Die AQACUR Badewelt liegt im Kurort Bad Kötzting im Landkreis Cham und gehört zu den wichtigsten Erlebnisbädern im Bayerischen Wald. Eröffnet wurde der Bau in seiner heutigen Form 2009 als Nachfolger des älteren Kurmittel-Hauses, Träger ist die Stadt Bad Kötzting in Kooperation mit einem privaten Betreiber. Auf rund 4.500 Quadratmetern Wasserfläche und Saunalandschaft kombiniert die Anlage drei Welten — ein Erlebnisbad mit 80-Meter-Riesenrutsche, Strömungskanal und Sprudelliegen, einen Thermalbereich mit 32 Grad warmem Solewasser und Kuppel-Dampfbad sowie eine Sauna-Landschaft mit finnischer Sauna, Bio-Sauna, Dampfbad und Außen-Saunahaus am Naturteich. Der Eintritt für drei Stunden liegt bei rund 15 Euro für Erwachsene, ein Tagesticket kostet rund 19 Euro, der Sauna-Aufpreis beträgt rund 5 Euro pro Eintritt. Geöffnet ist ganzjährig täglich, montags meist erst ab Mittag, in Schulferien gelten verlängerte Öffnungszeiten bis 22 Uhr.
Anreise und Erreichbarkeit
Bad Kötzting liegt im Tal der Weißen Regen zwischen Kaitersberg und Hohem Bogen, rund 25 Kilometer östlich der Kreisstadt Cham und etwa 55 Kilometer nordöstlich von Regensburg. Die AQACUR Badewelt liegt am südöstlichen Stadtrand auf einer leichten Anhöhe, von der man bei klarem Wetter über die Dächer des Kurorts bis hinauf zum Arber schaut. Wer hierher kommt, kombiniert den Besuch häufig mit einem Bummel durch den historischen Marktplatz, einer Wanderung auf den Ludwigsberg oder einer Etappe auf dem Goldsteig.
Mit dem Auto
Aus Norden fährt man über die A3 bis zur Ausfahrt Straubing oder Regensburg-Ost und folgt der B20 oder der A93 bis zur B85, die direkt nach Bad Kötzting führt. Aus dem Münchner Raum nimmt man die A92 bis Deggendorf, weiter über die B11 nach Viechtach und über die Staatsstraße nach Bad Kötzting. Direkt am Bad gibt es einen großen kostenfreien Parkplatz für rund 250 Pkw und mehrere Reisebus-Stellplätze, in den Schulferien und an Schlechtwetter-Tagen kann er nachmittags voll sein.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Der Bahnhof Bad Kötzting liegt an der Bahnstrecke Cham–Lam und wird stündlich von der Waldbahn bedient, die Fahrt vom Knoten Cham dauert rund 20 Minuten. Vom Bahnhof sind es rund 1,5 Kilometer zur Badewelt, im Sommer fährt der Ortsbus mehrmals täglich bis vor das Haus. Wanderer und Tagesgäste nutzen das Bayerwald-Ticket, das im gesamten Landkreis Cham gilt und die Linienbusse mit einschließt.
Mit dem Flugzeug
Der nächste internationale Flughafen ist München-Erding, von dort sind es über A92 und B85 rund 170 Kilometer und etwa 1:50 Stunden Fahrt. Nürnberg ist mit rund 180 Kilometern eine Alternative für Anreisen aus Nordwesten, Linz Hörsching mit 130 Kilometern für Gäste aus Wien und Südosteuropa. Mietwagen sind an allen drei Flughäfen verfügbar, in Bad Kötzting selbst gibt es keine Mietwagen-Station.
Vor Ort bewegen und Parken
Vom Parkplatz sind es nur wenige Schritte bis zur Kasse, alle Bereiche sind ebenerdig und mit Aufzug auch für Gehbehinderte erreichbar. Behindertenparkplätze liegen direkt am Eingang, ein barrierefreies WC und ein Pflege-Wickelraum sind im Eingangsbereich vorhanden. Schließfächer im Umkleidebereich kosten 1 Euro Pfand, Föhne stehen kostenlos zur Verfügung, Bademantel und Handtuch können an der Kasse gegen Pfand geliehen werden.
Die drei Welten der AQACUR Badewelt
Die AQACUR ist räumlich klar in drei Welten gegliedert, die jeweils einen eigenen Charakter und ein eigenes Publikum haben. Wer mit Kindern kommt, bleibt meist im Erlebnisbad, Wellness-Gäste wandern direkt in den Thermalbereich, und das Saunagelände ist abends ein eigener Mikrokosmos mit Aufgüssen und Ruhe-Inseln.
Erlebnisbad mit Riesenrutsche
Das Erlebnisbad bildet das Herz der Anlage und richtet sich vor allem an Familien und Jugendliche. Das Hauptbecken hat 25 Meter Länge und sechs Bahnen für Schwimmer, daneben liegt ein flacheres Erlebnisbecken mit Strömungskanal, Sprudelliegen, Massagedüsen und Bodenblubber. Die 80 Meter lange Riesenrutsche startet aus rund acht Metern Höhe an einem Turm und endet in einem separaten Auslaufbecken, alternativ gibt es eine kürzere Familienrutsche für jüngere Kinder.
Thermal- und Solebereich
Im hinteren Trakt liegt der ruhigere Thermalbereich mit einem 32 Grad warmen Solethermal-Becken aus mineralreichem Wasser, das in der Bad Kötztinger Tiefenquelle gefördert wird. Massage-Düsen, Sprudelliegen und Nackendusche entlasten Rücken und Schultern, in der angrenzenden Kuppel liegt ein Sole-Dampfbad mit feinem Salznebel. Zwei Außenbecken mit Blick auf die Wiesen am Stadtrand sind ganzjährig auf 32 Grad geheizt und auch im Winter beliebt.
Sauna-Landschaft am Naturteich
Der Sauna-Garten ist als eigene Welt gestaltet und über einen Bademantel-Gang vom Hauptbad erreichbar. Vier Innen-Saunen mit Temperaturen zwischen 60 und 95 Grad — finnische Sauna, Bio-Sauna, Kräuter-Sauna und Dampfbad — wechseln sich mit Tauchbecken, Erlebnis-Duschen und Ruhe-Räumen ab. Im Außenbereich liegt ein Saunahaus aus Lärchenholz am kleinen Naturteich, in dem Gäste sich nach dem Aufguss abkühlen können, daneben gibt es eine Kelo-Sauna mit 90 Grad und stündlichen Aufgüssen.
Die 6 Becken im Überblick
Sportbecken 25 Meter
Sechs Bahnen, 1,35 bis 1,80 Meter tief, 28 Grad warm. Ideal für Bahnenschwimmer, im Vormittagsbereich oft von Schulen und Vereinen belegt, ab Mittag durchgehend für Gäste frei.
Erlebnisbecken
Flacheres Becken mit 30 Grad Wassertemperatur, Sprudelliegen, Massage-Düsen und Strömungskanal. Bodenblubber und Nackendusche entlasten zwischen den Bahnen.
Solethermal-Becken
32 Grad warmes, mineralreiches Solewasser im Innenbereich. Sprudelliegen und Massage-Düsen, Ruhe-Charakter, Zugang erst ab 14 Jahren erlaubt.
Außen-Solebecken
Ganzjährig auf 32 Grad geheiztes Außenbecken mit Blick auf die Wiesen am Stadtrand. Besonders im Winter beliebt, wenn Dampf über dem Wasser steht.
Kinder-Plansch
Eigener Bereich für Kleinkinder mit 33 Grad Wassertemperatur, Wasserpilz, Mini-Rutsche und Spritz-Tieren. Eltern sitzen auf flachen Sitzstufen direkt am Beckenrand.
Rutschen-Becken
Separates Auslaufbecken für die 80 Meter lange Riesenrutsche und die kürzere Familienrutsche. Tiefe 1,20 Meter, Aufsicht durch eigenen Bademeister an der Rutsche.
Tickets, Becken und Bereiche im Vergleich
Preise sind Richtwerte aus der Saison 2025 und können je nach Wochentag und Aktion abweichen. Mit der Gästekarte Bayerischer Wald gibt es rund zehn Prozent Rabatt auf die Tageskarte.
Geschichte und Charakter des Hauses
Bad Kötzting ist seit den 1970er Jahren als Heilbad anerkannt und verdankt seinen Kurort-Status den Solequellen am südlichen Stadtrand, die schon im 19. Jahrhundert für die ersten Bäder genutzt wurden. Das alte Kurmittel-Haus war ab 1976 zentraler Ort für Reha-Maßnahmen, geriet aber in den 1990er Jahren in die Jahre. Mit dem Neubau der AQACUR Badewelt 2009 entstand ein modernes Erlebnisbad, das den Kurcharakter mit einem Familienangebot verbindet — ein Modell, das viele kleinere Heilbäder seitdem ähnlich umgesetzt haben.
Die Sole und ihre Wirkung
Das Bad Kötztinger Solewasser wird aus rund 470 Metern Tiefe gefördert und enthält neben Natriumchlorid auch Magnesium, Calcium und Spurenelemente. Mit einer Solekonzentration von rund drei Prozent liegt es im typischen Bereich von Solebädern und wirkt entlastend auf Haut, Atemwege und Bewegungsapparat. Ein Aufenthalt von 20 bis 30 Minuten gilt als optimal, danach empfiehlt sich eine Ruhe-Phase auf den Liegen im Thermalbereich.
Architektur und Materialien
Der Bau von 2009 setzt auf eine offene Halle mit Glasfassaden zum Süden, sodass viel Tageslicht in die Becken fällt. Tragende Holz-Leim-Binder spannen über die zentrale Schwimmhalle, in Wand- und Deckenbereichen wurde Lärchen- und Fichtenholz verbaut. Im Sauna-Garten dominieren Holz, Naturstein und Wasser, der Naturteich mit Schilf-Rand wurde als Habitat für Libellen und Frösche angelegt und ist in den Sommermonaten ein eigener kleiner Lebensraum am Rand der Anlage.
Service, Sicherheit und Hygiene
Die AQACUR betreibt ein eigenes Wasseraufbereitungs-Haus mit moderner Mehrschicht-Filter-Technik und UV-Desinfektion, das den Chlor-Anteil im Wasser deutlich unter den gesetzlichen Höchstwerten hält. Sichtbar wird das vor allem am milden Geruch im Hallenbad, der für viele Stammgäste ein wichtiger Komfort-Faktor ist. Drei Bademeister sind in der Hauptzeit gleichzeitig im Einsatz, einer davon ständig am Rutschen-Becken.
Bademeister-Aufsicht
Eigene Aufsichts-Posten gibt es am Sportbecken, am Erlebnisbecken und an der Rutsche, das Solethermal-Becken wird per Kamera mit überwacht und einmal pro halbe Stunde direkt aus dem Wasser geprüft. Erste-Hilfe-Material und Defibrillator stehen am Bademeister-Stand bereit, alle Mitarbeiter sind in lebensrettenden Sofortmaßnahmen geschult und nehmen jährlich an einer Auffrischungs-Übung teil.
Hygiene-Standards
Reinigung läuft in der Hauptzeit alle zwei Stunden in den Duschen, Umkleiden und Toiletten, abends nach Bad-Schluss erfolgt die Grundreinigung mit Desinfektion. Wasserproben werden monatlich durch ein unabhängiges Labor genommen, die Ergebnisse hängen am Eingang aus. Wer empfindlich auf Chlor reagiert, wechselt nach dem Schwimmen ins 32 Grad warme Sole-Becken, dort ist die Belastung deutlich geringer.
Programm, Kurse und Veranstaltungen
Neben dem täglichen Bad-Betrieb bietet die AQACUR ein festes Wochenprogramm mit Schwimmkursen, Aqua-Fitness und Sauna-Events, das vor allem für Stammgäste aus Bad Kötzting und dem Landkreis Cham interessant ist. Auswärtige Gäste können viele Kurse als Drop-in mit Tages-Ticket besuchen, eine Voranmeldung lohnt sich in der Hauptsaison.
Schwimmkurse für Kinder
Am Samstagvormittag laufen Schwimmkurse für Kinder ab fünf Jahren, eine externe Schwimm-Schule arbeitet mit der Badewelt zusammen und bietet Seepferdchen-, Bronze- und Silber-Kurse an. Die Kurse umfassen meist zehn Einheiten zu je 45 Minuten und kosten rund 130 Euro inklusive Eintritt für die Kursteilnehmer. Eltern warten in der Cafeteria mit Blick durch die Glasfront ins Sportbecken.
Aqua-Fitness und Wassergymnastik
Montags, mittwochs und freitags läuft jeweils um 9 Uhr und um 18 Uhr ein Aqua-Fitness-Kurs im Erlebnisbecken, geleitet von einer Sport-Therapeutin der Stadt Bad Kötzting. Die Stunden eignen sich für Anfänger und für Reha-Gäste, der Drop-in kostet 8 Euro Aufpreis auf das Tagesticket. Wer regelmäßig kommen will, nimmt eine Zehner-Karte und spart rund 20 Prozent.
Themen-Aufgüsse im Saunagarten
Stündlich findet im Sauna-Garten ein Aufguss in einer der vier Innen-Saunen oder im Kelo-Holzhaus statt, der Saunameister wechselt nach festem Plan zwischen Eukalyptus, Honig-Salz, Birken-Sud und Wald-Düften. Freitags und samstags läuft ab 20 Uhr ein Themen-Aufguss mit Live-Musik oder Klangschalen, der besonders bei Stammgästen beliebt ist und mit dem Sauna-Plus-Ticket inklusive bleibt.
Praktische Tipps für den Besuch
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Gästekarte nutzen
Mit der Gästekarte Bayerischer Wald gibt es an der Kasse zehn Prozent Rabatt auf Tageskarten und Sauna-Aufpreis, fragen Sie an Ihrer Unterkunft nach der Karte und lassen Sie sich diese aktivieren.
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Frühschwimmer bevorzugt
Dienstags bis freitags ist von 9 bis 11 Uhr deutlich weniger los, Familien mit Kleinkindern profitieren von ruhigen Becken und freien Sprudelliegen, der Wechsel in den Thermalbereich klappt ohne Wartezeit.
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Bademantel mitbringen
Wer Sauna gebucht hat, ist mit eigenem Bademantel und großen Handtüchern flexibler unterwegs. Die Verleih-Optionen kosten je 5 Euro Pfand und sind in der Hochsaison teils vergriffen.
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Sauna-Aufgüsse planen
Die Aufguss-Zeiten hängen am Eingang zum Sauna-Garten aus und finden stündlich in einer der vier Innen-Saunen statt. Wer es ruhiger mag, geht 30 Minuten nach einem Aufguss in dieselbe Sauna und genießt die Hitze ohne Andrang.
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Schließfächer und Pfand
Schließfächer kosten 1 Euro Pfand, ein einziger Mittelpunkt am Eingang gibt das Pfand nach dem Bad zurück. Wertsachen kommen in den separaten Wertfach-Bereich neben der Kasse, der einen eigenen Schlüssel hat.
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Barrierefrei unterwegs
Alle Becken sind über Treppen mit Handlauf oder über einen Lifter erreichbar, das Personal hilft auf Anfrage. Behindertenparkplätze liegen direkt am Eingang, ein Pflege-Wickelraum mit Hebelift steht im Eingangsbereich bereit.
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Sommer und Sonne
An warmen Sommertagen ist das Außenbecken früh morgens besonders schön, die Liegewiese öffnet ab 10 Uhr. Wer drinnen bleiben möchte, plant den Besuch für vormittags und verlässt das Bad vor 14 Uhr, wenn die Familien-Andrang einsetzt.
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☂
Schlechtwetter-Plan
Bei Dauerregen wird die Badewelt zum vollen Ausweich-Ziel, in den Bayerischen Schulferien empfiehlt sich ein Online-Ticket im Voraus, dann entfällt die Warteschlange an der Kasse. Garderoben füllen sich nachmittags besonders schnell.
Insider-Tipps
Aufenthalts-Dauer
Für Familien lohnt sich klar die Tageskarte mit etwa vier bis fünf Stunden Bad-Aufenthalt, für Wellness-Gäste reicht häufig ein Vier-Stunden-Slot am Vor- oder Nachmittag. Wer das Sauna-Plus nimmt, plant mindestens drei Stunden, da der Weg durch alle Saunen mit Pausen und Abkühlungs-Phasen sonst nicht entspannt funktioniert.
Kombinieren mit Kötzting
Direkt nach dem Bad lohnt ein Spaziergang in den historischen Marktplatz mit der Stadtpfarrkirche und dem Pfingstritt-Brunnen. Wer mehr Zeit hat, geht hoch auf den Ludwigsberg mit Aussicht über das Regen-Tal oder fährt 20 Minuten weiter ins Höllbachtal mit seinen Schluchten. Im Winter ergänzt sich der Bad-Besuch ideal mit einer Skitour am Hohen Bogen oder einer Schneeschuh-Wanderung am Kaitersberg.
Mit Kindern unterwegs
Kinder unter sechs Jahren bleiben im Kinder-Plansch, ältere wechseln zwischen Strömungskanal und Riesenrutsche. Eine eigene Schwimmlehrerin gibt am Wochenende Kinder-Schwimmkurse, die nach Voranmeldung gebucht werden können. Das Sauna-Areal ist erst ab 14 Jahren zugänglich, jüngere Kinder bleiben im Schwimm-Bereich unter Aufsicht eines Erwachsenen.



