Die italienischen Alpen erstrecken sich über rund 1.300 Kilometer von der ligurischen Küste bis zu den Karnischen Alpen und bilden mit Gipfeln jenseits 4.000 Meter das spektakulärste Hochgebirge Mitteleuropas. Im Westen ragen Mont Blanc (Monte Bianco) mit 4.806 Metern, der Matterhorn-Südfuß (Cervino) mit 4.478 Metern und der Monte Rosa mit 4.634 Metern in den Walliser-Penninischen Alpen mit Courmayeur und Breuil-Cervinia. Das Aosta-Tal als zweisprachige autonome Region prägt das Zentrum, weiter östlich das Stilfser Joch als 2.757 Meter hoher Pass, der Naturpark Adamello-Brenta mit den Brenta-Dolomiten und die Ortler-Gruppe mit dem 3.905 Meter hohen Ortler. Den Osten dominieren die Dolomiten — seit 2009 UNESCO-Welterbe — mit den Drei Zinnen, der Sellagruppe, der Marmolada (3.343 m) und Skigebieten wie Cortina d'Ampezzo, Alta Badia, Val Gardena und Sextner Dolomiten. Im Winter zählt Dolomiti Superski mit 1.200 Pistenkilometern zu den größten Skikarussells der Welt, im Sommer durchziehen 13.000 Kilometer Wanderwege, Klettersteige (Via Ferrate) und Hochtouren das Massiv. Wer 10 bis 14 Tage einplant, kann die klassische Dolomiten-Schleife mit Cortina, Sellagruppe und Val Gardena abfahren oder den Westen mit Aosta, Courmayeur und Cervinia kombinieren.
Anreise und Erreichbarkeit
Die italienischen Alpen sind aus dem deutschsprachigen Raum bemerkenswert gut erreichbar — der Brennerpass mit der A22 ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen Europas und führt direkt in die Dolomiten, der Reschenpass verbindet das Inntal mit dem Vinschgau, der Große Sankt Bernhard und der Mont-Blanc-Tunnel öffnen den Zugang zum Aosta-Tal. Wer flexibel anreisen will, kombiniert Auto mit Zug oder fliegt nach Innsbruck, Verona, Bergamo, Mailand oder Venedig.
Mit dem Auto
Die A22 Brenner-Autobahn ist die Hauptroute aus Bayern, Baden-Württemberg, Österreich und der Ostschweiz — München nach Bozen rund 280 Kilometer in 3:15 Stunden, Bozen weiter nach Cortina via Brixen und Bruneck (zwei Pässe) etwa 1:45 Stunden. Westlich führt der Mont-Blanc-Tunnel von Chamonix nach Courmayeur (12,9 km, Maut rund 50 Euro pro Strecke), der Großer-Sankt-Bernhard-Tunnel von Martigny ins Aosta-Tal (Maut rund 30 Euro). Der Reschenpass über die SS40/40bis verbindet das Tiroler Inntal mit dem Vinschgau (2.504 Meter Stilfser Joch ab Juni offen, mautfrei). Für Cortina aus Süden empfiehlt sich die Brenner-Route — die Alternative über Belluno und die Strada delle Dolomiti ist landschaftlich spektakulärer, aber kurviger.
Mit der Bahn
Die Brenner-Bahnlinie ist eine der landschaftlich schönsten Alpenüberquerungen — DB Eurocity München-Verona via Innsbruck und Bozen in 5:30 Stunden, mit Anschlüssen nach Bruneck, Brixen, Sterzing und ins Pustertal. Trenitalia und ÖBB betreiben die Strecke gemeinsam. Für Cortina endet die Bahn in Calalzo di Cadore mit Bus-Anschluss (45 Minuten). Das Aosta-Tal erreicht man via Turin oder Mailand mit Anschlussbahnen nach Aosta und Pré-Saint-Didier. Im Vinschgau verbindet die Vinschgauer Bahn Meran mit Mals stündlich.
Mit dem Flugzeug
Innsbruck (INN) ist der nächste Alpenflughafen für die Dolomiten — Direktflüge ab Frankfurt, Hamburg, Berlin, Wien und Amsterdam, von dort Mietwagen oder Skibus. Verona-Villafranca (VRN) liegt 220 Kilometer von Cortina und ist gut für Sommer-Wandern in den Sextner Dolomiten. Mailand-Malpensa (MXP) und Bergamo (BGY) bedienen den Westen Richtung Courmayeur, Cervinia und Monte Rosa (rund 2:30 bis 3:00 Stunden Fahrt). Venedig-Marco Polo (VCE) eignet sich für die östlichen Dolomiten und Cortina (rund 2:00 Stunden). Im Winter gibt es Charter ab DACH nach Bozen-Dolomiten (BZO) und Brescia-Montichiari (VBS).
Vor Ort bewegen
Im Winter funktioniert das Skibus-Netz Dolomiti Superski hervorragend — kostenlos mit gültigem Skipass, Verbindungen zwischen allen 12 Tälern. Cortina, Val Gardena und Alta Badia haben dichte Ortsbusse. Im Sommer empfiehlt sich Mietwagen für maximale Flexibilität (ab 45 Euro pro Tag), allerdings sind viele Dolomiten-Pässe wie Pordoi, Sella, Falzarego und Giau im Hochsommer überlaufen. Die Alta-Badia-Mobilcard und die Vinschgau-Card erlauben kostenlose Nutzung von Bus, Bahn und einigen Bergbahnen. Auf dem Stilfser Joch herrscht oft Stau — früh morgens fahren oder ab Trafoi (Talstation) mit dem Shuttle.
Die Dolomiten als UNESCO-Welterbe
Die Dolomiten wurden 2009 zum UNESCO-Welterbe ernannt — neun Bergsysteme über 141.903 Hektar zwischen Südtirol, Trentino und Venetien, geprägt durch das nach dem Mineralogen Déodat de Dolomieu benannte Gestein. Die hellen Riffkalk-Wände werden beim Sonnenuntergang in das berühmte Enrosadira-Glühen getaucht — Rosa, Orange, Tiefrot. Hier liegen die touristisch wichtigsten Skigebiete Italiens, hier befinden sich auch die spektakulärsten Klettersteige Europas.
Cortina d'Ampezzo — die Königin der Dolomiten
Cortina d'Ampezzo (1.224 Meter, 5.700 Einwohner) ist der mondänste Ort der Dolomiten und Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1956 sowie 2026 gemeinsam mit Mailand. Das Skigebiet umfasst 120 Pistenkilometer in den Teilgebieten Tofana, Faloria, Cinque Torri und Lagazuoi mit Anschluss an die Sella Ronda über das Falzaregojoch. Im Sommer dominiert Wandern und Klettern — die Tofane mit 3.244 Metern, die Cinque Torri als Freilichtmuseum des Ersten Weltkriegs mit erhaltenen Stellungen, das Faloria-Plateau und das Cristallo-Massiv. Die Corso Italia mit Modeboutiquen, das olympische Stadio Olimpico del Ghiaccio und die Basilika Santi Filippo e Giacomo prägen das Ortsbild. Hotelpreise in der Hochsaison ab 280 Euro, einfache Pensionen ab 110 Euro.
Alta Badia und Val Gardena — ladinisches Herz
Alta Badia umfasst die Orte Corvara, Colfosco, La Villa, San Cassiano und Badia mit 130 Pistenkilometern direkt an der Sella Ronda. Das Val Gardena (Gröden) westlich davon mit Wolkenstein (Selva), St. Christina und St. Ulrich bietet 175 Pistenkilometer und Anschluss an die Sellaronda. Beide Täler sprechen ladinisch — eine rätoromanische Sprache mit rund 30.000 Sprechern. Die Sellagruppe als 3.152 Meter hoher Massiv-Block prägt die Landschaft und wird von vier Pässen umrundet (Sella, Pordoi, Campolongo, Gardena), die die Sella-Ronda-Skirunde ermöglichen. Im Sommer ist das Gardenaccia-Plateau, der Sass Pordoi (Seilbahn auf 2.950 Meter) und der Sass Rigais (3.025 Meter) als höchster Gipfel der Geislergruppe Wanderziel.
Drei Zinnen (Tre Cime di Lavaredo) — Ikonen der Sextner Dolomiten
Die Drei Zinnen mit Große Zinne (2.999 m), Westliche Zinne (2.973 m) und Kleine Zinne (2.857 m) sind das wohl bekannteste Foto-Motiv der Alpen. Die Umrundung mit 10 Kilometern Länge ab Rifugio Auronzo (2.320 Meter, Maut 30 Euro Pkw) bis zur Drei-Zinnen-Hütte (Rifugio Locatelli, 2.405 Meter) und Lange-Alm-Hütte ist eine der schönsten Tagestouren der Alpen — 4 bis 5 Stunden, 400 Höhenmeter. Im Skigebiet 3 Zinnen Dolomites mit Helm, Rotwand und Stiergarten gibt es 115 Pistenkilometer rund um Sexten, Innichen und Toblach.
Die Sella Ronda — legendäre Skirunde um den Sella-Block
Die Sella Ronda ist die wohl berühmteste Skirunde der Welt — 26 Kilometer mit 16 Sessellift- und Seilbahn-Sektionen umrunden im oder gegen den Uhrzeigersinn das Sella-Massiv durch die vier ladinischen Täler Alta Badia, Arabba-Marmolada, Val di Fassa und Val Gardena. Die orange (im Uhrzeigersinn) und grüne (gegen) Beschilderung ist eindeutig, die ganze Runde dauert 5 bis 6 Stunden mit Liftzeiten — Startzeitpunkt vor 10 Uhr empfohlen, letzte Liftrückführung 16 Uhr. Auf Skipass Dolomiti Superski (1.200 Pistenkilometer total). Im Sommer existiert ein analoges Wanderprojekt Sella Ronda Hike — vier Tage in den Hütten Boè, Pordoi-Capanna, Vajolet und Maria.
Marmolada — die Königin der Dolomiten mit Gletscher
Die Marmolada mit der Punta Penìa (3.343 Meter) ist der höchste Gipfel der Dolomiten und beherbergt den letzten großen Gletscher des Massivs — der Marmolada-Gletscher schmilzt durch den Klimawandel dramatisch und wird nach Prognosen bis spätestens 2040 verschwunden sein. Die Seilbahn ab Malga Ciapela auf 3.265 Meter zum Punta Rocca öffnet ganzjährig die höchste Aussicht der Dolomiten — Sichtweite über 200 Kilometer bis ins Gardasee-Vorland. Im Sommer 2022 ereignete sich am Gipfelhang ein schwerer Eissturz mit 11 Toten — Hochtouren sind heute streng reguliert und nur mit Bergführer ratsam. Das Skigebiet Marmolada-Arabba reicht von 1.380 auf 3.265 Meter und bietet bis Anfang Mai schneesichere Pisten.
Westliche italienische Alpen — Mont Blanc, Matterhorn und Monte Rosa
Im Westen Italiens trifft die Alpenkette auf Frankreich und die Schweiz. Hier ragen die höchsten Gipfel — Mont Blanc, Matterhorn und Monte Rosa — als Grenzberge und prägen das frankophone Aosta-Tal als zweisprachige autonome Region (Italienisch und Französisch).
Courmayeur und der Monte Bianco (Mont Blanc)
Courmayeur (1.224 Meter, 2.700 Einwohner) liegt am Südfuß des Mont Blanc — das Massiv mit 4.806 Metern Gipfelhöhe gehört formal zu Frankreich, der italienische Aufstieg über die Brenva-Flanke und die Aiguilles du Diable ist alpinistisch anspruchsvoll. Für Touristen lohnt die Seilbahn Skyway Monte Bianco — modernes Rotations-Gondelsystem in drei Stationen von Pontal (1.300 m) über Pavillon (2.173 m) bis Punta Helbronner (3.466 m) — eines der spektakulärsten Bergbahn-Erlebnisse der Alpen. Das Skigebiet Courmayeur Mont Blanc hat 36 Pistenkilometer mit Anschluss an Chamonix per Vallée Blanche (anspruchsvolle Gletscher-Skitour 20 Kilometer mit 2.800 Höhenmetern Abfahrt). Im Sommer dient Courmayeur als Ausgangspunkt für die Tour du Mont Blanc — die 170 Kilometer lange Hüttenwanderung umrundet das Massiv in 9 bis 11 Tagen durch Italien, Frankreich und die Schweiz.
Cervinia (Breuil-Cervinia) und die italienische Matterhorn-Seite
Breuil-Cervinia (2.050 Meter) liegt am Südfuß des Cervino — wie das Matterhorn (4.478 Meter) in Italien heißt. Das Skigebiet Cervino Ski Paradise verbindet Cervinia mit Zermatt in der Schweiz und Valtournenche zum grenzüberschreitenden Karussell mit 360 Pistenkilometern und Liften bis 3.883 Meter (Klein Matterhorn / Plateau Rosa) — eines der höchsten Skigebiete Europas. Cervinia ist als Skidorf in den 1930er Jahren bewusst angelegt, wirkt architektonisch eher funktional, bietet aber Schneesicherheit ab Oktober bis Mai. Im Sommer ist Cervinia Ausgangspunkt für den Aufstieg auf den Cervino — die italienische Lion-Route über die Carrel-Hütte (3.829 m) gilt als historische Erstbesteigungs-Route von 1865 und ist alpinistisch wesentlich schwieriger als die Schweizer Hörnli-Route.
Monte Rosa und das Walliser Massiv
Der Monte Rosa mit der Dufourspitze (4.634 Meter) ist nach dem Mont Blanc das zweithöchste Massiv der Alpen und der höchste Gipfel der Schweiz — der italienische Teil mit Signalkuppe (Punta Gnifetti, 4.554 Meter) und der höchstgelegenen Schutzhütte Europas Capanna Margherita ist alpinistisches Top-Ziel. Das Skigebiet Monterosa Ski verbindet die drei Aosta-Täler Gressoney, Champoluc und Alagna mit 180 Pistenkilometern und ist berühmt für Freeride-Routen ab Punta Indren (3.275 m) wie den 1.800 Höhenmeter langen Couloir-Pendant Malfatta. Alagna Valsesia gilt als europäische Freeride-Hauptstadt — Walser-Holzhäuser, Stube-Charme und Pulver-Champs ohne Massentourismus.
Aosta-Tal — frankophone autonome Region
Das Aosta-Tal (Valle d'Aosta) ist mit 3.260 Quadratkilometern und 125.000 Einwohnern die kleinste italienische Region und gilt als autonome Region mit Französisch als zweiter Amtssprache. Die Hauptstadt Aosta (583 m) zeigt römische Vergangenheit — die Porta Praetoria, das römische Theater, das Forum, der Augustus-Bogen und die antike Stadtmauer sind erhalten. Die mittelalterlichen Burgen Fénis, Issogne und Bard säumen das Haupttal als Festungslinie. Sieben Seitentäler verzweigen sich zu den 4.000ern — Cogne mit dem Gran Paradiso (4.061 m, ältester Nationalpark Italiens, gegründet 1922), Valgrisenche, Valpelline, Valtournenche zum Matterhorn und das Lys-Tal zum Monte Rosa. Spezialitäten der Region sind Fontina-Käse (DOP), Mocetta-Trockenfleisch und Genepì-Likör aus Bergpflanzen.
Südtirol — Vinschgau, Stilfser Joch und Ortler
Südtirol (Alto Adige / Provincia Autonoma di Bolzano) ist die nördlichste Provinz Italiens mit 7.398 Quadratkilometern und 535.000 Einwohnern, davon 70 Prozent deutschsprachig. Die autonome Provinz vereint Alpenkultur, mediterranen Süden und drei Sprachgruppen (Deutsch, Italienisch, Ladinisch). Hier liegen der Vinschgau im Westen, das Etschtal mit Meran und Bozen, das Eisacktal mit Brixen und Sterzing und das Pustertal mit Bruneck und Toblach.
Vinschgau — Apfelgarten Europas am Reschenpass
Der Vinschgau (Val Venosta) erstreckt sich von Meran (350 m) bis zum Reschenpass (1.504 m) auf rund 80 Kilometern Länge und ist der trockenste Talboden der Alpen mit nur 500 mm Jahresniederschlag. Das Tal lebt vom Apfelanbau — Südtirol produziert rund 10 Prozent aller europäischen Äpfel auf 18.000 Hektar mit Sorten wie Golden Delicious, Gala, Fuji und Granny Smith. Highlights sind der versunkene Kirchturm von Graun im Reschensee (1950 wegen Stausee-Bau überflutet), das Kloster Marienberg in Burgeis (1146 gegründet, Europas höchstgelegene Benediktinerabtei auf 1.340 Metern), die mittelalterliche Stadt Glurns mit erhaltener Stadtmauer (eine der kleinsten Städte Italiens mit 900 Einwohnern) und der Vinschger Höhenweg mit alten Bewässerungskanälen (Waale).
Stilfser Joch (Passo dello Stelvio) — höchster Pass Italiens
Das Stilfser Joch verbindet auf 2.757 Metern den Vinschgau mit dem Veltlin in der Lombardei — von Carlo Donegani 1820 bis 1825 für den österreichischen Kaiser gebaut, ist es die zweithöchste asphaltierte Straße Europas (nach Col de l'Iseran in Frankreich) und Italiens höchste. Die Nordrampe ab Trafoi hat 48 Kehren auf 26 Kilometer und gilt als legendäre Motorrad- und Rennrad-Strecke. Der Pass ist nur von Anfang Juni bis Mitte Oktober geöffnet und führt mitten in den Nationalpark Stilfser Joch (Stelvio), den größten Italiens mit 1.347 Quadratkilometern. Am Pass selbst gibt es Hotels, Souvenir-Buden und eine Sommer-Skipiste auf dem Stelvio-Gletscher (Mai bis November).
Ortler-Gruppe — König Südtirols
Der Ortler (Ortles, 3.905 m) ist Südtirols höchster Gipfel und Namensgeber der Ortler-Gruppe mit 64 Eisbergen über 3.000 Meter. Erstbesteigung 1804 durch Joseph Pichler aus Kompatsch. Die Normalroute über den Tabarettagrat ist Hochtour-Klassiker, der schwierigere Hintergrat als längste Eisroute der Ostalpen anspruchsvoll. Sulden am Fuße mit 400 Einwohnern auf 1.900 Metern bietet ein kleines Skigebiet mit Schneesicherheit bis Mai und das Reinhold-Messner-Mountain-Museum Ortles im umgebauten Bauernhof.
Naturpark Adamello-Brenta und die Brenta-Dolomiten
Der Naturpark Adamello-Brenta erstreckt sich im westlichen Trentino auf 620 Quadratkilometern und ist seit 2008 UNESCO-Biosphärenreservat. Er umfasst zwei Gebirgsgruppen — die Brenta-Dolomiten als westlichste Dolomiten-Gruppe (UNESCO-Welterbe-Bestandteil, höchster Gipfel Cima Tosa mit 3.173 Meter) und die Adamello-Presanella-Gruppe mit dem größten Gletscher Italiens (Pian di Neve, 18 km² Eisfläche). Im Park leben rund 60 Braunbären als größte Bärenpopulation der Alpen seit dem Wiederansiedlungs-Projekt Life Ursus ab 1999. Madonna di Campiglio (1.522 m, 700 Einwohner) ist das mondäne Skiresort mit 156 Pistenkilometern und Anschluss an Pinzolo und Folgarida-Marilleva (Skirama Dolomiti).
Die 6 Aktivitäten in den italienischen Alpen im Überblick
Skifahren auf 1.200 Pistenkilometern
Dolomiti Superski als größtes Skikarussell der Welt mit 12 verbundenen Tälern, Sella Ronda als 26 Kilometer lange Skirunde, Cervino Ski Paradise mit grenzüberschreitendem Zermatt-Skigebiet auf bis zu 3.883 Meter und Monterosa Ski als Freeride-Mekka.
Wandern auf 13.000 Kilometern
Vom Drei-Zinnen-Umrundung über die Sella-Ronda-Hike als Vier-Tages-Hüttentour bis zur 170 Kilometer langen Tour du Mont Blanc um Italiens höchstes Massiv. Markierungen klar mit weiß-roten Streifen und Wegnummern.
Klettern an Dolomit-Wänden
Die Cinque Torri, die Tre Cime di Lavaredo, die Marmolada-Südwand und der Sass de la Crusc sind Welt-Klassiker — vom Genuss-Klettern im fünften bis Extrem-Routen im neunten Schwierigkeitsgrad. Bergführer ab 350 Euro pro Tag.
Mountainbike auf Singletrails
Die Sellaronda MTB-Tour als Sommer-Pendant zur Skirunde umrundet die Sellagruppe in zwei Tagen. Livigno als bekanntestes MTB-Resort Italiens, der Sentiero della Pace im Trentino-Hinterland und die Vinschger Sonnenberg-Trails sind Wahrzeichen.
Via Ferrata — Klettersteige
Italien hat die dichteste Klettersteig-Region der Welt — über 1.200 Kilometer Via Ferrate, viele aus dem Ersten Weltkrieg wie die Lagazuoi-Tunnel und die Marmolada-Westgrat-Route. Ausrüstung (Klettersteigset, Helm, Klettergurt) Pflicht.
Hochtour auf 4.000er
Gran Paradiso (4.061 m) als leichtester italienischer 4.000er, Monte Rosa über Capanna Margherita als höchste Hütte Europas (4.554 m), Cervino-Lion-Route und Mont-Blanc-Brenva-Flanke. Bergführer Pflicht, Akklimatisation 2 bis 3 Tage einplanen.
Wintersportgebiete im Vergleich
Die fünf bekanntesten Resorts im Vergleich — Val Gardena und Alta Badia bieten direkten Sella-Ronda-Zugang und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, Cervinia gewährleistet Schneesicherheit auch in milden Wintern, Cortina und Courmayeur sind die Glamour-Adressen.
Praktische Tipps für die italienischen Alpen
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€
Skipass Dolomiti Superski lohnt sich ab 4 Tagen
Der Verbundpass für 1.200 Pistenkilometer in 12 Tälern kostet ab 380 Euro für 6 Tage — pro Tag rund 64 Euro. Einzeltagskarten in Einzelgebieten kosten 65 bis 75 Euro, der Verbund lohnt sich also ab Tag 4. Frühbucher bis Anfang November sparen rund 10 Prozent.
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✦
Nebensaison Januar Mitte bis Mitte Februar buchen
Die zweite Januar-Hälfte zwischen Heilige Drei Könige und der italienischen Schulferien Mitte Februar bietet beste Verhältnisse — Schneesicher, wenig los, Hotelpreise 30 bis 40 Prozent unter Weihnachts- und Februar-Tarifen. Im Spätwinter März und Anfang April lockt Pulver-Sonne-Kombination.
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Sella Ronda früh starten
Die Runde mit 26 Pistenkilometern und 16 Liften dauert 5 bis 6 Stunden inklusive Wartezeit — Start spätestens 9:30 Uhr ab beliebiger Lifttalstation. Im Uhrzeigersinn (orange) startet man am besten in Wolkenstein/Selva, gegen den Uhrzeigersinn (grün) in Corvara. Letzte Lift-Rückführung 16 Uhr ist hart, wer es nicht schafft, übernachtet im fremden Tal.
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i
Hochpässe haben Sommer-Öffnungszeiten
Stilfser Joch ab Anfang Juni bis Mitte Oktober offen, Pordoijoch ganzjährig, Falzaregojoch und Sellajoch ebenfalls ganzjährig. Mont-Blanc-Tunnel ganzjährig, Großer-Sankt-Bernhard-Pass nur Juni bis September (Tunnel ganzjährig). Aktuelle Pass-Status auf der Webseite der italienischen Verkehrsbehörde anaspass kontrollieren.
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⌘
Via Ferrata mit eigener Ausrüstung
Klettersteigset (Y-Bandschlinge mit Bremspaket), Helm und Klettergurt sind Pflicht — leihen kostet 25 bis 35 Euro pro Tag. Erstmals einen Klettersteig macht man besser mit Bergführer (ab 200 Euro pro Tag), Schwierigkeit von A (leicht) bis F (extrem). Lagazuoi-Tunnel und Tridentina sind beliebte B/C-Einstiegs-Routen.
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♿
Rifugio-Reservierung im Hochsommer Pflicht
Die rund 800 italienischen Berghütten (Rifugi) sind im Juli und August und an Wochenenden ab Mitte Juni oft ausgebucht — Drei-Zinnen-Hütte, Auronzo-Hütte und Tre Croci sind die berühmtesten. Mindestens 2 Wochen vorab telefonisch oder über die CAI-App reservieren. Halbpension üblich, Übernachtung 50 bis 80 Euro im Lager, 80 bis 130 Euro im Doppelzimmer.
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Maut auf Privatstraßen einkalkulieren
Die Straße zum Rifugio Auronzo (Drei Zinnen) kostet 30 Euro Pkw, andere Hochzufahrten ähnlich. Mont-Blanc-Tunnel rund 50 Euro pro Strecke, Großer-Sankt-Bernhard-Tunnel rund 30 Euro. Brenner-Autobahn Vignetten-Maut Italien-Bereich rund 30 Euro München-Verona.
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Wettersturz im Hochsommer realistisch
In den Dolomiten und Westalpen wechseln Hochsommertage rasch zu Gewitterfronten — Nachmittags-Konvektion ab 14 Uhr typisch im Juli und August. Touren morgens starten, Gipfelziele bis 12 Uhr erreichen, Hüttenabstieg vor 16 Uhr. Wetter-App Meteomont der italienischen Forstverwaltung gibt täglich Lawinen- und Hangrutsch-Lagebericht.




