Albanien gehört zu den letzten großen Wandergebieten Europas, in denen Bergpfade ohne Massentourismus, Berghütten ohne Reservierungsdruck und Gipfel ohne Seilbahnen noch die Regel sind. Auf 28.700 Quadratkilometern verteilen sich 15 Nationalparks, dazu die Albanischen Alpen im Norden mit Höhen bis 2.694 Meter, das Korab-Massiv an der mazedonischen Grenze mit dem 2.764 Meter hohen höchsten Berg des Landes, die mediterrane Halbinsel Karaburun an der Adria und das Hochland um Lëpushë mit seinen traditionsreichen Dörfern. Die klassische Saison reicht von Mai bis Oktober, im Juli und August sind die hochalpinen Routen schneefrei, im September liegt die Mischung aus warmen Tagen und klaren Nächten besonders günstig. Wer eine bis drei Wochen mitbringt, kombiniert mehrtägige Treks wie den Valbona-Pass mit Tagestouren in Llogara, Tomorr oder Korab und erlebt Bergdörfer mit Kulen-Tradition, in denen der Schwiegervater bis heute beim ersten Besuch das Schaf am Feuer dreht.
Anreise und Erreichbarkeit
Die meisten Wanderreisen nach Albanien beginnen in Tirana und führen je nach Ziel weiter nach Shkodra im Norden, nach Saranda im Süden oder nach Peshkopi an der mazedonischen Grenze. Wer den Norden ansteuert, kombiniert oft Podgorica in Montenegro als Einstieg, weil die Albanischen Alpen von dort schneller erreichbar sind. Eine erste Übersicht zu Regionen und Nationalparks bietet die offizielle Domain albania.al ohne weitere Verlinkung.
Mit dem Auto
Aus Mitteleuropa führt die Landanreise klassisch über Slowenien, Kroatien und Montenegro nach Shkodra. Für die Hochlanddörfer Theth und Lëpushë ist ein Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit oder ein 4x4 sehr empfehlenswert, weil die letzten Kilometer über unbefestigte Bergstrecken führen. Die Hauptachsen SH1 Tirana zur Adria und SH4 nach Süden sind gut ausgebaut, die Zufahrten zu den Trailheads dagegen oft eng und steil. Für die Anreise nach Valbona ist die Strecke über die Fähre auf dem Komani-See landschaftlich besonders eindrücklich und gehört für viele bereits zum Wanderprogramm.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Das albanische Bahnnetz ist kaum nutzbar, der Hauptverkehr läuft über Fernbusse und Minibusse, die sogenannten Furgon. Von Tirana und Shkodra fahren täglich Furgon nach Bajram Curri für den Anschluss nach Valbona, nach Theth über die neue asphaltierte Bergstraße sowie zu allen großen Trailheads. Tickets kosten 5 bis 15 Euro, gezahlt wird direkt im Fahrzeug in Lek oder Euro. Im Sommer fahren auch organisierte Wander-Shuttles, die Theth und Valbona miteinander verbinden und Gepäck transportieren.
Mit dem Flugzeug
Direktflüge nach Tirana gibt es ab Wien, München, Frankfurt, Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Zürich, die Flugzeit beträgt zwei bis zweieinhalb Stunden. Für die Albanischen Alpen ist Podgorica eine sinnvolle Alternative mit Mietwagen-Weiterfahrt nach Shkodra in rund 90 Minuten. Wer den Süden mit Llogara und der Karaburun-Halbinsel ansteuert, kann auch Korfu als Einstieg nutzen und mit der Fähre nach Saranda übersetzen, von dort sind es rund 75 Kilometer zum Llogara-Pass.
Vor Ort bewegen und Parken
In den Bergregionen ist der eigene Wagen klar von Vorteil, weil die Trailheads oft mehrere Kilometer abseits der Hauptstraßen liegen. In Theth und Valbona gibt es bewachte Parkplätze an den Gästehäusern für 2 bis 5 Euro pro Tag. Wer auf den Komani-Fährweg nach Valbona setzt, parkt am Komani-Damm und holt das Fahrzeug bei der Rückkehr wieder ab. Innerhalb der Dörfer Theth, Valbona und Lëpushë ist alles zu Fuß erreichbar, die Wege zwischen Pension und Trailhead lassen sich gut zu Fuß zurücklegen.
Theth-Nationalpark - das Herz der Albanischen Alpen
Theth liegt auf 750 Metern in einem Talkessel zwischen mehr als 2.000 Meter hohen Gipfeln und bildet seit 1966 den Kern eines eigenen Nationalparks. Das Dorf mit rund 80 ständigen Einwohnern ist seit der Asphaltierung der Bergstraße im Jahr 2022 ganzjährig erreichbar und hat sich zum wichtigsten Ausgangspunkt für Wanderungen in den nördlichen Albanischen Alpen entwickelt. Die berühmte Kulla, ein dreistöckiger steinerner Turm aus dem 19. Jahrhundert, gehörte einst zur Tradition der Blutrache und dient heute als Museum, ebenso wie die Kirche aus dem Jahr 1892.
Wasserfall Grunas und Blaues Auge von Theth
Der Wasserfall Grunas stürzt rund 30 Meter aus einer Felswand und ist in einer leichten Wanderung von 90 Minuten ab dem Dorfzentrum erreichbar. Der Pfad führt über eine Hängebrücke und durch lichten Buchenwald. Das Blaue Auge von Theth, Syri i Kalter i Thethit, ist ein türkisfarbener Karstquellen-Pool im Tal des Flusses Kaprre und in einer Tageswanderung von rund sechs Stunden hin und zurück zu erreichen. Beide Touren gelten als mittelschwer und benötigen festes Schuhwerk, der Höhenunterschied liegt bei 250 bis 500 Metern.
Valbona-Pass-Wanderung - der klassische Mehrtagestrek
Die Wanderung von Theth nach Valbona über den 1.795 Meter hohen Valbona-Pass gilt als der berühmteste Trek Albaniens und gehört zu den schönsten Bergetappen Europas. Die Strecke ist rund 17 Kilometer lang, der Aufstieg aus Theth beträgt knapp 1.000 Höhenmeter, der Abstieg auf der Valbona-Seite rund 1.300 Höhenmeter. Die reine Gehzeit liegt bei sechs bis acht Stunden, ein früher Aufbruch zwischen sechs und sieben Uhr morgens ist sinnvoll, weil die ersten Aufstiegsstunden im Wald noch schattig sind und die offene Hochfläche am Pass nachmittags Gewitter mit sich bringen kann.
Etappen und Übernachtung in Berghütten
Die Strecke ist gut markiert mit rot-weiß-roten Punkten und Steinmännchen, GPS-Tracks sind in den Gästehäusern in Theth und Valbona meist als Ausdruck oder Datei verfügbar. Direkt am Pass steht im Sommer eine einfache Kaffee-Bude mit Wasser, Kaffee und Snacks, die rund eine Stunde Pause auf 1.800 Metern erlaubt. Übernachtet wird in einfachen Berghütten oder Gästehäusern in Valbona auf 1.040 Metern, die Halbpension kostet zwischen 30 und 45 Euro pro Person und Nacht. Wer die Tour als Rundreise plant, fährt am dritten Tag mit dem Furgon nach Bajram Curri und über die Komani-Fähre zurück nach Shkodra, eine landschaftlich spektakuläre Strecke quer durch die Albanischen Alpen.
Albanische Alpen - Wildnis mit 2.500-Meter-Gipfeln
Die Albanischen Alpen, auf Albanisch Bjeshket e Nemuna, also die Verfluchten Berge, gehören zu den dichtesten Gebirgsregionen Europas mit Gipfeln bis 2.694 Meter am Maja Jezerce. Sie erstrecken sich über Albanien, Montenegro und Kosovo und sind seit 2022 in weiten Teilen Teil des grenzüberschreitenden Friedensparks. Karstige Hochplateaus mit Dolinen und Karren, tiefe Schluchten wie die Grunasi-Schlucht und eiszeitliche Bergseen prägen das Landschaftsbild. Klettersteige im alpinen Stil gibt es bislang kaum, dafür viele alpine Pfade auf Hirtenwegen, die Wandernde durch Hochweiden zu kleinen Bergseen führen.
Für Reisende mit alpiner Erfahrung lohnt der Aufstieg auf den Maja Arapit oder den Maja Jezerce, beide gelten als T4 nach Schweizer Skala und benötigen einen langen Tag oder ein Biwak. Geführte Touren mit lokalen Bergführern kosten 60 bis 120 Euro pro Tag und Person, in Theth und Valbona vermitteln die Gästehäuser direkt vor Ort.
Llogara-Nationalpark - Pinien, Pass und Meerblick
Der Llogara-Nationalpark liegt rund 200 Kilometer südlich von Tirana an der Küstenstraße SH8 zwischen Vlora und Saranda. Der Llogara-Pass auf 1.027 Metern verbindet die Adria mit dem Ionischen Meer und bietet einen der spektakulärsten Ausblicke des Landes, weil sich die Küste samt Karaburun-Halbinsel mehr als 1.000 Höhenmeter darunter ausbreitet. Der Park ist 1.010 Hektar groß und besteht überwiegend aus Schwarzkiefer und mediterraner Schwarzkiefer, dazu kommen offene Hochweiden.
Beliebte Tageswanderungen führen vom Llogara-Pass auf den Maja e Çikës mit 2.044 Metern in rund fünf bis sechs Stunden hin und zurück oder zur Aussicht am Cesarea-Felsen mit Blick auf die gesamte Albanische Riviera. Die Strecken sind moderat markiert, die Höhenunterschiede liegen bei 300 bis 1.000 Metern. Übernachtet wird im Llogara-Resort oder in kleinen Berggasthöfen am Pass mit Vollpension ab 35 Euro pro Person.
Tomorr-Berg - heiliger Gipfel über Berat
Der Tomorr-Berg mit 2.416 Metern erhebt sich östlich von Berat und ist seit 2003 mit 24.000 Hektar als Nationalpark geschützt. Der Berg gilt im albanischen Bektaschi-Glauben als heilig, das jährliche Bektaschi-Fest Anfang August zieht Tausende Pilger zum Tyrbe an, einem kleinen Schrein nahe des Gipfels. Wer den Hauptgipfel erreichen möchte, fährt mit dem Auto bis zur Berghütte Bivakku Partizani auf rund 1.900 Metern und steigt in zwei bis drei Stunden auf den Gipfel.
Im Frühsommer blühen auf den Hochweiden Orchideen und seltene Endemiten, am Hang leben Wölfe, Bären und Steinadler. Eine Tageswanderung von der Hütte zum Gipfel und zurück dauert sechs bis sieben Stunden, der Aufstieg ist konditionell anspruchsvoll, technisch jedoch unkritisch. Die Berghütte bietet einfache Schlafplätze ab 15 Euro pro Person, Essen wird auf Anfrage zubereitet.
Korab - der höchste Berg Albaniens
Der Korab mit 2.764 Metern ist sowohl der höchste Gipfel Albaniens als auch Nordmazedoniens und bildet die natürliche Grenze zwischen beiden Ländern. Der Berg liegt im 2008 gegründeten Nationalpark Korab-Koritnik mit 55.000 Hektar im Osten Albaniens nahe Peshkopi. Der Aufstieg vom albanischen Dorf Radomira aus dauert acht bis zehn Stunden hin und zurück mit rund 1.500 Höhenmetern, der Pfad ist im Sommer schneefrei und mit Steinmännchen markiert.
Wegen der Grenznähe ist der Aufstieg formal anmeldepflichtig, die lokalen Bergführer kümmern sich um die Formalitäten. Geführte Touren ab Peshkopi kosten 80 bis 120 Euro pro Person inklusive Transport ab Hotel, am Gipfel weht oft starker Wind, eine Windjacke ist auch im Hochsommer Pflicht. Die Aussicht reicht an klaren Tagen bis zum Ohridsee, zum Shar-Gebirge und tief in die albanischen Alpen.
Karaburun-Halbinsel - mediterrane Küstenwanderung
Die Karaburun-Halbinsel ragt nördlich von Vlora rund 20 Kilometer ins Ionische Meer und ist zusammen mit der vorgelagerten Insel Sazan Teil des Karaburun-Sazan-Meeresnationalparks, des einzigen Meeresnationalparks Albaniens. Die Halbinsel ist überwiegend unbesiedelt, der Maja e Çadarit erreicht 839 Meter. Wanderungen führen über alte Hirtenpfade auf das Plateau, Höhepunkt ist die Haxhi-Ali-Höhle mit 12 Metern Eingangshöhe und einer Tiefe von rund 70 Metern, in die Boote hineinfahren können.
Karaburun ist landseitig nur über eine Sondergenehmigung erreichbar, weil ein Teil als militärisches Sperrgebiet ausgewiesen ist. Die übliche Tour läuft per Boot ab Vlora oder Orikum mit Anlandung an einer der einsamen Buchten, von dort Wanderung über 4 bis 12 Kilometer zur Höhle oder zur Bucht von Brisani. Bootstouren mit kurzer Wanderung kosten 40 bis 70 Euro pro Person inklusive Mittagessen.
Valbona-Tal mit Berghütten - der grüne Hochalpentag
Das Valbona-Tal auf der Nordseite der Albanischen Alpen ist seit 1996 Nationalpark und mit 8.000 Hektar zwar kleiner als Theth, aber landschaftlich nicht weniger spektakulär. Das Flussbett des Valbona, im Sommer ein Geflecht aus weißen Kieseln mit klarem Bergwasser, zieht sich rund 25 Kilometer durch das Tal. Berghütten und Familiengästehäuser liegen verstreut zwischen 800 und 1.100 Metern, viele werden von ehemaligen Bergführerfamilien betrieben und bieten Halbpension mit lokaler Küche aus Bohnen, Käse, gegrilltem Fleisch und Mais-Brot.
Beliebte Tageswanderungen führen zur Quelle des Valbona-Flusses, zum Maja e Rosit mit 2.524 Metern oder zur Berghütte Kukaj. Die Wege sind markiert, der Höhenunterschied liegt je nach Tour bei 300 bis 1.500 Metern. Wer den klassischen Theth-Valbona-Trek verlängern möchte, kann von Valbona aus eine zweite Etappe nach Çerem oder ins Kelmend-Gebiet anschließen, dafür sind insgesamt fünf bis sieben Wandertage einzuplanen.
Shar-Berge - das wenig bereiste Grenzgebirge
Die Shar-Berge im Osten Albaniens bilden zusammen mit dem Korab-Massiv die Grenze zu Nordmazedonien und Kosovo. Der albanische Teil ist seit 2022 in den Nationalpark Shebenik-Jablanica eingebunden, ein Gebiet von rund 33.900 Hektar mit alten Buchenwäldern, die Teil des UNESCO-Weltnaturerbes der alten Buchenwälder Europas sind. Höchster Gipfel auf albanischer Seite ist der Maja e Shebenikut mit 2.262 Metern.
Wanderungen im Shebenik-Jablanica führen über Hirtenpfade durch dichten Buchenwald zu Bergseen wie dem Liqeni i Rajces und auf offene Hochweiden mit Blick nach Kosovo. Das Gebiet ist bislang kaum touristisch erschlossen, was eine bewusste Reiseentscheidung erfordert. Übernachtungen in der Region laufen über kleine Pensionen in Librazhd oder Pogradec, geführte Touren mit lokalen Bergführern kosten 50 bis 80 Euro pro Tag und Person.
Hochland-Dörfer und Lëpushë - die ursprünglichen Alpendörfer
Das Hochland um Lëpushë und Vermosh im äußersten Norden Albaniens liegt auf 1.100 bis 1.250 Metern in einer weiten Hochebene zwischen den Albanischen Alpen und der montenegrinischen Grenze. Die Dörfer leben bis heute überwiegend von Almwirtschaft, Käseproduktion und einer langsam wachsenden Wandertourismus-Szene. Lëpushë mit rund 200 ständigen Einwohnern ist Ausgangspunkt für Touren in die Kelmend-Region und zum Stadt-Vermosh-Tal.
Beliebte Tageswanderungen führen zum Sumtit-Plateau, zum Hochplateau Vrith oder über die Bergweiden in Richtung der montenegrinischen Grenze. Übernachtet wird in Familienpensionen ab 25 Euro inklusive Halbpension mit hausgemachtem Käse, Honig und Bohnensuppe. Die Hochland-Saison beginnt Ende Mai und dauert bis Anfang Oktober, im Juni blühen die Wiesen mit einer Mischung aus Orchideen und Schwertlilien, die für die Region typisch sind.
Hochlandtouren mit Kulen und der Schwiegervater-Tradition
Wer in den Hochlanddörfern um Lëpushë, Vermosh oder Theth übernachtet, wird oft Zeuge der Kulen-Tradition, die noch tief im sozialen Gefüge der nordalbanischen Hochlandfamilien verwurzelt ist. Kulen bezeichnet den Schwiegervater oder das männliche Familienoberhaupt, in dessen Hand Gastfreundschaft und Empfang neuer Gäste liegen. Bei besonderen Anlässen oder bei der ersten Übernachtung eines Wanderers in einem Haus wird häufig ein Schaf am offenen Feuer im Hof gedreht, dazu serviert man Raki, hausgemachtes Brot und eingelegtes Gemüse.
Diese Begegnungen sind in den Pensionen rund um Lëpushë und Tamare noch selbstverständlich, in Theth und Valbona durch den höheren Tourismus seltener geworden. Wer bewusst in Familienpensionen mit Halbpension bucht, erhält fast immer Zugang zu diesem alltäglichen Ritual des Empfangens. Wer eingeladen wird, sollte das Glas Raki annehmen, aber nicht in einem Zug leeren - kleine Schlucke und ein langes Gespräch über Familie, Wetter und Bergwege sind die unausgesprochene Erwartung.
Die sechs zentralen Wanderformen Albaniens im Überblick
Tageswanderung
Klassische Drei- bis Sechs-Stunden-Touren auf markierten Wegen in Theth, Valbona, Llogara oder im Hochland Lëpushë. Höhenunterschied 250 bis 800 Meter, Trailheads direkt am Dorf erreichbar. Ideal für Einsteiger und Familien mit Kindern ab acht Jahren, Ausrüstung beschränkt auf feste Schuhe, Sonnenschutz und Wasser.
Mehrtages-Trek
Die Königsdisziplin Albaniens, exemplarisch der Theth-Valbona-Trek über den Valbona-Pass oder die Peaks-of-the-Balkans-Route über drei Länder in 10 Tagen. Etappen 15 bis 25 Kilometer, Tagesaufstiege 800 bis 1.500 Höhenmeter, Übernachtung in Berghütten und Gästehäusern mit Halbpension. Karten und GPS-Tracks in den Pensionen verfügbar.
Berghütte und Halbpension
Einfache Berghütten am Tomorr, in Valbona und auf 1.800 Metern unterhalb des Korab bieten Schlafplätze ab 15 Euro pro Person. Familiäre Gästehäuser in Theth, Lëpushë und am Llogara-Pass arbeiten mit Halbpension ab 30 Euro inklusive Bergführer-Vermittlung. Reservierung im Sommer Juli und August dringend empfohlen, sonst meist spontan möglich.
Bergsee-Tour
Eiszeitliche Bergseen wie der Liqeni i Xhemes in den Albanischen Alpen, der Liqeni i Rajces im Shebenik oder das Blaue Auge von Theth liegen meist auf 1.500 bis 1.800 Metern und sind in Tageswanderungen erreichbar. Die Pfade führen über Karstplateaus, der Höhenunterschied liegt bei 400 bis 900 Metern, die Wasserqualität ist meist trinkbar nach Filterung.
Gipfelsturm
Aufstiege auf Korab mit 2.764 Metern, Maja Jezerce mit 2.694 Metern oder Tomorr mit 2.416 Metern erfordern einen vollen Tag, Trittsicherheit und gute Kondition. Höhenunterschiede 1.000 bis 1.500 Meter, technisch meist T3 bis T4 ohne Sicherung. Bergführer ab 80 Euro pro Tag, an grenznahen Gipfeln Anmeldung über Guide notwendig.
Schluchten-Tour
Die Osumi-Schlucht bei Çorovoda, die Schlucht von Holta und die Grunasi-Schlucht in Theth bieten Canyoning, Wasserwanderungen und einfache Klettersteige. Geführte Tagestouren ab 50 Euro pro Person inklusive Neoprenanzug, Helm und Sicherung. Beste Zeit Juni bis August, weil der Wasserstand dann begehbar ist und die Schluchten angenehme Kühle bieten.
Praktische Tipps für das Wandern in Albanien
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Bargeld in Lek für Berghütten
In Berghütten am Tomorr, am Korab und in vielen Familienpensionen in Theth, Valbona und Lëpushë wird ausschließlich Bargeld akzeptiert, idealerweise in albanischen Lek. Geldautomaten gibt es in Shkodra, Peshkopi, Vlora und Tirana, in den Bergdörfern selbst nicht. Pro Person und Übernachtung mit Halbpension sollten 30 bis 50 Euro in Lek bereitliegen.
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Saison Mai bis Oktober für die meisten Routen
Die klassische Wandersaison reicht von Mai bis Oktober. Im Mai und Juni sind die Hochalpenpässe in den Albanischen Alpen oft noch teilweise schneebedeckt, der Valbona-Pass wird meist Ende Juni schneefrei. Im Juli und August sind alle Routen begehbar, dafür sind die Temperaturen in tieferen Lagen mit 35 bis 40 Grad anspruchsvoll. September gilt als ideale Mischung aus warmen Tagen und kühlen Nächten.
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Stabile Wanderschuhe und Wanderstöcke
Die meisten Pfade in den Albanischen Alpen, am Tomorr und am Korab führen über Karstgestein, Geröll und Wurzeln. Knöchelhohe Wanderschuhe mit Profilsohle sind Pflicht, Wanderstöcke entlasten besonders im Abstieg auf der Valbona-Seite mit 1.300 Höhenmetern. Wer wenig Berggewohnheit hat, sollte Stöcke nicht als Komfort missverstehen, sondern als Sicherheit gegen Stürze auf nassem Stein.
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Markierungen und GPS-Tracks vor Ort
Die Hauptwege in Theth und Valbona sind mit rot-weiß-rotem Punkt markiert, in den Hochalpen und im Korab-Gebiet finden sich oft nur Steinmännchen. GPS-Tracks zu allen klassischen Routen liegen in den Gästehäusern als Ausdruck oder QR-Code bereit, Offline-Karten in Komoot oder Outdooractive sollten vor der Reise heruntergeladen werden, weil der Empfang in den Bergen lückenhaft ist.
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⌘
Bergführer für Korab und Maja Jezerce
Der Aufstieg auf den Korab ist wegen der Grenznähe formal anmeldepflichtig, lokale Bergführer aus Peshkopi kümmern sich um die Genehmigung. Für den Maja Jezerce ist die Wegfindung im oberen Drittel ohne Markierungen anspruchsvoll, ein Guide kostet 80 bis 120 Euro pro Tag. Wer ohne Bergerfahrung dorthin will, sollte auf den Guide nicht verzichten.
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Barrierefreiheit sehr eingeschränkt
Die Bergregionen Albaniens sind nicht oder kaum barrierefrei. Auch in den Dörfern Theth, Valbona und Lëpushë führen die wichtigen Wege über unbefestigte Bergpfade. Wer auf einen Rollstuhl oder Gehhilfen angewiesen ist, kann den Llogara-Pass mit dem Auto erreichen und am Aussichtspunkt verweilen, eine echte Wanderaktivität ist im Hochland nicht realisierbar.
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☀
Früher Aufbruch und Gewitterregel
In den Albanischen Alpen und am Tomorr-Massiv bauen sich nachmittags zwischen 14 und 17 Uhr häufig Hitzegewitter auf. Auf offenen Hochflächen wie dem Valbona-Pass oder dem Korab-Gipfel ist ein Aufbruch zwischen 6 und 7 Uhr morgens sinnvoll, damit die exponierten Abschnitte vor dem frühen Nachmittag erledigt sind. Die Wettervorhersage kommt zuverlässig aus den meteoalbania-Daten der Pensionen.
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Regenkleidung und Wechselsachen einplanen
Selbst im trockenen Hochsommer ist in den Bergen mit kurzen Regenschauern zu rechnen. Eine leichte Regenjacke, ein Regenüberzug für den Rucksack und ein zweites trockenes T-Shirt im wasserdichten Beutel gehören in den Tagesrucksack. Wer im Mai, Juni oder Oktober reist, sollte zusätzlich eine wasserdichte Hose mitführen, weil ganztägige Regentage dann häufiger werden.
Insider-Tipps
Komani-Fähre als Wanderauftakt
Wer den Theth-Valbona-Trek in umgekehrter Richtung von Valbona nach Theth läuft, erreicht Valbona klassisch über die Komani-Fähre auf dem gleichnamigen Stausee. Die dreistündige Bootsfahrt durch tief eingeschnittene Schluchten gehört für viele bereits zum Wandererlebnis und gilt als eine der landschaftlich schönsten Fährstrecken Europas. Tickets kosten rund 8 Euro pro Person, Fahrräder und kleine Mengen Gepäck sind im Preis enthalten, Boote starten täglich morgens zwischen 9 und 10 Uhr.
Käse-Verkostung im Kelmend-Gebiet
Die Hochlanddörfer Lëpushë, Vermosh und Tamare bilden die Käseregion Kelmend mit eigenen Sorten aus Schaf- und Ziegenmilch. Viele Pensionen bieten auf Anfrage eine kleine Hofführung mit Käse-Verkostung an, oft kostenfrei für übernachtende Gäste. Mit hausgemachtem Brot, Honig und einem Glas Raki ergibt sich daraus ein leichtes Mittagessen, das ohne Programm zwischen zwei Wandertagen entspannt einbaubar ist.



