Salzburg ist eine Stadt mit zwei großen musikalischen Erzählungen: der historischen um Wolfgang Amadeus Mozart, der hier 1756 geboren wurde, und der populärkulturellen um Sound of Music, dessen Drehorte 1965 weltberühmt wurden. Die Altstadt zwischen Festung Hohensalzburg und Mirabellgarten ist seit 1996 UNESCO-Weltkulturerbe, mit rund 1.250 historischen Bauwerken auf gerade einmal 24 Hektar Innenstadtfläche. Die Salzburger Festspiele ziehen jeden Sommer rund 250.000 Besucher zu Jedermann am Domplatz und Mozart-Opern in der Felsenreitschule. Sound of Music führt durch Mirabellgarten, Schloss Hellbrunn, Stift Nonnberg, Schloss Leopoldskron und Mondsee. Dieser Guide zeigt Dir die Mozart-Stätten, die Sound-of-Music-Drehorte, die Festspielprogramme und einen konkreten Drei-Tage-Plan, der beide Welten kombiniert.
Anreise nach Salzburg
Salzburg liegt unmittelbar an der deutschen Grenze und ist aus München in 90 Minuten, aus Wien in 2:30 Stunden erreichbar. Die Stadt ist klein, kompakt und in der Altstadt komplett zu Fuß erkundbar. Für die Sound-of-Music-Drehorte im Umland brauchst Du Auto, geführte Tour oder ÖPNV.
Mit dem Auto
Aus dem Norden über die A8 München-Salzburg, aus dem Süden über die Tauern-Autobahn A10. Die elektronische Vignette (12,40 Euro für 10 Tage) ist Pflicht. Parkhäuser in der Altstadt wie Mönchsberg-Garage, Altstadt-Garage oder Mirabell-Garage kosten rund 18 Euro pro 24 Stunden. Park-and-Ride-Plätze am Stadtrand sind günstiger und mit dem Bus mit zentral angebunden.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Der Salzburg Hauptbahnhof ist direkt am Stadtrand und mit Railjet-Direktverbindungen aus München (1:30 h), Wien (2:30 h), Zürich (5 h) und Hamburg (über München) angebunden. Vom Hauptbahnhof in die Altstadt geht es in 15 Gehminuten oder mit Bus 1, 3, 5 oder 25 in fünf Minuten. Innerhalb der Stadt fährt das O-Bus-Netz alle Sehenswürdigkeiten an.
Mit dem Flugzeug
Salzburg Airport (SZG) ist nur 4 Kilometer vom Zentrum entfernt und mit Direktflügen aus Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, Berlin, Wien und international angebunden. Der Flughafenbus 2 fährt alle 10 Minuten in die Altstadt (2,80 Euro). Taxi rund 18 Euro, Fahrtdauer 15 Minuten. Im Winter saisonale Charterflüge wegen der nahen Skigebiete.
Vor Ort bewegen
Die Altstadt ist Fußgängerzone und nur 800 Meter im Quadrat. Festung Hohensalzburg erreichst Du mit der Festungsbahn (16,80 Euro inklusive Eintritt). Für Hellbrunn, Leopoldskron und Mondsee fährt die Buslinie 25 oder Du nutzt eine Sound-of-Music-Tour. Die Salzburg Card (31 Euro für 24 Stunden, 40 Euro für 48 Stunden) deckt 90 Sehenswürdigkeiten plus ÖPNV ab.
Mozart und seine Spuren in Salzburg
Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 in der Getreidegasse 9 geboren und verbrachte die ersten 17 Jahre seines Lebens in Salzburg. Vier Mozart-Stätten gehören zum Pflichtprogramm, dazu kommt ein Universum an Konzerten und Festivals.
Mozart-Geburtshaus, Getreidegasse 9
Das gelbe Haus mitten in der berühmten Einkaufsstraße ist das prominenteste Mozart-Museum der Welt. Im dritten Stock besichtigst Du das Originalzimmer der Mozart-Familie mit der ersten Violine des Wunderkinds und persönlichen Gegenständen. Der Eintritt kostet 13,50 Euro für Erwachsene, geöffnet täglich 9 bis 17:30 Uhr (Juli und August bis 19 Uhr). In der Sommer-Hochsaison empfiehlt sich Online-Vorverkauf.
Mozart-Wohnhaus, Makartplatz 8
Von 1773 bis 1781 lebte die Familie Mozart hier im sogenannten Tanzmeisterhaus. Der achtköpfige Haushalt komponierte hier Werke wie die Krönungsmesse und das Hafner-Konzert. Das Haus ist heute Museum mit acht Räumen über das Familienleben, originale Notenmanuskripte und das Hammerklavier der Familie. Eintritt 13,50 Euro, Kombi-Ticket mit Geburtshaus 22 Euro.
Mozarteum und Mozart-Konzerte
Die Internationale Stiftung Mozarteum am Mirabellplatz ist Forschungseinrichtung und Konzerthaus zugleich. Hier finden Mozartwoche-Konzerte Ende Januar statt, dazu ganzjährig Werkstattkonzerte und Lesungen. Das angeschlossene Mozartmuseum zeigt die größte Mozart-Sammlung weltweit mit Originalpartituren und Briefen. Der Zauberflötenhäuschen-Bau im Garten ist eine besondere Kuriosität.
Mozartwoche und Salzburger Festspiele
Ende Januar widmet sich die Mozartwoche acht Tage lang seinem Werk mit den Wiener Philharmonikern und internationalen Gastorchestern. Karten ab 35 Euro. Die Salzburger Festspiele von Ende Juli bis Ende August zeigen jeden Sommer drei bis vier Mozart-Opern im Großen Festspielhaus und in der Felsenreitschule. Die Don-Giovanni-Inszenierungen sind Festspiel-Klassiker.
Sound of Music – die Drehorte im Überblick
Robert Wises Musical-Verfilmung von 1965 spielt in Salzburg und Umgebung. Die wichtigsten Drehorte sind alle real existent und können besucht werden, entweder einzeln oder per organisierter Sound-of-Music-Tour. Im englischsprachigen Raum hat der Film Kult-Status, in Deutschland und Österreich kennen ihn weniger Menschen.
Mirabellgarten und Pegasus-Brunnen
Die Szene Do-Re-Mi mit Maria und den Kindern wurde im Mirabellgarten gedreht: die Treppen vor der Rosenhecke, der Pegasus-Brunnen und das Tor mit den Zwergen sind alles Originale. Der Garten ist kostenlos und frei zugänglich, im Sommer bis 19 Uhr geöffnet. Best im frühen Vormittag oder spätem Nachmittag wegen Touristenmassen.
Schloss Hellbrunn und Sechzehn-geht-auf-Siebzehn-Pavillon
Der Glas-Pavillon mit der Szene zwischen Liesl und Rolf stand ursprünglich auf Schloss Leopoldskron, wurde 1990 nach Schloss Hellbrunn versetzt. Im Hellbrunner Park kannst Du den Pavillon besichtigen und die berühmten Wasserspiele des Fürsterzbischofs Markus Sittikus erleben. Eintritt 14,50 Euro, geöffnet April bis November.
Schloss Leopoldskron, Stift Nonnberg und Felsenreitschule
Schloss Leopoldskron am Leopoldskroner Weiher mit Bergpanorama war die Filmvilla der Trapp-Familie (Außenaufnahmen). Heute Hotel, der Weiher ist öffentlich zugänglich. Stift Nonnberg unterhalb der Festung war Marias Kloster, der Friedhof in der Eröffnungsszene ist allerdings im Studio nachgebaut. Die Felsenreitschule, wo die Trapp-Familie im Film das Festival singt, ist eines der Konzerthäuser der Salzburger Festspiele.
Die sechs zentralen Sound-of-Music-Drehorte
Mirabellgarten
Do-Re-Mi-Szene mit Pegasus-Brunnen und Zwergengarten. Kostenlos, frei zugänglich, ganzjährig geöffnet. Bestes Foto am frühen Morgen ohne Touristenmassen.
Schloss Hellbrunn
Sechzehn-geht-auf-Siebzehn-Pavillon plus die berühmten Wasserspiele. Eintritt 14,50 Euro. Park 6 km südlich der Altstadt, mit Bus 25 erreichbar.
Schloss Leopoldskron
Trapp-Villa mit Bergpanorama am Leopoldskroner Weiher. Heute Hotel, Park öffentlich zugänglich vom Weiher aus. Klassische Postkarten-Aussicht.
Stift Nonnberg
Marias Kloster unterhalb der Festung Hohensalzburg. Kirche frei zugänglich, im Innenhof gibt es Maria-Memorial. Wenig Touristen, sehr authentisch.
Felsenreitschule
Konzertszene am Ende des Films. Eines der drei Festspielhäuser, in den Felsen geschlagene Logen. Geführte Touren ab 9 Euro, Konzerte im Sommer.
Mondsee Basilika
Hochzeitsszene zwischen Maria und Captain von Trapp. 25 km östlich von Salzburg im Salzkammergut. Frei zugänglich, im Sommer Konzerte.
Mozart-Stätten versus Sound-of-Music-Drehorte im Vergleich
Mit der Salzburg Card sind alle Mozart-Stätten sowie Hellbrunn und Mirabellgarten kostenlos eingeschlossen.
Die Salzburger Festspiele als Krönung des Sommers
Die Salzburger Festspiele wurden 1920 von Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss gegründet und gehören zu den wichtigsten Klassik-Festivals der Welt. Jedes Jahr von Ende Juli bis Ende August ziehen über 250.000 Besucher und rund 5.000 Künstler in die Stadt.
Jedermann am Domplatz
Hugo von Hofmannsthals Spiel vom Sterben des reichen Mannes wird seit der ersten Festspielsaison 1920 auf dem Domplatz aufgeführt. Open-Air-Theater mit 2.300 Plätzen, im Hintergrund die mächtige Domfassade. Karten zwischen 12 und 145 Euro, beste Premieren-Wochen sind ab Anfang August. Bei Regen Ausweich-Spielort im Großen Festspielhaus.
Mozart-Opern in der Felsenreitschule
Die Felsenreitschule mit ihren in den Mönchsberg geschlagenen Arkaden ist eines der spektakulärsten Konzerthäuser Europas. Hier zeigen die Festspiele jeden Sommer eine bis zwei Mozart-Opern wie Don Giovanni, Cosi fan tutte oder Die Entführung aus dem Serail. Karten ab 50 Euro für Stehplätze, Sterneplätze bis 480 Euro.
Karten und Anmeldung
Karten gehen ab Januar online in den Verkauf, registrierte Stammkunden kommen drei Wochen früher zum Zuge. Wer im Februar bucht, hat noch Auswahl bei den meisten Vorstellungen. Restkarten oft zwei Wochen vor Vorstellung an der Festspielkasse oder kurzfristig auf der Festspielsommer-Karten-Plattform. Hotels in der Festspielsaison sind oft doppelt so teuer wie sonst.
Praktische Tipps für Salzburg
-
✦
Salzburg Card lohnt fast immer
Die Karte für 24, 48 oder 72 Stunden (31, 40, 46 Euro) deckt Eintritt zu 90 Sehenswürdigkeiten plus ÖPNV ab. Schon nach drei großen Museumsbesuchen rechnet sie sich. Kinder zahlen den halben Preis, in der Wintersaison November bis April sind die Preise um rund 20 Prozent reduziert.
-
€
Festspielsaison vermeiden für Budget-Reise
Hotelpreise in der Festspielsaison (Ende Juli bis Ende August) liegen rund doppelt so hoch wie sonst. Mai, Juni, September und Oktober bieten gutes Wetter, weniger Trubel und faire Hotelpreise. Adventszeit hat den Christkindlmarkt am Domplatz und Residenzplatz als Highlight.
-
☀
Festung Hohensalzburg früh oder spät
Salzburgs Wahrzeichen ist mit der Festungsbahn in 60 Sekunden erreichbar. Zwischen 11 und 14 Uhr ist es am vollsten, Wartezeiten bis zu 45 Minuten. Vor 9:30 Uhr oder nach 17 Uhr bekommst Du die schönsten Fotopositionen und mehr Ruhe in den Ausstellungen.
-
i
Sound-of-Music-Tour vorab buchen
Die geführten Mini-Bus-Touren von Panorama Tours, Bob's und Salzburg Sightseeing kosten rund 50 bis 65 Euro pro Person und dauern vier Stunden. In der Hochsaison Juli und August zwei Tage vorher reservieren. Auf Englisch sind die Touren detailreicher als auf Deutsch.
-
+
Festspielkarten frühzeitig kaufen
Karten gehen ab Januar in den Verkauf, beste Stücke sind im Februar weg. Stammkundenstatus hilft, kurzfristige Restkarten gibt es oft zwei Wochen vor Vorstellung. Für Jedermann gibt es preisgünstige Stehplätze ab 12 Euro, die ab 18 Uhr direkt am Domplatz verkauft werden.
-
⌘
Stiftskeller St. Peter erleben
Der Stiftskeller St. Peter im Stift Sankt Peter ist seit 803 nachgewiesen und gilt als ältestes Restaurant Mitteleuropas. Klassische Salzburger Küche mit Kalbsrahmgulasch, Salzburger Nockerln und Mozart-Dinner-Konzert im Barocksaal jeden Abend ab 19:30 Uhr.
-
☂
Mozartkugeln nicht überall sind echt
Die echte Salzburger Mozartkugel von Fürst (Brodgasse 13) ist seit 1890 in Handarbeit hergestellt und in Silberfolie verpackt. Industriell produzierte Mozartkugeln von Mirabell oder Reber haben blau-rote Folie. Eine handgemachte Fürst-Kugel kostet rund 1,40 Euro, ein Achterpack 11 Euro.
-
♿
Stadtbusse und Festungsbahn nutzen
Salzburgs Altstadt ist Fußgängerzone, aber teils mit Kopfsteinpflaster. Für die Festung gibt es die Festungsbahn ab Festungsgasse, für Hellbrunn den Bus 25 vom Hauptbahnhof. Mit der Salzburg Card ist alles inklusive, das spart das Lösen von Einzeltickets.
Insider-Tipps für Salzburg
Stiegl-Brauwelt für Bierfreunde
Die Stiegl-Brauwelt im 4. Bezirk Lehen ist Österreichs größte Privatbrauerei und führt durch Brauerei, Sudpfanne und Verkostungssaal. Eintritt 16 Euro inklusive vier Bierproben und Brauer-Brettl. Geöffnet täglich 10 bis 18 Uhr. Mit Bus 1 oder 4 in zehn Minuten ab Altstadt erreichbar.
Café Tomaselli am frühen Morgen
Das Café Tomaselli am Alter Markt ist Salzburgs ältestes Kaffeehaus und seit 1700 in Betrieb. Mozart war Stammgast, heute fühlst Du Dich zwischen 8 und 10 Uhr morgens in einen echten Wiener-Stil-Vormittag versetzt. Melange 5,80 Euro, hausgemachte Mehlspeisen vom Tablett der Kellnerin direkt am Tisch wählen.
Wolfgangsee und Schafbergbahn
Die 40 Kilometer östlich gelegene Wolfgangsee-Region ist Salzkammergut pur. Schafbergbahn auf 1.783 Meter mit 360-Grad-Panorama, danach Mittagessen im Weißen Rößl in St. Wolfgang. Mit der Schafbergbahn und dem Schiff ist ein perfekter Tagesausflug ab Salzburg möglich, geöffnet Mai bis Oktober.




