Der Tier- und Pflanzenpark Fasanerie liegt im Norden Wiesbadens am Übergang zur Taunus-Vorgebirgslandschaft und ist mit der ungewöhnlichen Doppelfunktion von Wildtier-Park und botanischer Sammlung eine der besonderen Adressen in Hessen. Auf rund 23 Hektar zeigt er einheimische und mitteleuropäische Wildtiere wie Wolf, Braunbär, Luchs, Wildschwein, Rotwild und Damwild sowie alte, oft gefährdete Haustier-Rassen im Streichelzoo, ergänzt durch eine umfangreiche botanische Sammlung mit Themenbereichen, Lehrpfaden und alten Baumbeständen. Eröffnet wurde der Park 1955 auf einem historischen Gelände, das bereits ab 1744 als kurfürstliches Jagdrevier diente und damit eine der ältesten Wildtier-Traditionen im Rhein-Main-Gebiet trägt. Mit rund 280.000 Besuchern pro Jahr zählt er zu den meistbesuchten Ausflugszielen Wiesbadens — und gehört zu den wenigen Wildtier-Parks dieser Größe in Deutschland, die ganzjährig bei freiem Eintritt geöffnet sind, weil die Stadt Wiesbaden den Betrieb über den städtischen Haushalt finanziert. Diese Kombination aus städtischer Trägerschaft, freiem Zugang, Wildtier-Schwerpunkt und botanischem Anspruch macht die Fasanerie zu einem besonderen Modell, das in Hessen und darüber hinaus seinesgleichen sucht. Erreichbar ist der Park unkompliziert mit Bus 21 ab Wiesbadener Hauptbahnhof bis zur Endhaltestelle direkt am Park-Eingang.
Anreise und Erreichbarkeit
Der Tier- und Pflanzenpark Fasanerie liegt im Norden Wiesbadens am Übergang zur Taunus-Vorgebirgslandschaft, rund sechs Kilometer von der Wiesbadener Innenstadt und etwa zehn Kilometer vom Hauptbahnhof entfernt. Die Anreise gelingt mit Auto und ÖPNV gleichermaßen gut, weil der Park durch die Buslinie 21 direkt an den städtischen Nahverkehr angebunden ist und am Eingang über ausreichend Parkflächen verfügt. Für viele Wiesbadener Familien ist die Fasanerie damit ein klassisches Ausflugsziel für den Sonntagvormittag oder Spätnachmittag, das ohne längere Anfahrt erreichbar ist.
Mit dem Auto
Aus Süden und Westen führt die Anreise über die Autobahn A3 mit Abfahrt Wiesbaden, von dort über den Wiesbadener Stadtring in den nördlichen Stadtteil Klarenthal und weiter Richtung Fasanerie. Aus Norden kommend ist die A66 die kürzeste Verbindung, der Park liegt rund zehn Minuten von der nächstgelegenen Stadtautobahn-Ausfahrt entfernt. Direkt am Park-Eingang stehen mehrere Parkflächen kostenfrei zur Verfügung, an warmen Wochenenden und in den hessischen Schulferien füllen sie sich am späten Vormittag — wer dann anreist, sollte etwas früher starten oder den Bus nehmen.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Wiesbaden Hauptbahnhof ist überregionaler ICE-Halt und liegt rund zehn Kilometer vom Park entfernt. Vom Hauptbahnhof verkehrt die Buslinie 21 in dichter Taktung direkt bis zur Endhaltestelle Fasanerie unmittelbar am Park-Eingang. Die Fahrzeit beträgt rund 25 bis 30 Minuten, in den Hauptverkehrszeiten fährt die Linie alle zehn Minuten, am Wochenende und außerhalb der Stoßzeiten alle 20 bis 30 Minuten. Damit gehört die Fasanerie zu den am besten mit dem ÖPNV erreichbaren größeren Wildtier-Parks in Hessen.
Mit dem Flugzeug
Der Flughafen Frankfurt am Main liegt rund 25 Kilometer südöstlich der Fasanerie und ist über die Autobahn A66 in einer halben Stunde mit dem Auto erreichbar. Für internationale Besucher ist Frankfurt das natürliche Drehkreuz, die Weiterfahrt nach Wiesbaden gelingt mit S-Bahn oder Direktbus zum Hauptbahnhof Wiesbaden und von dort mit Bus 21 zur Fasanerie. Auch über Mainz und Frankfurt-Hahn ergeben sich praktikable Anschlüsse, beide Optionen liegen aber in zweiter Reihe hinter Frankfurt-Main.
Vor Ort bewegen und Parken
Innerhalb des Parks bewegt man sich ausschließlich zu Fuß, das Gelände ist mit rund 23 Hektar auch mit kleinen Kindern in mehreren Stunden gut zu schaffen. Die Hauptwege sind überwiegend befestigt und weitgehend kinderwagenfreundlich, einzelne Nebenwege im Waldbereich sind weicher. Behindertenparkplätze und ein barrierefreier Eingang liegen am Hauptparkplatz, für Rollstuhl-Nutzer sind die meisten Anlagen über die Hauptwege gut erreichbar. Ein Bollerwagen-Verleih am Eingang macht den Tagesausflug mit kleinen Kindern deutlich entspannter.
Geschichte und Charakter
Die Geschichte der Fasanerie reicht weit über das Eröffnungsjahr 1955 zurück. Ab 1744 ließ Fürst Karl von Nassau-Usingen auf dem heutigen Park-Gelände ein kurfürstliches Jagdrevier mit Fasanen-Aufzucht anlegen — daher der Name Fasanerie, der bis heute Bestand hat. Über die Jahrhunderte wandelte sich die Funktion vom hochadeligen Jagdgebiet zum öffentlichen Wald, bis die Stadt Wiesbaden 1955 das Gelände als kombinierten Tier- und Pflanzenpark neu eröffnete und damit einer der ersten ihrer Art im Rhein-Main-Gebiet schuf. Die Verbindung von Wildtier-Haltung und botanischem Garten war zu dieser Zeit ungewöhnlich und ist es bis heute geblieben.
Inhaltlich liegt der Fokus seit der Eröffnung klar auf einheimischen und mitteleuropäischen Tierarten — Wolf, Braunbär, Luchs, Wildschwein, Rotwild, Damwild und die typischen Vögel der Region. Diese Ausrichtung steht in bewusster Abgrenzung zum klassischen Stadtzoo mit Welt-Sammlung und macht die Fasanerie zu einem konservatorischen Refugium für die Tierwelt vor der Haustür. Ergänzt wird die Wildtier-Sammlung durch alte, oft gefährdete Haustier-Rassen im großen Streichelzoo, der für viele Familien zum eigentlichen Anziehungspunkt geworden ist. Schwarzhalskaninchen, Deutsche Bunte Ente und weitere Rassen vom Roten Listen-Status der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen leben dort in artgerechten Anlagen.
Eine Besonderheit ist die städtische Trägerschaft, die seit Eröffnung einen freien Eintritt für alle Besucher ermöglicht. Die Stadt Wiesbaden finanziert den Park aus dem Haushalt, ergänzt durch Spenden und Tierpatenschaften, und macht ihn damit zu einer der wenigen Adressen seiner Größe in Deutschland, die ganzjährig ohne Eintrittsgeld zugänglich sind. Diese Politik prägt den Charakter der Fasanerie tief — sie ist Bildungs- und Erholungsort für die gesamte Stadtbevölkerung, kein klassisches Wirtschaftsunternehmen, und gehört zur städtischen Infrastruktur wie Bibliothek oder Volkshochschule.
Die Tierwelt im Detail
Der Park ist in mehrere große Bereiche gegliedert, die der Topographie des Taunus-Vorgebirges folgen und einheimische Tierarten in weitläufigen, naturnahen Gehegen zeigen. Anders als ein klassischer Stadtzoo arbeitet die Fasanerie mit reduziertem Artenspektrum und großen Anlagen, die den Tieren echten Raum geben. Im Folgenden die wichtigsten Stationen für einen ganzen Tag im Park.
Wolfsgehege — Rudel am Taunusrand
Die Wolfsanlage gehört zu den eindrucksvollsten Bereichen der Fasanerie und zeigt ein Rudel europäischer Grauwölfe in einem mehrere Hektar großen, bewaldeten Areal. Lange Sichtachsen und Beobachtungspunkte erlauben Einblicke in das Rudelverhalten — die Tiere sind besonders in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag aktiv. Pflegervorträge und Fütterungen geben Hinweise zu Rangordnung und Familienstruktur des Rudels.
Bären-Anlage — Braunbären im Wald
Die Bären-Anlage liegt in einem hügeligen Waldbereich des Parks und zeigt europäische Braunbären auf naturnahem Gelände mit Felsen, Bäumen und einem Wasserlauf. Die Anlage wurde mehrfach modernisiert und erfüllt heute moderne Standards für Großbären-Haltung mit weiträumigen Rückzugsbereichen. Für viele Besucher gehört die Bären-Anlage zu den emotionalen Höhepunkten des Rundgangs, insbesondere bei den Schaufütterungen am späten Vormittag.
Luchs-Anlage — der heimliche Jäger
In einem ruhigen Waldbereich des Parks lebt eine Gruppe Eurasischer Luchse in einem naturnahen Gehege mit Felsen, Bäumen und Rückzugsbereichen. Die Tiere sind in freier Wildbahn kaum zu beobachten, im Park gelingt das mit etwas Geduld an den Beobachtungsfenstern und Sichtachsen. Pflegervorträge erläutern die Wiederansiedlungs-Bemühungen für den Luchs in deutschen Mittelgebirgen, unter anderem im Harz und im Pfälzerwald.
Wildschwein-Bereich und Rotwild — heimisches Großwild
Mehrere große Wiesen- und Waldflächen beherbergen Herden einheimischen Großwilds — Wildschweine, Rotwild und Damwild in artgerechten Anlagen mit viel Platz. Diese Bereiche prägen den Charakter der Fasanerie als Wildpark im klassischen Sinne und sind ganzjährig zu sehen. Im Frühjahr sind Frischlinge und Jungtiere ein eigener Anziehungspunkt, im Herbst die brunftbedingten Aktivitäten der Rothirsche.
Streichelzoo — alte Haustier-Rassen
Der große Streichelzoo bildet das emotionale Zentrum für Familien mit kleinen Kindern und steht zugleich für eine konservatorische Mission. Hier leben alte, oft vom Aussterben bedrohte Haustier-Rassen wie Schwarzhalskaninchen, Deutsche Bunte Ente, alte Hühner- und Ziegen-Rassen sowie Schafe. Die Tiere sind handzahm und können in den ausgewiesenen Bereichen gefüttert und gestreichelt werden — Futter ist im Park erhältlich, mitgebrachtes Futter ist aus Gründen der Tiergesundheit nicht erlaubt.
Botanische Sammlung — der Pflanzenpark
Die zweite Hälfte des Namens ist Programm — die botanische Sammlung der Fasanerie umfasst alte Baumbestände, Themenbereiche zu heimischen Pflanzengesellschaften, einen Lehrpfad zu Bäumen des Taunus und mehrere kleinere Schaugärten. Damit unterscheidet sich der Park klar von reinen Wildparks und bietet auch in der vegetationsarmen Jahreshälfte sehenswerte Bereiche. Die Kombination aus Tier- und Pflanzenwelt macht die Fasanerie zu einem ungewöhnlichen Modell.
Die sechs Bereiche im Überblick
Wolfsgehege
Mehrere Hektar großes, bewaldetes Areal mit einem Rudel europäischer Grauwölfe. Lange Sichtachsen und Beobachtungspunkte erlauben Einblicke in das Rudelverhalten — besonders aktiv in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag.
Bären-Anlage
Naturnahes Hangelände mit europäischen Braunbären, Felsen, Bäumen und Wasserlauf inklusive. Mehrfach modernisierte Anlage mit großzügigen Rückzugsbereichen, Schaufütterungen meist am späten Vormittag.
Luchs-Anlage
Naturnahes Waldgehege mit Felsen und Rückzugsbereichen für die Eurasischen Luchse. Beobachtungsfenster und Sichtachsen erlauben mit Geduld Begegnungen mit einer Tierart, die in freier Wildbahn kaum zu sehen ist.
Wildschwein und Rotwild
Große Wiesen- und Waldflächen mit Herden einheimischen Großwilds — Wildschweine, Rotwild und Damwild. Im Frühjahr Frischlinge, im Herbst die Brunftzeit der Rothirsche als saisonale Höhepunkte.
Streichelzoo
Schwerpunkt auf alten, oft gefährdeten Haustier-Rassen wie Schwarzhalskaninchen, Deutsche Bunte Ente, alte Hühner- und Ziegen-Rassen. Handzahme Tiere, Futter im Park erhältlich, eigenes Futter aus Tiergesundheits-Gründen verboten.
Botanische Sammlung
Alte Baumbestände, Themenbereiche zu heimischen Pflanzengesellschaften, Baum-Lehrpfad und mehrere Schaugärten. Macht den Park auch in der vegetationsarmen Jahreshälfte sehenswert und unterscheidet ihn klar von reinen Wildparks.
Wildparks im Vergleich — wo die Fasanerie steht
Die Fasanerie steht im Vergleich vor allem durch zwei Merkmale heraus — den ganzjährig freien Eintritt durch städtische Trägerschaft und die Doppelfunktion als Tier- und Pflanzenpark. In Hessen ist sie damit ein eigenständiges Modell, das weder mit klassischem Stadtzoo noch mit reinem Wildpark direkt vergleichbar ist.
Lage am Taunusrand und Umfeld
Die Fasanerie liegt im Norden Wiesbadens am Übergang zur Taunus-Vorgebirgslandschaft, eingebettet in größere Wald- und Wiesenflächen. Diese Lage prägt den Charakter des Parks deutlich — die einheimische Tierwelt hat hier nicht nur ein künstliches Refugium, sondern bewegt sich am Rand ihres tatsächlichen Verbreitungsgebiets im Taunus. Reh, Fuchs, Wildschwein und verschiedene Greifvögel sind in den umliegenden Wäldern in freier Wildbahn präsent und unterstreichen den konservatorischen Ansatz des Parks.
In der Umgebung der Fasanerie bieten sich mehrere ergänzende Ausflugsziele an, die sich gut mit einem Park-Besuch verbinden lassen — die historische Wiesbadener Innenstadt mit Kurpark und Kurhaus, der Neroberg mit Russisch-Orthodoxer Kapelle und Aussicht über die Stadt, das Schloss Biebrich am Rheinufer und die nahegelegenen Taunus-Wander-Wege ab Eltville und Schlangenbad. Für Mehrtages-Aufenthalte ist Wiesbaden als Kurstadt mit umfangreichem Hotelangebot ein guter Basis-Standort, von dem aus sich Park, Stadt und Taunus gleichermaßen erschließen lassen.
Praktische Tipps für den Park-Besuch
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Spende statt Eintritt
Der Eintritt ist frei, am Eingang stehen Spendenboxen für den Erhalt der Anlage und die Tierversorgung. Wer die Fasanerie regelmäßig besucht, sollte über eine Tierpatenschaft oder eine Förder-Mitgliedschaft im Förderverein nachdenken — beides macht den Betrieb des städtisch finanzierten Parks langfristig stabiler. Informationen liegen am Eingang aus.
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Festes Schuhwerk mitbringen
Das Gelände erstreckt sich über rund 23 Hektar Wald- und Wiesenlandschaft am Taunusrand, ein vollständiger Rundgang verlangt mehrere Stunden Fußweg auf teils unbefestigten Wegen. Wanderschuhe oder feste Turnschuhe sind besser als leichte Sneaker, gerade nach Regen sind einzelne Nebenwege weich oder matschig.
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Bus 21 statt Auto
Die Buslinie 21 fährt direkt vom Hauptbahnhof Wiesbaden bis zur Endhaltestelle Fasanerie am Park-Eingang und ist damit eine der bequemsten ÖPNV-Verbindungen zu einem Wildpark in Hessen. An warmen Wochenenden ist der Parkplatz schnell voll, der Bus ist dann die entspanntere Option und entlastet die Anwohner in den Wohngebieten rund um den Park.
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Wölfe früh oder spät beobachten
Das Wolfsrudel ist in den frühen Morgenstunden direkt nach Öffnung und am späten Nachmittag deutlich aktiver als zur Mittagszeit. Wer das Rudel bei der Rudelarbeit erleben will, sollte die Wolfsanlage als eine der ersten oder letzten Stationen einplanen — zur Mittagszeit liegen die Tiere oft im schattigen Bereich des Geheges und sind kaum sichtbar.
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Streichelzoo-Futter im Park kaufen
Im Streichelzoo mit alten Haustier-Rassen ist mitgebrachtes Futter aus Gründen der Tiergesundheit nicht erlaubt — Futter gibt es vor Ort gegen einen kleinen Beitrag, der zugleich die Versorgung der Tiere mitfinanziert. Kleine Kinder lassen sich mit dem Futter-Becher meist gut durch den Bereich lenken und kommen den Tieren so nahe, wie es in einem klassischen Tierpark kaum möglich ist.
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Barrierefreiheit prüfen
Die Hauptwege sind überwiegend kinderwagen- und rollstuhlfreundlich, einzelne Nebenwege im Waldbereich sind weicher und nach Regen schwerer befahrbar. Behindertenparkplätze und ein barrierefreier Eingang liegen am Hauptparkplatz, die meisten Anlagen sind über die Hauptwege gut erreichbar. Für gezielte Fragen lohnt sich ein Vorab-Anruf im Park-Büro.
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Ganzjährig geöffnet
Die Fasanerie hat das ganze Jahr über geöffnet, die Öffnungszeiten variieren mit der Jahreszeit zwischen früh und spät im Sommer und kürzeren Zeitfenstern im Winter. Wölfe, Bären, Luchse und Wildschweine sind ganzjährig zu sehen, die botanische Sammlung wechselt mit den Jahreszeiten den Charakter und macht auch einen Winterbesuch lohnend.
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Picknick auf der Wiese
Mitgebrachtes Essen ist im Park erlaubt, mehrere Picknick-Plätze und Wiesenflächen laden zum Pausieren ein. Wer auf Gastronomie verzichten will, spart Geld und ist flexibler bei Pausenzeiten — kleine Kioske im Park bieten zusätzlich Getränke und einfache Snacks, eine Hauptgastronomie liegt nahe dem Eingang.
Insider-Tipps
Für Familien mit Kindern
Die Fasanerie ist mit ihren 23 Hektar gut für Familien mit kleinen Kindern dimensioniert — Drei- bis Sechsjährige schaffen den Rundgang in mehreren Etappen und finden im Streichelzoo das emotionale Zentrum des Besuchs. Sinnvoll ist eine Kombination aus Wildtier-Anlagen am Vormittag und Streichelzoo am späten Vormittag, dann eine ausgedehnte Mittagspause und am Nachmittag die ruhigeren Bereiche der botanischen Sammlung. Bollerwagen lassen sich am Eingang ausleihen und entlasten kleine Beine deutlich.
Für Wiesbadener und Mainzer
Für Anwohner ist die Fasanerie ein klassischer Sonntagvormittag-Ort, der ohne Eintritt und ohne lange Anfahrt funktioniert. Bus 21 ab Hauptbahnhof macht den Park auch ohne Auto erreichbar, Familienkarten oder Tickets sind nicht erforderlich. Wer den Park öfter im Jahr besucht, sollte über eine Tierpatenschaft nachdenken — sie kostet einen überschaubaren Jahresbeitrag und ermöglicht der Stadt Wiesbaden, den freien Eintritt für alle langfristig zu erhalten.
Für Fotografen
Die besten Motive entstehen im Morgenlicht an der Wolfsanlage und in der späten Nachmittagssonne an den großen Wiesenflächen mit Rot- und Damwild. Die Bären-Anlage im hügeligen Waldbereich ist bei Streiflicht besonders fotogen, die Luchs-Anlage verlangt Geduld an den Beobachtungsfenstern und eine schnelle Brennweite. Die botanische Sammlung mit alten Baumbeständen bietet ganzjährig wechselnde Motive — im Herbst bei Laubfärbung und im Winter mit reduzierten Linien des Holzes.
Für Botanik-Interessierte
Die zweite Hälfte des Namens lohnt eine eigene Aufmerksamkeit. Der Baum-Lehrpfad führt durch die Sammlung typischer Taunus-Bäume, die Themenbereiche zu heimischen Pflanzengesellschaften erklären die ökologischen Zusammenhänge zwischen Waldgesellschaften und Tierwelt. Wer mit pflanzlichem Interesse kommt, sollte mindestens zwei Stunden für die botanische Hälfte einplanen und die Beschriftungen an den Themenbereichen aufmerksam lesen.




