Wer in Karibik-Atmosphäre schnorcheln will, plant einen Tag Crystal Lagoon ein. Die übrigen rund 40 Tauchplätze sind für Wiederholer und Spezialinteressen.

Häufige Fragen rund um das Tauchen auf Malta

Wer eine Tauchwoche plant, stößt auf wiederkehrende Planungsfragen — Reisezeit, Zertifizierungs-Anforderungen, Wasserverhältnisse, Tauchschul-Auswahl, Sicherheit. Die folgenden Antworten bündeln Erfahrungen von Malta-Tauchern und lokalen Tauch-Profis.

HÄUFIGE FRAGEN

Wann ist die beste Reisezeit zum Tauchen auf Malta?

Die optimale Tauchsaison läuft von April bis November mit stabilen Wetterverhältnissen, wenig Wind und Sichtweiten regelmäßig zwischen 30 und 40 Metern. Mai und Juni gelten als ideal — warmes Wasser ab 19 Grad, lange Tage und noch leere Tauchplätze. Juli und August bringen mit bis zu 27 Grad das wärmste Wasser, sind aber wegen Hochsaison teurer. September und Oktober mit 24 bis 22 Grad Wassertemperatur sind unter Tauchern besonders beliebt. Im Winter ist Tauchen mit 14 bis 17 Grad und 7-Millimeter-Neopren oder Trockenanzug möglich, die Sichtweiten bleiben sehr gut.

Wie tief sind die maltesischen Wracks und welche Zertifizierung brauche ich?

Die HMS Maori in Valletta liegt auf 14 Meter Tiefe und ist mit Open-Water-Zertifizierung erreichbar. Die Rozi und Um El-Faroud auf 36 Meter sowie die P29 auf 38 Meter erfordern Advanced Open Water mit Deep-Diver-Spezialisierung. Für Wreck-Penetration (Eindringen in die Maschinenräume) ist der Wreck-Specialty-Kurs Pflicht. Nitrox-Mischungen verlängern die zulässige Grundzeit auf den tiefen Wracks deutlich und werden von den meisten Tauchschulen als Standard angeboten.

Was kostet ein Open-Water-Diver-Kurs auf Malta?

Der vollständige PADI- oder SSI-Open-Water-Diver-Kurs kostet bei den meisten Schulen in Cirkewwa und Gozo zwischen 380 und 480 Euro inklusive Lehrmaterial, Leihausrüstung, vier Tauchgängen, Zertifikat und Logbuch. Die Ausbildung dauert vier Tage mit Theorie, Pool-Sessions und Open-Water-Tauchgängen. Online-Theorie kann vorab gemacht werden, was die Vor-Ort-Zeit auf drei Tage verkürzt. Advanced-Open-Water-Aufbaukurs kostet zusätzlich 280 bis 350 Euro für fünf Spezialtauchgänge.

Welche Tauchschulen sind in Cirkewwa und auf Gozo empfehlenswert?

Cirkewwa beherbergt mehrere PADI-5-Star-IDC-Center mit jahrzehntelanger Erfahrung, modernen Booten, Nitrox-Stationen und Tec-Trainings — gut für Einsteiger und Ausbildung. Auf Gozo konzentrieren sich die Schulen in Marsalforn und Xlendi mit familiärer Atmosphäre und kleinen Gruppen. Wer eine Schule auswählt, achtet auf PADI- oder SSI-Zertifizierung, IAHD bei adaptivem Tauchen oder TDI bei Tec-Interesse. Direkter Kontakt vorab klärt Sprachoptionen, Gruppengrößen und individuelle Wünsche.

Wie viele Tauchgänge schafft man in einer Woche auf Malta?

Realistisch sind bei einer einwöchigen Tauchreise 10 bis 16 Tauchgänge inklusive eines Ruhetags. Standard ist ein Boots-Doppeltauchgang vormittags (etwa 4 Stunden) und ein Ufer-Tauchgang nachmittags. Wer ambitionierter ist, plant 18 bis 20 Tauchgänge in 8 Tagen mit Tec-Profilen. Letzter Tauchgang sollte 18 bis 24 Stunden vor dem Rückflug abgeschlossen sein, um Dekompressionsunfälle zu vermeiden. Sechser- und Zehner-Tauchgang-Pakete sparen 20 bis 30 Prozent gegenüber Einzelpreisen.

Sind die Inland-Sea-Tunnel und Blue-Hole-Tauchgänge gefährlich?

Der Inland-Sea-Tunnel auf Gozo ist mit 80 Meter Länge, 6 bis 26 Meter Tiefe und einer mittleren Strömung im Stollen anspruchsvoll, aber kontrolliert tauchbar. Die meisten Schulen führen den Tauchgang ab Open-Water-Niveau durch, optimal ist Advanced-Open-Water. Das Blue Hole mit Cathedral-Cave-System erfordert wegen 30 Meter Maximaltiefe Advanced-Zertifizierung. Beide Plätze haben gute Sichtverhältnisse und sind bei den richtigen Wind- und Wetterbedingungen sicher. Erfahrener Guide und Sicherheits-Boje sind Pflicht.

Was kostet ein Bootstauchgang auf Malta wirklich?

Ein einzelner Boots-Tauchgang kostet bei den meisten Schulen 35 bis 45 Euro inklusive Flasche und Blei. Ein Boots-Doppeltauchgang (zwei Tauchgänge an einem Tag mit Pause) liegt bei 60 bis 80 Euro. Sechser-Paket 160 bis 200 Euro, Zehner-Paket 250 bis 320 Euro. Vollausrüstung mit Tarierjacket, Atemregler, Tauchcomputer und Neoprenanzug kostet etwa 15 bis 25 Euro Aufpreis pro Tag. Nitrox-Mischung 4 bis 6 Euro Aufpreis pro Tauchgang. Spezielle Wracks und Höhlen werden manchmal mit Aufpreis berechnet.

Welche Marine-Bewohner gibt es vor Malta zu sehen?

Maltas Unterwasserwelt ist ein klassisches Mittelmeer-Reservoir mit hoher Vielfalt. Häufig zu sehen sind Drachenköpfe, Skorpionfische, Muränen, Octopusse, Tintenfische, Sepien, Barrakuda-Schwärme, Brassen, Doraden, Mönchsbarsche und Mediterrane Hummer. Saisonal ziehen Thunfische und gelegentlich Mondfische durch. Schildkröten (Caretta caretta) werden im Sommer um Gozo gesichtet. Korallen sind weniger spektakulär als in der Karibik oder im Indopazifik, aber Schwämme, Gorgonien und kleine Steinkorallen prägen die Felsen. Wer Pelagisches sucht, taucht am Reqqa-Riff und an den Steilwänden Gozos.

Ist Tauchen mit Kindern auf Malta möglich?

Ja, Kinder ab 10 Jahren können den PADI-Junior-Open-Water-Kurs absolvieren, ab 12 Jahren den Standard-Open-Water. Die geschützten Cirkewwa- und Mellieha-Bay-Plätze mit Tiefen bis 12 Meter sind ideal für Familien. Bubble-Maker-Programme ab 8 Jahren und Discover-Scuba-Diving-Schnupperkurse ab 10 Jahren werden von den meisten Schulen angeboten. Eltern sollten auf Schulen mit explizit familienfreundlicher Ausrichtung achten — kleinere Gruppen, kindergerechte Einweisung und Pool-Vorbereitung.

Wie ist die Sicherheit beim Tauchen auf Malta und gibt es eine Druckkammer?

Malta hat eine moderne Druckkammer im Mater Dei Hospital in Msida mit 24-Stunden-Bereitschaft. DAN-Europe-Mitgliedschaft (Divers Alert Network) ist auf Malta praktisch Standard und deckt Notfall-Hyperbarbehandlungen, Such- und Rettungseinsätze sowie medizinische Beratung — Mitgliedsgebühr 64 bis 95 Euro pro Jahr. Tauchschulen arbeiten nach europäischen Standards mit Pflicht-Briefings, Sicherheits-Bojen, Notfall-Sauerstoff am Boot und Erste-Hilfe-Sets. Reise-Krankenversicherungen sollten eine Tauch-Klausel enthalten — Standardversicherungen schließen Tauchunfälle meist aus.

Sollte man die Tauchwoche eher auf Malta oder Gozo verbringen?

Wer Anfänger ist oder eine umfassende Tauchschul-Infrastruktur sucht, wählt Cirkewwa auf Malta als Basis mit den drei zentralen Wracks (Rozi, P29, Um El-Faroud) und dem anfängerfreundlichen Hausriff. Wer erfahrener taucht und auf Höhlen, Steilwände und ruhigere Atmosphäre Wert legt, wählt Marsalforn oder Xlendi auf Gozo mit Inland Sea, Blue Hole und Reqqa-Riff. Eine geteilte Woche mit drei Tagen Cirkewwa-Basis und drei Tagen Gozo-Basis ist die ideale Kombination und erlaubt den gesamten Archipel kennenzulernen.

Wo findet man aktuelle Tauchinformationen und Saison-Bedingungen für Malta?

Die offizielle Tourismusplattform visitmalta.com bündelt Hinweise zu Tauchen, Wetter, Sichtweiten und Veranstaltungen. PADI- und SSI-Verbandsseiten listen alle zertifizierten Schulen mit Bewertungen. Die maltesische Tauchföderation veröffentlicht aktuelle Sicherheits-Bulletins und Wetter-Warnungen. Wer kurzfristig plant, kontaktiert die Wunsch-Tauchschule direkt — dort gibt es tagesaktuelle Auskunft zu Wind, Sicht und welche Tauchplätze angefahren werden. Mehrere Schulen veröffentlichen tägliche Sicht-Reports auf ihren Social-Media-Kanälen.
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