Kroatien zählt 1.244 Inseln, Inselchen und Felsen entlang einer 6.278 Kilometer langen Adriaküste — bewohnt sind davon nur 47. Während Hvar, Brač und Korčula im Hochsommer von Yachten und Kreuzfahrtschiffen belagert werden, ruhen ein paar Seemeilen weiter Inseln, auf denen man Konoba-Wirte noch beim Vornamen kennt, Esel den Weg zur Bucht teilen und Olivenhaine bis ans Meer reichen. Lastovo wurde bis 1989 als militärische Sperrzone gehalten und ist heute Nationalpark mit dem dunkelsten Nachthimmel der Adria. Vis war bis 1989 jugoslawische Marine-Basis und besitzt mit der Blauen Grotte auf Biševo, den Pjevenara-Bays und der römischen Issa-Geschichte eine ungebrochene Authentizität. Die Elaphiti-Inseln Šipan, Lopud und Koločep vor Dubrovnik sind autofrei und in 45 Minuten erreichbar. Pag verbindet Mondlandschaft, Salinen und den weltberühmten Paški sir mit dem Partyort Zrće Beach. Wer 10 bis 14 Tage Zeit hat, kombiniert eine Süd-Schleife Pelješac-Mljet-Lastovo-Vis-Korčula mit den Elaphiti-Tagestouren oder eine Nord-Schleife Cres-Lošinj-Susak-Unije-Pag — und versteht am Ende, dass Kroatiens stille Inseln nicht weniger spektakulär sind als die berühmten, nur weniger fotografiert.
Anreise und Erreichbarkeit
Die unentdeckten Inseln Kroatiens erreicht man über vier wichtige Festland-Häfen: Rijeka für Cres und Lošinj im Norden, Zadar für die Zadar-Archipel-Inseln Iž, Olib, Silba, Premuda, Ist und Molat, Split als grössten dalmatinischen Hafen für Šolta, Vis, Lastovo und Mljet sowie Dubrovnik (Gruž) für die Elaphiti-Inseln Šipan, Lopud und Koločep.
Mit dem Auto
Aus Mitteleuropa führt die schnellste Route über die A1 Zagreb-Split (380 km, rund 4 Stunden ab Zagreb), Anschluss aus Deutschland und Österreich über A2 und Karawanken-Tunnel via Slowenien. Aus München nach Split sind es rund 920 km in 9 Stunden, aus Wien 870 km in 8:30 Stunden, aus Hamburg über A7-A10-A2 etwa 1.580 km in 16 Stunden. Für Cres-Lošinj fährt man bis Brestova südlich von Rijeka und weiter mit der Auto-Fähre nach Porozina (rund 25 Minuten). Mietwagen am Festland-Hafen abgeben spart Fährgebühren — ein Auto auf eine kleine Insel mitzunehmen kostet 35 bis 90 Euro je Strecke und ist auf Krapanj, Koločep und in Lubenice (Cres) ohnehin nicht erlaubt.
Mit dem Flugzeug
Die wichtigsten Flughäfen für unentdecktes Inselkroatien sind Split (SPU) mit Direktflügen ab Frankfurt, München, Wien, Zürich und Hamburg in 1:30 bis 1:50 Stunden, Dubrovnik (DBV) für die Elaphiti und Süddalmatien, Zadar (ZAD) für den mittleren Zadar-Archipel sowie Rijeka (RJK) für Cres und Lošinj. Aus DACH starten Croatia Airlines, Lufthansa, Eurowings, Austrian, Swiss und im Sommer Charter wie Tuifly und Condor. Wer Lastovo oder Vis besuchen will, fliegt nach Split und nimmt von dort die Jadrolinija-Fähre.
Mit der Fähre und dem Katamaran
Jadrolinija als staatliche Reederei bedient nahezu alle Linien — Auto-Fähren auf Hauptrouten Split-Vis (2:20 h), Split-Hvar-Vela Luka-Lastovo (4:30 h), Zadar-Preko-Iž und Zadar-Silba-Olib-Premuda sowie die Elaphiti-Schleife Dubrovnik-Koločep-Lopud-Šipan. Schnellere Personen-Katamarane fahren Krilo Shipping (Split-Hvar-Korčula-Mljet-Dubrovnik) und Kapetan Luka. Tickets bucht man online direkt bei Jadrolinija oder über Aggregatoren-Apps; in Hochsaison (Juli/August) Auto-Tickets mindestens zwei Wochen vorher reservieren, Personen-Tickets sind meist auch tagesaktuell zu haben.
Vor Ort bewegen
Auf grösseren Inseln (Cres, Pag, Vis, Lastovo, Mljet, Šolta) lohnt ein Mietwagen ab 40 Euro pro Tag oder Roller ab 25 Euro. Die Elaphiti-Inseln Šipan, Lopud und Koločep sind weitgehend autofrei — Lopud komplett, Šipan hat eine einzige Straße, Koločep besitzt nur Fußwege. Auf Krapanj transportiert ein einzelnes Boot Vorräte vom Festland, Autos gibt es keine. Innerorts bewegt man sich auf den meisten kleinen Inseln zu Fuß oder mit dem Fahrrad; Taxen sind selten und meist privat zu organisieren.
Süddalmatien — Lastovo, Vis und die Elaphiti vor Dubrovnik
Die südlichen Adriainseln sind das eigentliche Geheimnis-Reservoir Kroatiens. Lastovo und Vis verdanken ihre Unberührtheit der jugoslawischen Militärsperre, die Elaphiti-Inseln ihrer Lage als ruhige Vorgärten Dubrovniks ohne eigene Flughäfen oder große Hotelkomplexe.
Lastovo — entlegenster Nationalpark Kroatiens
Lastovo (53 km², rund 800 Einwohner) liegt 49 Kilometer südlich von Korčula und ist die entlegenste bewohnte Insel Kroatiens. Bis 1989 war die Insel militärische Sperrzone und für Ausländer komplett geschlossen — heute ist sie seit 2006 Naturpark mit 44 Inselchen rundum, einer der dunkelsten Nachthimmel Europas und nur 11 Übernachtungsbetriebe gesamt. Höchster Berg ist der Hum mit 417 Metern, Hauptort ist Lastovo-Selo, ein steinernes Dorf mit charakteristischen Kaminen (Fumari) als Statussymbol alter Kapitänsfamilien. Die Bucht Skrivena Luka (versteckter Hafen) im Süden ist eine der schönsten Anker-Buchten der Adria, der Leuchtturm Struga aus dem Jahr 1839 lässt sich als Übernachtung mieten. Karneval Poklad mit kontrollierten Strohpuppen-Verbrennungen im Februar ist UNESCO-Kulturerbe.
Vis — Insel der Pjevenara-Bays und Blaue Grotte
Vis (90 km², rund 3.500 Einwohner) war von 1944 bis 1989 jugoslawische Marine-Basis und für Ausländer komplett gesperrt. Das hat die Insel vor Massentourismus geschützt — bis heute prägen Olivenhaine, Weinberge und unverbaute Buchten das Bild. Hauptorte sind Vis-Stadt im Norden mit der antiken Issa-Geschichte (398 v. Chr. gegründet, ältester griechischer Polis-Standort der Adria) und Komiža im Westen als ehemaliger Fischerhafen. Die Pjevenara-Bays an der Südküste sind eine Kette dramatischer Klippenbuchten — Stiniva als enge Felsspalte mit smaragdgrünem Wasser wurde 2016 zum schönsten Strand Europas gewählt. Vom Hafen Komiža starten Bootstouren zur Blauen Grotte auf der Nachbarinsel Biševo, wo zwischen 11 und 12 Uhr Sonnenlicht durch ein Unterwasserloch die Höhle elektrisch blau ausleuchtet — Pflichttermin, aber von Mai bis Oktober überlaufen. Mamma Mia 2 wurde 2018 grossteils auf Vis gedreht, der Vis-Vugava-Weisswein vom autochthonen Vugava-Rebstock gehört zu den interessantesten Adriaweinen.
Šolta — die familiäre Schwester vor Split
Šolta (59 km², rund 1.700 Einwohner) liegt nur 9 Seemeilen vor Split, ist aber durch die Massenattraktion Brač nebenan immer übersehen worden. Genau das ist ihr Charme — Šolta lebt vom Olivenanbau (preisgekröntes Levantin-Öl), Weinbau mit dem autochthonen Dobričić-Rebstock und einer überschaubaren Sommertouristik in Maslinica, Stomorska und Nečujam. Die Bucht Šešula bei Maslinica mit den sieben Inselchen davor ist eines der schönsten Anker-Reviere Dalmatiens. Maslinica-Castello aus dem 18. Jahrhundert wurde zum Hotel umgebaut. Vom Hafen Rogač geht die Jadrolinija-Fähre in 50 Minuten nach Split — ideal für entspannte Tagesausflüge in die Diokletianstadt.
Mljet — Nationalpark mit zwei Salzseen
Mljet (100 km², rund 1.100 Einwohner) liegt nördlich der Elaphiti und ist zu rund 72 Prozent bewaldet — Aleppo-Kiefern, Steineichen und Macchia. Der Nationalpark Mljet im Westen umschließt zwei Salzseen, Veliko Jezero (Großer See) und Malo Jezero (Kleiner See), die durch enge Verbindung mit dem Meer stehen. Auf einer Insel im Veliko Jezero steht das Benediktinerkloster Sveta Marija aus dem 12. Jahrhundert, erreichbar per Park-Boot. Eintritt Nationalpark Juli/August rund 25 Euro, Vor- und Nachsaison 15 Euro. Polače und Pomena sind die Anlaufstellen für Hotels und Pensionen, Saplunara im Südosten besitzt einen der wenigen Sandstrände Dalmatiens.
Šipan — grösste Elaphiti-Insel
Šipan (16 km², rund 400 Einwohner) ist die grösste der 14 Elaphiti-Inseln vor Dubrovnik. Im 15. und 16. Jahrhundert war die Insel Sommerresidenz Dubrovniker Adelsfamilien — 42 Renaissance-Sommervillen sind bis heute erhalten. Hauptorte sind Suđurađ im Osten mit dem Skočibuha-Palast und Šipanska Luka im Westen mit langer Uferpromenade. Eine einzige Straße verbindet beide Häfen über das fruchtbare Šipansko Polje. Olivenöl Šipan ist preisgekrönt, Wein Dubrovacka Malvasija stammt von hier. Jadrolinija fährt von Dubrovnik-Gruž in rund 60 Minuten, im Sommer mehrmals täglich.
Lopud — autofreie Insel mit Šunj-Sandbucht
Lopud (4,6 km², rund 250 Einwohner) ist komplett autofrei — nur ein einziges Servicefahrzeug für Bauarbeiten existiert. Die Hauptpromenade Obala Iva Kuljevana vor dem Hafen zieht sich 2 Kilometer entlang der Bucht, gesäumt von Renaissance-Patrizier-Villen und der Franziskanerkloster-Ruine. Der Sandstrand Šunj an der gegenüberliegenden Süd-Bucht ist über einen 25-Minuten-Fußweg oder mit dem elektrischen Golfcart-Taxi (rund 8 Euro) erreichbar — feinkörniger Sand und sehr flach abfallendes Wasser, ideal für Familien. Im Šunj-Olivenhain dahinter wurde die Trickfilmserie Maja, die kleine Biene gedreht. Hotel Lafodia und Lopud 1483 als luxussaniertes Kloster sind die Übernachtungs-Highlights.
Koločep — kleinste Elaphiti am Stadtrand Dubrovniks
Koločep (2,4 km², rund 160 Einwohner) ist die kleinste der drei bewohnten Elaphiti und nur 30 Minuten Fährfahrt von Dubrovnik-Gruž entfernt. Zwei Dörfer Donje Čelo und Gornje Čelo sind über einen schattigen Pinien-Pfad in 20 Minuten zu Fuß verbunden — kein Auto, kein Fahrrad nötig. Die Bucht Donje Čelo besitzt einen kleinen Sandstrand, südwestlich liegen die berühmten Blauen Höhlen (Plava Špilja), erreichbar per Stand-up-Paddle oder geführter Bootstour. Hotel Kalamota und die kleinen Stein-Pensionen sind authentische Übernachtungsalternative zum lauten Dubrovnik im Sommer.
Norddalmatien und Kvarner — Cres, Susak, Pag und die kleinen Zadar-Inseln
Der Norden Kroatiens ist landschaftlich völlig anders — bewaldete Inseln im Kvarner-Golf, die Mondlandschaft Pags, Sandstrände auf Susak und ein weitgehend ungenutztes Insel-Mosaik vor Zadar mit Olib, Silba, Premuda, Ist und Molat.
Cres und das Geisterdorf Lubenice
Cres (405,7 km²) ist nach Krk die zweitgrösste Insel der Adria, aber mit nur rund 2.800 Einwohnern eine der dünnst besiedelten. Im Norden dominieren Eichenwälder, im Süden die karge Steinlandschaft Tramuntana. Das Bergdorf Lubenice klebt auf einem 378 Meter hohen Felsen über dem Meer — fast verlassen, nur etwa 10 ständige Einwohner, mittelalterliche Stein-Gassen ohne Auto-Zufahrt. Der Sandstrand Sveti Ivan tief unten in der Bucht ist nur über einen einstündigen Steilpfad oder per Boot erreichbar und gilt als einer der schönsten Strände der Adria. Die Cres-Stadt im Osten ist venezianisch geprägt, im Lake Vrana im Inselinneren liegt eines der wichtigsten Trinkwasserreservoirs Kroatiens — Baden verboten. Vrana-See und das Caput Insulae-Schutzgebiet beherbergen den seltenen Gänsegeier mit nur noch rund 60 Brutpaaren.
Susak — die Sandinsel der Kvarner-Bucht
Susak (3,8 km², rund 150 Einwohner) ist eine geologische Kuriosität — die einzige rein aus Sand bestehende Adriainsel, aufgeschichtet auf einem Kalksteinsockel über Jahrtausende. Höchste Erhebung ist die Bok-Düne mit 98 Metern. Susak hat eine eigene Sprache (Susak-Dialekt, kaum für andere Kroaten verständlich), eigene Trachten mit dem berühmten kurzen roten Faltenrock und eine Tradition von Auswanderung nach Hoboken, New Jersey — heute leben mehr Susak-Stämmige in den USA als auf der Insel. Erreichbar per Personen-Katamaran von Mali Lošinj oder Rijeka.
Pag — Käse-Insel und Salinen
Pag (284,6 km², rund 9.300 Einwohner) liegt im Kvarner-Velebit-Kanal und ist die kontrastreichste Insel Kroatiens — kahle Mondlandschaft im Westen durch den Bora-Wind, fruchtbare Felder im Osten. Der weltberühmte Schafskäse Paški sir (Pag-Käse) reift mindestens 6 Monate und wird aus Milch der Pag-Schafe gewonnen, die salzhaltige Wildkräuter fressen — dadurch der charakteristische würzige Geschmack. Die Salinen von Pag-Stadt produzieren seit dem 11. Jahrhundert Meersalz, das Salzmuseum erklärt das Verfahren. Pager Spitzen (Paška čipka) als Klöppelspitze sind seit 2009 UNESCO-Weltkulturerbe. Der Partyort Zrće Beach bei Novalja zählt im Sommer zur Open-Air-Club-Szene Europas mit Aquarius, Papaya und Kalypso. Wer Ruhe sucht, geht in den Norden nach Lun mit den uralten Olivenhainen (manche Bäume über 1.600 Jahre alt) und der Brücke von Pag-Stadt zum Festland.
Murter — Tor zu den Kornaten
Murter (18,6 km²) ist über eine Drehbrücke bei Tisno mit dem Festland verbunden. Hauptort Murter besitzt rund 2.000 Einwohner und ist Heim-Hafen vieler Charter-Yachten. Von hier starten die meisten Tagesausflüge zum Kornaten-Nationalpark mit seinen 89 unbewohnten Inseln, der dramatischsten Adria-Felslandschaft mit Klippen bis 80 Meter Höhe. Betina als zweiter Ort der Insel ist berühmt für seine Holzschiffbau-Tradition seit dem 18. Jahrhundert mit eigenem Werft-Museum.
Krapanj — die kleinste bewohnte Adriainsel
Krapanj (0,36 km², rund 170 Einwohner) vor Brodarica nördlich von Šibenik ist die kleinste bewohnte Insel Kroatiens und die am dichtesten besiedelte — Insel-Durchmesser nur 500 Meter. Schwammtaucherei seit dem 16. Jahrhundert prägt die Identität, das kleine Schwamm-Museum im Franziskanerkloster zeigt traditionelle Tauchtechniken. Eine Mini-Fähre verbindet die Insel im Tagestakt mit Brodarica am Festland, Autos existieren keine.
Iž, Olib, Silba, Premuda und der Zadar-Archipel
Vor Zadar liegt eine Kette ruhiger Inseln, die zusammen weniger Touristen empfangen als Hvar an einem einzigen Hochsaison-Tag. Iž (17,6 km², 550 Einwohner) ist Töpferei-Insel mit der einzigen erhaltenen Töpferwerkstatt der mittleren Adria. Olib (26 km², rund 140 Einwohner) zeigt mittelalterliche Stein-Architektur und einen einzigen Sandstrand. Silba (15 km², 290 Einwohner) ist autofrei und nur per Pferdewagen erschlossen, die runden Kapitänshäuser im Hauptort sind venezianisch geprägt. Premuda (9 km², 50 Einwohner) hat den feinsten Strand des Archipels in der Krijal-Bucht. Ist (10 km²) und Molat (22 km², rund 200 Einwohner) sind ruhige Bauern- und Fischer-Inseln mit ein paar Vermietern in Dorfhäusern. Alle Inseln verbindet die Jadrolinija-Linie ab Zadar mehrmals wöchentlich. Unije (16,9 km²) gehört zum Lošinj-Archipel und besitzt einen sandigen Bay im Süden — ideal als ruhige Alternative zu Mali Lošinj.
Die wichtigsten Aktivitäten auf Kroatiens stillen Inseln
Wandern auf Cres und Lastovo
Der Tramuntana-Trail auf Cres führt 50 Kilometer durch das Hinterland mit Aussicht auf Lubenice und das Meer; auf Lastovo erschließen ausgeschilderte Wege den 417 Meter hohen Hum mit Panorama-Blick über die Lastovo-Inselchen und im Süden bis zur italienischen Küste an klaren Tagen.
Bootsausflug zur Blauen Grotte
Ab Komiža auf Vis starten täglich um 9, 10 und 11 Uhr Bootstouren zur Blauen Grotte auf Biševo — zwischen 11 und 12 Uhr fällt Sonnenlicht durch ein Unterwasserloch und färbt die Höhle elektrisch blau. Kombi-Touren inkludieren Stiniva-Bucht und Green Cave auf Ravnik.
Strand-Hopping auf Lopud
Die Šunj-Bucht im Süden Lopuds bietet feinen Sand und flach abfallendes Wasser, erreichbar in 25 Minuten zu Fuß durch den Pinienwald oder mit dem Golfcart-Taxi für rund 8 Euro. Wer mehr Ruhe will, klettert von Šunj weiter über den Steilpfad zur kleinen Sutmiho-Felsenbucht.
Konoba-Abendessen mit Peka
Die kroatische Konoba ist Tradition pur — gegrillter Fisch, hausgemachter Wein und Peka als langsam unter Eisenhaube geschmortes Lamm oder Octopus. Auf Vis empfiehlt sich Konoba Roki's im Inneren der Insel mit eigenem Weingut, auf Lastovo die Konoba Triton in Zaklopatica direkt am Hafen.
Tauchen vor Vis und Lastovo
Vor Vis liegen mehrere Schiffswracks aus dem Zweiten Weltkrieg, darunter die B-17-Bomberruine in 72 Meter Tiefe und der italienische Zerstörer Re d'Italia. Lastovo bietet steile Drop-offs am Hum-Felsen und Grotten mit Korallen-Fauna. Tauchbasen in Komiža (Vis) und Pasadur (Lastovo) bieten Schnupperkurse ab 80 Euro.
Olivenhain-Besuche und Käsereien
Auf Pag empfiehlt sich die Sirana Gligora in Kolan mit Tasting-Plate ab 12 Euro, auf Šolta die Olivenölmühle in Grohote mit dem preisgekrönten Levantin-Öl, auf Pag-Nord in Lun begehbarer Olivenhain mit über 1.000-jährigen Bäumen, auf Šipan die alte Renaissance-Mühle der Familie Skočibuha.
Insel-Vergleich für die Routenplanung
Fünf Charaktere von leise (Lastovo) bis lebendig (Pag). Vis bietet das beste Gesamtpaket aus Geschichte, Wein und Buchten, Lopud das authentischste Inselgefühl ohne Auto.
Praktische Tipps für unentdecktes Inselkroatien
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€
Fährtickets direkt bei Jadrolinija buchen
Die staatliche Reederei deckt alle wichtigen Auto-Fähr-Routen ab und ist deutlich günstiger als Drittanbieter-Aggregatoren. Auto-Tickets in Hochsaison Juli und August mindestens zwei Wochen vorher reservieren, Personen-Tickets sind meist auch tagesaktuell verfügbar.
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Vorsaison Mai/Juni und September wählen
Im Juli und August sind Hvar, Korčula und Dubrovnik überlaufen, auch die ruhigeren Inseln Vis und Lastovo füllen sich. Mai bis Mitte Juni und ganzer September bieten 22 bis 27 Grad mit warmem Meer und 30 bis 50 Prozent günstigeren Unterkunftspreisen.
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Maximal 3 bis 5 Inseln in 14 Tagen
Die Fährfrequenz zu kleinen Inseln ist begrenzt, oft nur eine Verbindung pro Tag. Mindestens 2 Übernachtungen pro Insel einplanen, sonst geht der halbe Tag mit Ankunft, Auspacken und Hafensuche verloren. Eine Süd-Schleife Split-Vis-Lastovo-Mljet-Korčula-Elaphiti-Dubrovnik dauert 12 bis 14 Tage entspannt.
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Open-Jaw-Flug Split und Dubrovnik nutzen
Hinflug Split, Rückflug Dubrovnik (oder umgekehrt) spart einen Tag Rückfähre. Croatia Airlines, Eurowings und Lufthansa fliegen beide Häfen direkt aus DACH an, ab Sommer kommen Charter-Verbindungen mit Tuifly und Condor dazu.
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Auto auf Festland lassen, vor Ort mieten
Autos auf Fähren mitnehmen kostet 35 bis 90 Euro pro Strecke. Praktischer ist es, in Split, Zadar oder Dubrovnik einen Wagen abzugeben und auf der jeweiligen Insel einen lokalen Mietwagen für 40 Euro pro Tag oder Roller für 25 Euro zu nehmen. Auf Lopud, Koločep und Krapanj sind Autos sowieso überflüssig.
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♿
Bargeld für entlegene Inseln mitnehmen
Seit 2023 zahlt Kroatien mit Euro, auf den grossen Inseln und in Restaurants ist Kartenzahlung üblich. Auf Susak, Iž, Olib und in kleinen Konoba auf Lastovo wird teils nur Bargeld akzeptiert — vor der Inselüberfahrt am Festland Geldautomat aufsuchen.
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☀
Bora-Wind im Kvarner einplanen
Im Kvarner und auf Pag bläst die Bora aus Nordost — im Sommer mild, im Frühjahr und Herbst teils mit 7 bis 9 Beaufort. Fähren werden bei starker Bora gestrichen, eine Pufferzeit von einem Tag vor Rückflug einplanen. Karawanken-Auto-Anreise im April/Mai ist besonders bora-anfällig.
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Konoba abends rechtzeitig reservieren
Auf Vis Konoba Roki's bei Komiža mit Peka-Spezialitäten, auf Lastovo Konoba Augusta Insula in Zaklopatica und auf Mljet Konoba Šeki in Pomena sind in Saison oft ausgebucht. Telefonisch oder via WhatsApp 24 Stunden vorher reservieren, Peka muss meist 3 Stunden vorbestellt werden.
Insider-Tipps
Susak-Sanddüne im Sonnenuntergang
Wer einen Tagesausflug ab Mali Lošinj macht, sollte die Bok-Düne im Norden Susaks zur goldenen Stunde besuchen — der weiche Sandhügel mit Blick auf die offene Adria leuchtet im Abendlicht und ist eine optische Anomalie in dieser ansonsten felsigen Inselwelt. Letzter Katamaran zurück gegen 19 Uhr, vorher Fahrplan im Hafen prüfen.
Lastovo-Leuchtturm Struga als Übernachtung
Der Leuchtturm Struga aus dem Jahr 1839 auf der Südseite Lastovos lässt sich über Adriatic Lighthouses oder den kroatischen Staat als Ferienunterkunft mieten — vier Suiten in einer historischen Lighthouse-Anlage, mit eigenem Strandzugang und ohne Nachbarn im Umkreis von 3 Kilometern. Mindestbuchung meist 3 Nächte, Anreise per Boot ab Skrivena Luka.
Krapanj-Schwamm-Tauchen mit den Letzten der Tradition
Auf der kleinsten bewohnten Adriainsel Krapanj betreiben noch zwei Familien die Schwammtaucherei nach altem Verfahren. Eine Vorführung mit dem Boot der Familie Goleš dauert 90 Minuten und kostet rund 30 Euro pro Person, im Anschluss gibt es Olivenöl-Brot und hausgemachten Wein im Familienhof.



