Das Skigebiet am Großen Arber ist das größte zusammenhängende Wintersport-Areal Ostbayerns und die höchste Abfahrt Bayerns außerhalb der Alpen. Auf den Hängen zwischen 700 und 1.456 Metern verteilen sich rund zwölf Kilometer präparierte Pisten verschiedener Schwierigkeitsgrade, erschlossen über vier Liftanlagen mit einer modernisierten Gondelbahn aus dem Jahr 1949 als Herzstück. Der Schwerpunkt liegt klar auf Familien-Skilauf und Anfänger-Gelände, ergänzt durch einen Snowpark mit Boxen und Rails sowie ein dichtes Loipennetz von etwa 50 Kilometern in der weiteren Region. Talstation und Hauptzugang liegen an der Arberseestraße 50 in Bayerisch Eisenstein, erreichbar über die Bundesstraße B11. Die Skisaison läuft witterungsabhängig von Dezember bis März, im Sommer übernimmt die Bergbahn den Transport zur Aussichtsterrasse.

Anreise und Erreichbarkeit

Die Talstation des Skigebiets liegt am westlichen Ortsrand von Bayerisch Eisenstein direkt an der Bundesstraße B11, die in Nord-Süd-Richtung das Tal der Kalten Pastritz durchquert und die deutsch-tschechische Grenze quert. Der Großparkplatz vor der Gondelbahn fasst mehrere hundert Fahrzeuge und ist an starken Winterwochenenden der Engpass — wer früh kommt, parkt unmittelbar an der Mittelstation. Bahnreisende erreichen den Ort über die Waldbahn, der Bahnhof liegt rund zwei Kilometer von der Talstation entfernt, ein Skibus pendelt in der Hauptsaison.

Mit dem Auto

Aus Richtung München führt die Strecke über die A92 bis Deggendorf, dann auf der B11 über Regen und Zwiesel nach Bayerisch Eisenstein, Gesamtfahrzeit etwa zwei Stunden 15 Minuten. Aus dem Großraum Nürnberg fährt man über die A3 bis Regensburg und weiter auf der B16 und B11 in rund zwei Stunden 30 Minuten. Aus Tschechien kommend nutzt man die Anbindung über Železná Ruda, die Grenze liegt direkt am Ortsausgang. Winterausrüstung am Fahrzeug ist ab Dezember Pflicht, da die letzten Höhenmeter zur Talstation häufig vereist sind.

Mit der Bahn und dem ÖPNV

Die Waldbahn (RB35) verbindet Plattling mit Bayerisch Eisenstein im Stundentakt, von dort fährt ein Skibus zur Talstation. Aus München erreicht man Bayerisch Eisenstein mit einem Umstieg in Plattling in etwa drei Stunden 30 Minuten. Das Bayerwald-Ticket gilt im gesamten Regionalverkehr und ist für Tagesausflüge günstig. Wer kein eigenes Auto nutzt, kombiniert Bahn plus Skibus mit einem Skiverleih direkt an der Talstation.

Vor Ort bewegen und Parken

Der Großparkplatz an der Talstation kostet im Winter eine Tagesgebühr von wenigen Euro, mit dem Skipass oft inkludiert. Behindertenparkplätze liegen direkt vor dem Servicegebäude. Innerhalb des Skigebiets bewegt man sich ausschließlich über die vier Liftanlagen, ein Skitunnel verbindet die Hauptpisten unter der Zufahrtsstraße. Der Skibus zwischen Bahnhof, Ort und Talstation pendelt von etwa 8 bis 17 Uhr im 30-Minuten-Takt.

München 195 km ~2:15 h via A92/B11
Regensburg 95 km ~1:30 h via B16/B11
Passau 85 km ~1:30 h via B85
Nürnberg 210 km ~2:30 h via A3/B16
Prag 175 km ~2:45 h via D5/E53

Die Pisten am Großen Arber

Die zwölf Pistenkilometer verteilen sich auf rund 760 Höhenmeter zwischen Tal- und Bergstation. Das macht das Skigebiet zur höchsten Abfahrt Bayerns außerhalb der bayerischen Alpen und sichert oft längere Schneesicherheit als die niedrigeren Mittelgebirgs-Konkurrenten im Bayerischen Wald. Die Beschneiung deckt die Hauptabfahrten ab, sodass der Betrieb in normalen Wintern verlässlich von Mitte Dezember bis Mitte März läuft.

Blaue Pisten für Anfänger und Familien

Rund die Hälfte des Pistenangebots besteht aus blauen Abfahrten, die direkt an der Mittelstation und am Sonnenhang verlaufen. Die Familienabfahrt führt mit weichen Schwüngen vom Gipfelplateau bis zur Talstation und ist mit knapp vier Kilometern die längste durchgehende blaue Piste. Anfänger nutzen den separaten Übungslift am Skischulhang neben dem Servicegebäude.

Rote Pisten für Fortgeschrittene

Die roten Pisten ziehen sich über den Nordhang und den Bereich rund um den Großen Arbersee. Sie sind griffig, mittelsteil und bieten an klaren Tagen einen Blick bis weit nach Tschechien. Der Sessellift Sonnenhang erschließt den Hauptbereich für Fortgeschrittene mit zwei längeren roten Varianten.

Schwarze Pisten und Buckel

Eine kurze schwarze Abfahrt am Osthang sowie eine Buckelpiste neben der Hauptabfahrt fordern erfahrene Skifahrer. Beide sind nicht lang, aber technisch anspruchsvoll und bei vereisten Bedingungen ernst zu nehmen. Variantenfahrer finden in den Waldschneisen zusätzlichen Spielraum, allerdings ohne offizielle Markierung.

Snowpark mit Boxen und Rails

Der Snowpark liegt im mittleren Bereich neben dem Sessellift und bietet eine überschaubare Auswahl an Boxen, Rails und kleinen Kickern. Er richtet sich vorrangig an Einsteiger und Jugendliche, die ihre ersten Tricks üben. Ein Wechselrhythmus zwischen Park und Hauptpiste ist ohne Umweg möglich.

Die vier Liftanlagen im Überblick

Arber-Gondelbahn

Ursprünglich 1949 errichtet und seitdem mehrfach modernisiert, transportiert die Gondelbahn Wintersportler und Sommergäste in rund acht Minuten vom Tal zur Mittelstation. Sie ist das Herzstück der Erschließung und auch außerhalb der Skisaison in Betrieb.

Sessellift Sonnenhang

Der Vierersessellift erschließt die roten Hauptpisten am südseitigen Hang und bringt rund 1.800 Personen pro Stunde nach oben. An sonnigen Tagen ist er der beliebteste Bereich, da er am längsten besonnt bleibt.

Schlepplift Familienabfahrt

Der lange Schlepplift parallel zur Familienabfahrt ist die wichtigste Aufstiegshilfe für Anfänger und Skischulgruppen. Er fährt mit moderater Geschwindigkeit und ist auch für Kinder gut zu meistern.

Übungslift Skischulhang

Direkt neben dem Servicegebäude liegt der kurze Übungslift für absolute Anfänger und Kinder. Er ist kostenfrei in der Tageskarte enthalten und bei Skikursen die erste Station.

Snowpark-Zugang

Der Park wird über den Sessellift Sonnenhang angefahren, ein kurzer Quergang führt vom Hauptbereich in die Freestyle-Zone. Eine eigene Aufstiegshilfe innerhalb des Parks gibt es nicht.

Loipen-Anschluss

Direkt an der Talstation startet der Anschluss an das regionale Loipennetz mit etwa 50 Kilometern gespurter Strecke. Klassisch und Skating sind möglich, die Höhenloipe am Bretterschachten zählt zu den schneesichersten Bayerns.

Skigebiete im Bayerischen Wald im Vergleich

Kriterium
Großer Arber
Geißkopf
Sankt Englmar
Mitterdorf
Hohenbogen
Höhe oben
1.456 m
1.097 m
1.097 m
1.073 m
1.079 m
Pisten
12 km
10 km
8 km
8 km
5 km
Schwerpunkt
Familie und Anfänger
Freeride und Park
Familie
Familie
Familie
Tageskarte
~38 €
~36 €
~32 €
~33 €
~30 €
Lifte
4
6
4
4
3
Snowpark
klein
groß
nein
klein
nein
Schneesicherheit
hoch
mittel
mittel
mittel
mittel

Werte sind Richtwerte für die Saison; Tagespreise variieren saisonal und an Wochenenden.

Preise, Karten und Skischule

Die Tageskarte für Erwachsene liegt bei rund 38 Euro, Kinder zahlen je nach Alter zwischen 20 und 28 Euro. Halbtageskarten gibt es ab etwa 28 Euro, Punktekarten und Stundenkarten ergänzen das Angebot für Kurzaufenthalte. Saisonkarten bewegen sich im Bereich von 400 bis 500 Euro und lohnen ab etwa zwölf Skitagen pro Saison.

Skipass-Optionen

Neben der Tageskarte am Großen Arber bietet der Verbund Bayerwald-Ticket eine kombinierte Karte für mehrere Gebiete inklusive Geißkopf und Mitterdorf. Familientarife mit Vergünstigungen für Kinder bis 16 Jahre machen das Gebiet besonders für Eltern attraktiv. Online-Käufe über das Portal des Betreibers sparen die Wartezeit an der Kasse.

Skischule und Verleih

Mehrere Skischulen sind direkt an der Talstation ansässig und bieten Gruppen- wie Privatkurse für Kinder ab vier Jahren. Der Skiverleih hält Carving-Ski, Snowboards und Skischuhe in allen Größen vor, eine Tagesmiete für ein Erwachsenen-Set kostet rund 25 Euro. Snowboard-Sets sind in geringerer Stückzahl verfügbar, lassen sich aber online vorreservieren.

Praktische Tipps für den Skitag am Arber

  • Online-Skipass spart Wartezeit

    Im Onlineshop des Betreibers lassen sich Tageskarten vorab buchen und am Drehkreuz direkt scannen. An Hauptwochenenden zwischen Weihnachten und Fasching erspart das oft 20 bis 30 Minuten an der Kasse.

  • Früh anreisen lohnt sich

    Wer vor 8:30 Uhr an der Talstation parkt, findet einen Platz in den ersten Reihen und steht bei Liftöffnung in der ersten Welle. Ab 9:30 Uhr werden die Plätze auf den hinteren Parkplätzen verteilt, was zehn Minuten Fußweg bedeutet.

  • + Skidepot statt Auto-Lager

    An der Mittelstation lassen sich Ski und Skischuhe in einem Depot über Nacht einschließen. Wer mehrere Tage hintereinander fährt, spart sich so das tägliche Schleppen vom Parkplatz.

  • i Schneehöhen vor Anreise prüfen

    Der Webcam-Stream und der Schneebericht des Betreibers werden täglich aktualisiert. In milden Wintern lohnt sich ein Anruf an der Talstation, um Pistenzustand und Liftbetrieb am Vortag bestätigen zu lassen.

  • Skikurs frühzeitig buchen

    Die Skischulen an der Talstation sind in Ferienwochen oft Tage im Voraus ausgebucht. Wer Kinder einschreiben möchte, reserviert zwei bis drei Wochen vor der Anreise online oder telefonisch.

  • Barrierearme Zugänge

    Servicegebäude und Talrestaurant sind ebenerdig erreichbar, Behindertenparkplätze liegen direkt vor dem Eingang. Die Gondelbahn lässt sich mit Rollstuhl befahren, für die Bergstation gibt es eine separate Rampe.

  • Sonnenhang im Wechsel mit Nordhang

    Vormittags lockt der Sonnenhang mit weichem Schnee, nachmittags wird er pappig. Nach 13 Uhr lohnt der Wechsel auf die Nordhang-Pisten, die länger griffig und schneller bleiben.

  • Nebel und Wind einplanen

    Der Gipfel des Großen Arber liegt häufig in einer Wolkenkappe, Sichtweiten unter 50 Metern sind möglich. Bei Sturmwarnung wird die Gondelbahn vorübergehend eingestellt, die unteren Lifte laufen meist weiter.

Insider-Tipps

Empfehlung für Familien mit kleinen Kindern

Die ruhigsten Stunden auf dem Übungshang liegen zwischen 11 und 12 Uhr, wenn die Skischul-Gruppen Pause machen. In dieser Zeit ist der Lift frei und Eltern können ihre Kinder ungestört coachen. Das Talrestaurant hat einen kleinen Spielbereich, der bei Pausen für eine willkommene Ablenkung sorgt.

Empfehlung für Freestyler und Snowboarder

Der Snowpark ist am Wochenende deutlich besser gepflegt als unter der Woche, da das Park-Team meist freitags shaped. Wer am Samstag oder Sonntag fährt, findet frische Features und saubere Anfahrten. Boxen und Rails sind eher für Einsteiger ausgelegt, fortgeschrittene Tricks brauchen den Geißkopf-Park als Alternative.

Sommer am Arber: Bergbahn und Wandern

Außerhalb der Skisaison läuft die Gondelbahn als Sommerbergbahn und bringt Wanderer in wenigen Minuten zum Gipfelplateau. Von der Bergstation führt ein barrierearmer Rundweg zur Aussichtsplattform mit Blick über den Bayerischen Wald bis ins böhmische Hinterland. Wer mehr Bewegung sucht, wandert vom Gipfel hinunter zum Großen Arbersee oder kombiniert die Abfahrt mit einer Einkehr am See. Details zur Sommer-Nutzung beschreibt der Hauptartikel zum Großen Arber.

Schneesport-Alternativen in der Region

Wer am Großen Arber Eindrücke sammelt und mehr Schneesport sucht, findet im Bayerischen Wald zahlreiche Ergänzungen. Die Höhenloipe am Bretterschachten bei Bayerisch Eisenstein zählt mit ihrer Lage auf über 1.000 Metern zu den schneesichersten Loipen Bayerns. Eine Schlittenbahn an der Talstation bietet Familien Abwechslung zwischen den Skitagen. Schneeschuh-Touren durch den Bayerischen Wald starten am Mittagsplatzl und führen durch verschneite Hochmoore bis zum Großen Arbersee. Eislaufen ist auf dem Großen Arbersee bei verlässlicher Eisdecke möglich, was in den vergangenen Jahren allerdings selten der Fall war.

HÄUFIGE FRAGEN

Wo genau liegt das Skigebiet Großer Arber?

Die Talstation des Skigebiets befindet sich an der Arberseestraße 50 in 94252 Bayerisch Eisenstein im Bayerischen Wald. Der Großparkplatz liegt direkt an der Bundesstraße B11, der Bahnhof Bayerisch Eisenstein ist rund zwei Kilometer entfernt und über einen Skibus angebunden.

Wie viele Pistenkilometer hat das Skigebiet?

Das Skigebiet umfasst rund zwölf Kilometer präparierte Pisten verschiedener Schwierigkeitsgrade. Damit ist es das größte zusammenhängende Wintersport-Areal Ostbayerns und bietet die höchste Skiabfahrt Bayerns außerhalb der Alpen.

Welche Liftanlagen sind in Betrieb?

Vier Liftanlagen erschließen das Gebiet: die ursprünglich 1949 errichtete und mehrfach modernisierte Arber-Gondelbahn, ein Sessellift am Sonnenhang sowie zwei Schlepp- beziehungsweise Übungslifte für die Familienabfahrt und den Skischulhang.

Was kostet eine Tageskarte am Großen Arber?

Die Tageskarte für Erwachsene kostet in der Hauptsaison rund 38 Euro. Kinder zahlen je nach Alter zwischen 20 und 28 Euro, Halbtageskarten beginnen bei etwa 28 Euro, Saisonkarten liegen im Bereich von 400 bis 500 Euro.

Wie lang ist die Skisaison am Arber?

Die Saison läuft witterungsabhängig von Mitte Dezember bis Mitte März. Dank der hohen Lage zwischen 700 und 1.456 Metern sowie der Beschneiung auf den Hauptpisten ist das Gebiet schneesicherer als die meisten anderen Mittelgebirgs-Skigebiete Bayerns.

Gibt es einen Snowpark für Snowboarder und Freestyler?

Ja, im mittleren Bereich liegt ein überschaubarer Snowpark mit Boxen, Rails und kleinen Kickern. Er richtet sich an Einsteiger und Jugendliche; fortgeschrittene Freestyler weichen auf den größeren Snowpark am Geißkopf aus.

Wie kommt man ohne Auto zum Skigebiet?

Die Waldbahn-Linie RB35 fährt im Stundentakt von Plattling nach Bayerisch Eisenstein. Vom Bahnhof pendelt in der Hauptsaison ein Skibus zur Talstation, die Fahrt dauert wenige Minuten und ist mit dem Bayerwald-Ticket abgedeckt.

Wie viele Loipenkilometer gibt es in der Region?

Rund um Bayerisch Eisenstein und das Skigebiet verlaufen etwa 50 Kilometer gespurte Loipen für klassischen Stil und Skating. Die Höhenloipe am Bretterschachten gilt als eine der schneesichersten Bayerns und ist direkt an die Talstation angebunden.

Eignet sich das Gebiet für Anfänger und Familien?

Ja, der Schwerpunkt liegt klar auf Familien- und Anfänger-Skilauf. Rund die Hälfte der Pisten ist blau markiert, mehrere Skischulen an der Talstation bieten Kurse für Kinder ab vier Jahren, und der Übungslift am Skischulhang ist auf Einsteiger zugeschnitten.

Welche schwarzen Pisten gibt es am Arber?

Eine kurze schwarze Abfahrt am Osthang sowie eine Buckelpiste neben der Hauptabfahrt fordern erfahrene Skifahrer. Beide sind nicht besonders lang, aber technisch anspruchsvoll und bei vereisten Bedingungen ernst zu nehmen.

Kann man im Sommer auf den Arber fahren?

Ja, die Gondelbahn läuft auch außerhalb der Skisaison als Sommerbergbahn. Sie bringt Wanderer in wenigen Minuten zur Bergstation, von wo aus ein barrierearmer Rundweg zur Aussichtsplattform am Gipfelplateau führt. Details beschreibt der Hauptartikel zum Großen Arber.

Wie sieht es mit Parken an der Talstation aus?

Der Großparkplatz an der Talstation fasst mehrere hundert Fahrzeuge und kostet im Winter eine geringe Tagesgebühr, oft mit dem Skipass kombiniert. Behindertenparkplätze liegen direkt vor dem Servicegebäude, in Ferienwochen empfiehlt sich eine Anreise vor 8:30 Uhr.
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