Andermatt liegt auf 1.437 Metern im Urner Reusstal, dort wo sich Gotthardpass, Furkapass und Oberalppass kreuzen. Der Ort ist Drehscheibe der SkiArena Andermatt-Sedrun-Disentis mit 180 Pistenkilometern und Hausberg Gemsstock (2.961 m), der für seinen anspruchsvollen Freeride-Charakter bekannt ist. Seit der Investitionsoffensive durch das Andermatt Swiss Alps Resort ab 2009 hat sich das Dorf vom verschlafenen Bergposten zum Ganzjahresziel mit Fünfsterne-Hotels und Konzertsaal entwickelt — ohne den historischen Dorfkern zu opfern. Wer Hochalpen-Skifahren ohne Zermatt-Trubel sucht oder im Sommer auf den Glacier-Express umsteigen will, ist hier richtig. Aktuelle Pisten- und Veranstaltungsinfos pflegt die Tourismusorganisation auf andermatt.ch.
Anreise und Erreichbarkeit
Andermatt liegt am Knotenpunkt der drei Alpenpässe Gotthard, Furka und Oberalp. Im Winter sind Furka und Oberalp gesperrt, der Zugang erfolgt dann ausschließlich von Norden über die A2 bis Göschenen. Im Sommer ist Andermatt von allen Himmelsrichtungen erreichbar — die Pässe öffnen meist Mitte Juni bis Mitte Oktober. Aktuelle Pass-Status pflegt der TCS auf tcs.ch.
Mit dem Auto
Aus Norden fährst du die A2 vom Vierwaldstättersee bis Ausfahrt 39 Göschenen, dann sechs Kilometer durch die Schöllenenschlucht über die Hauptstraße 2 nach Andermatt — Fahrtzeit 10 Minuten. Im Sommer kannst du alternativ über den Gotthardpass von Süden anreisen oder von Brig her über die Furka. Aus dem Bündnerland kommst du im Sommer über die Oberalpstraße aus Disentis. Vignette ist Pflicht (40 CHF, gültig 14 Monate).
Im Winter sind Schneeketten verpflichtend bzw. Winterreifen-Pflicht ab erstem Schneefall. Vor langen Wochenenden im Februar und März staut sich der Gotthard-Tunnel oft mehrere Stunden — bei Stau über die Achse Brünig–Sustenpass ausweichen ist im Winter keine Option (gesperrt). Wer aus Italien kommt, plant Pufferzeit am Gotthard-Südportal Airolo ein.
Mit der Bahn
Die SBB-Strecke Zürich–Mailand hält in Göschenen, dort steigst du in die Matterhorn-Gotthard-Bahn um — 10 Minuten Fahrtzeit durch die Schöllenenschlucht hinauf nach Andermatt (Zahnradabschnitt, Höhenunterschied 411 m). Aus Zürich Hauptbahnhof bist du mit einem Umstieg in rund zwei Stunden vor Ort. Aktuelle Verbindungen findest du auf sbb.ch.
Andermatt ist Halt des Glacier-Express — die Panoramastrecke Zermatt–St. Moritz braucht etwa achteinhalb Stunden, Andermatt liegt rund auf halbem Weg. Reine Bergbahn-Fans steigen in Disentis aus dem Zug und setzen die Tour über die SkiArena fort. Vom Bahnhof Andermatt sind alle Hotels im Dorfkern in unter zehn Minuten zu Fuß erreichbar.
Mit dem Flugzeug
Nächster Verkehrsflughafen ist Zürich (ZRH), etwa 135 km entfernt. Vom Flughafen fährt der IC stündlich nach Luzern oder Zürich HB, dort steigst du auf den IR Richtung Göschenen um. Gesamtzeit Flughafen → Andermatt: rund zweieinhalb Stunden. Aus Italien kommen Anreisende via Mailand-Malpensa, sechs Stunden mit dem Zug oder drei Stunden mit dem Auto.
Parken vor Ort
Im Dorf gibt es zwei zentrale Parkhäuser: das Parkhaus Andermatt Reuss am Dorfeingang (Tagesticket 18 CHF, mehrtägige Pakete günstiger) und die öffentlichen Parkplätze am Bahnhof (Tagesticket 12 CHF). An der Talstation Gemsstock-Bahn am Dorfrand ist Parken im Wintersaison-Ticket inklusive. Wer im Andermatt Swiss Alps Resort wohnt, parkt in der Resort-Tiefgarage — fünf bis acht Minuten Fußweg zum alten Dorfkern. An sonnigen Februartagen und in der Skisaison-Hochphase sind die zentralen Plätze ab 10 Uhr voll, Parken am Resort-Rand bleibt meist verfügbar.
Pisten und Gemsstock
Andermatt ist seit dem Zusammenschluss mit Sedrun (2018) und Disentis (2019) das größte Skigebiet der Zentralschweiz. Drei Schwerpunkte:
Gemsstock (2.961 m) — der Hausberg
Der Gemsstock ist Andermatts Aushängeschild und seit Jahrzehnten ein Magnet für ambitionierte Skifahrer. Die Doppelseilbahn fährt vom Dorfrand in zwei Sektionen auf den Gipfel — von der Talstation auf 1.444 m bis zur Mittelstation Gurschen (2.215 m), dann weiter auf 2.961 m. Vom Gipfel führen offizielle Pisten zurück, daneben unzählige Freeride-Linien Richtung Gurschen und Felsental. Die Schwarze Piste vom Gipfel ist eine der längsten und steilsten der Schweiz mit über 1.500 Höhenmetern Abfahrt am Stück. Anfänger fahren besser auf der Gütsch-Seite, der Gemsstock ist klar fortgeschrittenen Skifahrern und Freeridern vorbehalten.
SkiArena Andermatt-Sedrun-Disentis
Die SkiArena verbindet drei klassische Skigebiete zu einem Verbund mit rund 180 Pistenkilometern, 32 Liftanlagen und Höhen zwischen 1.130 m (Disentis Talstation) und 3.000 m (Cuolm da Vi am Gemsstock). Der Skipass gilt für alle drei Gebiete, Fahrtzeit zwischen Andermatt-Gütsch und Sedrun mit der Schneehühner-Bahn (Eröffnung 2018) etwa 15 Minuten. Anders als am Gemsstock ist die Gütsch-Seite (Andermatt Nätschen-Gütsch) familienfreundlich mit blauen und roten Pisten und einer langen Talabfahrt nach Andermatt.
Skitouren und Variantenfahrten
Andermatt ist eines der Top-Reviere für Skitouren in den Zentralalpen — Lockenstock, Pizzo Centrale, Winterhorn und der Klassiker Galenstock (3.586 m, anspruchsvoll, mit Hochtourenausrüstung) sind beliebte Touren. Der SLF Davos gibt täglich das Lawinenbulletin für die Region heraus. Variantenfahrten am Gemsstock sind nur mit Lawinenausrüstung (LVS, Schaufel, Sonde) und idealerweise mit Bergführer aus der lokalen Alpinschule sinnvoll.
Top-Sehenswürdigkeiten
Schöllenenschlucht und Teufelsbrücke
Die Schöllenenschlucht zwischen Göschenen und Andermatt ist eines der dramatischsten Talabschnitte der Zentralalpen. Die alte Teufelsbrücke (1830 erbaut, ersetzt mehrere mittelalterliche Vorgänger) und das Suworow-Denkmal von 1899 erinnern an den russischen General, der hier 1799 mit seinen Truppen über den Gotthard zog. Wanderweg ab Bahnhof Göschenen, gut markiert, eine Stunde bis Andermatt. Eintritt frei, ganzjährig zugänglich.
Pfarrkirche St. Peter und Paul
Die barocke Pfarrkirche im Dorfzentrum stammt in heutiger Form aus 1602 (Vorgängerbau seit dem 13. Jahrhundert nachweisbar). Der schlanke Turm und die reich ausgemalte Innenausstattung machen sie zum Wahrzeichen des Dorfes. Eintritt frei, geöffnet täglich tagsüber, sonntags nach dem Gottesdienst geschlossen. Kunsthistorischer Höhepunkt: die spätbarocken Altarbilder.
Talmuseum Ursern
Das Heimatmuseum für das Urserental im historischen Haus Meyer (1786) zeigt Alltag, Handwerk und Pass-Verkehrsgeschichte des Tals — von Säumern über die Gotthard-Postkutsche bis zur Bahn 1882. Eintritt rund 8 CHF, geöffnet Dienstag bis Sonntag 16:00–18:00 Uhr in der Saison. Kompakt, gut für einen Regennachmittag, Audio-Guide auf Deutsch und Englisch.
Andermatt Concert Hall
Eröffnet 2019 als erste eigenständige Konzerthalle in den Schweizer Alpen, 650 Plätze, Akustik vom Bühnenarchitekten Studio Seilern Architects. Konzertsaison von Dezember bis April und Juli/August, Schwerpunkt Klassik und Kammermusik mit internationalen Solisten. Tickets 35 bis 120 CHF, Vorverkauf über die Andermatt-Konzerthalle-Webseite.
Gotthardpass und Tremola
Im Sommer fährst du in 25 Minuten auf den Gotthardpass (2.106 m) — die historische Tremola-Route mit ihren 24 Serpentinen ab Airolo gilt als Schweizer Pass-Klassiker. Auf der Passhöhe das Hospiz aus dem 13. Jahrhundert, Museo Nazionale del San Gottardo (Eintritt rund 12 CHF) und Bergrestaurants. Pass meist Juni bis Oktober offen.
Furkapass und Rhonegletscher
Der Furkapass (2.429 m) verbindet Andermatt mit dem Wallis und führt am Rhonegletscher mit der begehbaren Eisgrotte vorbei (Eintritt rund 9 CHF, von Mai bis Oktober). Der Pass diente als Drehort für die James-Bond-Verfolgungsjagd in „Goldfinger“ (1964). Im Winter gesperrt, im Sommer mit Postauto erreichbar.
Oberalppass und Lai da Tuma
Der Oberalppass (2.044 m) Richtung Disentis ist im Sommer Ausgangspunkt für die Wanderung zum Lai da Tuma, der Quelle des Rheins (90 Minuten Aufstieg). Im Winter trägt die Matterhorn-Gotthard-Bahn Skifahrer durch den Tunnel zur SkiArena Sedrun. Pass-Hospiz mit Lichtsignalturm — Bezug zur Schillers „Wilhelm Tell“.
Andermatt Reuss — neuer Dorfteil
Das Andermatt Swiss Alps Resort hat ab 2009 mit Investitionen aus Ägypten ein neues Dorfviertel gebaut: zwei Fünfsterne-Hotels (Chedi und Radisson Blu Reussen), 42 Apartmenthäuser, Konzerthalle und Spa. Das Konzept verzichtet auf Hochhäuser, Architektur lehnt an Urner Stadel-Bauweise an. Lohnt sich für einen Spaziergang am späten Nachmittag, Cocktail in der Chedi-Lobby ab 22 CHF.
Aktivitäten und Erlebnisse
Was du in Andermatt unternimmst, hängt vor allem von der Saison ab. Vier Konstellationen:
Im Winter (Dezember bis April)
- Skifahren in der SkiArena Andermatt-Sedrun-Disentis: 180 km Pisten, Tagesskipass rund 84 CHF, Sechs-Tages-Pass ab 410 CHF
- Gemsstock-Freeride für Fortgeschrittene mit Bergführer der Alpinschule, Halbtag ab 90 CHF pro Person
- Skitouren Lockenstock, Pizzo Centrale, Winterhorn — Tageskurs Skitouren-Einsteiger ab 180 CHF
- Schneeschuhwandern rund um den Oberalppass und durchs Unteralptal, Verleih an der Bergbahn-Station Gütsch
- Langlaufen auf der Loipe Andermatt-Hospental (15 km, klassisch und Skating, kostenfrei)
Im Frühling und Frühsommer
- Skitouren-Saison bis Anfang Mai (Galenstock, Furkahorn — Hochtourengelände)
- Frühlingsskifahren Gemsstock bis Ende April, Sedrun bis Mitte April
- Wanderungen ab Mitte Juni, Pass-Öffnungen Furka und Oberalp
- Mountainbike-Saisonstart Juli auf den markierten Trails Richtung Gütsch
Im Sommer (Juli bis September)
- Bergtouren Galenstock 3.586 m (mit Bergführer), Witenwasserenstock, Pizzo Rotondo
- Tageswanderungen am Lai da Tuma (Rheinquelle), Vier-Quellen-Weg (4 Tagesetappen)
- Glacier-Express-Tagesausflug ab Andermatt nach Disentis und zurück, ca. 50 CHF Hin- und Rückfahrt
- Pass-Touren Gotthard-Furka-Oberalp im Tagesausflug mit Auto oder Postauto
- Andermatt Swiss Alps Golf Course: 18-Loch-Platz auf 1.450 m, Greenfee Hochsaison ab 140 CHF
Bei Regen / Schlechtwetter
- The Spa im Chedi Andermatt — 2.400 m² Wellness, Tagesgast 150 CHF inkl. Sauna
- Talmuseum Ursern für Pass-Verkehrsgeschichte
- Konzertsaal Andermatt bei Saisonprogramm
- Verkehrshaus Luzern als Tagesausflug — größtes Verkehrsmuseum der Schweiz, 70 km mit dem Zug
Gastronomie und regionale Spezialitäten
Die Urner Küche ist von Berglandwirtschaft und Pass-Verkehr geprägt: Käse aus den Sennen am Furka- und Gotthardpass, Trockenfleisch aus der Innerschweiz, Polenta als italienisches Erbe, dazu Forellen aus den Gebirgsbächen. Drei Anlaufstellen:
Restaurants im Dorf
- The Japanese by The Chedi: Sushi und Robata in Hotel-Atmosphäre, Hauptgericht ab 38 CHF, Reservierung Pflicht
- The Restaurant by The Chedi: vier Live-Cooking-Stationen, Schweizer und asiatische Küche, Dégustation 145 CHF
- Toutoune: bistro-mediterrane Küche im historischen Dorfkern, Hauptgericht 28 bis 42 CHF
- Restaurant Sonne: traditionelle Urner Wirtshausküche im Hotel Sonne, Käseschnitte und Älplermagronen, Hauptgericht 22 bis 36 CHF
- Mama Vita: italienische Trattoria, Pizza ab 18 CHF, kinderfreundlich
Berghütten und Hochalpen-Restaurants
Auf der Mittelstation Gurschen (2.215 m) am Gemsstock liegt das Bergrestaurant Gurschen mit Panoramaterrasse — Käseschnitte 24 CHF, Rösti mit Speck 26 CHF. Am Nätschen oberhalb von Andermatt wartet das Restaurant Gütsch by Markus Neff auf 2.300 m mit Sterne-Anspruch (Reservierung Pflicht, Mehrgangmenü ab 145 CHF) — direkt erreichbar mit der Gütsch-Bahn. Im Sommer öffnet auf dem Vermigelpass die Vermigelhütte des SAC, Halbpension ab 90 CHF inkl. Bergsteigerfrühstück.
Regionale Spezialitäten
- Urner Käse aus den Sennen rund um Furka und Gotthard, Direktverkauf am Bauernhof oder im Dorfladen Coop
- Gotthard-Bier aus der Brauerei Stiefel in Brig — saisonale Sorten Pass-Saison-Bock und Gletscher-Pils
- Walliser Trockenfleisch über die Furka-Anbindung verbreitet, im Dorfladen ab 65 CHF/kg
- Schwarznasenschaf-Wurst aus dem benachbarten Goms (Wallis) als typisches Mitbringsel
Wetter und beste Reisezeit
Andermatt liegt im Übergang vom alpinen Nord- zum Südklima — der Gotthard wirkt als Wetterscheide. Während im Norden bei Stau über die Berge oft tagelang Schneefall liegt, kann im Süden die Sonne scheinen und umgekehrt. An der MeteoSchweiz-Station Andermatt-Gütsch (2.287 m) liegt das Jahresmittel bei 0,4 Grad und der Niederschlag bei rund 1.700 mm pro Jahr. Im Talboden (1.437 m) ist es im Sommer 8 bis 10 Grad wärmer als auf dem Gütsch. Schneehöhen messen wir am Gemsstock-Plateau in normalen Wintern auf zwei bis vier Meter, in starken Wintern bis fünf Meter — Schneesicherheit ist wegen der Höhe und der Nordstaulage hoch. Aktuelle Schnee- und Lawinenlage über den SLF Davos.
Beste Reisezeit für Familien
Juli bis Mitte September
Hochsaison Skisport
Mitte Februar bis März
Wellness und Ruhe
Mai und November
Unterkünfte und Ausgehen
Andermatt deckt eine ungewöhnlich große Hotel-Bandbreite ab — vom Fünfsterne-Resort bis zur einfachen Pension im Dorfkern. Drei Kategorien:
Top-Hotels im Resort
Das Chedi Andermatt (Eröffnung 2013) gilt als eines der renommiertesten Hotels der Alpen — 123 Zimmer, asiatisch-alpine Architektur, vier Restaurants, das Spa über zwei Etagen. Doppelzimmer in der Hauptsaison ab 850 CHF. Das Radisson Blu Reussen (Eröffnung 2019) ist die familienfreundlichere Variante mit 100 Zimmern und Apartments, Doppelzimmer ab 380 CHF. Beide liegen im Andermatt Reuss neben der Konzerthalle.
Drei- und Vier-Sterne-Hotels im Dorf
Im historischen Dorfkern findest du eine Reihe traditioneller Hotels — das Hotel Sonne (seit 1857) mit Restaurant in einem ehemaligen Postgebäude, das Hotel 3 Könige & Post aus dem 18. Jahrhundert mit klassischer Wirtshausstube und das Hotel Drei Berge mit alpinen Themenzimmern. Doppelzimmer ab 180 CHF in der Hauptsaison.
Apartments und einfache Unterkünfte
Im Resort Andermatt Reuss werden 42 Apartmenthäuser für Wochenmiete vermietet — ab rund 1.800 CHF pro Woche für 2-Zimmer-Wohnung in der Nebensaison, in der Hauptsaison eher 3.500 CHF. Pensionen und Berghäuser im Dorfkern liegen bei 90 bis 140 CHF pro Doppelzimmer mit Frühstück.
Ausgehen abends
Andermatt ist kein Après-Ski-Hotspot wie Ischgl oder St. Anton — die Atmosphäre ist gehobener und ruhiger. Die Bar im Chedi ist Treffpunkt für Hotelgäste und Skiprofis, der Public Pool Pub im Dorf bietet Live-Musik und einfache Drinks. Auf der Piste am Mittelpunkt Gurschen läuft der klassische Alpen-Aprés mit Glühwein und Skihütten-Stimmung von 15 bis 17 Uhr.
Praktische Tipps
- € Währung und Karten: Schweizer Franken (CHF), 1 EUR ≈ 0,95 CHF (Stand 2026). Kartenzahlung ist überall möglich, Bargeld nur für kleine Beträge in Hütten und Bauernläden. Achtung: in einigen Restaurants gilt EUR-Wechselkurs ungünstig — besser direkt CHF zahlen.
- + Schweizer Vignette: für die Autobahn-Anreise auf der A2 ist die Schweizer Vignette Pflicht (40 CHF, 14 Monate gültig vom 1. Dezember Vorjahr bis 31. Januar Folgejahr). Erhältlich an der Grenze, Tankstellen und online.
- ⌘ Mobilfunk und WLAN: Schweizer Roaming ist seit 2017 für EU-Reisende günstiger, aber nicht kostenlos — viele deutsche Tarife haben CH-Pakete oder berechnen Auslandstarif. WLAN gibt es in fast allen Hotels und im Resort-Gelände kostenfrei. In den Hochlagen am Gemsstock und Furkapass kein Empfang.
- + Apotheke und Notruf: Apotheke Andermatt im Dorfzentrum, ärztlicher Bereitschaftsdienst über Hausarzt Dr. Anton Loretz oder Notruf 144. Nächstes Krankenhaus: Kantonsspital Uri in Altdorf (50 km, 50 Minuten Fahrt). Bergrettung über REGA (1414).
- € Kurtaxe: 4,50 CHF pro Erwachsenem und Tag, wird über Hotel mitabgerechnet. Beinhaltet Gästekarte mit Rabatten auf Bergbahnen, Konzertsaal und freie Nutzung der Postauto-Linien im Urserental.
- ♿ Barrierefreiheit: Resort-Hotels und Konzerthalle vollständig rollstuhlgerecht, Gemsstock-Bergbahn nur eingeschränkt (Mittelstation Gurschen erreichbar, Gipfel nicht), historischer Dorfkern teils mit Pflaster. Tourismusorganisation hat eine Liste rollstuhlgerechter Routen am Gütsch.
- i Tourist-Information: Andermatt-Urserntal Tourismus, Gotthardstraße 2, ganzjährig geöffnet. Tagesaktuelle Pisten- und Pass-Status, Skipass-Verkauf, Konzerttickets. Telefon und Öffnungszeiten auf andermatt.ch.
Insider-Tipps
Vier Spots, die nicht in jedem Reiseführer stehen:
Frühmorgens auf den Oberalppass
Im Sommer fährst du mit dem ersten Postauto um 7:30 Uhr von Andermatt auf den Oberalppass und wanderst in 90 Minuten zum Lai da Tuma — der Quelle des Rheins auf 2.345 m. Vor neun Uhr hast du den See für dich, später kommen die Tagesausflügler aus Disentis. Rückkehr mit dem Postauto bis Mittag, perfekter Halbtags-Ausflug mit Quellwasser-Erlebnis.
Vermigelhütte als Übernachtung
Die SAC-Hütte Vermigel auf 2.042 m ist eine klassische Bergsteigerhütte zum Übernachten — Anstieg ab Andermatt rund zweieinhalb Stunden, Halbpension um 90 CHF. Wer um drei Uhr morgens losgeht, kann Pizzo Centrale (3.003 m) als Hochtour mit erfahrenem Wanderer erreichen. Reservierung übers Schweizer-Alpen-Club-Portal Pflicht.
Konzertsaal-Generalprobe
Ein- oder zweimal pro Saison öffnet die Andermatt Concert Hall ihre Generalprobe für interessierte Gäste — meist freitags vor dem Samstagskonzert. Eintritt 15 CHF, kein Vorverkauf, eher Geheimtipp. Frag bei der Tourist-Information nach dem aktuellen Termin.
Tremola-Pass mit dem Bike abwärts
Im Sommer kannst du dein Bike mit dem Postauto auf den Gotthardpass nehmen und die historische Tremola-Strecke nach Airolo abwärts rollen — 24 Serpentinen, Kopfsteinpflaster, sieben Kilometer Abfahrt. Geübte Gravel-Biker schaffen die Strecke in einer guten Stunde. Achtung im Sommer: Fahr früh, am Nachmittag steigt der Verkehr aus Italien stark an.
Umgebung und Tagesausflüge
Die Region rund um Andermatt eignet sich hervorragend für Tagesausflüge — Pass-Öffnungszeiten beachten. Drei Touren für drei Wettertypen:
Bei Sonne: Drei-Pässe-Tour Gotthard-Furka-Oberalp
Im Sommer (Juni bis Oktober) fährst du in einem Tag über alle drei Andermatter Pässe — rund 110 km, vier bis fünf Stunden mit Pausen. Stationen: Gotthardpass mit Hospiz, Tessin-Abstecher nach Airolo, dann über die Furka mit Rhonegletscher-Eisgrotte ins Wallis bis Gletsch, Rückkehr über Realp und Andermatt. Mit dem Postauto als Tagesticket möglich, mit Auto flexibler. Wer ohne Auto reist, plant die Tour mit dem PostAuto-Pass „Gotthard-Furka-Oberalp“.
Bei Wechselwetter: Luzern und Vierwaldstättersee (85 km)
Mit dem Zug eineinviertel Stunden bis Luzern. Stadt mit der Kapellbrücke (1333), dem Löwendenkmal, dem Verkehrshaus der Schweiz (größtes Verkehrsmuseum, Eintritt rund 35 CHF) und Schiffsfahrt auf dem Vierwaldstättersee. Plan einen ganzen Tag, Rückkehr mit dem letzten IR um 21 Uhr. Bei Regen sind Verkehrshaus und Schiff trocken.
Bei Regen: Tessin-Abstecher Airolo und Bellinzona (95 km)
Durch den Gotthard-Tunnel (Auto oder Bahn) ins Tessin — 30 Minuten bis Airolo, eine Stunde bis Bellinzona. Drei UNESCO-Welterbe-Burgen (Castelgrande, Montebello, Sasso Corbaro), ab dem Tunnel-Südportal Airolo schon italienisches Klima und Lebensgefühl. Beste Espresso-Bar Schweizweit findest du am Bahnhof Bellinzona. Im Winter Tunnel-Anreise oft mit Stau verbunden.
Weitere Tagesziele (50 bis 150 km)
- Disentis: Benediktinerkloster und Skigebiet, 35 km östlich über den Oberalppass.
- Sustenpass und Steingletscher: 60 km, Sommer-Pass mit Hochalpen-Panorama.
- Brig und Goms (Wallis): 70 km über die Furka, Schwarznasenschaf-Region.
- Zürich: 135 km, Stadt am See als Großstadt-Tag.



