Der Bayerische Wald hat sich in den letzten zehn Jahren zu einer der dichtesten E-Bike-Regionen Deutschlands entwickelt. Zwischen Großem Arber, Donau und der tschechischen Grenze verlaufen rund 7.000 Kilometer ausgewiesener Radwege, von denen sich mehr als die Hälfte dank des elektrischen Rückenwinds auch für untrainierte Familien öffnet. Verleih-Stationen in Bodenmais, Zwiesel, Spiegelau und Bayerisch Eisenstein halten Pedelecs der Mittelklasse und Hochleistungs-Modelle bereit, und ein dichtes Netz aus rund 180 öffentlichen Akku-Lade-Stationen erlaubt Touren bis zu 100 Kilometer Tagesdistanz. Dieser Überblick stellt zehn Routen vor — von der entspannten Arberseen-Runde bis zur anspruchsvollen Falkenstein-Lusen-Verbindung mit über 1.800 Höhenmetern.

Anreise und Erreichbarkeit der Tour-Startpunkte

Die meisten der zehn vorgestellten Routen lassen sich von Bodenmais, Zwiesel oder Spiegelau aus starten. Diese drei Orte bilden das logistische Rückgrat der E-Bike-Region und sind mit dem Pkw über die A3 und die A92 sowie mit der Bayerischen Waldbahn an das überregionale Verkehrsnetz angebunden. Wer ohne eigenes Rad anreist, plant am besten den Verleih bereits bei der Hotelbuchung mit ein — viele Häuser haben Kooperationsverträge mit lokalen Anbietern.

Mit dem Auto

Aus Norden über die A93 Regensburg-Hof und die A3 Richtung Passau, Ausfahrt Deggendorf, weiter über die B11 nach Regen und die B85 nach Zwiesel. Aus dem Münchner Raum bietet sich die A92 Richtung Deggendorf an, ab Deggendorf identisch wie aus Norden. Für die Donau-Bayerwald-Tour bei Passau ist die Ausfahrt Passau-Nord der direkte Einstieg. Pkw-Stellplätze stehen an allen Bahnhöfen und an den meisten Verleih-Stationen kostenfrei zur Verfügung.

Mit der Bahn und dem ÖPNV

Die Waldbahn verkehrt im Stundentakt zwischen Plattling, Deggendorf, Regen, Zwiesel, Bodenmais, Frauenau, Spiegelau, Grafenau und Bayerisch Eisenstein. Sämtliche Züge haben großzügige Fahrradabteile, die Mitnahme eines Pedelecs ist mit einem Tagesticket des Verkehrsverbunds Bayerischer Wald in der Regel ohne Aufpreis möglich. Wer mit Fernverkehr aus München, Nürnberg oder Frankfurt anreist, steigt in Plattling oder Passau in die Waldbahn um.

Vor Ort bewegen und Parken

An jedem der genannten Bahnhöfe gibt es Park-and-Ride-Plätze für Mehrtagesgäste. Bodenmais und Zwiesel verfügen über bewachte Fahrradabstellplätze direkt am Bahnhof. Wer in einer Pension oder einem Hotel übernachtet, kann das E-Bike in der Regel im verschließbaren Fahrradraum lagern — die meisten Häuser bieten zudem die Möglichkeit, den Akku über Nacht in der Rezeption oder im Zimmer zu laden.

München 200 km ~2:20 h via A92/B11 nach Bodenmais
Regensburg 110 km ~1:30 h via A3/B11
Passau 75 km ~1:10 h via B85 nach Zwiesel
Nürnberg 220 km ~2:30 h via A3
Linz 130 km ~1:50 h via A8/B12

Die zehn empfohlenen E-Bike-Touren im Detail

Die folgende Auswahl deckt das gesamte Schwierigkeitsspektrum ab, vom familienfreundlichen Rundkurs bis zur ambitionierten Tagestour mit über 1.800 Höhenmetern. Distanzen und Höhenangaben sind Mittelwerte und schwanken je nach gewähltem Streckenabschnitt um etwa fünf bis zehn Prozent.

1. Arberseen-Rundtour — der klassische Einstieg

Die rund 45 Kilometer lange Rundtour verbindet die beiden eiszeitlich entstandenen Seen Großer Arbersee und Kleiner Arbersee mit einem aussichtsreichen Kurs durch das Lamer Winkel. Startpunkt ist meist Bodenmais oder Lohberg, die Strecke führt über 720 Höhenmeter und ist mit Mittelklasse-Pedelec gut an einem Vormittag zu bewältigen.

2. Glasstraße-Tour — durch die Glasmacher-Orte

Auf 60 Kilometern verbindet die Tour zwischen Bodenmais, Frauenau und Zwiesel die historischen Glasmacher-Orte des Bayerischen Waldes. Die Strecke verläuft überwiegend auf gut ausgebauten Radwegen und alten Glasstraßen, Höhenprofil rund 580 Meter. Einkehrmöglichkeiten gibt es in jedem der Etappenorte, das Glasmuseum Frauenau bietet sich als Mittagspause an.

3. Bayerwald-Loipenrundkurs als Sommer-Variante

Im Winter eine der bekanntesten Langlaufloipen, im Sommer eine entspannte 40-Kilometer-Tour rund um den Bretterschachten und das Hochmoor Mooshütte. Höhenmeter rund 480, überwiegend Forstwege mit fester Schotterdecke. Geeignet auch für E-Mountainbikes wegen einiger steilerer Passagen am Bretterschachten.

4. Drei-Burgen-Tour — Tittling, Saldenburg, Englburg

Die Drei-Burgen-Tour verbindet auf rund 50 Kilometern die Burgruinen Tittling, Saldenburg und Englburg im Landkreis Passau. Höhenprofil rund 620 Meter, Streckenführung über kleine Nebenstraßen und Forstwege. Die Tour ist mittelschwer und mit kulturhistorischen Schautafeln gut beschildert.

5. Nationalpark-Rundkurs Spiegelau

Der 50-Kilometer-Rundkurs führt durch den Nationalpark Bayerischer Wald, vorbei am Tierfreigelände Neuschönau und am Hans-Eisenmann-Haus. Höhenmeter rund 700, viele Abschnitte mit Borkenkäfer-Anschauung. Wegen des Schutzgebietsstatus gilt strenges Wegegebot, Mountainbike-Trails sind tabu.

6. Donau-Bayerwald-Tour von Passau nach Deggendorf

Die längere Streckentour über 70 Kilometer verbindet Passau und Deggendorf entlang der Donau und auf den Höhenzügen des Vorderen Bayerischen Waldes. Höhenmeter rund 850, sportlich anspruchsvoll. Rückfahrt mit der Donautal-Bahn oder als Zwei-Tages-Tour mit Übernachtung in Hofkirchen.

7. Falkenstein-Lusen-Tour — die Königsetappe

Mit rund 80 Kilometern und über 1.800 Höhenmetern die anspruchsvollste der zehn Routen. Sie verbindet die beiden Kammberge Falkenstein (1.315 m) und Lusen (1.373 m) über mehrere Bergsattel und Nationalpark-Forstwege. Hochleistungs-E-Bike mit zweitem Akku empfohlen, mindestens acht Stunden Fahrzeit einplanen.

8. Kleine Arber-Tour als Halbtages-Variante

Die 30-Kilometer-Tour rund um den Kleinen Arber ist die kürzeste der zehn Routen und besonders für Einsteiger oder Familien mit Kindern ab zwölf Jahren geeignet. Höhenmeter rund 380, viele schattige Waldabschnitte, ideale Halbtagestour mit Einkehr in der Lohberghütte.

9. Drachenstich-Tour Furth im Wald

Die 40-Kilometer-Tour rund um Furth im Wald verbindet das Drachensee-Areal mit den böhmischen Grenzwäldern. Höhenmeter rund 520, mit Abstecher zum Drachenmuseum und der bekannten Festspielarena. Geeignet auch für Familien mit Kindern ab zehn Jahren.

10. Pandurensteig E-Bike-Variante

Der historische Pandurensteig verläuft über mehrere Etappen von Waldmünchen bis Passau und ist als E-Bike-Variante über knapp 180 Kilometer Gesamtdistanz konzipiert. Klassische Etappierung über drei bis fünf Tage mit Übernachtungen in Lam, Bodenmais, Spiegelau und Hofkirchen. Höhenprofil insgesamt rund 3.500 Meter.

Die sechs wichtigsten Tour-Highlights im Überblick

Großer Arbersee

Eiszeitlicher Karsee in 935 Metern Höhe mit Steg und Bootsverleih. Auf der Arberseen-Rundtour ist er der landschaftliche Höhepunkt, viele Tourenfahrer planen hier eine Mittagspause am Seerestaurant.

Glasmuseum Frauenau

Auf der Glasstraße-Tour zentral gelegene Pause-Station mit umfangreicher Sammlung zur Geschichte der Bayerwald-Glasherstellung. Sicheres Fahrradabstellen direkt vor dem Museum.

Hans-Eisenmann-Haus

Nationalpark-Informationszentrum auf dem Spiegelauer Rundkurs. Interaktive Ausstellungen zur Waldökologie und Borkenkäfer-Dynamik, Eintritt frei, mit Café für die Mittagspause.

Burgruine Saldenburg

Auf der Drei-Burgen-Tour gelegene mittelalterliche Wehranlage aus dem 14. Jahrhundert. Aussichtsplattform mit Blick über den Sonnenwald und gepflegter Schlossgarten.

Lusen-Gipfel

Mit 1.373 Metern einer der bekanntesten Berge des Nationalparks. Das letzte Stück zum Gipfelblockmeer muss zu Fuß bewältigt werden, das E-Bike bleibt am Lusenschutzhaus.

Drachensee Furth im Wald

Stausee unweit der tschechischen Grenze mit Strandbad und Bootsverleih. Auf der Drachenstich-Tour der landschaftliche Mittelpunkt, mit Festspielarena des Drachenstich-Spiels in Sichtweite.

Die zehn Touren im direkten Vergleich

Kriterium
Arberseen
Glasstraße
Spiegelau
Donau-BW
Falk-Lusen
Distanz
45 km
60 km
50 km
70 km
80 km
Höhenmeter
720 m
580 m
700 m
850 m
1.800 m
Schwierigkeit
mittel
leicht
mittel
anspruchsv.
sehr schwer
Akkuverbrauch
60-70 %
50-60 %
65-75 %
80-90 %
über 100 %
Familientauglich
ab 12 J.
ab 10 J.
ab 12 J.
ab 14 J.
nur Erw.
Startpunkt
Bodenmais
Bodenmais
Spiegelau
Passau
Zwiesel
Reine Fahrzeit
3-4 h
4-5 h
3,5-4,5 h
5-6 h
7-9 h

Akkuverbrauch bezogen auf ein 500-Wh-Standard-Pedelec im Eco-Tour-Mix. Wer im Turbo-Modus fährt, sollte die Werte um 30 bis 50 Prozent erhöhen — auf der Falkenstein-Lusen-Tour ist ein zweiter Akku oder eine fest eingeplante Lade-Pause Pflicht.

Verleih-Stationen und Akku-Lade-Infrastruktur

Die fünf wichtigsten Verleih-Stationen verteilen sich strategisch über die E-Bike-Region. Wer mehrere Tage unterwegs ist, sollte die Reservierung mindestens zwei Wochen vor Saisonbeginn vornehmen, in den bayerischen Sommerferien sind manche Häuser bis zu vier Wochen ausgebucht. Die meisten Anbieter führen Mittelklasse-Pedelecs der Marken Cube, Haibike und Riese und Müller mit Akkus zwischen 500 und 750 Wattstunden.

Bodenmais — größtes Angebot in der Region

In Bodenmais halten gleich vier Anbieter ein Sortiment von mehr als 200 Leihrädern bereit. Die Stadt liegt zentral zwischen Großem Arber, Glasstraße und Nationalpark — viele Mehrtages-Touren starten hier. Tagesmiete für ein Mittelklasse-Pedelec liegt bei rund 38 Euro, Hochleistungs-E-Mountainbikes kosten bis zu 55 Euro.

Zwiesel und Spiegelau — Tor zum Nationalpark

Zwiesel ist mit zwei Verleih-Stationen am Bahnhof und in der Innenstadt optimal für Bahnreisende erreichbar. Spiegelau hat zwei kleinere Anbieter, die sich auf Nationalpark-Touren spezialisiert haben — beide führen GPS-Geräte mit vorinstallierten Routen für 5 Euro Aufpreis pro Tag.

Bayerisch Eisenstein — Grenztouren nach Tschechien

An der bayerisch-tschechischen Grenze gelegen, ist Bayerisch Eisenstein der ideale Ausgangspunkt für grenzüberschreitende Touren in den Böhmerwald. Der lokale Anbieter im Bahnhofsgebäude hält rund 30 Leihräder und gibt einen tschechisch-deutschen Routen-Atlas heraus.

Akku-Lade-Stationen — rund 180 Säulen im Netz

Das öffentliche Lade-Netz wird vom Verband Tourismus Bayerischer Wald koordiniert und ist unter der Bezeichnung Bayerwald E-Tank bekannt. Die Säulen stehen an Gasthäusern, Bahnhöfen, Museen und Aussichtspunkten und sind in der Regel kostenfrei nutzbar — eine Einkehr beim Wirt ist Ehrensache. Eine Vollladung dauert mit Standard-Ladegerät zwei bis drei Stunden, mit Schnelllader rund eine Stunde.

Praktische Tipps für E-Bike-Touren im Bayerischen Wald

  • Mehrtages-Rabatt bei Verleihern

    Ab drei Miettagen reduzieren die meisten Anbieter den Tagessatz um zehn bis zwanzig Prozent. Wer eine Wochen-Pauschale bucht, fährt günstiger als mit fünf Einzeltagen — Familienkarten für vier Räder gibt es in Bodenmais ab 130 Euro pro Tag.

  • Zweiter Akku auf langen Touren

    Auf der Falkenstein-Lusen- und der Pandurensteig-Tour ist ein zweiter Akku praktisch Pflicht. Die meisten Verleiher geben Wechsel-Akkus gegen 8 bis 12 Euro Aufpreis pro Tag mit — günstiger als eine verpasste Bergetappe.

  • + Eco-Modus auf Forstwegen reicht meist

    Im Eco-Modus läuft der Motor mit 50 bis 80 Watt Unterstützung und reicht für die meisten Anstiege im Bayerwald aus. Der Turbo-Modus mit 250 Watt halbiert die Reichweite und sollte den steilsten 20 Prozent der Tour vorbehalten bleiben.

  • i Wegegebot im Nationalpark beachten

    Im Nationalpark Bayerischer Wald gilt striktes Wegegebot, Mountainbike-Trails abseits markierter Radwege sind verboten. Verstöße werden mit bis zu 250 Euro Bußgeld geahndet — die Beschilderung ist deutlich, im Zweifel auf dem Hauptweg bleiben.

  • GPS-Track vorab herunterladen

    Das Mobilfunknetz ist in den Tallagen rund um Frauenau und Spiegelau lückenhaft. Wer auf GPS-Navigation setzt, lädt die Tracks vor der Abfahrt offline auf das Smartphone oder das Garmin-Gerät — die Verleiher geben GPX-Dateien meist kostenfrei mit.

  • Barrierefreie Etappen für Reha-Räder

    Die Glasstraße-Tour und der Spiegelauer Rundkurs sind mit Dreirad-Pedelecs und Hand-Bikes weitgehend befahrbar. Der Verband Tourismus Bayerischer Wald gibt einen Sonderführer mit barrierefreien Etappen heraus — vor der Anreise im Verkehrsamt anfragen.

  • Sonnenschutz auf Höhenetappen

    Oberhalb 1.000 Meter ist die UV-Belastung im Sommer um rund 20 Prozent höher als in den Tallagen. Mütze unter dem Helm, Sonnencreme im Brustgurt und eine zweite Trinkflasche im Rahmenhalter sind auf der Falkenstein-Lusen-Tour Standard.

  • Wetterwechsel im Mittelgebirge

    Im Bayerischen Wald können Gewitter binnen einer Stunde aus Tschechien einziehen. Auf langen Höhentouren immer Regenjacke und leichten Schutzhandschuh dabei haben — der Wirt am Lusenschutzhaus oder der Lohberghütte gibt im Notfall auch trockene Plätze zum Abwarten.

Insider-Tipps

Übernachten zwischen den Etappen

Bodenmais, Zwiesel und Spiegelau haben eine dichte Hotellandschaft mit über 8.000 Gästebetten. Wer mit dem Pedalcar mehrtägig unterwegs ist, achtet auf das Qualitätssiegel Bett und Bike — ausgezeichnete Häuser garantieren verschließbaren Fahrradraum, Lade-Möglichkeit für den Akku im Zimmer und ein einfaches Frühstück ab 6:30 Uhr.

Werkstatt-Notdienst bei Pannen

Die regionalen Verleiher betreiben einen gemeinsamen Werkstatt-Notdienst, der bei Pannen außerhalb der Öffnungszeiten ein Ersatzrad oder einen Abholdienst stellt. Die Notdienst-Hotline ist auf jeder Mietvereinbarung aufgedruckt — Wartezeit in der Hauptsaison rund 90 Minuten, im Notfall werden auch Routen direkt vom Anbieter umgelegt.

HÄUFIGE FRAGEN

Welche E-Bike-Tour im Bayerischen Wald ist für Einsteiger am besten geeignet?

Die Kleine Arber-Tour mit 30 Kilometern und rund 380 Höhenmetern ist der klassische Einsteiger-Kurs. Auch die Glasstraße-Tour zwischen Bodenmais, Frauenau und Zwiesel eignet sich mit 60 Kilometern und überwiegend flacher Streckenführung gut für untrainierte Familien.

Wie viele Kilometer schafft ein Standard-E-Bike im Bayerwald?

Ein Mittelklasse-Pedelec mit 500-Wattstunden-Akku bringt im Eco-Modus zwischen 70 und 90 Kilometer Reichweite, je nach Höhenprofil und Beladung. Im Turbo-Modus halbiert sich die Reichweite auf 35 bis 45 Kilometer — auf Bergetappen lohnt sich ein zweiter Akku.

Was kostet ein E-Bike-Verleih pro Tag?

Tagesmiete liegt je nach Modell zwischen 35 und 55 Euro. Mittelklasse-Pedelecs der Marken Cube oder Haibike kosten rund 38 Euro, Hochleistungs-E-Mountainbikes bis 55 Euro. Ab drei Miettagen reduzieren die meisten Anbieter den Tagessatz um zehn bis zwanzig Prozent.

Wo finde ich öffentliche Akku-Lade-Stationen im Bayerischen Wald?

Das öffentliche Netz Bayerwald E-Tank umfasst rund 180 Säulen an Gasthäusern, Bahnhöfen und Aussichtspunkten. Die Säulen sind in der Regel kostenfrei nutzbar, wenn man im jeweiligen Gasthaus einkehrt. Eine Vollladung dauert mit Standard-Ladegerät zwei bis drei Stunden.

Welche Tour ist die anspruchsvollste im Bayerischen Wald?

Die Falkenstein-Lusen-Tour mit rund 80 Kilometern und über 1.800 Höhenmetern ist die Königsetappe der Region. Sie verbindet die beiden Kammberge Falkenstein und Lusen und erfordert ein Hochleistungs-E-Bike mit zweitem Akku sowie mindestens acht Stunden reine Fahrzeit.

Darf ich im Nationalpark Bayerischer Wald frei fahren?

Im Nationalpark gilt striktes Wegegebot. E-Bikes dürfen nur auf ausgewiesenen Radwegen fahren, Mountainbike-Trails abseits markierter Strecken sind verboten. Verstöße werden mit Bußgeldern bis 250 Euro geahndet, die Beschilderung ist deutlich.

Wie komme ich ohne Auto mit dem E-Bike in die Region?

Die Waldbahn fährt im Stundentakt zwischen Plattling, Zwiesel, Bodenmais, Frauenau, Spiegelau und Bayerisch Eisenstein. Alle Züge haben großzügige Fahrradabteile, die Mitnahme eines Pedelecs ist mit Tagesticket des Verkehrsverbunds Bayerischer Wald meist ohne Aufpreis möglich.

Welche Verleih-Stationen haben die größte Auswahl?

Bodenmais ist mit vier Anbietern und mehr als 200 Leihrädern das größte Verleih-Zentrum der Region. Zwiesel hat zwei zentrale Stationen am Bahnhof und in der Innenstadt, Spiegelau zwei kleinere Anbieter mit Nationalpark-Schwerpunkt. Bayerisch Eisenstein eignet sich für Grenztouren nach Tschechien.

Welche Tour eignet sich für die Mehrtages-Variante?

Der Pandurensteig in der E-Bike-Variante ist mit knapp 180 Kilometern Gesamtdistanz und rund 3.500 Höhenmetern als Drei- bis Fünf-Tages-Tour konzipiert. Klassische Etappierung mit Übernachtungen in Lam, Bodenmais, Spiegelau und Hofkirchen, Pedelec-Akku jeden Abend im Hotel aufladen.

Gibt es barrierefreie E-Bike-Touren im Bayerischen Wald?

Die Glasstraße-Tour und der Spiegelauer Rundkurs sind mit Dreirad-Pedelecs und Hand-Bikes weitgehend befahrbar. Der Verband Tourismus Bayerischer Wald gibt einen Sonderführer mit barrierefreien Etappen heraus, der vorab im Verkehrsamt angefragt werden kann.

Welche Saison ist die beste für E-Bike-Touren?

Die Hauptsaison läuft von Mai bis Oktober, mit Höhepunkt in den Schulferien Juli und August. Schneerest in den höheren Lagen verzögert manchmal den Saisonbeginn bis Mitte April, die Herbstsaison im September und Oktober gilt mit klarer Fernsicht und entspannten Wegen als Geheimtipp.

Was sollte ich auf der Falkenstein-Lusen-Tour unbedingt dabei haben?

Pflichtausrüstung sind zweiter Akku, mindestens zwei Liter Wasser, Regenjacke, leichter Schutzhandschuh und Sonnencreme. Auf der Tour sollte das GPS-Gerät offline verfügbare Karten haben, weil das Mobilfunknetz oberhalb 1.000 Meter Höhe lückenhaft ist. Ein früher Start vor 8 Uhr verhindert Reichweiten-Engpässe am Nachmittag.
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