Dubrovnik nennt sich nicht ohne Grund Perle der Adria. Die ummauerte Altstadt am südlichen Zipfel Kroatiens, seit 1979 UNESCO-Welterbe, ist eine geschlossene Stein-Komposition aus Kalkstein, Marmor und glasierten Ziegeln — gewachsen aus der Geschichte der Republik Ragusa, die jahrhundertelang eine eigene Außenpolitik zwischen Venedig, Osmanen und Habsburgern balancierte. Wer Dubrovnik verstehen will, läuft die Stadt ab — zwei Kilometer Stadtmauer mit Blick auf die rote Dachlandschaft, die polierte Stradun-Promenade, drei mächtige Festungen, zwei Klöster, Rektorenpalast und Kathedrale. Dieser Spaziergang erklärt Schritt für Schritt, was Sie sehen, wie lange Sie brauchen und welche Abstecher nach Lokrum, auf den Mount Srđ oder ins benachbarte Cavtat das Bild abrunden. Tourismus-Informationen liefern visitdubrovnik.hr und croatia.hr.
Anreise und Erreichbarkeit
Dubrovnik liegt am südlichen Ende Dalmatiens, eingerahmt von der Adria im Westen und den steilen Hängen des Mount Srđ im Osten. Die Altstadt selbst ist autofrei — alle Anreise-Wege enden vor den Toren, ein Spaziergang ist der einzige Weg, die ummauerte Stadt zu erkunden.
Mit dem Auto
Aus Mitteleuropa fahren Sie über die slowenisch-kroatischen Autobahnen A1 und A6 bis Split, dann die Adria-Magistrale D8 entlang der Küste — eine der spektakulärsten Küstenstraßen Europas. Die Strecke von Wien beträgt rund 1.100 km, von München rund 1.250 km, von Frankfurt rund 1.700 km. Achten Sie auf den kurzen bosnischen Korridor bei Neum mit Grenzkontrollen. Parken in Dubrovnik nur außerhalb der Mauern: Tiefgarage Ilijina Glavica nahe Pile-Tor, Parkhaus Gruž am Hafen oder gebührenpflichtige Stellplätze in Lapad und Babin Kuk.
Mit der Bahn und dem Bus
Eine direkte Bahnverbindung nach Dubrovnik existiert nicht — die Bahnstrecke endet in Ploče rund 130 km nördlich. Komfortabler ist der Fernbus: Flixbus und kroatische Anbieter wie Arriva und Globtour verbinden Dubrovnik mit Split (4 bis 4,5 Stunden), Zagreb (rund 10 Stunden) und Sarajevo (rund 5 Stunden). Der Busbahnhof liegt am Hafen Gruž, von dort fahren die Linien 1A, 1B, 3 und 8 zur Altstadt in 10 bis 15 Minuten.
Mit dem Flugzeug
Flughafen Dubrovnik (DBV) liegt rund 20 km südöstlich der Altstadt bei Čilipi. Im Sommerhalbjahr direkt aus Frankfurt, München, Wien, Zürich, Düsseldorf und Hamburg. Vom Flughafen erreichen Sie die Altstadt per Atlas-Shuttle in rund 35 Minuten zum Pile-Tor (rund 12 Euro), Taxi rund 40 bis 55 Euro je nach Tageszeit.
Vor Ort bewegen und Parken
Die Altstadt ist komplett autofrei — Fahrräder, Roller und alle motorisierten Fahrzeuge sind innerhalb der Mauern verboten. Drei Tore führen hinein: Pile-Tor (Westen, Haupteingang), Ploče-Tor (Osten, Richtung Lazareti) und Buža-Tor (Norden, schmaler Treppen-Zugang). Innerhalb der Altstadt gehen Sie zu Fuß, sehr gut zu Fuß — die Stradun ist eben und glatt, die Seitengassen führen meist als Treppen die Hänge hinauf.
Pile-Tor und Onofrio-Brunnen — der Auftakt
Der klassische Spaziergang beginnt am Pile-Tor im Westen der Altstadt. Über die steinerne Zugbrücke und durch das doppelte Torgewölbe — außen ein Renaissance-Tor von 1537, innen ein älteres gotisches Portal von 1460 — treten Sie auf einen kleinen Platz. Über dem Innentor steht die Statue des Heiligen Blasius, des Schutzpatrons Dubrovniks, der seit dem 10. Jahrhundert die Stadt beschützen soll. Linker Hand öffnet sich der Platz mit dem Großen Onofrio-Brunnen (Velika Onofrijeva fontana). Der toskanische Architekt Onofrio della Cava baute den Brunnen 1438 als Endpunkt eines 12 Kilometer langen Aquädukts aus der Quelle Šumet. Aus 16 steinernen Masken sprudelt bis heute trinkbares Frischwasser. Direkt rechts gegenüber steht die kleine Erlöserkirche (Crkva Svetog Spasa) von 1528, die das Erdbeben fast unbeschadet überstand und heute für Konzerte genutzt wird.
Franziskanerkloster und die älteste Apotheke Europas
Wenige Schritte weiter beginnt das Franziskanerkloster (Franjevački samostan) aus dem frühen 14. Jahrhundert. Der zentrale Kreuzgang von Mihoje Brajkov aus Bar entstand 1317 und gehört mit seinen 60 schlanken Säulen und fein gearbeiteten Kapitellen zu den wichtigsten romanisch-gotischen Kreuzgängen Süddalmatiens. In der Bibliothek darüber rund 20.000 Bücher, 1.500 Handschriften und über 100 Inkunabeln. Im Erdgeschoss links vom Eingang öffnet sich die Mala Braća, die Apotheke der Kleinen Brüder — gegründet 1317 und damit eine der ältesten kontinuierlich betriebenen Apotheken Europas. Historische Apothekergefäße aus Majolika und Holzregale stammen teils noch aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Bis heute werden in der Verkaufstheke hausgemachte Cremes, Öle und Salben nach Klosterrezept verkauft. Eintritt rund 6 Euro, geöffnet 9 bis 18 Uhr.
Stradun — die polierte Hauptpromenade
Die Stradun, offiziell Placa, ist die zentrale Hauptachse der Altstadt — 300 Meter lang, 5 bis 10 Meter breit, von Pile-Tor im Westen bis zur Stadtuhr im Osten. Das Pflaster aus heller Kalksteinplatte ist so glatt poliert, dass es im Abendlicht wie Wasser glänzt. Diese spiegelnde Optik entsteht durch jahrhundertelange Politur. Wer vor 8 Uhr oder nach 22 Uhr läuft, hat die Stradun fast für sich allein. Beidseitig stehen die einheitlichen Bürgerhäuser nach dem Erdbeben von 1667 — drei Geschosse, schmale Fronten, einheitliche Fensterachsen, im Erdgeschoss meist ein einzelnes Doppeltor (na koljeno — Knie-Höhe — Ladenkombination). Schauen Sie an den Häusern auf die kleinen runden Steinöffnungen, durch die früher Wein an Pilger direkt aus dem Hauskeller verkauft wurde — ein heute wiederbelebtes Detail.
Sponza-Palast — Archiv und Eleganz
Am Ostende der Stradun, kurz vor der Stadtuhr, öffnet sich der Platz vor dem Sponza-Palast (Palača Sponza). Errichtet 1516 bis 1522 nach Plänen von Paskoje Miličević, ist der Sponza eine seltene Mischung aus venezianischer Gotik unten und Renaissance oben. Über dem Eingang die lateinische Inschrift Fallere nostra vetant et falli pondera — Unsere Gewichte verbieten zu betrügen und betrogen zu werden. Das ist Ragusas Handelsethos in einem Satz. Der Sponza war Zoll- und Münzhaus, Bankgebäude und kaufmännisches Versammlungshaus zugleich. Heute beherbergt der Palast das Staatsarchiv mit Dokumenten aus dem 12. Jahrhundert sowie eine Gedächtnisstätte für die Verteidiger Dubrovniks aus dem Krieg 1991 bis 1992. Eintritt frei.
Dominikanerkloster — Kunst, Stille, Innenhof
Direkt nördlich des Sponza betritt man die zweite große Klosteranlage Dubrovniks. Das Dominikanerkloster (Dominikanski samostan) entstand ab 1315 außerhalb der Stadtmauer und wurde später in den Mauerring einbezogen, weshalb es den nordöstlichen Eckpunkt der Altstadt bildet. Der Kreuzgang aus dem 15. Jahrhundert mit gotisch-frühen-Renaissance-Säulen, Palmenwedeln, Orangenbäumen und kleinem Brunnen ist einer der atmosphärisch dichtesten Orte der Stadt. Das angeschlossene Museum zeigt frühe dalmatinische Tafelmalerei: Madonnen von Lovro Dobričević aus dem 15. Jahrhundert, ein Diptychon von Nikola Božidarević um 1500, dazu Reliquiare und alte Codices. Eintritt rund 4 Euro, geöffnet 9 bis 17 Uhr. Zwischen 12 und 14 Uhr meist sehr ruhig.
Rektorenpalast — Sitz der ragusanischen Regierung
Vom Sponza-Platz aus rechts in die Pred Dvorom erreichen Sie nach 50 Metern den Rektorenpalast (Knežev dvor). Hier residierte einen Monat lang der Rektor (knez), das gewählte Staatsoberhaupt der Republik Ragusa, das während seiner kurzen Amtszeit den Palast nicht verlassen durfte — eine Konstruktion gegen persönliche Machtkonzentration. Der heutige Bau geht im Kern auf Pläne von Onofrio della Cava aus dem 15. Jahrhundert zurück, mit Renaissance-Erweiterungen von Michelozzo Michelozzi. Über dem Eingang die Inschrift Obliti privatorum publica curate — Vergesst die Privatangelegenheiten und kümmert euch um die öffentlichen. Im Inneren das Kulturhistorische Museum mit Möbeln, Porträts, Münzen, Waffen und apothekischer Sammlung. Im Innenhof Klassik-Konzerte im Sommer. Eintritt rund 15 Euro.
Kathedrale und Schatzkammer
Wenige Schritte südlich vom Rektorenpalast steht die Kathedrale Mariä Himmelfahrt (Katedrala Velike Gospe). Der Barockbau wurde nach dem Erdbeben von 1667 zwischen 1672 und 1713 errichtet, an der Stelle einer romanischen Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert, deren Bau angeblich von Richard Löwenherz finanziert wurde, der 1192 nach einem Schiffsunglück sein Leben rettete. Die wirklichen Schätze liegen in der Schatzkammer (Riznica): Reliquiare aus Gold und Silber, byzantinische Email-Arbeiten, die Reliquien des Heiligen Blasius — sein Schädel in einem byzantinischen Reliquiar des 11. Jahrhunderts, dazu Arm und Bein in eigenen Reliquiaren. Auch ein Stück des wahren Kreuzes und eine Windel des Christkindes werden hier aufbewahrt. Kathedrale frei, Schatzkammer rund 3 Euro.
Stadtmauerrundgang — der Höhepunkt
Der Spaziergang oben auf der Stadtmauer ist der visuelle Höhepunkt jedes Dubrovnik-Besuchs. Die Mauer ist mit rund 1.940 Metern Befestigungslänge fast komplett geschlossen, Höhe zwischen 4 und 25 Metern, Dicke 1,5 Meter zur Meerseite bis 6 Meter zur Landseite. Der begehbare Rundweg führt auf rund 2 Kilometern um die Altstadt und benötigt 1,5 bis 2 Stunden. Drei Aufgänge: Pile-Tor (Hauptaufgang), Ploče-Tor und Aquarium nahe St.-Johannes-Festung. Eintritt 2026 rund 35 Euro inklusive Lovrijenac. Im Uhrzeigersinn ab Pile zunächst Richtung Norden zur Festung Minčeta, dann ostwärts entlang der Landmauer mit Blick über die rote Dachlandschaft. An der Nordostecke der Revelin, im Süden die Adria, im Westen die Bokar-Festung. 16 Wachtürme und vier Festungseckpunkte. Goldenes Licht vor 9 Uhr oder nach 17 Uhr.
Die fünf Festungen im Überblick
Festung Lovrijenac
Auch Gibraltar Dubrovniks genannt, thront 37 m hoch auf einem isolierten Felsen westlich der Altstadt. Mauer bis zu 12 m dick, im 11. Jahrhundert begonnen, im heutigen Zustand 16. Jh. Über dem Eingang die Inschrift Non bene pro toto libertas venditur auro — Freiheit ist um keinen Preis der Welt zu verkaufen. Heute Schauplatz von Hamlet-Aufführungen während des Sommerfestivals.
Festung Minčeta
Höchster Punkt der Stadtmauer, 25 m hoch, rund gebaut, mit massiver Krone. 1319 begonnen, 1463 von Michelozzo Michelozzi und Juraj Dalmatinac in heutiger Form vollendet. Vom Dach Panoramablick über die ganze Altstadt, Adria und Mount Srđ. Bekannt aus Game of Thrones als Haus der Unsterblichen in Qarth.
Bokar-Festung
Halbkreisförmige Bastion an der südwestlichen Ecke, direkt am Meer, durch eine kleine Brücke mit der Mauer verbunden. 1461 nach Plänen von Michelozzo errichtet, eine der ältesten erhaltenen runden Artilleriebastionen Europas. Schützt die Hafeneinfahrt zwischen Bokar und Lovrijenac, mit dem die Stadt im Verbund verteidigt wurde.
St. Johannes-Festung
Auch Mulo-Festung, beherrscht den südlichen Hafeneingang. Im 14. Jahrhundert begonnen, im 16. Jahrhundert erweitert. Heute beherbergt sie das Aquarium im Erdgeschoss und das Maritime Museum mit Modellen ragusanischer Galeonen und Caracken in den oberen Stockwerken. Vom Wehrgang Blick auf den alten Hafen mit den Fischerbooten.
Revelin-Festung
Massive Bastion am Ostende der Altstadt, vor dem Ploče-Tor. Begonnen 1463, im heutigen Zustand 1538 fertiggestellt. Schützt das Ploče-Tor und damit den Landzugang aus dem Osten. Heute Schauplatz von Konzerten und Theateraufführungen während des Sommerfestivals. Vom Dach abendlicher Blick über die Dachlandschaft.
Kaiserlicher Fort und Mount Srđ
Festung Imperial auf 412 m Höhe oberhalb der Altstadt, von Napoleons Truppen 1806 bis 1812 errichtet. Im Heimatkrieg 1991 bis 1992 entscheidende Verteidigungsstellung der kroatischen Kräfte. Heute Heimatkriegs-Museum sowie Bergstation der 2010 wiedereröffneten Seilbahn. Panoramablick auf Altstadt, Lokrum und Adria.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Vergleich
Die Stadtmauer ist der visuelle Höhepunkt, aber in der Sommerhitze brutal — wer früh startet (8 Uhr Öffnung), kombiniert mit einem Spaziergang im Schatten der Klöster und einem Lokrum-Nachmittag im Pinienschatten.
Pile- und Ploče-Tor — die zwei Hauptzugänge
Drei Tore führen in die Altstadt, zwei davon sind die wichtigen Hauptzugänge. Das Pile-Tor im Westen ist das touristische Haupttor, durch das jeder erste Spaziergang führt. Vor dem Tor öffnet sich der Pile-Platz mit Bushaltestellen, Souvenirständen und der Steinbank, auf der sich morgens lange Schlangen für den Stadtmauer-Aufgang bilden. Die Brücke über den ehemaligen Wassergraben ist 1471 errichtet. Das Ploče-Tor im Osten ist der ruhigere Zugang. Durch die Revelin-Festung führt eine lange steinerne Brücke in die Altstadt, vor dem Tor das Quartier Ploče mit den ehemaligen Lazareten (Lazareti) — Quarantäne-Häusern, die die Republik Ragusa bereits 1377 als eine der ersten Städte der Welt für Pilger und Kaufleute aus der Levante einrichtete, um Pest und Cholera fernzuhalten. Heute sind die Lazareti ein Kulturzentrum mit Ateliers, Konzerten und Restaurants.
Game of Thrones — Dubrovnik als Königsmund
Zwischen 2011 und 2017 wurde Dubrovnik zur weltweit bekannten Filmkulisse für King's Landing in der HBO-Serie Game of Thrones. Die wichtigsten Drehorte: Die Jesuiten-Treppe (Skalinada) vom Bunićeva poljana hinauf zur Sankt-Ignatius-Kirche von 1738 war die Treppe der Schande aus Staffel 5. Pile-Bucht war Schwarzwasserbucht, Bokar-Festung das Rote Bergfried, Lovrijenac die Rote Festung. Festung Minčeta diente als Haus der Unsterblichen in Qarth, Trsteno-Arboretum als Gärten von King's Landing. Wer nicht alles abklappert, konzentriert sich auf die Jesuiten-Treppe (frei zugänglich, früh am Morgen leer), Lovrijenac (im Stadtmauer-Ticket) und Trsteno (per Bus 35 Minuten von Pile) — drei Stationen, die auch unabhängig von der Serie sehenswert sind.
Insel Lokrum — Pause vom Trubel
Vom alten Hafen im Osten der Altstadt führt eine Bootsverbindung in 15 Minuten zur Insel Lokrum, einem Naturreservat rund 600 Meter vor der Küste. Lokrum ist 0,72 km² groß, kein Mensch wohnt dauerhaft auf der Insel — dafür leben die Pfauen, die Erzherzog Maximilian von Habsburg im 19. Jahrhundert aussetzte, im Wald und stolzieren über die Wege. Sehenswert: ein ehemaliges Benediktinerkloster aus dem 11. Jahrhundert, der Botanische Garten mit Mittelmeer- und Tropenpflanzen, der kleine Salzwassersee Mrtvo more (Totes Meer), abgelegene felsige Badebuchten und Reste einer kleinen napoleonischen Festung auf dem Hügel. Tagesticket inklusive Hin- und Rückfahrt rund 27 Euro, Boote fahren halbstündlich zwischen 9 und 19 Uhr. Im Pinienwald der Insel die kühlste Stelle im Großraum Dubrovnik.
Mount Srđ und die Seilbahn
Hinter der Altstadt steigt der Mount Srđ steil auf 412 Meter Höhe an. Die Festung Imperial auf dem Gipfel wurde 1806 bis 1812 von Napoleons Truppen errichtet, im Heimatkrieg 1991 bis 1992 verteidigten kroatische Soldaten den Berg gegen die jugoslawische Volksarmee und retteten so die Altstadt vor weiterem Beschuss. Das Heimatkriegs-Museum in der Festung dokumentiert den Krieg in Bildern, Uniformen, Karten und Videos. Die Seilbahn wurde 2010 nach 19 Jahren Pause wiedereröffnet und transportiert Besucher in 4 Minuten von der Talstation an der Petra Krešimira IV-Straße auf den Gipfel. Tickets rund 27 Euro Berg- und Talfahrt. Oben das Restaurant Panorama, Blick auf Altstadt, Lokrum und an klaren Tagen bis Mljet oder Pelješac. Schönste Uhrzeit 30 Minuten vor Sonnenuntergang.
Trsteno-Arboretum und Tagestrip Cavtat
Zwei sinnvolle Abstecher runden den Spaziergang ab. Das Trsteno-Arboretum liegt rund 18 Kilometer nordwestlich der Altstadt und ist der älteste Renaissance-Garten Süddalmatiens — angelegt 1492 von der Adelsfamilie Gučetić-Gozze, mit Pavillon, Aquädukt, Neptun-Brunnen und über 500 Pflanzenarten. Game-of-Thrones-Fans erkennen die Gärten von King's Landing. Bus 35, 12 oder Postbus von Pile in 35 Minuten, Eintritt rund 7 Euro, 8 bis 18 Uhr. Cavtat liegt 18 Kilometer südöstlich, gegründet von griechischen Siedlern im 6. Jahrhundert vor Christus als Epidaurum, der Vorgängerstadt Dubrovniks. Malerischer Hafenort mit Promenade, Stränden, dem Račić-Mausoleum von Ivan Meštrović und dem Vlaho-Bukovac-Geburtshaus. Bus in 35 Minuten oder Wassertaxi in 45 Minuten.
Praktische Tipps für den Dubrovnik-Spaziergang
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Dubrovnik-Card prüfen
Die offizielle Dubrovnik Pass (1 Tag rund 35 Euro, 3 Tage rund 45 Euro, 7 Tage rund 55 Euro) umfasst den Stadtmauerrundgang und 9 Museen inklusive Rektorenpalast, Kulturhistorisches Museum, Maritime Museum und Bukovac-Haus. Wer Stadtmauer plus 2 Museen besucht, fährt damit deutlich günstiger als mit Einzeltickets.
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Frühaufsteher gewinnen
Stadtmauer-Öffnung um 8 Uhr — wer 7:45 Uhr am Pile-Aufgang steht, hat die Mauer in der ersten Stunde fast für sich. Ab 10 Uhr werden alle Engpässe (Treppenaufgänge, Aussichts-Plattformen) zu Wartepunkten. Auch Rektorenpalast und Kathedrale sind vor 10 Uhr ruhig.
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Im Hochsommer Schatten suchen
Auf der Stadtmauer gibt es weder Schatten noch Trinkwasser-Stationen. Im Juli und August mittags 35 bis 38 Grad — flüssigkeitsdicht packen (1 Liter pro Person), Sonnenhut und Sonnencreme aufgetragen, Pause in den schattigen Innenhöfen der Klöster Franziskaner und Dominikaner einplanen.
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Kreuzfahrtschiffe meiden
An Tagen mit drei oder mehr Kreuzfahrtschiffen wird die Altstadt zwischen 10 und 16 Uhr brutal voll. Vorab den Schiffsplan auf dem offiziellen Hafenportal Dubrovnik checken — an solchen Tagen früh starten und mittags auf Lokrum oder Mount Srđ ausweichen.
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Essen abseits der Stradun
Restaurants direkt an der Stradun und am Sponza-Platz sind teuer und touristisch. Bessere Lokalität in den Seitengassen Prijeko (mit Vorsicht: viele Animateur-Lokale), in der Od Sigurate, in der Ulica Antuninska oder besser außerhalb der Mauern in Ploče (Restaurant 360), Pile (Restaurant Nautika) oder im Quartier Lapad.
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Barrierefreiheit realistisch einschätzen
Die Stradun ist eben, die Seitengassen jedoch oft Treppen — gerade nach Norden zur Buža-Festung und nach Süden zur Kathedrale geht es steil hinauf. Stadtmauer und Lovrijenac sind nicht rollstuhl-zugänglich. Mount Srđ ist per Seilbahn erreichbar, oben Plattform begrenzt zugänglich.
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☀
Reisezeit-Empfehlung
April bis Juni und September bis Anfang November sind ideal für den Spaziergang mit Wandertauglichkeit. Juli und August sind heiß, voll und teuer. November bis März ruhig und mild (10 bis 16 Grad), aber Bootsverbindungen reduziert und manche Museen geschlossen. visitdubrovnik.hr und croatia.hr bündeln offizielle Saison-Hinweise.
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Plan B bei Regen
An den seltenen Regentagen (vor allem November bis März) verschieben Sie Stadtmauer und Lokrum auf später. Innenraum-Alternativen: Kathedral-Schatzkammer, Rektorenpalast, Kulturhistorisches Museum, Dominikanerkloster-Museum, Sponza-Archiv, Maritime Museum in St. Johannes — alle problemlos einen halben Tag füllend.
Insider-Tipps zum Dubrovnik-Spaziergang
Wo Sie Einheimische treffen
Frühmorgens vor 9 Uhr auf dem Gundulić-Platz beim Bauernmarkt, wo Frauen aus dem Konavle-Tal frischen Käse, Olivenöl, Lavendelhonig und Granatäpfel verkaufen. Im Quartier Pile, Lapad oder Ploče in den Tavernen, in denen die Speisekarte handgeschrieben in kroatischer Sprache hängt — Restaurant Kopun am Bošković-Platz, Konoba Dubrava im Ploče-Viertel, Konoba Lokanda Peskarija direkt am alten Hafen. Sonntags am Strand Banje nach 18 Uhr, wenn die Einheimischen nach Feierabend zum Sundowner kommen. In den Lazareti-Konzerten und Ateliers im Ploče-Viertel.
Was Sie aus Dubrovnik mitnehmen sollten
Ein Glas hausgemachte Crème oder Salbe aus der Mala-Braća-Apotheke — direkte Verbindung zu 700 Jahren Apothekengeschichte. Eine Flasche Pošip oder Plavac Mali aus den Weinbergen der Pelješac-Halbinsel, gekauft bei Vinoteca Tezoro oder D'Vino Wine Bar. Lavendelhonig oder Olivenöl vom Markt am Gundulić-Platz. Ein Buch von Ivo Andrić oder Slavenka Drakulić als literarisches Souvenir. Meiden: Magnet-Souvenirs, billige Game-of-Thrones-Repliken, Ramschschmuck als ragusanisch verkauft.
Republik Ragusa und das Erdbeben von 1667
Wer Dubrovnik versteht, versteht die Republik Ragusa. Sie bestand von 1358 bis 1808 — knapp 450 Jahre — und balancierte mit diplomatischem Geschick zwischen Venedig, dem Osmanischen Reich (zu dem sie ab 1458 Tribut zahlte, dafür aber Handelsfreiheit erhielt), den Habsburgern und dem Papst. Diese Außenpolitik der Neutralität — formuliert in der Devise Non bene pro toto libertas venditur auro (Freiheit ist um keinen Preis der Welt zu verkaufen) — machte Ragusa zur reichsten Stadt der Adria. Auf dem Höhepunkt um 1600 fuhren über 200 ragusanische Schiffe alle Häfen vom Atlantik bis ins Schwarze Meer an. Am 6. April 1667, einem Karfreitag, erschütterte das große Erdbeben Dubrovnik mit Magnitude um 7,0. Rund 5.000 Menschen starben, der Großteil der mittelalterlichen Bausubstanz brach zusammen. Der Senat erließ strenge Wiederaufbau-Verordnungen: einheitliche Hausfronten an der Stradun, drei Geschosse Höchsthöhe, einheitliche Fensterachsen. Daher die heute so wirkungsvolle barocke Einheitlichkeit der Promenade.
Kaiserlicher Palast und der Krieg 1991 bis 1992
Erzherzog Maximilian von Habsburg, später Kaiser von Mexiko, ließ ein Sommerschloss auf Lokrum bauen, das heute als Maximilian-Pavillon im Botanischen Garten besichtigt werden kann. Es war Maximilian, der Lokrum als Privatinsel kaufte, dort den Botanischen Garten anlegte und die Pfauen aussetzte. Maximilian starb 1867 in Mexiko, der angebliche Fluch des Klosters Lokrum gilt vielen bis heute als Erklärung. Die schmerzlichere Geschichte des 20. Jahrhunderts spielte sich vom 1. Oktober 1991 bis 31. Mai 1992 ab, als jugoslawische Volksarmee und montenegrinische Verbände Dubrovnik belagerten und systematisch beschossen. Die ummauerte Altstadt — UNESCO-Welterbe seit 1979 — wurde von rund 2.000 Granaten getroffen, 56 Prozent der Bausubstanz wurden beschädigt, 11,1 Prozent der Dächer mussten neu gedeckt werden. Die Festung Imperial auf Mount Srđ war strategischer Schlüsselpunkt der Verteidigung, das Heimatkriegs-Museum dort dokumentiert den Krieg. Wer Altstadt und Mount Srđ kombiniert, versteht die heutige Stadt als Ergebnis von zwei großen Wiederaufbauten — 1667 und 1992.




