Vorarlberg ist Österreichs westlichstes und nach Wien kleinstes Bundesland, eingebettet zwischen Bodensee, Rheintal und der Silvretta mit dem 3.312 Meter hohen Piz Buin. Auf rund 2.600 Quadratkilometern hat sich eine weltberühmte Holzbau-Architektur entwickelt, die als Vorarlberger Bauschule internationale Anerkennung genießt. Peter Zumthors Kunsthaus Bregenz von 1997 und das Werkraumhaus Andelsbuch sind Pilgerstätten für Architektur-Fans, die Bregenzer Festspiele bespielen jeden Sommer die größte Seebühne der Welt. Gleichzeitig ist Vorarlberg ein Naturparadies mit dem Skigebiet Lech-Zürs als Teil von Ski Arlberg, dem schneereichen Damüls und der Bregenzerwälder KäseStrasse. Dieser Guide zeigt Dir die architektonischen Highlights, die Naturlandschaften, die regionale Käsekultur und einen Sieben-Tage-Plan, der moderne Baukunst und alpine Natur verbindet.
Anreise nach Vorarlberg
Vorarlberg liegt im Dreiländereck zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz am Bodensee. Die Hauptstadt Bregenz ist Verkehrsknoten, von dort erschließen sich der Bregenzerwald, das Montafon und die Arlberg-Region. Aus Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein ist die Anreise besonders kurz.
Mit dem Auto
Aus Deutschland über die A96 nach Lindau, dann auf die A14 Rheintal-Autobahn. Aus der Schweiz über St. Margrethen ebenfalls auf die A14. Die elektronische Vignette (12,40 Euro für 10 Tage) ist Pflicht, dazu für die Arlberg-Region die Sondermaut Arlberg-Tunnel (12 Euro). Der Bregenzerwald und das Montafon sind über Landstraßen erschlossen, im Winter Winterreifen ab November Pflicht.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Bregenz liegt an der Bahnstrecke München-Lindau-Zürich und ist mit Eurocity-Verbindungen aus München (2:30 h), Zürich (1:30 h) und Innsbruck über den Arlberg (2:30 h) erreichbar. Der Bregenzerwald ist mit dem Landbus erschlossen, das landesweite Maximumtarif-System macht den ÖPNV günstig. Die Bregenzerwald-Gästekarte enthält freie Busfahrten und Bergbahnen.
Mit dem Flugzeug
Vorarlberg hat keinen eigenen Flughafen. Am nächsten liegen Friedrichshafen (FDH) am deutschen Bodensee-Ufer (40 km), Zürich (ZRH) in der Schweiz (120 km) mit großem internationalen Angebot und Innsbruck (INN) über den Arlberg (200 km). Von Zürich gibt es direkte Bahn- und Bus-Verbindungen nach Bregenz und ins Montafon in rund 1:30 bis 2 Stunden.
Vor Ort bewegen
Vorarlberg hat eines der dichtesten ÖPNV-Netze Österreichs mit dem Landbus-System, das selbst kleine Bregenzerwald-Dörfer anbindet. Die Bregenzerwald-Gästekarte und die Montafon-Card enthalten freie Bus- und Bergbahn-Nutzung. Für die Architektur-Tour durch den Bregenzerwald ist ein Auto praktisch, weil die modernen Bauten über viele kleine Orte verteilt sind.
Die Architektur Vorarlbergs
Vorarlberg gilt als eine der spannendsten Architektur-Regionen Europas. Die Vorarlberger Bauschule verbindet traditionelles Holzhandwerk mit moderner Formensprache und Nachhaltigkeit zu einem unverwechselbaren Baustil. Vier Schwerpunkte zeigen die Bandbreite.
Kunsthaus Bregenz von Peter Zumthor
Das 1997 eröffnete Kunsthaus Bregenz (KUB) des Schweizer Architekten Peter Zumthor ist die wichtigste Architektur-Ikone des Landes. Der gläserne Kubus aus geätzten Glaspaneelen reflektiert Licht und Bodensee-Stimmungen und gehört zu den bedeutendsten Museumsbauten der Welt. Im Inneren sorgt Tageslicht durch die Glasdecke für eine besondere Ausstellungs-Atmosphäre. Eintritt rund 12 Euro, geöffnet Dienstag bis Sonntag.
Bregenzerwälder Holzbaukunst
Der Bregenzerwald ist das Herz der Vorarlberger Holzbaukunst. In Dörfern wie Andelsbuch, Bezau und Krumbach stehen moderne Holzbauten neben jahrhundertealten Bauernhäusern in perfekter Harmonie. Die regionale Schindel-Fassade wurde in zeitgenössische Architektur übersetzt, Passivhaus-Standard ist hier seit Jahrzehnten Normalfall. Selbst Bushaltestellen in Krumbach wurden von internationalen Stararchitekten gestaltet (Projekt BUS:STOP).
Hermann Kaufmann und die moderne Schule
Hermann Kaufmann ist der international bekannteste Vorarlberger Architekt und Pionier des mehrgeschossigen Holzbaus. Sein Illwerke-Zentrum Montafon war bei Fertigstellung das größte Holz-Bürogebäude Österreichs. Daneben prägen Büros wie Cukrowicz Nachbaur (Vorarlberg Museum in Bregenz), Baumschlager Eberle und Dietrich Untertrifaller die Szene. Vorarlberg hat die höchste Dichte an Architekturbüros pro Einwohner in Europa.
Werkraumhaus Andelsbuch
Das Werkraumhaus in Andelsbuch, ebenfalls von Peter Zumthor entworfen und 2013 eröffnet, ist Schaufenster des Handwerks im Bregenzerwald. Unter dem weit auskragenden Flachdach präsentieren über 90 Handwerksbetriebe ihre Arbeiten in Möbel, Holz, Metall und Textil. Der Werkraum Bregenzerwald ist eine Vereinigung von Handwerkern, die zeigt, wie Tradition und Design zusammengehen. Eintritt zu Ausstellungen meist frei.
Die sechs Top-Highlights Vorarlbergs
Kunsthaus Bregenz
Gläserner Kubus von Peter Zumthor, eines der bedeutendsten Museen für Gegenwartskunst weltweit. Eintritt rund 12 Euro, Dienstag bis Sonntag geöffnet, am Bodensee-Ufer.
Bregenzer Festspiele
Größte Seebühne der Welt mit Opern-Inszenierungen auf dem Bodensee. Saison Juli und August, bis zu 7.000 Zuschauer pro Vorstellung. Karten ab rund 35 Euro.
Werkraumhaus Andelsbuch
Zumthor-Bau als Schaufenster von über 90 Bregenzerwälder Handwerksbetrieben. Wechselnde Ausstellungen zu Möbel, Holz und Design. Eintritt meist frei.
Pfänder-Hausberg
1.064 m hoher Hausberg von Bregenz mit Seilbahn und Blick über den Bodensee bis zu 240 Alpengipfeln. Alpenwildpark und Greifvogel-Flugshow im Sommer.
Lech-Zürs am Arlberg
Eleganter Teil des größten Skigebiets Österreichs Ski Arlberg mit 305 Pistenkilometern. Im Sommer Wanderparadies mit dem Grünen Ring und Bergseen.
KäseStrasse Bregenzerwald
Genussroute durch Sennereien, Alpen und Käsekeller. Bregenzerwälder Bergkäse und Alpkäse direkt vom Erzeuger, mit geführten Verkostungen ab rund 15 Euro.
Architektur-Highlights versus Naturerlebnisse im Vergleich
Die Bregenzerwald-Gästekarte enthält freie Busfahrten und viele Bergbahnen.
Die Naturlandschaft Vorarlbergs
Vorarlberg verbindet auf kleinem Raum Bodensee-Ufer, sanfte Bregenzerwald-Hügel und die hochalpine Silvretta. Diese Vielfalt macht das Land zu einem ganzjährigen Outdoor-Revier für Wanderer, Skifahrer und Naturliebhaber.
Bodensee und Rheintal
Der Bodensee ist Vorarlbergs Tor zur Welt und ein Wassersport-Paradies mit Segeln, Stand-up-Paddling und Bade-Buchten. Die Bregenzer Seepromenade mit Festspielhaus und Pfänder-Seilbahn ist im Sommer das gesellschaftliche Zentrum. Das Rheintal mit Dornbirn, Feldkirch und Hohenems ist dicht besiedelt und Standort der größten Industriebetriebe sowie des Vorarlberg Museums in Bregenz.
Bregenzerwald und Alpkultur
Der Bregenzerwald ist eine Hügellandschaft mit sanften Almen, in denen Alpwirtschaft und Käseproduktion seit Jahrhunderten betrieben werden. Die Drei-Stufen-Landwirtschaft mit Tal, Vorsäß und Alpe ist UNESCO-Kandidat. Wanderwege verbinden die Sennereien, im Winter wird Damüls mit durchschnittlich 9,3 Metern Schnee pro Saison zum schneereichsten Dorf der Welt gekürt.
Montafon und Silvretta
Das Montafon im Süden ist ein 39 Kilometer langes Hochgebirgstal mit dem Skigebiet Silvretta Montafon und der Silvretta-Hochalpenstraße. Der Piz Buin auf 3.312 Metern ist Vorarlbergs höchster Gipfel. Im Sommer locken hochalpine Touren, Klettersteige und der Lünersee als einer der schönsten Bergseen der Alpen. Die Montafonerbahn und die Silvretta-Stauseen sind Wahrzeichen der Region.
Praktische Tipps für Vorarlberg
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Bregenzerwald-Gästekarte nutzen
Viele Unterkünfte im Bregenzerwald geben die Gästekarte aus, die freie Busfahrten und Bergbahn-Nutzung enthält. Damit erkundest Du die Architektur-Dörfer und Wandergebiete ohne Auto-Stress. Die Karte gilt ab der ersten Übernachtung und spart bei einer Woche leicht 50 bis 80 Euro.
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Käse direkt ab Sennerei kaufen
Auf der KäseStrasse Bregenzerwald verkaufen Sennereien und Alpen ihren Bergkäse direkt ab Hof. Ein Kilo gereifter Bergkäse kostet rund 18 bis 24 Euro, deutlich günstiger und frischer als im Handel. Viele Alpen haben im Sommer einen Hofladen mit Vertrauenskasse.
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Festspielkarten frühzeitig buchen
Die Bregenzer Festspiele auf der Seebühne sind im Juli und August oft Monate im Voraus ausverkauft. Karten ab rund 35 Euro gehen ab Herbst des Vorjahres in den Verkauf. Restkarten gibt es manchmal kurzfristig, bei Regen wird die Vorstellung ins Festspielhaus verlegt.
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Beste Reisezeit nach Schwerpunkt
Mai bis Oktober für Bodensee, Wandern und Architektur-Touren. Juli und August für Festspiele und Bergseen. Dezember bis April für Skifahren in Lech-Zürs, Damüls und im Montafon. Die Architektur-Museen sind ganzjährig geöffnet und auch im Winter ein gutes Schlechtwetter-Programm.
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Architektur-Touren buchen
Das Vorarlberger Architektur Institut und lokale Anbieter organisieren geführte Architektur-Touren durch den Bregenzerwald und Bregenz. Diese kosten rund 20 bis 40 Euro und zeigen Bauten, die sonst nur von außen sichtbar sind. Die BUS:STOP-Haltestellen in Krumbach lassen sich auch selbst auf einer kurzen Rundtour erkunden.
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Pfänder-Seilbahn für das Panorama
Die Pfänderbahn bringt Dich in wenigen Minuten auf 1.064 Meter mit Blick über den Bodensee und bis zu 240 Alpengipfel. Berg- und Talfahrt kosten rund 17 Euro, dazu Alpenwildpark und Greifvogel-Flugshow. Bei klarem Wetter sind sogar die Schweizer und Allgäuer Alpen sichtbar.
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Drei-Länder-Tagesausflüge
Vom Bodensee aus erreichst Du in kurzer Zeit Lindau in Deutschland, St. Gallen in der Schweiz und Liechtenstein. Die Bodensee-Schifffahrt verbindet Bregenz mit Lindau, Konstanz und der Insel Mainau. Für Drei-Länder-Touren empfiehlt sich die Bodensee Card Plus mit Ermäßigungen.
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Damüls für schneesicheren Familienurlaub
Damüls-Mellau gilt mit durchschnittlich 9,3 Metern Schnee pro Saison als schneereichstes Dorf der Welt und ist ein hervorragendes Familien-Skigebiet. Breite Pisten, Skischule auf Deutsch und überschaubare Größe machen es ideal für Anfänger. Tagespass rund 60 Euro, deutlich günstiger als Lech-Zürs.
Insider-Tipps für Vorarlberg
Lünersee in der Silvretta
Der Lünersee auf 1.970 Metern im Montafon-Hintergrund gilt als einer der schönsten Bergseen der Alpen. Mit der Lünerseebahn fährst Du fast bis ans Ufer, eine zweistündige Rundwanderung führt um das tiefblaue Wasser mit Blick auf die Schesaplana. Der See ist auch Stausee, die Staumauer ein technisches Denkmal. Beste Zeit Juli bis September.
BUS:STOP Krumbach
Im Bregenzerwald-Dorf Krumbach haben sieben internationale Stararchitekten je eine Bushaltestelle gestaltet, von japanischen über chilenische bis norwegische Büros. Die BUS:STOP-Wartehäuschen sind funktionierende ÖPNV-Stationen und gleichzeitig Architektur-Kunstwerke. Ein kostenloser Rundweg verbindet alle sieben, ideal für einen halbtägigen Architektur-Spaziergang.
Bregenzer Festspiele Seebühne tagsüber
Auch ohne Festspielkarte lohnt der Blick auf die größte Seebühne der Welt. Die monumentalen Bühnenbilder, die jedes zweite Jahr für eine neue Oper gebaut werden, sind tagsüber von der Seepromenade sichtbar. Geführte Bühnen-Touren hinter die Kulissen werden außerhalb der Spielzeiten angeboten und zeigen die ausgeklügelte Technik der schwimmenden Bühne.



