Die griechische Küche ist eine der ältesten ununterbrochen gepflegten Kochkulturen Europas und seit 2010 mit Marokko, Italien und Spanien gemeinsam UNESCO-Welterbe als mediterrane Diät. Sie steht auf den drei Säulen Olivenöl, Brot und Wein, die der antike Philosoph Hippokrates bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. als gesundheitliche Grundnahrung beschrieb, und ergänzt sich durch Frischgemüse, Hülsenfrüchte, Schaf- und Ziegenkäse sowie Fisch aus Ägäis und Ionischem Meer. Charakteristisch sind nicht Hauptgang-Plattenservice, sondern Mezedes — kleine Teller, die geteilt werden und Tisch für Tisch in beliebiger Reihenfolge erscheinen. Eine Familientaverne in den Bergen Kretas, ein Mezedopolio an der Hafenpromenade Naxos, ein Ouzeri auf Lesbos und ein modernes Restaurant in Athens Kolonaki-Viertel bilden jeweils eigene kulinarische Mikrokosmen. Diese Reise durch die griechische Küche führt entlang der klassischen Speisekarte von Moussaka mit Béchamelhaube über Souvlaki vom Holzkohlespieß, Choriatiki Salata mit Kalamata-Oliven und Feta-Würfel bis zu Honig-Loukoumades und einem Ouzo aus Plomari mit drei Eiswürfeln und einem Schluck Wasser, der die anisreiche Spirituose milchig weiß färbt.
Anreise und Erreichbarkeit
Wer kulinarisch durch Griechenland reist, kombiniert in der Regel Athen mit einer Inselgruppe oder Festland-Region — Kreta, Peloponnes, Lesbos für Ouzo, Santorini für Assyrtiko-Wein oder die Mani für Olivenöl. Athen ist über den Flughafen Eleftherios Venizelos (ATH) der natürliche Einstieg, von dort gehen Inlandsflüge, Fähren ab Piräus und Mietwagen-Routen in alle Regionen.
Mit dem Flugzeug
Direktflüge aus allen DACH-Hubs nach Athen (ATH) in 2:30 bis 3:15 Stunden. Inselflughäfen werden im Sommerhalbjahr direkt ab Frankfurt, München, Wien und Zürich angeflogen — Heraklion und Chania (Kreta), Rhodos, Kos, Santorini, Mykonos, Korfu und Zakynthos. Aegean Airlines und Olympic Air bieten Inlandsflüge ab Athen in 35 bis 55 Minuten auf alle größeren Inseln, Sky Express bedient auch kleinere Strecken wie Lesbos und Chios.
Mit der Bahn und dem Auto
Direkte Bahnverbindungen aus Mitteleuropa nach Griechenland gibt es nicht — die übliche Bahn-Anreise verläuft über Wien, Belgrad und Thessaloniki mit zwei Umstiegen und rund 40 Stunden Gesamtreisezeit. Mit dem Auto über Italien plus Fähre Ancona oder Bari nach Patras (15 bis 20 Stunden Überfahrt mit ANEK, Superfast oder Minoan Lines), dann 215 Kilometer Autobahn A8 nach Athen. Für eine Genussreise lohnt das Auto, weil Bergtavernen auf Kreta, Mani und Pelion ohne ÖPNV erreichbar sind.
Mit dem Schiff ab Piräus
Der Hafen Piräus ist Europas größter Passagierhafen und Drehkreuz für Fähren in alle Inselgruppen — Bluestar Ferries, Hellenic Seaways, Anek Lines, Minoan Lines und Aegean Speed Lines. Die App ferryhopper bündelt alle Anbieter und ist Online-Reservierungs-Standard. Fährzeit Piräus–Santorini 5 bis 8 Stunden je Schiffstyp, Piräus–Kreta 8 bis 9 Stunden Nachtfähre, Piräus–Lesbos 11 Stunden.
Vor Ort bewegen
In Athen Metro, Straßenbahn und Bus zu den Mezedopolio-Vierteln Psyrri, Plaka, Pagrati und Mavili-Markt. Auf Inseln Mietauto oder Roller — Bergtavernen, Olivenöl-Mühlen und Weingüter liegen außerhalb der Hauptorte. Auf Hydra autofrei, hier Esel oder Wasserttaxi. KTEL-Überlandbusse verbinden Festland-Regionen und führen auch in kleinere Orte ohne Bahn-Anschluss.
Anreise-Distanzen ab den Hauptknoten
Moussaka — der Auflauf-Klassiker mit Béchamelhaube
Moussaka ist der bekannteste Hauptgang der griechischen Küche und in jeder Taverne, ob auf Kreta, Mykonos oder in Athens Plaka, in irgendeiner Variante auf der Karte. Die Standard-Form schichtet gebratene Auberginen, manchmal auch Kartoffeln, mit gewürztem Rinderhack (oder seltener Lamm) und einer dicken Béchamelsauce mit Eigelb und Kefalotyri-Käse, alles im Ofen goldbraun überbacken. Die heute übliche Béchamel-Variante wurde erst in den 1920er Jahren vom griechisch-französisch ausgebildeten Koch Nikolaos Tselementes eingeführt, die ältere osmanisch geprägte Version kommt ohne Béchamel aus und ähnelt der türkischen Musakka. Eine gute Moussaka braucht 90 Minuten Ofenzeit und ruht 30 Minuten, bevor sie geschnitten wird — wer in der Mittagshitze um 13 Uhr eine bestellt, bekommt fast immer eine aufgewärmte Portion vom Vormittag. Abend-Service ab 19 Uhr garantiert die frisch geschnittene Variante. Preis in der Taverna 11 bis 16 Euro, im Mezedopolio etwas teurer, in gehobenen Estiatorios mit Bio-Lamm bis 22 Euro.
Souvlaki und Gyros — vom Holzkohlespieß und vom Drehgrill
Souvlaki und Gyros sind die zwei meistgegessenen Fleisch-Klassiker und werden im Alltag oft verwechselt. Souvlaki bezeichnet kleine Fleischstücke (meist Schwein, in Touristengebieten auch Hähnchen oder Lamm) auf Holzspießen, frisch über glühender Holzkohle gegrillt und mit Salz, Oregano und Olivenöl gewürzt. Gyros stammt vom vertikalen Drehgrill — Fleischschichten werden auf einer Stange aufgespießt, langsam gebraten und mit einem langen Messer in dünnen Scheiben abgehobelt. Beides wird in Pita-Brot eingerollt mit Tomate, Zwiebel, Tzatziki und Pommes (in Athen Standard im Pita-Wrap, in Thessaloniki traditionell ohne Pommes). Souvlaki-Spieß am Teller 2,50 bis 4 Euro pro Stück, Pita Gyros zum Mitnehmen 3,50 bis 5 Euro. Athens beste Adressen sind O Thanasis am Monastiraki-Platz seit 1964, Kostas in Pagrati und die Souvlaki-Reihe in der Mitropoleos-Straße. In Thessaloniki gilt das Derlikatessen am Aristotelous-Platz als Klassiker.
Tzatziki — das Joghurt-Knoblauch-Original
Tzatziki ist Griechenlands bekannteste Mezze und Beilage zu fast allen Fleischgerichten — die Basis aus dickflüssigem Schaf- oder Kuhmilch-Joghurt (Strangistos, also abgetropft), entkernten und geriebenen Gurken (vorher 30 Minuten gesalzen und ausgepresst), reichlich Knoblauch, einem Schuss Olivenöl, Weißweinessig oder Zitronensaft und frischem Dill oder Minze. Wichtig der hohe Knoblauch-Anteil — eine traditionelle Portion enthält drei bis vier Zehen auf 500 Gramm Joghurt, weshalb Tzatziki in Griechenland abends gegessen wird und nicht mittags vor einem Geschäftstermin. Im Restaurant kommt eine kleine Schale für 4 bis 6 Euro als Beilage zu Souvlaki oder Brot, im Supermarkt fertig zubereitet ab 2,50 Euro pro 200-Gramm-Becher. Wer es zuhause nachmacht, sollte griechischen Joghurt mit 10 Prozent Fett verwenden — sogenannter 'Greek-style' Joghurt im deutschen Supermarkt ist meist nicht authentisch genug.
Choriatiki Salata — der Bauernsalat ohne Salat
Die Choriatiki Salata (Bauernsalat) ist Griechenlands meistbestellte Vorspeise und gleichzeitig die größte Überraschung für Erstbesucher — sie enthält keinen Blattsalat. Stattdessen grobe Tomatenstücke (in Griechenland besonders aromatisch von der Sonne, von April bis Oktober Saison), Gurkenstücke, rote Zwiebelringe, grüne Paprika, Kalamata-Oliven, ein großes Stück Feta DOP oben drauf (nicht zerbröselt, sondern als 80 bis 100 Gramm Block), Oregano und Olivenöl. Kein Essig in der authentischen Version, kein Salat. Der Begriff 'Choriatiki' bedeutet wörtlich 'vom Dorf' und stammt aus der Zeit der Touristen-Hauswelle der 1960er Jahre, als die einfache Bauernfamilien-Salatschüssel zum Restaurant-Klassiker wurde. Preis in der Taverna 8 bis 12 Euro, reicht als Hauptgericht zu zweit mit Brot. Wichtig der Block-Feta — wenn der Salat mit Feta-Bröseln ankommt, ist die Adresse touristisch oder hat eine Caprese-Variante mit Kuhmilch-Käse, der nicht Feta-DOP-konform ist.
Spanakopita und Pastitsio — Filoteig-Pasta und griechische Lasagne
Spanakopita ist der Spinat-Feta-Pita-Klassiker — Schichten aus hauchdünnem Filoteig (in Griechenland 'Phyllo') mit einer Füllung aus Blattspinat, Feta, Frühlingszwiebeln, Dill und Eiern. Das Quadrat aus dem Ofen wird heiß oder bei Zimmertemperatur gegessen, im Bäcker als Frühstücks-Snack für 2 bis 3 Euro pro Stück, in der Taverna als Vorspeise für 6 bis 8 Euro. Die Filo-Teig-Tradition stammt aus der osmanischen Zeit und hat parallel die Pita-Familie mit Tyropita (Käse), Kreatopita (Fleisch) und Hortopita (wilde Kräuter) hervorgebracht. Pastitsio ist Griechenlands Antwort auf die italienische Lasagne — eine Schichtung aus Bucatini-ähnlichen langen Hohlnudeln (kein Lasagneblatt), gewürztem Hackfleisch mit Zimt und Nelken, Béchamelsauce und geriebenem Kefalograviera-Käse, alles im Ofen überbacken und in Rechtecke geschnitten. Wie Moussaka entstand die Béchamel-Variante in den 1920er Jahren durch Nikolaos Tselementes. Pastitsio-Portion 10 bis 14 Euro, in vielen Tavernen Sonntagsspezialität.
Dolmadakia, Saganaki und weitere Mezedes
Dolmadakia (kleine 'Dolma') sind in Weinblättern gerollte Reisportionen, oft vegetarisch mit Pinienkernen, Rosinen, Dill und Minze, manchmal mit Hackfleisch. Sie werden kalt oder lauwarm serviert, klassisch mit Zitronen-Olivenöl-Beträufelung. Eine kleine Mezze-Schale enthält 8 bis 12 Stücke für 6 bis 9 Euro. Saganaki bezeichnet im Ursprung die kleine Pfanne ('sagani'), in der ein dicker Käse-Block (meist Kefalotyri, Graviera oder Halloumi) mit etwas Mehl gebraten wird, bis er außen knusprig und innen weich ist, oft mit einem Schuss Ouzo flambiert. Andere klassische Mezedes sind Tarama (Fisch-Rogen-Paste auf rosa-rotem Brot-Aufstrich), Melitzanosalata (Auberginen-Püree), Skordalia (Knoblauch-Brot-Püree), Fava (gelbes Erbsenpüree von Santorini), Gigantes Plaki (gebackene weiße Riesenbohnen mit Tomate) und Keftedakia (kleine Fleischbällchen). Im Mezedopolio bestellt man 4 bis 6 Mezedes zu zweit, dazu eine Karaffe Wein oder Ouzo, Gesamt-Rechnung 18 bis 30 Euro pro Person.
Loukoumades und Galaktoboureko — die zwei Süß-Klassiker
Loukoumades sind kleine, in Öl ausgebackene Hefe-Bällchen, frisch aus dem Fett in heißen Honigsirup getaucht und mit Zimt, gehackten Walnüssen oder Sesam bestreut. Sie stammen aus dem antiken Griechenland — der Dichter Kallimachos beschreibt im 3. Jahrhundert v. Chr. ähnliche Bällchen als 'Honig-Krapfen' ('honig-tüchtige Speisen'), die für olympische Sieger gebacken wurden. Eine Portion in Athens Adresse Lukumades am Aiolou-Platz seit 1912 kostet 5 bis 7 Euro, in den meisten Tavernen 4 bis 6 Euro als Dessert. Galaktoboureko ist der Filoteig-Grießpudding der griechischen Küche — eine Pudding-Masse aus Grieß, Eiern, Zucker und Milch wird zwischen zwei Schichten dünnen Filoteig gegossen, gebacken und nach dem Backen mit Zitronen-Vanille-Sirup getränkt. Die fertige Form schneidet man in Rechtecke, die zur Hälfte aus knusprigem Teig und zur Hälfte aus cremigem Pudding bestehen. Eine Portion 4 bis 6 Euro, am besten zum Frappé oder griechischen Mokka.
Olivenöl Kalamata, Feta DOP und Halloumi — die Säulen der Küche
Griechenland produziert jährlich rund 350.000 Tonnen Olivenöl und ist damit nach Spanien und Italien drittgrößter Hersteller der EU — 80 Prozent davon Extra Vergine, die höchste Güteklasse. Die Region Kalamata in der Peloponnes-Region Messenien trägt das DOP-Siegel und verarbeitet ausschließlich die Sorten Koroneiki und Mavroelia, geerntet zwischen Oktober und Dezember, kalt gepresst innerhalb von 24 Stunden. Die ovale Kalamata-Olive ist gleichzeitig die bekannteste Tafelolive Griechenlands — dunkelviolett bis fast schwarz, in Salzwasser oder Olivenöl gereift, etwas bitter und mit hohem Polyphenol-Gehalt. Feta DOP ist seit 2002 EU-rechtlich geschützt und darf ausschließlich aus Schafmilch oder einer Mischmilch mit maximal 30 Prozent Ziegenmilch hergestellt werden — Kuhmilch-Varianten dürfen sich nicht 'Feta' nennen. Halloumi ist genaugenommen zypriotisch (auf Zypern ebenfalls DOP geschützt), wird aber in vielen griechischen Tavernen als gegrillter Käse-Block angeboten, weil sich seine Festigkeit zum Grillen besonders eignet. Auf dem griechischen Festland trifft man häufiger den verwandten Kefalotyri oder Graviera, die ähnliche Saganaki-Eigenschaften haben.
Frappé, Ouzo, Tsipouro und Retsina — die Getränke-Klassiker
Frappé ist Griechenlands meistgetrunkenes Sommer-Getränk und 1957 in Thessaloniki vom Nestlé-Vertreter Dimitris Vakondios in einer Improvisations-Pause erfunden. Instantkaffee, kaltes Wasser, Zucker und Eiswürfel werden in einem Shaker geschüttelt, bis ein dichter Schaum entsteht, dann mit Strohhalm in einem Longdrink-Glas serviert. Bestellvariante 'sketos' (ungesüßt), 'metrios' (mittel) oder 'glykos' (süß), mit oder ohne Milch. Frappé in der Taverne 2,50 bis 4 Euro. Ouzo ist Griechenlands Anis-Spirituose mit 37,5 bis 46 Volumenprozent, die wichtigsten Produktionsregionen Lesbos (Plomari, Mitilini, Varvayanni), Tyrnavos in Thessalien und Samos. Mit drei Eiswürfeln und einem Schluck Wasser färbt sich der klare Ouzo durch das Anethol-Öl milchig weiß ('Ouzo-Effekt'). Tsipouro ist der griechische Tresterbrand aus Traubenresten, mit oder ohne Anis-Aroma, traditionell in 200-ml-Flaschen serviert. Retsina ist der harzige Weiß- oder Roséwein mit Aleppo-Pinienharz, antike Praxis zur Konservierung in Amphoren, heute mediterraner Wein-Klassiker mit Liebhaber- und Hasser-Lager. Assyrtiko-Wein aus Santorini ist Griechenlands wichtigster mineralischer Weißwein — der Vulkanboden gibt eine charakteristische Salzigkeit und Säurestruktur. Die Reben wachsen auf der Insel 'Kouloura'-System, in spiralförmigen Bodennestern zum Wind- und Sonnenschutz. Top-Weingüter sind Domaine Sigalas, Argyros, Vassaltis und Gaia Wines, Flasche im Restaurant 35 bis 70 Euro, im Weingut ab 18 Euro.
Mezedopolio-Kultur und Taverna-Etikette
Die Mezedopolio-Kultur unterscheidet sich grundlegend vom mitteleuropäischen Restaurant-Service. Ein Mezedopolio (Mehrzahl 'Mezedopolia') ist eine Mezze-Bar im engeren Sinn — viele kleine Teller, keine Hauptgänge, dazu Ouzo, Tsipouro oder Karaffenwein. Gäste bestellen 4 bis 6 Mezedes pro Person, die in beliebiger Reihenfolge erscheinen und gemeinsam vom Tisch geteilt werden. Die klassische Taverna serviert sowohl Mezedes als Vorspeisen als auch Hauptgänge wie Moussaka, Souvlaki und Fisch, ist in der Regel familiengeführt und arbeitet abends ab 19 Uhr (in den Touristenzentren früher). Eine Psarotaverna spezialisiert sich auf Fisch und Meeresfrüchte, häufig mit Tagesfang an der Theke zur Auswahl — Preis pro Kilo, gewogen am Tisch. Estiatorios sind die gehobenen Restaurants mit fester Karte und Tischbedienung im klassischen Sinn. Eine Kafenion ist das traditionelle Kaffeehaus mit Männerrunde, Backgammon und Tsipouro am Vormittag, kein Restaurant. Trinkgeld in der Taverna 5 bis 10 Prozent runden auf, in gehobenen Estiatorios 10 Prozent. Der Service ist langsam und das ist Programm — der Abend zieht sich von 20 Uhr bis 0:30 Uhr, niemand drängt zur Rechnung. Brot kommt automatisch und kostet einen Cover-Charge von 1 bis 2 Euro pro Person, Wasser-Flasche wird separat berechnet, Karaffenwein vom Haus ist meist eine günstige Empfehlung der Wirtsfamilie.
Die sechs Klassiker der griechischen Küche
Moussaka mit Béchamelhaube
Schichtauflauf aus gebratenen Auberginen, Kartoffeln, gewürztem Rinderhack und dicker Béchamel mit Eigelb und Kefalotyri. Béchamel-Variante eingeführt in den 1920er Jahren durch Nikolaos Tselementes. Preis Taverne 11 bis 16 Euro, abends frisch geschnitten.
Souvlaki vom Holzkohlespieß
Kleine Fleischstücke (meist Schwein) auf Holzspießen mit Salz, Oregano und Olivenöl über glühender Holzkohle gegrillt. Im Pita-Wrap mit Tomate, Zwiebel und Tzatziki 3,50 bis 5 Euro, Spieß am Teller 2,50 bis 4 Euro pro Stück.
Choriatiki Salata
Bauernsalat ohne Blattsalat — Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Paprika, Kalamata-Oliven und Block-Feta DOP (nicht zerbröselt) mit Oregano und Olivenöl. Preis 8 bis 12 Euro, reicht zu zweit als Hauptgericht mit Brot. Bei Bröseln auf dem Salat skeptisch sein.
Spanakopita
Filoteig-Quadrat mit Spinat, Feta, Frühlingszwiebeln, Dill und Eiern. Heiß oder bei Zimmertemperatur. Im Bäcker 2 bis 3 Euro als Frühstück, in der Taverna 6 bis 8 Euro als Vorspeise. Filo-Teig-Tradition stammt aus der osmanischen Zeit.
Loukoumades
Antike Hefe-Bällchen frisch im Öl ausgebacken und in heißen Honigsirup getaucht, bestreut mit Zimt, Walnüssen oder Sesam. Im 3. Jh. v. Chr. von Kallimachos für olympische Sieger beschrieben. Portion 4 bis 7 Euro, Athens Lukumades-Adresse Aiolou seit 1912.
Ouzo aus Plomari
Anis-Spirituose mit 37,5 bis 46 Volumenprozent aus Plomari, Mitilini und Varvayanni auf Lesbos sowie Tyrnavos und Samos. Mit drei Eiswürfeln und Wasser bildet das Anethol den charakteristischen milchigen 'Ouzo-Effekt'. Karaffe 200 ml 6 bis 10 Euro.
Griechische Klassiker im Vergleich
Wer in einer Taverne unschlüssig bestellt, kombiniert klassisch Choriatiki, zwei bis drei Mezedes (Tzatziki, Dolmadakia, Saganaki) und einen Hauptgang (Moussaka oder Souvlaki) zum Teilen — dazu eine halbe Karaffe Hauswein und schließt mit Loukoumades. Rechnung pro Person um 20 bis 28 Euro.
Praktische Tipps für die kulinarische Reise
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Karaffenwein statt Flaschenwein bestellen
Der Hauswein aus der Karaffe (in 250-ml-, 500-ml- oder 1-Liter-Maßen) stammt häufig vom regionalen Erzeuger und kostet 4 bis 8 Euro pro halben Liter — verglichen mit 25 bis 40 Euro für eine Flasche oft ohne Qualitätsabstrich. Die Wirtsfamilie wählt den Wein passend zur Speisekarte und stellt auf Nachfrage gern einen kleinen Probierschluck zur Verfügung.
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Abendliche Hauptgänge frisch geschnitten
Moussaka, Pastitsio und andere Aufläufe werden in der Regel zweimal täglich gebacken — am Vormittag für die Mittagstafel und am Nachmittag für den Abend ab 19 Uhr. Wer in der Mittagshitze um 13 Uhr eine Moussaka bestellt, bekommt fast immer eine aufgewärmte Portion. Abend-Service garantiert die frische Schnittfläche mit cremiger Béchamel.
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Block-Feta statt Bröseln verlangen
Authentische Choriatiki Salata kommt mit einem 80 bis 100 Gramm Feta-Block oben auf dem Salat, nicht mit zerkrümelten Bröseln. Wer Bröseln vorgesetzt bekommt, ist meist in einer touristischen Adresse mit reduzierter Käse-Qualität gelandet. Eine offene Nachfrage 'Feta block, parakaló' bringt fast immer den Block-Service.
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Ouzo richtig genießen mit Eiswürfeln und Wasser
Ouzo wird in Griechenland selten pur getrunken — die klassische Form bringt drei Eiswürfel und einen Schluck kaltes Wasser in den Tumbler, das Anethol-Öl trübt sich charakteristisch milchig ('Ouzo-Effekt'). Begleitet von kleinen Mezedes wie Oliven, Tomaten oder Saganaki, niemals als Schnaps zum Verdauen nach dem Essen wie ein Grappa.
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Fisch nach Gewicht in der Psarotaverna
In einer Psarotaverna wird Fisch in der Regel nicht zum Festpreis verkauft, sondern nach Kilo gewogen — der Tagesfang an der Theke wird gezeigt, der Gast wählt sein Stück und es wird vor dem Servieren am Tisch gewogen. Übliche Preise 45 bis 80 Euro pro Kilo für Dorade, Wolfsbarsch oder Streifenbarbe. Bei Reservierung vorab nach Tagesangebot fragen, Familien-Mahl reicht oft ein 1,5-Kilo-Fisch zum Teilen.
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Familien-Tavernen mit Kindern entspannt
Griechische Tavernen sind ausgesprochen familienfreundlich — Kinder werden um den Tisch herum bewegt, lautes Spielen wird nicht missbilligt und Hochstühle sind in den meisten Familien-Tavernen verfügbar. Frühe Abend-Reservierung gegen 19 bis 19:30 Uhr für ruhigeren Service mit Kindern, später ab 21 Uhr füllt sich die Taverne mit lokalen Großfamilien.
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Frühling und Herbst für Saisonprodukte
Tomaten haben in Griechenland von April bis Oktober Hochsaison, im Frühjahr und Herbst sind die Märkte voll mit lokalen Produkten — Choriatiki Salata schmeckt im Mai und September besonders intensiv. Wein-Ernte und Olivenöl-Pressung fallen in Oktober und November, viele Weingüter und Mühlen bieten Besichtigungen mit Verkostung in dieser Zeit an.
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Offizielle Tourist-Portale für Markt-Daten
Das offizielle nationale Tourist-Portal visitgreece.gr bietet aktuelle Daten zu Weingütern, Olivenöl-Mühlen und Markttagen — die Insel-spezifischen Markttage variieren saisonal. Für Athen führt thisisathens.org den Markt-Kalender mit Mavili-Pagrati (dienstags und freitags), Kallidromiou-Exarchia (samstags) und der Zentralhalle Varvakios.
Insider-Tipps
Geheimtipp Mavili-Markt, Varvakios-Halle und Plomari-Ouzo-Direktverkauf
Der Mavili-Markt in Pagrati ist Athens lokaler Werktags-Markt mit Obst, Käse, Oliven und Gewürzen zu lokalen Preisen — dienstags und freitags 6 bis 15 Uhr. Die Varvakios-Halle an der Athinas-Straße zwischen Monastiraki und Omonia ist die zentrale Fleisch- und Fischhalle Athens, montags bis samstags ab 7 Uhr — empfehlenswert das frühmorgendliche Frühstück an einer der Fischhallen-Bars mit Brot, Käse und Tsipouro. Auf Lesbos lohnt der Direktverkauf der Plomari-Ouzo-Brennereien Varvayanni, Barbayanni-Veto und Pitsiladi — Verkostungs-Tour mit fünf bis sieben Sorten zum Vergleich. Auf Santorini der Selladia-Weinkeller von Domaine Sigalas mit Assyrtiko-Verkostung und Erklärung der Kouloura-Anbauform direkt im Weinberg.
Olivenöl-Mühlen und Honig-Werkstätten
In der Region Kalamata in der Peloponnes bieten die Mühlen Sakellaropoulos, Liokareas und Mani Bläuer Besichtigungen mit Olivenöl-Verkostung von Oktober bis April während der Pressung. In Stoupa und Kardamyli an der Mani-Küste finden sich kleine Direktverkaufs-Stationen mit Tafel-Oliven, Olivenpaste und Olivenseife. Auf Kreta lohnt die Berg-Region Apokoronas südlich von Chania — Mühlen wie Biolea in Astrikas pressen Bio-Öl nach steingemahlener antiker Methode. Griechischer Honig stammt zu großen Teilen von Kithera, Kreta und Pelion — Thymianhonig der Insel Kithera ist eine der intensivsten Sorten Europas, Pinienhonig vom Pelion-Gebirge die andere Spezialität.




