Der Kletterwald Schönberg liegt rund einen Kilometer südwestlich des Ortskerns von Schönberg im Landkreis Freyung-Grafenau und gehört zu den mittelgroßen Hochseilgärten im Vorderen Bayerischen Wald. Auf einer Fläche von rund zwei Hektar im alten Mischwald am Fuß des Kadernbergs verteilen sich acht Parcours mit über 70 einzelnen Kletter-Stationen, die Höhen reichen von zwei Metern im Kinderbereich bis zu rund 14 Metern in den schwarzen Routen. Eröffnet wurde die Anlage 2010 als Erweiterung des örtlichen Freizeit-Angebots, betrieben wird sie als familiengeführter Outdoor-Park mit eigener Sicherheits-Einweisung und durchgehender Stahlseil-Sicherung nach Smart-Belay-Prinzip. Die Stationen reichen vom Wackel-Steg über Tarzan-Sprung und Hänge-Brücke bis zu mehreren Seilrutschen, die längste spannt sich über rund 120 Meter quer durch eine Lichtung im Bestand. Eintritt für Erwachsene liegt bei rund 24 Euro, für Jugendliche bei rund 18 Euro, der separate Kinderpark ab vier Jahren kostet weniger. Geöffnet ist der Kletterwald von April bis Oktober, in den bayerischen Sommerferien täglich, sonst überwiegend am Wochenende und an Feiertagen. Die typische Aufenthaltsdauer liegt bei drei bis vier Stunden, an Sommer-Wochenenden empfiehlt sich eine Online-Voranmeldung.
Anreise und Erreichbarkeit
Schönberg liegt im Vorderen Bayerischen Wald rund 25 Kilometer nordöstlich von Deggendorf und etwa 15 Kilometer nordwestlich von Grafenau, eingebettet zwischen den Tälern von Ohe und Schwarzem Regen. Der Markt mit rund 4200 Einwohnern ist staatlich anerkannter Erholungsort und zentraler Ausgangspunkt für Touren im Naturpark Bayerischer Wald. Der Kletterwald liegt am südwestlichen Ortsrand am Fuß des Kadernbergs auf rund 590 Metern Höhe und ist von der Marktmitte in fünf Minuten mit dem Auto oder einer guten Viertelstunde zu Fuß erreichbar.
Mit dem Auto
Aus Süden erreicht man Schönberg über die A92 bis Deggendorf und folgt von dort der B533 in Richtung Grafenau, kurz hinter Schaufling zweigt die Staatsstraße 2127 nach Norden direkt nach Schönberg ab. Aus dem Raum Regensburg lohnt sich die Route über die A3 bis Hengersberg und weiter über die B533, die Strecke führt durch das offene Vorland des Bayerischen Walds und ist gut ausgebaut. Direkt am Kletterwald liegt ein kostenfreier Parkplatz mit Plätzen für Pkw und Reisebusse, in der Hochsaison ist er an Sommer-Wochenenden gegen Mittag oft gut belegt.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Schönberg selbst hat keinen Bahnhof, die nächstgelegenen Stationen sind Deggendorf an der Strecke Plattling-Bayerisch Eisenstein und Grafenau am Endpunkt der Ilztalbahn. Vom Bahnhof Deggendorf fahren mehrmals täglich Regionalbusse der Linie 6122 nach Schönberg, die Fahrt dauert rund 45 Minuten. Vom Marktplatz Schönberg sind es zu Fuß rund 15 Minuten bis zum Kletterwald, in den Sommerferien pendelt zusätzlich der Igelbus auf mehreren Linien durch die Erholungs-Region.
Mit dem Flugzeug
Der nächste internationale Flughafen ist München-Erding mit rund 170 Kilometern und gut zwei Stunden Fahrzeit über A92 und B533. Linz auf der österreichischen Seite liegt mit rund 130 Kilometern als Alternative für Anreisen aus dem Süden zur Verfügung, die Strecke führt über Passau und die B12. Nürnberg ist mit rund 220 Kilometern und gut zweieinhalb Stunden eine weitere Option für Reisende aus dem Norden, der Weg führt über die A3 bis Deggendorf.
Vor Ort bewegen und Parken
Der Parkplatz am Kletterwald ist kostenfrei und liegt direkt am Eingang, von der ersten Reihe sind es nur wenige Meter bis zur Kasse und zur Sicherheits-Einweisung. Behindertenparkplätze sind ausgewiesen, der Eingangs-Bereich und die Versorgungs-Hütte sind ebenerdig erreichbar, die Parcours selbst sind aus offensichtlichen Gründen nicht barrierefrei. Wer mehrere Tage in Schönberg verbringt, nutzt die Bayerwald-Card der Region für Vergünstigungen am Baumwipfelpfad in Neuschönau, am Nationalpark-Zentrum Lusen und für mehrere Erlebnis-Bäder im Umkreis.
Die Highlights des Kletterwalds
Was den Kletterwald Schönberg von größeren Hochseil-Gärten im Bayerischen Wald unterscheidet, ist die Kombination aus überschaubarer Größe, gepflegtem Alt-Bestand und der ruhigen Lage am Fuß des Kadernbergs. Mehrere Parcours führen durch hohe Buchen-Kronen, eine der längeren Seil-Rutschen spannt sich quer durch eine Lichtung und endet rund 120 Meter weiter auf einer kleinen Plattform. Die alten Mischwald-Bestände aus Buche, Fichte und Eiche sind hoch genug für anspruchsvolle Routen, gleichzeitig sorgt das Blätterdach im Sommer für angenehmen Schatten auch an heißen Tagen.
SinnesWandel zwischen den Stämmen
Die Stationen sind so platziert, dass sich zwischen den Parcours immer wieder Blicke auf das offene Vorland Richtung Donau und auf die Hügelkette des Vorderen Bayerischen Walds öffnen. Wer in den oberen Parcours unterwegs ist, sieht bei klarer Sicht bis zum Großen Arber und zum Dreisessel, dahinter die Höhenzüge an der österreichischen Grenze. Die schwarzen Routen führen in zwölf bis 14 Metern Höhe durch frei hängende Stege, wer Höhenangst hat, bleibt im weißen oder gelben Parcours und dreht seine Runden im Wald-Inneren.
Lange Seilrutsche durch die Lichtung
Die Hauptattraktion für viele Gäste ist die rund 120 Meter lange Seilrutsche quer durch eine ausgesparte Lichtung im Bestand. Sie ist ab dem schwarzen Parcours zugänglich, die Sicherung erfolgt mit eigenem Rollen-System, gestartet wird von einer Plattform in zehn Metern Höhe. Bei guter Witterung erreicht man auf der Strecke Geschwindigkeiten von rund 35 Stundenkilometern, gelandet wird auf einer gepolsterten Plattform am gegenüberliegenden Rand der Lichtung.
Kinderpark ab vier Jahren
Für Kinder unter acht Jahren gibt es einen eigenen niedrigen Parcours mit Stationen in zwei bis drei Metern Höhe, der separat gebucht wird und ohne Begleitperson durchstiegen werden kann. Eltern können dabei vom Boden aus zusehen oder selbst nebenher in einer leichten Route klettern. Geräte und Gurte sind in eigenen Kinder-Größen vorhanden, die Sicherheits-Einweisung läuft kindgerecht in der Gruppe und dauert rund 20 Minuten.
Die acht Parcours im Überblick
Weißer Parcours — Einsteiger
Zwei bis vier Meter Höhe, einfache Stege und Brücken, ideal für den ersten Kontakt mit Gurt und Sicherung. Etwa zehn Stationen, Dauer rund 30 Minuten.
Gelber Parcours — Familie
Vier bis sechs Meter Höhe, längere Querungen, zwei kurze Seil-Rutschen. Für Familien mit Schul-Kindern und Gelegenheits-Kletterer gut geeignet.
Grüner Parcours — Sicher in der Höhe
Sechs bis acht Meter, abwechslungsreiche Stationen mit Tarzan-Sprung in ein Netz, mehrere Hänge-Brücken. Erste richtige Höhen-Erfahrung im Bestand.
Blauer Parcours — Sportlich
Acht bis zehn Meter, anspruchsvollere Balance-Stationen und ein Free-Fall-Element mit gesichertem Abseiler. Für trainierte Jugendliche und Erwachsene.
Rot und Schwarz — Experten
Zwölf bis 14 Meter Höhe, frei hängende Elemente, lange Seil-Rutsche durch die Lichtung, Kraft-Stationen mit Klimm-Zug-Charakter. Nur für Geübte.
Kinderpark — ab vier Jahren
Separater Bereich mit Stationen in zwei bis drei Metern, eigene Sicherung in Kinder-Größen, ohne Begleitperson begehbar. Dauer rund 60 Minuten.
Kletterwald Schönberg im Vergleich der Hochseil-Gärten
Die Werte sind Richtwerte aus den Saison-Tarifen der vergangenen Jahre und können je nach aktueller Preis-Anpassung leicht abweichen.
Geschichte und Charakter des Standorts
Schönberg blickt auf eine lange Geschichte als Marktflecken im Bayerischen Wald zurück, urkundlich erwähnt wird der Ort bereits im 11. Jahrhundert, im Mittelalter prägten Glas-Hütten und Handel über die Goldene Straße in Richtung Böhmen das Wirtschafts-Leben. Heute ist Schönberg staatlich anerkannter Erholungsort mit rund 4200 Einwohnern und einem ausgeprägten Tourismus, der von der Lage zwischen Donau-Ebene und Hoch-Lagen des Nationalparks Bayerischer Wald profitiert. Der historische Markt-Kern mit Pfarrkirche Heilig Kreuz, Stadtbrunnen und mehreren Bauernhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert ist gut erhalten und steht teilweise unter Denkmal-Schutz.
Der Kletterwald passt sich in diese Mischung gut ein, er ist klar als Aktiv-Angebot positioniert, ohne die ruhige Atmosphäre des Erholungsorts zu stören. Die Betreiber arbeiten eng mit der Tourist-Information und mehreren Pensions-Betrieben zusammen und integrieren das Angebot in die Bayerwald-Card der Region. Wer mehrere Tage in Schönberg verbringt, kombiniert den Kletterwald gut mit einer Wanderung auf den Kadernberg, einer Tour zum Baumwipfelpfad in Neuschönau und einer Einkehr in einem der traditionellen Gasthäuser am Marktplatz.
Sicherheit, Ausrüstung und Voranmeldung
Vor dem Klettern absolvieren alle Gäste eine rund 30-minütige Sicherheits-Einweisung am Boden, in der das Smart-Belay-System erklärt und an einer Test-Strecke geübt wird. Das System verhindert, dass die Karabiner beider Sicherungs-Punkte gleichzeitig geöffnet werden können und gilt als Standard moderner Hochseil-Gärten. Helme, Gurte und Karabiner werden gestellt, mitgebracht werden müssen feste Schuhe und Kleidung, in der man sich frei bewegen kann.
An Sommer-Wochenenden und in den bayerischen Sommerferien empfiehlt sich eine Voranmeldung über die Online-Plattform, dort lassen sich Zeit-Slots im Zwei-Stunden-Raster buchen. Wer ohne Buchung kommt, läuft Gefahr, bei voller Auslastung warten zu müssen oder erst am Nachmittag dranzukommen. Für Gruppen ab acht Personen gibt es separate Tarife und auf Wunsch eine eigene Einweisung in einem reservierten Zeit-Fenster, was besonders für Schul-Klassen und Vereins-Ausflüge sinnvoll ist.
Praktische Tipps für den Besuch im Kletterwald
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Bayerwald-Card der Region nutzen
Wer in einem Partner-Betrieb der Region übernachtet, bekommt die Bayerwald-Card mit einer Vergünstigung von rund zehn Prozent auf den Kletterwald-Tarif und freien Eintritt in mehrere Museen und Bäder im Umkreis. Lohnt sich ab zwei Tagen vor Ort fast immer.
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Frühe Slots an Sommer-Wochenenden
Buchen Sie an heißen Wochenenden die ersten Slots zwischen neun und zehn Uhr, da ist es im Wald noch angenehm kühl und die Parcours sind weniger belegt. Mittags wird es in den schwarzen Routen über der Lichtung spürbar warm.
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Feste Schuhe sind Pflicht
Sandalen, Flip-Flops und offene Schuhe sind in allen Parcours nicht erlaubt. Wer ohne passendes Schuhwerk kommt, kann an der Kasse für eine kleine Gebühr Leih-Schuhe in den gängigen Größen ausleihen, das Sortiment ist aber begrenzt.
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i
Lange Haare hochbinden
Die Sicherungs-Karabiner und Rollen-Systeme der Seil-Rutschen können sich in offenen Haaren verfangen, deshalb müssen lange Haare vor dem Einstieg zu Zopf oder Dutt gebunden werden. Haar-Gummis gibt es an der Kasse, wenn vergessen.
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Online buchen statt anstehen
An Sommer-Wochenenden und in den bayerischen Sommerferien ist die Online-Buchung über die Web-Seite des Kletterwalds nahezu Pflicht, sonst kann es zu Wartezeiten von einer Stunde oder mehr kommen. Slots öffnen sich rund vier Wochen im Voraus.
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Begleitperson für Kinder einplanen
Kinder unter zwölf Jahren müssen in den großen Parcours von einer erwachsenen Begleitperson am Boden im Auge behalten werden, ab vier Jahren im Kinderpark ist Eltern-Aufsicht vom Boden ausreichend. Eltern brauchen keinen eigenen Tarif, wenn sie nicht selbst klettern.
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Sonnen-Schutz nicht vergessen
Auch im Wald sind die oberen Parcours teilweise frei in der Sonne, vor allem die Lichtungs-Rutsche liegt ohne Schatten. Sonnen-Creme, Kopfbedeckung und eine Trink-Flasche im kleinen Rucksack gehören zur Grund-Ausstattung an heißen Tagen.
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Wetter-Check am Morgen
Bei Gewitter und starkem Wind ab Stärke sechs schließt der Kletterwald aus Sicherheits-Gründen. Schauen Sie morgens auf die Web-Seite oder rufen Sie kurz an, bei kurz-fristigen Schließungen werden gebuchte Slots auf einen späteren Termin verschoben.
Insider-Tipps von der Redaktion
Kombination mit dem Baumwipfelpfad
Rund 20 Kilometer nordöstlich liegt der Baumwipfelpfad in Neuschönau, der mit 1300 Metern als längster Baum-Wipfel-Pfad der Welt gilt und am Ende einen 44 Meter hohen Aussichts-Turm in Form eines Baum-Eis bietet. Wer einen Tag im Kletterwald verbringt und nach den Höhen-Erfahrungen Lust auf entspanntes Wandeln in den Wipfeln hat, kann den Baumwipfelpfad gut als Nachmittags-Programm anhängen. Beide Anlagen sind familienfreundlich und ergänzen sich thematisch gut.
Wanderung auf den Kadernberg
Wer noch Zeit hat, geht nach dem Kletterwald direkt auf den Kadernberg, einen rund 800 Meter hohen Aussichts-Berg unmittelbar oberhalb der Anlage. Ein gut markierter Rundweg führt in eineinhalb Stunden über den Gipfel, von dem aus an klaren Tagen der Blick weit über das Donau-Tal bis zu den Alpen reicht. Im Spät-Sommer und Herbst, wenn der Nebel über der Donau-Ebene liegt, ist die Aussicht besonders eindrucksvoll, weil die Berg-Spitzen wie Inseln aus dem Nebel-Meer ragen.
Glasdorf Weinfurtner und Glas-Erlebnisse
Rund 15 Kilometer weiter östlich liegt das Glasdorf Weinfurtner in Arnbruck mit Schau-Glashütte, Garten und Café, ein lohnender Stopp für Familien, die nach dem Kletterwald noch ein Indoor-Programm suchen. Die Schau-Glashütte zeigt traditionelles Glas-Handwerk, der Schau-Garten mit Kunst-Objekten aus Glas ist auch bei Regen eine gute Option. Eintritt für den Garten liegt bei wenigen Euro, die Schau-Hütte ist meist kostenfrei zugänglich.
Nationalpark-Zentrum Lusen
Rund 30 Kilometer nordöstlich liegt das Nationalpark-Zentrum Lusen mit Tier-Freigelände, in dem Wolf, Luchs, Wildkatze und Wisent in großen Gehegen zu sehen sind. Die Anlage ist familienfreundlich, der Eintritt ist kostenfrei, lediglich ein moderater Parkplatz-Tarif fällt an. Wer den Kletterwald am Vormittag macht, kann am Nachmittag entspannt durch das Tier-Freigelände wandern und das Hans-Eisenmann-Haus mit seiner Dauer-Ausstellung besuchen.



