Hohegeiß liegt auf rund 642 Metern im Oberharz und ist damit der höchstgelegene staatlich anerkannte Erholungsort in Niedersachsen. Der Ortsteil von Braunlage im Landkreis Goslar zählt rund 600 Einwohner und versteckt sich am südöstlichen Zipfel des Bundeslands, eingerahmt von der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt und Thüringen. Wer ein ruhiges Bergdorf abseits der Wurmberg-Lifte sucht, wandern, langlaufen oder höhenklimatisieren will, findet hier die kompakte Mischung aus Skiwiese, Nordic-Walking-Park und Brockenblick. Anders als das größere Braunlage bleibt Hohegeiß überschaubar — ein Hauptort mit Pension-Charakter, dahinter direkt der Wald.
Anreise und Erreichbarkeit
Hohegeiß liegt am Schnittpunkt der drei Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen — die Anreise hat mehrere Wege, alle führen über die B4 oder die L601. Aktuelle Service-Adressen pflegt die Tourist-Information am Kapitelsberg auf braunlage.de.
Mit dem Auto
Aus Norden fährst du die A7 bis Abfahrt 67 Seesen, dann über die B243 und B4 in 45 Minuten ins Bergdorf. Aus Westen geht es ab Hannover über A7 und B4 in zwei Stunden. Aus Osten kommst du via A38 ab Nordhausen und über die B243 in 35 Minuten. Aus Süden ist Göttingen über A7 und B27 die schnellste Verbindung.
Im Winter brauchst du Winterreifen — Schnee liegt auf 642 m oft ab Mitte November bis April. Die Auffahrt aus Walkenried (B4) und aus Braunlage (B4) ist gut geräumt, die kleinen Nebenstraßen über das Brunnenbachtal können bei Glätte heikel sein. Wer Sonntagnachmittag heimfährt, plant 30 Minuten Puffer ein — die Bergabfahrt Richtung Walkenried staut sich an Tagen mit Sonnenschein.
Mit der Bahn
Bahnhof gibt es in Hohegeiß keinen mehr — die Südharzstrecke wurde 1963 stillgelegt. Du steigst entweder in Walkenried aus (RE Northeim–Nordhausen, 9 km südöstlich) oder in Bad Harzburg (RE Hannover–Bad Harzburg, 35 km nordwestlich). Vom Bahnhof Walkenried bringt dich der Linienbus 472 (KreisVerkehr Goslar) in 25 Minuten ins Bergdorf, von Bad Harzburg über Braunlage der 820 in einer Stunde. Aktuelle Verbindungen prüfst du auf bahn.de.
Wer kein eigenes Auto mitbringt, sollte vorher mit der Pension klären, ob ein Shuttle vom Bahnhof Walkenried oder Braunlage angeboten wird — viele kleinere Häuser holen Gäste am Wochenende ab.
Mit dem Flugzeug
Nächster Verkehrsflughafen ist Hannover (HAJ), etwa 155 km entfernt. Vom Flughafen mit der S5 in 17 Minuten zum Hauptbahnhof, dort RE10 nach Bad Harzburg und Bus 820 weiter. Gesamtzeit Flughafen → Hohegeiß: rund vier Stunden inklusive Umstiege. Schneller geht es per Mietwagen ab Flughafen, rund zweieinhalb Stunden über A7 und B4.
Parken vor Ort
Im Ort gibt es drei zentrale Parkbereiche: Parkplatz am Kapitelsberg (kostenlos für Übernachtungsgäste mit HarzCard), Parkplatz an der Skiwiese am Brandhai (4 EUR pro Tag in der Wintersaison) und der Wanderparkplatz am Wurmberg-Anschluss (kostenfrei). Pensionen und Hotels haben in der Regel eigene Parkplätze — frag bei der Buchung gezielt nach. Im Februar an Schneetagen und im Sommer an Wandertagen sind die Parkplätze ab 10 Uhr voll.
Wandern und Wintersport im Oberharz
Hohegeiß liegt mitten im Naturpark Harz — hier beginnen klassische Wanderwege Richtung Brocken, dazu eigene Skipisten und einer der größten Nordic-Walking-Parks Norddeutschlands. Drei Schwerpunkte:
Skiwiese am Brandhai
Die Skiwiese am Brandhai ist die Hohegeißer Variante des Wintersports — überschaubar, familientauglich, deutlich günstiger als der Wurmberg in Braunlage. Ein Schlepplift, eine Hauptpiste mit etwa 400 Metern Länge, dazu eine Übungswiese für Anfänger. Tagesticket Erwachsene rund 18 EUR, Kinder 12 EUR, Saison von Mitte Dezember bis Mitte März bei ausreichend Schnee. Lift- und Pistenstatus über die Tourist-Information abrufbar. Skischule mit Gruppenkursen am Wochenende, Skiverleih an der Talstation. Wer ernsthaft Ski fahren will, kombiniert mit dem Wurmberg-Skigebiet (Tagesticket rund 38 EUR, Anfahrt 10 km).
Nordic-Walking-Park Hohegeiß
Hohegeiß ist Sitz des Nordic-Walking-Parks Hohegeiß — mit rund 220 km markierten Strecken einer der größten in Norddeutschland. Sechs ausgeschilderte Routen verschiedener Schwierigkeitsgrade starten am Kapitelsberg, von der 4-km-Einsteigerschleife bis zur 22-km-Tour Richtung Sachsenstein. Stockverleih am Kurhaus, Einsteigerkurse zweimal pro Woche in der Saison. Lohnt sich für Frühjahr und Herbst, wenn das Wetter zum längeren Gehen passt.
Wanderwege Richtung Brocken und Sachsenstein
Der Kaiserweg, die historische 75-km-Fernwanderroute Bad Harzburg–Walkenried, führt direkt durch Hohegeiß. Tagesabschnitt ab Bergdorf: 12 km bis Walkenried (350 Höhenmeter bergab) oder 18 km bergauf nach Torfhaus. Vom Torfhaus aus startet der Goetheweg zum Brocken (16 km, 600 Höhenmeter, vier bis fünf Stunden). Der lokale Hausberg ist der Wurmberg (971 m, höchster Berg Niedersachsens), 6 km nordwestlich, mit Sessellift erreichbar. Nach Süden lockt der Sachsenstein bei Walkenried — Karstlandschaft mit Höhlen und Schaubergwerk. Insgesamt sind im Nationalpark Harz über 600 km Wanderwege markiert.
Top-Sehenswürdigkeiten
Aussichtspunkt Kapitelsberg
Hausberg-Aussichtspunkt direkt am Ortsrand, rund 680 m hoch. Bei klarem Wetter siehst du von hier den Brocken im Norden, den Wurmberg, das Bodetal und bis zum Kyffhäuser im Süden. Wanderweg ab Kurhaus etwa 20 Minuten, Schautafel mit Bergverzeichnis am Plateau. Eintritt frei, ganzjährig.
Loipennetz Hohegeiß
Im Winter verläuft direkt am Ort eines der nördlichsten zusammenhängenden Loipennetze Deutschlands — rund 65 km gespurte Loipen ab Mitte Dezember. Anschluss an das Braunlager Netz und Richtung Sachsen-Anhalt. Loipenpass über die Tourist-Information, kein Tagesticket nötig. Auch für Skating-Stil maschinell gespurt.
Höhlenwelt Walkenried-Sachsenstein
Karstlandschaft 9 km südöstlich mit Schaubergwerk, Karsthöhlen und Klosterruine Walkenried (UNESCO-Welterbe-Anhang Bergwerk Rammelsberg). Eintritt Klosterruine 8 EUR, Höhlenführung ab 12 EUR. Lohnt sich als ganzer Halbtags-Ausflug, im Sommer und bei Regen gleichermaßen interessant.
Wurmberg-Sessellift
Auf den höchsten Berg Niedersachsens (971 m), 10 km nordwestlich in Braunlage. Sessellift in zwei Sektionen, Berg- und Talfahrt Erwachsene rund 14 EUR, Familienkarte 32 EUR. Oben Aussichtsplattform, Bergrestaurant, im Winter mehrere Pisten. Lohnt sich für jeden Hohegeiß-Besuch — die Aussicht reicht bei klarem Wetter bis zum Brocken.
Dorfkirche Hohegeiß
Schlichte Bergkirche aus dem 18. Jahrhundert am Marktplatz, 1734 als Saalbau errichtet. Im Innenraum ein historischer Kanzelaltar von 1748. Eintritt frei, geöffnet werktags 10 bis 17 Uhr. Lohnt sich für einen kurzen Besuch in Verbindung mit dem Marktplatz-Spaziergang.
Grünes Band zum Dreiländerstein
Östlich von Hohegeiß verläuft die ehemalige innerdeutsche Grenze von 1945 bis 1990 — heute Grünes Band mit renaturierten Sperranlagen. Wanderweg ab Ortsrand zum Dreiländerstein (Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) etwa 7 km. Schautafeln des BUND erzählen die Grenzgeschichte. Eintritt frei.
Aktivitäten und Erlebnisse
Was du in Hohegeiß unternimmst, hängt von Saison und Reisegruppe ab. Vier Konstellationen:
Im Frühling und Herbst
- Nordic Walking auf einer der sechs markierten Routen — 4 bis 22 km, Stockverleih am Kurhaus
- Wandern auf dem Kaiserweg, am Grünen Band oder Richtung Wurmberg — Routen 6 bis 18 km
- Mountainbike: rund 2.200 km markierte MTB-Strecken im Harz, Verleih in Braunlage, Tagespreis ab 28 EUR
- Höhenluftkur für Pollenallergiker — Hohegeiß liegt deutlich über der Pollenwolke des Tieflands
Im Sommer
- Wandern zum Brocken über Torfhaus mit Tagestour 30 km gesamt
- Sessellift Wurmberg auf den höchsten Berg Niedersachsens, Aussichtsplattform und Bergrestaurant
- Schwimmbad Braunlage: Hallen- und Freibad mit Saunalandschaft, 10 km, Tagesticket rund 12 EUR
- Klosterführung Walkenried: UNESCO-Welterbe-Anhang, 9 km südöstlich
Mit Kleinkindern
Spielplatz am Kapitelsberg, kleines Streichelgehege im Naturpark-Erlebniszentrum Braunlage (10 km), kindgerechte Waldwege ab Kurhaus. Im Winter eignet sich die Skiwiese am Brandhai für die ersten Skiversuche — flache Übungswiese, kurzer Schlepplift, weniger überlaufen als der Wurmberg.
Bei Regen und Schlechtwetter
- Klosterruine Walkenried: UNESCO-Welterbe-Anhang, überdachter Kreuzgang, 9 km
- Schaubergwerk Rammelsberg in Goslar (45 km) — Untertage-Führung 90 Minuten
- Hexen-Welt Schierke mit Hexenmuseum (15 km östlich)
- Iberger Tropfsteinhöhle bei Bad Grund (40 km)
Gastronomie und regionale Spezialitäten
Die Hohegeißer Küche ist Oberharz-deftig: Wild aus den umliegenden Wäldern, Forelle aus Bach und Talsperre, dazu Klöße, Rotkohl oder Bratkartoffeln. Die historische Salzkarrenroute hat Spuren in der Tradition hinterlassen — Salzgebäck und gepökelte Schinken gehören zur Region. Vier Anlaufstellen:
Restaurants im Ort
- Berghotel Tannenpark: regionale Wildküche mit Hirschragout und Rehrücken, Hauptgericht 18 bis 28 EUR, Reservierung am Wochenende empfehlenswert
- Gasthof Zum Kapitelsberg: traditionelle Bergwirtschaft, Forelle Müllerin Art und Bratkartoffeln-Klassiker, Hauptgericht 14 bis 22 EUR
- Pension Waldfrieden: kompakte Mittagskarte für Tagesgäste, Suppen und einfache Gerichte ab 9 EUR
Cafes und Backwaren
Das Café am Marktplatz führt Kuchen aus eigener Backstube, im Sommer mit Terrasse Richtung Dorfkirche. Sonntags treffen sich Wanderer ab 14 Uhr auf eine kleine Auswahl Apfel-, Streusel- und Bienenstichkuchen.
Berghütten und Einkehr unterwegs
Auf dem Wurmberg-Plateau liegt das Wurmberg-Bergrestaurant mit ganzjähriger Küche — Bratkartoffeln, Hüttengulasch, im Winter Glühwein. Mit dem Sessellift erreichbar oder zu Fuß über den Hauptpfad. Auf halbem Weg zwischen Hohegeiß und Wurmberg liegt die Hanskühnenburg — historische Schutzhütte aus den 1920ern, nur an Wochenenden bewirtet, dafür mit hausgemachter Erbsensuppe.
Markttag und Direktverkauf
Wochenmarkt jeden Freitag von 9 bis 13 Uhr am Marktplatz im Ortskern Braunlage (10 km, Bus 820). Direktverkauf von Wild aus dem eigenen Forstrevier, Käse aus den Sauermilch-Bauernhöfen rund um Walkenried, geräucherte Forellen aus den Bode-Zuchtanlagen. Wer in einer Ferienwohnung kocht, deckt sich hier ein.
Regionale Spezialitäten zum Mitnehmen
- Harzer Käse aus Sauermilch (kräftiger Geschmack, geringer Fettgehalt), beim Bauern-Direktverkauf in Walkenried oder Braunlage
- Bergmanns-Schnaps aus regionalen Brennereien, klassische Sorten Kümmel und Hagebutte
- Harzer Schinken trocken gepökelt von kleinen Hofmetzgereien
- Brockenkristall aus der Glasmanufaktur Derenburg (rund 50 km nordöstlich)
Events und Saisonkalender
Hohegeiß selbst ist eher ruhig, was Großevents angeht. Die wichtigsten Termine in der Region — generisch nach Quartal, weil Datums sich jährlich verschieben:
Frühjahr (April bis Juni)
Saisonstart der Pensionsküchen Anfang Mai, parallel öffnen die Stockverleihe am Kurhaus. Ende April die Walpurgisnacht mit großen Ortsteil-Feiern in Schierke und Thale (15 bis 30 km östlich) — Brockenfahrer schwärmen aus, Hohegeiß bleibt das ruhige Basislager. Im Juni läuft die Wanderhochsaison an, der Buchenwald am Kaiserweg ist frisch grün.
Sommer (Juli bis September)
Sommer-Hochsaison für Wanderer und Höhenluftkur-Gäste. Ende Juli das Brockenjäger-Sommerfest in Braunlage (10 km), kleine Volksfeste in den Nachbarorten. Im August Kurkonzerte am Kapitelsberg, kostenlos. Anfang September lockt der Bergmusiktag in Walkenried mit Klosterkonzert und Open-Air-Veranstaltungen am Sachsenstein.
Herbst (Oktober bis November)
Goldener Oktober mit klarer Sicht zum Brocken — beste Foto- und Wandersaison. Anfang Oktober die Harzer Wandernadel-Stempelzeit, viele Nachbarorte richten Wanderfeste aus. Ende Oktober schließen einige Pensionen für Renovierungsarbeiten, im November ist es ruhig — Hochnebel im Tal, oft strahlende Sonne auf 642 m.
Winter (Dezember bis März)
Adventszeit am Marktplatz mit kleinem Bergweihnachtsmarkt im Dezember, Glühwein und Holzhandwerk. Ab Mitte Dezember startet die Skiwiese-Saison, Loipen werden gespurt. Höhepunkt sind die niedersächsischen Faschingsferien Anfang Februar — alle Pensionen sind ausgebucht, der Wurmberg-Sessellift hat Wartezeiten. Wer Ruhe sucht, kommt im Januar zwischen den Feiertagen und Faschingsferien.
Geschichte und Kultur
Hohegeiß wird erstmals 1268 urkundlich erwähnt — damals als Bergsiedlung der Grafen von Honstein. Der Ortsname leitet sich vermutlich von einer Hochweide für Ziegen ab ("hohe Geiß"), der Volksmund kennt aber auch die Deutung als "hohes Geest". Im Mittelalter lebte das Dorf vom Köhlerei- und Salzhandel — die Salzkarrenstraße führte ab dem 14. Jahrhundert direkt durch den Ort.
Vom Bergdorf zum Höhenluftkurort
Lange war Hohegeiß ein abgelegenes Köhlerdorf. Der Wandel begann 1898 mit dem Bau der Südharzstrecke und der Anbindung über Walkenried. Plötzlich konnten Sommerfrischler aus Hannover und Braunschweig binnen weniger Stunden ins Bergdorf kommen. 1949 wurde Hohegeiß als Erholungsort anerkannt, 1972 erfolgte die Eingemeindung nach Braunlage. Den Status als höchstgelegener staatlich anerkannter Erholungsort Niedersachsens trägt der Ort bis heute — Voraussetzung für Kurtaxe-Einnahmen, geförderten Ausbau und das Image als Höhenluftkurort.
Die Hexenverfolgung des 17. Jahrhunderts
Wie viele Harz-Orte hatte Hohegeiß im 17. Jahrhundert seine dunkelste Phase: zwischen 1641 und 1668 wurden mindestens 15 Frauen und drei Männer als angebliche Hexen verurteilt. Der Volksglaube an den Brocken als Hexen-Versammlungsplatz prägte die Region nachhaltig — heute ist das Hexen-Thema tourismusgerecht aufbereitet, etwa im Hexenmuseum Schierke (15 km östlich).
Grenzlage und Grünes Band
Von 1945 bis 1990 lag Hohegeiß direkt an der innerdeutschen Grenze — Sperrzone, Stacheldraht, Beobachtungstürme. Östlich des Ortes verlief die Demarkationslinie zur DDR, der Dreiländerstein (Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) war militärisch gesperrt. Heute ist das Grenzgebiet renaturiert, der BUND betreibt das Grüne-Band-Projekt mit Schautafeln und Wanderrouten. Plattdeutsche Spuren findest du noch in Hofschildern und Straßennamen — die Region grenzt sprachlich an das Mitteldeutsche und das Niederdeutsche.
Wetter und beste Reisezeit
Das Klima in Hohegeiß ist Oberharz-Höhenklima auf 642 Metern — kühle Sommer mit Tagesmitteln um 15 Grad, schneereiche Winter mit Schneetagen von November bis April. Die DWD-Station Braunlage (607 m, 5 km westlich) liefert die nächsten verlässlichen Vergleichswerte: Jahresmitteltemperatur 6,5 Grad, Niederschlag rund 1.300 mm pro Jahr (deutlich mehr als das Harzvorland). Die Hochlage macht Hohegeiß zur einzigen Höhenluftkurort-Adresse in Niedersachsen — besonders interessant für Pollenallergiker im Frühsommer.
Beste Reisezeit für Wanderer
Mai & September
Hochsaison Sommer
Juli & August
Wintersport und Loipen
Januar & Februar
Praktische Tipps
- € Kurtaxe: 2,40 EUR pro Erwachsenem und Tag in der Hauptsaison, 1,20 EUR in der Nebensaison. Wird über die Pension mitabgerechnet, gilt als HarzCard mit Rabatten an Wurmberg-Sessellift, Skiwiese, Klosterruine Walkenried und Schaubergwerk Rammelsberg.
- i Wer mit dem Zug anreist, sollte vorher mit der Pension klären, ob ein Shuttle vom Bahnhof Walkenried oder Braunlage angeboten wird — viele kleinere Häuser holen Gäste am Wochenende ab. Spart eine Stunde Bus-Wartezeit am Anreisetag.
- + Hunde: in Hohegeiß und im Nationalpark Harz ganzjährig erlaubt, Leinenpflicht in Schutzgebieten. Auf den Loipen im Winter nicht erlaubt (Loipenpflege). In Pensionen meist willkommen, Hunde-Zuschlag 6 bis 12 EUR pro Tag.
- ⌘ WLAN und Mobilfunk: kostenfreies Hotspot-Netz im Kurhaus und am Kapitelsberg-Aussichtspunkt. Im Wald oft schwacher Empfang — Karten und Routen offline laden. In den Pensionen verlässlich.
- + Apotheke und Ärzte: keine Apotheke im Ort, nächste in Walkenried (9 km) oder Braunlage (10 km). Hausarztpraxis im Nachbarort Braunlage. Notdienst rotiert mit Bad Sachsa und Walkenried. Nächstes Krankenhaus: Asklepios Harzklinik Goslar (45 km).
- € Geldautomaten: ein Geldautomat der Sparkasse am Marktplatz, weitere Automaten in Walkenried und Braunlage. Viele kleine Pensionen nehmen nur EC-Karte oder Bar — Kreditkarten oft nicht akzeptiert. Bargeld vor Anreise abheben.
- ♿ Barrierefreiheit: Marktplatz und Hauptstraße rollstuhltauglich, Aussichtspunkt Kapitelsberg über befestigten Weg erreichbar. Wanderwege im Nationalpark eingeschränkt, Schaubergwerke nicht barrierefrei. Wurmberg-Sessellift nimmt Rollstuhlfahrer mit Begleitperson mit.
- i Tourist-Information: am Kapitelsberg im Kurhaus, ganzjährig geöffnet, in der Hauptsaison auch Sonntags. Wanderkarten, Loipenstatus, HarzCard-Verkauf, Stockverleih für Nordic Walking, Veranstaltungspläne.
Insider-Tipps
Vier Spots, die nicht in jedem Reiseführer stehen:
Hanskühnenburg-Wandertag am Wochenende
Die historische Schutzhütte zwischen Hohegeiß und Wurmberg ist nur an Wochenenden bewirtet — Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Anstieg von Hohegeiß über den Kaiserweg-Abzweig 1:30 Stunde, 250 Höhenmeter. Hausgemachte Erbsensuppe, selbstgebackener Apfelkuchen, Tee aus Kräutern der Umgebung. Karten nehmen sie nicht — Bargeld dabei haben.
Grünes Band zum Dreiländerstein
Die ehemalige innerdeutsche Grenze zwischen Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verläuft östlich von Hohegeiß. Wanderweg ab Ortsrand zum Dreiländerstein etwa 7 km, mit BUND-Schautafeln zur Grenzgeschichte. Im Mai blüht hier der Frauenmantel, im Herbst lassen sich Kraniche beobachten. Eintritt frei, ganzjährig.
Sternenhimmel im Oberharz
Der Oberharz ist offizielles Sternenpark-Anwärtergebiet — Lichtverschmutzung gehört zu den geringsten in ganz Deutschland. Im Winter ist die Aussicht klarer als im Sommer, beste Beobachtungspunkte am Kapitelsberg und am Wurmberg-Plateau. Die Sternwarte Sankt Andreasberg (15 km nordwestlich) bietet samstags um 21 Uhr Beobachtungsabende, Eintritt rund 6 EUR.
Loipen-Frühaufsteher-Programm
Wer im Januar oder Februar früh aufsteht (vor 8 Uhr), hat die frisch gespurten Loipen praktisch für sich. Die Loipenpflege fährt zwischen 5 und 7 Uhr morgens, danach ist das Spurbild perfekt. Tagesausflügler kommen erst gegen 10 Uhr — diese zwei Stunden sind die schönsten der ganzen Wintersaison. Loipenpass über die Tourist-Information.
Umgebung und Tagesausflüge
Die Region rund um Hohegeiß hat mehr zu bieten als das eigene Bergdorf. Drei Tagestouren für drei Wettertypen:
Bei Sonne: Brocken via Torfhaus (25 km)
Mit dem Auto in 35 Minuten zum Torfhaus, dann zu Fuß über den Goetheweg (16 km, 600 hm) oder mit der Brockenbahn ab Schierke (50 Minuten, ca. 30 EUR). Vor Ort: Brockenhaus-Museum mit Wetterstation-Dauerausstellung, Brockengarten (Alpinpflanzen, Mai bis Oktober), Hexenaltar mit Bronzeguss-Tafel. Mittagessen im Brockenhotel, Rückfahrt mit Bahn oder zu Fuß.
Bei Wechselwetter: Goslar Altstadt (45 km)
Auto 50 Minuten über die B4 und B6. UNESCO-Welterbe seit 1992: Marktplatz mit Glockenspiel viermal täglich, Kaiserpfalz aus dem 11. Jahrhundert, Schaubergwerk Rammelsberg mit Untertage-Tour (rund 16 EUR). Plan einen ganzen Tag — Goslar-Altstadt hat 1.500 Fachwerkhäuser. Kombinieren mit dem Schaubergwerk lohnt sich.
Bei Regen: Klosterruine Walkenried und Höhlen (9 km)
Auto 15 Minuten über die B4 nach Süden. Klosterruine Walkenried als UNESCO-Welterbe-Anhang des Bergwerks Rammelsberg, Eintritt 8 EUR, multimediale Ausstellung in den Mönchszellen. Direkt nebenan die Karstlandschaft am Sachsenstein mit kurzen Höhlen-Spaziergängen. Bei Regen sind Klostergewölbe und Höhlen trocken.
Weitere Tagesziele (50 bis 100 km)
- Quedlinburg: UNESCO-Welterbe, 60 km östlich, 1.300 Fachwerkhäuser
- Wernigerode: buntestes Schloss Deutschlands (Neugotik 1885), 40 km nordöstlich
- Kyffhäuser: Barbarossa-Denkmal und Burgruine, 70 km südöstlich




