Island ist die einzige größere Landmasse Europas, die direkt auf dem Mittelatlantischen Rücken liegt, und damit der seltene Ort, an dem alle vier klassischen Elemente Feuer, Eis, Wasser und Erde gleichzeitig sichtbar arbeiten während über der Insel das fünfte Element, die Luft, mit Stürmen, Nordlichtern und der Mitternachtssonne ein eigenes Spektakel veranstaltet. Auf 103.000 Quadratkilometern leben rund 400.000 Menschen, der Großteil davon in der Hauptstadtregion Reykjavík, während das Hochland im Inneren der Insel größtenteils unbewohnt bleibt und im Winter komplett unzugänglich ist. Mit rund 130 Vulkanen, davon 30 als aktiv eingestuft, dem größten Gletscher Europas (Vatnajökull mit 7.700 Quadratkilometern), tausenden Wasserfällen und einigen der wildesten Wal-Reviere der Nordhalbkugel ist Island das ganze Jahr über ein Magnet für Reisende, die rohe Natur einer kuratierten Landschaft vorziehen. Wer einmal hier war, kommt wieder, weil die Insel je nach Jahreszeit, Witterung und Tageszeit ein anderes Gesicht zeigt verlässliche Informationen zu Routen, Sperrungen und Wetter liefert das offizielle Tourismusportal visiticeland.com.

Feuer Vulkane und ihre Eruptionsgeschichten

Island sitzt auf der Naht zwischen der eurasischen und der nordamerikanischen Kontinentalplatte, die sich Jahr für Jahr um rund zwei Zentimeter voneinander wegbewegen. Diese tektonische Sondersituation macht die Insel zu einer der vulkanisch aktivsten Regionen der Welt, im langjährigen Schnitt bricht alle drei bis fünf Jahre irgendwo auf Island ein Vulkan aus. Wer Feuer als Element auf einer Reise erleben möchte, hat hier die seltene Chance, frische Lava, dampfende Krater und teilweise noch warmen Basalt aus nächster Nähe zu sehen.

Fagradalsfjall auf der Reykjanes-Halbinsel

Die Reykjanes-Halbinsel südwestlich von Reykjavík war über 800 Jahre vulkanisch ruhig, bevor 2021 am Fagradalsfjall eine neue Aktivitätsphase begann. Seitdem haben mehrere Eruptionen das Gebiet rund um Geldingadalir, Meradalir und das Sundhnúkur-Spaltensystem komplett umgestaltet, ganze Lavafelder mit Mächtigkeiten von zehn bis dreißig Metern sind entstanden. Wanderwege werden vom isländischen Zivilschutz und vom Tourismusportal visiticeland.com je nach aktueller Lage freigegeben oder gesperrt, eine kurze Anfrage am Tag der Wanderung ist Pflicht. Klassisch geht man vom Parkplatz an der Suðurstrandarvegur-Straße aus, je nach freigegebener Route sind das zwei bis sechs Stunden Wanderung hin und zurück mit moderaten Höhenmetern.

Hekla, Katla und Bárðarbunga

Die Hekla im Süden Islands galt im Mittelalter als Tor zur Hölle und ist mit über zwanzig Ausbrüchen seit der Besiedlung einer der aktivsten Vulkane des Landes. Die Katla unter dem Mýrdalsjökull-Gletscher ist größer, gefährlicher und seit ihrem letzten Ausbruch 1918 überfällig, weshalb sie seismologisch besonders eng überwacht wird. Die Bárðarbunga im zentralen Hochland brach zuletzt 2014 bis 2015 im Holuhraun-Lavafeld aus und schuf mit knapp 86 Quadratkilometern neue Erdoberfläche das größte Basalt-Lavafeld Europas seit über 200 Jahren. Wer diese Vulkane sehen will, kommt im Sommer mit dem 4x4 über die F-Straßen ins Hochland oder per Helikopter-Rundflug ab Reykjavík.

Eyjafjallajökull und das Erbe von 2010

Der Eyjafjallajökull im Süden wurde 2010 weltberühmt, als seine Eruption mit einer Aschewolke den europäischen Flugverkehr für Tage lahmlegte. Heute ist die Region rund um das kleine Dorf Þorvaldseyri am Fuß des Vulkans ein lohnender Stopp auf der Ringstraße, ein kleines Besucherzentrum erzählt die Geschichte des Ausbruchs aus Sicht der Bauernfamilie, deren Hof tagelang von Asche bedeckt war. Vom Skógar-Wanderweg aus zieht der Vulkan im Süden ein eindrucksvolles Profil, im Sommer führt der Fimmvörðuháls-Trail über den Sattel zwischen Eyjafjallajökull und Mýrdalsjökull hinüber ins Þórsmörk-Tal.

Eis Gletscher, Eishöhlen und blaues Licht

Rund 11 Prozent der Inselfläche sind von Eis bedeckt, der Vatnajökull allein nimmt mit 7.700 Quadratkilometern fast die Größe von Schleswig-Holstein ein und bildet damit die größte Eiskappe Europas. Daneben prägen Langjökull, Hofsjökull und der südliche Mýrdalsjökull das Bild des Hochlands. Wer Eis als Element erleben möchte, hat zwei klassische Optionen Gletscher-Wanderungen im Sommer und Eishöhlen-Touren im Winter.

Gletscher-Wanderung auf dem Vatnajökull

Der Vatnajökull-Nationalpark schützt seit 2008 das gesamte Eiskappen-Massiv und seine umliegenden Täler, das Skaftafell-Gebiet im Süden ist Hauptzugangspunkt für geführte Gletscherwanderungen. Klassische Touren auf den Falljökull- oder Svínafellsjökull-Zungen dauern drei bis vier Stunden, kosten je nach Anbieter rund 80 bis 130 Euro pro Person und beinhalten Steigeisen, Helm und Eisaxt. Wichtig Gletscher ohne ausgebildeten Führer sind in Island lebensgefährlich, Gletscherspalten sind oft nicht sichtbar, jeder Sommer fordert Opfer unter Selbstgehern. Wer es ruhiger mag, fährt mit dem Snowcat oder Schneemobil auf den Langjökull westlich von Reykjavík, dort wurde 2015 ein Eistunnel-System unter der Oberfläche eröffnet, das ganzjährig begehbar ist.

Eishöhlen im Winter

Echte natürliche Eishöhlen entstehen jeden Winter neu, wenn Schmelzwasserkanäle unter dem Gletschereis durch die kalte Luft konserviert werden und das gepresste, blasenfreie Eis ein tiefes, fast lumineszierendes Blau zeigt. Die Saison läuft von Mitte November bis Mitte März, in dieser Zeit sind die Höhlen stabil genug für kleine Gruppen. Standard-Treffpunkt ist meist das Jökulsárlón-Gebiet im Süden, von wo Super-Jeeps die Besucher zu den jeweils aktuell sicheren Höhlen bringen. Eine Tour kostet 150 bis 250 Euro pro Person und dauert je nach Anfahrt drei bis sechs Stunden, Buchungen sollten Wochen im Voraus erfolgen, gerade in der Hochsaison rund Weihnachten und Neujahr.

Jökulsárlón und die Diamond Beach

Die Gletscherlagune Jökulsárlón am südlichen Ende des Vatnajökull entstand erst in den 1930er-Jahren, als sich der Breiðamerkurjökull-Gletscher zurückzog und einen tiefen See hinterließ. Heute treiben dort das ganze Jahr über Eisberge in Hunderten Formen und Farbtönen, ein Teil davon wandert über den kurzen Auslauf in den Atlantik und wird an den schwarzen Sandstrand zurückgespült, der dadurch zur viel fotografierten Diamond Beach geworden ist. Bootstouren auf der Lagune fahren von Mai bis Oktober mit Zodiacs oder Amphibien-Bussen, eine Fahrt kostet rund 50 bis 80 Euro und dauert 40 Minuten bis eine Stunde.

Wasser Wasserfälle, Geysire und Walreviere

Wasser ist auf Island das alltäglichste und gleichzeitig das spektakulärste Element, die Insel zählt tausende Wasserfälle, über 250 davon haben einen Namen. Dazu kommen heiße Quellen, Geysire, üppige Flusssysteme und einige der besten Wal-Reviere der Nordhalbkugel.

Skógafoss und Seljalandsfoss

Der Skógafoss im Süden fällt mit einer Breite von 25 Metern aus 60 Metern Höhe über eine vulkanische Geländekante, an sonnigen Tagen entsteht im Sprühnebel fast immer ein Regenbogen. Eine Holztreppe führt rechts am Wasserfall vorbei auf das Plateau, von dort startet der Fimmvörðuháls-Trail durch ein Tal mit weiteren 25 Wasserfällen. Der nahe Seljalandsfoss ist einer der wenigen Fälle der Welt, hinter den man laufen kann ein schmaler Pfad führt direkt hinter den Wasservorhang, allerdings nur im Sommer und mit wasserfester Kleidung sinnvoll. Ein kleiner Fußweg führt zum versteckten Gljúfrabúi-Wasserfall in einer Schlucht direkt nebenan, der ohne lokalen Tipp leicht übersehen wird.

Geysir, Strokkur und der Golden Circle

Das Geothermalfeld Haukadalur rund 90 Kilometer östlich von Reykjavík gab der ganzen Klasse von Heißwasserspringbrunnen den Namen Geysir kommt vom altnordischen geysa, also stürmen oder hervorschießen. Der originale Geysir ist heute meist ruhig, sein kleinerer Nachbar Strokkur springt dafür alle vier bis acht Minuten zuverlässig 15 bis 25 Meter hoch. Zusammen mit dem Wasserfall Gullfoss und dem Þingvellir-Nationalpark, in dem die beiden Kontinentalplatten auseinanderdriften, bildet Geysir den klassischen Tagesausflug Golden Circle, der sich selbst von Anfängern in einer Tagesfahrt ab Reykjavík absolvieren lässt.

Wal-Watching in Húsavík

Die kleine Hafenstadt Húsavík im Norden Islands an der Skjálfandi-Bucht gilt als Wal-Hauptstadt Europas, in den Sommermonaten von Juni bis August liegt die Sichtungs-Quote von Buckelwalen bei nahezu 100 Prozent. Auch Blauwale, Finnwale, Minkwale, Orcas und mehrere Delfinarten sind möglich. Eine drei- bis vierstündige Tour mit klassischem Eichenschiff oder neuerdings auch elektrischem Hybrid-Schiff kostet 95 bis 130 Euro pro Person, gegen geringen Aufpreis ist eine Sichtungs-Garantie mit kostenloser Wiederholung enthalten. Das Walmuseum in Húsavík ist eine sinnvolle Ergänzung an Schlechtwettertagen, wenn die Tour ausfällt.

Erde Lavafelder, Geothermie und schwarze Strände

Die isländische Erde ist jünger als jede andere größere Landmasse Europas, viele Lavafelder sind nur wenige hundert Jahre alt, einige weniger als fünf Jahre. Wer durch die Innenräume der Insel reist, fährt durch eine Landschaft, die wie eine Studie der Erdgeschichte wirkt von rohen, noch unbewachsenen Basaltebenen über mossbewachsene Lavafelder bis zu fruchtbaren, asche-gedüngten Wiesen.

Eldhraun und Berserkjahraun

Das Eldhraun-Lavafeld im Süden Islands entstand 1783 bei der katastrophalen Laki-Eruption, die über 600 Quadratkilometer mit Lava bedeckte und durch ihre Schwefeldioxid-Wolke europaweit Klimaeffekte auslöste. Heute ist das gesamte Feld mit einem dichten Polster aus Wollmoos bewachsen, das im Spätsommer fast luminiszierend grün leuchtet und ein einmaliges Landschaftsbild ergibt. Wichtig diese Moosschicht erholt sich nach Trittschaden nur über Jahrzehnte, weshalb das Verlassen der markierten Wege auf hohe Bußgelder und harte Reaktionen der Bevölkerung stößt. Das Berserkjahraun auf der Snæfellsnes-Halbinsel im Westen ist jünger, weniger bemoost und zeigt die typischen Pahoehoe- und Aa-Lava-Texturen aus nächster Nähe.

Geothermalfelder Hverir und Krafla

Das Geothermalfeld Hverir am Fuß des Námafjall-Berges im Norden Islands ist eine der bizarrsten Landschaften der Insel kochende Schlammbecken, dampfende Fumarolen und schwefelgelbe Böden auf einer Fläche von wenigen Hektar ergeben ein Bild, das eher an Mars als an Europa erinnert. Direkt daneben liegt das aktive Krafla-Vulkansystem mit dem Víti-Krater, einem mit blaugrünem Wasser gefüllten Explosionskrater, der seit den letzten Eruptionen 1984 in vergleichsweiser Ruhe ist. Das benachbarte Krafla-Geothermiekraftwerk liefert seit 1977 Strom und ist zum Modell für die isländische Energiewende geworden rund 85 Prozent der Primärenergie des Landes stammen aus Geothermie oder Wasserkraft.

Schwarze Strände Reynisfjara und Vík

Der schwarze Sandstrand Reynisfjara nahe dem Dorf Vík im Süden Islands ist mit seinen Basaltsäulen-Höhlen, den vorgelagerten Reynisdrangar-Felsnadeln und dem klar definierten Wellenmuster eines der meistfotografierten Motive des Landes. Wichtig vor Ort sind die sogenannten Sneaker-Waves, einzelne ungewöhnlich große Wellen, die ohne Vorwarnung deutlich weiter den Strand hinauflaufen als der Durchschnitt. Mehrere Todesfälle in den letzten Jahren haben dazu geführt, dass das gesamte Strandgebiet inzwischen mit einem Ampelsystem versehen ist Rot bedeutet absolutes Strandverbot, Gelb erhöhte Vorsicht, Grün normale Bedingungen.

Luft Nordlichter, Polarwind und stürmische Welten

Die isländische Luft ist nicht nur klar und sauber, sondern auch ständig in Bewegung. Tiefdruckgebiete, die zwischen Grönland und Norwegen über den Nordatlantik ziehen, treffen auf Island als erstes Land Europas und entladen sich oft mit erstaunlicher Heftigkeit. Wer Luft als Element erleben möchte, kommt im Winter wegen der Nordlichter und akzeptiert, dass jede Reise auch mit Sturm- und Wetterunterbrechungen rechnen muss.

Nordlichter zwischen September und März

Die Aurora Borealis ist von September bis März auf Island grundsätzlich möglich, am wahrscheinlichsten in den Monaten Oktober, November, Februar und März, wenn die Nächte dunkel und die geomagnetische Aktivität noch nicht von Polarsommer-Dämmerung gedämpft wird. Voraussetzungen sind ein klarer Himmel, eine ausreichend dunkle Umgebung und ein Kp-Index über 2 bis 3 für Island. Vorhersage-Dienste wie der Aurora Forecast des isländischen Wetterdienstes liefern eine Drei-Tages-Vorhersage. Wer keine eigene Mietwagen-Bewegungsfreiheit hat, bucht Touren ab Reykjavík für 80 bis 120 Euro pro Person, die mit kostenloser Wiederholung bei Misserfolg arbeiten.

Sturm und Wetterwechsel

Im Herbst und Winter ziehen regelmäßig Tiefdruckgebiete über Island, Windgeschwindigkeiten über 100 km h sind normal, Spitzen über 200 km h kommen mehrmals pro Saison vor. Die isländischen Wetter- und Straßenbehörden arbeiten mit einem klaren Warnsystem von Gelb bis Rot, das täglich aktualisiert wird. Bei roter Warnung sind alle nicht-essentiellen Fahrten zu unterlassen, Mietwagen-Versicherungen decken Sturmschäden meist nur dann, wenn man entgegen Warnung gefahren ist, gar nicht ab. Wer im Winter reist, plant großzügige Pufferzeiten und kalkuliert mit ein bis zwei verlorenen Tagen pro Woche für Sturm-Unterbrechungen.

Mitternachtssonne und Polarnacht

Island liegt knapp südlich des nördlichen Polarkreises, der durch die kleine Insel Grímsey vor der Nordküste verläuft. Echte Mitternachtssonne mit der Sonne durchgehend über dem Horizont gibt es deshalb nur auf Grímsey selbst, auf dem Festland geht die Sonne Mitte Juni für wenige Stunden ganz knapp unter den Horizont, der Himmel bleibt aber komplett hell. Praktisch bedeutet das im Juni und Juli rund 21 bis 22 Stunden Helligkeit pro Tag, was Wanderungen, Reitausflüge und Straßen-Roadtrips in einem ganz eigenen Licht erlaubt. Umgekehrt sind die Tage Ende Dezember mit nur vier bis fünf Stunden Dämmerlicht extrem kurz, eine echte Polarnacht mit nie aufgehender Sonne gibt es nur weiter nördlich.

Sonderkapitel Polarnacht und Mitternachtssonne praktisch erlebt

Die extreme Saisonalität des Lichts ist für Reisende oft die überraschendste Erfahrung auf Island, weil sie Tagesplanung, Schlaf und Stimmung deutlich stärker beeinflusst als erwartet. In den langen Sommertagen verschiebt sich das Aktivitätsfenster nicht selten in die Nachtstunden, weil das Licht ohnehin gleichbleibend ist und Touristenströme an klassischen Sehenswürdigkeiten nachts deutlich dünner werden. Wer in Reykjavík um Mitternacht durch den Hafen spaziert und auf den Faxaflói-Sund schaut, sieht den Himmel oft in einem warmen, anhaltenden Goldton, der Stunden andauert.

Im Winter dagegen wird Tageslicht zur knappen Ressource. Wer eine Tour zur Diamond Beach plant, muss spätestens um halb zehn losfahren, um vor Einbruch der Dämmerung gegen 15 Uhr wieder am Ausgangspunkt zu sein. Viele Reisende berichten von einer überraschenden Wirkung der durchgehenden Dämmerung auf den Schlaf-Wach-Rhythmus, manche schlafen tiefer und länger als gewohnt, andere fühlen sich tagsüber benommen. Praktischer Tipp im Winter den Tag mit einer Lichttherapie-Lampe oder einem Spaziergang in der hellsten Mittagsstunde beginnen, im Sommer für das Schlafzimmer Verdunkelungs-Schlafmasken oder Vorhänge nicht vergessen, weil viele isländische Pensionen mit dünnen Vorhängen ausgestattet sind.

Die sechs Aktiv-Touren im Überblick

Vulkan-Tour Fagradalsfjall

Halbtagestour ab Reykjavík mit Wanderung zum aktuell freigegebenen Aussichtspunkt am Reykjanes-Spaltensystem. Festes Schuhwerk, Wind- und Regenkleidung notwendig, Helme werden je nach Lage gestellt. Dauer 5 bis 7 Stunden, Preis rund 90 bis 140 Euro pro Person.

Eis-Tour Vatnajökull

Geführte Gletscherwanderung auf einer der Vatnajökull-Zungen ab Skaftafell, Steigeisen, Helm und Eisaxt im Preis enthalten. Anstrengung moderat, Höhengewinn rund 200 Meter. Dauer 3 bis 4 Stunden auf dem Eis, Preis 80 bis 130 Euro pro Person.

Wal-Tour Húsavík

Drei- bis vierstündige Bootstour in der Skjálfandi-Bucht mit Eichenschiff oder Hybrid-Boot, Sichtungs-Garantie für Wale und Delfine. Anbieter stellen warme Overalls, ein kleiner Imbiss ist meist enthalten. Saison Mitte Mai bis Mitte September, Preis 95 bis 130 Euro pro Person.

Nordlicht-Tour Reykjavík-Umgebung

Abend- oder Nachttour ab Reykjavík in Gebiete mit geringer Lichtverschmutzung, je nach Wetter und Aktivität bis weit über Mitternacht. Foto-Tipps und Wiederholungs-Garantie bei Misserfolg. Saison September bis März, Preis 80 bis 120 Euro pro Person.

Hot-Spring-Besuch

Halbtagestour zu einem natürlichen Geothermal-Pool wie der Reykjadalur-Heißwasserfluss oder einem entwickelten Bad wie der Sky Lagoon, Blue Lagoon oder den Mývatn Nature Baths. Handtuch und Badebekleidung selbst mitbringen, viele Anbieter stellen aber Bademäntel. Preis 50 bis 110 Euro pro Person je nach Bad.

Helikopter-Rundflug

Premium-Erlebnis ab Reykjavík mit 30- bis 90-minütigen Rundflügen über aktive Vulkane, Gletscher oder das Hochland. Wetterabhängig und nicht ganzjährig möglich, dafür das einzige Format, das alle Elemente in einer Bewegung zeigt. Preis 350 bis 800 Euro pro Person je nach Tourdauer.

Praktische Tipps für Elemente-Reisen auf Island

  • Hartes Preisniveau realistisch einplanen

    Island ist eines der teuersten Reiseländer Europas, ein Standard-Mittagessen kostet 25 bis 35 Euro, ein Bier um 12 Euro, ein Mietwagen mit Allrad in der Hochsaison ab 130 Euro pro Tag. Wer Geld sparen will, kocht in einer Apartment-Unterkunft selbst, kauft in Discountern wie Bónus oder Krónan ein und plant Restaurant-Besuche bewusst.

  • F-Straßen nur mit Allrad

    Die mit F gekennzeichneten Hochland-Pisten sind nur mit einem echten Allrad-Fahrzeug erlaubt, viele Versicherungen schließen Schäden auf F-Straßen mit einem 2WD-Wagen komplett aus. Wer ins Hochland will, bucht von vornherein einen 4x4-Mietwagen und prüft täglich den Straßen-Status auf den offiziellen Portalen, viele F-Straßen öffnen erst Mitte Juni und schließen wieder Anfang September.

  • + Zwiebelprinzip in jeder Saison

    Das Wetter wechselt teils mehrmals täglich von Sonne über Regen zu Wind und zurück. Funktionsunterwäsche, Fleece-Mittelschicht, wind- und wasserdichte Außenschicht plus Mütze und Handschuhe gehören auch im Sommer in den Rucksack. Im Winter zusätzlich Daunenjacke, Skihose und winterfeste Schuhe mit Spikes.

  • i Wetter und Straßen-Status täglich checken

    Vor jeder Etappe lohnt ein Blick auf die offiziellen Portale für Wettervorhersage und Straßenzustand. Bei roter Warnung sind Fahrten unbedingt zu verschieben, Mietwagen-Versicherungen decken Schäden bei nicht respektierter Warnung in der Regel nicht ab. Auch im Sommer können einzelne Strecken durch Schneefall oder Sandstürme kurzfristig gesperrt sein.

  • Touren zu Vulkanen und Eishöhlen nur mit zertifizierten Anbietern

    Selbstexploration aktiver Vulkane oder Gletscher ist lebensgefährlich, jeder Sommer fordert Opfer unter Reisenden, die ohne Führer in Eishöhlen oder auf Gletscherzungen gegangen sind. Zertifizierte Anbieter haben aktuelle Lageinformationen, Helme, Steigeisen und Funkverbindung, die Mehrkosten von 80 bis 250 Euro sind eine sinnvolle Versicherung.

  • Barrierefreiheit eher begrenzt

    Klassische Highlights wie Geysir, Gullfoss, Skógafoss und der Reynisfjara-Strand sind über gut ausgebaute Wege auch für Rollstuhl-Nutzer und Familien mit Kinderwagen erreichbar. Vulkanwanderungen, Eishöhlen und Hochland-Touren sind dagegen nicht barrierefrei. Die Hauptbäder Blue Lagoon und Sky Lagoon haben Rollstuhl-Hebelifte ins Wasser, Reservierung im Voraus empfohlen.

  • Tageslicht clever nutzen

    Im Sommer lohnt es sich, klassische Hotspots wie den Skógafoss oder die Diamond Beach gegen Mitternacht zu besuchen, weil das Licht warm bleibt und die Tagesbusse weg sind. Im Winter dagegen muss jede Tour um die wenigen Stunden Tageslicht zwischen 11 und 15 Uhr herum geplant werden, für das Fotografieren bedeutet das eine knappe Goldene-Stunde-Phase pro Tag.

  • Respekt vor Naturreserven und Moos

    Die isländische Vegetation ist extrem empfindlich, die Wollmoos-Polster auf den Lavafeldern brauchen Jahrzehnte, um sich von einem einzigen Tritt zu erholen. Offroad-Fahren ist generell verboten und wird mit hohen Bußgeldern bis zu mehreren tausend Euro geahndet. Markierte Wege und Parkplätze sind keine Empfehlung, sondern verbindlich.

Insider-Tipps für Elemente-Liebhaber

Bonus-Tipp Snæfellsnes-Halbinsel

Die Snæfellsnes-Halbinsel im Westen Islands wird gerne als kleines Island in einem Land bezeichnet, weil sie auf gut hundert Kilometern Küstenlinie alle wesentlichen Landschaftstypen kombiniert. Im Zentrum steht der Snæfellsjökull, ein gletscherbedeckter Stratovulkan, der Jules Verne als Eingang zum Erdmittelpunkt diente. Die Südküste mit den Klippen von Arnarstapi und den Lavabuchten von Hellnar ist im Sommer ein Paradies für Spaziergänger und Vogelbeobachter, die Nordküste mit dem Hafen von Stykkishólmur und dem Berserkjahraun-Lavafeld lohnt einen ganzen Tag.

Bonus-Tipp Westfjorde im Sommer

Die Westfjorde im Nordwesten Islands sind die abgelegenste und am wenigsten bereiste Region der Insel, die Hauptstadt Ísafjörður erreicht man von Reykjavík nur über eine sechs- bis siebenstündige Autofahrt oder einen kurzen Flug. Wer im Juni, Juli oder August Zeit für drei zusätzliche Tage hat, fährt zum Vogelfelsen Látrabjarg im Westen, zum Wasserfall Dynjandi und zum strandfarbenen Sandstrand Rauðasandur. Die Naturreserve Hornstrandir auf der nördlichsten Halbinsel ist nur per Schiff oder Wanderung zugänglich und gilt als das letzte echte Wildnis-Refugium Europas.

Häufige Fehler bei der Island-Planung

Wer Island zum ersten Mal bereist, unterschätzt regelmäßig die Distanzen die Ringstraße hat rund 1.330 Kilometer, ein realistischer Tagesschnitt mit Stopps liegt bei 150 bis 250 Kilometern, nicht bei 400. Eine komplette Inselumrundung in fünf Tagen ist deshalb mehr Autofahrt als Erlebnis. Die zweite klassische Fehleinschätzung ist das Wetter wer mit kontinentaler Sommer-Erwartung kommt, friert in einer normalen Juli-Nacht bei 8 Grad und Wind unangenehm. Drittens wird die Vorbuchung von Eishöhlen, Wal-Touren und Hochland-Unterkünften unterschätzt, in der Hochsaison sind viele Anbieter Wochen im Voraus ausgebucht.

Ebenfalls oft übersehen wird die Pufferzeit für Wetterabsagen. Im Winter sollte ein zweiwöchiger Aufenthalt mindestens zwei bis drei Tage Reserve einplanen, wer einen knappen Anschlussflug oder eine knappe Tour-Sequenz hat, riskiert Frust. Besser flexibel planen, kürzere Tagesetappen wählen und mit der Insel statt gegen sie reisen.

HÄUFIGE FRAGEN

Wann ist die beste Reisezeit für Island?

Für Mitternachtssonne, Hochland-Touren und Wal-Watching von Mitte Juni bis Mitte August. Für Nordlichter und Eishöhlen von Ende September bis Mitte März. Wer beides kombinieren will, kommt im September oder frühen Oktober, dann sind viele F-Straßen noch offen und die Nächte bereits dunkel genug für Aurora-Beobachtung.

Wie viele Tage sollte ich für eine Elemente-Reise einplanen?

Sieben bis zehn Tage sind ein guter Schnitt, um Reykjavík, den Süden mit Vulkanen, Wasserfällen und Gletschern sowie den Norden mit Húsavík und Mývatn entspannt zu verbinden. Für eine komplette Ringstraßen-Umrundung mit ausreichenden Stopps planen Sie 10 bis 14 Tage. Vier bis fünf Tage reichen nur für Reykjavík plus südliche Ringstraße bis maximal Jökulsárlón.

Wie sicher sind Vulkan-Wanderungen am Fagradalsfjall?

Bei freigegebenen Routen und stabiler Aktivitätslage sind geführte Wanderungen sicher und werden vom isländischen Zivilschutz eng begleitet. Sperrungen ohne Vorwarnung sind möglich, aktuelle Informationen liefern die offiziellen Portale wie visiticeland.com. Selbstexploration ohne aktuelle Information ist lebensgefährlich, weil Lavafelder noch heiß sein und Gase entweichen können.

Wo sehe ich am sichersten Nordlichter?

Außerhalb von Reykjavík in dunklen Gebieten ohne Lichtverschmutzung, klassisch im Þingvellir-Nationalpark, an der Südküste bei Vík oder im Norden bei Mývatn. Vorhersagen liefert der Aurora Forecast des isländischen Wetterdienstes. Wer keinen eigenen Mietwagen hat, bucht eine geführte Tour ab Reykjavík mit kostenloser Wiederholung bei Misserfolg für rund 80 bis 120 Euro.

Welche Bekleidung brauche ich auf Island?

Zwiebelprinzip in jeder Saison. Funktionsunterwäsche, Fleece-Mittelschicht und eine wind- und wasserdichte Außenschicht sind Pflicht, dazu Mütze und Handschuhe auch im Sommer. Im Winter zusätzlich Daunenjacke, Skihose, warme Stiefel und Spikes für vereiste Wege. Festes Schuhwerk für alle Wanderungen, Badebekleidung für die zahlreichen Geothermalbäder.

Brauche ich einen Allrad-Mietwagen?

Für die asphaltierte Ringstraße, den Golden Circle und die südliche Küste reicht im Sommer ein Frontantrieb-Fahrzeug. Sobald Sie ins Hochland auf F-Straßen wollen oder im Winter reisen, ist ein echter Allrad-Wagen Pflicht, viele Versicherungen schließen Schäden auf F-Straßen mit 2WD-Fahrzeugen komplett aus. Hochland-Saison ist Mitte Juni bis Anfang September.

Wie funktioniert eine Eishöhlen-Tour?

Eishöhlen-Touren laufen von Mitte November bis Mitte März, meist ab Jökulsárlón mit Super-Jeep-Transfer zum jeweils sicheren Höhlensystem unter dem Vatnajökull. Dauer drei bis sechs Stunden, Preis 150 bis 250 Euro pro Person, Vorbuchung mehrere Wochen im Voraus dringend empfohlen. Selbstexploration ist lebensgefährlich, weil Eishöhlen ohne Vorwarnung einstürzen können.

Wo sehe ich am besten Wale auf Island?

Die Skjálfandi-Bucht bei Húsavík im Norden gilt als beste Wal-Region Europas mit Sichtungs-Quoten nahe 100 Prozent für Buckelwale zwischen Juni und August. Auch Akureyri, Reykjavík und Ólafsvík bieten Wal-Touren, jeweils mit etwas geringeren aber soliden Sichtungs-Wahrscheinlichkeiten. Klassische Touren mit Eichenschiff oder Hybrid-Boot dauern drei bis vier Stunden und kosten 95 bis 130 Euro.

Wie teuer ist Island wirklich?

Island gehört zu den teuersten Reiseländern Europas, ein Standard-Mittagessen kostet 25 bis 35 Euro, ein Bier rund 12 Euro, ein einfaches Hotel im Doppelzimmer 180 bis 300 Euro pro Nacht. Mietwagen mit Allrad in der Hochsaison ab 130 Euro pro Tag. Sparen können Sie durch Self-Catering aus Discountern wie Bónus und Krónan, durch Camping in der Hochsaison und durch Reisen im Schultersaison-Fenster.

Was bedeutet die Mitternachtssonne praktisch?

Auf dem isländischen Festland geht die Sonne Mitte Juni für wenige Stunden knapp unter den Horizont, der Himmel bleibt aber komplett hell, praktisch sind das rund 21 bis 22 Stunden Helligkeit pro Tag. Echte über dem Horizont stehende Mitternachtssonne gibt es nur auf der nördlich vorgelagerten Insel Grímsey direkt am Polarkreis. Verdunkelungs-Schlafmasken für das Schlafzimmer sind ein praktischer Tipp.

Wie verhalte ich mich am Reynisfjara-Strand richtig?

Der schwarze Sandstrand bei Vík ist wegen sogenannter Sneaker-Waves gefährlich, einzelne große Wellen laufen ohne Vorwarnung deutlich weiter den Strand hinauf als der Durchschnitt. Halten Sie mindestens 30 Meter Abstand zur Wasserlinie, drehen Sie der Brandung nie den Rücken zu und respektieren Sie das vor Ort installierte Ampelsystem. Rot bedeutet absolutes Strandverbot, Gelb erhöhte Vorsicht, Grün normale Bedingungen.

Wo finde ich aktuelle Reise-Informationen für Island?

Das offizielle Tourismusportal visiticeland.com bietet verlässliche Informationen zu Routen, Sperrungen, Wettersituation und aktuellen Vulkan-Aktivitäten. Für Wetter ist der isländische Wetterdienst die erste Anlaufstelle, für Straßen-Status das Straßen- und Küstenamt. Aurora-Vorhersagen liefert ebenfalls der Wetterdienst mit einem Drei-Tages-Forecast.
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