Der Abenteuerpark Ziegelwies liegt im Walderlebniszentrum Ziegelwies an der bayerisch-tirolerischen Grenze zwischen Füssen und Reutte und gehört zu den meistbesuchten Familien-Ausflugszielen im Allgäu. Hauptattraktion ist der 480 Meter lange Baumkronenweg, der in bis zu 21 Metern Höhe durch einen alten Bergmischwald führt und auf einer Brücke den jungen Lech überquert. Eröffnet wurde der Park 2010 als gemeinsames Projekt der Bayerischen Staatsforsten und des Forstamtes Reutte, betrieben wird er heute vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten. Neben dem Baumkronenweg umfasst der Park den Lechpfad mit Ausblick auf die Wildflusslandschaft des Lechs, einen großen Naturspielplatz, das Walderlebniszentrum mit Ausstellung sowie mehrere Lehrpfade rund um Wald, Wasser und Geologie der Allgäuer Alpen. Der Eintritt liegt mit rund vier Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder im günstigen Bereich, Kinder unter sechs Jahren sind frei, geöffnet ist der Park ganzjährig in unterschiedlichen Zeitfenstern.
Anreise und Erreichbarkeit
Der Abenteuerpark Ziegelwies liegt rund drei Kilometer südlich der Altstadt von Füssen direkt an der Bundesstraße B179 in Richtung Reutte, kurz vor dem Grenztunnel nach Tirol. Die Lage am Ufer des Lechs und am Fuß des Säuling macht den Park zu einem natürlichen Stopp auf der Romantischen Straße und zwischen den Königsschlössern Neuschwanstein und Hohenschwangau und dem Lechfall. Wer hierher kommt, kombiniert den Besuch fast immer mit einer Wanderung am Lechfall, einer Rundfahrt um den Forggensee oder einem Schlossbesuch in Hohenschwangau.
Mit dem Auto
Aus Norden fährt man über die A7 Ulm-Füssen bis zur Ausfahrt Füssen, von dort über die B179 in Richtung Reutte bis zur ausgeschilderten Abfahrt Ziegelwies. Aus München kommt man über die A96 bis zur Ausfahrt Buchloe und weiter über die B12 und die B17 nach Füssen, die Strecke führt durch das Pfaffenwinkel und ist gut ausgebaut. Direkt am Walderlebniszentrum gibt es einen großen kostenpflichtigen Parkplatz mit rund 150 Stellplätzen und Busparkplätzen, die Parkgebühr liegt bei rund zwei Euro für drei Stunden.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Der Bahnhof Füssen ist Endbahnhof der Strecke aus Buchloe und München und in der Hochsaison stündlich aus München-Pasing erreichbar. Vom Bahnhof Füssen fährt die Buslinie 74 in Richtung Reutte mehrmals täglich bis zur Haltestelle Walderlebniszentrum Ziegelwies, die Fahrtzeit liegt bei rund zehn Minuten. Im Sommerhalbjahr ergänzt der Wanderbus des Naturpark Tiroler Lech das Angebot, mit dem AktivCard-Königswinkel ist die Anreise oft kostenfrei.
Mit dem Flugzeug
Der nächste internationale Flughafen ist München-Erding, von dort sind es über A96 und B17 rund 130 Kilometer und gut anderthalb Stunden Fahrt. Memmingen ist mit rund 90 Kilometern eine günstigere Alternative für Anreisen aus dem Norden oder Osten Europas. Innsbruck in Tirol liegt 100 Kilometer entfernt und ist über den Fernpass erreichbar, allerdings im Sommer häufig staugefährdet.
Vor Ort bewegen und Parken
Vom Parkplatz sind es nur wenige Meter bis zum Eingang des Walderlebniszentrums und zum Aufgang auf den Baumkronenweg. Behindertenparkplätze sind direkt am Eingang ausgewiesen, ein barrierefreies WC steht im Walderlebniszentrum bereit. Wer mehrere Tage im Füssener Land verbringt, nutzt die Königscard, die im Hotel oft inklusive ist und freien Eintritt in den Abenteuerpark sowie kostenfreie ÖPNV-Nutzung ermöglicht.
Hauptattraktion Baumkronenweg — 480 Meter Holzsteg über dem Lech
Der Baumkronenweg im Abenteuerpark Ziegelwies ist mit 480 Metern Länge einer der längeren begehbaren Wipfelwege der bayerischen Alpen und gehört zu den wenigen, die tatsächlich eine Staatsgrenze überschreiten. Der Holzsteg führt vom bayerischen Ufer des Lechs in einer langgezogenen Schleife durch die Baumkronen alter Fichten, Bergahorne und Tannen und überquert auf einer 90 Meter langen Brücke den wilden Lech in 21 Metern Höhe. Auf der tiroler Seite endet der Weg an einem Aussichtsplatz mit Blick auf die Tannheimer Berge und die Vilstaler Alpen, von hier geht es über eine zweite Holzkonstruktion zurück zum Walderlebniszentrum.
Die Brücke über den Lech
Das spektakulärste Element des Baumkronenwegs ist die Brücke über den Lech, die in einer eleganten Bogenkonstruktion aus Holz und Stahl zwischen zwei Pfeilern gespannt ist. Unter der Brücke schießt der junge Lech in einem flachen Schotterbett dahin, an manchen Stellen mit Stromschnellen und Kies-Inseln, an anderen mit ruhigen tiefen Gumpen. Die Brücke schwingt bei stärkerem Begehen leicht, die Konstruktion ist jedoch für mehrere Hundert Personen gleichzeitig ausgelegt und vollständig sicher.
Blick in die Wildflusslandschaft
Der Lech ist einer der letzten naturnahen Wildflüsse der Alpen und steht in weiten Teilen unter Naturschutz, der Naturpark Tiroler Lech beginnt direkt jenseits der Brücke. Vom Baumkronenweg eröffnet sich der Blick auf die unverbauten Schotter-Inseln, die hellen Kies-Bänke und die typische bunte Vegetation der Wildflussufer. Wer Glück hat, sieht Flussregenpfeifer, Wasseramseln oder im Frühjahr brütende Fluss-Uferläufer am Ufer.
Konstruktion und Geschichte
Der Baumkronenweg wurde 2010 eröffnet und gemeinsam von den Bayerischen Staatsforsten und dem Forstamt Reutte als grenzüberschreitendes Projekt geplant. Architektonisch handelt es sich um eine massive Holzkonstruktion mit verzinkten Stahlseilen und Beton-Fundamenten in den Steilhängen, das Hauptmaterial ist heimische Lärche aus den umliegenden Wäldern. Inzwischen gehört der Weg zu den meistbesuchten Wipfelwegen Bayerns mit rund 200.000 Gästen pro Jahr.
Der Lechpfad und das Walderlebniszentrum
Während der Baumkronenweg die Hauptattraktion für viele Tagesgäste ist, lohnt sich der ergänzende Besuch des Lechpfads und des Walderlebniszentrums am Eingang des Parks. Der Lechpfad führt entlang des Flusses auf einem rund 1,5 Kilometer langen Rundweg durch die Schotter-Auen und ist mit Schautafeln, Modellen und Bänken ausgestattet, ein interaktives Mosaik aus Geologie, Hydrologie und Naturschutz am wilden Lech. Das Walderlebniszentrum selbst zeigt in mehreren Räumen eine moderne Dauerausstellung zum Bergwald und seinen Bewohnern.
Lechpfad mit Sandbank und Schotter-Aue
Der Lechpfad ist auf weiten Strecken ein einfacher Naturweg und an mehreren Stellen führt er bis ans Wasser heran, im Sommer ein beliebter Pausenplatz für Familien. Kinder bauen hier Staudämme, sammeln Steine und beobachten die Wasseramseln, die an den Stromschnellen jagen. Eine kleine Lehrstation zeigt die typischen Pflanzen der Wildfluss-Aue wie Tamariske, Lavendel-Weide und Kies-Steinbrech.
Walderlebniszentrum mit Dauerausstellung
Im Walderlebniszentrum am Eingang führt eine kostenlose Dauerausstellung in mehreren Räumen durch die Themen Bergwald, Wildtiere und Forstwirtschaft im Allgäu. Modelle, Hörstationen und ein begehbarer Wurzelraum machen die Inhalte vor allem für Kinder erfahrbar, gleichzeitig finden Erwachsene viele Hintergrund-Informationen zur Geologie und Geschichte des Allgäuer Walds. Im Anbau gibt es einen Bistro-Bereich mit Getränken, Snacks und einer Sonnenterrasse.
Die sechs Stationen im Abenteuerpark im Überblick
Eingangsplatz und Walderlebniszentrum
Großer Vorplatz mit Kasse, Bistro und Ausstellungs-Eingang. Hier startet der Rundgang, eine Übersichtstafel zeigt die wichtigsten Stationen und Wege im Park.
Baumkronenweg über dem Lech
480 Meter Holzsteg in bis zu 21 Metern Höhe mit der spektakulären Brücke über den jungen Lech. Hauptattraktion mit Blick in die Wildflusslandschaft und auf die Tannheimer Berge.
Lechpfad mit Schotter-Aue
Rund 1,5 Kilometer langer Rundweg entlang des Lechs durch die typische Schotter-Aue. Mit Sandbänken, Lehrstationen zu Tamariske und Wasseramsel und Zugang zum Wasser.
Naturspielplatz Bärenfalle
Großer Naturspielplatz aus heimischem Holz mit Klettergerüsten, Rutsche, Wasserspielanlage und Sandkasten. Beliebt bei Familien mit kleinen Kindern, mit Bänken für Eltern unter Bäumen.
Geo-Lehrpfad und Geröllpark
Lehrpfad mit Schautafeln zur Geologie der Allgäuer Alpen und ein Geröllpark mit Findlingen aus den umliegenden Bergen. Themen sind Gesteinsarten, Gletscherspuren und die Entstehung des Lechtals.
Aussichtsplatz Tirol
Endpunkt des Baumkronenwegs auf tiroler Seite mit Plattform und Blick auf die Tannheimer Berge. Picknick-Bänke unter Tannen, ein zweiter Holzsteg führt zurück zum Walderlebniszentrum.
Abenteuerpark Ziegelwies im Vergleich mit anderen Wipfelwegen
Ziegelwies ist im direkten Vergleich kürzer als die großen Pfade der Erlebnis Akademie AG, aber deutlich günstiger im Eintritt und einer der wenigen, die einen Wildfluss in voller Breite überqueren. Für Familien im Allgäu ist das Preis-Leistungs-Verhältnis schwer zu schlagen.
Geschichte und Träger
Das Walderlebniszentrum Ziegelwies wurde 2003 als gemeinsame Einrichtung der Bayerischen Staatsforsten und des damaligen Forstamtes Füssen am Standort einer ehemaligen Ziegelei eröffnet, die dem Ort den Namen gab. Bereits in den ersten Jahren entwickelte sich der Bereich am Lech zu einem viel besuchten Lehr- und Erholungsort, 2010 folgte mit dem Baumkronenweg die Hauptattraktion in der heutigen Form. Heute wird der Park vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten verwaltet, die Einnahmen aus dem Eintritt fließen in den Erhalt der Stege und in die Bildungsarbeit.
Füssen als Ankerort am Lech
Füssen liegt auf 808 Metern Höhe am Austritt des Lechs aus den Alpen und ist mit rund 15.000 Einwohnern die südlichste Stadt Bayerns. Die Altstadt mit Hohem Schloss, Benediktiner-Kloster Sankt Mang und Lechfall gilt als eines der bekanntesten Ensembles der Romantischen Straße und ist ganzjährig stark besucht. Der Abenteuerpark Ziegelwies ergänzt das städtische Angebot um eine Natur-Komponente und ist für viele Übernachtungsgäste ein fester Programmpunkt.
Naturpark Tiroler Lech jenseits der Grenze
Direkt jenseits des Baumkronenwegs beginnt auf tiroler Seite der Naturpark Tiroler Lech, der die letzte naturnahe Wildfluss-Strecke der Nördlichen Kalkalpen umfasst. Hier sind die Schotter-Auen, Stromschnellen und Kies-Inseln in weiten Teilen unverbaut, der Naturpark betreibt ein eigenes Besucherzentrum in Elmen. Eine grenzüberschreitende Wanderung vom Abenteuerpark in Richtung Stanzach gehört zu den schönsten Tagesausflügen der Region.
Praktische Tipps für den Besuch
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Eintritt und Königscard
Erwachsene zahlen rund vier Euro, Kinder zwischen sechs und 15 Jahren zwei Euro, Kinder unter sechs Jahren sind frei. Mit der Königscard, die in vielen Hotels der Region inklusive ist, ist der Eintritt komplett kostenfrei, das gleiche gilt für Inhaber der AktivCard Königswinkel.
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Beste Uhrzeit für den Besuch
Vormittags zwischen zehn und zwölf Uhr ist der Park am vollsten, weil viele Bus-Reisegruppen die Schlösser-Tour mit dem Abenteuerpark kombinieren. Ab 14 Uhr leeren sich die Stege deutlich, der späte Nachmittag mit weichem Licht über dem Lech ist die schönste Zeit für Fotografen.
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Barrierefreiheit gut
Der Baumkronenweg ist vollständig mit Kinderwagen und Rollstuhl befahrbar, alle Anstiege sind als Rampen ausgeführt. Behindertenparkplätze gibt es direkt am Eingang, ein barrierefreies WC im Walderlebniszentrum. Auch der Lechpfad ist auf der Hauptachse gut befahrbar, lediglich der Zugang zum Wasser erfordert Trittsicherheit.
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Schlechtwetter ist kein Hindernis
Bei Regen bleibt der Park geöffnet, lediglich bei Sturm und Gewitter wird der Baumkronenweg kurzfristig gesperrt. Festes Schuhwerk und eine Regenjacke reichen, im Walderlebniszentrum und im Bistro lässt sich problemlos eine Stunde Regen aussitzen.
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Kombi mit Lechfall einplanen
Der Lechfall liegt nur zwei Kilometer flussabwärts in Füssen und ist über einen Wanderweg am Lech-Ufer in rund 30 Minuten zu Fuß erreichbar. Wer einen ganzen Tag in Füssen plant, verbindet Abenteuerpark, Lechfall und Altstadt zu einem abwechslungsreichen Programm aus Natur und Stadt.
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Hunde sind erlaubt
Hunde dürfen an der Leine auf den Baumkronenweg und auf den Lechpfad, ein eigenes Ticket für den Hund ist nicht nötig. Im Walderlebniszentrum bleibt der Hund am Eingang, in der Schotter-Aue kann er sich an heißen Tagen im Lech abkühlen, allerdings nur in den ausgewiesenen Bereichen außerhalb der Schutzzone.
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Öffnungszeiten und Saison
Geöffnet ist der Park ganzjährig, in der Hauptsaison von Mai bis Oktober täglich von neun bis 18 Uhr, im Frühjahr und Herbst von zehn bis 17 Uhr, im Winter sind nur Baumkronenweg und Lechpfad zugänglich. Das Walderlebniszentrum schließt im Winter an einzelnen Tagen, aktuelle Zeiten hängen am Eingang aus.
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Gastronomie vor Ort
Am Eingang gibt es ein Bistro mit Kaffee, Snacks, Suppen und einfachen warmen Gerichten. Wer ausgiebiger speisen möchte, kehrt in einem der Gasthöfe in Füssen oder im Forstamt-Stüberl in Reutte ein, beide bieten regionale Allgäuer und tiroler Küche zu fairen Preisen. Eine eigene Brotzeit ist am Picknickplatz am Lech ausdrücklich willkommen.
Insider-Tipps
Für Familien mit kleinen Kindern
Kinder ab vier Jahren laufen den Baumkronenweg meist selbstständig durch, kleinere Geschwister passen problemlos in einen Kinderwagen, der überall durchgeschoben werden kann. Plant für die Tour mit Kindern eher zweieinhalb Stunden ein, vor allem der Naturspielplatz Bärenfalle und der Lechpfad mit Sandbank halten Familien gerne länger fest. Eine Brotzeit im Rucksack hilft, am Picknickplatz am Lech lässt sich gut pausieren.
Für Fotografen
Die spannendsten Motive sind die Brücke über den Lech aus der unteren Schotter-Aue und der Blick vom tiroler Aussichtsplatz auf die Tannheimer Berge. Auch der Lech selbst mit seinen hellen Kies-Bänken und dem türkisen Wasser ist ein dankbares Motiv, eine Stunde vor Sonnenuntergang liegt die Goldene Stunde im Tal. Stative sind auf dem Baumkronenweg erlaubt, sollten aber niemanden behindern.
Für Naturinteressierte
Im Sommerhalbjahr bieten das Walderlebniszentrum und der Naturpark Tiroler Lech geführte Wanderungen zu Wildfluss, Bergmischwald und Vogelwelt an, einige davon enden direkt am Baumkronenweg. Themen reichen von Wasseramsel und Flussregenpfeifer über Tamariske und Lavendel-Weide bis zu Geologie und Gletscherspuren, die Termine hängen am Eingang aus oder sind beim Walderlebniszentrum erfragbar.



