America Unlimited: Umsatzplus trotz USA-Reise-Rückgang
Irgendwie ist das fast wie Zauberei: Während Buchungen in einer großen Zielregion nachlassen, klingelt an anderer Stelle die Kasse lauter denn je. Beim Veranstalter aus Hannover sieht man das aktuell an der Zusammensetzung der Nachfrage — kürzere, aber teurere Bausteine werden häufiger gebucht, Menschen suchen intensivere, individuellere Erlebnisse statt der klassischen Pauschale. Das hat die Geschäftsleitung in den vergangenen Monaten gezielt angepackt und sorgt dafür, dass Gesamtumsatz und Margen nicht nur stabil bleiben, sondern wachsen. Für mich wirkt das wie ein Paradebeispiel, wie flexibel ein Reiseanbieter reagieren kann, wenn er nicht stur auf alte Muster setzt.
In den letzten Wochen sind interne Neuerungen besonders auffällig geworden. Eine neue Buchungsoberfläche samt App ist zwar noch in der Finalphase, zieht aber schon jetzt mehr Direktkunden an; virtuelle Beratungstermine mit Reiseexpertinnen sind künftig buchbar; und ein flexibles Zahlungsmodell mit Ratenoptionen macht das Premiumsegment plötzlich deutlich zugänglicher. Hinzu kommen engere Kooperationen mit lokalen Partnern weltweit, die exklusive Aktivitäten ins Portfolio bringen — nicht die immer gleichen Sightseeing-Pakete, sondern kleine, handverlesene Erlebnisse, die Reisehungrige richtig aus den Socken hauen. Nachhaltigkeit steht ebenfalls weiter oben auf der Agenda: CO2-Ausgleichsoptionen werden ausgebaut und klimafreundlichere Routings stärker berücksichtigt.
Auch im Marketing hat sich einiges gedreht. Klassische Werbebudgets wurden teilweise umgeschichtet, Social-Kampagnen laufen jetzt gezielter, Influencer-Kooperationen fokussieren Nischen mit hoher Buchungsbereitschaft, und Webinare ersetzen zunehmend unpersönliche Newsletterfluten. Parallel dazu hat das Unternehmen sein Serviceteam ausgebaut; mehr Reisespezialisten stehen für maßgeschneiderte Beratung bereit, was bei komplexeren Longhaul-Angeboten oft den Unterschied macht. Auf Messen setzt man diesmal auf kleinere, sehr persönliche Auftritte und lokale Informationsveranstaltungen — weniger Messehalle, mehr Wohnzimmeratmosphäre, sozusagen. Das alles bringt nicht nur neue Leads, sondern auch loyalere Kundinnen und Kunden.
Wenn Du mich fragst, ist die spannendste Entwicklung nicht nur das Plus in den Büchern, sondern die Art, wie hier an mehreren Schrauben gleichzeitig gedreht wird. Kurzfristig bleibt die Lage politisch und medial volatil, das spürt jede Branche. Langfristig wäre das Unternehmen aber gut beraten, genau an dieser Agilität festzuhalten: digitale Tools weiterentwickeln, lokale Netzwerke vertiefen und auf Service setzen, der echten Mehrwert liefert. Ich bin gespannt, welche Programme demnächst an den Start gehen — ein paar Überraschungen waren schon angekündigt, und wenn die so zünden wie die letzten Maßnahmen, dann wird das Wachstum noch ein paar Kapitel weiterschreiben.




