Die Stadtpfarrkirche St. Paul gehört zu den schönsten Frühbarock-Bauten der Passauer Altstadt und steht nur wenige Schritte nördlich des berühmten Doms St. Stephan auf einer der höchsten Erhebungen des historischen Stadtkerns. Der heutige Bau entstand zwischen 1663 und 1668 nach dem verheerenden Stadtbrand von 1662, der große Teile Passaus zerstört hatte — und damit fast zeitgleich mit dem ebenfalls neu aufgebauten Stephansdom. Architekt war Carlo Lurago, der bedeutende italienische Baumeister der Familie aus dem Comer Seengebiet, der die Passauer Sakrallandschaft des späten 17. Jahrhunderts entscheidend geprägt hat. St. Paul ist die kleinere Schwester des Doms — beide Bauwerke teilen den italienisch geprägten Stil, die helle Stuck-Innengestaltung und das charakteristische Doppelturm-Schema. Die Pfarrei selbst reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Im Inneren prägen ein barocker Hochaltar, weißer Stuckdekor und Deckenfresken den Raumeindruck. Der Eintritt ist frei, vom Passauer Hauptbahnhof sind es rund zehn Minuten zu Fuß durch die Altstadt am Drei-Flüsse-Eck von Donau, Inn und Ilz.

Anreise und Erreichbarkeit

Passau liegt im äußersten Südosten Niederbayerns am berühmten Drei-Flüsse-Eck, an dem Donau, Inn und Ilz zusammenfließen. Die Altstadt erstreckt sich auf einer schmalen Halbinsel zwischen Donau und Inn — auf dieser Landzunge stehen sowohl der Dom St. Stephan als auch die Stadtpfarrkirche St. Paul, fußläufig keine fünf Minuten voneinander entfernt. Die Stadt ist über die A3 Regensburg-Passau, die A8 aus Salzburg sowie über die Donau-Bahnstrecke aus München, Wien und Linz hervorragend angebunden.

Mit dem Auto

Aus dem Westen führt die A3 Regensburg-Passau direkt bis vor die Tore der Stadt — Ausfahrt Passau-Mitte oder Passau-Nord. Aus München empfiehlt sich die A92 bis Deggendorf und weiter über die A3, Fahrzeit rund 1:50 Stunden. Aus Linz und Wien erreicht man Passau über die A8 in Österreich beziehungsweise die A3 in Bayern. In der Altstadt selbst ist Autoverkehr stark eingeschränkt — sinnvoll sind die Tiefgaragen am Römerplatz und die Parkhäuser Schanzl und Niedernburg am Donauufer. Von dort führt der Weg in wenigen Gehminuten bergauf zum Rindermarkt mit der Stadtpfarrkirche St. Paul.

Mit der Bahn und dem ÖPNV

Der Passauer Hauptbahnhof liegt am westlichen Rand der Altstadt und ist ein wichtiger Knotenpunkt im internationalen Schienenverkehr — ICE- und Railjet-Züge verbinden Passau direkt mit München, Nürnberg, Frankfurt, Wien und Linz. Aus München erreicht man Passau in etwa 2:00 Stunden, aus Wien in rund 2:40 Stunden, aus Nürnberg in 2:10 Stunden. Vom Hauptbahnhof sind es rund zehn Minuten zu Fuß durch die Altstadt über die Bahnhofstraße, den Ludwigsplatz und über den Rindermarkt bis zur Stadtpfarrkirche St. Paul. Stadtbusse der Linie 1, 2 und 4 bringen weniger gehfähige Besucher näher an die Altstadt heran.

Mit dem Flugzeug

Der nächste internationale Flughafen ist München-Erding rund 175 Kilometer westlich, gefolgt von Salzburg in Österreich rund 150 Kilometer südlich und Linz-Hörsching rund 90 Kilometer östlich. Ab München erreicht man Passau per Mietwagen oder Bahn in rund 2:00 Stunden, aus Salzburg in etwa 1:30 Stunden über die A8.

Vor Ort bewegen und Parken

Die Passauer Altstadt zwischen Donau und Inn ist kompakt und bestens zu Fuß zu erkunden. Vom Rindermarkt mit der Stadtpfarrkirche St. Paul führen kurze Wege hinüber zum Dom St. Stephan, hinunter zur Veste Oberhaus auf der gegenüberliegenden Donau-Seite und ans Drei-Flüsse-Eck am Ortsausgang der Halbinsel. Die meisten Sehenswürdigkeiten liegen in einem Umkreis von 800 Metern. Für die Veste Oberhaus pendelt von April bis Oktober ein Bürger-Bus, der Aufstieg ist auch fußläufig in 20 Minuten machbar. Behindertenparkplätze stehen am Domplatz und am Residenzplatz nahe der Stadtpfarrkirche.

München 185 km ~2:00 h via A92 und A3
Regensburg 115 km ~1:15 h via A3
Linz 90 km ~1:05 h via A8 und A3
Salzburg 150 km ~1:30 h via A8
Wien 285 km ~2:50 h via A1 und A8

Was es an der Stadtpfarrkirche St. Paul zu sehen gibt

Die Stadtpfarrkirche St. Paul ist ein typisches Beispiel italienisch geprägter Frühbarock-Architektur, wie sie nach dem Stadtbrand von 1662 die Passauer Sakrallandschaft neu definiert hat. Carlo Lurago und die anderen italienischen Baumeister, die in dieser Epoche in Passau wirkten, brachten Stilelemente direkt aus dem Comer Seengebiet und der Lombardei mit — helle Wände, kräftige Pilastergliederung, helle Stuck-Dekorationen und freskierte Deckenflächen. Wer die kleinere St. Paul-Kirche und den großen Stephansdom in einem Atemzug besucht, sieht zwei Variationen einer Architektur-Sprache von der Hand desselben Bauherrn-Kreises. Vier Elemente machen das Innere besonders sehenswert — der barocke Hochaltar, die Stuck-Dekoration, die Deckenfresken und das Raumgefühl der Lurago-Architektur.

Der barocke Hochaltar

Im Chor steht ein reich gestalteter Hochaltar des späten 17. Jahrhunderts, der dem Patrozinium des Apostels Paulus gewidmet ist. Das Altarbild zeigt eine Szene aus dem Leben des Heiligen, gerahmt von kräftiger Säulen-Architektur, Voluten und vergoldetem Schnitzwerk. Der Altar ist im Stil des italienisch geprägten Frühbarocks gehalten — weniger überladen als die Hochaltäre des späteren süddeutschen Hochbarocks, aber bereits mit dem für die Zeit typischen Bewegungsdrang und der dramatischen Lichtführung.

Stuck und Deckendekoration

Eine Besonderheit der Stadtpfarrkirche ist der weiße Stuckdekor, der Wände und Decken überzieht. Die Stuckateure folgten der italienischen Tradition mit feinen Pflanzenornamenten, Voluten und figürlichen Elementen. Der weiße Grund hebt die räumliche Wirkung der hohen Pilaster und der Gewölbezonen hervor und lässt die Kirche trotz ihrer kompakten Größe luftig wirken. Die Stuck-Arbeiten gelten als typisches Werk der Wessobrunner und italienischer Stuck-Werkstätten, die in Passau in den Jahren nach dem Stadtbrand zahlreiche Aufträge ausführten.

Deckenfresken

Die Deckenfresken im Mittelschiff zeigen Szenen aus dem Leben des Apostels Paulus und allegorische Darstellungen. Sie sind in mehreren Feldern angeordnet und werden von Stuck-Rahmungen eingefasst. Die Farbgebung ist hell und dynamisch, ganz im Stil der italienischen Frühbarock-Malerei. Bei Sonneneinfall am Vormittag durch die hochliegenden Fenster wirkt die Decke wie ein helles Schauspiel, das die Aufmerksamkeit nach oben zieht — eine bewusst eingesetzte sakrale Raumwirkung.

Lurago-Architektur und Raumgefühl

Das Bauwerk ist eine dreischiffige Wandpfeilerkirche mit eingezogenem Chor und Doppelturm-Westfront — ein Schema, das Carlo Lurago auch beim großen Dom St. Stephan in ähnlicher Weise umsetzte. Die Pilaster gliedern den Raum vertikal und tragen ein kräftiges Gebälk, von dem das Tonnengewölbe ansetzt. Der Eindruck im Inneren ist hell, klar und überraschend groß für eine Pfarrkirche — Folge des italienisch beeinflussten Lurago-Stils, der mit Licht und Proportion arbeitet statt mit überbordendem Dekor.

Die sechs Highlights an der Stadtpfarrkirche im Überblick

Doppelturm-Westfront

Charakteristische Westfassade mit zwei symmetrischen Türmen und Zwiebelhauben — kleines Echo des großen Stephansdoms, ebenfalls von der Lurago-Werkstatt aus dem Comer Land geprägt.

Barocker Hochaltar

Reich gestalteter Hochaltar im Chor mit Altarbild zum Patrozinium des Apostels Paulus, gerahmt von Säulen-Architektur, Voluten und vergoldetem Schnitzwerk im italienisch geprägten Frühbarock-Stil.

Weißer Stuckdekor

Feine Pflanzenornamente und Voluten an Wänden und Gewölben in italienischer Stuck-Tradition. Der weiße Grund macht die kompakte Kirche überraschend luftig und hebt die Pilastergliederung hervor.

Deckenfresken

Mehrere Bildfelder im Mittelschiff mit Szenen aus dem Leben des Apostels Paulus und allegorischen Darstellungen, eingefasst von Stuck-Rahmungen. Besonders schön bei Vormittagslicht.

Lurago-Raumgefühl

Helle, klar gegliederte dreischiffige Wandpfeiler-Anlage mit Tonnengewölbe — typisch für den italienisch geprägten Frühbarock von Carlo Lurago, der auch den benachbarten Dom St. Stephan baute.

Lage am Rindermarkt

Die Kirche liegt am historischen Rindermarkt, einem charmanten Altstadt-Platz mit Bürgerhäusern, Cafés und kurzer Fußweg-Distanz zum Dom St. Stephan und ans Drei-Flüsse-Eck.

Lurago-Bauten und Passauer Kirchen im Vergleich

Kriterium
St. Paul Passau
Dom St. Stephan Passau
St. Michael Passau
Wallfahrtsk. Mariahilf
Stiftsbasilika Niederalteich
Stil
Frühbarock
Barock
Spätbarock
Barock
Barock
Bauzeit
1663-1668
1668-1693
17.-18. Jh.
17. Jh.
17.-18. Jh.
Architekt
Carlo Lurago
Carlo Lurago u.a.
Jesuitenarchitekten
Passauer Werkst.
Benediktinerorden
Besonderheit
kleine Schwester des Doms
größte Domorgel der Welt
ehem. Jesuitenkirche
Wallfahrt mit 321 Stufen
Doppelturm an der Donau
Lage
Rindermarkt Altstadt
Domplatz Altstadt
Altstadt-Süd
Innstadt-Höhe
Donau-Ufer 35 km
Eintritt
frei
frei, Orgel-Konzerte gebührenpflichtig
frei
frei
frei
Distanz zu St. Paul
200 m
400 m
1,5 km
35 km

St. Paul und der Stephansdom bilden ein architektonisches Geschwisterpaar des italienisch geprägten Frühbarocks in Passau. Wer beide besucht, sieht zwei Variationen einer Architektur-Sprache von der Hand derselben Lurago-Werkstatt — die große und die kleine Auflage desselben Stilgedankens.

Geschichte der Pfarrei und der Vorgängerbauten

Die Pfarrei St. Paul reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück — die ersten urkundlichen Belege stammen aus dem späten Mittelalter. Über Jahrhunderte standen an dieser Stelle Vorgängerkirchen, die mit dem Wachstum der Passauer Bürgerstadt und sich wandelnden liturgischen Anforderungen mehrfach umgebaut wurden. Der entscheidende Bruch war der Stadtbrand vom 27. April 1662, der große Teile der Passauer Altstadt zerstörte — darunter den alten Dom, viele Bürgerhäuser und auch die mittelalterliche Vorgängerkirche von St. Paul. In den Jahren danach wurde Passau in einem konzentrierten Wiederaufbau-Programm fast vollständig neu errichtet, vor allem unter Beteiligung italienischer Baumeister und Stuckateure aus dem Comer Seengebiet.

Carlo Lurago und die Passauer Frühbarock-Werkstatt

Carlo Lurago gehörte zur weit verzweigten Baumeister-Familie Lurago aus dem norditalienischen Comer Seengebiet, die im 17. und frühen 18. Jahrhundert in zahlreichen Städten Mitteleuropas — von Prag über Wien bis Passau — wirkte. In Passau übernahm Lurago nach dem Stadtbrand zentrale Bauaufgaben. St. Paul ab 1663 war eine seiner ersten Passauer Arbeiten und gewissermaßen der Vorlauf für den ungleich größeren Wiederaufbau des Doms St. Stephan ab 1668. Beide Bauten teilen die Doppelturm-Westfront, die helle Innenraum-Gestaltung und die italienisch geprägte Stuck-Tradition.

Frühbarock als Wiederaufbau-Architektur

Die Wahl des italienischen Frühbarocks für Passau war kein Zufall. Die katholische Reform-Architektur des Konzils von Trient sah in der italienischen Sakralbaukunst die ideale Ausdrucksform — helle, klare Räume mit gut hörbaren Predigtstandorten, dramatischen Hochaltären und dynamischen Deckenfresken. Italienische Baumeister waren in den Jahrzehnten nach dem Dreißigjährigen Krieg in ganz Süddeutschland und Österreich gefragt. Passau war einer der wichtigsten Knotenpunkte dieser Stil-Wanderung von Süden nach Norden — auch aufgrund der direkten Donau-Verbindung nach Wien und Linz.

Passau als italienisches Tor nach Süddeutschland

Die enge Anbindung Passaus an die norditalienische Bautradition hat geografische und kirchenpolitische Gründe. Über Jahrhunderte war Passau Sitz eines der größten Fürstbistümer des Heiligen Römischen Reiches — die Diözese reichte zeitweise bis weit nach Österreich und Ungarn hinein und brachte enge Verbindungen nach Italien mit sich. Die Donau-Schifffahrt von Regensburg über Passau bis nach Wien war ein bedeutender Handels- und Reiseweg, auf dem auch Baumeister, Stuckateure und Künstler ihre Werkstätten verlagerten. So entstand in Passau im späten 17. Jahrhundert eine Werkstatt-Landschaft, in der italienische Maestri und einheimische Handwerker im engen Austausch arbeiteten. Die Stadtpfarrkirche St. Paul ist eines der gut erhaltenen Zeugnisse dieser kunsthistorischen Sonderstellung Passaus zwischen den Bautraditionen Süddeutschlands, Österreichs und Norditaliens.

Spätere Umbauten und Restaurierungen

Nach dem Bau zwischen 1663 und 1668 erfuhr die Kirche im Lauf der Jahrhunderte mehrere behutsame Eingriffe — übliche Renovierungsarbeiten an Dach, Türmen und Fassade, aber auch im 19. und 20. Jahrhundert Restaurierungen am Stuckdekor und an den Deckenfresken. Die barocke Grundsubstanz blieb dabei weitgehend erhalten, was die Stadtpfarrkirche heute zu einem authentischen Beispiel des Passauer Frühbarocks macht. Größere bauliche Schäden durch die Weltkriege blieben Passau im Vergleich zu anderen bayerischen Städten erspart — die Altstadt und damit auch St. Paul präsentieren sich heute weitgehend in ihrer historisch gewachsenen Gestalt.

Praktische Tipps für den Kirchen-Besuch

  • Eintritt frei, Spenden willkommen

    Der Besuch der Stadtpfarrkirche St. Paul kostet keinen Eintritt. Für den Erhalt der Kirche und ihrer Ausstattung freut sich die Pfarrei über eine Spende im Opferstock am Eingang. Die nahegelegene Orgel-Konzertreihe am Dom St. Stephan ist hingegen gebührenpflichtig — die kleinen Mittagskonzerte am Dom kosten einige Euro.

  • Vormittag wegen Lichtspiel

    Die hochliegenden Fenster der Kirche entfalten ihre Wirkung am schönsten zwischen 9 und 12 Uhr, wenn die Vormittagssonne die hellen Stuckflächen und die Deckenfresken durchflutet. Wer das Zusammenspiel von Licht, Stuck und Farbgebung erleben möchte, plant den Besuch entsprechend.

  • + Mit Dom-Besuch kombinieren

    St. Paul und der Stephansdom liegen nur 200 Meter auseinander und ergeben in Kombination ein perfektes Lurago-Programm. Empfehlung — zuerst kompakt St. Paul besuchen, dann hinüber zum Dom und am Mittag das Orgelkonzert um 12 Uhr besuchen. So sieht man die kleine und die große Auflage desselben Architekten in unter zwei Stunden.

  • i Gottesdienstzeiten beachten

    Die Kirche ist tagsüber für Besucher geöffnet, während Gottesdiensten ist der Zugang als Besucher natürlich eingeschränkt. Sonntagvormittag und an Hochfesten sollte man den Besuch vor oder nach den Messen einplanen — Aushänge am Eingang informieren über aktuelle Zeiten.

  • Stadtführungen erfragen

    Die Passauer Touristik bietet thematische Altstadt-Führungen an, die regelmäßig auch Lurago-Bauten und die Stadtpfarrkirche St. Paul einbeziehen. Für bauhistorisch Interessierte lohnt eine Führung, die St. Paul, Dom und weitere Frühbarock-Bauten in einem zusammenhängenden Spaziergang erklärt.

  • Hauptzugang ebenerdig

    Der Hauptzugang zur Kirche ist weitgehend ebenerdig erreichbar, das Innere stufenlos befahrbar. Die Passauer Altstadt hat allerdings ein deutliches Gefälle — der Rindermarkt liegt höher als das Donau-Ufer, der Weg vom Hauptbahnhof führt bergauf. Behindertenparkplätze stehen am Domplatz nur 200 Meter entfernt zur Verfügung.

  • Schlechtwetter-Option

    Bei Regen oder Kälte ist die Stadtpfarrkirche eine perfekte wettergeschützte Ergänzung jedes Passau-Besuchs. Wer ohnehin Veste Oberhaus, Glasmuseum oder Stadtmuseum im Programm hat, baut St. Paul gut als 30-Minuten-Stopp am Vormittag oder Nachmittag dazu ein.

  • Fotografieren respektvoll

    Fotografieren im Inneren ist in der Regel ohne Blitz erlaubt. Aus Rücksicht auf andere Besucher und gegebenenfalls private Gebete sollte man leise sein und keine Stative aufstellen. Für reine Architekturaufnahmen eignen sich Wochentage am Vormittag besonders, weil dann die Vormittagssonne die Stuck- und Fresken-Wirkung am besten zeigt.

Insider-Tipps

Mit Kindern in der Stadtpfarrkirche

Für Familien mit Kindern eignet sich der Kirchenbesuch besonders, weil er kurz und kompakt ist — 20 bis 30 Minuten reichen, ohne dass die Aufmerksamkeit nachlässt. Kleine Kinder finden die Deckenfresken oft sehr eindrucksvoll. Wer möchte, kann den Besuch mit einer kleinen Suche verbinden — wie viele Engel findet ihr im Stuckdekor, welche Szene aus dem Leben des Apostels Paulus zeigt das Altarbild, wo ist der Heilige Geist als Taube zu entdecken.

Kombi mit dem Dom St. Stephan

Für bauhistorisch Interessierte ist die Tour St. Paul — Stephansdom ein lohnender Spaziergang. 200 Meter trennen die beiden Lurago-Bauten, fußläufig keine fünf Minuten. Wer den direkten Vergleich sucht, plant Vormittag St. Paul, Mittagskonzert am Dom und Nachmittag einen Aufstieg zur Veste Oberhaus auf der gegenüberliegenden Donau-Seite — von dort sieht man beide Kirchen aus der Vogelperspektive über der Altstadt-Halbinsel.

HÄUFIGE FRAGEN

Wo genau steht die Stadtpfarrkirche St. Paul in Passau?

Die Kirche steht am Rindermarkt in der Passauer Altstadt im Postleitzahlbereich 94032. Die Lage liegt nur rund 200 Meter nördlich des Doms St. Stephan auf der schmalen Altstadt-Halbinsel zwischen Donau und Inn, fußläufig keine fünf Minuten vom Domplatz entfernt.

Wann wurde die Stadtpfarrkirche St. Paul erbaut?

Der heutige Bau entstand zwischen 1663 und 1668 nach dem großen Stadtbrand vom 27. April 1662, der weite Teile der Passauer Altstadt zerstört hatte. Sie ist damit eine der ersten neuen Sakralbauten des italienisch geprägten Frühbarocks in Passau und Vorlauf zum Wiederaufbau des Doms St. Stephan ab 1668.

Wer war der Architekt der Stadtpfarrkirche?

Architekt war Carlo Lurago, ein bedeutender italienischer Baumeister aus der weit verzweigten Lurago-Familie des Comer Seengebiets. Lurago zeichnete in Passau auch für den Wiederaufbau des Doms St. Stephan verantwortlich, beide Kirchen bilden ein architektonisches Geschwisterpaar des italienisch geprägten Frühbarocks.

Warum nennt man St. Paul die kleine Schwester des Doms?

St. Paul und Dom St. Stephan stammen beide aus der Werkstatt von Carlo Lurago und teilen wesentliche Stilelemente — die Doppelturm-Westfront, die helle Stuck-Innengestaltung und das italienisch geprägte Frühbarock-Raumgefühl. St. Paul ist die kompaktere Pfarrkirchen-Auflage desselben Stilgedankens, der Dom die monumentale Bischofskirchen-Variante.

In welchem Baustil ist die Kirche errichtet?

Die Stadtpfarrkirche ist ein typisches Beispiel des italienisch geprägten Frühbarocks der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Charakteristisch sind die dreischiffige Wandpfeiler-Anlage mit Tonnengewölbe, die helle Stuck-Dekoration der Wessobrunner und italienischer Werkstätten sowie die freskierten Deckenfelder mit Szenen aus dem Leben des Apostels Paulus.

Was kostet der Eintritt in die Stadtpfarrkirche?

Der Eintritt ist frei. Die Kirche ist tagsüber für Besucher zugänglich, Spenden zum Erhalt der Ausstattung sind willkommen und können in den Opferstock am Eingang eingelegt werden. Lediglich die Orgelkonzerte am benachbarten Dom St. Stephan sind gebührenpflichtig.

Wie komme ich ohne Auto zur Stadtpfarrkirche?

Die Anreise per Bahn erfolgt über den Passauer Hauptbahnhof, der als wichtiger Knotenpunkt im internationalen Schienenverkehr direkt an Strecken aus München, Nürnberg, Wien und Linz angebunden ist. Vom Hauptbahnhof sind es rund zehn Minuten zu Fuß durch die Altstadt bis zum Rindermarkt. Stadtbusse der Linien 1, 2 und 4 bringen weniger gehfähige Besucher näher heran.

Was gibt es im Inneren der Kirche zu sehen?

Im Inneren prägen vier Elemente den Raumeindruck — der barocke Hochaltar im Chor mit Altarbild zum Patrozinium des Apostels Paulus, die weiße Stuck-Dekoration in Wessobrunner und italienischer Tradition, die Deckenfresken im Mittelschiff mit Szenen aus dem Leben des Heiligen und das helle Raumgefühl der Lurago-Architektur.

Wie weit ist es vom Dom St. Stephan zur Stadtpfarrkirche?

Nur rund 200 Meter, fußläufig keine fünf Minuten. Beide Lurago-Bauten liegen auf der schmalen Altstadt-Halbinsel zwischen Donau und Inn und lassen sich in einer kombinierten Besichtigungstour entdecken. Der Dom hat die größte Domorgel der Welt mit 17.974 Pfeifen und 233 Registern, St. Paul ist die kompaktere Pfarrkirchen-Schwester.

Lohnt sich der Besuch zusätzlich zum Dom?

Ja, gerade weil die Kirche so nah am Dom liegt und denselben Architekten-Hintergrund hat. Wer Lurago-Stil und Passauer Frühbarock vergleichen will, sieht in St. Paul die kompakte Pfarrkirchen-Auflage und im Dom die monumentale Bischofskirchen-Variante. Der Vergleich beider Bauten in 90 Minuten gehört zu den lohnendsten Stadt-Erlebnissen Passaus.

Gibt es Orgel-Konzerte in St. Paul?

Die Hauptbühne für Orgelkonzerte in Passau ist der benachbarte Dom St. Stephan mit der größten Domorgel der Welt — täglich von Mai bis Oktober um 12 Uhr ein kleines Mittagskonzert. In St. Paul finden gelegentlich Kirchenkonzerte im Rahmen besonderer Kirchenmusikreihen statt, Aushänge am Eingang informieren über aktuelle Termine.

Wie lange sollte ich für den Kirchenbesuch einplanen?

Für einen aufmerksamen Besuch mit Hochaltar, Stuck und Deckenfresken reichen 20 bis 40 Minuten. Wer den Besuch mit Dom St. Stephan und Mittagsorgelkonzert verbindet, plant insgesamt rund 2 Stunden. Mit Veste Oberhaus und Drei-Flüsse-Eck am Nachmittag ergibt sich ein voller Kultur-Tag von etwa 6 bis 8 Stunden in Passau.
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