Das Historische Silberbergwerk Bodenmais am Silberberg ist eines der traditionsreichsten Schaubergwerke Bayerns und das größte Besucherbergwerk im Bayerischen Wald. Die Adresse Silberberg 1 in 94249 Bodenmais liegt im Landkreis Regen, rund 16 Kilometer östlich der Kreisstadt und direkt am Hausberg des Heilklimatischen Kurorts Bodenmais. Der Abbau begann nachweislich im 14. Jahrhundert mit Silber, später dominierten Eisenerz, Pyrit und Schwefelkies — bis 1962 fuhren die letzten Bergleute regelmäßig in den Stollen ein, womit der Silberberg auf über 600 Jahre kontinuierlichen Bergbau zurückblickt. Seit 1979 ist die Anlage als Besucherbergwerk geöffnet und zählt heute rund 150.000 Gäste pro Jahr. Herzstück der Erlebnistour ist die Fahrt mit dem Bergmannszug, einer schmalspurigen Grubenbahn, die Besucher tief in den Berg hineinbringt — der Barbara-Stollen erreicht eine Tiefe von rund 600 Metern. Nach der Einfahrt führt ein rund einstündiger Rundgang durch unterirdische Stollen mit Schaubereich Tropfsteinhöhle, Mineralien-Ausstellung und beeindruckenden Pyritwänden. Eine akustische Besonderheit sind die Klangkristall-Konzerte unter Tage. Der Eintritt liegt bei rund 14 Euro, die Anreise erfolgt über die Bundesstraße B85 von Regen nach Bodenmais.

Anreise und Erreichbarkeit

Das Silberbergwerk Bodenmais liegt am Silberberg rund zwei Kilometer südöstlich des Ortskerns von Bodenmais auf etwa 700 Metern Höhe. Der Berg selbst erreicht 955 Meter und ist über eine durchgängig asphaltierte Bergstraße angebunden. Die meisten Gäste reisen mit dem Auto an, weil der Bayerische Wald als ländliche Region nur eingeschränkt per ÖPNV erschlossen ist — vom Bahnhof Bodenmais fährt jedoch ein lokaler Bus bis zum Berg.

Mit dem Auto

Aus Richtung München nimmt man die A92 bis Deggendorf und wechselt auf die B11 nach Regen, anschließend führt die B85 in rund 20 Minuten nach Bodenmais. Aus Richtung Nürnberg und Regensburg geht es über die A3, Abfahrt Deggendorf, und ebenfalls über die B11 und B85. Aus Tschechien ist Bodenmais über den Grenzübergang Bayerisch Eisenstein und die B11 erreichbar. Im Ort selbst weisen die Schilder Richtung Silberberg den Weg, der große Parkplatz direkt am Bergwerk ist kostenpflichtig und in der Hauptsaison gut besucht.

Mit der Bahn und dem Bus

Der Bahnhof Bodenmais ist Endstation der Waldbahn-Linie von Plattling über Deggendorf, Regen und Zwiesel. Von dort verkehrt der Ortsbus mehrfach täglich zum Silberberg. Wer eine längere Anreise plant, nutzt den IC- oder ICE-Knoten Plattling und wechselt dort in die Waldbahn — die Gesamtfahrzeit ab München liegt bei rund zweieinhalb Stunden. In den Sommermonaten verkehrt zusätzlich der Bayerwald-Ticket-Bus, der das Silberbergwerk mit weiteren Ausflugszielen wie Lamer Winkel und Großer Arber verbindet.

Vor Ort bewegen und Parken

Der Parkplatz am Silberberg bietet rund 200 Stellplätze sowie ausgewiesene Behindertenparkplätze direkt am Eingang. Wer den Berg von unten erlaufen möchte, startet am Ortskern von Bodenmais und folgt dem Silberberg-Wanderweg über rund 45 Minuten bergauf. Sommerrodelbahn, Hochseilgarten und Bergwerk teilen sich denselben Parkplatz, sodass ein Besuch leicht mit weiteren Aktivitäten kombiniert wird.

München 175 km ~2:00 h via A92/B11/B85
Regensburg 95 km ~1:20 h via A3/B11/B85
Passau 85 km ~1:15 h via B85
Nürnberg 200 km ~2:15 h via A3/A93
Plzeň (CZ) 110 km ~2:00 h via B11/Bayerisch Eisenstein

Die Erlebnistour unter Tage

Die geführte Standardtour dauert rund eine Stunde und beginnt am Stollenmund mit dem markanten Eingangsportal. Besucher erhalten einen Schutzhelm, die Temperatur in den Stollen liegt ganzjährig konstant bei rund neun Grad — feste Schuhe und eine Jacke sind empfehlenswert. Geführt wird die Tour von erfahrenen Bergführern, die sowohl die Geologie als auch die Sozialgeschichte des Berges in den Mittelpunkt stellen.

Bergmannszug in den Berg

Herzstück der Tour ist die Fahrt mit dem Bergmannszug, einer historisch nachempfundenen Grubenbahn auf Schmalspur-Schienen. Der Zug bringt die Gäste sitzend tief in den Barbara-Stollen, das Maskottchen-Erlebnis ist gleichermaßen für Kinder und Erwachsene faszinierend. Die Einfahrt dauert wenige Minuten und führt vorbei an alten Abbau-Strecken, bevor die Tour an der zentralen Schaustelle endet.

Stollenrundgang und Schaubereich

Nach der Einfahrt führt ein zu Fuß begehbarer Rundgang durch ausgebaute Stollen-Abschnitte. Höhepunkte sind die Tropfsteinhöhle mit beeindruckenden Kalk-Formationen, eine große Mineralien-Ausstellung mit Pyrit, Magneteisenstein und Bergkristallen aus dem Silberberg sowie ein Schaubereich mit historischen Abbau-Werkzeugen. An mehreren Stationen wird die harte Arbeit der Bergleute aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert anschaulich erklärt.

Klangkristall-Konzerte unter Tage

Eine Besonderheit des Silberbergwerks sind die Klangkristall-Konzerte, die in einer akustisch optimierten Kaverne tief im Berg stattfinden. Die natürliche Resonanz der Stollen sorgt für einen außergewöhnlichen Klang, das Repertoire reicht von klassischer Kammermusik über alpenländische Volksmusik bis zu Crossover-Programmen. Die Saison läuft von Frühjahr bis Herbst mit mehreren Konzerten pro Monat, Karten sind separat buchbar.

Die 6 Top-Erlebnisse am Silberberg im Überblick

Bergmannszug-Fahrt

Schmalspur-Grubenbahn bringt Gäste sitzend in den Barbara-Stollen. Die Einfahrt ist Höhepunkt der Tour und bei Familien besonders beliebt.

Tropfsteinhöhle

Natürlich gewachsene Kalk-Formationen in einem Schaubereich-Abschnitt des Stollens. Beleuchtete Inszenierung mit dezenten Farbakzenten.

Mineralien-Ausstellung

Vitrinen mit Pyrit, Magneteisenstein, Schwefelkies und Bergkristallen aus dem Silberberg. Auch Funde aus anderen bayerischen Bergwerken.

Klangkristall-Konzert

Kammermusik in akustisch besonderer Kaverne tief im Berg. Saison Frühjahr bis Herbst, Tickets separat über Vorverkauf erhältlich.

Sommerrodelbahn

Direkt am Bergwerk-Parkplatz startet eine der ältesten Sommerrodelbahnen des Bayerischen Waldes. Edelstahl-Rinne mit rund 750 Metern Länge.

Familienbereich

Spielplatz, Kletterturm und Bergmanns-Erlebnispfad oberirdisch am Berg. Kombi-Tickets für Bergwerk plus Rodelbahn machen den Halbtagesausflug komplett.

Tour-Optionen im Vergleich

Kriterium
Standardtour
Klangkristall
Sommerrodelbahn
Familien-Kombi
Schulklassen
Dauer
rund 1 Stunde
90 Minuten plus Konzert
Fahrtzeit nach Wunsch
halber Tag
2 bis 3 Stunden
Preis (ca.)
14 EUR Erwachsene
Konzertkarte zusätzlich
pro Fahrt einzeln
Kombi-Ermäßigung
Gruppentarif
Highlight
Bergmannszug
Akustik im Berg
Tempo-Erlebnis
Bergwerk plus Rodeln
Bergbau-Pädagogik
Saison
ganzjährig
Frühjahr bis Herbst
April bis Oktober
ganzjährig
Werktags bevorzugt
Buchung
spontan möglich
Vorverkauf nötig
vor Ort
Tageskasse
Voranmeldung
Empfehlung
Erstbesuch
Musikfreunde
Familien Sommer
Halbtages-Ausflug
Klassen 3 bis 10

Die Standardtour ist die häufigste Wahl und bei spontanen Besuchen jederzeit möglich. Klangkristall-Konzerte und Schulklassen-Führungen erfordern Vorab-Buchung.

Geschichte des Bergbaus am Silberberg

Bereits im 14. Jahrhundert begann am Silberberg der Abbau von Silbererz, später kamen Eisenerz, Pyrit und Schwefelkies hinzu. Über sechs Jahrhunderte hinweg prägte der Bergbau das Leben in Bodenmais — der Ort entwickelte sich zur Bergmannssiedlung mit eigener Knappschaft, Bergamt und Bergmanns-Kapelle. Im 19. Jahrhundert dominierte die Förderung von Pyrit, der zur Herstellung von Schwefelsäure für die chemische Industrie nach Süddeutschland und Österreich geliefert wurde.

1962 endete der industrielle Abbau, weil die Vorkommen wirtschaftlich nicht mehr rentabel waren. 1979 öffnete das Schaubergwerk als Touristen-Attraktion — heute ist es eines der bestbesuchten Besucherbergwerke Bayerns und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Heilklimatischen Kurort Bodenmais. Die Bergmanns-Tradition lebt in lokalen Vereinen, dem jährlichen Bergmannsfest und der Barbara-Verehrung weiter.

Praktische Tipps für den Silberbergwerk-Besuch

  • Familienkarten lohnen sich

    Für zwei Erwachsene mit Kindern ist die Familienkarte deutlich günstiger als Einzel-Tickets. Kombi-Tickets mit Sommerrodelbahn werden an der Tageskasse direkt angeboten und sind im Sommer empfehlenswert.

  • Warme Kleidung mitnehmen

    Die Temperatur im Berg liegt ganzjährig bei rund neun Grad — auch an heißen Sommertagen ist eine Jacke oder ein Pullover erforderlich. Feste, geschlossene Schuhe sind Pflicht, weil der Boden teils feucht und uneben ist.

  • + Tour-Beginn früh planen

    In der Hauptsaison sind die Vormittagstouren weniger voll als die Nachmittag-Slots. Wer um 10 Uhr da ist, bekommt fast immer den nächsten Bergmannszug ohne Wartezeit. Ab 13 Uhr bilden sich an Wochenenden Schlangen am Stollenmund.

  • i Klangkristall-Konzerte buchen

    Karten für Klangkristall-Konzerte sind oft Wochen im Voraus vergriffen. Wer die Konzert-Saison erleben möchte, plant die Anreise um den Konzert-Termin herum und sichert die Karten direkt nach Veröffentlichung des Programms.

  • Mit Sommerrodelbahn kombinieren

    Sommerrodelbahn und Bergwerk teilen denselben Parkplatz. Ein halber Tag reicht für beides — mit Mittagspause in der Berggaststätte direkt am Stollen entsteht ein perfekter Familien-Ausflug.

  • Barrierefreiheit beachten

    Der Bergmannszug ist barrierefrei zugänglich, der Rundgang im Berg jedoch nur eingeschränkt rollstuhlgerecht. Treppen-Passagen und schmale Stollen-Abschnitte erschweren die Befahrbarkeit. Im Zweifel vorab telefonisch beim Bergwerk nachfragen.

  • Schlechtwetter-Programm

    Das Silberbergwerk ist das ideale Schlechtwetter-Ziel im Bayerischen Wald — unter Tage spielt das Wetter keine Rolle. An regnerischen Tagen sind die Tour-Slots besonders gefragt, frühzeitig reservieren oder direkt früh anreisen.

  • Bodenmais als Tagesziel

    Der Heilklimatische Kurort Bodenmais lohnt einen Aufenthalt über das Bergwerk hinaus. Glasbläserei Joska, Kurpark, JOSKA-Glasdorf und der Großer-Arber-Aufstieg liegen in unmittelbarer Nähe und ergänzen den Bergwerksbesuch.

Insider-Tipps

Geheimtipp Bergmanns-Kapelle

Wenige hundert Meter vom Bergwerks-Parkplatz entfernt steht die kleine Barbara-Kapelle, benannt nach der Schutzheiligen der Bergleute. Sie wird von wenigen Besuchern entdeckt, lohnt aber den kurzen Abstecher — innen finden sich historische Bergmanns-Werkzeuge und Votivtafeln früherer Knappen aus dem 19. Jahrhundert.

Bayerwald-Ticket nutzen

In den Sommermonaten gilt das Bayerwald-Ticket, das freie Fahrt mit allen ÖPNV-Linien der Region kombiniert mit Ermäßigungen für Bergwerk, Glasdorf Joska und weitere Attraktionen. Wer mehrere Tage in Bodenmais bleibt, spart mit dem Ticket spürbar gegenüber Einzel-Eintritten.

HÄUFIGE FRAGEN

Wo genau liegt das Historische Silberbergwerk Bodenmais?

Das Silberbergwerk liegt am Silberberg in 94249 Bodenmais, Landkreis Regen, im Bayerischen Wald. Die genaue Adresse lautet Silberberg 1 — rund zwei Kilometer südöstlich des Ortskerns auf etwa 700 Metern Höhe. Der Berg selbst erreicht 955 Meter.

Wie lange dauert die Standardtour im Silberbergwerk?

Die geführte Standardtour dauert rund eine Stunde inklusive Bergmannszug-Fahrt und Stollenrundgang. Klangkristall-Konzerte verlängern den Besuch um die Konzertdauer von ein bis zwei Stunden. Für Familien-Kombi mit Sommerrodelbahn sollte ein halber Tag eingeplant werden.

Was kostet der Eintritt ins Silberbergwerk Bodenmais?

Der Eintritt für Erwachsene liegt bei rund 14 Euro inklusive Bergmannszug und geführter Tour. Kinder zahlen ermäßigt, Familienkarten und Kombi-Tickets mit der Sommerrodelbahn sind an der Tageskasse erhältlich. Klangkristall-Konzert-Karten werden separat verkauft.

Wie tief geht der Bergmannszug in den Berg?

Der Bergmannszug fährt durch den Barbara-Stollen tief in den Silberberg hinein. Die maximale Stollen-Tiefe liegt bei rund 600 Metern unter der Oberfläche. Die Einfahrt dauert wenige Minuten und ist auch für klaustrophobisch sensible Gäste in der Regel unproblematisch.

Ist das Silberbergwerk ganzjährig geöffnet?

Ja, das Schaubergwerk ist ganzjährig geöffnet — auch im Winter, weil die Stollen-Temperatur konstant bei rund neun Grad liegt. Wartungspausen gibt es nur an wenigen Tagen im November. Die Sommerrodelbahn läuft saisonal von April bis Oktober.

Welche Temperatur herrscht in den Stollen?

In den Stollen liegt die Temperatur ganzjährig konstant bei rund neun Grad Celsius. Auch an heißen Sommertagen ist eine Jacke oder ein Pullover empfehlenswert. Feste, geschlossene Schuhe sind Pflicht, weil der Boden teils feucht und uneben ist.

Was sind die Klangkristall-Konzerte?

Klangkristall-Konzerte sind Kammermusik-Veranstaltungen in einer akustisch besonderen Kaverne tief im Silberberg. Die natürliche Resonanz der Stollen sorgt für einen außergewöhnlichen Klang. Saison Frühjahr bis Herbst mit mehreren Konzerten pro Monat, Karten erfordern Vorverkauf.

Wann begann der Bergbau am Silberberg?

Der Bergbau am Silberberg begann nachweislich im 14. Jahrhundert mit dem Abbau von Silbererz. Später dominierten Eisenerz, Pyrit und Schwefelkies. Bis 1962 wurde industriell abgebaut, womit der Silberberg auf über 600 Jahre kontinuierlichen Bergbau zurückblickt.

Wie viele Besucher hat das Silberbergwerk pro Jahr?

Das Historische Silberbergwerk Bodenmais empfängt rund 150.000 Besucher pro Jahr und gehört damit zu den meistbesuchten Schaubergwerken Bayerns. In der Hauptsaison Juli bis September sind Vormittagstouren weniger voll als Nachmittag-Slots.

Ist das Silberbergwerk barrierefrei?

Der Bergmannszug ist barrierefrei zugänglich, der Rundgang im Berg ist jedoch nur eingeschränkt rollstuhlgerecht. Treppen-Passagen und schmale Stollen-Abschnitte erschweren die Befahrbarkeit. Im Zweifel vorab telefonisch beim Bergwerk nachfragen — das Personal hilft bei der Tour-Planung.

Wie komme ich ohne Auto zum Silberbergwerk?

Der Bahnhof Bodenmais ist Endstation der Waldbahn-Linie von Plattling über Deggendorf, Regen und Zwiesel. Von dort verkehrt der Ortsbus mehrfach täglich zum Silberberg. Ab München rund zweieinhalb Stunden Gesamtfahrzeit per Bahn plus Bus.

Was kann ich rund um das Silberbergwerk noch unternehmen?

Direkt am Berg liegen Sommerrodelbahn, Kletterturm und Familienspielplatz. Im Ortskern Bodenmais locken das Joska-Glasparadies mit Live-Glasbläserei, der Kurpark und die historische Bergmanns-Kapelle. Der Große Arber als höchster Bayerwald-Gipfel ist in 25 Autominuten erreichbar.
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