Der Tierpark Berlin an der Adresse Am Tierpark 125 im Bezirk Lichtenberg-Friedrichsfelde ist mit rund 160 Hektar Fläche der flächenmäßig größte Landschafts-Tierpark Europas und fast fünfmal so weitläufig wie der ältere Zoologische Garten Berlin am Hardenbergplatz, der nur rund 33 Hektar misst. Eröffnet wurde der Park am 2. Juli 1955 als bewusst gesetztes Ost-Berliner Pendant zum West-Berliner Zoo, der nach der Teilung der Stadt für die Bewohner des Ostsektors nicht mehr ohne weiteres erreichbar war — der DDR-Magistrat unter Oberbürgermeister Friedrich Ebert junior schenkte den Park der Ost-Berliner Bevölkerung zum Auftakt der Sommer-Saison 1955 nach rund einem Jahr Bauzeit. Anders als der dichter bebaute West-Berliner Zoo folgt die Anlage in Friedrichsfelde dem Konzept eines englischen Landschaftsparks mit weiten Wiesen, alten Baumbeständen und großzügigen Gehegen, in dessen Mitte das barocke Schloss Friedrichsfelde von 1695 als architektonisches Zentrum steht. Seit 2010 werden Tierpark und Zoo Berlin gemeinsam durch die Zoologischer Garten Berlin AG verwaltet, beide Einrichtungen bleiben aber in ihrer Tier-Aufstellung und ihrem Charakter eigenständig. Rund 9.500 Tiere aus 730 Arten leben heute im Tierpark, darunter die größte Asiatische Elefantenherde Deutschlands mit etwa zehn Tieren, die Eisbär-Damen Tonja und ihre 2018 in Berlin geborene Tochter Hertha, mehrere Sumatra-Tiger und eine bedeutende Huftier-Sammlung mit Wildpferden, Antilopen und Wisenten. Pro Jahr besuchen rund 1,2 Millionen Gäste den Park, der Eintritt liegt mit etwa 16 Euro pro Erwachsenem deutlich unter dem des Zoo Berlin, das Kombi-Ticket für beide Anlagen kostet rund 37 Euro. Die U-Bahn-Linie U5 hält mit der eigens benannten Station Tierpark direkt am Haupteingang an der Bornitzstraße — eine Anbindung, die der Park seit 1973 hat und die ihn im Vergleich zu vielen anderen Berliner Sehenswürdigkeiten überdurchschnittlich gut erreichbar macht. Dieser Reiseführer konzentriert sich auf die Eigenheiten des Landschafts-Konzepts in Friedrichsfelde, die wichtigsten Tier-Highlights, das Schloss als architektonischen Mittelpunkt und die Frage, wann sich ein Besuch des Tierparks lohnt und wann eher der Zoo Berlin die bessere Wahl ist.

Anreise und Erreichbarkeit

Der Tierpark Berlin liegt rund elf Kilometer östlich des Brandenburger Tores im Bezirk Lichtenberg-Friedrichsfelde, eingebettet zwischen der historischen Schlossanlage Friedrichsfelde, der Bornitzstraße und dem Lichtenberger Stadtteil Karlshorst. Anders als beim Zoo Berlin, der am verkehrsreichen Bahnhof Zoo in der City-West liegt, befindet sich der Tierpark in einem überwiegend ruhigen Wohnquartier mit guter ÖPNV-Anbindung, viel umliegender Grünfläche und kurzen Wegen zu den nächsten Lichtenberger S-Bahnhöfen. Wer als Tagestourist aus dem Berliner Zentrum anreist, kombiniert in der Regel S-Bahn oder Fernverkehr bis Hauptbahnhof oder Alexanderplatz mit der U-Bahn-Linie U5, die direkt am Tierpark hält — Fahrzeit vom Alexanderplatz rund zwölf Minuten ohne Umstieg.

Mit dem Auto

Vom Berliner Stadtring A100 aus erreicht man den Tierpark über die Ausfahrt Buschkrugallee und weiter über die B96a und Bornitzstraße in rund zwanzig Minuten. Aus Norden kommt man über die A114 und die Landsberger Allee, aus Süden über die A113 und die Stadtautobahn A100. Direkt am Haupteingang an der Bornitzstraße stehen mehrere Hundert kostenpflichtige Parkplätze, die an Wochenenden im Frühjahr und Herbst schnell belegt sind — wer flexibel ist, sollte vor 10 Uhr morgens anreisen oder gleich auf die U-Bahn umsteigen. Behindertenparkplätze liegen unmittelbar am Eingangsbereich, ein Wohnmobil-Stellplatz ist auf dem Hauptparkplatz ausgewiesen. Die Parkgebühr liegt bei rund fünf Euro pro Tag.

Mit der Bahn und dem ÖPNV

Die schnellste Verbindung führt mit der U-Bahn-Linie U5 vom Alexanderplatz oder Hauptbahnhof direkt zur Station Tierpark — Fahrzeit ab Alexanderplatz rund zwölf Minuten, ab Hauptbahnhof über den Umstieg Brandenburger Tor rund zwanzig Minuten. Der U-Bahn-Ausgang führt direkt auf den Vorplatz des Haupteingangs, der Eingang ist von der Bahnsteigtreppe aus in einer Minute zu Fuß erreicht. Alternativ bringt die Tram-Linie M17 oder 27 von Lichtenberg ebenfalls zum Tierpark, die S-Bahn-Stationen Friedrichsfelde Ost und Lichtenberg liegen jeweils rund zehn Gehminuten entfernt. Tageskarten des BVG-Tarifs AB gelten in allen Bahnen, Trams und Bussen im Stadtgebiet — wer aus Brandenburg anreist, braucht ein ABC-Ticket.

Mit dem Flugzeug

Der Flughafen BER Berlin-Brandenburg liegt rund 25 Kilometer südlich des Tierparks. Mit der S-Bahn-Linie S9 zum Ostkreuz und weiter mit der S-Bahn oder Tram nach Friedrichsfelde dauert die Fahrt rund 55 Minuten, mit dem Taxi je nach Verkehr 30 bis 45 Minuten. Familien aus Süddeutschland oder dem Ausland, die ohnehin Berlin als Ziel haben, kombinieren den Tierpark sinnvoll mit einem mehrtägigen Hauptstadt-Besuch und nutzen die U5 vom Hotelstandort aus.

Vor Ort bewegen und Parken

Wegen der schieren Fläche von 160 Hektar legen Besucher im Tierpark schnell sechs bis zehn Kilometer zu Fuß zurück — deutlich mehr als im kompakteren Zoo Berlin. Bequemes Schuhwerk, Wasserflasche und gegebenenfalls eine kleine Verpflegung sind sinnvoll, an heißen Sommertagen sind die schattigen Bereiche um die Eisbär-Anlage und das Schloss Friedrichsfelde willkommen. Sitzbänke verteilen sich entlang aller Hauptwege, Kinderwagen und Rollstühle kommen auf den breiten geteerten Wegen gut voran, einzelne Nebenpfade führen über Kies oder Rasen. Im Park verkehrt im Sommer eine Tierpark-Bahn, die zwischen Haupteingang und den entfernten Gehegen pendelt — ein zusätzliches Ticket kostet rund vier Euro. Mehrere Spielplätze, Gastronomie-Stationen und ein Bistro im Schloss-Bereich verteilen die Besucherströme.

Alexanderplatz 8 km ~12 min via U5
Hauptbahnhof Berlin 12 km ~20 min via U5 mit Umstieg
Flughafen BER 25 km ~45 min via Auto, ~55 min ÖPNV
Potsdam 38 km ~50 min via S7 und U5
Leipzig 200 km ~2:15 h via A9 und A10

Vom Schaugarten der DDR zum europäischen Spitzen-Tierpark

Die Gründungsgeschichte des Tierparks Berlin ist untrennbar mit der Teilung der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden. Nach 1948 lag der traditionsreiche Zoologische Garten am Hardenbergplatz im britischen Sektor und damit ab dem Mauerbau 1961 endgültig außerhalb des Zugriffsbereichs der Ost-Berliner Bevölkerung. Der DDR-Magistrat suchte bereits in den frühen 1950er-Jahren nach einer eigenen zoologischen Großeinrichtung — die Wahl fiel auf das ehemalige Schloss-Areal Friedrichsfelde im damaligen Stadtbezirk Lichtenberg, das nach Kriegsbeschädigung und enteigneter Adelsgeschichte als Park-Fläche zur Verfügung stand. Am 2. Juli 1955 öffnete der Tierpark nach rund einjähriger Bauzeit und einem beachtlichen Aufwand an Aufbau-Arbeit der Berliner Bevölkerung erstmals seine Tore.

Heinrich Dathe als Gründungsdirektor

Als Gründungsdirektor wurde der Zoologe Heinrich Dathe berufen, der zuvor am Leipziger Zoo gearbeitet hatte und in den folgenden 35 Jahren bis 1990 die Entwicklung des Tierparks maßgeblich prägte. Dathe etablierte den Park als wissenschaftliche Einrichtung mit eigenem Forschungsprofil, gründete die Zoologischen Beiträge als Fachzeitschrift und baute systematisch die Tierbestände auf — ein besonderer Schwerpunkt lag auf Greifvögeln, Eulen und Huftieren, die im DDR-Zooverband eine wichtige Rolle spielten. Auch das Konzept eines Landschafts-Tierparks mit weiten Gehegen statt klassischer Käfige geht in seinen Grundzügen auf Dathe zurück und unterscheidet den Park bis heute von vielen West-Europäischen Großzoos der gleichen Größenklasse.

Die Vereinigung mit dem Zoo Berlin nach 2010

Nach der Wiedervereinigung blieb der Tierpark zunächst eigenständig, geriet aber in den 2000er-Jahren in finanzielle Schwierigkeiten — die Besucherzahlen stagnierten, die Substanz der Gehege war teilweise renovierungsbedürftig. 2010 wurde der Tierpark formal mit dem Zoo Berlin zur Zoologischer Garten Berlin AG vereinigt, behält aber bis heute einen eigenen Direktor und eine eigene Tierbestands-Logik. Unter den Geschäftsführungen von Andreas Knieriem und Bernhard Blaszkiewitz wurden seit 2010 mehrere hundert Millionen Euro in die Modernisierung der Anlagen investiert — die Eisbär-Anlage 2018, das Alfred-Brehm-Haus 2020 und mehrere kleinere Gehege folgen einem konsequenten Modernisierungsprogramm.

Das Schloss Friedrichsfelde als architektonisches Zentrum

Im geografischen Zentrum des Parks steht das barocke Schloss Friedrichsfelde aus dem Jahr 1695, ursprünglich erbaut für den brandenburgischen Hofbeamten Benjamin Raulé und im 18. Jahrhundert mehrfach umgebaut. Das zweigeschossige Mittelschloss mit seinen klassizistischen Erweiterungen unter den Markgrafen von Schwedt diente nach 1945 zunächst als Ruine, wurde in den 1970er-Jahren restauriert und beherbergt heute regelmäßige Konzerte, Hochzeiten und Sonderausstellungen. Der Schlosspark mit seinen alten Eichen, dem Karpfenteich und der Sichtachse zur Bornitzstraße bildet einen ruhigen Gegenpol zu den belebten Tier-Bereichen und gibt dem Tierpark seinen unverwechselbaren Charakter zwischen Adelsgeschichte und Großzoo.

Die wichtigsten Tier-Highlights des Tierparks

Eisbär-Anlage mit Tonja und Hertha

Die 2018 modernisierte Eisbär-Anlage ist eines der zentralen Highlights des Parks und beherbergt die Eisbär-Damen Tonja und ihre 2018 in Berlin geborene Tochter Hertha. Tiefe Wasserbecken, künstliche Eisflächen und Unterwasser-Sichtfenster erlauben Begegnungen aus mehreren Perspektiven — Hertha gilt bei Stammbesuchern als besonders spielfreudig.

Größte Asiatische Elefantenherde Deutschlands

Mit rund zehn Asiatischen Elefantinnen und ihren Jungtieren hält der Tierpark die größte Herde Deutschlands. Das Elefantenhaus im Süden des Parks wurde mehrfach erweitert, die Außenanlage umfasst mehrere Hektar mit Badebecken und Sandwällen. Die Herdenstruktur orientiert sich an natürlichen Familienverbänden in Asien.

Sumatra-Tiger im Alfred-Brehm-Haus

Im 2020 grundsanierten Alfred-Brehm-Haus leben Sumatra-Tiger als eine der weltweit bedrohten Großkatzen-Arten. Das traditionsreiche Bauwerk aus den 1960er-Jahren erhielt großzügige Außengehege mit dichtem Bewuchs und Wasserbecken — die Tiger sind Teil eines Europäischen Erhaltungszuchtprogramms.

Huftiere und Wildpferde im Landschaftspark

Die weiten Wiesenflächen des Parks bieten ideale Bedingungen für Wisente, Przewalski-Wildpferde, mehrere Antilopen-Arten und Yaks. Diese Bereiche unterscheiden den Tierpark deutlich vom dichter bebauten Zoo Berlin — Besucher erleben Herden auf großen Freiflächen, wie es in deutschen Innenstadt-Zoos sonst kaum möglich ist.

Vari-Wald und Lemuren-Insel

Im Süden des Parks befindet sich ein begehbarer Bereich mit Roten Varis und Kattas, die in einem offenen Waldstück frei zwischen den Besuchern leben. Die Tiere bewegen sich auf Bäumen und Plattformen — der Bereich ist besonders bei Familien beliebt und vermittelt einen ungewöhnlich nahen Tier-Eindruck.

Greifvogel- und Eulen-Sammlung

Eine traditionelle Stärke des Tierparks aus der Dathe-Ära ist die umfangreiche Sammlung von Greifvögeln und Eulen — Steinadler, Bartgeier, Schneeeulen und mehrere Geier-Arten leben in großen Volieren entlang der nördlichen Achse. Flugvorführungen finden saisonal mehrmals pro Woche statt.

Tierpark Berlin und Zoo Berlin im direkten Vergleich

Kriterium
Tierpark Berlin
Zoo Berlin
Lage
Friedrichsfelde, Ost-Berlin
Hardenbergplatz, City-West
Fläche
~160 Hektar
~33 Hektar
Gründung
1955
1844
Tiere
~9.500 in 730 Arten
~20.000 in 1.200 Arten
Charakter
Landschaftspark, weite Gehege
Klassischer Innenstadt-Zoo
Eintritt 2026
~16 EUR Erwachsene
~22 EUR Erwachsene
Highlights
Elefantenherde, Eisbären, Schloss
Pandas, Aquarium, Affenhaus

Wer zum ersten Mal nach Berlin reist und die Pandas oder das berühmte Aquarium sehen möchte, fährt zum Zoo Berlin. Wer weite Gehege, viel Natur und die größte Elefantenherde Deutschlands erleben will, ist im Tierpark Friedrichsfelde besser aufgehoben. Mit dem Kombi-Ticket lassen sich an zwei aufeinander folgenden Tagen beide Einrichtungen besuchen.

Schloss Friedrichsfelde und die Park-Architektur

Das barocke Schloss Friedrichsfelde aus dem Jahr 1695 bildet das geografische und gestalterische Herz des Tierparks und unterscheidet die Anlage von den meisten anderen europäischen Großzoos. Das zweigeschossige Mittelschloss mit seinen klassizistischen Erweiterungen aus dem 18. Jahrhundert wurde ursprünglich für den brandenburgischen Generalpost-Direktor Benjamin Raulé erbaut, wechselte mehrfach den Besitzer und kam unter den Markgrafen von Schwedt zu seiner heutigen Form. Nach Kriegsschäden und einer Phase als Ruine wurde das Schloss in den 1970er-Jahren restauriert und ist seither öffentlich zugänglich.

Innenausstattung und Konzert-Programm

Im Inneren beherbergt das Schloss eine Sammlung Berliner Spätbarock-Möbel, mehrere Festsäle mit Stuckdecken und eine restaurierte Kapelle. Die Räume werden regelmäßig für Konzerte, Hochzeiten und Sonderausstellungen genutzt — besonders die Sommer-Konzert-Reihe mit klassischer Kammermusik im großen Festsaal hat sich bei Berliner Stammgästen etabliert. Tagesbesucher können das Schloss gegen einen kleinen Aufpreis zusätzlich zum Tierpark-Ticket besichtigen.

Sichtachsen und englischer Landschaftsstil

Die Park-Architektur folgt dem Konzept eines englischen Landschaftsgartens des 19. Jahrhunderts mit weiten Wiesen, alten Eichen-Beständen und mehreren künstlich angelegten Teichen. Die zentrale Sichtachse vom Haupteingang an der Bornitzstraße zum Schloss Friedrichsfelde überspannt rund 800 Meter und wird von einer doppelten Lindenallee gerahmt. Diese Park-Gestaltung gibt den Tier-Bereichen ihre charakteristische Weite und ist in Europa in dieser Konsequenz nur in wenigen anderen Zoos zu finden — beispielsweise in der Wilhelma in Stuttgart oder im Schönbrunner Tiergarten in Wien.

Praktische Tipps für den Tierpark-Besuch

  • Kombi-Ticket nutzen

    Wer ohnehin mehrere Tage in Berlin bleibt, sollte das Kombi-Ticket für Tierpark und Zoo Berlin für rund 37 Euro buchen. Das Ticket gilt an zwei aufeinander folgenden Tagen und spart gegenüber zwei Einzeltickets rund zwanzig Prozent. Online-Buchung über die offiziellen Kanäle erspart oft auch die Warteschlange am Eingang.

  • Früh am Morgen kommen

    Wer den Park kurz nach Eröffnung um 9 Uhr betritt, erlebt die Tiere in ihrer aktivsten Phase und hat die weiten Anlagen weitgehend für sich. Besonders die Eisbären, Tiger und Elefanten zeigen am Vormittag das ausgeprägteste Verhalten. Nach 14 Uhr ziehen sich viele Tiere in schattige Rückzugsbereiche zurück.

  • + Auf 160 Hektar Pausen einplanen

    Die schiere Größe des Parks erfordert eine andere Planung als beim kompakten Zoo Berlin — mindestens vier bis fünf Stunden sollten Besucher einplanen, mit Familie eher einen ganzen Tag. Mehrere Gastronomie-Stationen und das Bistro im Schloss-Bereich bieten Pausen-Möglichkeiten, eigenes Picknick ist ausdrücklich erlaubt.

  • i Tierpark-Bahn für die Distanz

    Im Sommer pendelt eine kleine Tierpark-Bahn zwischen Haupteingang und den entfernteren Gehegen — ein Ticket kostet rund vier Euro. Besonders mit kleineren Kindern oder bei eingeschränkter Mobilität ist die Bahn eine sinnvolle Ergänzung, um auch die weiter entfernten Huftier-Bereiche zu erreichen.

  • U5 Tierpark direkt am Eingang

    Die U-Bahn-Linie U5 hält mit der Station Tierpark direkt am Haupteingang an der Bornitzstraße. Vom Alexanderplatz dauert die Fahrt nur rund zwölf Minuten ohne Umstieg — der Tierpark ist damit einer der am besten per ÖPNV erreichbaren Großzoos Europas. Parkplatz-Suche am Wochenende lässt sich auf diese Weise komplett umgehen.

  • Barrierefreiheit weitgehend gegeben

    Die breiten Hauptwege sind durchgängig asphaltiert und für Rollstühle und Kinderwagen geeignet. Einige Nebenpfade führen über Kies oder Rasen — wer planen will, holt sich am Eingang eine barrierefreie Park-Karte. Behindertenparkplätze liegen unmittelbar am Haupteingang, Rollstühle und Bollerwagen können gegen Pfand am Eingang ausgeliehen werden.

  • Beste Reisezeit Frühjahr und Herbst

    April bis Juni und September bis Oktober gelten als ideale Besuchszeit — die Tiere sind aktiv, die Bäume tragen Laub, und die Hitze hält sich in Grenzen. Im Hochsommer ziehen sich vor allem die nordischen Arten wie Eisbären und Wölfe in den Schatten zurück, im Winter sind dafür Tiger und Schneeleoparden besonders aktiv.

  • Regenwetter kein Ausschlusskriterium

    Anders als bei reinen Open-Air-Attraktionen bietet der Tierpark mit dem Alfred-Brehm-Haus, dem Elefantenhaus und mehreren Großvolieren auch bei Regen mehrere überdachte Bereiche. Eine wetterfeste Jacke macht den Park-Besuch unabhängig vom Wetterbericht — viele Stammbesucher bevorzugen sogar verregnete Wochenenden wegen der geringeren Besucherzahlen.

Insider-Tipps

Versteckte Ecken

Wer den Hauptweg verlässt, findet im südwestlichen Bereich des Parks mehrere kleinere Volieren mit selten gezeigten Arten — Pirole, Eisvögel und mehrere Spechtarten. Auch der Bereich um den ehemaligen Bärengarten am östlichen Park-Rand ist deutlich ruhiger als die Eisbär-Anlage am Haupteingang und bietet schattige Sitzbänke unter alten Buchen. Wer mit Vogelbestimmungs-Buch unterwegs ist, findet hier zusätzlich zahlreiche Wildvögel, die sich in den Park-Bäumen niedergelassen haben.

Foto-Hotspots

Die besten Foto-Motive bietet der frühe Vormittag an der Eisbär-Anlage mit gegen das Wasser fallendem Licht, der Mittag am Elefantenhaus mit der Außenanlage und der späte Nachmittag an der Schloss-Sichtachse mit warmem Gegenlicht. Wer mit der Kamera unterwegs ist, sollte mindestens ein leichtes Teleobjektiv mit 200 bis 300 Millimeter Brennweite einplanen — die Gehege sind teilweise weit ausgelegt, und nahe Tier-Aufnahmen sind ohne längere Brennweite kaum möglich.

Vier-Phasen-Plan für den Tierpark-Tag

HÄUFIGE FRAGEN

Wie groß ist der Tierpark Berlin im Vergleich zum Zoo Berlin?

Der Tierpark in Friedrichsfelde umfasst rund 160 Hektar und ist damit fast fünfmal so groß wie der Zoo Berlin am Hardenbergplatz, der nur etwa 33 Hektar misst. Damit ist der Tierpark der flächenmäßig größte Landschafts-Tierpark Europas und bietet seinen rund 9.500 Tieren deutlich weitere Gehege als der kompaktere Innenstadt-Zoo.

Wann wurde der Tierpark Berlin gegründet und warum?

Der Tierpark eröffnete am 2. Juli 1955 als bewusst gesetztes Ost-Berliner Pendant zum West-Berliner Zoo, der nach der Teilung der Stadt für die Ost-Berliner Bevölkerung nicht mehr ohne weiteres erreichbar war. Der DDR-Magistrat unter Friedrich Ebert junior schenkte den Park der Bevölkerung nach rund einjähriger Bauzeit. Gründungsdirektor war der Zoologe Heinrich Dathe, der den Tierpark bis 1990 prägte.

Welche Tiere sind die Highlights im Tierpark Berlin?

Die wichtigsten Highlights sind die Eisbär-Damen Tonja und ihre 2018 in Berlin geborene Tochter Hertha, die größte Asiatische Elefantenherde Deutschlands mit rund zehn Tieren, mehrere Sumatra-Tiger im Alfred-Brehm-Haus sowie die bedeutende Huftier-Sammlung mit Przewalski-Wildpferden, Wisenten und Antilopen auf weiten Freiflächen. Hinzu kommen Greifvogel-Volieren und die begehbare Vari-Wald-Insel mit frei laufenden Lemuren.

Was kostet der Eintritt in den Tierpark Berlin 2026?

Der reguläre Erwachsenen-Eintritt liegt bei rund 16 Euro, Kinder zahlen etwa 8 Euro. Das Kombi-Ticket für Tierpark und Zoo Berlin kostet rund 37 Euro und gilt an zwei aufeinander folgenden Tagen. Familienkarten und Jahreskarten reduzieren die Pro-Kopf-Kosten deutlich — wer mehrmals im Jahr kommt, fährt mit der Jahreskarte für rund 95 Euro deutlich günstiger.

Wie kommt man am besten zum Tierpark Berlin?

Die schnellste Verbindung führt mit der U-Bahn-Linie U5 vom Alexanderplatz direkt zur Station Tierpark — Fahrzeit rund zwölf Minuten ohne Umstieg. Der U-Bahn-Ausgang führt unmittelbar auf den Vorplatz des Haupteingangs an der Bornitzstraße. Mit dem Auto erreicht man den Park über die A100 und die Buschkrugallee, direkt am Haupteingang stehen mehrere Hundert kostenpflichtige Parkplätze.

Welche Rolle spielt das Schloss Friedrichsfelde im Tierpark?

Das barocke Schloss Friedrichsfelde aus dem Jahr 1695 steht im geografischen und gestalterischen Zentrum des Parks und unterscheidet ihn von den meisten anderen europäischen Großzoos. Ursprünglich erbaut für den brandenburgischen Hofbeamten Benjamin Raulé, beherbergt das Schloss heute Konzerte, Hochzeiten und Sonderausstellungen. Tagesbesucher können das Innere gegen einen kleinen Aufpreis zum Tierpark-Ticket besichtigen.

Wie viel Zeit sollte man für einen Tierpark-Besuch einplanen?

Wegen der schieren Fläche von 160 Hektar sollten Besucher mindestens vier bis fünf Stunden einplanen, mit Familie eher einen ganzen Tag. Während im kompakten Zoo Berlin ein Rundgang in zwei bis drei Stunden machbar ist, legen Tierpark-Besucher schnell sechs bis zehn Kilometer zu Fuß zurück. Eine Tierpark-Bahn pendelt im Sommer zwischen Haupteingang und entfernten Gehegen für rund vier Euro Aufpreis.

Wer waren Tonja und Hertha und wann wurde Hertha geboren?

Tonja ist eine Eisbär-Dame im Tierpark Berlin, ihre Tochter Hertha wurde im Dezember 2018 in Berlin geboren und zog nach der Aufzucht in eine eigene Anlage. Die 2018 modernisierte Eisbär-Anlage erlaubt mit tiefen Wasserbecken und Unterwasser-Sichtfenstern Begegnungen aus mehreren Perspektiven. Hertha gilt bei Stammbesuchern als besonders spielfreudig und ist eines der bekanntesten Tiere des Parks.

Lohnt sich Tierpark Berlin oder eher Zoo Berlin für Familien?

Beides hat unterschiedliche Stärken — wer Pandas und das berühmte Aquarium sehen will, fährt zum Zoo Berlin am Hardenbergplatz. Wer weite Gehege, die größte Elefantenherde Deutschlands und das ruhigere Erlebnis vorzieht, ist im Tierpark Friedrichsfelde besser aufgehoben. Mit dem Kombi-Ticket lassen sich beide Einrichtungen an zwei aufeinander folgenden Tagen besuchen, was für viele Familien die ideale Lösung darstellt.

Ist der Tierpark Berlin barrierefrei?

Die breiten Hauptwege sind durchgängig asphaltiert und für Rollstühle und Kinderwagen geeignet. Einige Nebenpfade führen über Kies oder Rasen — wer planen will, holt sich am Eingang eine barrierefreie Park-Karte. Behindertenparkplätze liegen unmittelbar am Haupteingang, Rollstühle und Bollerwagen können gegen Pfand am Eingang ausgeliehen werden. Die meisten Tier-Häuser sind über Rampen erreichbar.

Was ist die beste Jahreszeit für den Tierpark Berlin?

April bis Juni und September bis Oktober gelten als ideale Besuchszeit — die Tiere sind aktiv, die Bäume tragen Laub und die Hitze hält sich in Grenzen. Im Hochsommer ziehen sich nordische Arten wie Eisbären und Wölfe in den Schatten zurück, während im Winter Tiger und Schneeleoparden besonders aktiv sind. Der Park ist ganzjährig geöffnet, im Sommer bis 18:30 Uhr und im Winter bis 16:30 Uhr.

Wer verwaltet heute den Tierpark Berlin?

Seit 2010 werden Tierpark Berlin und Zoo Berlin gemeinsam durch die Zoologischer Garten Berlin AG verwaltet. Beide Einrichtungen behalten aber eigene Direktoren und unterschiedliche Tier-Aufstellungen. Unter den Geschäftsführungen wurden seit 2010 mehrere hundert Millionen Euro in die Modernisierung der Tierpark-Anlagen investiert — die Eisbär-Anlage 2018 und das Alfred-Brehm-Haus 2020 sind die bisher größten Modernisierungs-Projekte.
Was denkst du? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare — wir lesen jedes Feedback und antworten gern.
Kommentar schreiben →