Zagreb ist die Hauptstadt Kroatiens und mit rund 770.000 Einwohnern eine der besterhaltenen mitteleuropäischen Habsburger Städte. Die Lage am Fuß des Medvednica-Gebirges, geteilt in die mittelalterliche Oberstadt Gornji Grad und die Habsburger Unterstadt Donji Grad, gibt der Stadt einen besonderen Doppelcharakter — oben Steinerne Pforte, Markusplatz und Lotrščak-Turm mit täglichem Mittagsschuss, unten Ban-Jelačić-Hauptplatz, Boulevard-Architektur des sogenannten Grünen Hufeisens und Jugendstil-Pavillons. Die Standseilbahn Uspinjača aus dem Jahr 1890 verbindet beide Stadtteile auf rund 66 Metern als kürzeste öffentliche Standseilbahn der Welt. Zagreb ist gleichzeitig Museums-Hauptstadt mit kuriosen Sammlungen wie dem Museum für Heiratsabbrüche, das 2010 den Kenneth-Hudson-Preis gewann. Auf der Tkalčićeva-Straße reiht sich Bar an Bar, am Dolac-Markt verkaufen Bauern aus Zagorje und Slawonien Paprika, Trüffel und frische Tomaten. Im Advent verwandelt sich die ganze Innenstadt in einen Christkindlmarkt, der von 2016 bis 2018 dreimal in Folge zum besten Adventsmarkt Europas gewählt wurde. Wer Zagreb als Thema versteht und nicht nur als Zwischenstopp, findet eine Hauptstadt mit Charme zwischen Habsburger Erbe, jugoslawischer Vergangenheit und junger EU-Hauptstadt-Energie.

Anreise und Erreichbarkeit

Zagreb liegt am nördlichen Fuß des Medvednica-Gebirges, an der Sava und an der historischen Achse zwischen Wien und Belgrad. Die Stadt ist Verkehrsknoten Kroatiens und per Flug, Bahn und Auto sehr gut erreichbar — drei bis vier Tage reichen für die wichtigsten Wandel- und Charme-Elemente, fünf Tage erlauben Tagesausflüge nach Plitvice oder ins Zagorje.

Mit dem Flugzeug

Der Flughafen Franjo Tuđman (ZAG) liegt 17 Kilometer südöstlich des Zentrums und ist ab Deutschland mehrfach täglich angeflogen — Direktflüge aus Frankfurt, München, Düsseldorf, Hamburg, Berlin und Stuttgart mit Lufthansa, Croatia Airlines, Eurowings und ab Memmingen mit Ryanair. Flugzeit Frankfurt 1:25 Stunden, München 1:10 Stunden. Vom Flughafen fährt der Airport-Shuttle alle 30 Minuten zum Busbahnhof Autobusni Kolodvor für 8 Euro, Taxi-Festpreis rund 25 Euro.

Mit der Bahn und dem ÖPNV

Der Hauptbahnhof Zagreb Glavni Kolodvor liegt direkt am Grünen Hufeisen, EuroNight-Verbindungen kommen aus München über Salzburg und Ljubljana, weitere Direktverbindungen aus Wien, Budapest und Belgrad. Innerhalb der Stadt deckt das Tram-Netz ZET mit 15 Tagrouten und 4 Nachtrouten das ganze Stadtgebiet ab — Einzelfahrt 0,70 Euro, Tagesticket 4 Euro. Die historische Tram Linie 6 verbindet den Hauptbahnhof mit dem Ban-Jelačić-Platz in 5 Minuten.

Mit dem Auto

Aus Süddeutschland geht es über die A8 und A9 durch Slowenien zur kroatischen Grenze bei Bregana, dann auf der A3 in 25 Minuten ins Zentrum. Von München sind es rund 530 Kilometer, von Wien 380 Kilometer, von Salzburg 410 Kilometer. Im Zentrum sind die Tiefgaragen Importanne Galerija, Petrinjska und Tuškanac empfehlenswert, Stundensatz 1,30 bis 2 Euro.

Vor Ort bewegen

Die Oberstadt Gornji Grad und die Unterstadt Donji Grad sind komplett zu Fuß erschließbar, der Höhenunterschied beträgt rund 30 Meter. Wer den Aufstieg vermeiden will, nimmt die Standseilbahn Uspinjača vom Tomićeva-Straße-Eingang nahe der Ilica zur Strossmayer-Promenade — Fahrtdauer 64 Sekunden, Preis 0,66 Euro. Ride-Apps Bolt und Uber arbeiten flächendeckend, Innenstadtfahrt 4 bis 6 Euro.

München → Zagreb 530 km ~5:30 h via A8 und A1
Wien → Zagreb 380 km ~4:00 h via A2 und A4
Frankfurt → Zagreb 900 km Flug ~1:25 h Direktflug ab FRA
Zagreb → Plitvice 135 km ~2:00 h via A1
Zagreb → Ljubljana 140 km ~1:45 h via A2

Oberstadt Gornji Grad — mittelalterliches Herz mit Markusplatz

Die Oberstadt Gornji Grad ist das historische Herz Zagrebs und entstand aus den beiden mittelalterlichen Siedlungen Kaptol (Bischofssitz seit 1094) und Gradec (königliche Freistadt seit 1242 mit der Goldenen Bulle von König Béla IV.). Beide Hügel wurden im 19. Jahrhundert zur Oberstadt verschmolzen. Hier befinden sich die wichtigsten Symbol-Orte der kroatischen Staatlichkeit — der Markusplatz mit dem Parlamentsgebäude Sabor, der Banski Dvori als Sitz der Regierung und die Markuskirche mit ihrem berühmten bunten Dach.

Markusplatz und Markuskirche mit Buntdach

Der Markusplatz (Trg svetog Marka) ist einer der bekanntesten Plätze Kroatiens, vor allem wegen des farbig glasierten Dachs der Markuskirche (Crkva svetog Marka). Die Kirche stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert, das berühmte Dach wurde 1880 nach Plänen von Friedrich von Schmidt aufgesetzt und zeigt links das mittelalterliche Wappen des Königreichs Kroatien, Dalmatien und Slawonien und rechts das Stadtwappen Zagrebs. Innen finden sich Skulpturen von Ivan Meštrović. Auf dem Platz steht außerdem das Parlament der Republik Kroatien (Hrvatski Sabor), die Wachablösung der Garde Cravat Regiment findet sonntags um 12 Uhr statt.

Tor Steinerne Pforte — Wallfahrtsort im Stadtkern

Die Steinerne Pforte (Kamenita Vrata) ist eines der vier ursprünglichen Stadttore Gradec aus dem 13. Jahrhundert und das einzig erhaltene. Nach einem Brand 1731 fand man unverbrannt nur das Marienbild — seither ist die Pforte ein Wallfahrtsort. Gläubige zünden Kerzen an, hinterlassen Votivtafeln und beten im überdachten Tor-Durchgang. Die Atmosphäre zwischen mittelalterlicher Steinarchitektur und Hunderten brennender Kerzen ist eine der eindrucksvollsten Erfahrungen Zagrebs.

Lotrščak-Turm und 12-Uhr-Schuss Grički Top

Der Lotrščak-Turm (Kula Lotrščak) aus dem 13. Jahrhundert steht am südlichen Rand der Oberstadt und ist seit 1877 Schauplatz einer Tradition — täglich um Punkt 12 Uhr feuert die Kanone Grički Top einen Schuss ab. Der Schuss diente ursprünglich der Uhrensynchronisation der Stadt und ist heute ein Touristenmagnet. Wer auf den Turm steigt (5 Euro), hat den schönsten Blick über die Unterstadt und kann den Kanonenschuss von oben miterleben.

Unterstadt Donji Grad und Ban-Jelačić-Hauptplatz

Die Unterstadt Donji Grad wurde ab 1850 als Habsburger Planstadt mit Boulevards und Pavillons angelegt — das sogenannte Grüne Hufeisen Lenucijeva potkova mit acht Plätzen und Parkanlagen prägt das Stadtbild. Architektonisch dominieren Jugendstil, Neorenaissance und Neobarock. Auf den Boulevards stehen Nationalmuseen, der Kunstpavillon Umjetnički Paviljon, das Mimara-Museum und das Hauptpostamt.

Ban-Jelačić-Platz — das offizielle Stadtzentrum

Der Ban-Jelačić-Platz (Trg bana Josipa Jelačića) ist seit 1850 das offizielle Zentrum Zagrebs und der zentrale Tram-Knotenpunkt. Im Zentrum steht die Reiterstatue des Banus Josip Jelačić, der 1848 die kroatische Eigenständigkeit gegen die ungarischen Reformer verteidigte. Die Statue wurde 1866 enthüllt, 1947 vom jugoslawischen Regime entfernt und 1990 nach der Unabhängigkeit Kroatiens triumphal wiederaufgestellt — Symbol des nationalen Wandels. Im Advent verwandelt sich der Platz mit Eiskunstbahn, Tannenbaum und Glühweinständen in das Zentrum des Advent Zagreb.

Kathedrale Mariä Himmelfahrt

Die Kathedrale Mariä Himmelfahrt (Katedrala Marijina Uznesenja) auf dem Kaptol-Hügel ist mit ihren beiden 105 Meter hohen neugotischen Türmen das höchste Gebäude Kroatiens und prägt die Skyline. Die Kathedrale wurde nach dem schweren Erdbeben von 1880 von Hermann Bollé neugotisch umgebaut. Innen ruhen die Reliquien des Märtyrers Stjepan Kardinal Stepinac (1898 bis 1960), umstrittene Figur der jüngeren kroatischen Kirchengeschichte. Das Erdbeben vom 22. März 2020 beschädigte die Türme schwer — sie sind derzeit eingerüstet und werden bis voraussichtlich 2030 restauriert.

Standseilbahn Uspinjača — kürzeste der Welt

Die Standseilbahn Uspinjača verbindet seit dem 8. Oktober 1890 die Unterstadt mit der Strossmayer-Promenade in der Oberstadt — auf gerade einmal 66 Metern und mit einem Höhenunterschied von 30,5 Metern. Sie gilt als kürzeste öffentliche Standseilbahn der Welt. Die zwei roten Wagen mit Original-Holzbänken bewegen sich gleichzeitig in 64 Sekunden den Hang hinauf und hinunter. Die Bahn ist offizielles Kulturdenkmal Kroatiens, fährt täglich von 6:30 bis 22 Uhr und kostet 0,66 Euro pro Fahrt — touristisches Pflichtprogramm und gleichzeitig echter Alltags-ÖPNV.

Dolac-Bauernmarkt und Tkalčićeva-Bar-Straße

Direkt nördlich des Ban-Jelačić-Platzes steigt eine Treppe hinauf zum Dolac-Markt, dem wichtigsten Bauernmarkt Zagrebs. Der Markt heißt im Volksmund Trbuh Zagreba — der Bauch Zagrebs. Bauern aus dem Zagorje, aus Slawonien und Istrien verkaufen täglich Paprika, Trüffel, Walnüsse, Pršut-Schinken aus dem Karst, Sir iz Mišine (Schafskäse in Lammhaut) und je nach Saison Erdbeeren, Aprikosen oder Maronen. Die roten Sonnenschirme über den Marktständen sind ein eigenes Wahrzeichen Zagrebs. Geöffnet Mo bis Sa 7 bis 14 Uhr, So bis 13 Uhr.

Tkalčićeva — die Bar-Straße der Stadt

Wenige Schritte vom Dolac-Markt entfernt liegt die Tkalčićeva-Straße, die wichtigste Ausgehmeile Zagrebs. Auf einem Kilometer reihen sich rund 50 Cafés, Bars und Restaurants — von der traditionellen Konoba mit Krk-Wein bis zur Cocktailbar mit Mixology-Programm. Im Sommer sind die Terrassen voll ab 11 Uhr, im Winter werden die Außenplätze beheizt. Klassiker sind Stari Fijaker für Hauskost, Mali Medo für Hausbier, Booze and Blues für Live-Konzerte und Vinodol für gehobenes kroatisches Essen.

Mirogoj-Friedhof und Botanischer Garten

Der Mirogoj-Friedhof am nördlichen Stadtrand wurde 1876 nach Plänen von Hermann Bollé angelegt und ist heute einer der schönsten Friedhöfe Europas. Die 500 Meter lange Arkadenfront aus rotem Backstein mit Kuppeln und Türmen verbindet katholische, orthodoxe, jüdische und muslimische Bereiche — Symbol der religiösen Pluralität. Berühmte Gräber sind Franjo Tuđman (erster Präsident Kroatiens), der Dichter August Šenoa und der Mathematiker Marin Getaldić. Eintritt frei, Tram-Linien 106 und 226 vom Ban-Jelačić-Platz.

Botanischer Garten der Universität

Der Botanische Garten (Botanički vrt) liegt im Grünen Hufeisen zwischen dem Hauptbahnhof und dem Tomislav-Platz und wurde 1889 gegründet. Auf 5 Hektar wachsen rund 10.000 Pflanzenarten — darunter ein Arboretum, ein japanischer Garten, ein Teich-Bereich mit Lotusblumen und Gewächshäuser. Eintritt frei, geöffnet April bis Oktober Mo geschlossen, Di bis So 9 bis 19 Uhr.

Museum für Heiratsabbrüche und die Museum-Hauptstadt-Tradition

Zagreb gilt als Museum-Hauptstadt mit über 30 Museen, vielen davon mit ungewöhnlichem Konzept. Das berühmteste ist das Museum für zerbrochene Beziehungen (Muzej prekinutih veza), oft kurz Museum für Heiratsabbrüche genannt. Das Museum sammelt seit 2010 Objekte, die nach Trennungen übrig blieben — vom Hochzeitskleid über Liebesbriefe bis zum Ehering — mit anonymisierten Kurztexten der Spender. Es gewann 2011 den Kenneth-Hudson-Award als innovativstes europäisches Museum. Lage in der Oberstadt nahe Markusplatz, Eintritt 7 Euro, geöffnet täglich 9 bis 21 Uhr im Sommer, 10 bis 18 Uhr im Winter.

Weitere kuriose Museen

Das Museum der Illusionen (Muzej iluzija) in der Ilica zeigt optische Täuschungen, Holografien und Vexierbilder — beliebt bei Familien. Das Tunnel-Grič-Museum nutzt einen Luftschutztunnel aus dem Zweiten Weltkrieg, der unter Gornji Grad verläuft, als Veranstaltungsort und Geschichtspfad. Das Kataben-Museum für Naive Kunst (Hrvatski muzej naivne umjetnosti) zeigt Werke von Ivan Generalić, Mijo Kovačić und der Schule von Hlebine — kroatische Naive Kunst weltbekannt.

Tunnel Grič und unterirdisches Zagreb

Der Tunnel Grič ist ein 350 Meter langer Luftschutztunnel mit sechs Eingängen, gebaut 1943 unter der Oberstadt. Er war in den 1990er-Jahren während des Heimatkriegs erneut als Schutzraum aktiv. Seit 2016 ist er begehbar und wird für Ausstellungen, Konzerte und im Advent als Festtagsmarkt genutzt. Eingänge liegen an der Mesnička, der Tomićeva und der Radićeva. Eintritt frei, geöffnet 9 bis 21 Uhr — angenehm kühl im Sommer mit konstanten 18 Grad.

Maksimir-Park, Zoo und Jarun-See

Zagreb hat zwei große Naherholungsräume innerhalb der Stadt. Der Maksimir-Park (Park Maksimir) im Osten wurde ab 1787 als erster öffentlicher Park Südosteuropas angelegt — 316 Hektar mit fünf Teichen, englischer Landschaftsarchitektur und dem Zoo Zagreb. Der Zoo zeigt rund 280 Tierarten, darunter Tiger, Schimpansen und Roten Pandas. Eintritt Park frei, Zoo 7 Euro, Tram-Linien 4, 7 und 11.

Jarun-See — die Riviera von Zagreb

Der Jarun-See im Südwesten ist ein 80 Hektar großer künstlicher See, angelegt 1987 für die Universiade. Heute Naherholungsgebiet mit Sandstrand, Beachvolleyball, Ruderbahn, Inline-Skating-Strecken und einer langen Promenade. Im Sommer findet hier das INmusic Festival statt — Kroatiens größtes Open-Air-Festival mit internationalen Headlinern. Tram-Linien 5 und 17.

Advent Zagreb und Coffee-Kultur špica

Der Advent Zagreb (Advent u Zagrebu) findet jährlich von Ende November bis Anfang Januar statt und wurde 2016, 2017 und 2018 dreimal in Folge zum besten Weihnachtsmarkt Europas gewählt (European Best Destinations Award). Verschiedene Schauplätze überziehen die Stadt — Ban-Jelačić-Platz mit Eisbahn und Riesentannenbaum, Tomićeva-Straße mit Lichterhimmel, Zrinjevac-Park mit Konzerten, Strossmayer-Promenade als Live-Music-Strecke und der Tunnel Grič mit Festtagsmarkt. Spezialitäten sind Fritule (kleine süße Bällchen mit Rum), gefüllte Sarma-Krautwickel und Glühwein aus Plavac-Mali-Trauben.

Špica — die samstägliche Coffee-Kultur

Špica bezeichnet das samstägliche Vormittagsritual in Zagreb — zwischen 11 und 14 Uhr füllen sich die Cafés der Bogovićeva-Straße, der Cvjetni-Trg und der Tkalčićeva, alle Zagreber treffen sich auf einen Cappuccino, sehen und werden gesehen. Špica ist halb soziales Statement, halb Stadtsoziologie. Klassiker sind Eli Caffe für besten Espresso, Cafe U Dvorištu für versteckte Innenhöfe und Booksa für literarische Atmosphäre.

Die wichtigsten Charme-Orte im Überblick

Markusplatz und Markuskirche

Bunte Dachglasur von 1880 mit Wappen Kroatiens und Zagrebs, davor das Parlament Sabor. Symbolort der kroatischen Staatlichkeit. Wachablösung der Cravat-Garde sonntags 12 Uhr.

Steinerne Pforte

Einzig erhaltenes Stadttor Gradec aus dem 13. Jahrhundert. Wallfahrtsort seit 1731 mit dem unverbrannten Marienbild — Hunderte Kerzen brennen im Durchgang. Atmosphäre einzigartig.

Lotrščak-Turm

Mittelalterlicher Turm aus dem 13. Jahrhundert. Täglich 12 Uhr Mittagsschuss der Kanone Grički Top seit 1877. Aufstieg 5 Euro, schönster Blick über die Unterstadt.

Standseilbahn Uspinjača

Seit 1890, 66 Meter Länge, 30,5 Meter Höhenunterschied. Kürzeste öffentliche Standseilbahn der Welt. Fahrtdauer 64 Sekunden, Preis 0,66 Euro, offizielles Kulturdenkmal.

Dolac-Markt

Wichtigster Bauernmarkt der Stadt, genannt Bauch Zagrebs. Rote Sonnenschirme über den Ständen sind Wahrzeichen. Bauern aus Zagorje, Slawonien und Istrien. Mo-Sa 7 bis 14 Uhr.

Mirogoj-Friedhof

500 Meter Backstein-Arkaden von Hermann Bollé ab 1876. Religiöse Pluralität auf einem Friedhof — katholisch, orthodox, jüdisch, muslimisch. Tram-Linien 106 und 226.

Oberstadt Gornji Grad und Unterstadt Donji Grad im Vergleich

Kriterium
Gornji Grad
Donji Grad
Kaptol
Novi Zagreb
Maksimir
Charakter
Mittelalterlich, Kopfsteinpflaster
Habsburger Planstadt
Bischofssitz, Kathedrale
Plattenbauten 1960er
Parkviertel, Zoo
Hauptattraktion
Markusplatz
Ban-Jelačić-Platz
Kathedrale, Dolac
Museum für zeitgenössische Kunst
Maksimir-Park
Architektur
Gotik, Barock, 17. Jh.
Jugendstil, Neorenaissance
Neugotik nach 1880
Sozialistische Moderne
Englischer Park
Café-Szene
Versteckt, Promenade
Špica, Bogovićeva
Tkalčićeva-Bars
Lokal, wenig touristisch
Park-Kioske
Erreichbar
Standseilbahn, Treppen
Alle Tram-Linien
Treppe Dolac
Tram 6, 7, 14
Tram 4, 7, 11
Touristen-Dichte
Sehr hoch
Hoch
Hoch
Niedrig
Mittel
Empfohlene Zeit
Halber Tag
Ganzer Tag
2 bis 3 Stunden
2 Stunden
Halber Tag mit Zoo

Zagreb erschließt sich aus dem Kontrast — wer die enge mittelalterliche Oberstadt und die weite Habsburger Unterstadt vergleicht, versteht den Doppelcharakter der Hauptstadt.

Praktische Tipps für Zagreb

  • Euro seit Januar 2023

    Kroatien hat die Kuna am 1. Januar 2023 durch den Euro abgelöst. Kartenzahlung ist überall akzeptiert, Bargeld dennoch sinnvoll für Trinkgeld und kleine Marktstände. Geldautomaten am Ban-Jelačić-Platz, am Hauptbahnhof und in der Ilica.

  • Standseilbahn Uspinjača einplanen

    Die kürzeste Standseilbahn der Welt fährt täglich 6:30 bis 22 Uhr alle 10 Minuten ab Tomićeva-Straße. Fahrtdauer 64 Sekunden, Einzelfahrt 0,66 Euro. Spart den Aufstieg von Donji nach Gornji Grad und ist Pflicht-Erlebnis.

  • + 12-Uhr-Schuss am Lotrščak-Turm erleben

    Die Kanone Grički Top feuert seit 1877 täglich Punkt 12 Uhr einen Schuss ab. Wer beim Spaziergang in der Oberstadt erschrickt, weiß jetzt warum. Vom Turm-Aufgang aus mit 5 Euro Eintritt das Erlebnis von oben.

  • i Advent Zagreb ab Ende November

    Der Adventsmarkt wurde 2016, 2017 und 2018 zum besten Europas gewählt. Sechs Schauplätze von Ban-Jelačić-Platz bis Tunnel Grič. Höhepunkt zwischen drittem Advent und Sankt Nikolaus, Hotels drei Monate vorher buchen.

  • Dolac-Markt früh besuchen

    Der Bauch Zagrebs läuft Mo bis Sa von 7 bis 14 Uhr, Sonntag bis 13 Uhr. Vor 10 Uhr ist die Auswahl am größten und die Bauern haben Zeit für Fragen. Probieren von Sir iz Mišine und Pršut ist Standard, nicht Frechheit.

  • Sprache und Verständigung

    Amtssprache Kroatisch, Englisch bei Jüngeren fast überall. Deutsch in Hotels und touristischen Cafés verbreitet — kroatische Gastarbeiter-Generationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz prägen die Sprachkompetenz. Hvala (Danke) und Dobar dan (Guten Tag) öffnen jede Tür.

  • Beste Reisezeit Mai und September

    Mai und Juni bringen 22 bis 27 Grad, September und Anfang Oktober ähnlich. Juli und August häufig über 32 Grad und schwül, Stadt teilweise leer. Winter kühl mit Schnee, dafür Advent. Quellen wie infozagreb.hr und croatia.hr listen Festivals saisongenau.

  • Tagestrip nach Plitvice

    Plitvice-Nationalpark UNESCO 135 Kilometer südlich, 2 Stunden Fahrt über A1. Tagestour mit Bus oder Mietwagen, im Sommer früh los wegen Andrang. Kombiniert mit Rastoke-Wassermühlen eine ganztägige Naturreise.

Insider-Tipps

Tom-Ćosić-Brauereien und kroatisches Craft-Beer

Die Pivovara Medvedgrad in der Ilica und in der Tkalčićeva braut seit 1995 lokales Craft-Beer — Mali Medo Pivo (Pils), Zlatni Medvjed (Lager) und saisonale IPAs. Eine halbe Liter kostet 3 bis 4 Euro, Brauerei-Touren auf Anfrage. Zagreb hat zudem mit Garden Brewery und Nova Runda zwei der wichtigsten kroatischen Craft-Beer-Marken hervorgebracht.

Tomislav-Platz und Hauptbahnhof

Der Tomislav-Platz vor dem Hauptbahnhof ist Teil des Grünen Hufeisens und einer der schönsten Plätze der Unterstadt — mit der Reiterstatue König Tomislavs (910 bis 928), erster kroatischer König. Der Kunstpavillon Umjetnički Paviljon aus Glas und Gusseisen wurde 1898 für die Millenniumsausstellung in Budapest gebaut und 1900 nach Zagreb transportiert — eines der wenigen seinerzeit gebauten Eisengebäude weltweit. Eintritt 5 Euro.

HÄUFIGE FRAGEN

Wie komme ich vom Flughafen Zagreb ins Stadtzen­trum?

Der Airport-Shuttle fährt alle 30 Minuten vom Flughafen Franjo Tuđman zum Busbahnhof für 8 Euro, alternativ kostet ein Taxi rund 25 Euro. Der Flughafen liegt 17 Kilometer südöstlich des Zentrums.

Welche öffentlichen Verkehrsmittel gibt es in Zagreb?

Das Tram-Netz ZET deckt die ganze Stadt mit 15 Tagrouten und 4 Nachtrouten ab. Eine Einzelfahrt kostet 0,70 Euro, ein Tagesticket 4 Euro.

Was ist die kürzeste Standseilbahn der Welt?

Die Uspinjača in Zagreb verbindet seit 1890 die Oberstadt und Unterstadt auf nur 66 Metern Länge und ist damit die kürzeste öffentliche Standseilbahn der Welt.

Wann ist die beste Reisezeit für Zagreb?

Die beste Reisezeit ist Mai bis Juni und September, sowie der Advent ab Ende November, wenn die Innenstadt zum mehrfach preisgekrönten Christkindlmarkt wird.
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