Berlin ist mit rund 3,7 Millionen Einwohnern die mit Abstand größte Stadt Deutschlands und seit 1990 wieder Hauptstadt der wiedervereinigten Bundesrepublik. Die Metropole liegt an Spree und Havel im Bundesland Brandenburg umschlossen, erstreckt sich über 892 Quadratkilometer und gliedert sich in zwölf Bezirke mit 96 Ortsteilen, die jeweils einen eigenständigen Charakter zwischen preußischer Prachtstraße, Gründerzeit-Altbau, Plattenbau-Siedlung und post-industrieller Subkultur entwickelt haben. Wahrzeichen wie das 1791 vollendete Brandenburger Tor, das 1894 errichtete und 1999 als Sitz des Bundestages wieder eröffnete Reichstagsgebäude mit gläserner Norman-Foster-Kuppel, die fünf UNESCO-Welterbe-Museen der Museumsinsel, die 1,3 Kilometer lange East Side Gallery als längstes erhaltenes Stück Berliner Mauer und die Mauergedenkstätte Bernauer Straße erzählen über zweieinhalb Jahrtausende preußischer, kaiserlicher, nationalsozialistischer und kalter-Kriegs-Geschichte auf engstem Raum. Diese Übersicht zeigt, welche Sehenswürdigkeiten sich für welchen Aufenthalt lohnen, wie sich die Bezirke vom historischen Mitte über das gründerzeitliche Charlottenburg bis zum subkulturellen Kreuzberg und Friedrichshain unterscheiden, wie Sie mit ICE, BVG oder Flug anreisen und welche Tagestouren von Potsdam bis Sachsenhausen den Hauptstadt-Besuch sinnvoll ergänzen.

Anreise und Erreichbarkeit

Berlin ist als Hauptstadt und größte deutsche Stadt aus jeder Richtung gut erreichbar. Drei ICE-Hauptachsen, ein internationaler Flughafen, der Berliner Ring A10 und ein dichtes BVG-Netz aus U-Bahn, S-Bahn, Tram und Bus machen die Anreise und das Vorankommen vor Ort unkompliziert.

Mit der Bahn

Der 2006 eröffnete Hauptbahnhof am Spreebogen ist mit täglich rund 350.000 Reisenden einer der größten Turmbahnhöfe Europas und drei Minuten Fußweg vom Reichstag entfernt. Aus Hamburg verkehren ICE-Sprinter im Stundentakt und benötigen ab 1:39 Stunden, aus München ab vier Stunden, aus Frankfurt am Main rund vier Stunden, aus Köln knapp fünfeinhalb Stunden, aus Leipzig nur 1:15 Stunden, aus Dresden über zwei Stunden und aus Stuttgart rund fünfeinhalb Stunden. Internationale Verbindungen erreichen Berlin per ICE und EC aus Wien, Prag, Warschau, Amsterdam und Zürich. Zwischen Hauptbahnhof, Bahnhof Zoo, Ostbahnhof, Südkreuz und Gesundbrunnen halten die Fernzüge in unterschiedlicher Reihenfolge, weshalb sich bei Übernachtungen in Charlottenburg, Kreuzberg oder Mitte die Wahl des näheren Halts lohnt. Detaillierte Verbindungen und Sparpreise finden sich auf bahn.de.

Mit dem Flugzeug

Der Flughafen Berlin Brandenburg BER in Schönefeld nahm 2020 nach jahrelanger Verzögerung den Betrieb auf und liegt rund 24 Kilometer südöstlich der Innenstadt. Vom Terminal 1 bringen der Flughafenexpress FEX, die Regionalbahnlinien RE7 und RB14 sowie die S-Bahnlinien S9 und S45 Reisende in 30 bis 45 Minuten zum Hauptbahnhof oder Alexanderplatz. Ein Einzelticket der Tarifzone ABC kostet 4,40 Euro und gilt für die Weiterfahrt im gesamten BVG-Netz. Taxis verlangen zur Mitte rund 50 Euro Pauschale.

Mit dem Auto

Berlin liegt am Schnittpunkt der Autobahnen A2 aus dem Ruhrgebiet, A9 aus München und Nürnberg, A11 aus Stettin sowie A12 aus Polen und Frankfurt an der Oder. Der 196 Kilometer lange Berliner Ring A10 umschließt die Stadt vollständig und führt im Süden zum BER, im Westen zum Spandauer Berg und im Osten zum Berliner Kreuz Schwanebeck. Innerhalb des S-Bahn-Rings besteht eine flächendeckende Umweltzone, die nur grüne Plaketten erlaubt. Parkhäuser am Potsdamer Platz, an der Friedrichstraße und am Alexanderplatz kosten 3 bis 5 Euro pro Stunde, P+R-Plätze an Endhaltestellen wie Rudow oder Wuhletal sind günstiger und ÖPNV-angebunden.

Vor Ort bewegen

Die Berliner Verkehrsbetriebe BVG betreiben gemeinsam mit der S-Bahn Berlin neun U-Bahn-Linien, fünfzehn S-Bahn-Linien, 22 Tram-Linien und über 150 Buslinien. Eine Tageskarte AB kostet 9,90 Euro, das 7-Tage-Ticket ABC 49 Euro und das Deutschland-Ticket 58 Euro monatlich. Verbindungen, Fahrpläne und Tickets gibt es auf bvg.de. Im Sommer ergänzen 18.000 Leihräder von Lidl-Bike, Nextbike und Donkey Republic das Netz. Sightseeing-Buslinien wie der historische Doppeldecker M48 oder der Bus 100 zwischen Zoo und Alexanderplatz fahren regulär im BVG-Tarif und sind eine günstige Alternative zu kommerziellen Stadtrundfahrten.

Hamburg 289 km ICE ab 1:39 h, Auto ~3:00 h via A24
München 585 km ICE ab 4:00 h, Auto ~5:45 h via A9
Köln 575 km ICE ab 4:25 h, Auto ~5:30 h via A2
Frankfurt 545 km ICE ab 3:55 h, Auto ~5:15 h via A4/A9
Leipzig 190 km ICE ab 1:15 h, Auto ~2:00 h via A9
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Die großen Wahrzeichen und Pflicht-Stationen

Wer Berlin zum ersten Mal besucht, kommt an einer Handvoll Sehenswürdigkeiten zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz nicht vorbei. Die meisten liegen innerhalb der historischen Mitte und lassen sich an einem einzigen Tag zu Fuß verbinden — vorausgesetzt, man verzichtet auf ausgiebige Innenbesuche.

Brandenburger Tor und Pariser Platz

Das 1791 nach Plänen von Carl Gotthard Langhans als preußisches Stadttor errichtete Brandenburger Tor ist seit der Wiedervereinigung 1990 das Symbol Deutschlands schlechthin. Die 26 Meter hohe Sandstein-Konstruktion mit der bronzenen Quadriga des Bildhauers Johann Gottfried Schadow steht am westlichen Ende der Prachtstraße Unter den Linden und markiert den Übergang zum Tiergarten. Der Pariser Platz davor wurde nach 1990 mit Hotel Adlon, Akademie der Künste und Botschaften wieder aufgebaut und bildet heute eine repräsentative Empfangshalle der Republik. Der Besuch kostet nichts, lohnt sich aber besonders nach Einbruch der Dunkelheit, wenn das Tor angestrahlt wird.

Reichstag und Regierungsviertel

Das 1894 nach Entwurf Paul Wallots vollendete Reichstagsgebäude wurde nach dem Brand 1933 und der Bombardierung 1945 zwischen 1995 und 1999 von Norman Foster mit gläserner Kuppel überbaut und dient seither als Sitz des Deutschen Bundestages. Die Kuppel ist kostenlos zugänglich, erfordert jedoch eine Online-Voranmeldung mindestens drei Tage im Voraus. Vom Aufgang aus überblickt man Spreebogen, Hauptbahnhof, Kanzleramt und das Holocaust-Mahnmal. Das Regierungsviertel selbst, häufig Band des Bundes genannt, umfasst Kanzleramt, Paul-Löbe-Haus und Marie-Elisabeth-Lüders-Haus und ist eine Schöpfung der Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank aus den 1990er Jahren.

Museumsinsel und Berliner Dom

Die Museumsinsel im nördlichen Spreearm beherbergt fünf Häuser — Altes Museum, Neues Museum mit der Büste der Nofretete, Alte Nationalgalerie, Bode-Museum und Pergamonmuseum — und gehört seit 1999 zum UNESCO-Welterbe. Das Pergamonmuseum ist bis voraussichtlich 2027 wegen Generalsanierung geschlossen, die übrigen vier Häuser sind regulär geöffnet. Ein Bereichsticket Museumsinsel kostet 19 Euro und gilt einen Tag für alle geöffneten Häuser. Direkt gegenüber thront der 1905 vollendete neobarocke Berliner Dom mit 98 Meter hoher Kuppel, der für 9 Euro besichtigt werden kann.

Fernsehturm und Alexanderplatz

Der 1969 von der DDR errichtete Fernsehturm am Alexanderplatz ist mit 368 Metern das höchste Bauwerk Deutschlands und bietet aus der Aussichtsetage in 203 Metern Höhe einen 360-Grad-Blick bis zum Müggelsee und Grunewald. Tickets kosten ab 24,50 Euro im Onlinevorverkauf, das drehende Restaurant Sphere serviert in einer Etage darüber. Der Alexanderplatz selbst — von Berlinern kurz Alex genannt — ist seit den 1920er Jahren der wichtigste Verkehrsknoten der östlichen Innenstadt und wird flankiert vom Park Inn Hotel, der Weltzeituhr und der Marienkirche aus dem 13. Jahrhundert.

Die sechs Pflicht-Stationen im Überblick

Brandenburger Tor

Wahrzeichen der Hauptstadt am Pariser Platz, frei zugänglich, abends angestrahlt. Treffpunkt für Demonstrationen, Silvesterfeier und Marathon-Ziel.

Reichstagskuppel

Glasspirale von Norman Foster über dem Bundestag, kostenlos mit Online-Voranmeldung drei Tage im Voraus. Beste Sicht bei Sonnenuntergang.

Museumsinsel

Fünf Häuser inklusive Neues Museum mit Nofretete und Alte Nationalgalerie. Bereichsticket 19 Euro, Pergamonmuseum bis 2027 geschlossen.

1,3 Kilometer bemaltes Mauerstück zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke, frei zugänglich. Bekanntestes Motiv: der Bruderkuss von Vrubel.

Gedenkstätte Bernauer Straße

Authentisches Mauerstück mit Wachturm, Todesstreifen und Dokumentationszentrum auf 1,4 Kilometern Länge. Eintritt frei, Außenausstellung jederzeit.

Schloss Charlottenburg

Größte erhaltene Hohenzollernresidenz Berlins, 1699 für Sophie Charlotte erbaut. Altes Schloss und Neuer Flügel, Schlossgarten frei zugänglich.

Mauer-Geschichte und Gedenkorte

Die zwischen dem 13. August 1961 und dem 9. November 1989 errichtete Berliner Mauer trennte West-Berlin von Ost-Berlin und der DDR auf einer Länge von 155 Kilometern. Heute erinnern an mehreren Orten erhaltene Originalstücke, Dokumentationszentren und das doppelte Pflastersteinband im Straßenpflaster an die Teilung der Stadt.

Zwischen Ostbahnhof und Oberbaumbrücke entlang der Mühlenstraße erstreckt sich auf 1.316 Metern die längste erhaltene Mauerstrecke der Welt. Im Frühjahr 1990 bemalten 118 Künstler aus 21 Ländern die Ostseite des Hinterlandmauer-Segments mit politischen Motiven, darunter Dmitri Vrubels Bruderkuss zwischen Honecker und Breschnew sowie Birgit Kinders Trabant durch die Mauer. Die Galerie ist frei zugänglich, jederzeit besuchbar und steht seit 1991 unter Denkmalschutz. Die nördlich anschließende Oberbaumbrücke verbindet als zweigeschossiges Backstein-Wahrzeichen Kreuzberg und Friedrichshain.

Gedenkstätte Berliner Mauer Bernauer Straße

An der Bernauer Straße zwischen Mitte und Wedding zeigt die zentrale Gedenkstätte auf 1,4 Kilometern Länge ein authentisches Stück Grenzanlage mit Vorder- und Hinterlandmauer, Postenweg, Lichttrasse und Wachturm. Das Dokumentationszentrum in der Bernauer Straße 119 erläutert mit Originalaufnahmen, persönlichen Schicksalen und einer Aussichtsplattform die brutale Teilung mitten durch eine Straße. Der Eintritt ist frei, das Zentrum montags geschlossen.

Checkpoint Charlie und Mauermuseum

Der ehemalige Grenzübergang Checkpoint Charlie an der Friedrichstraße war zwischen 1961 und 1990 der wichtigste Übergang für Diplomaten und Ausländer. Heute markiert eine Nachbildung des Kontrollhäuschens und ein großformatiges Porträt eines amerikanischen und sowjetischen Soldaten den Ort. Das benachbarte Mauermuseum dokumentiert seit 1962 die Fluchtgeschichten und Tunnelbauten und kostet 19,50 Euro Eintritt. Authentischer ist das nahe Gratis-Open-Air Black-Box Kalter Krieg.

Mauerpark und Nordbahnhof

Der Mauerpark zwischen Prenzlauer Berg und Wedding verläuft auf dem ehemaligen Todesstreifen und ist heute mit Flohmarkt jeden Sonntag, Karaoke-Sonntagen im Amphitheater und Streetfood ein lebendiger Begegnungsort. Am S-Bahnhof Nordbahnhof, der zu Mauerzeiten Geisterbahnhof war, zeigt eine Open-Air-Ausstellung die Topographie der Teilung. Die Bösebrücke an der Bornholmer Straße — Schauplatz der ersten Grenzöffnung am 9. November 1989 — liegt fünf Gehminuten weiter nördlich.

Die zwölf Bezirke im Überblick

Seit der Verwaltungsreform 2001 gliedert sich Berlin in zwölf Bezirke mit jeweils eigenständigem Bezirksamt und Bürgermeister. Reisende konzentrieren sich meist auf die fünf innerstädtischen Bezirke Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow mit Prenzlauer Berg und Tempelhof-Schöneberg — jeder davon hat einen unverwechselbaren Charakter zwischen Kaiserreich, Subkultur und Gentrifizierung entwickelt.

Mitte — Regierung, Kultur, Geschichte

Der zentrale Bezirk Mitte umfasst die historische Spreeinsel mit Museumsinsel und Berliner Dom, das Regierungsviertel um den Reichstag, die Prachtstraße Unter den Linden mit Staatsoper, Humboldt-Universität und Berliner Schloss-Rekonstruktion Humboldt Forum sowie die Friedrichstraße mit Galeries Lafayette und Quartier 206. Nördlich schließt sich das ehemalige Scheunenviertel um Hackesche Höfe und Oranienburger Straße mit Neuer Synagoge an, das nach 1990 zum gentrifizierten Galerien- und Modeviertel wurde. Hotels in Mitte sind teuer, aber zentral und ideal für kurze Aufenthalte.

Charlottenburg — preußische Eleganz

Das gründerzeitliche Charlottenburg um Kurfürstendamm, Bahnhof Zoo und Schloss Charlottenburg war zwischen 1945 und 1990 das Schaufenster West-Berlins und bewahrt bis heute den Charme der Wirtschaftswunder-Jahre. Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche mit der zerstörten Turmruine erinnert als Mahnmal an die Bombardierung 1943. Der Kurfürstendamm — kurz Ku'damm — bietet auf 3,5 Kilometern Länge Boulevard-Cafés, Theater am Ku'damm und KaDeWe-Filialen. Das KaDeWe selbst am Wittenbergplatz ist mit 60.000 Quadratmetern das größte Warenhaus Kontinentaleuropas.

Kreuzberg — Multikulti und Subkultur

Friedrichshain-Kreuzberg ist seit den 1970er Jahren das politisch lauteste Viertel Berlins und vereint zwischen Görlitzer Park, Oranienstraße und Kottbusser Tor türkische Communities, queere Szene, Berghain-Vorhof und Hausprojekte. Der Wochenmarkt am Maybachufer — von Berlinern Türkenmarkt genannt — gehört dienstags und freitags zu den lebendigsten der Stadt. Im südlichen Bergmannkiez um Marheinekeplatz und Chamissoplatz haben sich Gründerzeitbauten und Familien-Kieze erhalten. Mietpreise sind massiv gestiegen, der Charakter aber weitgehend erhalten.

Prenzlauer Berg — Gründerzeit und Familien

Der nördlich der Mitte gelegene Prenzlauer Berg im Bezirk Pankow ist seit den 2000er Jahren das Synonym für gentrifizierte Altbau-Idylle und Schwangerschafts-Cafés. Der Kollwitzplatz mit Wochenmarkt am Donnerstag und Samstag, die Kulturbrauerei in einer ehemaligen Schultheiss-Brauerei und der Mauerpark prägen das Viertel. Helmholtzplatz und Wasserturmplatz bieten lebendiges Café-Leben, die Schönhauser Allee mit Hochbahn und Tram ist die Lebensader. Familien schätzen die niedrigen Häuser, die zahlreichen Spielplätze und die fußläufige Mitte.

Friedrichshain — Clubs und Boxhagener Kiez

Östlich der Spree zwischen Ostbahnhof und Frankfurter Allee liegt Friedrichshain mit dem Boxhagener Platz als Herz des Kiezes, dem RAW-Gelände mit Cassiopeia und Astra Kulturhaus, dem Berghain als weltweit bekanntem Techno-Tempel und dem Volkspark Friedrichshain mit Märchenbrunnen und Bunkerberg. Die Karl-Marx-Allee mit ihren sozialistischen Klassizismus-Bauten und der Frankfurter Tor markiert die einstige Stalin-Achse. Heute Studenten- und Clubviertel mit moderaten Mietpreisen im Vergleich zur Mitte.

Tiergarten und Schöneberg

Der 210 Hektar große Tiergarten westlich des Brandenburger Tors war ursprünglich kurfürstliches Jagdrevier und wurde unter Friedrich II. zum englischen Landschaftsgarten umgestaltet. Heute zieht sich die Straße des 17. Juni schnurgerade durch den Park bis zur Siegessäule auf dem Großen Stern. Im Süden grenzt der Bezirk Schöneberg an mit dem Rathaus Schöneberg, vor dem John F. Kennedy 1963 seinen berühmten Satz Ich bin ein Berliner sprach, dem Wittenbergplatz mit KaDeWe und dem Nollendorfplatz als historischem Zentrum der queeren Szene.

Kriterium
Mitte
Charlottenburg
Kreuzberg
Prenzlauer Berg
Friedrichshain
Charakter
historisch, repräsentativ
elegant, gründerzeitlich
multikulti, subkulturell
Altbau, familiär
jung, Clubszene
Highlights
Reichstag, Museumsinsel
Schloss, Ku'damm, KaDeWe
Görlitzer Park, Bergmannkiez
Kollwitzplatz, Mauerpark
East Side Gallery, RAW
Hotelpreise
hoch
mittel bis hoch
mittel
mittel
günstig bis mittel
Gastronomie
Sterne und Touristen
klassisch deutsch
türkisch, vietnamesisch
Brunch, italienisch
Streetfood, Burger
Nachtleben
Bars in Hotels
Theater, Cocktail-Bars
Spätis, queere Szene
Kneipen, Weinbars
Berghain, Watergate
Familien-Eignung
eingeschränkt
gut
mäßig
sehr gut
mittel
ÖPNV-Anschluss
exzellent
sehr gut
sehr gut
gut
sehr gut

Die Bezirkswahl hängt stark vom Reise-Anlass ab. Kultur- und Sightseeing-Besucher liegen in Mitte oder Charlottenburg am günstigsten, junge Reisende und Club-Gänger in Friedrichshain oder Kreuzberg, Familien mit Kindern fühlen sich im Prenzlauer Berg meist am wohlsten.

Schloss Charlottenburg und der Westen

Die 1699 für Sophie Charlotte, die spätere erste Königin in Preußen, errichtete Schlossanlage Charlottenburg ist das größte erhaltene Hohenzollernschloss in Berlin und liegt drei U-Bahn-Stationen westlich des Bahnhofs Zoologischer Garten. Das barocke Alte Schloss, der unter Friedrich II. ergänzte Neue Flügel mit Goldener Galerie sowie der weitläufige Schlossgarten im französisch-englischen Mischstil mit Belvedere, Mausoleum und Neuem Pavillon laden zu einem Halbtag im westlichen Berlin ein. Eintritt für das Hauptschloss kostet 12 Euro, der Schlossgarten ist frei zugänglich. Nördlich des Schlosses befindet sich das Stadion Mommsenstadion, südlich die geschmackvolle Schloßstraße mit Sammlung Berggruen, Museum Scharf-Gerstenberg und Bröhan-Museum.

Tiergarten und Potsdamer Platz

Der Große Tiergarten ist mit 210 Hektar die grüne Lunge der Innenstadt und reicht vom Brandenburger Tor im Osten bis zum Bahnhof Zoo im Westen. Joggingstrecken, Liegewiesen, der Englische Garten und die Luiseninsel mit Rosengarten machen ihn zum beliebtesten Park der Stadt. Das Sowjetische Ehrenmal an der Straße des 17. Juni erinnert an die gefallenen Soldaten der Schlacht um Berlin 1945. Südöstlich grenzt der seit 1990 komplett neu gebaute Potsdamer Platz an, an dem heute Sony Center, Daimler-Quartier mit Kollhoff-Tower und Beisheim-Center stehen. Die Berlinale findet hier jedes Jahr im Februar statt, das Filmmuseum Deutsche Kinemathek dokumentiert die Geschichte des deutschen Films von Marlene Dietrich bis Wim Wenders.

Tagestouren und Umland

Wer länger in Berlin bleibt, sollte mindestens einen Tag für Potsdam und einen halben Tag für die Gedenkstätte Sachsenhausen einplanen. Beide Ziele sind mit der S-Bahn oder Regionalbahn in unter einer Stunde erreichbar und vermitteln zwei sehr unterschiedliche Seiten der deutschen Geschichte.

Potsdam und Schloss Sanssouci

Die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam liegt 26 Kilometer südwestlich der Berliner Innenstadt und ist mit der S7 vom Hauptbahnhof in 38 Minuten erreichbar. Das von Friedrich dem Großen ab 1745 errichtete Sommerschloss Sanssouci mit seinen Weinbergterrassen, das Neue Palais am westlichen Parkrand, das Marmorpalais am Heiligen See sowie das Holländische Viertel mit 134 roten Backsteinhäusern aus den 1730er Jahren machen Potsdam zur barocken Schwesterstadt Berlins. Park Sanssouci ist frei zugänglich, Schloss Sanssouci kostet 14 Euro Eintritt mit Pflicht-Zeitfenster. Drei bis vier Stunden Aufenthalt sind realistisch, ein ganzer Tag entspannter.

Gedenkstätte Sachsenhausen

Das Konzentrationslager Sachsenhausen in Oranienburg, 35 Kilometer nördlich der Innenstadt, war von 1936 bis 1945 KZ der SS und danach bis 1950 sowjetisches Speziallager. Die Gedenkstätte ist mit der S1 vom Hauptbahnhof in 50 Minuten zum Bahnhof Oranienburg erreichbar, von dort 20 Minuten Fußweg. Der Eintritt ist frei, ein Audioguide kostet 3 Euro. Die Anlage umfasst das dreieckige Häftlingslager, die Station Z mit Krematorium, Häftlingsbaracken und ein Dokumentationszentrum. Mindestens drei Stunden Aufenthalt empfehlen sich, eine Führung im Gruppenbus dauert vier Stunden.

Wannsee und Pfaueninsel

Im Südwesten der Stadt im Bezirk Steglitz-Zehlendorf bietet der Wannsee Strandbad, Segelclubs und die historische Villa Marlier, in der am 20. Januar 1942 die Wannsee-Konferenz zur Organisation des Holocaust stattfand. Heute befindet sich dort die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz mit freiem Eintritt. Mit der S1 erreicht man den Wannsee in 25 Minuten vom Bahnhof Friedrichstraße. Eine Fähre der BVG fährt im normalen ÖPNV-Tarif für 4,40 Euro zur Pfaueninsel hinüber, einem 67 Hektar großen Landschaftspark mit weißem Pfauenschloss und namensgebenden Pfauen.

Praktische Tipps für Berlin

  • Berlin WelcomeCard rechnet sich ab zwei Tagen

    Die offizielle Touristenkarte enthält ÖPNV-Nutzung im Bereich AB oder ABC sowie bis zu 50 Prozent Rabatt auf 180 Sehenswürdigkeiten. Die 48-Stunden-Variante kostet 26 Euro für AB, die 6-Tage-Variante 50 Euro. Erhältlich an allen Bahnhöfen und Touristen-Infos.

  • Reichstagskuppel mindestens drei Tage vorher buchen

    Der Besuch der Norman-Foster-Kuppel ist kostenlos, erfordert aber eine namentliche Online-Voranmeldung unter bundestag.de. Spontane Restplätze gibt es an der Service-Stelle Scheidemannstraße gegenüber dem Reichstag, jedoch nur mit längerer Wartezeit. Beste Zeit: Sonnenuntergang.

  • + Museumsticket statt Einzelhäuser

    Das Bereichsticket Museumsinsel kostet 19 Euro und gilt einen Tag für alle vier geöffneten Häuser. Das 3-Tage-Ticket Museum-Pass-Berlin für 32 Euro umfasst über 30 Häuser inklusive Jüdisches Museum, Pergamonmuseum-Panorama, Topographie des Terrors und alle Häuser der Staatlichen Museen.

  • i Touristen-Info am Hauptbahnhof und Brandenburger Tor

    Die offiziellen visitBerlin-Stellen am Hauptbahnhof Erdgeschoss und im Brandenburger Tor Südflügel verkaufen Welcome Cards, Stadtpläne und Konzertkarten. Beide täglich 10 bis 18 Uhr geöffnet, mehrsprachig besetzt. Online-Vorbestellung über visitberlin.de möglich.

  • Tageskarte AB statt Einzelfahrten

    Eine Tageskarte AB für 9,90 Euro lohnt sich bereits ab der dritten Einzelfahrt. Das 4-Fahrten-Ticket für 11 Euro ist nur sinnvoll für sporadische Nutzer. Für längere Aufenthalte rechnet sich das 7-Tage-Ticket AB für 39 Euro. Mehr Tarif-Details auf bvg.de.

  • Barrierefreiheit unterschiedlich entwickelt

    Über 80 Prozent der U-Bahnhöfe und nahezu alle S-Bahnhöfe sind mit Aufzug oder Rampe ausgestattet. Ältere Häuser im Prenzlauer Berg und Kreuzberg haben oft keinen Lift in den Altbauten. Die meisten Museen sind vorbildlich barrierefrei. Detaillierte Routen über die BVG-App.

  • Beste Reisezeit zwischen Mai und September

    Berlin hat ein kontinentales Klima mit kalten Wintern um den Gefrierpunkt und warmen Sommern bis 28 Grad. Mai bis September bieten lange Tage und mildes Wetter. Der Dezember lockt mit zehn Weihnachtsmärkten am Gendarmenmarkt, Schloss Charlottenburg und Roten Rathaus. Januar und Februar sind die ruhigsten Monate.

  • Späti — die Berliner Institution

    Spätkauf-Geschäfte, kurz Spätis, sind in fast jedem Wohnkiez zu finden und verkaufen Getränke, Süßigkeiten und Snacks bis Mitternacht oder rund um die Uhr. Sonntags ein lebensrettender Service in einer Stadt, in der reguläre Supermärkte geschlossen sind. Besonders dicht in Friedrichshain, Kreuzberg und Neukölln.

Insider-Tipps

Tempelhofer Feld

Der ehemalige Flughafen Tempelhof wurde 2008 stillgelegt und 2010 als 380 Hektar großer Volkspark eröffnet — größer als der Central Park in New York. Die beiden Start- und Landebahnen sind heute Inline-Skater-Strecken, Drachenflieger-Areal und Grillzonen-Magnet. Das denkmalgeschützte Terminalgebäude des Architekten Ernst Sagebiel von 1939 lässt sich nur bei Führungen besichtigen, die wöchentlich über tempelhofer-feld.berlin gebucht werden können.

Botanischer Garten Dahlem

Im Südwesten der Stadt in Steglitz-Zehlendorf liegt der 43 Hektar große Botanische Garten mit 22.000 Pflanzenarten und dem 25 Meter hohen Großen Tropenhaus. Mit der S1 oder S25 bis Botanischer Garten in 25 Minuten erreichbar. Eintritt 7,50 Euro, im Winter günstiger. Das angeschlossene Botanische Museum ist eines der wenigen seiner Art in Deutschland.

Spreewald-Tagesausflug

Zwei Stunden südöstlich Berlins erstreckt sich das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald mit seinen verzweigten Wasserarmen, sorbischer Kultur und Kahnfahrten ab Lübbenau und Burg. Mit dem RE2 vom Hauptbahnhof in 1:15 Stunden nach Lübbenau erreichbar. Eine zweistündige Kahnfahrt kostet rund 12 Euro, Sieben-Stunden-Touren zum Schloss Lübbenau sind ebenso möglich. Ideal als Tagesausflug bei längeren Aufenthalten.

Häufige Fragen

Wie viele Einwohner hat Berlin?
Berlin hat rund 3,7 Millionen Einwohner und ist damit die mit Abstand größte Stadt Deutschlands.
Wie lange dauert die Anreise mit der Bahn von München nach Berlin?
Die Fahrtzeit mit dem ICE von München nach Berlin beträgt etwa vier Stunden.
Welche Verkehrsmittel verbinden den Flughafen BER mit der Innenstadt?
Der Flughafenexpress FEX, die Regionalbahnlinien RE7 und RB14 sowie die S-Bahnlinien S9 und S45 bringen Reisende in 30 bis 45 Minuten ins Zentrum.
In wie viele Bezirke gliedert sich Berlin?
Berlin ist in zwölf Bezirke unterteilt, die sich insgesamt in 96 Ortsteile aufgliedern.