Der Nationalpark Plitvicer Seen in Mittelkroatien zählt zu den ältesten und am häufigsten besuchten Schutzgebieten Südosteuropas und gilt als spektakulärstes Naturwunder des Landes. Auf rund 296 Quadratkilometern Karstlandschaft an der Grenze zwischen den Regionen Lika und Kordun reihen sich 16 terrassenförmig angeordnete Seen über eine Höhendifferenz von 133 Metern aneinander, verbunden durch insgesamt 92 Wasserfälle, von denen der Veliki Slap mit 78 Metern Fallhöhe der höchste Wasserfall Kroatiens ist. Die Seen werden in zwei Gruppen gegliedert, die zwölf Oberen Seen Gornja Jezera in einer weiten Talweitung mit Wald-Charakter und die vier Unteren Seen Donja Jezera in einer engen Karstschlucht mit den größten Wasserfällen. Seit 1979 trägt der Park den Status UNESCO-Welterbe und gehört damit zu den ersten Naturerbe-Stätten weltweit. Die beste Saison reicht von Anfang April bis Anfang Juni und von Mitte September bis Mitte Oktober, wenn der Wasserstand hoch und die Besucherzahlen moderat sind. Wer einen vollen Tag einplant, kombiniert die Routen H und K mit Bootsfahrt über den Kozjak und Panorama-Zug zu einem unvergesslichen Naturerlebnis aus Travertin-Sinterterrassen, türkisen Becken und donnernden Kaskaden.
Anreise und Erreichbarkeit
Der Nationalpark Plitvicer Seen liegt sehr verkehrsgünstig an der Hauptachse zwischen Mittelkroatien und der Adriaküste. Die Hauptstraße D1 führt direkt am Park vorbei und verbindet Zagreb im Norden mit Split im Süden, parallel verläuft die Autobahn A1 mit eigener Ausfahrt Otočac. Für die Anreise eignen sich Zagreb mit zwei Flughafen, Zadar an der Küste mit kurzem Transfer und Split als südlichster Startpunkt. Eine offizielle Informationsplattform für Anreise, Tickets und Routen ist np-plitvicka-jezera.hr, allgemeine Reise-Infos für Kroatien liefert croatia.hr - beide nur als Recherche-Hinweis, weil im Beitrag keine externen Verlinkungen gesetzt werden.
Mit dem Auto
Aus Mitteleuropa führt die Anreise über Slowenien und die kroatische Autobahn A1 in Richtung Süden, Ausfahrt Otočac für den westlichen Zugang oder Ausfahrt Karlovac für die nördliche Variante über die Landstraße D1. Aus Zagreb sind es 130 Kilometer und rund anderthalb Stunden Fahrt, aus Zadar 130 Kilometer und etwa 90 Minuten, aus Split 260 Kilometer und drei Stunden. Im Hochsommer staut sich der Verkehr auf der D1 vor den Eingängen, vor allem zwischen 9 und 11 Uhr. Parkplätze direkt am Ulaz 1 und Ulaz 2 kosten 10 Kuna pro Stunde, ein Tagespass liegt bei 70 Kuna oder rund 9 Euro.
Mit dem Bus
Der Nationalpark ist sehr gut mit öffentlichen Bussen erreichbar. Von Zagreb verkehren täglich rund zehn Verbindungen über die Stationen Karlovac und Slunj zu den beiden Park-Eingängen, Fahrtdauer zweieinhalb bis drei Stunden, Ticketpreis 12 bis 16 Euro. Aus Zadar gibt es sechs tägliche Verbindungen über Gospić und Korenica in zwei Stunden für 12 bis 15 Euro. Aus Split fährt die Linie über Sinj und Knin in viereinhalb Stunden für 22 Euro. Die Bushaltestelle liegt direkt vor den Eingängen Ulaz 1 und Ulaz 2 an der D1, Fahrkarten sollten in der Hochsaison vorab gebucht werden.
Mit dem Flugzeug
Drei Flughafen kommen für die Anreise in Frage. Zagreb Pleso mit 130 Kilometern Entfernung ist die ganzjährige Option mit den meisten Direktflügen ab Wien, München, Frankfurt, Berlin und Düsseldorf in eineinhalb Stunden. Zadar Zemunik mit 130 Kilometern ist zwischen April und Oktober aus Köln, Stuttgart, Hamburg und Memmingen erreichbar, Flugzeit zwei Stunden. Split Resnik mit 260 Kilometern ist die südlichste Variante und sinnvoll, wenn die Reise mit der Adriaküste kombiniert wird. Mietwagen sind an allen drei Flughafen verfügbar, alternativ verbinden Shuttle-Busse Zadar mit den Plitvicer Seen für rund 25 Euro pro Person.
Vor Ort bewegen und Parken
Innerhalb des Nationalparks ist der eigene Wagen tabu. Der Park betreibt seit Jahrzehnten ein eigenes ökologisches Transport-System aus elektrisch betriebenen Panorama-Zügen entlang der Hochkante und Elektroschiffen über den großen See Kozjak. Beide sind im Tagesticket enthalten und verkehren von April bis Oktober im Zehn- bis Zwanzig-Minuten-Takt. Außerhalb sind Eingang 1 nördlich und Eingang 2 zentral knapp 2,5 Kilometer voneinander entfernt, ein Shuttle-Bus oder ein 30-minütiger Spaziergang verbindet beide. Übernachtungsgäste in den Park-Hotels Plitvice, Bellevue und Jezero parken vor dem Hotel kostenlos.
16 terrassenförmige Seen im Karst-Plateau
Die 16 Seen der Plitvica sind in zwei Gruppen gegliedert und reihen sich in einer Karstmulde über 8 Kilometer Länge und 133 Höhenmeter aneinander, verbunden durch 92 Wasserfälle und unzählige kleine Kaskaden. Alle Seen sind durch Travertin-Schwellen voneinander getrennt. Die Wasserfarbe wechselt je nach Sonnenstand, mineralischem Gehalt und Jahreszeit zwischen smaragdgrün, türkisblau und stahlgrau, weil das Karstwasser Kalziumkarbonat in hoher Konzentration mitbringt. Die zwölf Oberen Seen Gornja Jezera umfassen Prošćansko jezero, Ciginovac, Okrugljak, Galovac, Gradinsko jezero und den Kozjak mit 81 Hektar als größtem See. Die vier Unteren Seen Donja Jezera sind Milanovac, Gavanovac, Kaluđerovac und Novakovića brod, ihre Wasserfälle stürzen in eine schmale Karstschlucht.
Veliki Slap - der höchste Wasserfall Kroatiens
Der Veliki Slap, übersetzt Großer Wasserfall, ist mit 78 Metern Fallhöhe der höchste Wasserfall Kroatiens und das ikonische Wahrzeichen des Nationalparks. Er fällt am Eingang Ulaz 1 in einer offenen Stufe über eine Travertin-Wand in das Sastavci-Becken, in dem sich die Wasser der Plitvica vereinen, bevor sie als Korana weiterfließen. Die Wassermenge schwankt zwischen 0,5 Kubikmetern pro Sekunde im trockenen Hochsommer und über 50 Kubikmetern pro Sekunde nach Schneeschmelze und Herbstregen. Eine 200 Meter lange Treppe führt vom Aussichtspunkt hinab zum Fuß des Falls. Das ikonische Foto entsteht vom Aussichtspunkt 78 Meter über dem Becken in den frühen Morgenstunden.
Obere Seen - Gornja Jezera mit Wald-Charakter
Die Oberen Seen Gornja Jezera liegen im südlichen Teil des Parks und umfassen den größeren Teil der Anlage. Sie sind in eine sanfte Talweitung eingebettet, umrahmt von Buchen- und Tannenwäldern, und prägen den Park-Charakter mit großen Wasserflächen, ruhigen Becken und weitläufigen Holzstegen. Größter See ist der Prošćansko jezero mit 68 Hektar an der südlichen Spitze, gefolgt vom dramatischen Galovac mit dem 25 Meter hohen Galovački buk. Charakteristisch sind die langen Holzstege, die teils direkt über Travertin-Schwellen geführt werden. Die Oberen Seen erschließt Route H in vier bis sechs Stunden und die Königstour K in sechs bis acht Stunden.
Untere Seen - Donja Jezera in der Karstschlucht
Die Unteren Seen Donja Jezera liegen im nördlichen Teil zwischen Kozjak und Korana-Schlucht und konzentrieren auf nur 2 Kilometer Länge die größten Wasserfälle. Die vier Seen sind in eine enge Karstschlucht eingebettet, deren senkrechte Felswände bis zu 60 Meter aufragen. Höhepunkt ist neben dem Veliki Slap der Sastavci-Komplex sowie der Mali Slap mit 25 Metern Fallhöhe. Holzstege führen teils unter überhängenden Felsen entlang, was im Sommer ein Mikroklima mit angenehmer Kühle erzeugt. Die Unteren Seen werden meist über Ulaz 1 erschlossen.
Wanderrouten A bis K - die offiziellen Park-Routen
Der Nationalpark betreibt seit den 1960er Jahren ein System aus sieben offiziellen Wanderrouten, die mit den Buchstaben A bis K markiert sind. Die Routen A, B und C starten am Eingang 1 und decken die Unteren Seen ab, die Routen E, F, H und K starten am Eingang 2 und konzentrieren sich auf die Oberen Seen oder kombinieren beide Bereiche. Route A ist die kürzeste Variante mit zweieinhalb Stunden, B fügt eine Schleife über Kozjak in vier Stunden hinzu, C deckt in sechs Stunden alle 16 Seen ab. Route H führt in vier bis sechs Stunden über Boot und Bahn durch beide Bereiche. Die Königsroute K verlangt sechs bis acht Stunden, deckt 18,3 Kilometer ab und ist die anspruchsvollste Variante mit Anstiegen zur Hochkante.
Bootsfahrt über den See Kozjak
Die Bootsfahrt über den Kozjak ist ein zentraler Bestandteil der meisten Routen. Mit 81 Hektar Fläche und 47 Metern Tiefe ist der Kozjak der mit Abstand größte See des Parks und trennt die Oberen von den Unteren Seen. Elektroschiffe für rund 80 Passagiere verkehren zwischen drei Anlegestellen P1, P2 und P3 im Zwanzig-Minuten-Takt von April bis Oktober. Die Überfahrt dauert 15 bis 20 Minuten und ist im Tagesticket enthalten. Während der Fahrt eröffnen sich Blicke auf die Schlucht Stupica und den Berg Medveđak.
Panorama-Zug entlang der Hochkante
Drei elektrisch betriebene Touristen-Bahnen verkehren zwischen ST1 am Eingang 2, ST2 in der Mitte und ST3 am südlichen Ende über die Hochkante. Die Fahrt von ST1 bis ST3 dauert 15 Minuten und führt durch alte Buchen- und Tannenwälder. Die Bahnen verkehren von April bis Oktober alle 30 Minuten, in der Hochsaison alle 15 Minuten. Im Tagesticket enthalten, an stark frequentierten Tagen zwischen 11 und 14 Uhr können zwanzig bis dreißig Minuten Wartezeit anfallen.
UNESCO-Welterbe seit 1979
Der Nationalpark Plitvicer Seen wurde bereits im Oktober 1979 als eines der ersten 25 Naturerbe-Stätten weltweit in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen, lange vor Yosemite und Galapagos. Die Begründung der UNESCO betont die einzigartige Travertin-Sinterterrassen-Geologie sowie die außergewöhnliche Biodiversität in einem zentraleuropäischen Karstplateau. Zwischen 1991 und 1997 stand der Park wegen des Kroatien-Krieges auf der Roten Liste des bedrohten Welterbes. Seit 2019 gilt ein offizielles Tageslimit von 10.000 Besuchern, das in der Hochsaison strikt durchgesetzt wird.
Geologie - Travertin und Sinterterrassen
Die geologische Besonderheit der Plitvica liegt in den Travertin-Sinterterrassen, die das gesamte System aus 16 Seen und 92 Wasserfällen erst entstehen lassen. Travertin ist ein poröses Kalkgestein, das durch biogene Ausfällung entsteht. Das aus dem Karstgebirge austretende Quellwasser ist mit Kalziumkarbonat übersättigt, Algen, Moose und Bakterien lagern den Kalk an Pflanzen- und Holzresten an. Über Jahrtausende wachsen so dichte Travertin-Schwellen, die das Wasser aufstauen und immer neue Becken und Wasserfälle entstehen lassen. Die ältesten Strukturen sind über 12.000 Jahre alt, das jüngste Wachstum bewegt sich zwischen 1 und 3 Millimetern pro Jahr. Das System ist extrem sensibel, deshalb sind Baden, Betreten der Travertin-Stufen und Verlassen der Holzstege strikt untersagt.
Tier- und Pflanzenwelt
Der Nationalpark beheimatet eine außergewöhnliche Biodiversität in einer Übergangszone zwischen alpinem, kontinentalem und submediterranem Klima. Säugetiere umfassen rund 50 Arten, darunter Braunbär, Wolf, Luchs, Wildkatze, Hirsch, Reh, Wildschwein und Fischotter. Die Bärenpopulation wird auf 40 bis 50 Tiere geschätzt, der Luchs zählt mit kroatienweit weniger als 100 Exemplaren zu den seltensten Säugetieren Europas. Vogelkundlich ist der Park mit über 160 Brutvogelarten ein Hotspot, darunter Steinadler, Habichtskauz, Schwarzspecht und Eisvogel. Botanisch sind über 1.400 Pflanzenarten dokumentiert, darunter mehr als 70 Orchideen-Arten. Alte Urwald-Reste am Berg Čorkova uvala zählen seit 2017 zum UNESCO-Welterbe Buchenurwälder der Karpaten.
Beste Saison - Frühling und Herbst
Die beste Reisezeit für die Plitvicer Seen liegt nicht im Hochsommer, sondern im Frühling und im Herbst. Von Anfang April bis Anfang Juni führen Schneeschmelze und Regen den Park-Bächen den höchsten Wasserstand zu, die Wasserfälle donnern mit voller Wucht und die jungen Buchen tragen frisches Hellgrün. Temperaturen liegen tagsüber bei 12 bis 20 Grad, abends kühl bei 4 bis 10 Grad. Im Herbst von Mitte September bis Mitte Oktober färben sich die Wälder in leuchtendes Gelb, Orange und Rot, der Wasserstand bleibt nach den ersten Herbstregen hoch und die Besucherzahlen sind moderat. Hochsommer Juli und August bringen volle Holzstege, lange Wartezeiten an Boot und Bahn sowie niedrige Wasserstände nach Trockenperioden. Winter Dezember bis März verwandelt den Park bei strenger Kälte in eine Eislandschaft mit gefrorenen Wasserfällen, allerdings sind dann nur eingeschränkte Routen begehbar und der Bootsverkehr ruht.
Eingang 1 oder Eingang 2 - der Park-Zugang
Der Nationalpark hat zwei offizielle Eingänge, die rund 2,5 Kilometer voneinander entfernt an der D1 liegen. Eingang 1, Ulaz 1, liegt nördlich nahe dem Veliki Slap und ist der historische Hauptzugang. Wer hier startet, beginnt mit dem ikonischen Aussichtspunkt auf den 78-Meter-Wasserfall und steigt anschließend hinab zu den Unteren Seen, weiter über den Kozjak zu den Oberen Seen. Eingang 2, Ulaz 2, liegt zentral am Hotel Jezero und nahe dem südlichen Ende des Kozjak. Wer hier startet, kann sofort die Bahn nehmen, die Oberen Seen abgehen und am Schluss am Veliki Slap aussteigen. Im Hochsommer ist Ulaz 1 vor allem morgens zwischen 8 und 11 Uhr stark überlaufen, Ulaz 2 ist dann oft entspannter. Beide Eingänge verfügen über Ticket-Schalter, Parkplätze, Toiletten und Snack-Bars. Tickets können online sieben Tage im Voraus gebucht werden und sind in der Hochsaison oft tagelang ausverkauft.
Foto-Spots im Park
Die Plitvica zählen zu den meistfotografierten Naturstätten Europas. Der Aussichtspunkt am Eingang 1 etwa 78 Meter über dem Sastavci-Becken liefert das klassische Postkarten-Motiv von Veliki Slap mit den türkisen Becken im Vordergrund, am besten zwischen 7 und 9 Uhr im Morgenlicht. Der Holzsteg über dem Galovački buk in den Oberen Seen ergibt das ikonische Bild der breiten Wasserfall-Treppen. Der Aussichtspunkt Pučke Drage westlich der Oberen Seen zeigt fast alle zwölf oberen Seen aus der Vogelperspektive. Im Oktober ist der Park wegen der Buchenfarben besonders fotogen, im Januar und Februar liefern gefrorene Wasserfälle einmalige Motive.
Übernachtungen im Park und in der Umgebung
Direkt im Park betreibt die Park-Verwaltung drei Hotels mit zusammen rund 650 Zimmern. Das Hotel Jezero mit 220 Zimmern in 4-Sterne-Kategorie liegt am Ulaz 2 und ist die komfortabelste Option, Hotel Plitvice mit 50 Zimmern liegt am Ulaz 1 und Hotel Bellevue mit 70 Zimmern ist die einfachste Variante. Doppelzimmer mit Frühstück 90 bis 180 Euro je nach Saison. Außerhalb des Parks liegen entlang der D1 viele private Pensionen und Apartments, die meist als sobe angeboten werden und 40 bis 80 Euro pro Nacht kosten. Camping ist innerhalb des Parks nicht erlaubt, der Park-eigene Camp Korana liegt 6 Kilometer nördlich von Eingang 1.
Die sechs zentralen Park-Erlebnisse im Überblick
Wasserfall-Wanderung
Holzsteg-Tour von 2,5 bis 8 Stunden über die markierten Routen A bis K, vorbei an 92 Wasserfällen und 16 Seen. Hochsommer-Hochsaison verlangt frühen Aufbruch vor 8 Uhr morgens. Höhepunkt ist der Veliki Slap mit 78 Metern Fallhöhe sowie die Sastavci-Schlucht.
Bootsfahrt Kozjak
Elektroschiff über den 81 Hektar großen Kozjak zwischen den Anlegestellen P1, P2 und P3. Fahrtdauer 15 bis 20 Minuten, im Tagesticket enthalten. Blicke auf die Stupica-Schlucht und die bewaldeten Hänge des Medveđak, im Hochsommer Zwanzig-Minuten-Takt.
Panorama-Zug
Drei elektrische Touristen-Bahnen verkehren zwischen ST1, ST2 und ST3 über die Hochkante des Parks. Fahrtdauer 15 Minuten, im Tagesticket enthalten. Verbindet die Oberen Seen mit dem Eingang 2 ohne Anstiege - ideal für Familien und ältere Wanderer.
Vogel-Beobachtung
Über 160 Brutvogelarten, darunter Steinadler, Habichtskauz, Schwarzspecht und Eisvogel. Die Buchenwälder am Berg Čorkova uvala und die Korana-Schlucht nördlich des Parks sind besonders ergiebig. Beste Zeit Mai und Juni im Morgenlicht zwischen 6 und 9 Uhr.
Fotografie
Aussichtspunkt Eingang 1 für Veliki Slap im Morgenlicht, Galovački buk in den Oberen Seen, Pučke Drage für den Vogelblick auf alle zwölf oberen Seen. Stativ wegen Holzsteg-Schmal nur eingeschränkt, Polfilter empfohlen wegen Spiegelungen auf den Wasserflächen.
Winter-Wanderung
Dezember bis März verwandelt sich der Park in eine Eislandschaft mit gefrorenen Wasserfällen. Routen sind eingeschränkt, Boot und Bahn ruhen, dafür Eintritt halbiert auf 10 Euro. Spikes und warme Kleidung Pflicht, klare Sicht und kaum Besucher als Belohnung.
Vergleich der wichtigsten Wanderrouten
Die Tabelle hilft bei der Wahl der passenden Route - Kurztouren A und B für Halbtagsgäste, C und H für die klassische Tagesvariante mit Boot und Bahn, K für ambitionierte Wanderer.
Praktische Tipps für den Park-Besuch
-
€
Ticket online vorab buchen
Seit 2019 gilt ein Tageslimit von 10.000 Besuchern, das in der Hochsaison Juni bis Anfang September strikt durchgesetzt wird. Tickets werden online bis zu sieben Tage im Voraus verkauft und sind im Juli und August oft tagelang ausverkauft. Wer spontan reist, sollte vor 7 Uhr morgens am Schalter sein. Preise 40 Euro im Hochsommer, 23 Euro im April und Oktober, 10 Euro im Winter.
-
✦
Früher Aufbruch lohnt sich
Der Park öffnet um 7 Uhr im Hochsommer und um 8 Uhr in der Nebensaison. Wer zwischen 7 und 9 Uhr unterwegs ist, erlebt die Holzstege weitgehend leer und das Morgenlicht über dem Veliki Slap. Ab 11 Uhr stauen sich Bus-Gruppen aus Zadar und Split an Eingang 1, ab 13 Uhr ist auch der Kozjak voll. Späte Stunden zwischen 17 und 19 Uhr bringen erneut Ruhe und warmes Abendlicht.
-
+
Festes Schuhwerk Pflicht
Die Holzstege im Park sind oft feucht, glitschig und teils mit Algen bewachsen. Knöchelhohe Wanderschuhe mit Profilsohle sind klare Empfehlung, einfache Sneaker oder Sandalen führen regelmäßig zu Stürzen. Im Frühling und Herbst sind wasserdichte Schuhe ein Plus, weil Sprühnebel der Wasserfälle die Bahnen oft auf zwei Metern befeuchtet. Wanderstöcke sind nicht zwingend, helfen aber auf der Königsroute K.
-
i
Strikte Park-Regeln beachten
Baden im Park ist seit 2006 in allen Seen verboten, weil die Travertin-Strukturen extrem sensibel auf Hautfett und Sonnencreme reagieren. Picknicken ist nur an den ausgewiesenen Plätzen am Eingang und am Kozjak erlaubt, Drohnen sind ohne Sondergenehmigung nicht zugelassen. Hunde dürfen an der Leine, müssen aber an den Eingängen registriert werden. Verlassen der Holzstege wird mit 70 Euro Strafe geahndet.
-
⌘
Bargeld und Kreditkarte mitnehmen
Im Park werden Tickets, Mahlzeiten und Souvenirs sowohl bar als auch per Karte akzeptiert. In den privaten Pensionen und Apartments außerhalb des Parks ist Bargeld oft Pflicht, vor allem in den Dörfern Mukinje, Smoljanac und Plitvička Jezera. Kroatien hat seit 2023 den Euro als offizielle Währung, der Wechsel ist abgeschlossen. Kuna-Noten sind nur noch im Tausch bei der Hrvatska Narodna Banka gültig.
-
♿
Barrierefreiheit eingeschränkt vorhanden
Die Holzstege sind zwar weitgehend stufenfrei, aber schmal und auf vielen Abschnitten über Wasser ohne Geländer. Der Panorama-Zug bietet einen Rollstuhl-Wagen und transportiert Gäste mit Mobilitätshilfen zwischen den Stationen ST1 und ST3. Das Boot über den Kozjak hat eine Rampe an den Anlegern P2 und P3, eine Begleitperson ist Pflicht. Eingang 2 ist besser zugänglich als Eingang 1, das Hotel Jezero bietet barrierefreie Zimmer.
-
☀
Sonnenschutz nicht unterschätzen
Auf den Holzstegen am Kozjak und in den Oberen Seen ist kein Schatten, im Hochsommer Juli und August steigen die Temperaturen auf 28 bis 33 Grad. Sonnenhut, Sonnenbrille und mineralische Sonnencreme sind sinnvoll. Achtung: Chemische Sonnencreme darf wegen der Travertin-Sensibilität nicht ins Wasser gelangen, deshalb Auftragen vor Park-Beginn und keine Schwimm-Wünsche.
-
☂
Regenkleidung im Frühling und Herbst
April, Mai und Oktober bringen häufig kurze, aber kräftige Regenschauer. Leichte Regenjacke, Regenüberzug für den Rucksack und wasserdichte Hose sind sinnvoll, weil Holzstege im Regen extrem rutschig werden. Bei stärkerem Gewitter werden die Routen nicht gesperrt, aber die Boote stoppen kurzzeitig. Eine Mütze für die Höhe der Oberen Seen über 700 Metern empfiehlt sich auch im Mai.
Insider-Tipps
Mlinčići und Forellen in Mukinje
Wer abends im Dorf Mukinje einkehrt, findet in der Konoba Vučnica und im Restaurant Lička kuća eine der besten Adressen der Region. Die lokale Küche serviert Mlinčići, gebratene Teigfladen mit Lammragout, Forelle aus dem Park-Fluss Korana mit Pellkartoffeln und Spinat sowie Lammbraten unter der Glocke peka, der zwei Stunden im Voraus bestellt werden muss. Hauptgericht 12 bis 22 Euro, dazu ein Glas Plavac mali aus Dalmatien oder eine Rakija aus eigener Pflaume.
Korana-Schlucht hinter Eingang 1
Nördlich des Eingangs 1 setzt sich der Park-Bach als Korana in einer engen Schlucht fort, die touristisch kaum erschlossen ist. Vom Camp Korana führt ein einfacher Wanderweg in zwei bis drei Stunden flussabwärts vorbei an alten Mühlen, kleinen Wasserfällen und tiefen Becken. Die Hangwälder sind hier ungestört und beherbergen Schwarzspecht, Eisvogel und mit etwas Glück Fischotter. Eine Pause am Aussichtspunkt Rastoke, dem traditionellen Mühlendorf an der Mündung der Slunjčica, lohnt sich auch als separater Halbtagesausflug von den Plitvica aus.




