Drouwenerzand Attractiepark ist ein traditionsreicher Familien-Freizeitpark im Norden der Niederlande, der seit 1970 in Drouwen in der Provinz Drenthe als Familienbetrieb geführt wird und sich klar an Familien mit Kindern bis zwölf Jahre richtet. Der Park liegt an der Gasselterstraat 7 in 9533 PC Drouwen, rund 50 Kilometer östlich von Groningen mitten in der weiten Heide- und Wald-Landschaft Drenthes und ist mit rund 250.000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr ein fester Anker im niederländischen Tagesausflugs-Tourismus. Charakter ist ein Family-Park-Fokus mit übergeordnetem Western-Theme, dazu kommen ein Märchenland und eine klassische Family-Zone als zweite und dritte Themen-Welt. Top-Attraktionen sind der klassische Looping Star, die Bobsled-artige Wild Mouse, der Family-Coaster Eagle, die Wildwasserbahn Crazy River, der Spinning-Coaster Tornado und das namensgebende Drachen-Karussell. Ergänzt um Bumper-Cars, einen Free-Fall-Turm, Mini-Golf und einen Streichelzoo deckt der Park alle klassischen Disziplinen eines kompakten Familienparks ab, ohne mit Großparks wie Efteling oder Walibi Holland zu konkurrieren. Saison ist April bis Oktober, der Eintritt liegt bei rund 26 Euro pro Person, Anreise funktioniert über die A28 Ausfahrt 33 Assen und weiter mit dem Bus 24 ab Bahnhof Assen.
Anreise und Erreichbarkeit
Drouwenerzand Attractiepark liegt in der Provinz Drenthe im Norden der Niederlande, einer Region, die für ihre Heideflächen, Hünengräber und stille Wald-Landschaften bekannt ist. Die nächste größere Stadt ist Assen rund 20 Kilometer westlich, Groningen liegt etwa 50 Kilometer nordwestlich. Für deutsche Familien aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ist der Park über die A31 und A28 in zweieinhalb bis vier Stunden erreichbar, alternativ funktioniert die Anreise mit der Bahn über Bad Bentheim und Groningen mit anschließendem Bus nach Drouwen. Die Lage abseits der großen Touristen-Strömungen macht den Park zu einem ruhigen Tagesziel ohne die Anfahrts-Staus, die Efteling oder Walibi Holland an Sommerwochenenden prägen.
Mit dem Auto
Aus Deutschland kommend führt die Route über die A31 bis zum Grenzübergang Schoonebeek-Twist, weiter auf der niederländischen N34 in Richtung Emmen und Assen oder alternativ über die A37 bis zur Kreuzung Holsloot und dann auf die A28 nach Norden. Wer aus dem Ruhrgebiet anreist, nutzt die A12 bis Arnheim und die A50 in Richtung Norden bis Zwolle, von dort weiter auf der A28 in Richtung Groningen. Die letzte Ausfahrt vor Assen heißt Ausfahrt 33 Assen, von dort führt die N376 in östlicher Richtung über Gasselte direkt nach Drouwen. Vor dem Park stehen mehrere kostenlose Parkplätze mit Schotter- und Rasenflächen bereit, in den Sommerferien empfiehlt sich Anreise vor zehn Uhr, weil sich der Eingang gegen Mittag staut.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Der nächstgelegene Bahnhof ist Assen an der Strecke Zwolle-Groningen, von dort verkehrt die Bus-Linie 24 in Richtung Borger und Stadskanaal mit Halt in Drouwen direkt am Park-Eingang. Die Fahrtzeit vom Bahnhof Assen beträgt rund 30 Minuten, die Verbindung läuft tagsüber im Stunden-Takt, an Wochenenden in der Saison auch häufiger. Aus Deutschland funktioniert die Anreise per Bahn über Bad Bentheim, Hengelo und Zwolle bis Assen mit ein- oder zweimaligem Umstieg, die reine Bahnfahrt dauert ab Hamburg sechs bis sieben Stunden, ab Münster vier Stunden. Tickets gibt es bei NS sowie über die Nationale OV-Chipkaart, die im Bus 24 ebenfalls gilt.
Mit dem Flugzeug
Die nächstgelegenen Flughäfen sind Groningen Airport Eelde rund 35 Kilometer nordwestlich des Parks und Schiphol Amsterdam rund 200 Kilometer südwestlich. Groningen Eelde ist klein und bedient hauptsächlich Saison-Ziele, Schiphol bietet die volle internationale Anbindung. Von Schiphol fährt der Intercity über Amersfoort und Zwolle in rund zweieinhalb Stunden nach Assen, von Groningen Eelde funktioniert die Anreise per Mietwagen oder mit Bus 9 nach Groningen und weiter mit dem Zug nach Assen. Für deutsche Anreisende ist die Bahn- oder Auto-Variante in fast allen Fällen unkomplizierter als der Flug.
Vor Ort bewegen und Parken
Der Park ist mit rund acht Hektar überschaubar dimensioniert und in einer kompakten Runde gut zu Fuß zu erschließen. Die drei Themen-Welten Western, Märchenland und Family-Zone liegen fußläufig beieinander, längere Wege fallen nicht an. Direkt vor dem Eingang stehen ein größerer Park-Platz und Behindertenparkplätze bereit, das Parken ist kostenfrei. Innerhalb des Areals sind Schließfächer, Wickelräume und barrierefreie WCs verfügbar, Kinderwagen-Verleih gibt es am Eingang. Wer mit Rollstuhl oder Buggy unterwegs ist, profitiert von ebenen Hauptwegen aus festem Schotter, einzelne Western-Pfade haben jedoch leichte Steigungen.
Die Themen-Welten und ihr Charakter
Drouwenerzand teilt das Areal in drei klar getrennte Themen-Welten auf, die unterschiedliche Altersgruppen bedienen und die Wegführung durch den Park strukturieren. Der Western-Teil ist das gestalterische Herzstück und prägt die Außenwahrnehmung, das Märchenland zielt auf Kinder im Vorschul-Alter, die Family-Zone bündelt die größeren Fahrgeschäfte mit Familien-Profil. Anders als Großparks wie Efteling setzt Drouwenerzand bewusst auf Übersichtlichkeit und kurze Wege statt auf eine große weitläufige Inszenierung.
Western-Bereich
Der Western-Teil ist die Signatur-Welt des Parks und zieht sich vom Haupteingang bis tief ins Gelände. Holz-Saloons, Schaufenster eines Sheriffs und ein nachgebauter Marktplatz inszenieren die typische US-Frontier-Stadt im niederländischen Maßstab. Die Wild-Mouse-Achterbahn und der Crazy-River-Wildwasser-Kanal liegen in dieser Zone, ebenso ein Streichelzoo mit Ponys, Eseln und Ziegen. Auf einer kleinen Show-Bühne finden in der Hochsaison mehrmals täglich kurze Cowboy-Shows mit Stunt-Einlagen und Live-Musik statt.
Märchenland
Das Märchenland ist die zweite Welt und richtet sich an Kinder zwischen drei und sieben Jahren. Statt großer Architektur-Inszenierungen wie in Efteling setzt Drouwenerzand auf eine Reihe begehbarer Häuschen und kleiner Stationen mit Figuren aus Märchen wie Rotkäppchen, Hänsel und Gretel oder den drei kleinen Schweinchen. Dazu kommen klassische Kinder-Karussells, ein Mini-Riesenrad und das namensgebende Drachen-Karussell, das den Park-Eingang aus weiter Ferne sichtbar überragt. Die Wege sind hier besonders kurz und mit Bänken für Eltern gesäumt.
Family-Zone
Die Family-Zone bündelt die Fahrgeschäfte mit etwas größerem Anspruch und richtet sich an Kinder ab sieben Jahren und Jugendliche. Hier stehen der Looping Star, der Family-Coaster Eagle, der Spinning-Coaster Tornado, ein Free-Fall-Turm in mittlerer Höhe und die Bumper-Cars. Die Atmosphäre ist weniger streng thematisiert als der Western-Teil, dafür liegen die Attraktionen dichter beieinander und ergeben einen klassischen Achterbahn-Rundgang in unter einer Stunde.
Die sechs Top-Attraktionen im Überblick
Looping Star
Klassischer Stahl-Looping-Coaster aus den späten 1980er Jahren mit einem zentralen vertikalen Looping und kurzer Layout-Länge. Eine sichere Wahl für den ersten ernsthaften Coaster-Ritt von Kindern ab acht Jahren, kein Inversions-Marathon wie auf größeren Modellen in Efteling oder Walibi Holland.
Wild Mouse
Bobsled-artiger Maus-Coaster mit engen Kurven, scharfen Richtungswechseln und überraschenden Drops in geringer Höhe. Klassisches Layout, das auf Wendigkeit und Beschleunigung in den Kurven setzt statt auf hohe Geschwindigkeit, ideal für Kinder, die Loopings noch nicht mögen.
Eagle
Family-Coaster mit moderaten Steigungen, kleinem Hügel-Layout und ohne Inversionen. Mindestgröße liegt bei rund 1,05 Meter, damit funktioniert die Eagle als Einstiegs-Coaster bereits für Kinder ab fünf Jahren und ist die meistgefahrene Bahn der jüngeren Park-Gäste.
Crazy River
Klassische Wildwasserbahn mit Baumstamm-Booten, einer langen ruhigen Kanal-Sektion durch den Western-Bereich und einem finalen Drop am Ende der Strecke. Im Hochsommer der Publikums-Magnet schlechthin, die Wartezeit kann auf 30 Minuten steigen, dafür ist die Abkühlung garantiert.
Tornado
Spinning-Coaster mit frei rotierenden Gondeln auf festem Schienen-Layout, jeder Ritt fällt durch die Rotations-Dynamik anders aus. Die Anlage ist kompakter als ähnliche Modelle in Phantasialand oder Plopsaland und richtet sich klar an Familien statt Hardcore-Coaster-Fans.
Drachen-Karussell
Das namensgebende Karussell ist ein klassisches Kinder-Riesenrad-Hybrid in Drachen-Optik und überragt mit rund 18 Metern Höhe den Park-Eingang. Sanfte Rotation, gute Aussicht über die gesamte Anlage und die Drenther Heide, eine ideale Pause zwischen zwei Achterbahn-Fahrten.
Drouwenerzand im Vergleich mit anderen Familien-Parks der Region
Drouwenerzand spielt nicht in der Liga der nationalen Großparks und will das auch nicht. Wer Familie mit Kindern unter zehn Jahren ist und einen ruhigen, gut zu überblickenden Tag ohne stundenlange Warteschlangen sucht, ist hier besser aufgehoben als in Efteling oder Walibi.
Geschichte und Charakter
Der Park wurde 1970 von der Familie Sap gegründet, die das Areal an der Gasselterstraat zunächst als Camping mit kleinen Spiel-Attraktionen betrieb. Über die Jahrzehnte wuchs der Bereich für Tagesgäste organisch, der Camping-Teil blieb daneben bestehen und prägt bis heute die Eingangs-Situation. Anders als die meisten Mitbewerber in den Niederlanden ist Drouwenerzand bis heute ein eigenständiger Familienbetrieb und gehört keinem Konzern oder Investment-Fonds an.
Das Western-Theme wurde in den späten 1970er Jahren eingeführt und ist seither das gestalterische Leitmotiv. Der Looping Star kam in den späten 1980er Jahren hinzu, Crazy River und Wild Mouse stammen aus den 1990er Jahren, der Spinning-Coaster Tornado wurde in den 2010er Jahren ergänzt. Die Investitions-Politik ist bewusst klein-schrittig, statt großer Neueröffnungen alle drei Jahre wie in Großparks setzt der Betrieb auf solide Pflege des Bestands und kleinere Ergänzungen.
Für Familien aus dem Norden Deutschlands ist Drouwenerzand ein nachvollziehbares Tagesziel jenseits der bekannten Großparks. Das Profil entspricht ungefähr einem deutschen Park wie Belantis vor der Erweiterung, kombiniert mit dem Charme eines schwedischen Sommerland-Betriebs. Wer hohe Achterbahn-Ansprüche hat, fährt nach Walibi Holland oder Phantasialand, wer einen entspannten Familien-Tag mit kurzem Anfahrtsweg sucht, findet hier ein angemessen dimensioniertes Ziel.
Praktische Tipps für den Drouwenerzand-Besuch
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Tickets online buchen spart bis zu fünf Euro
Online-Tickets im Vorverkauf kosten rund 22 bis 24 Euro statt 26 Euro an der Kasse. Wer mit Familie kommt, spart so leicht zehn bis fünfzehn Euro für vier Personen und vermeidet die Wartezeit am Eingang. Die Tickets sind als PDF zum Ausdrucken oder als QR-Code auf dem Handy verfügbar.
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Park-Öffnung um zehn Uhr nutzen
In der Hochsaison Juli und August steigen die Wartezeiten an Crazy River und Looping Star nach elf Uhr deutlich an. Wer pünktlich zur Öffnung um zehn Uhr da ist, schafft drei Coaster-Fahrten und die Wildwasserbahn ohne nennenswerte Wartezeit, bevor sich der Park füllt.
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Wechsel-Kleidung für Crazy River einpacken
Die Wildwasserbahn macht im Endgefälle alle Mitfahrenden je nach Sitzplatz ordentlich nass, ein Wechsel-Shirt und ein Handtuch im Auto oder Rucksack sind im Sommer Pflicht. Schließfächer am Eingang kosten rund zwei Euro pro Tag und sind groß genug für eine Familien-Tasche.
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Streichelzoo erst am Nachmittag besuchen
Der Petting-Zoo mit Ponys, Ziegen und Eseln ist gegen 14 Uhr deutlich entspannter als am Vormittag, weil die meisten Familien bis dahin die Achterbahnen abgefahren haben. Die Tiere sind dann auch zugänglicher, weil weniger Kinder gleichzeitig im Gehege sind.
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Mini-Golf als Pause zwischen den Coastern
Die 18-Bahn-Mini-Golf-Anlage liegt etwas abseits am Rand der Family-Zone und ist meist nicht überlaufen. Eine Runde dauert rund 45 Minuten und ist ein idealer Schatten-Stop zwischen zwei Achterbahn-Sessions, Schläger und Bälle sind im Eintritt enthalten.
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Barrierefreiheit ist solide aber nicht vollständig
Die Hauptwege sind eben und für Kinderwagen wie Rollstühle gut befahrbar, einzelne Western-Pfade haben jedoch leichte Steigungen oder Sand-Abschnitte. Free-Fall-Turm und Looping Star sind für Rollstuhl-Fahrer nicht zugänglich, der Crazy River nur eingeschränkt nach Umsetzen in das Boot.
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☀
Schatten-Plätze sind rar im Western-Bereich
Der Western-Teil ist offen angelegt und bietet außer den Saloon-Veranden wenig Schatten. Sonnenhut und Sonnencreme gehören im Sommer in den Rucksack, alternativ funktioniert die Restaurant-Terrasse am Märchenland-Rand als Pause mit Blick auf das Drachen-Karussell.
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Bei Regen lohnt Crazy River doppelt
Der Park hat keine großen Indoor-Hallen, dafür sind die Warteschlangen an Regentagen deutlich kürzer. Die Wildwasserbahn macht im Regen ohnehin nass, der Looping Star und die Wild Mouse laufen bei leichtem Regen weiter, nur Free-Fall und Tornado pausieren bei Wind und Gewitter.
Insider-Tipps
Kombinieren mit der Drenther Heide
Drouwenerzand liegt mitten in der Drentse Aa-Region, die als ältestes Natur-Park-Gebiet der Niederlande ein dichtes Netz aus Heide, Mooren und Hünengräbern aus der Trichterbecher-Kultur bietet. Ein halber Tag im Park lässt sich gut mit einer Wanderung im Hondsrug-UNESCO-Geopark oder einem Besuch des Hunebed-Museums in Borger kombinieren, das nur fünf Kilometer entfernt liegt.
Kombinieren mit Groningen
Wer mehr Tage in der Region plant, übernachtet in Groningen und kombiniert den Park-Tag mit einem Stadt-Tag im Groninger Museum und im historischen Hafenviertel. Die Stadt hat ein lebhaftes Studenten-Profil, viele kleine Cafés und ist von Drouwen aus in unter einer Stunde erreichbar. Die Kombination passt gut für ein verlängertes Wochenende mit zwei Tagen Programm.





