Griechenland verteilt sich auf rund 6.000 Inseln und Felsen, von denen etwa 227 bewohnt sind — eine Inselwelt, wie sie kein anderes europäisches Land bietet. Sechs große Archipele prägen das Bild: die Kykladen mit den ikonischen weissgetünchten Würfelhäusern auf Santorini und Mykonos, die grünen Ionischen Inseln im Westen mit Korfu und Zakynthos, die Dodekanes nahe der türkischen Küste mit Rhodos und Kos, das gebirgige Kreta als grösste Insel mit 8.336 Quadratkilometern, die waldigen Sporaden um Skiathos und Skopelos sowie die Inseln des Saronischen Golfs vor Athen mit dem autofreien Hydra. Inselhopping bedeutet Fährfahrten ab Piräus oder Rafina mit Bluestar Ferries, Anek Lines, Aegean Sea Ferries und der App ferryhopper, Wartezeiten auf Kykladen-Hafenmolen mit Blick auf die Ägäis und das Erlebnis, jeden Tag eine andere Insel-Charakteristik kennenzulernen. Wer 10 bis 14 Tage einplant, kann eine klassische Kykladen-Schleife mit fünf bis sechs Inseln anlegen oder kombiniert Athen mit einer Saronische-Inseln-Schleife — am Ende versteht man, warum die alten Griechen meinten, Götter würden auf jeder Insel anders wohnen.
Anreise und Erreichbarkeit
Griechenland ist von Mitteleuropa aus per Flug schnell erreichbar, der Hauptknoten für Inselhopping ist Athen mit den Fährhäfen Piräus, Rafina und Lavrio. Wer flexibel reisen will, kombiniert oft einen Hinflug nach Athen mit einem Rückflug ab einer Insel — etwa Santorini, Mykonos, Rhodos oder Heraklion auf Kreta.
Mit dem Flugzeug
Der zentrale Hub ist Athen-Eleftherios Venizelos (ATH) mit Direktverbindungen ab Frankfurt, München, Wien und Zürich in rund 2:45 bis 3:15 Stunden. Inselinterne Flüge übernimmt Aegean Airlines mit ihrer Tochter Olympic Air, etwa Athen-Santorini in 50 Minuten oder Athen-Rhodos in 1:05 Stunden. Direkte Charterflüge ab deutschsprachigen Flughäfen führen nach Kreta (CHQ Chania, HER Heraklion), Rhodos (RHO), Kos (KGS), Korfu (CFU), Zakynthos (ZTH), Kefalonia (EFL), Skiathos (JSI), Lesbos (MJT) und Chios (JKH). Für Mykonos (JMK) und Santorini (JTR) gibt es im Sommer ebenfalls Charter ab Deutschland.
Mit der Fähre ab Piräus, Rafina und Lavrio
Piräus südwestlich von Athen ist der grösste Passagierhafen Europas und Ausgangspunkt für Kykladen, Dodekanes, Kreta und Nordägäis. Bluestar Ferries, Anek Lines, Hellenic Seaways, Minoan Lines, SeaJets und Aegean Sea Ferry bedienen die Routen mit konventionellen Fähren (4 bis 12 Stunden) und Schnellfähren (2 bis 5 Stunden). Rafina östlich von Athen ist kürzer zu vielen Kykladen — Andros, Tinos, Mykonos, Paros, Naxos. Lavrio bedient kleinere Kykladen wie Kea und Kythnos. Tickets sucht und bucht man komfortabel über die App ferryhopper, die alle Reedereien aggregiert; alternativ direkt bei Bluestar, Anek oder SeaJets.
Mit dem Auto und der Fähre
Wer mit dem eigenen Wagen anreist, fährt über Italien — Routen ab Venedig, Ancona, Bari oder Brindisi mit Anek Lines, Minoan Lines oder Superfast Ferries nach Igoumenitsa oder Patras in 15 bis 22 Stunden. Von dort weiter über Festland-Griechenland nach Athen (Patras-Athen 215 Kilometer, rund 3 Stunden über A8/E94). Innerhalb der Inselgruppen lassen sich Autos auf vielen Fähren mitnehmen, allerdings teuer — auf Hydra, Spetses und einigen kleinen Kykladen sind Autos gar nicht erlaubt.
Vor Ort bewegen
Auf grossen Inseln (Kreta, Rhodos, Korfu, Naxos, Paros) lohnt ein Mietwagen ab rund 35 Euro pro Tag in der Vorsaison. Auf kleineren Kykladen (Folegandros, Sifnos, Milos) reichen oft Bus, Roller oder Quad. Hydra ist autofrei — nur Esel, Boote und Wassertaxis. Innerorts erschließen blaue KTEL-Überlandbusse die meisten Inseln preiswert (1,80 bis 5 Euro pro Strecke), Fahrpläne hängen oft nur am Hafen aus oder stehen in der KTEL-Bus-App. Taxis sind reguliert, lange Strecken sollte man vor Fahrtbeginn nach Festpreis fragen.
Die Kykladen — weisses Hellas im Herzen der Ägäis
Die Kykladen (Kyklades, übersetzt die im Kreis Liegenden) sind das ikonische Bild Griechenlands schlechthin — weissgetünchte Würfelhäuser, blaue Kuppelkirchen, kahle Felsinseln mit Bougainvillea-Akzenten. Die Inselgruppe umfasst 220 Inseln, davon 24 bewohnt, gruppiert um das antike Heiligtum Delos. Hier liegen die berühmtesten Postkarten-Inseln Santorini und Mykonos, aber auch leisere Schwestern wie Naxos, Paros, Milos, Folegandros und Sifnos.
Santorini — Caldera-Dramatik und Sonnenuntergänge in Oia
Santorini (Thira) ist die berühmteste griechische Insel weltweit, ein vulkanisches Halbrund mit der dramatischen Caldera einer Eruption um 1620 v. Chr. Die Hauptorte Fira, Imerovigli und Oia kleben auf 300 Meter hohen Klippen über der Caldera. In Oia versammeln sich täglich tausende Besucher zum berühmten Sonnenuntergang am Kastro. Weitere Highlights: das archäologische Akrotiri mit minoischen Fresken (vergleichbar mit Pompeji, durch Vulkanasche konserviert), die roten und schwarzen Vulkanstrände Red Beach und Perissa, der antike Thira-Gipfel auf 366 Metern, die Weingüter Santo Wines und Domaine Sigalas mit Assyrtiko-Weissweinen vom Rebsystem Kouloura. Hotelpreise im Sommer in Oia jenseits von 400 Euro pro Nacht, Fira ab 150 Euro, Perissa und Kamari moderater ab 90 Euro.
Mykonos — Windmühlen, Little Venice und Partylegende
Mykonos (105 Quadratkilometer) ist die mondäne Schwester Santorinis — fünf weiße Windmühlen Kato Myli prägen die Silhouette, das Viertel Little Venice (Alefkandra) reicht mit hölzernen Balkonen direkt ans Meer. Die Chora ist ein als Pirateschutz angelegtes Labyrinth. Berühmt sind die Strände Paradise, Super Paradise und Elia mit Beach-Club-Kultur sowie Tagesausflüge nach Delos, der antiken Geburtsstätte Apollos. Mykonos ist teuerstes Pflaster der Kykladen — Sundowner 18 Euro, Beach-Liegen 80 bis 200 Euro pro Tag.
Naxos — die grüne Kykladen-Königin mit Bergen und Marmor
Naxos ist mit 429 Quadratkilometern die grösste Kykladen-Insel und überraschend fruchtbar — Olivenhaine, Weinberge, Kartoffelfelder und der 1.004 Meter hohe Zas (Zeus-Berg) als höchster Punkt der Kykladen. In der Hauptstadt Chora steht die Portara, ein 6 Meter hohes Marmortor eines unvollendeten Apollon-Tempels aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., auf der vorgelagerten Insel Palatia. Die Bergdörfer Apeiranthos, Filoti und Chalki zeigen das andere Naxos — Marmor-Fassaden, byzantinische Kirchen, Kafenia mit Raki. Die Strände Agios Prokopios, Plaka und Mikri Vigla zählen zu den schönsten der Kykladen.
Paros — Marmor-Insel mit Naoussa und Antiparos
Paros (165 Quadratkilometer) liegt zentral in den Kykladen und ist Hauptknoten für Fährverbindungen. Der Hauptort Parikia mit der Panagia Ekatontapyliani aus dem 4. Jahrhundert ist eine der ältesten erhaltenen Kirchen Griechenlands. Naoussa im Norden ist das wohl fotogenste Hafendorf der Kykladen mit Tavernen am Wasser und venezianischer Festungs-Ruine. Antiparos, die kleine Schwester per Fähre erreichbar, ist ruhig und besitzt eine Tropfsteinhöhle.
Milos — Mondlandschaft und bunte Fischerdörfer
Milos im Südwesten der Kykladen ist die vulkanisch geprägteste Insel — die weiße Mondlandschaft Sarakiniko mit erodierten Felsformationen ist eines der meistfotografierten Motive Griechenlands. Hier wurde 1820 die Venus von Milo gefunden (heute Louvre). Die Fischerdörfer Klima und Mandrakia mit ihren bunten Syrmata (Boots-Garagen direkt am Wasser) sind einzigartig — 75 Strände inkl. Kleftiko (nur per Boot), Tsigrado (Strickleiter) und Firiplaka.
Folegandros — das stille Juwel über der Klippe
Folegandros mit nur 750 Einwohnern auf 32 Quadratkilometern ist die ruhige Antithese zu Mykonos. Die Chora liegt auf einer 200 Meter hohen Klippe, autofrei im Kern und mit drei traditionellen Plätzen, die fließend ineinander übergehen. Die Panagia-Kirche oberhalb des Ortes erreicht man über einen serpentinenartigen Pfad.
Sifnos — Töpferei und kulinarische Kykladen-Hauptstadt
Sifnos (74 Quadratkilometer) gilt unter Griechen als kulinarische Hauptstadt der Kykladen — der berühmteste Koch des Landes Nikolaos Tselementes stammt von hier. Spezialität ist Revithada, ein über Nacht im Steinofen geschmorter Kichererbsen-Eintopf. 365 Kirchen verteilen sich auf der Insel, Töpfer-Tradition wird in Vathi und Artemonas gepflegt, die Hauptstadt Apollonia ist ein weisses Bergdorf.
Die Ionischen Inseln — grünes Hellas im Westen
Die sieben Ionischen Inseln (Eptanisa) westlich des griechischen Festlandes unterscheiden sich klimatisch und landschaftlich deutlich von den Kykladen — mehr Niederschlag, mehr Grün, italienisches Erbe aus der venezianischen Herrschaft (1386 bis 1797) und britischer Verwaltung (1815 bis 1864).
Korfu — venezianisches Erbe und Achilleion-Palast
Korfu (592 Quadratkilometer, 102.000 Einwohner) im Nordwesten ist die kulturell vielschichtigste Ionische Insel — die Altstadt Kerkyra ist seit 2007 UNESCO-Welterbe mit zwei venezianischen Festungen, der franko-italienisch geprägten Liston-Arkade und engen Kantounia-Gassen. Sehenswert sind das Achilleion-Schloss von Kaiserin Elisabeth (Sisi) von 1891 mit überlebensgroßer Achilles-Statue, das Mon-Repos-Anwesen (Geburtshaus von Prinz Philip, dem späteren Ehemann Queen Elizabeths II.), Paleokastritsa mit dem Kloster Theotokos und die Bucht von Sidari mit dem Canal d'Amour. Die Inseln Othonoi und Mathraki gehören zur Korfu-Gruppe und sind die westlichsten Punkte Griechenlands.
Zakynthos — Schildkröten und Navagio-Bucht
Zakynthos (Zante) ist berühmt für die Bucht Navagio (Schiffswrack-Bucht) mit dem 1980 gestrandeten Frachter Panagiotis — eines der meistfotografierten Motive Griechenlands, nur per Boot erreichbar von der Hauptstadt Zakynthos-Stadt oder Porto Vromi. Die unechten Karettschildkröten (Caretta caretta) nisten von Mai bis Oktober am Strand Gerakas im Bay-Marathonissi-Nationalpark; Bootstouren zum Beobachten sind streng reguliert. Die Blauen Grotten am Kap Skinari (Norden) schimmern bei Sonneneinstrahlung in elektrischem Blau.
Kefalonia — wilde Schwester mit Melissani-See
Kefalonia (786 Quadratkilometer) ist die grösste Ionische Insel und bekannt durch Captain Corellis Mandoline (2001). Highlights sind der unterirdische Melissani-See in einer Höhle mit eingebrochener Decke (Lichteinfall mittags), die Drogarati-Tropfsteinhöhle, der bilderbuchschöne Strand Myrtos sowie das Bergdorf Fiskardo im Norden mit erhaltener venezianischer Architektur — das Erdbeben 1953 verschonte hier vieles.
Die Dodekanes — Inseln vor der türkischen Küste
Die Dodekanes (zwölf Inseln, tatsächlich aber 12 große plus rund 150 kleine) liegen im Südosten der Ägäis nahe der türkischen Küste. Sie standen lange unter osmanischer, dann italienischer Herrschaft (1912 bis 1943), bevor sie 1948 zu Griechenland kamen — die italienische Architektur ist auf Rhodos und Kos bis heute deutlich sichtbar.
Rhodos — UNESCO-Altstadt und Lindos-Akropolis
Rhodos (1.401 Quadratkilometer, 115.000 Einwohner) ist die grösste Dodekanes-Insel und kulturhistorischer Schwerpunkt. Die Altstadt von Rhodos-Stadt aus dem Mittelalter ist seit 1988 UNESCO-Welterbe — der Palast des Großmeisters der Johanniter, die Ritterstraße, die mittelalterlichen Stadtmauern. Lindos im Osten mit der Akropolis auf 116 Metern Höhe und der Athena-Lindia-Tempel-Ruine zählt zu den schönsten Dörfern Griechenlands. Weitere Sehenswürdigkeiten: das Tal der Schmetterlinge (Petaloudes, Sommerheimat tausender Pantherspanner-Falter), Kameiros als antike Ruinenstadt, die Thermalquellen von Kallithea.
Kos — Hippokrates-Insel mit italienischem Flair
Kos (290 Quadratkilometer) ist die Geburtsinsel des Hippokrates — im antiken Asklepieion lehrte er Medizin. Die Kos-Stadt wurde nach dem Erdbeben 1933 italienisch wiederaufgebaut mit Art-deco-Elementen und breiten Promenaden. Strand-Highlights sind Paradise Beach (auch Bubble Beach wegen Vulkanblasen), Tigaki und Therma mit Thermalquellen direkt am Meer.
Symi — bunte Klassizismus-Häuser im Hafen Gialos
Symi (58 Quadratkilometer) zwischen Rhodos und der türkischen Küste ist eine der schönsten Hafen-Inseln der Ägäis. Der Hafen Gialos ist gesäumt von neoklassizistischen Kaufmannshäusern in Pastellfarben aus dem 19. Jahrhundert, als Symi durch Schwammtaucherei reich war. Oberhalb liegt Chorio mit Treppen-Gassen. Tagesausflug ab Rhodos mit Bootskombi inklusive Stopp am Kloster Panormitis im Süden.
Kreta — die große Insel als eigene Welt
Kreta ist mit 8.336 Quadratkilometern und 624.000 Einwohnern eine eigene Welt — Berge bis 2.456 Meter (Psiloritis-Gipfel), die 16 Kilometer lange Samaria-Schlucht, minoische Paläste, venezianische Hafenstädte. Die Insel reicht für 10 bis 14 Tage allein und wird oft als Stand-alone-Reise oder als Stationsstart vor Hopping in den Süd-Kykladen genutzt.
Heraklion und Knossos — minoische Hochkultur
Heraklion (174.000 Einwohner) ist die Hauptstadt Kretas und Tor zum minoischen Palast von Knossos, der von Arthur Evans 1900 bis 1931 ausgegraben und (umstritten) teil-rekonstruiert wurde — der Thronsaal mit den Wandfresken (Greifen-Motiv), das Labyrinth-System und der Minotaurus-Mythos. Das Archäologische Museum Heraklion zeigt die wichtigsten minoischen Originalfunde inklusive der Schlangengöttin-Statuetten.
Chania und die Samaria-Schlucht
Chania im Westen Kretas ist die schönste Hafenstadt der Insel — venezianischer Hafen mit Leuchtturm aus dem 16. Jahrhundert, türkisches Viertel Splantzia. Von Omalos aus startet die Wanderung durch die 16 Kilometer lange Samaria-Schlucht mit Ausgang am Libyschen Meer in Agia Roumeli — 6 bis 8 Stunden, Mai bis Oktober geöffnet, Eintritt 5 Euro.
Strände im Süden und Osten
Elafonisi im Westen mit rosa Sand und türkisem Wasser zählt zu den schönsten Stränden Europas, Balos und Falassarna im Nordwesten ähneln Karibik-Bildern, Vai im Osten ist Europas grösster Palmenhain mit über 5.000 wilden Phoenix-Palmen, Matala an der Südküste war 1960er Hippie-Treffpunkt mit römischen Grabhöhlen in den Klippen.
Die Sporaden — bewaldete Inseln vor dem Pilion
Die nördlichen Sporaden vor dem Pilion-Gebirge an der ägäischen Festlandsküste sind die grünsten Inseln Griechenlands — Pinien-, Eichen- und Olivenwälder reichen bis ans Meer. Bekannt wurden Skiathos und Skopelos durch den Film Mamma Mia (2008).
Skiathos und Skopelos — Mamma-Mia-Insel
Skiathos (49 Quadratkilometer) ist mit über 60 Buchten Strand-Paradies — darunter der berühmte Koukounaries-Strand mit Schirmpinien-Wald. Skopelos ist grüner und ruhiger mit dem dramatisch auf einer Felsnadel sitzenden Kloster Agios Ioannis (Filmkapelle im Mamma-Mia-Finale), Chora-Hauptstadt und Buchten wie Kastani Beach. Alonnisos im Osten gehört zum Nationalen Meerespark der Sporaden, Schutzgebiet der Mittelmeer-Mönchsrobbe.
Hydra im Saronischen Golf — autofreie Insel vor Athen
Hydra (Ydra, 64 Quadratkilometer, 2.000 Einwohner) im Saronischen Golf ist nur 1:30 Stunden mit der Schnellfähre ab Piräus erreichbar und komplett autofrei — Lasten transportieren Esel, Touristen reisen zu Fuß durch die Steilgassen. Der Hafen ist umringt von neoklassizistischen Reedereibauten aus dem späten 18. Jahrhundert, als Hydra die mächtigste Handelsflotte Griechenlands besass und mit 25.000 Einwohnern die Unabhängigkeitsbewegung 1821 finanziell stützte. Andere Saronische Inseln sind Aegina (Aphaia-Tempel, Pistazien), Poros und Spetses (ebenfalls autofrei im Kern).
Lesbos und Chios in der Nordägäis
Die Nordägäis-Inseln sind weniger touristisch und stark vom anatolischen Festland geprägt. Lesbos (Mytilini, 1.633 Quadratkilometer) ist Geburtsinsel der Dichterin Sappho und Heimat des berühmten Ouzo Plomari, Wahrzeichen ist der versteinerte Wald von Sigri im Westen. Chios (842 Quadratkilometer) ist berühmt für den Mastix-Harz vom Mastix-Strauch, der nur hier wächst — die mittelalterlichen Mastix-Dörfer Pyrgi mit Sgraffito-Fassaden und Mesta gelten als UNESCO-Welterbe-würdig.
Die wichtigsten Insel-Charaktere im Überblick
Santorini — Caldera-Drama
Vulkanische Halbmond-Insel mit weißen Klippendörfern Oia, Fira und Imerovigli. Berühmte Sonnenuntergänge, Akrotiri-Ausgrabungen, Assyrtiko-Weine. Teuer, aber visuell einmalig.
Mykonos — Wind und Parties
Windmühlen Kato Myli, Little Venice am Wasser, Labyrinth-Altstadt und Beach-Club-Kultur. Tagesausflug nach Delos als antiker Apollon-Geburtsort lohnt unbedingt.
Naxos — die grüne Königin
Grösste Kykladen-Insel mit fruchtbaren Tälern, dem 1.004 Meter hohen Zas-Berg und der Portara als 6 Meter hohem Marmortor. Lange Sandstrände im Westen, Bergdörfer im Inneren.
Korfu — venezianisches Erbe
UNESCO-Altstadt Kerkyra mit Liston-Arkade, Achilleion-Schloss von Kaiserin Sisi, Paleokastritsa-Bucht und üppige Vegetation aus Olivenhainen und Zypressen — die grüne Insel des Ionischen Meeres.
Rhodos — Ritter und Lindos
Mittelalterliche UNESCO-Altstadt mit Großmeister-Palast, Lindos mit Akropolis auf 116 Meter hohem Felsen, Petaloudes-Schmetterlingstal. Grösste Dodekanes-Insel mit langer Saison.
Kreta — Insel als eigenes Land
Knossos und Heraklion-Museum für minoische Hochkultur, Chania mit venezianischem Hafen, Samaria-Schlucht, Elafonisi-Pink-Beach. Reicht für 10 bis 14 Tage allein.
Insel-Vergleich für die Routenplanung
Die fünf populärsten Inseln im Vergleich — Naxos und Korfu bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bei familienfreundlicher Infrastruktur, Santorini und Mykonos sind teurer, aber visuell unverwechselbar.
Praktische Tipps für Inselhopping in Griechenland
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€
Fährtickets über ferryhopper buchen
Die App aggregiert Bluestar, Anek, Hellenic Seaways, SeaJets und Aegean Sea Ferry mit einer Buchungsoberfläche — Vergleich von Schnellfähre versus konventionelle Fähre nach Preis, Dauer und Klasse spart Zeit und meist auch Geld.
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Nebensaison Mai, Juni und September wählen
Im Juli und August sind Santorini, Mykonos und Rhodos überlaufen, Preise oft 50 bis 80 Prozent höher als in der Vorsaison. Mai bis Mitte Juni und ganzer September bieten 24 bis 28 Grad mit deutlich entspannterer Atmosphäre.
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Maximal 4 bis 6 Inseln in 14 Tagen
Eine klassische Kykladen-Schleife etwa Athen-Mykonos-Naxos-Paros-Milos-Santorini-Athen funktioniert in 12 bis 14 Tagen. Mehr Inseln bedeuten zu wenig Zeit pro Insel und zu viele Fährtage. Mindestens 2 Übernachtungen pro Insel einplanen.
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i
Open-Jaw-Flug ein- und ausreisen
Hinflug nach Athen, Rückflug ab Santorini oder Rhodos spart einen Fährtag retour und macht die Schleife linear. Aegean Airlines, Olympic Air und Sky Express verbinden alle grossen Inseln direkt mit Athen, oft auch international Charter mit Eurowings, Lufthansa und Condor.
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⌘
Schnellfähre vs konventionelle Fähre abwägen
SeaJets und Hellenic-Highspeed sind doppelt so schnell, aber etwa 50 Prozent teurer und bei Wind oft gestrichen. Konventionelle Bluestar Ferries sind robuster bei Meltemi-Wind im Juli/August, bieten Außenplatz und sind günstiger.
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Pufferzeit für Wetter einplanen
Bei starkem Meltemi-Wind (Juli/August häufig 7 bis 8 Beaufort) werden Schnellfähren gestrichen, konventionelle teils auch. Wer Rückflug eng plant, riskiert ihn zu verpassen. Letzten Abend vor Rückflug lieber auf einer gut angebundenen Insel (Mykonos, Santorini, Naxos, Paros) oder gleich auf Athener Festland verbringen.
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☀
Roller oder Auto je Insel entscheiden
Auf grossen Inseln (Naxos, Paros, Rhodos, Kreta, Korfu) Mietwagen ab 35 Euro pro Tag lohnt sich. Auf kleinen Kykladen Roller oder Quad ab 20 Euro reichen. Auf Hydra, Spetses, Antiparos sind Autos verboten oder unsinnig — zu Fuß und mit Wassertaxi.
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Reservieren von Tavernen am Hafen
In Naoussa auf Paros, Klima auf Milos und Fiskardo auf Kefalonia sind die besten Hafentavernen abends ausgebucht. Vorabreservierung via Telefon oder TheFork-App sichert den begehrten Wassertisch zum Sonnenuntergang.
Insider-Tipps
Geheimtipp Sifnos für Foodies
Wer gut essen will, sollte Sifnos in die Route einbauen — der Kichererbsen-Eintopf Revithada wird über Nacht im Steinofen geschmort und morgens nach der Sonntagsmesse warm serviert. Töpferwerkstätten in Vathi bieten handgemachte Keramik unter 30 Euro.
Hydra als Athen-Verlängerung
Wer nur 5 bis 7 Tage hat, kombiniert 2 Tage Athen mit 3 bis 4 Tagen Hydra — Schnellfähre Piräus-Hydra in 90 Minuten, autofreie Insel mit neoklassizistischen Kapitäns-Häusern, kleinen Buchten wie Vlychos und Bisti, die per Wassertaxi für 15 Euro erreichbar sind.
Antikes Delos ab Mykonos
Tagesausflug per Boot ab Mykonos zur unbewohnten Insel Delos (UNESCO-Welterbe), antiker Geburtsort von Apollon und Artemis. Boote starten täglich um 9, 10 und 11 Uhr ab Mykonos-Alter Hafen, Eintritt 20 Euro inklusive Bootsfahrt. Wegen Hitze morgens fahren, Wasser mitnehmen, kein Schatten vor Ort.




