Der Duft von frisch gebackenen Brezeln, knusprigem Schwarzbrot und herzhaften Würsten fehlt vielen Deutschen hier ganz gewaltig – denn die Auswahl an echten deutschen Backwaren ist in Kanada eher dürftig. Klar, Haribo-Gummibärchen oder deutsche Schokoladen sind fast ausschließlich online zu bekommen und oft teuer. An der Wursttheke im Supermarkt hingegen wirst du selten auf Klassiker wie Leberwurst oder knackige Bockwürste stoßen, die echte Heimgefühle wecken könnten. Das macht die tägliche Mahlzeit manchmal ziemlich eintönig.
Was mich wirklich überrascht hat: Die Öffnungszeiten der Läden gehen hier oft nicht über den frühen Nachmittag hinaus – sonntags schließen viele sogar komplett. In Deutschland bist du es gewohnt, dass auch abends noch Gemütlichkeit beim Einkaufen herrscht oder der Gang zum Bäcker am Sonntag möglich ist. Das ist hier schlicht anders. Auch im Job läuft’s entspannt – Pünktlichkeit wird zwar geschätzt, aber die strenge Trennung zwischen Arbeit und Freizeit, wie wir sie kennen, gibt es nicht so ausgeprägt. Manchmal fühlt man sich deshalb irgendwie… fehl am Platz.
Was ich persönlich auch vermisse: Das große kulturelle Angebot mit Theater, Museen und Festivals – das macht den Alltag bunter und leichter zugänglich. Natürlich gibt es in Städten einiges, aber das Gefühl von Vielfalt und ständiger kultureller Präsenz ist doch eine Nummer anders als zuhause. Da sehnt man sich schon mal nach dem nächsten Weihnachtsmarkt oder einer spontanen Ausstellung – Dinge, die einfach die Seele berühren und den Alltag versüßen.