Die weltweite Kreuzfahrtbranche wird von wenigen großen Konzernen dominiert. Carnival Corporation hält mit rund 92 Schiffen und etwa 13 Millionen Passagieren pro Jahr einen Marktanteil von ungefähr 40 Prozent. Royal Caribbean Group folgt mit 65 Schiffen, darunter die „Icon of the Seas“ mit 5.610 Gästen — das größte Kreuzfahrtschiff der Welt seit 2024. Norwegian Cruise Line Holdings und das italienische MSC Cruises komplettieren die Top 4. Daneben prägen Disney Cruise Line, Hurtigruten, TUI Cruises, AIDA, Costa, Hapag-Lloyd, Phoenix Reisen und Viking Cruises den Markt. Dieser Überblick zeigt Schiffsanzahl, Kapazitäten, Marken-Portfolios und Routen-Schwerpunkte aller wichtigen Anbieter — Stand 2025.
Wie der Kreuzfahrtmarkt strukturiert ist
Drei börsennotierte US-Konzerne — Carnival Corporation, Royal Caribbean Group und Norwegian Cruise Line Holdings — vereinen zusammen rund 80 Prozent der weltweiten Kapazität auf sich. Hinter den klangvollen Marken steht häufig dieselbe Konzern-Holding: AIDA, Costa, Princess, Holland America, Cunard und P&O gehören alle zu Carnival. Celebrity und Silversea fahren unter dem Dach von Royal Caribbean. Oceania und Regent Seven Seas sind Teil von Norwegian. Diese Konzentration erklärt, warum große Schiffsgrößen, Newbuild-Pipelines und Routen-Strategien zentral gesteuert werden.
Daneben existieren unabhängige Anbieter mit klarer Nische. MSC Cruises aus Genf ist familiengeführt und wächst aggressiv im Mittelmeer. Disney Cruise Line setzt komplett auf Familien mit Kindern. Hurtigruten ist Norwegen-Spezialist mit Postschiff-Tradition. Hapag-Lloyd Cruises, TUI Cruises und AIDA bedienen den deutschsprachigen Markt mit eigenen Schiffsklassen und Routen, die häufig ab Kiel, Hamburg, Warnemünde oder Bremerhaven starten. Viking Cruises kombiniert als Hybridanbieter Fluss- und Ozeankreuzfahrten.
Konzern-Holdings versus Einzelmarken
Wer eine AIDA bucht, kauft formal beim deutschen Veranstalter AIDA Cruises in Rostock — Eignerin der Schiffe ist aber die Costa Crociere S.p.A. in Genua, und letztlich Carnival Corporation in Miami und London. Diese Struktur ist branchenüblich und hat steuerliche wie operative Gründe. Für Passagiere ändert sich am Bordprodukt wenig, weil die Marken bewusst getrennte Erlebniswelten pflegen. AIDA bleibt Club-Schiff mit Buffet und lockerer Kleiderordnung, Cunard inszeniert britisches Linienflair mit Black-Tie-Abenden, Princess fokussiert das nordamerikanische Premium-Segment.
Kapazität, Schiffsgröße und Newbuilds
Die durchschnittliche Schiffsgröße ist in den vergangenen 15 Jahren stark gewachsen. Während Schiffe mit 2.000 Passagieren in den frühen 2000ern als groß galten, fahren die aktuellen Klassen 5.000 bis 7.500 Gäste pro Reise. Royal Caribbean lieferte 2024 mit der Icon of the Seas das erste Schiff über 250.000 Bruttoraumzahl ab. MSC kontert mit der MSC World Europa und Schwesterschiffen über 215.000 BRZ. Carnivals Excel-Klasse erreicht ähnliche Größen. Gleichzeitig wächst der Markt für kleine Expeditionsschiffe mit unter 300 Gästen, vor allem in Arktis, Antarktis und Galápagos.
Die Top 4 Konzerne im Vergleich
Die Zahlen beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2024 nach Konzern-Reports und Branchenstatistiken der CLIA. Marktanteile schwanken je nach Berechnungsbasis (Lower-Berths versus Umsatz versus Passagiernächte).
Die elf wichtigsten Anbieter im Profil
Carnival Corporation & plc
Mit Sitz in Miami und London ist Carnival der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern. Unter dem Dach versammeln sich neun Marken: Carnival Cruise Line, Princess Cruises, Holland America Line, Costa Crociere, Cunard, AIDA Cruises, P&O Cruises UK, P&O Cruises Australia und Seabourn. Insgesamt etwa 92 Schiffe, ungefähr 13 Millionen Passagiere pro Jahr und ein Marktanteil von rund 40 Prozent. Carnival betreibt eigene Private Islands wie Half Moon Cay und Princess Cays in der Karibik.
Royal Caribbean Group
Royal Caribbean International, Celebrity Cruises und Silversea bilden den zweitgrößten Kreuzfahrtkonzern der Welt mit 65 Schiffen. Die 2024 abgelieferte Icon of the Seas ist mit 5.610 Doppelbelegungs-Gästen und 248.663 BRZ das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Die Oasis- und Icon-Klasse zählen je zu den größten Schiffen weltweit. Schwerpunkt sind Karibik, Bahamas und Mittelmeer, ergänzt um Alaska, Asien und Australien.
Norwegian Cruise Line Holdings
NCL Holdings betreibt die Marken Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises mit insgesamt 32 Schiffen. Norwegian steht für „Freestyle Cruising“ — also flexible Restaurant-Zeiten und lockere Kleidervorschriften. Oceania positioniert sich als Premium-Marke mit kulinarischem Schwerpunkt, Regent als All-inclusive-Luxus-Anbieter. NCL fährt häufig ab New York, Miami, Seattle und europäischen Häfen.
MSC Cruises
Die in Genf ansässige MSC ist familiengeführt durch die Aponte-Familie und hat sich in 20 Jahren zum viertgrößten Kreuzfahrtanbieter entwickelt. 23 Schiffe, davon mehrere über 200.000 BRZ. Die MSC World Europa fasst rund 5.633 Gäste in Maximalbelegung. Mit „Explora Journeys“ baut MSC eine eigene Luxusmarke auf. Hauptfahrgebiet ist das Mittelmeer, dazu Karibik und Nordeuropa. MSC investiert stark in LNG-Antrieb.
Disney Cruise Line
Disney betreibt aktuell fünf Schiffe und hat weitere bestellt. Trotz vergleichsweise kleiner Flotte ist die Marke wirtschaftlich besonders ertragsstark, weil das Familienprodukt mit Disney-Figuren, Broadway-Shows und Klassenfahrten-Premium-Preise erzielt. Hauptmärkte sind Karibik und Bahamas mit Stopps auf Disneys Privatinseln Castaway Cay und Lookout Cay. Europa-Saisons sind im Sommer üblich. Familien mit Kindern sind klare Zielgruppe.
Hurtigruten Group
Der norwegische Anbieter mit Sitz in Tromsø betreibt 14 Schiffe und teilt sich in zwei Marken: „Hurtigruten“ für die klassische Postschiff-Route Bergen–Kirkenes mit Versorgungsauftrag, und „HX Hurtigruten Expeditions“ für Polar- und Expeditionsreisen nach Spitzbergen, Grönland und Antarktis. Die Schiffe sind deutlich kleiner als die der Massenanbieter und fahren häufig mit Hybrid-Antrieb.
TUI Cruises
Joint Venture zwischen TUI AG und Royal Caribbean Group mit Sitz in Hamburg. Die „Mein Schiff"-Flotte umfasst rund elf Schiffe und richtet sich klar an den deutschsprachigen Markt mit Premium-alles-inklusive-Konzept. Die jüngste Klasse („Mein Schiff Relax“, „Mein Schiff Flow“) fährt mit LNG-Antrieb. TUI hält außerdem den größten Anteil an Hapag-Lloyd Cruises.
AIDA Cruises
AIDA mit Sitz in Rostock ist die deutsche Tochter von Costa Crociere und damit Teil der Carnival-Holding. Die Flotte umfasst 14 Schiffe von 1.300 bis 6.600 Passagieren. AIDA positioniert sich als Club-Schiff mit Buffet-Restaurant, lockerer Kleiderordnung und festen Animationsformaten. Mit der AIDAnova lieferte die Marke 2018 das weltweit erste vollwertige LNG-betriebene Kreuzfahrtschiff ab.
Costa Crociere
Die italienische Marke mit Sitz in Genua gehört seit 2000 vollständig zu Carnival. Costa fokussiert den südeuropäischen Markt mit „Italian Style"-Bordprodukt, mehrgängigen Menüs und Mittelmeer-Routen ab Savona, Civitavecchia und Barcelona. Aktuell etwa zehn Schiffe in Fahrt. Costa hat nach dem Concordia-Unglück 2012 die Flotte modernisiert und setzt heute ebenfalls auf LNG.
Hapag-Lloyd Cruises
Der Hamburger Luxus-Spezialist betreibt fünf Schiffe in zwei Segmenten: „Europa 2“ und „Europa“ fahren als 5-Sterne-Plus-Hotelschiffe, die kleinen Expeditionsschiffe „Hanseatic nature“, „Hanseatic inspiration“ und „Hanseatic spirit“ bedienen Polar- und Spezialrouten. Höchste Berlitz-Bewertungen, deutsch- und international-zweisprachige Reisen, Käufer-Schwerpunkt im deutschen Premium-Markt.
Phoenix Reisen
Der familiengeführte Anbieter aus Bonn ist Spezialist für lange Welt- und Themenreisen mit klassischem Schiffsambiente. Die Flotte umfasst fünf charterte Hochsee-Schiffe (unter anderem MS Amera, MS Amadea, MS Artania) und mehrere Flussschiffe. Die Kundschaft ist häufig über 60, Reisen dauern oft 30 bis 120 Tage. Phoenix sticht aus Bremerhaven, Hamburg und Genua in See.
Viking Cruises
Viking begann als Flusskreuzfahrt-Anbieter und ist heute Marktführer auf europäischen Flüssen mit über 80 Long Ships. Seit 2015 fährt Viking auch hochseegehende Schiffe der „Viking Star"-Klasse mit etwa 930 Gästen — bewusst klein, ohne Casino, ohne Disco, mit skandinavischem Design. Zusätzlich Expeditionsschiffe wie „Viking Octantis“. Käufer-Profil: Bildungsbürgertum, 55 plus, häufig nordamerikanisch.
Deutsche Spezial-Anbieter im Überblick
Neben den großen Marken bedienen kleinere Anbieter den deutschsprachigen Markt mit klarer Nische. „nicko cruises“ aus Stuttgart ist Fluss-Spezialist mit eigener Flotte auf Rhein, Donau, Rhône und Douro, betreibt aber auch das Hochsee-Schiff „World Voyager“ für Expeditionsrouten. „A-ROSA“ mit Sitz in Rostock fährt 15 Flusskreuzfahrtschiffe auf Donau, Rhein, Main, Mosel, Saône und Rhône und setzt mit der „A-ROSA SENA“ auf die größte Flusskreuzfahrt-Schiffsklasse im europäischen Markt. Beide Anbieter erreichen zusammen mehrere hunderttausend Passagiere pro Jahr.
Andere deutsche Player sind „Plantours“ (Welt- und Themenreisen, häufig auf gecharterten Schiffen), „1AVista“ als Reiseveranstalter ohne eigene Flotte sowie „sea cloud cruises“ als Premium-Anbieter mit klassischen Großseglern wie der „Sea Cloud“ und der „Sea Cloud Spirit“. Letztere fahren maximal 136 Gäste und kombinieren Luxus-Hotelbetrieb mit echter Segelschifffahrt unter weißer Leinwand.
Marktanteile und Wettbewerb in Deutschland
Der deutsche Kreuzfahrtmarkt hatte 2024 rund 2,4 Millionen Hochsee- und 600.000 Flusskreuzfahrt-Passagiere. AIDA Cruises führt mit deutlichem Abstand vor TUI Cruises. Zusammen vereinen die beiden Marken über 70 Prozent der deutschen Hochseekreuzfahrer auf sich. Auf den weiteren Plätzen folgen MSC, Costa und die Carnival-Schwester Princess. Im Premium- und Luxussegment bleibt Hapag-Lloyd mit der „Europa"-Reihe Marktführer, gefolgt von Silversea, Seabourn und Regent. Phoenix Reisen dominiert die langen Themen- und Weltreisen.
Im Fluss-Segment teilen sich A-ROSA, nicko cruises und Viking den Großteil des deutschsprachigen Marktes. A-ROSA ist mit 15 Schiffen im Premium-alles-inklusive-Segment führend, Viking dominiert das nordamerikanische Käufer-Segment auf europäischen Flüssen. Auf der Donau spielen außerdem Amadeus, Phoenix und Plantours eine Rolle, auf dem Rhein ergänzen Croisi und VIVA das Angebot.
Schiffsgrößen und Kapazitäten im Vergleich
Die größten Schiffe der Welt nach Bruttoraumzahl sind aktuell die Icon of the Seas (Royal Caribbean, 248.663 BRZ), Wonder of the Seas (236.857), Symphony of the Seas, Harmony of the Seas und Allure of the Seas. Aus dem Hause Carnival folgen die Excel-Klasse-Schiffe Carnival Jubilee, Mardi Gras und Carnival Celebration mit etwa 183.521 BRZ. MSC stellt mit MSC World Europa (215.863 BRZ) und MSC Euribia (181.541 BRZ) zwei Top-Plätze. Bei Maximalbelegung übertrifft die MSC World Europa die Icon of the Seas knapp.
Bei kleinen Schiffen ist die Verteilung anders: SeaDream, Ponant, Sea Cloud, Hapag-Lloyd Hanseatic-Klasse und Silversea Expedition liegen bei 100 bis 300 Gästen. Diese Schiffe dürfen häufig in Häfen anlegen, die Mega-Schiffen versperrt bleiben — etwa Venedig (seit 2021 Großschiff-Verbot im Giudecca-Kanal), kleine norwegische Fjorde oder karibische Buchten.
Praktische Tipps zur Anbieterwahl
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Preisniveau realistisch einschätzen
Carnival, MSC und Costa fahren häufig ab 80 bis 120 Euro pro Person und Tag in der Innenkabine, AIDA und TUI Cruises liegen bei 120 bis 200 Euro all-inclusive. Hapag-Lloyd, Silversea und Regent kosten 600 bis 1.500 Euro pro Person und Tag. Wer reine Schiffstage in der Karibik sucht, fährt mit Mega-Linern am günstigsten, wer kleine Häfen will, zahlt deutlich mehr.
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Schiffsgröße zur Reiseart wählen
Karibik- und Mittelmeer-Standardrouten lohnen sich auf großen Schiffen mit vielen Bord-Highlights. Norwegen-Fjorde, Adria, kleine griechische Inseln oder Polarrouten brauchen kleine Schiffe, weil Mega-Liner nicht anlegen können oder Tausende Passagiere die Häfen überlasten würden.
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Bordsprache prüfen
AIDA, Mein Schiff, Hapag-Lloyd und Phoenix sind komplett deutschsprachig. MSC ist mehrsprachig mit deutscher Reiseleitung. Carnival, Royal Caribbean, NCL, Princess, Holland America, Disney und Celebrity sind englischsprachig — Animation, Shows und Restaurantkarten häufig nur in Englisch verfügbar.
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All-Inclusive verstehen
„All-inclusive“ bedeutet bei TUI Cruises Getränke fast aller Art, bei AIDA nur bestimmte Getränke-Pakete als Aufpreis. Bei Mein Schiff sind Trinkgelder bereits eingerechnet, bei Carnival und Royal Caribbean kommen rund 16 US-Dollar pro Tag obendrauf. Vor Buchung Leistungsumfang genau prüfen.
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Klassen-Charakter verstehen
Innerhalb desselben Anbieters unterscheiden sich Schiffsklassen häufig stark. Eine AIDAnova mit 6.600 Gästen fühlt sich anders an als eine AIDAaura mit 1.266 Gästen. Wer Ruhe sucht, bucht eher kleinere Schiffe; wer maximales Bordprogramm will, die jüngsten Klassen.
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Barrierefreiheit klären
Moderne Schiffe ab Baujahr 2010 haben Aufzüge auf alle Decks und barrierefreie Kabinen. Bei kleinen Expeditionsschiffen und Großseglern ist Barrierefreiheit häufig eingeschränkt. Vor Buchung Deckpläne und Kabinenausstattung beim Anbieter anfordern.
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Saison und Wetter berücksichtigen
Karibik fährt ganzjährig, Hurrikan-Saison ist August bis Oktober mit Routenänderungs-Risiko. Mittelmeer Hochsaison Juni bis September. Norwegen und Spitzbergen praktisch Mai bis September. Antarktis November bis März. Wer im Sommer reist, sollte früh buchen, weil deutsche Schulferien die Familienkabinen schnell ausbuchen.
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Reiseversicherung mitbuchen
Eine Reiserücktritt- und Reiseabbruchversicherung mit Kreuzfahrt-Klausel ist Pflicht. Bordausfälle wegen Krankheit (zum Beispiel Quarantäne), verpasste Häfen oder Anschluss-Flüge sind sonst auf eigene Kosten. Anbieter wie ERV, Allianz Travel und HanseMerkur haben passende Tarife im Programm.
Routen-Schwerpunkte der wichtigsten Anbieter
Wer welche Häfen anläuft, lässt sich am Bordprogramm ablesen. Carnival fährt 90 Prozent seiner Reisen in der Karibik, Bahamas, Bermuda und Mexikanischer Riviera. Royal Caribbean ähnlich, ergänzt um stark wachsende Bahamas-Routen mit der Privatinsel Perfect Day at CocoCay. NCL ist breiter aufgestellt mit Hawaii, Alaska und Europa. MSC dominiert das Mittelmeer ab Civitavecchia, Genua, Barcelona und Marseille. Disney läuft Castaway Cay und Lookout Cay an, dazu Karibik und Bahamas, im Sommer Europa.
Im deutschen Markt dominieren bei AIDA die Mittelmeer-Routen ab Mallorca und Korfu, die Kanaren ab Gran Canaria, Nordeuropa ab Kiel sowie Karibik ab La Romana und Barbados. TUI Cruises ähnlich, mit zusätzlichen Routen aus deutschen Häfen wie Hamburg und Warnemünde. Hapag-Lloyd Cruises mit der Europa 2 hat einen Schwerpunkt im Mittelmeer und Karibik, die Hanseatic-Schiffe fahren Polar- und Asien-Routen. Phoenix Reisen sticht von Bremerhaven und Hamburg häufig zu langen Welt- und Themenreisen in See.
Nachhaltigkeit und Antriebs-Technik
Die Kreuzfahrtbranche steht in der Kritik für Schwerölverbrauch, Schwefelemissionen und Häfen-Überlastung. Antwort der großen Anbieter ist Flüssigerdgas (LNG) als Übergangstechnologie. AIDAnova war 2018 das erste vollwertige LNG-Schiff, gefolgt von Costa Smeralda, AIDAcosma, AIDA Bella, Mardi Gras (Carnival), Carnival Jubilee, MSC World Europa und Mein Schiff Relax. MSC, Costa und AIDA testen Methanol-Antrieb. Royal Caribbean Icon of the Seas fährt mit LNG und plant Methanol-Bunkerung.
Hurtigruten hat seit 2019 mit MS Roald Amundsen das weltweit erste Hybrid-Expeditionsschiff in Fahrt und plant ab 2030 ein Null-Emissions-Postschiff für die Norwegen-Route. Hapag-Lloyd setzt auf MGO mit Schwefelfiltern, A-ROSA betreibt im Fluss-Segment mehrere Schiffe mit Hybridantrieb und Landstrom. Landstrom-Anschlüsse („Cold Ironing“) existieren in Hamburg-Altona, Kiel, Warnemünde, Rostock-Warnemünde, Bergen und Southampton — werden aber bisher nur eingeschränkt genutzt.
Insider-Tipps
Wann buchen lohnt
Frühbucher 12 bis 18 Monate vor Abfahrt bekommen die beste Kabinenauswahl, häufig mit Bordguthaben und Getränke-Paket gratis. Last-Minute 4 bis 8 Wochen vor Abfahrt sparen 30 bis 50 Prozent, müssen aber mit Restkabinen vorlieb nehmen. Genau dazwischen, also 6 bis 9 Monate vor Abfahrt, sind die Preise erfahrungsgemäß am höchsten. Carnival, Royal Caribbean, NCL und MSC fahren aggressive Aktionswochen häufig im Januar und Februar (Wave Season) sowie nach Black Friday.
Routen-Wahl nach Käufer-Profil
Wer Familie ist, fährt Disney, AIDA, TUI Cruises oder Royal Caribbean. Wer Bildungs- und Kulturreise will, bucht Hapag-Lloyd, Viking, Phoenix oder Silversea. Wer Aktivurlaub mit Sport und Animation sucht, fährt AIDA oder Costa. Wer Luxus ohne Pauschalbetrieb will, Regent, Silversea, Seabourn oder Hapag-Lloyd Europa 2. Wer Expedition will, Hurtigruten HX, Hapag-Lloyd Hanseatic, Ponant oder Silversea Expedition. Wer Fluss vorzieht, A-ROSA, Viking oder nicko cruises.
Ausblick — wohin sich der Markt entwickelt
Bis 2030 werden weitere rund 60 Neubauten in Fahrt gehen, davon ein Großteil mit LNG- oder Methanol-Antrieb. Royal Caribbean plant weitere Schwesterschiffe zur Icon of the Seas, Carnival bestellt mindestens drei weitere Excel-Klasse-Schiffe, MSC liefert die World-Klasse-Schiffe ab. Im Expeditions- und Luxus-Segment wächst der Markt besonders stark: Hapag-Lloyd, Ponant, Viking Expeditions, Silversea und Seabourn investieren in kleine, hocheisklassige Schiffe für Antarktis und Arktis.
Gleichzeitig wächst der Markt für Themen- und Charterreisen. Sea Cloud, Star Clippers und Tradewind betreiben Großsegler im Premium-Segment. Variety Cruises, Star Clippers und Sea Cloud erreichen mit 50 bis 200 Gästen Häfen, die für Großschiffe gesperrt sind. Auch der Fluss-Markt wächst: A-ROSA, Viking und nicko cruises bestellen weitere Schiffe für Donau und Rhein, dazu treten neue Anbieter mit kleineren Booten auf Saale, Havel und Elbe.




