Jordanien ist klein genug für eine kompakte Rundreise und groß genug für viele klare Kontraste. In wenigen Tagen kommst du von den roten Felsen in Wadi Rum an das Tote Meer, weiter nach Petra und bis in die römischen Ruinen von Jerash. Das Land passt zu dir, wenn du Geschichte, Wüste, leichte Wanderungen und badetaugliche Stopps kombinieren willst. Für Familien ist die Route gut planbar, Paare finden viel Ruhe in der Wüste, und Aktivurlauber bekommen in Dana und Wadi Mujib genug Strecke in die Beine.
Die wichtigsten Landschaften in Jordanien
Wenn du Jordanien planst, sind die Distanzen überschaubar, aber die Wechsel groß. Am Morgen kannst du im Hochland kühle Luft haben, mittags in der Wüste bei 35 Grad stehen und am Abend am Toten Meer im warmen Wasser treiben. Genau das macht das Land so gut für eine Rundreise. Die vier bekanntesten Landschaften sind die Felsen von Petra, die rote Wüste von Wadi Rum, das Jordantal mit dem Toten Meer und die grünen Hügel im Norden rund um Ajlun und Jerash.
Wadi Rum: rote Wüste mit klaren Linien
Wadi Rum ist der bekannteste Wüstenraum Jordaniens. Du findest dort hohe Sandsteinberge, weite Flächen mit rotem Sand und Felsbögen wie den bekannten Um Frouth Rock Bridge. Viele Reisende bleiben für eine Jeep-Tour, eine Nacht im Camp oder eine kurze Wanderung im Morgenlicht. Der Vorteil ist die Ruhe. Es gibt kaum Verkehr, kaum Licht und nachts einen klaren Sternenhimmel. Für Kinder ist die Gegend spannend, wenn du die Tour nicht zu lang machst und genug Wasser dabeihast.
Das Tote Meer: baden ohne zu schwimmen
Das Tote Meer liegt am tiefsten Punkt an Land und ist für seine extreme Salzkonzentration bekannt. Genau deshalb treibst du dort einfach oben auf dem Wasser. Der Strand ist kein klassischer Sandstrand, sondern oft ein Ufer mit Salzkrusten und dunklem Heilschlamm. Das ist kein Ort für lange Strandtage mit Planschbecken, aber sehr gut für einen kurzen Wellness-Stop. Wichtig ist: Wasser in die Augen vermeiden und nach dem Bad gleich duschen. Die besten Unterkünfte liegen meist am jordanischen Ufer südlich von Amman.
Petra: Felsstadt mit klaren Wegen
Petra ist die bekannteste Sehenswürdigkeit des Landes. Der Zugang über den Siq führt dich durch eine schmale Schlucht direkt zum Schatzhaus Al-Khazneh. Danach wird das Gelände deutlich größer, als viele erwarten. Wenn du Zeit mitbringst, lohnt sich nicht nur der Hauptweg, sondern auch der Aufstieg zum Kloster Ad Deir und der Blick vom High Place of Sacrifice. Früh starten lohnt sich, weil es dann kühler ist und die Wege leerer sind.
Jerash und Ajlun: grünere Seiten Jordaniens
Im Norden wird es hügeliger und grüner. Jerash zeigt dir römische Ruinen mit Tempeln, Säulenstraßen und Theatern, die gut erhalten sind. Nicht weit davon liegen Olivenhaine, kleinere Dörfer und der Ajlun-Wald. Das ist der Teil Jordaniens, den viele nur als Zwischenstopp sehen. Genau dort bekommst du aber einen guten Eindruck davon, wie vielfältig das Land auf engem Raum ist.
Auf einen Blick: Die wichtigsten Stationen im Vergleich
Die Tabelle zeigt dir, wie du Jordanien sinnvoll aufteilst. Für eine erste Reise reichen oft fünf Stationen: Amman, Jerash, Petra, Wadi Rum und das Tote Meer.
Anreise und Erreichbarkeit
Jordanien erreichst du aus Deutschland am einfachsten per Flug nach Amman. Für Badeurlaub und die Südroute ist auch Aqaba interessant. Vor Ort sind die Strecken kurz genug für Rundreisen, aber lang genug, dass du nicht jeden Tag neu umziehen solltest. Für die meisten Reisenden ist ein Mietwagen praktisch, bei einer reinen Klassiker-Route ist auch ein Fahrer eine gute Lösung.
Mit dem Auto
Wenn du im Land unterwegs bist, kommst du auf den Hauptachsen gut voran. Die Route zwischen Amman, Jerash, Petra und dem Toten Meer ist die klassische Linie. Für Wadi Rum und Aqaba fährst du weiter in den Süden. In Städten ist das Autofahren einfacher als oft gedacht, aber in Amman kann der Verkehr dicht sein. Für Petra, Wadi Rum und das Tote Meer sind Parkplätze an den Eingängen oder Unterkünften üblich.
Mit der Bahn / dem ÖPNV
Ein dichtes Bahnnetz für Touristen gibt es in Jordanien nicht. Zwischen den großen Orten setzen viele Reisende auf organisierte Transfers, Linienbusse oder private Fahrer. In Amman kommst du mit Taxis und Ride-Hailing gut zurecht. Für Petra und Wadi Rum sind vorab gebuchte Transfers deutlich entspannter als spontane Buslösungen.
Mit dem Flugzeug
Der wichtigste Flughafen ist Queen Alia International Airport bei Amman. Wenn du den Süden ansteuern willst, kann auch King Hussein International Airport bei Aqaba sinnvoll sein. Direktverbindungen aus Deutschland ändern sich je nach Saison, deshalb lohnt sich ein Blick auf die Flugzeiten vor der Buchung.
Vor Ort bewegen / Parken
Viele Jordanien-Reisende kombinieren Mietwagen und einzelne Transfers. Für Petra parkst du am Besucherzentrum. In Wadi Rum stellst du das Auto meist am Dorf oder am Treffpunkt der Camps ab und wechselst dann auf den Jeep. Am Toten Meer und in Aqaba liegen die Hotels meist direkt am Wasser, sodass du kurze Wege hast. Für Familien ist das ein Vorteil, weil du nicht jeden Tag lange Etappen fahren musst.
Die 6 wichtigsten Aktivitäten in Jordanien
Petra zu Fuß erleben
Der Klassiker ist der Weg durch den Siq bis zum Schatzhaus. Plane mindestens einen halben Tag ein, besser einen vollen Tag. Mit dem Aufstieg zum Kloster wird daraus schnell ein längerer Wandertag. Früh morgens ist es am angenehmsten.
Jeep-Tour durch Wadi Rum
Jeep-Fahrten sind die bequemste Art, die Felsen und Dünen zu sehen. Viele Camps vermitteln Touren für Sonnenaufgang, Halbtag oder ganzen Tag. Für den Einstieg reichen ein paar Stunden, wenn du danach im Camp übernachtest. Besonders gut funktioniert das von Oktober bis April.
Im Toten Meer treiben
Hier geht es nicht um sportliches Schwimmen, sondern um das kurze, ungewöhnliche Badeerlebnis. Schlamm auftragen, ins Wasser gehen, treiben, wieder duschen. Das ist eher ein halber Tag als ein ganzer Strandtag. Ein gutes Extra nach einer langen Rundreise.
Canyoning im Wadi Mujib
Wadi Mujib ist ideal für aktive Reisende, die Wasser und Fels kombinieren wollen. Je nach Route brauchst du Kletterhilfe, rutschfeste Schuhe und Lust auf nasse Passagen. Saison und Zugänglichkeit ändern sich, deshalb vorher prüfen. In der kühleren Jahreszeit ist es meist angenehmer.
Tauchen in Aqaba
Am Roten Meer erwarten dich Riffe, klare Sicht und Tauchspots für unterschiedliche Niveaus. Aqaba ist der beste Ort für einen maritimen Abschluss der Reise. Wenn du kein Tauchschein hast, gibt es auch Schnorchel-Optionen und Bootstouren. Besonders angenehm sind Frühling und Herbst.
Römisches Jerash besichtigen
Jerash ist gut für einen halben bis ganzen Tag. Du läufst durch Säulenstraßen, Tempelbereiche und Theater und bekommst einen sehr direkten Eindruck von der römischen Stadtanlage. Für Geschichtsinteressierte ist das einer der besten Stopps im Land.
Jordanien nach Reisetyp: Was sich wirklich lohnt
Jordanien funktioniert am besten als Rundreise mit 4 bis 6 Stationen. Wer nur am Strand bleiben will, ist in Aqaba oder am Toten Meer deutlich besser aufgehoben als auf einer komplett durchgetakteten Route.
Unterkunft: welche Basis für welche Reise?
Für Jordanien gibt es keine eine perfekte Unterkunft. Wichtig ist die Reihenfolge deiner Route. In Amman ist ein zentral gelegenes Stadthotel praktisch, in Petra zählt die Nähe zum Eingang, in Wadi Rum die Lage des Camps und am Toten Meer der direkte Zugang zum Wasser. Wenn du im Süden mehr Zeit hast, kannst du Aqaba als entspannten Abschluss nehmen.
Für die klassische Rundreise
In Amman sind Hotels mit guter Lage zwischen Innenstadt und West-Amman sinnvoll. Für Petra lohnt sich eine Unterkunft in Wadi Musa, damit du früh an den Eingang kommst. In Wadi Rum suchst du dir ein Camp mit eigenem Jeep-Transfer. So sparst du Zeit und hast weniger Organisationsaufwand.
Für Wellness und ruhige Tage
Am Toten Meer sind Resorts die einfachste Wahl, weil du dort direkten Strandzugang, Pool und oft Spa-Angebote kombinierst. Das passt gut nach mehreren Tagen unterwegs. Wer nur ein oder zwei Nächte bleiben will, braucht dort keine lange Programmliste. Die Erholung entsteht vor allem durch Lage und Tempo.
Für Badeurlaub und Tauchen
Aqaba ist die beste Basis, wenn du Jordanien mit Meer abschließen willst. Dort findest du Hotels in verschiedenen Kategorien, und die Wege zu den Tauch- und Schnorchelspots sind kurz. Für Familien ist das oft angenehmer als eine sehr abgelegene Lage.
Praktische Tipps für Jordanien
- €Bargeld mitnehmen
In Jordanien läuft nicht alles mit Karte. Für kleine Läden, Trinkgeld, Fahrer und Märkte ist jordanischer Dinar hilfreich. In größeren Städten und Hotels kannst du zwar oft bargeldlos zahlen, aber nicht überall.
- ☀Früh starten
Petra, Wadi Rum und Jerash sind morgens deutlich angenehmer als am Nachmittag. Du hast weniger Hitze, mehr Ruhe und oft das bessere Licht für Fotos. Das gilt vor allem zwischen Mai und September.
- ♿Wegstrecken realistisch planen
Jordanien wirkt klein, aber die Besichtigungen gehen zu Fuß. In Petra kannst du schnell viele Kilometer sammeln. Wenn du mit Kindern oder älteren Reisenden unterwegs bist, brauchst du mehr Pausen als gedacht.
- ✦Eine Nacht in Wadi Rum reicht oft schon
Für die meisten Erstbesucher reicht ein Camp-Aufenthalt mit kurzer Jeep-Tour. So bekommst du Sonnenuntergang, Sterne und Wüstengefühl, ohne die Route zu überladen. Mehr Nächte lohnen sich vor allem für Wanderer und Fotofans.
- iPetra nicht nur für die Schatzkammer einplanen
Das berühmte Frontbild ist nur der Anfang. Der Weg zum Kloster, der Blick vom Höhenweg und die stilleren Seitentäler machen den Besuch erst richtig rund. Wer nur kurz hineinläuft, verpasst den größeren Eindruck der Anlage.
- ⌘Kleidung flexibel packen
Im Norden kann es morgens frisch sein, in der Wüste trocken-heiß und am Toten Meer sehr warm. Eine leichte Jacke und luftige Kleidung gehören beide ins Gepäck. Das spart dir unnötige Spontankäufe vor Ort.
- ☂Wasser ist Pflicht
Gerade bei Wanderungen in Petra, Dana oder Wadi Rum solltest du immer genug trinken. Die Sonne wirkt kräftig, auch wenn es sich am Morgen noch mild anfühlt. Kleine Flaschen reichen nicht, wenn du mehrere Stunden unterwegs bist.
Insider-Tipps für deine Reise
3-Phasen-Plan für Jordanien
Jordanische Küche und Essen unterwegs
Zur Reise gehört das Essen in Jordanien fest dazu. Am bekanntesten ist Mansaf, das Nationalgericht mit Reis, Joghurtsoße und Lamm. Es wird oft zu Familienanlässen serviert und ist eher ein Gericht für einen richtigen Tisch als für den schnellen Snack zwischendurch. Dazu kommen Mezze, gegrilltes Fleisch, Hummus, Falafel und süße Sachen wie Knafeh. In Amman findest du klassische Restaurants, in Petra und Wadi Musa einfache Lokale für die Route und in Aqaba mehr Fisch und Meeresfrüchte.
Wenn du Märkte magst, sind die Souks in den Städten gute Haltepunkte. Dort bekommst du Gewürze, Oliven, Süßigkeiten und oft kleine Imbissstände. Das ist nicht nur eine Essensfrage, sondern auch ein guter Blick auf den Alltag vor Ort. Wer vegetarisch reist, kommt in Jordanien ebenfalls gut klar, solange du vorab ein wenig fragst und nicht blind das teuerste Menü nimmst.
Warum Jordanien als erste Nahost-Reise gut funktioniert
Jordanien ist für viele Reisende ein guter Einstieg in den Nahen Osten, weil die Route klar und die wichtigsten Orte gut miteinander kombinierbar sind. Du musst nicht zwischen zu vielen großen Städten wechseln. Stattdessen bekommst du in einer Reise Wüste, Badeort, Geschichte und einfache Outdoor-Erlebnisse. Genau deshalb funktioniert das Land auch für Menschen, die keine große Abenteuerreise wollen, sondern eine gut planbare Rundreise mit konkreten Höhepunkten.
Wenn du Jordanien vernünftig aufbaust, bleibt genug Luft für Pausen. Das ist wichtig, weil die Tempel, Schluchten und Wüstenetappen mehr Energie brauchen, als sie auf der Karte vermuten lassen. Mit einer sauberen Reihenfolge und nicht zu vielen Hotelwechseln wird aus einer langen Liste von Sehenswürdigkeiten eine Reise, die sich leicht fahren lässt.



