Madeira ist keine Insel für einen einzigen Standort. Wenn Du kurze Wege, Restaurants und Ausflüge willst, passt Funchal oder die Küste im Süden. Für Baden und Meer sind Machico, Caniço oder Calheta praktisch. Wenn Du wandern willst, nimm den Norden, die Berge rund um den Pico do Arieiro oder Orte mit gutem Anschluss an die Levadas. Die Insel ist nur rund 57 km lang, aber die Fahrten dauern wegen der vielen Kurven oft länger als erwartet. Genau darum lohnt sich die Frage: Madeira, wohin? Je nach Reisestil kann die Antwort sehr unterschiedlich ausfallen.
Anreise und Erreichbarkeit
Madeira erreichst Du fast immer per Flug. Der Flughafen Cristiano Ronaldo liegt bei Santa Cruz im Osten der Insel. Von dort sind es nach Funchal je nach Verkehr rund 20 bis 30 Minuten. Für eine Rundreise brauchst Du auf Madeira weniger Kilometer als auf dem Festland, aber deutlich mehr Zeit pro Strecke. Das macht die Wahl des Standorts wichtig.
Mit dem Auto
Ein eigenes Auto ist auf Madeira praktisch, wenn Du verschiedene Regionen sehen willst. Die Schnellstraße VR1 verbindet den Osten mit Funchal und weiten Teilen der Südküste. In die Berge, an die Nordküste und zu vielen Levadas führst Du dann oft auf schmalen, kurvigen Straßen. Für Orte wie Porto Moniz, Santana oder den Pico do Arieiro solltest Du genug Puffer einplanen. Parkplätze in Funchal sind vorhanden, aber in der Altstadt und an der Uferzone oft knapp.
Mit der Bahn / dem ÖPNV
Eine Bahn gibt es auf Madeira nicht. Zwischen den Orten fahren Busse, vor allem rund um Funchal und entlang der Hauptachsen. Für reine Bade- oder Stadturlaube kannst Du mit Bus und Transfers auskommen. Für Wanderungen und abgelegenere Aussichtspunkte ist das aber unpraktisch.
Mit dem Flugzeug
Der wichtigste Flughafen ist FNC. Direkte Verbindungen aus Deutschland gibt es vor allem saisonal und je nach Airline von größeren Airports wie Hamburg, Berlin, München oder Frankfurt. Von dort aus bist Du meist in knapp vier bis fünf Stunden auf der Insel.
Vor Ort bewegen / Parken
Ein Mietwagen ist für viele Madeira-Reisen die beste Lösung. Wenn Du nur Funchal und die Südküste planst, kommst Du auch ohne gut zurecht. Für Wanderungen an den Levadas lohnt sich aber fast immer ein Wagen. Autofrei sind auf Madeira nur einzelne Kurzstrecken zwischen Orten per Bus oder Taxi sinnvoll.
Die besten Orte auf Madeira im Überblick
Funchal für Stadt, Essen und Ausflüge
Wenn Du alles an einem Ort haben willst, ist Funchal die einfachste Wahl. Hier findest Du die Markthalle Mercado dos Lavradores, die Seilbahn nach Monte, Promenade, Restaurants und viele Unterkünfte. Für einen ersten Madeira-Urlaub ist das oft die stressärmste Basis.
Machico für Strand und kurzen Transfer
Machico liegt nah am Flughafen und hat mit der Bucht einen der bequemsten Badeorte der Insel. Der Strand ist mit importiertem hellem Sand aufgeschüttet, das Wasser ist meist ruhiger als an vielen anderen Küstenabschnitten. Gut für Familien und für alle, die nicht weit fahren wollen.
Calheta für Sonne und flachem Einstieg ins Baden
Calheta ist bekannt für seinen künstlich angelegten Sandstrand mit geschützten Badezonen. Hier ist das Meer oft ruhiger als an der Nordküste. Wenn Du einen klassischen Badeort auf Madeira suchst, ist das einer der naheliegendsten Kandidaten.
Porto Moniz für Naturpools und Nordküste
Porto Moniz liegt im Nordwesten und ist für die Lavapools bekannt. Die Anfahrt ist länger, aber die Küstenstraße lohnt sich wegen der Aussicht. Der Ort passt eher zu Gästen, die Natur, Ruhe und Tagesausflüge mögen als zu Strandurlaub im klassischen Sinn.
Santana für grüne Hänge und Ausflug ins Inselinnere
Santana ist vor allem wegen der typischen strohgedeckten Häuser bekannt. Der Ort liegt gut für Touren in den Osten und in Richtung Nordküste. Wer wandern und die grünere Seite der Insel sehen will, ist hier oft richtig.
Pico do Arieiro für die Berge
Der Pico do Arieiro ist kein Übernachtungsort, aber ein zentraler Punkt für Bergtouren. Von hier startest Du zu einer der bekanntesten Wanderungen auf Madeira. Für einen Tagesausflug ist das ideal, bei frühem Start und gutem Wetter.
Funchal, Küste oder Berge? Der direkte Vergleich
Wenn Du zum ersten Mal auf Madeira bist, ist Funchal am praktischsten. Für einen Badeurlaub mit kurzen Wegen ist Machico oft die einfachere Wahl. Calheta passt, wenn Du Strand und etwas ruhigere Lage willst. Porto Moniz und Santana lohnen sich eher für Natur und Ausflüge.
Wohin für welchen Reisetyp?
Für Paare
Funchal ist die beste Basis, wenn Du abends gut essen und tagsüber Ausflüge machen willst. Die Altstadt, die Seilbahn nach Monte und die Küste schaffen genug Abwechslung für mehrere Tage. Wer es ruhiger mag, nimmt eine Unterkunft oberhalb des Zentrums mit Meerblick.
Für Familien
Machico und Calheta sind die bequemsten Orte für Familien mit Kindern. Beide bieten leichteren Zugang zum Baden als die raueren Küstenabschnitte im Norden. Dazu kommen oft kürzere Wege zum Flughafen und weniger steile Wege als in Funchal.
Für Wanderer
Wenn Wandern im Mittelpunkt steht, solltest Du nicht zu abgelegen wohnen, sondern gut zwischen Norden, Süden und Bergen sitzen. Funchal ist dafür ein guter Kompromiss. Wer täglich früh los will, kann auch in der Nähe von Santana oder im Westen übernachten.
Für Best Ager
Best Ager fahren oft mit Funchal am besten. Du hast dort die größte Auswahl an guten Hotels, Cafés und medizinischer Infrastruktur. Gleichzeitig kannst Du mit organisierten Ausflügen die schönsten Punkte der Insel erreichen, ohne jeden Tag selbst fahren zu müssen.
Für Strandurlaub
Calheta und Machico sind die naheliegenden Adressen. Wer etwas mehr Komfort und Hotelauswahl will, schaut in Funchal auf die Küstenhotels. Für klassische Sandstrand-Ferien ist Madeira aber nur bedingt ein Ersatz für eine Kanareninsel.
Für Rundreisende
Bei einer Inselrunde lohnt sich eine Kombination aus zwei Standorten. Zum Beispiel ein paar Nächte in Funchal und dann ein Ort im Norden oder Westen. So sparst Du Fahrzeit und hast weniger tägliche Kurvenstrecken.
Praktische Tipps für Madeira
- €Funchal ist oft die beste Erstwahl
Wenn Du Madeira zum ersten Mal besuchst, hast Du hier die beste Mischung aus Restaurants, Ausflügen und guter Erreichbarkeit. Für zwei bis vier Nächte ist das besonders praktisch.
- ✦Plane Fahrten nicht nach Kilometern
20 km auf Madeira können durch Kurven, Steigungen und Stopps deutlich länger dauern als erwartet. Für Tagesausflüge solltest Du mehr Zeit einrechnen als auf dem Festland.
- +Machico ist unterschätzt
Der Ort ist für Ankunft, erste Badepause und kurze Transfers sehr angenehm. Viele Reisende übersehen ihn, obwohl er für Familien und Kurzurlaub gut passt.
- iNordküste nur mit Puffer
Porto Moniz, São Vicente oder die Gegend um Santana sind schön, aber die Anfahrt ist lang. Wenn Du dort wohnen willst, plane weniger Programmpunkte pro Tag ein.
- ⌘Levada-Touren früh starten
Viele beliebte Wanderwege sind morgens deutlich leerer. Außerdem ist das Wetter früher am Tag oft stabiler als am späten Nachmittag.
- ♿Steigungen beachten
Funchal ist schön, aber an vielen Stellen steil. Wenn Du wenig laufen willst, such Dir eine Unterkunft in Meeresnähe oder mit Shuttle.
- ☀Baden klappt am besten an geschützten Orten
Machico und Calheta sind für entspanntes Baden oft angenehmer als offene Küstenabschnitte. An der Nordküste ist das Meer meist rauer.
- ☂Wetterzonen können stark wechseln
Im Süden kann Sonnenschein herrschen, während es in den Bergen oder im Norden schon wolkenreich ist. Nimm für Tagesausflüge immer auch eine leichte Jacke mit.
Insider-Tipps
2-Phasen-Plan für Madeira
- Tag 1
Tag 1 — Funchal ankommen
Starte mit Altstadt, Hafen und Mercado dos Lavradores. So bekommst Du schnell ein Gefühl für die Insel und musst nach dem Flug nicht mehr weit fahren.
- Tag 2
Tag 2 — Süden und Baden
Fahre nach Machico oder Calheta und nutze den Tag für Meer, Promenade und einen entspannten Ortswechsel. Beide Orte eignen sich gut für einen langsameren Reisetag.
- Tag 3
Tag 3 — Berge und Levadas
Plane den Pico do Arieiro oder eine Levada-Tour ein. Dafür lohnt ein früher Start, weil Du dann mehr vom Tag hast und die Wege oft ruhiger sind.
- Tag 4
Tag 4 — Nordküste
Mach einen Tagesausflug nach Porto Moniz oder Santana. So lernst Du die grünere, rauere Seite der Insel kennen, ohne gleich die Unterkunft zu wechseln.
- Tag 5
Tag 5 — Favorit vertiefen
Wenn Dir ein Ort besonders gut gefällt, nutze den letzten Tag für einen zweiten Besuch. Madeira ist klein genug für Wiederholungen, aber abwechslungsreich genug für mehrere Schwerpunkte.
FAQ zu Madeira: Wohin?
Die besten Fragen dazu drehen sich meist um die Wahl zwischen Funchal, Strandorten und Bergen. Für den ersten Aufenthalt ist Funchal oft der bequemste Startpunkt. Wenn Baden wichtiger ist, sind Machico und Calheta leichter planbar. Für Wanderungen und Natur ist eine Basis im Süden mit Ausflügen in den Norden meist die beste Lösung.



