Der Kletterwald Zwiesel liegt rund zwei Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Zwiesel am Waldrand zwischen Großem Regen und der Bundesstraße 11 und gehört zu den beliebtesten Aktiv-Zielen für Familien im mittleren Bayerischen Wald. Auf einer Fläche von rund zwei Hektar verteilen sich sieben Parcours mit über 70 einzelnen Kletter-Stationen, die Höhen reichen von zwei Metern über dem Boden im Kinder-Bereich bis zu rund 14 Metern in den schwarzen Routen. Eröffnet wurde die Anlage 2010, betrieben wird sie als familiengeführter Outdoor-Park mit eigener Sicherheits-Schulung und durchgehender Stahlseil-Sicherung nach modernem Smart-Belay-Prinzip. Die Stationen reichen vom klassischen Wackel-Steg über Tarzan-Sprünge und Hänge-Brücken bis zu mehreren Seil-Rutschen, die längste spannt sich über rund 120 Meter durch den Fichten-Hochwald. Eintritt für Erwachsene liegt bei rund 24 Euro, für Kinder ab acht Jahren bei rund 18 Euro, der eigene Kinder-Park ab vier Jahren ist günstiger. Geöffnet ist der Kletterwald von April bis Anfang November, in den bayerischen Sommerferien täglich, sonst meist am Wochenende und an Feiertagen. Die typische Aufenthaltsdauer liegt bei drei bis vier Stunden, an Sommer-Wochenenden empfiehlt sich eine Voranmeldung über das Online-Buchungssystem.
Anreise und Erreichbarkeit
Zwiesel liegt im mittleren Bayerischen Wald rund 35 Kilometer nordöstlich von Deggendorf und etwa 45 Kilometer nördlich von Passau im Talkessel zwischen Großem und Kleinem Regen. Die Stadt mit ihren rund 9000 Einwohnern gilt als Glasstadt des Bayerischen Walds und ist Verkehrs-Knotenpunkt zwischen Arber-Gebiet im Norden und dem Nationalpark Bayerischer Wald im Süden. Der Kletterwald liegt am nördlichen Stadtrand am Übergang vom Siedlungs-Gebiet in den geschlossenen Fichten-Hochwald, ist von der Innenstadt in wenigen Minuten mit dem Auto und in einer guten Viertelstunde zu Fuß erreichbar.
Mit dem Auto
Aus dem Süden erreicht man Zwiesel über die A3 bis zur Ausfahrt Deggendorf und folgt von dort der B11 nach Norden direkt durch Regen und Zwiesel hindurch. Aus dem Raum Regensburg lohnt sich die Route über die A93 bis Schwandorf und weiter über die B85 nach Cham, von dort über die B11 nach Zwiesel. Direkt am Kletterwald gibt es einen größeren kostenfreien Parkplatz mit Plätzen für Reisebusse, in der Hochsaison ist der Parkplatz an Sommer-Wochenenden gegen Mittag oft gut belegt. Wer ihn voll vorfindet, weicht auf die Parkplätze in der Innenstadt aus und läuft die rund zwei Kilometer zu Fuß durch den Stadtpark.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Zwiesel hat einen eigenen Bahnhof an der Waldbahn-Strecke Plattling–Bayerisch Eisenstein und ist Knoten für die Regionalbahnen nach Bodenmais, Grafenau und nach Tschechien. Von München erreicht man Zwiesel über Plattling mit rund drei Stunden Fahrzeit, von Regensburg über Plattling oder Schwandorf in rund zwei Stunden. Vom Bahnhof Zwiesel sind es zu Fuß rund 25 Minuten oder ein kurzer Stadtbus-Sprung bis zum Kletterwald. Wer mit der Gästekarte Bayerwald-Ticket unterwegs ist, fährt die Waldbahn-Strecken und die regionalen Busse oft kostenlos.
Mit dem Flugzeug
Der nächste internationale Flughafen ist München-Erding mit rund 180 Kilometern und gut zwei Stunden Fahrzeit über A92, A3 und B11. Nürnberg ist mit rund 200 Kilometern eine Alternative für Anreisen aus dem Norden, von dort führt die A3 über Regensburg nach Deggendorf. Prag liegt auf der tschechischen Seite mit rund 200 Kilometern in vergleichbarer Distanz, der Grenzübergang Bayerisch Eisenstein nördlich von Zwiesel ist täglich rund um die Uhr geöffnet.
Vor Ort bewegen und Parken
Der Parkplatz am Kletterwald ist kostenfrei und liegt direkt am Eingang, von der ersten Reihe sind es nur wenige Meter bis zur Kasse und zur Sicherheits-Einweisung. Behindertenparkplätze sind ausgewiesen, der Eingangsbereich und die Versorgungs-Hütte sind ebenerdig erreichbar, die Parcours selbst sind aus offensichtlichen Gründen nicht barrierefrei. Wer mehrere Tage in Zwiesel verbringt, nutzt die Gästekarte Bayerwald für Vergünstigungen am Arber, in der Glasstraße, am Hohenbogen und für die regionalen Busse.
Die Highlights des Kletterwalds
Was den Kletterwald Zwiesel von anderen Hochseil-Gärten im Bayerischen Wald unterscheidet, ist die Lage im hohen Fichten-Bestand am Übergang zum Nationalpark-Vorland. Die Bäume sind durchgängig 25 bis 30 Meter hoch und bieten genug Raum für anspruchsvolle Routen in mittleren Höhen, gleichzeitig sorgt das dichte Nadeldach im Sommer für angenehmen Schatten und im Frühjahr für einen würzigen Harz-Geruch in der Luft. Der Parcours-Bestand wurde 2018 und 2022 modernisiert und entspricht aktuellem Sicherheits-Standard mit Smart-Belay-Karabinern, die ein versehentliches gleichzeitiges Aushaken verhindern.
Hoch im Fichten-Dom
Die Stationen sind so platziert, dass sich zwischen den Parcours immer wieder freie Sichten in die umliegenden Berghänge öffnen. Wer in den oberen Parcours unterwegs ist, sieht bei klarer Witterung den Großen Arber im Norden und die Vorhügel des Lusen-Massivs im Südosten. Die schwarzen Routen führen in zwölf bis 14 Metern Höhe und enthalten zwei freihängende Stations-Übergänge, bei denen die Sicherung das Gewicht komplett auf den Stahlseilen trägt. Wer Höhenangst hat, bleibt im weißen oder gelben Parcours, beide spielen auf zwei bis sechs Metern und drehen ihre Runden im geschützten Wald-Inneren.
Lange Seil-Rutsche durch den Wald
Die längste Seil-Rutsche der Anlage misst rund 120 Meter und spannt sich diagonal durch einen Korridor im Fichten-Bestand. Sie ist ab dem roten Parcours zugänglich, die Sicherung erfolgt mit eigenem Rollen-System, gestartet wird von einer Plattform in zehn Metern Höhe. Bei guter Witterung erreicht man auf der Strecke Geschwindigkeiten von rund 35 Stundenkilometern, gelandet wird auf einer gepolsterten Plattform am Wendepunkt nahe dem Waldrand. Eine zweite, kürzere Seil-Rutsche im gelben Bereich ist auch für Kinder ab acht Jahren freigegeben.
Kinder-Parcours ab vier Jahren
Für Kinder unter acht Jahren gibt es einen eigenen niedrigen Parcours mit Stationen in zwei bis drei Metern Höhe, der separat gebucht wird und ohne Begleitperson durchstiegen werden kann. Eltern können dabei vom Boden aus zusehen oder selbst nebenher in einer leichten Route klettern. Geräte und Gurte sind in eigenen Kinder-Größen vorhanden, die Sicherheits-Einweisung läuft kindgerecht in der Gruppe und dauert rund 20 Minuten.
Die sieben Parcours im Überblick
Weißer Parcours — Einsteiger
Zwei bis vier Meter Höhe, einfache Stege und Brücken, ideal für den ersten Kontakt mit Gurt und Sicherung. Etwa zehn Stationen, Dauer rund 25 Minuten.
Gelber Parcours — Familie
Vier bis sechs Meter Höhe, längere Querungen, eine kurze Seil-Rutsche. Für Familien mit Schul-Kindern und Gelegenheits-Kletterer geeignet.
Grüner Parcours — Sicher in der Höhe
Sechs bis acht Meter, abwechslungsreiche Stationen mit Tarzan-Sprung in ein Netz, mehrere Hänge-Brücken. Erste richtige Höhen-Erfahrung im Fichten-Dom.
Blauer Parcours — Sportlich
Acht bis zehn Meter, anspruchsvollere Balance-Stationen und ein Free-Fall-Element mit gesichertem Abseiler. Für trainierte Jugendliche und Erwachsene.
Roter Parcours — Anspruchsvoll
Zehn bis zwölf Meter Höhe, lange Seil-Rutsche durch den Wald-Korridor, frei hängende Übergänge. Empfohlen ab Jugend-Alter mit Kletter-Erfahrung.
Schwarzer und Kinder-Park
Schwarz mit zwölf bis 14 Metern und Kraft-Stationen für Geübte, dazu ein separater Kinder-Park ab vier Jahren in zwei bis drei Metern mit eigener Sicherung.
Kletterwald Zwiesel im Vergleich der Hochseil-Gärten
Die Werte sind Richtwerte aus den Saison-Tarifen der vergangenen Jahre und können je nach aktueller Preis-Anpassung leicht abweichen.
Geschichte und Charakter des Standorts
Zwiesel blickt auf eine bewegte Glas-Tradition zurück und gilt als Hauptstadt der Glasstraße im Bayerischen Wald. Seit dem 15. Jahrhundert wird im Talkessel der Stadt Glas geblasen, geschliffen und veredelt, bis heute prägen Manufakturen wie Zwiesel Kristallglas die Wirtschaft der Stadt mit. Die Lage am Zusammenfluss von Großem und Kleinem Regen machte die Stadt früh zum Handels-Knoten zwischen dem oberbayerischen Donautal und dem böhmischen Glasrevier. Heute prägen die rund 9000 Einwohner-Stadt vor allem Tourismus, Glas-Manufakturen, Forstwirtschaft und kleinere Mittelstands-Betriebe.
Der Kletterwald passt sich in diese Mischung gut ein, er ist klar als Aktiv-Angebot für Familien positioniert und sitzt strategisch am Übergang vom Siedlungs-Gebiet in den geschlossenen Forst. Die Betreiber arbeiten eng mit der Tourist-Information und mit den Glas-Manufakturen zusammen und integrieren das Angebot in Kombi-Tickets mit Glasbläserei-Vorführungen, Stadtführungen und dem Waldbahn-Tagesticket. Wer mehrere Tage in Zwiesel verbringt, kombiniert den Kletterwald gut mit einem Glas-Werks-Besuch, einer Tour auf den Großen Arber und einem Tag im Nationalpark-Zentrum Lusen.
Sicherheit, Ausrüstung und Voranmeldung
Vor dem Klettern absolvieren alle Gäste eine rund 30-minütige Sicherheits-Einweisung am Boden, in der das Smart-Belay-System erklärt und an einer Test-Strecke geübt wird. Das System verhindert, dass die Karabiner beider Sicherungs-Punkte gleichzeitig geöffnet werden können und gilt als Standard moderner Hochseil-Gärten. Helme, Gurte und Karabiner werden gestellt, mitgebracht werden müssen feste Schuhe und Kleidung, in der man sich frei bewegen kann.
An Sommer-Wochenenden und in den bayerischen Sommerferien empfiehlt sich eine Voranmeldung über die Online-Plattform, dort lassen sich Zeit-Slots im Zwei-Stunden-Raster buchen. Wer ohne Buchung kommt, läuft Gefahr, bei voller Auslastung warten zu müssen oder erst am Nachmittag dranzukommen. Für Gruppen ab acht Personen gibt es separate Tarife und auf Wunsch eine eigene Einweisung in einem reservierten Zeit-Fenster, Schulklassen und Kinder-Geburtstage werden bevorzugt am Vormittag eingeplant.
Praktische Tipps für den Besuch im Kletterwald
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Gästekarte Bayerwald nutzen
Wer in einem Partner-Betrieb der Region übernachtet, bekommt die Gästekarte Bayerwald mit einer Vergünstigung von rund zehn Prozent auf den Kletterwald-Tarif und freier Nutzung der Waldbahn und der regionalen Busse. Lohnt sich ab zwei Tagen vor Ort fast immer.
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Frühe Slots an Sommer-Wochenenden
Buchen Sie an heißen Wochenenden die ersten Slots zwischen neun und zehn Uhr, da ist es im Fichten-Hochwald noch angenehm kühl und die Parcours sind weniger belegt. Mittags wird es in den höheren Routen direkt unter dem Nadeldach spürbar warm.
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Feste Schuhe sind Pflicht
Sandalen, Flip-Flops und offene Schuhe sind in allen Parcours nicht erlaubt. Wer ohne passendes Schuhwerk kommt, kann an der Kasse für eine kleine Gebühr Leih-Schuhe in den gängigen Größen ausleihen, das Sortiment ist aber begrenzt.
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i
Lange Haare hochbinden
Die Sicherungs-Karabiner und Rollen-Systeme der Seil-Rutschen können sich in offenen Haaren verfangen, deshalb müssen lange Haare vor dem Einstieg zu Zopf oder Dutt gebunden werden. Haar-Gummis gibt es an der Kasse, wenn vergessen.
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Online buchen statt anstehen
An Sommer-Wochenenden und in den bayerischen Sommerferien ist die Online-Buchung über die Web-Seite des Kletterwalds nahezu Pflicht, sonst kann es zu Wartezeiten von einer Stunde oder mehr kommen. Slots öffnen sich rund vier Wochen im Voraus.
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Begleitperson für Kinder einplanen
Kinder unter zwölf Jahren müssen in den großen Parcours von einer erwachsenen Begleitperson am Boden im Auge behalten werden, ab vier Jahren im Kinder-Park ist Eltern-Aufsicht vom Boden ausreichend. Eltern brauchen keinen eigenen Tarif, wenn sie nicht selbst klettern.
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Sonnen-Schutz und Insekten-Schutz
Auch im Wald sind die oberen Parcours teilweise frei in der Sonne, vor allem die Seil-Rutsche durch den Korridor liegt streckenweise ohne Schatten. Sonnen-Creme, Kopfbedeckung, eine Trink-Flasche und ein leichtes Mückenspray gehören zur Grund-Ausstattung im Sommer.
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Wetter-Check am Morgen
Bei Gewitter und starkem Wind ab Stärke sechs schließt der Kletterwald aus Sicherheits-Gründen. Schauen Sie morgens auf die Web-Seite oder rufen Sie kurz an, bei kurz-fristigen Schließungen werden gebuchte Slots auf einen späteren Termin verschoben.
Insider-Tipps von der Redaktion
Kombination mit der Glasstraße
Direkt im Stadtgebiet von Zwiesel liegen mehrere Glas-Manufakturen mit Werkführungen und Werksverkauf, die sich gut mit einem Kletterwald-Vormittag kombinieren lassen. Die Glasstraße zieht sich von Neustadt an der Waldnaab über Bodenmais und Frauenau bis nach Passau und führt direkt durch Zwiesel hindurch. Wer Tickets kombiniert, bekommt teilweise vergünstigte Kombi-Karten, am besten direkt über die Tourist-Information am Stadtplatz buchen.
Großer Arber und Arber-Sessellift
Wer noch Zeit hat, fährt nach dem Kletterwald die rund 25 Kilometer nach Bayerisch Eisenstein und nimmt den Sessellift auf den Großen Arber mit 1456 Metern, den höchsten Berg des Bayerischen Walds. Die Aussicht reicht bei klarer Witterung bis zum Alpen-Hauptkamm und weit ins böhmische Hinterland. Im Spät-Sommer lohnt vor allem der Spät-Nachmittag, wenn die Sonne tief steht und das Licht über die Hochmoore am Gipfel-Plateau wandert.
Waldbahn-Rundkurs durch den Bayerwald
Zwiesel ist Knoten der Waldbahn-Strecken nach Bayerisch Eisenstein, Bodenmais und Grafenau, mit dem Bayerwald-Ticket lässt sich ein kompletter Tages-Rundkurs durch die wichtigsten Orte fahren. Vom Wasser-aus-Aspekt vergleichbar ist eine Mini-Schiff-Fahrt auf dem Höllenstein-Stausee bei Viechtach, der rund 25 Kilometer westlich liegt und einen entspannten Kontrast zum Adrenalin-Programm im Kletterwald bietet.
Nationalpark-Zentrum Lusen in der Nähe
Rund 30 Kilometer südlich liegt das Nationalpark-Zentrum Lusen mit dem Baumwipfelpfad in Neuschönau und dem Tier-Freigelände mit Luchs, Wolf, Wildkatze und Wisent. Die Anlage ist familienfreundlich, der Eintritt liegt bei rund zwölf Euro für Erwachsene. Wer den Kletterwald am Vormittag macht, kann am Nachmittag entspannt durch das Tier-Freigelände wandern und beim Wolf-Gehege auf eine Sichtung warten.




