Die Republik Moldau zwischen Prut und Dnjestr trägt auf nur 33.846 Quadratkilometern eine außergewöhnlich abwechslungsreiche Hügel-und-Klosterlandschaft — sanfte Codru-Buchenwälder in der Mitte, Schwarzerde-Steppen im Süden, eingeschnittene Flusstäler mit Kalksteinklippen entlang Dnjestr und Prut. Das Land erreicht im Norden bei Naslavcea 429 Meter, der Bălănești-Hügel als geografische Mitte misst 428 Meter. Sieben Großklöster prägen die spirituelle Landschaft — allen voran Orheiul Vechi mit Felsenkloster über der Răut-Schleife, das Tipova-Felsenkloster aus dem 11. Jahrhundert an einer 100 Meter hohen Dnjestr-Klippe, Saharna mit 22 Wasserfällen und Marienspur, der Curchi-Komplex auf neun Hektar, das Capriana-Kloster von 1429 und das Hâncu-Kloster im Codru-Wald. Dazu die mittelalterliche Soroca-Festung von 1499 mit Rundgrundriss, die Cosăuți-Wasserfälle, der botanische Garten Gradina Vie und die Dnister-Schleife bei Cuhureștii de Sus. Dieser Themen-Reiseführer ordnet Hügel, Schluchten und Klöster ein und schlägt einen Fünf-Phasen-Plan vor.
Anreise und Erreichbarkeit
Die Republik Moldau ist über den Flughafen Chișinău (KIV) sowie auf dem Landweg über Rumänien erreichbar. Chișinău ist als Drehscheibe ideal — alle Klöster und Naturstätten liegen im Radius von 180 Kilometern um die Hauptstadt. Distanzen sind kurz, doch viele Klosterstraßen nur teilweise asphaltiert; Mietwagen oder organisierte Tour ist die effizienteste Variante.
Mit dem Flugzeug
Der Flughafen Chișinău (KIV) ist der einzige internationale Flughafen Moldaus mit rund 3 Millionen Passagieren jährlich. Direktverbindungen aus DACH mit Wizz Air, FlyOne und HiSky ab Frankfurt, München, Wien und Berlin in 2:30 bis 3 Stunden Flugzeit. Vom Flughafen ins Stadtzentrum 13 Kilometer, Taxi rund 8 Euro, Bus 165 (0,40 Euro) in 25 Minuten.
Mit dem Auto
Aus DACH per Auto via Polen und Rumänien rund 1.800 Kilometer ab Berlin, übliche Strecke über Krakau, Lemberg und Iași nach Chișinău in zweieinhalb Tagen. Grenzübergang Albița (RO) bzw. Leușeni (MD) ist 24 Stunden geöffnet, EU-Pässe genügen. Internationale Versicherung Grüne Karte für Moldau zwingend erforderlich.
Mit der Bahn und dem Fernbus
Direkte Bahnverbindung aus DACH fehlt; üblicher Umstieg in Bukarest oder Iași mit dem Nachtzug nach Chișinău (12 Stunden ab Bukarest, 5 Stunden ab Iași). Fernbusse von Iași nach Chișinău täglich für 12 Euro, von Bukarest 25 Euro über Flixbus und Autogara. Aus Wien oder München gibt es wöchentliche Direktbus-Verbindungen mit Atlassib und Eurolines.
Vor Ort bewegen
In Chișinău fahren Trolleybusse für 0,30 Euro pro Fahrt, Taxi-Apps wie Yandex und iTaxi sind günstig (Stadtfahrt 2 bis 3 Euro). Für die Klosterrundreise empfiehlt sich ein Mietwagen ab 30 Euro pro Tag bei Klassik oder Promotor Rent. Die Hauptstraße M2 nach Norden Richtung Soroca ist gut ausgebaut, viele Klosterzufahrten jedoch nur teilweise asphaltiert. Alternative organisierte Tagestouren ab Chișinău 35 bis 60 Euro pro Person über moldova.travel.
Anreise-Distanzen ab Chișinău
Codru-Wälder — das grüne Herz Mittelmoldaus
Die Codru-Wälder (Codrii) bedecken rund 50.000 Hektar im zentralen Hochland Moldaus zwischen Răut, Bâc und Botna und sind das ökologische Rückgrat des Landes. Buchen, Stieleichen, Hainbuchen und Eschen bilden einen dichten Mischwald, in dem Wildschweine, Rotwild, Wölfe, Füchse und über 140 Vogelarten heimisch sind. Das wissenschaftliche Naturreservat Codru bei Lozova wurde 1971 ausgewiesen und umfasst 5.177 Hektar mit Forschungsbüro, Wanderwegen und Naturmuseum (Eintritt 2 Euro). Der Bălănești-Hügel mit 428 Metern Höhe gilt als geografische Mitte des Landes — vom Aussichtspunkt reicht der Blick über sanfte Wellen aus Wald und Weinhängen. Der Wald gibt der zentralen Hügelregion den Namen — Codru bedeutet auf Rumänisch schlicht Wald. Im Herbst leuchtet das Laub in tiefem Goldgelb und Karminrot, beste Wanderzeit Mitte September bis Mitte Oktober.
Orheiul Vechi — Felsenkloster über der Dnjestr-Schleife
Orheiul Vechi (Altes Orhei), 60 Kilometer nordöstlich Chișinău, ist das spektakulärste Kulturerbe Moldaus und Kandidat für die UNESCO-Welterbeliste. In der weiten Răut-Flussschleife — fälschlicherweise oft als Dnjestr-Schleife bezeichnet, tatsächlich ist es der Răut, ein Nebenfluss des Dnjestr — liegen archäologische Schichten von Geto-Dakern, der Goldenen Horde und mittelalterlicher Moldau auf einem 60 Meter hohen Kalksteinplateau. Das Felsenkloster Pestera (Höhlenkloster) wurde im 13. Jahrhundert in den Kalkstein gehauen — orthodoxe Mönche schlugen Wohn-Höhlen, eine Kapelle mit Felsaltar und Verbindungsgänge in die Steilwand der Schleife. Über dem Felsenkloster steht die kleine Kirche Mariä Himmelfahrt von 1905 mit einem weißgetünchten Außenbau und einer einzelnen Glockenstange. Vom Plateau geht der Blick 80 Meter steil ins Flusstal mit den Dörfern Butuceni und Trebujeni, die mit ihren strohgedeckten Häusern wie Bilderbuchszenen wirken. Eintritt 0,50 Euro, geöffnet täglich 9 bis 17 Uhr. Im Sommer Festivals wie DescOpera mit klassischer Musik am Klippenrand.
Saharna — 22 Wasserfälle und Wallfahrts-Kloster
Das Saharna-Tal im Norden des Landes, 110 Kilometer nordöstlich Chișinău, ist Moldaus dichteste Wasserfall-Landschaft — der Saharna-Bach stürzt auf nur drei Kilometern über 22 Kaskaden in ein eingeschnittenes Kalksteintal. Höchster Wasserfall ist der Gipsy-Fall (Cădera Țiganca) mit 11 Metern, kletterbar über einen befestigten Holzsteig. Am Talkopf liegt das Saharna-Kloster, ein wichtiger orthodoxer Wallfahrtsort. Das Hauptheiligtum ist ein Felsen mit einem fußabdruckähnlichen Eintiefung im Kalkstein, den die Gläubigen als Marienspur deuten — der Sage nach erschien die Jungfrau Maria hier 1776 dem Eremiten Bartholomäus. Der Klosterkomplex umfasst die alte Höhlenkirche Sfânta Treime aus dem 15. Jahrhundert direkt in der Felswand und die neuere Kirche Mariä Geburt von 1818 mit blau-weiß-gestreiftem Bau. Pilger steigen barfuß über die Wasserfälle-Treppe hinauf zum Heiligen Felsen, jährlich rund 100.000 Besucher. Eintritt frei, geöffnet von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.
Tipova — ältestes Felsenkloster Moldaus an der Dnjestr-Klippe
Das Tipova-Felsenkloster am rechten Dnjestr-Ufer, 95 Kilometer nordöstlich Chișinău, ist mit über 900 Jahren Geschichte das älteste Höhlenkloster Moldaus und eines der größten in ganz Osteuropa. Mönche schlugen ab dem 11. Jahrhundert drei Klosterkomplexe in die senkrechte 100 Meter hohe Kalksteinklippe über dem Dnjestr — Sankt-Nikolaus, Verklärungs-Komplex und Kreuz-Erhöhungs-Komplex. Insgesamt 26 Felshöhlen mit Kirche, Refektorium, Wohnzellen, Friedhof und Gefängnis-Kammer für straffällige Mönche sind teilweise begehbar. Der Sage nach soll Stefan der Große (Ștefan cel Mare) im 15. Jahrhundert hier mit seiner Geliebten Maria Voichița aus dem Kloster Putna geheiratet haben. Der Aufstieg vom Dnjestr-Ufer über eine steile Holztreppe mit 200 Stufen dauert 25 Minuten, der Blick vom oberen Plateau erreicht bei klarer Sicht das transnistrische Ufer und die Soroca-Region. Im engen Tipova-Tal hinter dem Kloster stürzen drei weitere Wasserfälle mit 5 bis 16 Metern Höhe. Eintritt frei, geöffnet täglich 9 bis 18 Uhr, Klosterführung auf Voranfrage.
Curchi, Capriana und Hâncu — die Codru-Wald-Klöster
Das Curchi-Kloster, 50 Kilometer nördlich Chișinău, ist mit 9 Hektar und fünf Kirchen der größte zusammenhängende Klosterkomplex Moldaus und gilt als architektonische Perle des moldauisch-russischen Klassizismus. Gegründet 1773 auf einer Lichtung im Codru-Wald, gehörte es bis 1944 zu den reichsten Anlagen Bessarabiens. Hauptkirche ist die Geburt-der-Mutter-Gottes-Kathedrale von 1810 mit Goldkuppel und dem höchsten Klosterturm Moldaus (57 Meter). Nach sowjetischer Schließung 1959 bis 2002 als psychiatrisches Krankenhaus genutzt — heute spirituelles Zentrum mit Pilger-Hospiz, Ikonenmalerei-Werkstatt und Buchverlag. Eintritt frei, Klosterladen mit Honig, Wein und Ikonen.
Das Capriana-Kloster, 40 Kilometer nordwestlich Chișinău, ist das älteste schriftlich dokumentierte Kloster Moldaus — eine Urkunde Alexanders des Guten vom 25. April 1429 nennt es bereits als bestehend. Stefan der Große stiftete 1470 die Hauptkirche Mariä Himmelfahrt, Petru Movilă ergänzte 1545 den Glockenturm. Die Anlage liegt auf einer Waldwiese am Codru-Bach mit Klostersee und drei Kirchen. Berühmtester Sohn ist Metropolit Gavriil Bănulescu-Bodoni, der hier 1812 die russische Eparchie Bessarabiens gründete. Eintritt frei, 7 bis 19 Uhr, Naturlehrpfad rund um den See.
Das Hâncu-Kloster, 55 Kilometer westlich Chișinău tief im Codru-Buchenwald, ist spirituell intensiv und schwerer zugänglich — die letzten 8 Kilometer führen über teils unbefestigte Waldstraße. Gegründet 1678 vom Bojaren Mihalcea Hâncu für seine Tochter Irina, die nach abgelehnter Heirat Nonne werden wollte. Hauptkirche ist die Heilige-Paraskeva-Kirche von 1835 mit Wunderikone, die Heilungen bewirken soll. Tausende Pilger kommen am 27. Oktober zu Fuß durch den Codru-Wald — die letzten Kilometer betend und barfuß. Eintritt frei, 7 bis 19 Uhr.
Soroca-Festung — Moldaus mittelalterliches Bollwerk am Dnjestr
Die Soroca-Festung am rechten Dnjestr-Ufer, 160 Kilometer nördlich Chișinău, ist eine der best erhaltenen mittelalterlichen Festungen Osteuropas und das markanteste Wehrarchitektur-Denkmal Moldaus. Ursprünglich aus Holz unter Stefan dem Großen 1499 errichtet, wurde sie 1543 bis 1546 unter Großfürst Petru Rareș komplett in Stein neu aufgebaut. Außergewöhnlich ist der perfekte kreisrunde Grundriss mit fünf Türmen — vier runden Ecktürmen plus dem rechteckigen Eingangsturm — eine fortifikatorische Seltenheit aus der italienischen Renaissance-Tradition. Der Außendurchmesser beträgt 37,5 Meter, die Mauerstärke an der Basis 3,5 Meter. Die Festung kontrollierte die wichtigste Furt über den Dnjestr und damit den Handelsweg zwischen Polen-Litauen und der Krim-Halbinsel. Aufwendig restauriert 2015 bis 2017, beherbergt sie heute ein Museum mit Modellen der mittelalterlichen Stadt, einer Sammlung von Soroca-Münzen aus dem 15. bis 17. Jahrhundert und einer interaktiven Ausstellung zur Belagerung 1692. Eintritt 1 Euro, geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr. Direkt vor der Festung der Dnjestr mit Fähre nach Tsekinovka in der Ukraine.
Cosăuți-Wasserfälle und Naslavcea-Schlucht — Moldaus Norden
Die Cosăuți-Wasserfälle bei Soroca, nur 15 Kilometer vom mittelalterlichen Bollwerk entfernt, sind Moldaus mächtigste Wasserfall-Gruppe nördlich der Saharna-Schlucht. Der Cosăuți-Bach stürzt über vier Hauptkaskaden mit bis zu 14 Metern Höhe ins Dnjestr-Tal, gerahmt von Felsen aus rotbraunem Granit (ungewöhnlich für Moldau, sonst Kalkstein). Der Granit-Steinbruch Cosăuți lieferte ab dem 16. Jahrhundert Baumaterial für die Soroca-Festung und das Fürstenmausoleum in Iași. Naturreservat mit ausgeschildertem Wanderweg ab Dorf Cosăuți, Wanderzeit 1 Stunde, Eintritt frei.
Die Naslavcea-Schlucht im äußersten Nordwesten an der Ukraine-Grenze beherbergt mit 429 Metern Moldaus höchste Erhebung. Der Dnjestr biegt hier in einer engen Schleife durch Kalksteinklippen, von denen der Aussichtspunkt Naslavcea-Felsen einen 180-Grad-Blick auf Flusstal und Karpaten-Vorhügel freigibt. Das Dorf mit 600 Einwohnern wirkt zeitvergessen — strohgedeckte Lehmhütten, Holzkirche von 1840 und die rumänisch-deutsche Pension Casa Sofia (28 Euro pro Nacht). Wanderwege führen 8 Kilometer entlang der Dnjestr-Klippen mit fünf Aussichtspunkten. Anreise ab Soroca 75 Kilometer über R7.
Gradina Vie und Dnister-Schleife — botanischer Garten und verborgenes Flusstal
Der botanische Garten Gradina Vie (Lebender Garten) in Chișinău-Norden ist mit 104 Hektar einer der größten botanischen Gärten Südosteuropas und beherbergt über 12.000 Pflanzenarten, darunter den Buchen-Eichen-Kanon der Codru-Wälder, einen Mediterran-Garten mit 40 Eichenarten und das größte Rosarium der Region mit 1.600 Sorten. Highlights sind die japanische Garten-Sektion mit Pavillon-See, Gewächshäuser mit tropischer Sammlung und die Pflanzenschule für die Steppen-Wiederaufforstung. Magnolien- und Tulpenblüte Anfang April, Flieder-Allee im Mai, Rosarium Juli bis September, Buchen-Goldlaub Mitte Oktober. Eintritt 1,20 Euro, täglich 8 bis 19 Uhr, Trolleybus 22 ab Stadtzentrum.
Die Dnister-Schleife bei Cuhureștii de Sus, 130 Kilometer nördlich Chișinău, ist eine der dramatischsten Flussbiegungen Moldaus — eine fast vollständige 270-Grad-Schleife mit nur 800 Meter breitem Halsabschnitt. Vom Aussichtspunkt reicht der Blick über das eingeschnittene Tal und das gegenüberliegende transnistrische Ufer. Das Dorf mit 280 Einwohnern beherbergt eine bemerkenswerte Holzkirche der Heiligen Paraskeva von 1742 mit handgeschmiedeten Türbändern. Die Klosterruine Calarașovca am Schleifenfuß ist über einen Wanderweg in 90 Minuten erreichbar. Anreise per Mietwagen ab Soroca 55 Kilometer über R7 und R7A.
Prut-Tal und Hügel Gagausiens — sanfte Westgrenze und Schwarzerde-Süden
Das Prut-Tal entlang der Westgrenze zu Rumänien bietet auf 130 Kilometern eine völlig andere Landschaft als die Dnjestr-Klippen — sanftes Hügelland mit Schilfgürteln, Auwäldern und sieben ausgewiesenen Naturreservaten. Das größte ist das Padurea Domneasca (Fürstenwald) mit 6.000 Hektar Auenlandschaft bei Glodeni, in dem Rotwild, Wölfe, Fischotter und Schwarzstörche leben. Weiter nördlich das Suta de Movile (Hundert-Hügel) Reservat mit gut 100 charakteristischen Kalkstein-Hügeln aus einem urzeitlichen Korallenmeer — eine geomorphologische Besonderheit, einmalig in Osteuropa.
Im Süden um Comrat geht die Hügellandschaft in die Schwarzerde-Steppen Bessarabiens über — fruchtbarste Böden Europas mit bis zu 90 Zentimetern Humus-Mächtigkeit. Die sanften Hügel um Vulcanești und Ceadâr-Lunga steigen selten über 250 Meter. Die Trajan-Wälle (Valurile lui Traian) aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. durchqueren die Steppe als bis zu 4 Meter hohe Erdwälle über 126 Kilometer — am besten erhalten bei Tartaul. Die Gagausen, ein turkstämmiges christlich-orthodoxes Volk von 130.000 Menschen, leben in 32 Dörfern. Die Weingüter Vinaria Bostavan und Et Cetera bieten Verkostungen mit Saperavi und Rara Neagra.
Die sechs zentralen Landschaftsstätten im Überblick
Orheiul Vechi Felsenkloster
Höhlenkloster aus dem 13. Jh. im Kalksteinplateau über der Răut-Schleife, 60 km nordöstlich Chișinău. Eintritt 0,50 Euro, geöffnet 9 bis 17 Uhr, UNESCO-Kandidat.
Saharna Wasserfälle
22 Kaskaden auf 3 km Tallänge mit Wallfahrts-Kloster und Marienspur im Kalkstein. Eintritt frei, jährlich 100.000 Pilger, höchster Fall 11 m.
Tipova Felsenkloster
Ältestes Höhlenkloster Moldaus aus dem 11. Jh. mit 26 Felshöhlen an 100 m hoher Dnjestr-Klippe. Stefan-der-Große-Sage, drei Wasserfälle.
Curchi-Kloster
Größter Klosterkomplex Moldaus auf 9 Hektar mit fünf Kirchen und 57 m hohem Turm, gegründet 1773. Eintritt frei, spirituelles Zentrum.
Soroca-Festung
Perfekter Kreisrund-Grundriss mit fünf Türmen am Dnjestr, erbaut 1499 unter Stefan dem Großen. Museum, Eintritt 1 Euro, Dienstag bis Sonntag.
Codru-Wälder
50.000 ha Buchen-und-Eichenbestand im Zentrum Moldaus mit Codru-Naturreservat, Bălănești-Hügel (428 m) und Hâncu-Kloster. Beste Wanderzeit September bis Oktober.
Die wichtigsten Klosterstätten im Vergleich
Orheiul Vechi ist das spektakulärste Bild-Highlight und für jeden Moldau-Besuch Pflicht. Tipova lohnt sich für Sportlichere mit Treppen-Aufstieg, Saharna für Pilger und Wanderer in einem. Curchi und Capriana sind als Doppel-Halbtag ab Chișinău kombinierbar.
Praktische Tipps für die Landschafts-Rundreise
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Orheiul Vechi früh morgens besuchen
Die Stätte öffnet um 9 Uhr, ab 11 Uhr rollen die Bus-Reisegruppen aus Chișinău an. Die erste Stunde gehört Frühaufstehern fast allein. Anreise per Mietwagen ab Chișinău um 7:30 Uhr für 1:15 Stunden Fahrzeit über die R14. Tickets nur direkt am Kassenhaus, keine Online-Reservierung nötig.
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In Butuceni traditionell übernachten
Das Bilderbuch-Dorf am Fuß des Orheiul-Vechi-Plateaus bietet drei authentische Bauernhof-Pensiuni mit strohgedeckten Lehmhäusern, Ofen-gebackenem Mămăligă und selbstgekeltertem Wein. Pensiunea Eco-Resort und Vila Roz verlangen 35 bis 50 Euro pro Nacht inklusive Frühstück. Reservierung über moldova.travel.
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Saharna-Pilgerweg barfuß gehen
Die Tradition verlangt, den steilen Aufstieg vom Tal-Eingang über die 22-Wasserfälle-Treppe zum heiligen Felsen barfuß zurückzulegen, besonders auf der letzten 800-Meter-Etappe. Im Sommer angenehm, im Frühjahr und Herbst Mut-Übung. Klosterpilger geben rumänisches und russisches Glaubensbekenntnis am Marienspur-Felsen wieder. Pilgerzeiten Mai bis September Sonntag 8 bis 12 Uhr.
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Tipova-Aufstieg gutes Schuhwerk
Die 200-stufige Holztreppe vom Dnjestr-Ufer zum Tipova-Felsenkloster verlangt festes Schuhwerk und mindestens 25 Minuten Aufstiegszeit, im Winter durch Eisbildung gefährlich gesperrt. Trinkwasser unten am Parkplatz auffüllen, oben am Kloster zwar Brunnen, doch nicht trinkwasserzertifiziert. Wer mag, kombiniert mit der Bootsfahrt auf dem Dnjestr ab Saharna Hafen.
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Mietwagen mit Allrad für Hâncu-Kloster
Die letzten 8 Kilometer Zufahrt zum Hâncu-Kloster führen über eine teilweise nicht asphaltierte Waldstraße mit Schlaglöchern, im Frühjahr und nach Regen schlammig. Klassik Rent und Promotor Rent bieten Allrad-SUV ab 45 Euro pro Tag. Alternativ Pilgerbus ab Chișinău am 27. Oktober zum Heilige-Paraskeva-Fest (3 Euro pro Person).
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Barrierefreiheit der Stätten gemischt
Curchi-Kloster und Capriana sind als ebene Lichtungs-Klöster gut rollstuhltauglich, Hauptkirchen mit nur 1-2 Stufen am Eingang. Soroca-Festung ebenerdig mit Rampe zum Innenhof. Orheiul Vechi-Plateau für Rollstuhl nur teilweise — Felsenkloster über schmalen Pfad und Treppe. Tipova und Saharna-Wasserfälle nicht rollstuhlgeeignet. Detaillierte Infos über moldova.travel.
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Mai bis Oktober als Hauptsaison
Die beste Reisezeit ist Mai bis Oktober — Wasserfälle führen Wasser, Felsenkloster ohne Eis zugänglich, Codru-Wälder im Buchengrün. Mai mit blühenden Akazien und Magnolien. September für Weinlese und Goldlaub. Durchschnitt 19 bis 26 Grad tagsüber. Im Winter sind Tipova-Treppe und Hâncu-Zufahrt oft geschlossen, Sahara-Wasserfälle als Eiskaskaden.
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Schichten gegen schwankendes Steppenklima
Selbst im Sommer kann am Dnjestr morgens Nebel und nachmittags Gewitter auftreten. Drei Schichten — langärmeliges T-Shirt, leichter Fleece-Pulli, wind- und wasserdichte Außenschicht. Festes Schuhwerk für Tipova-Treppe, Saharna-Aufstieg und Cosăuți-Wasserfälle. Mücken-Spray für Padurea Domneasca-Auenwald im Hochsommer unverzichtbar, kein Leitungswasser außerhalb Chișinău trinken.
Insider-Tipps
Geheimtipp Naslavcea-Klippe und Casa Sofia
Der Naslavcea-Aussichtspunkt im äußersten Norden Moldaus an der Ukraine-Grenze ist außerhalb der Sommer-Wochenenden fast immer menschenleer — eine 429 Meter hohe Kalksteinklippe mit 180-Grad-Blick über die Dnjestr-Schleife und die ukrainischen Karpaten-Vorhügel. Bei klarem Wetter zwei Stunden Wanderung von Naslavcea-Dorf entlang der Klippe mit fünf weiteren Aussichtspunkten. Die Pension Casa Sofia in Naslavcea, das einzige rumänisch-deutsche Bauernhaus Moldaus, bietet Übernachtungen mit Frühstück für 28 Euro und auf Vorbestellung ein viergängiges Steppen-Menü mit gefüllten Kohlrouladen Sarmale, hausgemachtem Schafskäse Telemea und Wein vom eigenen Hektar (15 Euro pro Person). Reservierung über moldova.travel oder direkt per Telefon.




