Während Santorini-Sonnenuntergänge auf Instagram die Wahrnehmung Griechenlands dominieren, lebt das eigentliche Hellas in seinen leiseren Ecken — auf 15 hier vorgestellten Geheimtipps, die selbst Griechenland-Kenner oft noch nicht alle gesehen haben. Folegandros mit 750 Einwohnern auf einer 200 Meter hohen Klippe, Tilos als erste energieautarke Insel Europas, die Blue-Zone-Insel Ikaria mit überdurchschnittlich vielen Hundertjährigen, Symi mit pastellfarbenen Klassizismus-Häusern und das stille Halki vor Rhodos. Auf dem Festland warten die wehrhafte Mani-Halbinsel mit ihren steinernen Wohntürmen, das Zagori-Gebirge mit 45 Steinbogenbrücken, die Diros-Tropfsteinhöhlen, das Pelion mit Apfelplantagen sowie Meteora in den frühen Morgenstunden, wenn die 24 Felsenklöster ohne Reisebusse für sich sprechen. Ein Plädoyer für Slow Travel mit echten Begegnungen statt Massenabfertigung — fundiert recherchiert über visitgreece.gr und Erfahrungsberichte vor Ort.
Anreise und Erreichbarkeit
Die Geheimtipps Griechenlands sind weniger gut erschlossen als die Hauptinseln — gerade das macht ihren Charme aus. Wer abseits der Touristenpfade reist, muss bei der Anreise mehr Zeit einplanen und akzeptieren, dass Fähren seltener fahren und Direktflüge fehlen. Belohnung sind echte Begegnungen mit Einheimischen, Tavernen ohne englische Speisekarte und Strände, an denen man wirklich allein sein kann.
Mit dem Flugzeug
Der zentrale Hub bleibt Athen-Eleftherios Venizelos (ATH) mit Direktverbindungen ab Frankfurt, München, Wien und Zürich in 2:45 bis 3:15 Stunden. Für die Festland-Geheimtipps eignet sich Athen oder Thessaloniki (SKG) als Ausgangspunkt — Thessaloniki liegt nördlich und ist Sprungbrett für Zagori, Pelion und Meteora. Inselinterne Flüge mit Sky Express oder Olympic Air gehen ab Athen nach Ikaria, Karpathos und Astypalea — kleinere Flugzeuge mit 30 bis 70 Sitzen, oft saisonal und wetterabhängig. Die meisten Geheimtipp-Inseln haben keinen oder einen sehr kleinen Flughafen, der nur 2 bis 4 mal pro Woche bedient wird.
Mit der Fähre ab Piräus und Rafina
Die meisten stillen Kykladen erreicht man per Fähre ab Piräus mit Bluestar Ferries, SeaJets oder Aegean Sea Ferries — die App ferryhopper aggregiert alle Reedereien. Folegandros ist ab Piräus in 8 bis 11 Stunden konventionell oder 5 Stunden Schnellfähre erreichbar, oft mit Zwischenstopp Milos oder Santorini. Amorgos braucht 8 bis 10 Stunden, Sifnos 5 Stunden Schnellfähre. Die Dodekanes-Geheimtipps Tilos, Symi und Halki erreicht man meist über Rhodos mit lokalen Verbindungen 1 bis 4 mal pro Woche. Ikaria liegt zwischen Samos und den Kykladen, 8 bis 10 Stunden Schnellfähre ab Piräus.
Mit dem Auto und der Fähre für das Festland
Für Mani, Zagori, Pelion und Meteora ist ein Mietwagen unverzichtbar — öffentlicher Verkehr bedient nur die Hauptorte. Ab Athen erreicht man die Mani-Halbinsel über die A7 nach Kalamata in 3:30 Stunden, das Zagori-Gebirge über die A1 und Egnatia-Autobahn nach Ioannina in 4:30 Stunden. Pelion ist von Volos in 30 Minuten erreichbar, ab Athen 3:30 Stunden via A1. Meteora liegt bei Kalambaka, 4 Stunden ab Athen oder 3 Stunden ab Thessaloniki. Die Diros-Höhlen sind in der Mani-Halbinsel südlich von Areopoli.
Vor Ort bewegen
Auf den stillen Inseln Folegandros, Tilos, Halki und Kastellorizo reichen Roller, Quad oder die Beine — Inseln sind klein. Auf grösseren Geheimtipp-Inseln (Karpathos, Amorgos, Ikaria) lohnt sich ein Mietwagen ab 30 Euro pro Tag in der Vorsaison. KTEL-Überlandbusse verbinden die Hauptorte günstig (2 bis 5 Euro pro Strecke), Fahrpläne hängen oft nur am Hafen oder an der Bushaltestelle. Auf dem Festland sind Mietwagen Pflicht — Zagori-Dörfer liegen 10 bis 30 Kilometer auseinander, in Mani sind Wanderungen zwischen den Türmen nur mit eigener Mobilität sinnvoll.
Folegandros — das stille Juwel auf der Klippe
Folegandros mit nur 750 Einwohnern auf 32 Quadratkilometern liegt zwischen Milos und Santorini in den südlichen Kykladen und ist die ruhige Antithese zum Massentourismus. Die Chora kauert auf einer 200 Meter hohen Klippe, ist im Kern autofrei und besteht aus drei traditionellen Plätzen (Pounta, Piatsa, Kontarini). Die Panagia-Kirche oberhalb des Ortes erreicht man über einen serpentinenartigen Pfad mit 20 Minuten Aufstieg. Strände wie Katergo und Agali sind nur per Boot oder Fusspfad erreichbar. Tavernen-Highlight ist Pounta am namensgebenden Platz mit Mathaiomos-Lammgericht und hausgemachtem Bohnen-Eintopf.
Tilos — die energieautarke Mini-Insel der Dodekanes
Tilos zwischen Rhodos und Kos ist mit 64 Quadratkilometern und nur 780 Einwohnern eine der kleinsten bewohnten Dodekanes-Inseln und seit 2022 die erste energieautarke Insel Europas — eine Wind-Solar-Speicher-Kombination versorgt die Insel zu 100 Prozent regenerativ. Hauptort ist Megalo Chorio mit der mittelalterlichen Johanniter-Festung, der Hafen Livadia mit feinem Kies ist Anlaufstelle. Auf Tilos lebten bis vor 4.000 Jahren Zwergelefanten, deren Knochen in der Charkadio-Höhle ausgestellt werden. Die Insel ist Vogelschutzgebiet mit Eleonorenfalken, Wanderpfade verbinden 8 mittelalterliche Burgruinen. Fährverbindung ab Rhodos 3 mal pro Woche in 2:30 Stunden.
Astypalea — die Schmetterlingsinsel zwischen Dodekanes und Kykladen
Astypalea liegt zwischen den Kykladen und der Dodekanes und gehört verwaltungsmässig zur letzteren Gruppe, ist architektonisch aber rein kykladisch — weiß gekalkte Würfelhäuser, blaue Türen, eine venezianische Burg-Chora aus dem 13. Jahrhundert. Ihre Form erinnert an einen Schmetterling mit zwei Inselteilen, verbunden durch einen 100 Meter schmalen Isthmus. Astypalea ist Pilot-Insel für eMobilität — Volkswagen-Group und griechische Regierung elektrifizieren hier komplett. Strände Kaminakia, Vatses und Vai sind menschenleer. Anreise via Flug ab Athen in 1:10 Stunden 3 mal pro Woche oder Fähre 10 Stunden ab Piräus.
Symi — pastellfarbene Klassizismus-Häuser im Hafen Gialos
Symi (58 Quadratkilometer, 2.500 Einwohner) zwischen Rhodos und der türkischen Küste hat einen der schönsten Häfen Griechenlands. Gialos ist gesäumt von neoklassizistischen Kaufmannshäusern in Pastellfarben (Ocker, Pink, Türkis, Hellblau), die aus dem 19. Jahrhundert stammen, als Symi durch Schwammtaucherei eine der reichsten Inseln der Ägäis war. Oberhalb liegt Chorio mit 500 Steinstufen Aufstieg und mittelalterlicher Festung, das Kloster Panormitis im Süden ist Wallfahrtsort des heiligen Erzengels Michael — Pilger lassen seit Jahrhunderten Flaschenpost ins Meer für Wunschefüllung. Tagesausflug ab Rhodos in 1:30 Stunden, aber besser 3 bis 4 Tage als Insel-Aufenthalt einplanen, da abends nach Abreise der Touristen-Boote eine Stille einkehrt, die unbeschreiblich ist.
Kastellorizo — der östlichste Punkt Griechenlands
Kastellorizo (Megisti, 12 Quadratkilometer, 500 Einwohner) ist die östlichste bewohnte Insel Griechenlands, nur 2 Kilometer von der türkischen Küste vor Kas entfernt. Die Insel hat einen einzigen Ort am hufeisenförmigen Naturhafen mit klassizistischen Bürgerhäusern in Rot, Ocker, Türkis. Berühmtheit erlangte sie als Drehort von Mediterraneo (1991), der den Oscar als bester fremdsprachiger Film gewann. Highlights sind die Blaue Grotte (Galazio Spilio) — ähnlich Capri, aber kleiner und ohne Massen — sowie die mittelalterliche Johanniter-Festung. Anreise per Flug ab Rhodos in 25 Minuten oder Fähre 4 Stunden, 2 mal wöchentlich.
Ikaria — die Blue-Zone-Insel der Hundertjährigen
Ikaria (255 Quadratkilometer, 8.500 Einwohner) zwischen Samos und Mykonos ist eine von nur fünf Blue Zones weltweit (neben Okinawa, Sardinien-Ogliastra, Nicoya-Halbinsel Costa Rica und Loma Linda Kalifornien) — Regionen mit überdurchschnittlicher Lebenserwartung. Etwa jeder dritte Ikariot wird über 90 Jahre alt. Gründe sind eine pflanzenreiche Ernährung mit Wildkräutern, regelmässige körperliche Bewegung auf bergigem Gelände, starke soziale Bindungen, entspannter Lebensrhythmus ohne Uhren (Tavernen öffnen oft erst nach 21 Uhr) und der lokale Hibiskus-Tee Tsipouro. Highlights sind die Therma-Heilthermen mit radonhaltigem Wasser, das Bergdorf Christos Raches mit seinen umgekehrten Öffnungszeiten (Geschäfte ab Mittag bis spät nachts), Strände Seychelles und Nas mit antikem Artemis-Tempel sowie die berühmten Panigiri-Dorffeste mit Tanz und Wein bis zum Morgengrauen.
Sifnos — kulinarische Kykladen-Hauptstadt mit Töpfertradition
Sifnos (74 Quadratkilometer, 2.700 Einwohner) gilt unter Griechen als kulinarische Hauptstadt der Kykladen — der berühmteste Koch des Landes Nikolaos Tselementes (1878-1958) stammt von hier, sein Standardwerk gilt heute noch als Hellas-Kochbibel. Spezialität ist Revithada, ein über Nacht im Steinofen geschmorter Kichererbsen-Eintopf, traditionell sonntags nach der Messe serviert. 365 Kapellen verteilen sich über die Insel — eine für jeden Tag des Jahres. Die Töpfertradition lebt in Vathi und Artemonas mit gebrannten Krügen Tsoukalia, die Hauptstadt Apollonia ist ein weisses Bergdorf, der Hafen Kamares bietet flache Sandstrände. Wanderpfade verbinden die Inselorte auf 100 Kilometern markierten Wegen — Sifnos ist die best erschlossene Wanderinsel der Kykladen.
Amorgos — Felsklippen und das Hozoviotissa-Kloster
Amorgos (121 Quadratkilometer, 1.900 Einwohner) ist die östlichste Kykladen-Insel und vor allem für das spektakulär in eine Felswand gebaute Kloster Hozoviotissa berühmt — das weiße Gebäude klebt seit dem 11. Jahrhundert an einer senkrechten Klippe 300 Meter über dem Meer, nur acht Mönche leben dort. 350 Stufen führen vom Parkplatz hinauf, Eintritt frei (Kleidervorschrift Schultern und Knie bedeckt), drinnen serviert ein Mönch hausgemachten Psimeni Raki als Willkommensgruss. Die Insel wurde berühmt durch Luc Bessons Film Im Rausch der Tiefe (1988) mit Drehorten in Agia Anna und am Schiffswrack Olympia. Aegiali im Norden ist heute Wandererzentrum mit Pfaden ins Bergland.
Karpathos — die dorische Trachten-Insel zwischen Rhodos und Kreta
Karpathos (301 Quadratkilometer, 6.200 Einwohner) ist die zweitgrösste Dodekanes-Insel und überraschend wenig touristisch. Highlight ist das Bergdorf Olympos im Norden, das bis in die 1990er Jahre nur per Boot oder Maultierpfad erreichbar war und heute noch dorischen Dialekt spricht. Frauen tragen täglich traditionelle Trachten mit Kopftuch und besticktem Mieder. Strände Apella, Kyra Panagia und Achata gehören zu den schönsten der Ägäis, die Westküste mit Lefkos ist Surfspot wegen konstantem Meltemi-Wind. Direktflüge ab DACH im Sommer reduziert.
Halki — Mini-Insel vor Rhodos mit pastellfarbenem Hafen
Halki (28 Quadratkilometer, 330 Einwohner) liegt nur 6 Kilometer westlich von Rhodos und ist eine der kleinsten bewohnten Dodekanes-Inseln. Hauptort Emborios hat einen pastellfarbenen Hafen, ähnlich Symi, aber kleiner und stiller. Die Insel wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Insel der Frieden ausgerufen. Strände Pondamos, Ftenagia und Kania sind ruhig, die Burg der Johanniter aus dem 14. Jahrhundert oberhalb des Hafens lohnt den 30-minütigen Aufstieg. Viele Bewohner sind 1960er nach Tarpon Springs in Florida ausgewandert. Anreise per Fähre ab Rhodos in 1:30 Stunden, 5 mal pro Woche.
Festland-Geheimtipps Mani-Halbinsel mit steinernen Wohntürmen
Die Mani-Halbinsel ist der mittlere der drei südlichen Peloponnes-Finger und gilt als wilder, schroffer Mythos-Ort — die Maniaten wurden nie unter osmanische Herrschaft gebracht und führten jahrhundertelang Blutfehden zwischen den Klan-Familien, weshalb sie ihre Häuser zu wehrhaften Steintürmen ausbauten, die bis zu 25 Meter hoch wurden. Das Innere Mani (Mesa Mani) südlich Areopolis ist mondlandschaftlich karg mit über 50 erhaltenen Turmdörfern wie Vathia, Limeni und Stavri. Areopoli, die Hauptstadt, hat eine wunderschön erhaltene Steindorf-Altstadt mit Petros Mavromichalis-Statue (Anführer des griechischen Unabhängigkeitsaufstandes 1821). Strände wie Limeni mit den karpfen-roten Loggerhead-Schildkröten und Marmari sind kristallklar. Anreise von Kalamata via Itylo in 1:30 Stunden.
Zagori-Region — 45 Steinbrücken im Pindos-Gebirge
Die Zagori-Region im nordwestgriechischen Pindos-Gebirge in der Provinz Epirus umfasst 46 traditionelle Steindörfer (Zagorochoria) und ist UNESCO-Welterbe seit 2023. Die Region ist berühmt für 45 Steinbogenbrücken aus dem 18. und 19. Jahrhundert über den Voidomatis-Fluss und seine Nebenarme — die markantesten sind die dreibogige Plakidas-Brücke, die hochgewölbte Kokoros-Brücke und die Misios-Brücke. Im Vikos-Aoos-Nationalpark liegt die Vikos-Schlucht, die laut Guinness-Buch tiefste Schlucht der Welt im Verhältnis Tiefe-zu-Breite mit 1.350 Metern. Wanderbasis ist Monodendri mit dem hängenden Agia-Paraskevi-Kloster über dem Schluchtenabgrund. Die Steindörfer Megalo Papingo und Mikro Papingo am Fuss der Astraka-Felstürme bieten Guesthouse-Übernachtung mit Holzofen-Heizung.
Meteora abseits Hauptzeiten — die schwebenden Klöster bei Morgenrot
Meteora bei Kalambaka in Thessalien ist mit den auf 600 Meter hohen Sandsteinsäulen errichteten 24 Felsenklöstern seit 1988 UNESCO-Welterbe. Heute sind sechs Klöster aktiv und für Besucher geöffnet — Megalo Meteoro, Varlaam, Agios Stefanos, Agia Triada (James-Bond-Drehort), Roussanou und Agios Nikolaos. Massentouristisch dominieren Reisebusse aus Athen zwischen 10 und 16 Uhr, weshalb der Geheimtipp lautet, in Kalambaka oder Kastraki zu übernachten und vor 9 Uhr morgens (Öffnung der Klöster) oder nach 17 Uhr in den Sonnenuntergang zu fahren — dann verschwinden die Busse, und die Felsen leuchten goldrot. Eintritt pro Kloster 3 Euro, Dresscode Schultern und Knie bedeckt (auch für Männer), Frauen müssen Röcke tragen (am Eingang leihbar).
Pelion-Halbinsel — Kentaurenheimat mit Apfelplantagen
Die Pelion-Halbinsel südöstlich von Volos in Thessalien ist der mythische Lebensraum der Kentauren, halb Pferd halb Mensch, die laut Homer und Pindar in den dichten Buchen- und Kastanienwäldern lebten und Apoll lehrten. Heute ist Pelion eine grüne Genussregion mit Apfelplantagen (Sorte Firikia), Olivenhainen, traditionellen Bergdörfern mit Steindächern und einer alten Schmalspurbahn Moutzouris (Russlanddampf-Diesel), die zwischen Mai und Oktober den Touristen-Hügel-Berg-Streckenabschnitt Ano Lechonia und Milies in 1:30 Stunden befährt. Bergdörfer Tsangarada, Makrinitsa und Vyzitsa zählen zu den schönsten Griechenlands, Strände an der Ostküste (Damouchari, Mylopotamos, Fakistra) und Westküste (Agios Ioannis, Plaka) bieten alle Aktivitäten von Wandern bis Surfen.
Diros-Höhlen — Bootsfahrt durch unterirdische Stalaktitenwelt
Die Diros-Höhlen (Spilaia Dirou) südlich Areopoli auf der Mani-Halbinsel sind eines der spektakulärsten Naturwunder Griechenlands — ein Höhlensystem mit unterirdischen Seen und Flüssen, durchsetzt mit Stalaktiten und Stalagmiten in roten, rosa und cremefarbenen Tönen. Die berühmteste Höhle Vlychada ist 6 Kilometer lang, davon werden 1,5 Kilometer mit kleinen Holzbooten und Führer durchfahren (30 Minuten), die letzten 300 Meter geht man zu Fuß. Die Bootsfahrer benutzen Stangen wie venezianische Gondolieri. Funde zeigen, dass die Höhlen bereits vor 200.000 Jahren bewohnt waren, in der Jungsteinzeit als Begräbnisstätte. Eintritt 15 Euro, Reservierung auf der Plattform spilaiodirou empfohlen, geöffnet 9 bis 17 Uhr (Sommer länger). Die Wassertemperatur in den Höhlen liegt konstant bei 14 Grad — Mitnehmen eines Pullovers ratsam.
Die wichtigsten Geheimtipps im Überblick
Folegandros — stilles Kykladen-Juwel
750 Einwohner, autofreie Chora auf 200 Meter hoher Klippe, drei traditionelle Plätze, Strände nur per Boot oder Fusspfad. Antithese zu Santorini, nur 75 Kilometer entfernt.
Ikaria — Blue Zone der Langlebigen
Eine von 5 Welt-Blue-Zones mit überdurchschnittlich vielen Hundertjährigen. Therma-Thermen, umgekehrte Öffnungszeiten in Christos Raches, Panigiri-Dorffeste bis zum Morgengrauen.
Symi — pastellfarbene Hafenidylle
Neoklassizistische Kaufmannshäuser in Pastelltönen am Naturhafen Gialos, Panormitis-Kloster mit Flaschenpost-Tradition. Schwammtaucher-Insel des 19. Jahrhunderts.
Zagori — Steinbrücken im Pindos
UNESCO-Welterbe seit 2023 mit 46 Steindörfern und 45 Steinbogenbrücken, Vikos-Schlucht als laut Guinness tiefste der Welt im Verhältnis. Wanderbasis Megalo Papingo.
Mani — Steintürme der Wehrhaften
Südlicher Peloponnes-Finger mit 50 Turmdörfern wie Vathia, Limeni und Areopoli. Maniaten standen nie unter osmanischer Herrschaft, Heimat des Aufstandes 1821.
Tilos — energieautarke Dodekanes-Insel
Seit 2022 erste 100-Prozent-regenerative Insel Europas, Zwergelefanten-Fundstätte Charkadio-Höhle, 8 mittelalterliche Burgruinen und Vogelschutzgebiet mit Eleonorenfalken.
Geheimtipps im Vergleich für die Routenplanung
Eine sinnvolle Kombination aus zwei stillen Inseln plus zwei Festland-Highlights gibt in 14 bis 21 Tagen einen tiefen Eindruck vom echten Griechenland — etwa Folegandros plus Ikaria plus Zagori plus Mani.
Praktische Tipps für Geheimtipps in Griechenland
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Pension oder Guesthouse statt Hotel buchen
Auf Folegandros, Tilos, Halki und Kastellorizo gibt es kaum klassische Hotels — Pensionen (Domatia) und Guesthouses ab 50 Euro pro Nacht sind die Norm. Plattformen wie booking und airbnb funktionieren, direktes Anfragen oft günstiger und mit Frühstück-Inklusive bei Familien.
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Auf den Dodekanes-Geheimtipps lokal recherchieren
Tilos, Symi und Halki haben unregelmässige Fähren — die offizielle Webseite visitgreece.gr listet aktuelle Pläne, vor Ort am Hafen in Rhodos zusätzlich nachfragen, da Wetter und saisonale Anpassungen die Fahrpläne ändern können. Ferryhopper-App immer aktualisiert lassen.
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Slow Travel mit 4 bis 7 Tagen pro Insel
Folegandros, Ikaria, Karpathos und Amorgos sind keine Tagesausflug-Ziele — wer nur 2 Tage bleibt, sieht nur den Hafen. Mindestens 4 Tage einplanen, um Strände, Bergdörfer und mindestens ein Panigiri-Dorffest mitzunehmen.
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Festland-Reise mit Mietwagen kombinieren
Mani, Zagori, Pelion und Meteora sind ohne Mietwagen kaum sinnvoll erkundbar — KTEL-Busse bedienen Hauptorte 2 bis 4 mal täglich. Mietwagen ab 30 Euro pro Tag in der Vorsaison, Open-Jaw-Buchung Athen-Thessaloniki spart Rückfahrt zur Anmietstation.
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Meteora-Klöster morgens oder abends besuchen
Reisebusse aus Athen erreichen Meteora zwischen 10 und 16 Uhr — wer um 8 Uhr früh oder ab 17 Uhr fährt, hat die Felsenklöster fast für sich. Übernachtung in Kalambaka oder Kastraki (ab 50 Euro) macht das möglich.
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Kleidervorschrift in Klöstern beachten
In allen Meteora-Klöstern, im Hozoviotissa auf Amorgos und im Panormitis auf Symi sind Schultern und Knie zu bedecken — Männer kein Tank Top, Frauen Rock statt Hose. Am Eingang leihbare Tücher und Wickelröcke kostenlos, eigene Kleidung trotzdem ratsam.
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Ikaria-Panigiri-Termine vorab recherchieren
Die Dorffeste mit traditionellem Tanz, lokalem Wein und Spanferkel sind das kulturelle Highlight Ikarias — finden zwischen Mai und Oktober an Heiligenfeier-Tagen statt. Visitgreece-Termine im Voraus prüfen, manche dauern bis 5 Uhr morgens, Einheimische erwarten Mitteilnehmen am Tanz.
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Wettervorhersage und Meltemi beachten
Im Juli und August bläst der nordwestliche Meltemi-Wind oft 5 bis 8 Beaufort und kann Fähren zu Geheimtipp-Inseln streichen lassen. Reise so planen, dass am letzten Tag vor Rückflug auf einer Hauptinsel (Rhodos, Athen) oder direkt am Flughafen übernachtet wird, um Risiken zu minimieren.
Insider-Tipps
Hozoviotissa-Kloster auf Amorgos zu Sonnenaufgang
Wer das spektakulär in eine Felswand gebaute Kloster Hozoviotissa erleben will, sollte um 7 Uhr morgens vor Ankunft der Tagesausflügler von Naxos und Santorini den Aufstieg starten — 350 Stufen, 20 Minuten, oben empfängt ein Mönch mit Psimeni Raki und Loukoumi-Schokoladenstücken. Eintritt frei, drinnen die Madonna-Ikone aus dem 9. Jahrhundert.
Vikos-Schlucht in Zagori per Mehrtageswanderung
Wer Zeit hat, läuft die Vikos-Schlucht in 2 Tagen von Monodendri über Vikos-Dorf bis Megalo Papingo durch — 13 Kilometer, 1.000 Höhenmeter Abstieg, 700 Höhenmeter Aufstieg. Übernachtung im Vikos-Dorf in der Pension To Tholos mit hausgemachten Pita-Spezialitäten. Wasserzeichen auf visitgreece.gr beachten und Trekking-Stöcke mitnehmen.
Symi-Klassizismus zu Sonnenaufgang fotografieren
Wer Symi-Hafen Gialos in pastellfarbigem Licht ohne Touristen erleben will, sollte vor 8 Uhr morgens die Treppen zum Kalo Strata oberhalb des Hafens hochsteigen — von dort blickt man über das gesamte Hufeisen mit den Klassizismus-Häusern, Cafés Meraklis und Manos öffnen ab 8 Uhr für Frühstück mit Galaktoboureko und Frappé.




