Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt steht am Stadtplatz von Furth im Wald, einer Kleinstadt mit rund 9.000 Einwohnern im Landkreis Cham in der Oberpfalz, direkt an der bayerisch-tschechischen Grenze. Erbaut wurde der barocke Saalbau zwischen 1727 und 1756 nach Plänen des Wessobrunner Baumeisters Johann Michael Fischer, dem wir auch die Klosterkirchen von Ottobeuren, Diessen und Zwiefalten verdanken. Die Kirche prägt seit fast 300 Jahren das Stadtbild der Drachenstich-Stadt — Furth im Wald ist Schauplatz des ältesten deutschen Volksschauspiels, das seit 1590 alljährlich im August aufgeführt wird und mit dem mechanischen Drachen TRADINNO im Guinnessbuch der Rekorde steht. Im Innenraum erwarten Besucher barocke Hochaltäre, eine reich verzierte Kanzel und Deckenfresken im typischen süddeutschen Spätbarock. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist die Kirche tagsüber für Besucher und Gläubige. Die Anreise erfolgt komfortabel über die Bundesstraße B20 sowie per Bahn über die Strecke Schwandorf–Furth im Wald in Richtung Pilsen.
Anreise und Erreichbarkeit
Furth im Wald liegt im äußersten Osten der Oberpfalz, im sogenannten Furth-Eschlkamer Senke zwischen Hohem Bogen und Cerchovský les, direkt am Grenzübergang nach Tschechien. Die nächstgrößeren Städte sind Cham rund 20 Kilometer westlich und Regensburg rund 80 Kilometer südwestlich, Pilsen in Tschechien liegt nur etwa 70 Kilometer östlich. Die Stadtpfarrkirche steht zentral am Stadtplatz und ist sowohl mit dem Auto als auch komfortabel per Bahn erreichbar — die zweigleisige Strecke Schwandorf–Furth im Wald–Pilsen wird seit 2025 schrittweise elektrifiziert und ist Teil der wichtigen Nord-Süd-Achse zwischen Berlin und Prag.
Mit dem Auto
Aus Süden über die A3 Regensburg–Passau, Ausfahrt Straubing oder Cham, weiter auf der B20 direkt nach Furth im Wald. Aus Nürnberg führt die A93 bis zur Ausfahrt Schwandorf und weiter auf der B85 sowie B20 in rund 1:30 Stunden. Aus München erreicht man Furth im Wald über A92, A93 und B20 in etwa zwei Stunden. Aus Tschechien führt die Europastraße E53 direkt zum Grenzübergang Furth im Wald — Folmava. Im Ortskern stehen mehrere kostenlose Parkplätze unmittelbar am Stadtplatz, weitere Parkflächen liegen am Schwimmbad und am Festplatz.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Der Bahnhof Furth im Wald ist Haltepunkt der Strecke Schwandorf–Furth im Wald–Pilsen und damit Teil der internationalen Verbindung Nürnberg–Prag. Aus München erreicht man Furth im Wald über Regensburg und Schwandorf in rund 2:45 Stunden, aus Nürnberg über Schwandorf in etwa 2:00 Stunden. Vom Bahnhof sind es zu Fuß rund zehn Minuten zum Stadtplatz und damit zur Stadtpfarrkirche. Mehrmals täglich verkehren grenzüberschreitende Züge der Linie Alex nach Pilsen und weiter nach Prag.
Mit dem Flugzeug
Der nächste internationale Flughafen ist Nürnberg rund 170 Kilometer westlich, gefolgt von München-Erding rund 200 Kilometer südlich und Prag rund 180 Kilometer östlich. Ab Nürnberg führt die schnellste Verbindung per Mietwagen über die A6 und A93 in rund 1:45 Stunden, per Bahn über Schwandorf in etwa 2:30 Stunden. Wer aus dem Norden Deutschlands anreist, kann auch über Leipzig-Halle und die A93 ab Hof eine machbare Route wählen.
Vor Ort bewegen und Parken
Furth im Wald ist ein kompakter Markt mit rund 9.000 Einwohnern, der zu Fuß bequem zu erkunden ist. Vom Stadtplatz und der Pfarrkirche erreicht man in wenigen Minuten den Drachenstich-Festplatz, das Drachen-Museum mit dem TRADINNO sowie das Landestor-Museum. Die kostenlosen Parkplätze am Stadtplatz sind tagsüber meist verfügbar, lediglich während des Drachenstich-Festes im August reichen die Stellplätze nicht aus — dann werden Schuttle-Busse vom Festplatz organisiert. Behindertenparkplätze liegen direkt neben dem Haupteingang der Kirche.
Architektur und Ausstattung im Detail
Die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt ist ein klassischer Barock-Saalbau, wie ihn Johann Michael Fischer auch andernorts in Süddeutschland realisiert hat. Der Grundstein wurde 1727 gelegt, die Weihe folgte 1756 — fast 30 Jahre Bauzeit für einen vergleichsweise kompakten Kirchenbau, was sich auch durch finanzielle Engpässe der kleinen Grenzpfarrei erklärt. Im Inneren verschmelzen Bayerischer Hochbarock und einsetzende Rokoko-Elemente zu einem harmonischen Ensemble, das bis heute weitgehend in originaler Substanz erhalten ist.
Der Hochaltar
Der mächtige Hochaltar dominiert den Chorraum und zeigt die Aufnahme Mariens in den Himmel als zentrales Altarbild, gerahmt von vergoldeten Säulen und Stuckaturen. Über dem Tabernakel öffnet sich ein Strahlenkranz mit Putti, der typisch für die Bildsprache des bayerischen Spätbarock ist. Die seitlichen Skulpturen stellen Heilige aus dem regionalen Patrozinium dar — darunter den heiligen Wenzel als Verweis auf die Nähe zu Böhmen.
Seitenaltäre und Kanzel
Zwei Seitenaltäre flankieren den Mittelraum und sind dem heiligen Josef sowie der heiligen Maria gewidmet, ergänzt durch Volksaltäre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Die Kanzel an der nördlichen Langhauswand ist eines der ausdrucksstärksten Stücke barocker Holzschnitzkunst der Region — sie zeigt die vier Evangelisten als Reliefs und wird von einem Schalldeckel mit Engelsfiguren bekrönt. Der Aufgang ist mit floralen Ornamenten verziert.
Deckenfresken und Stuck
Das Tonnengewölbe trägt großflächige Deckenfresken mit Szenen aus dem Marienleben — Verkündigung, Himmelfahrt und Krönung. Sie wurden bei einer Renovierung im 19. Jahrhundert teils übermalt, bei der jüngsten Sanierung jedoch wieder freigelegt und restauriert. Die Stuckaturen rahmen die Bildfelder und greifen die Farbgebung des Hochaltars auf — gebrochenes Weiß mit goldenen Akzenten.
Die sechs Highlights der Stadtpfarrkirche im Überblick
Barocker Hochaltar
Der zentrale Hochaltar mit dem Mariä-Himmelfahrt-Gemälde, vergoldeten Säulen und Strahlenkranz ist das visuelle Herz der Kirche und einer der schönsten Spätbarock-Altäre der nördlichen Oberpfalz.
Kanzel mit Evangelisten
Die reich geschnitzte Kanzel zeigt Matthäus, Markus, Lukas und Johannes als Reliefs und wird von einem Schalldeckel mit musizierenden Engeln gekrönt — ein Höhepunkt der Holzbildhauer-Kunst der Bauzeit.
Marien-Deckenfresken
Die freigelegten Deckenfresken im Tonnengewölbe zeigen Verkündigung, Himmelfahrt und Krönung Mariens und gehören zu den schönsten Marienzyklen barocker Pfarrkirchen im bayerisch-böhmischen Grenzraum.
Architekt Johann Michael Fischer
Die Kirche zählt zu den weniger bekannten Werken des Wessobrunner Barockmeisters, der auch Ottobeuren, Diessen und Zwiefalten entworfen hat — ein architekturhistorisches Highlight in der Oberpfalz.
Wenzelsfigur und Böhmen-Bezug
Die Heiligenfiguren am Hochaltar verweisen mit dem böhmischen Landespatron Wenzel auf die enge historische Verflechtung der Grenzregion zwischen Oberpfalz und Böhmen — sichtbar gewordene Kulturlandschaft.
Drachenstich-Kontext
Die Kirche steht im Zentrum der Drachenstich-Stadt und ist Schauplatz der traditionellen Kirchen-Prozessionen rund um das Volksschauspiel — der Pfarrgottesdienst zum Festauftakt im August ist fester Bestandteil.
Furth im Wald, Drachenstich-Tradition und das ältere Volksschauspiel
Die Stadtpfarrkirche ist nur ein Baustein im Furth-Erlebnis — sinnvoll ist die Kombination mit Drachen-Museum und Stadtplatz an einem Tag.
Geschichte und Bedeutung der Pfarrei
Die Pfarrei Furth im Wald lässt sich urkundlich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen, eine erste hölzerne Kapelle stand wohl bereits im 12. Jahrhundert am heutigen Standort. Mehrere Vorgängerbauten gingen bei Stadtbränden zugrunde, ein gotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert wurde im 18. Jahrhundert wegen Baufälligkeit abgerissen und durch den heutigen Barockbau ersetzt. Die exponierte Lage an der Grenze zu Böhmen sorgte über Jahrhunderte für regen Austausch zwischen den katholischen Gemeinden beiderseits der Grenze — auch der berühmte Drachenstich-Brauch hat seine Wurzeln in einer Wallfahrts- und Pestprozession, die schon vor 1590 bezeugt ist.
Drachenstich als Volksschauspiel
Der Drachenstich von Furth im Wald gilt als ältestes deutsches Volksschauspiel — die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1590. Was ursprünglich als kirchliche Fronleichnamsprozession mit symbolischer Drachenfigur begann, entwickelte sich zu einem mehrtägigen Festspiel mit Ritterheer, Marktreiben und großer Drachenkampfszene. Seit 2010 kommt mit TRADINNO ein 15,5 Meter langer und elf Tonnen schwerer Animatronic-Drache zum Einsatz, der von der österreichischen Firma Zollner Elektronik entwickelt wurde und im Guinnessbuch der Rekorde steht.
Grenzlage und Wallfahrt
Furth im Wald war über Jahrhunderte wichtiger Grenzort zwischen dem Königreich Bayern und Böhmen. Die Pfarrkirche hatte Wallfahrtsfunktion für die Region und war Ziel von Pilgerzügen aus dem böhmischen Chodenland. Nach dem Eisernen Vorhang und dem EU-Beitritt Tschechiens ist die Grenznähe wieder ein touristischer Vorteil — viele Besucher kombinieren den Furth-Aufenthalt mit Ausflügen nach Domažlice oder Pilsen.
Praktische Tipps für den Besuch
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Eintritt und Spenden
Der Eintritt in die Stadtpfarrkirche ist kostenfrei — ein Spendenkasten beim Ausgang dient dem Erhalt des Bauwerks und ist üblich. Wer Kerzen anzünden möchte, findet Opferkerzen für rund einen Euro pro Stück am Marienaltar.
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Beste Besuchszeit
Vormittags zwischen zehn und zwölf Uhr ist die Kirche meist ruhig und das Tageslicht durchflutet die Fenster ideal für Fotos der Deckenfresken. Sonntags zwischen den Gottesdiensten sollten Besucher diskret sein und auf laute Gespräche verzichten.
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Kombination mit Drachen-Museum
Das Drachen-Museum mit dem TRADINNO liegt nur wenige Gehminuten von der Kirche entfernt und ist die perfekte Ergänzung. Ein Tagesausflug nach Furth im Wald sollte beide Stationen sowie einen Stadtbummel umfassen — etwa drei bis vier Stunden reichen aus.
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Drachenstich-Termin beachten
Während des Drachenstich-Festes Anfang August ist Furth im Wald ausgebucht und voll. Wer in dieser Zeit anreist, sollte Übernachtung und Karten Monate im Voraus buchen. Wer Ruhe sucht, wählt einen Termin ausserhalb der Festwochen.
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Führungen anfragen
Die Pfarrgemeinde bietet gelegentlich Kirchenführungen an, organisiert wird das in Kooperation mit der Touristinformation am Stadtplatz. Wer eine Gruppe ab zehn Personen anmeldet, kann mit etwas Vorlauf eine fachkundige Führung durch die Architektur buchen.
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Barrierefreiheit
Der Haupteingang verfügt über eine schwellenarme Rampe, das Kirchenschiff ist eben begehbar. Eine behindertengerechte Toilette steht im benachbarten Pfarrheim zur Verfügung — Schlüssel auf Nachfrage im Pfarrbüro.
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Stadtspaziergang anschließen
Nach dem Kirchenbesuch lohnt ein Bummel über den Stadtplatz mit Rathaus und historischen Bürgerhäusern. Das Landestor-Museum mit Stadtgeschichte und Drachenstich-Exponaten liegt nur fünf Gehminuten entfernt und ergänzt das kulturelle Programm sinnvoll.
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Wetterunabhängig planen
Die Kirche ist auch bei Regen ein lohnendes Ziel und gehört neben dem Drachen-Museum zu den wettersicheren Programmpunkten in Furth im Wald. Wer einen Schlechtwettertag im Bayerischen Wald füllen muss, kombiniert beides mit Cafébesuch und Tschechien-Tagesausflug.
Insider-Tipps
Drachenstich als Highlight des Jahres
Wer die Möglichkeit hat, sollte den Furth-Besuch auf die ersten beiden August-Wochenenden legen — dann verwandelt sich die Stadt in eine Bühne für das älteste deutsche Volksschauspiel. Die Karten für das eigentliche Festspiel sind oft Monate im Voraus ausverkauft, aber Drachenstich-Markt, Festumzug und Ritter-Lager sind frei zugänglich und schaffen eine einzigartige Atmosphäre.
Grenzüberschreitende Ausflüge
Nutze die Grenznähe für einen Halbtagesausflug ins benachbarte Tschechien — Domažlice mit seinem schiefen Turm liegt nur 20 Minuten Autofahrt entfernt, Pilsen mit seinem berühmten Bier eine knappe Stunde. Die Personalkontrollen sind seit dem Schengen-Beitritt entfallen, einzig der Mautwechsel und die andere Währung sind zu beachten.
Bayerischer Wald als Umfeld
Furth im Wald liegt am Nordrand des Bayerischen Waldes — der Hohe Bogen mit Aussichtsturm und Skigebiet ist nur 15 Autominuten entfernt, der Nationalpark Bayerischer Wald rund eine Stunde südöstlich. Wer mehrere Tage plant, kann Kirchenbesuch und Drachenstich-Stadt mit Wanderungen, Skifahren oder einem Besuch der Glasstadt Zwiesel kombinieren.




