Madeira ist keine Insel für Strandtage allein. Wenn Du gern wanderst, bekommst Du hier auf kurzer Distanz viel Abwechslung: Lorbeerwald, Höhenwege, Küstenklippen, Wasserfälle und Levadas. Die Insel liegt mitten im Atlantik, gehört zu Portugal und ist für viele Besucher vor allem wegen der Wanderwege rund um Funchal, Santana, Ribeiro Frio und den Ostzipfel Ponta de São Lourenço interessant. Für einen ersten Urlaub reichen meist 5 bis 7 Tage, wenn Du zwei bis vier Touren machen willst. Wer alle sechs Routen in Ruhe erleben möchte, plant besser eine Woche oder länger ein.
Die sechs Routen im Überblick
Pico do Arieiro nach Pico Ruivo
Der Klassiker auf Madeira. Du wanderst über Höhenkämme, Tunnel und Treppen bis zum höchsten Gipfel der Insel. Die Strecke ist anspruchsvoll und je nach Route rund 10 bis 12 Kilometer lang.
Levada das 25 Fontes
Eine der bekanntesten Levada-Touren mit Wasserkanälen, Waldwegen und dem Ziel an einer Quelle mit Wasserfällen. Ideal, wenn Du Natur sehen willst, ohne gleich einen Gipfel zu besteigen.
Ponta de São Lourenço
Die Ostspitze zeigt Madeira von einer rauen Seite. Hier läufst Du an Klippen, kargen Hängen und offenen Küstenblicken entlang. Die Tour ist kürzer, aber oft windig und sonnig.
Caldeirão Verde und Caldeirão do Inferno
Diese Route führt durch den Lorbeerwald mit Wasserfällen und Tunneln. Der Weg ist grün, feucht und meist schattig. Für viele ist das die schönste Waldwanderung der Insel.
Ribeiro Frio nach Portela
Eine gute Wahl für Wanderer, die ruhigere Wege mögen. Unterwegs geht es durch Wald, entlang von Levadas und mit Blick auf die Nordküste. Die Tour ist weniger hart als die Gipfelroute.
Vereda do Larano
Ein Küstenweg zwischen Machico und Porto da Cruz mit Klippen, Ausblicken und viel Meer. Die Route ist beliebt, weil sie landschaftlich viel bietet und nicht so lang ist wie die Bergtouren.
Anreise und Erreichbarkeit
Für einen Madeira Urlaub mit Wanderrouten landest Du fast immer in Funchal auf dem Flughafen Cristiano Ronaldo. Von dort kommst Du je nach Ziel mit Mietwagen oder Bus weiter. Wer mehrere Touren plant, ist mit einem Mietwagen klar flexibler, vor allem für Pico do Arieiro, Ribeiro Frio und Ponta de São Lourenço.
Mit dem Auto
Auf Madeira führen gut ausgebaute Schnellstraßen von Funchal in viele Richtungen. Für Pico do Arieiro fährst Du über die Bergstraßen ins Inselinnere. Zur Levada das 25 Fontes geht es meist über den Westen der Insel in Richtung Rabaçal. Ponta de São Lourenço erreichst Du über die Ostseite bei Caniçal. An vielen Startpunkten sind Parkplätze vorhanden, aber an Wochenenden und in der Hauptsaison wird es schnell voll.
Mit der Bahn / dem ÖPNV
Eine Bahn gibt es auf Madeira nicht. Zwischen Funchal und den größeren Orten fahren Busse, aber für die klassischen Wanderungen sind sie nur bedingt praktisch. Für Ponta de São Lourenço, Ribeiro Frio oder die Höhenwege musst Du Fahrzeiten und Rückwege gut planen. Manche Hotels organisieren Transfers oder helfen bei Taxifahrten zum Startpunkt.
Mit dem Flugzeug
Der wichtigste Flughafen ist Funchal. Von Deutschland gibt es je nach Saison Direktverbindungen, sonst fliegst Du über Lissabon oder Porto. Für die reine Wandersaison ist der Flug nach Funchal meist der schnellste Weg.
Vor Ort bewegen / Parken
Ein Mietwagen ist auf Madeira bequem, aber nicht zwingend. In Funchal kommst Du auch mit Taxis, Ausflugsbussen und einzelnen Linienbussen weiter. Für die beliebten Wanderungen lohnt es sich, früh am Start zu sein. An den klassischen Einstiegen wie Pico do Arieiro, Pico Ruivo, 25 Fontes oder Ponta de São Lourenço sind Parkplätze oft knapp.
Die sechs Wanderrouten im Detail
Pico do Arieiro nach Pico Ruivo
Das ist die bekannteste Bergtour auf Madeira. Die Route verbindet zwei der wichtigsten Gipfel der Insel: den Pico do Arieiro auf 1.818 Metern und den Pico Ruivo auf 1.862 Metern. Unterwegs läufst Du über Stufen, durch Felsdurchgänge und entlang schmaler Pfade mit Tiefblicken ins Gebirge. Die Strecke ist rund 12 Kilometer lang, je nach Variante etwas kürzer oder länger. Plane genug Zeit ein, denn nach Regen, Wind oder Nebel kann der Weg anstrengend werden. Gute Schuhe, Wasser und eine frühe Startzeit sind hier keine Kür, sondern Pflicht.
Besonders stark ist diese Route bei klarer Sicht am frühen Vormittag. Dann siehst Du die Gipfel, Wolkenmeere und die tieferen Täler der Insel sehr gut. Wenn Du nur eine einzige anspruchsvolle Wanderung auf Madeira machen willst, ist das oft die erste Wahl. Für Einsteiger ist sie aber nicht die beste Option.
Levada das 25 Fontes
Die Levada das 25 Fontes gehört zu den bekanntesten Touren der Insel. Der Weg folgt einem Bewässerungskanal durch grüne Hänge und Waldstücke bis zu einem Bereich mit Quellen und Wasserfällen. Das Ziel ist fotogen, der Weg davor ist meist moderat. Viele Abschnitte sind schmal, an manchen Stellen geht es dicht am Wasser entlang. Mit rund 9 bis 11 Kilometern ist die Tour gut machbar, wenn Du trittsicher bist und kein Problem mit feuchten Passagen hast.
Diese Wanderung eignet sich gut für Tage mit weniger stabiler Aussicht. Auch wenn die Gipfel im Nebel hängen, bleibt die Levada oft angenehm grün und geschützt. In der Hochsaison ist der Andrang groß, deshalb lohnt sich ein früher Start. Wer es ruhiger mag, kombiniert die Tour mit einem späteren Abstecher in andere Teile des Westens.
Ponta de São Lourenço
Der Ostzipfel Madeiras sieht ganz anders aus als der Rest der Insel. Statt dichtem Wald und hohen Bergen gibt es hier offene Hänge, Felsen, Wind und weite Blicke auf den Atlantik. Die Route ist etwa 7 bis 8 Kilometer lang und daher deutlich kürzer als die Gipfeltouren. Trotzdem solltest Du sie nicht unterschätzen, weil Sonne und Wind stark sein können. Es gibt wenig Schatten, also ist Sonnenschutz wichtig.
Die Tour ist ideal, wenn Du eine halbe Wandertagestour suchst. Der Weg ist gut zu gehen, aber die Natur wirkt sehr karg und direkt. Genau das macht den Reiz aus. Im Frühjahr blühen manche Hänge, im Sommer ist die Landschaft eher trocken. Für Fotografen und Küstenfans ist das einer der interessantesten Wege der Insel.
Caldeirão Verde und Caldeirão do Inferno
Diese Route liegt im nördlichen Inselteil und führt tief in den Lorbeerwald. Du wanderst an Levadas entlang, durch Tunnels und über feuchte Pfade. Das Ziel bei Caldeirão Verde ist ein Wasserfallbecken mit senkrechten Felswänden. Wer weitergeht, kommt Richtung Caldeirão do Inferno, also zum deutlich längeren und teils anspruchsvolleren Abschnitt. Die reine Tour wird oft mit rund 13 bis 18 Kilometern angegeben, je nachdem, wie weit Du gehst.
Hier erlebst Du eine andere Seite von Madeira. Es ist kühler, feuchter und grüner als an der Küste. Wenn Du Wald statt Gipfel suchst, ist das eine starke Wahl. Nimm eine Stirnlampe oder Handylicht für die Tunnel mit, auch wenn sie meist kurz sind. Der Weg kann rutschig sein, besonders nach Regen.
Ribeiro Frio nach Portela
Diese Wanderung ist ruhiger als die großen Klassiker. Sie führt durch Wald und an Levada-Abschnitten entlang, oft mit Blick auf die Nordküste. Ribeiro Frio ist ein guter Startpunkt, weil Du dort meist mehr Infrastruktur hast als an ganz abgelegenen Einstiegen. Portela liegt dann auf einer Anhöhe mit Blick auf die Küste und die Berglandschaft. Die Distanz liegt je nach gewähltem Abschnitt oft bei etwa 10 bis 12 Kilometern.
Für viele ist das eine gute mittlere Tour. Du bekommst Natur, aber ohne die Härte der Gipfelroute. Wenn Du Madeira im entspannten Tempo kennenlernen willst, passt diese Strecke gut in den Plan. Im Winter und in der Nebensaison ist sie oft angenehmer als die ganz offenen Höhenwege.
Vereda do Larano
Die Vereda do Larano verbindet Küste, Klippen und Meerblicke auf eine sehr direkte Weise. Der Weg zieht sich zwischen Machico und Porto da Cruz entlang und ist bei gutem Wetter schnell ein Favorit. Die Strecke liegt bei ungefähr 10 Kilometern. An vielen Stellen geht es nah an der Steilküste entlang, weshalb Du schwindelfrei sein solltest. Wenn der Himmel klar ist, siehst Du die Nordostküste und oft sehr weit über den Atlantik.
Diese Route ist eine gute Wahl, wenn Du keine Gipfelbesteigung willst, aber trotzdem etwas Anspruch suchst. Sie ist landschaftlich abwechslungsreich und bietet mehr Meer als Berg. Wer nach der Wanderung gern badet oder in einer Bar sitzt, kann den Tag gut mit Porto da Cruz oder Machico verbinden.
Vergleich der sechs Routen
Die Tabelle hilft Dir bei der Auswahl. Wenn Du nur wenige Tage auf Madeira hast, nimm lieber eine Höhenroute und eine Levada statt drei sehr ähnliche Bergtouren.
Welche Route passt zu Dir?
Praktische Tipps für Deinen Madeira Urlaub
- €Früh buchen lohnt sich
Gerade in den Monaten März bis Juni und im Herbst sind gute Unterkünfte und Mietwagen schnell weg. Für die beliebtesten Touren solltest Du auch den Start am Morgen einplanen, damit Du noch einen Parkplatz findest.
- ✦Wetter wechselt schnell
Auf Madeira kann es in Funchal sonnig sein, während oben am Pico do Arieiro Nebel steht. Schau vor jeder Tour auf die Bedingungen am Startpunkt, nicht nur auf das Wetter in der Hauptstadt.
- +Gute Schuhe sind Pflicht
Auch scheinbar einfache Levadawege können nass und rutschig sein. Für die Berg- und Küstenrouten brauchst Du Profilsohlen, genug Wasser und etwas Verpflegung.
- iVerfügbarkeit an Wochenenden prüfen
An Samstagen und Sonntagen sind Pico do Arieiro, 25 Fontes und Ponta de São Lourenço oft voller als unter der Woche. Wer flexibel ist, plant diese Touren besser an Wochentagen.
- ⌘Transfer statt Rundweg mit Sorge
Einige Wanderungen sind keine einfachen Rundwege. Für Vereda do Larano oder die längeren Bergtouren kann ein Transfer oder Taxi die Rückfahrt deutlich entspannen.
- ♿Barrierefreiheit ist begrenzt
Die meisten Madeira-Wanderungen sind für Kinderwagen, Rollstuhl oder Gehhilfen nicht geeignet. Wenn Du weniger gut zu Fuß bist, sind die Küstenorte, Aussichtspunkte und Gärten in Funchal die bessere Wahl.
- ☀Sonnenschutz nicht vergessen
Vor allem an der Ponta de São Lourenço und auf offenen Höhenwegen brennt die Sonne schnell. Mütze, Sonnencreme und genug Wasser gehören ins Gepäck, auch wenn es am Morgen noch kühl wirkt.
- ☂Bei Regen Touren anpassen
Nach Starkregen können Tunnel, Stufen und Levadaabschnitte unangenehm werden. Dann lohnt es sich, auf eine kürzere, besser geschützte Route auszuweichen oder die Wanderung zu verschieben.
Insider-Tipps
So kannst Du die sechs Routen in 5 Tagen verbinden
Unterkunft für einen Wanderurlaub auf Madeira
Für einen Madeira Urlaub mit Fokus auf Wanderrouten ist Funchal meist der praktischste Standort. Hier hast Du die beste Auswahl an Hotels, Restaurants und Transfers. Wenn Du es ruhiger magst, kannst Du auch in Caniço, Machico oder im Westen der Insel wohnen. Für Wanderer ist wichtig, dass die Unterkunft gutes Frühstück, frühe Abfahrten und Parkmöglichkeiten bietet.
Funchal für kurze Wege
In Funchal bist Du gut angebunden und findest die beste Mischung aus Restaurants, Mietwagenstationen und Ausflügen. Das ist ideal, wenn Du mehrere Routen kombinieren willst und nicht jeden Abend in einem anderen Ort schlafen möchtest. Vor allem für Erstbesucher ist die Hauptstadt die unkomplizierteste Wahl.
Machico und Caniço für den Osten
Wenn Du Ponta de São Lourenço und Vereda do Larano im Fokus hast, kannst Du auch östlicher wohnen. Von dort sparst Du Zeit auf den Fahrten zu den Startpunkten. Die Orte sind ruhiger als das Zentrum von Funchal, aber weniger praktisch für Touren im Westen.
Westen der Insel für 25 Fontes und Küstentage
Für Wanderungen im Westen passt eine Unterkunft in Calheta oder Umgebung gut. So liegst Du näher an der Levada das 25 Fontes und an ruhigeren Stränden für Pausentage. Der Nachteil: Für viele andere Wanderziele fährst Du dann länger.



