Graubünden ist der größte Kanton der Schweiz und bringt auf engem Raum sehr unterschiedliche Reiseziele zusammen: mondäne Orte wie St. Moritz, alpine Aktivorte wie Davos und Flims-Laax, eine echte Stadt mit Geschichte wie Chur und ruhige Täler wie Valposchiavo. Wenn Du im Sommer wandern willst, im Herbst auf Bahnfahrt und Ortswechsel setzt oder im Winter Ski fährst, findest Du hier kurze Wege zwischen Bergen, Seen, Museen und Tälern. Für einen ersten Urlaub reichen oft 4 bis 7 Tage. Wer mehrere Regionen verbinden will, plant besser 10 bis 14 Tage ein.
Die schönsten Orte für Deinen Urlaub in Graubünden
Graubünden ist kein Ziel für einen einzigen Ortstyp. Du kannst vormittags durch die Altstadt von Chur laufen, nachmittags am Caumasee stehen und am nächsten Tag im Engadin auf 1.800 Metern Höhe frühstücken. Genau das macht die Region so stark. Die Orte liegen zwar nicht direkt nebeneinander, sind aber gut kombinierbar. Wichtig ist nur, dass Du Deine Route nicht zu voll packst. Auf den Karten sieht vieles nah aus, in den Bergen dauert es länger.
Davos: hoch gelegen, sportlich, klar strukturiert
Davos liegt auf 1.560 Metern Höhe und ist einer der bekanntesten Orte im Kanton. Der Ort passt zu Dir, wenn Du wandern, biken, Skifahren oder einfach lange in der klaren Bergluft unterwegs sein willst. Für Familien ist Davos praktisch, weil viele Wege gut ausgeschildert sind und die Infrastruktur kompakt bleibt. Dazu kommen Sehenswürdigkeiten wie die Zügenschlucht, das Kirchner Museum und die Bahnstrecke der Rhätischen Bahn im Tal. Im Winter locken die Skigebiete rund um Jakobshorn und Parsenn, im Sommer die Wege rund um den Davosersee und die Berge darüber.
St. Moritz: Engadin, See und gehobenes Preisniveau
St. Moritz steht für das Engadin, viel Sonne und ein hohes Preisniveau. Der Ort liegt am St. Moritzersee und ist bekannt für Hotels, Boutiquen, Wintersport und Kultur. Wenn Du kurze Wege, gute Restaurants und ein kompaktes Ortsbild suchst, bist Du hier richtig. Besonders stark ist St. Moritz im Winter. Dann wird der See zur Bühne für Pferderennen, Spaziergänge und klare Aussichten auf die Berge. Dazu kommen das Segantini Museum, die Engadiner Häuser mit Sgraffiti und der direkte Zugang zu den Skigebieten im Oberengadin.
Chur: Stadt, Altstadt und guter Ausgangspunkt
Chur ist die älteste Stadt der Schweiz und ein guter Startpunkt für jede Graubünden-Reise. Die Altstadt ist kompakt, autofrei in vielen Teilen und schnell zu Fuß erkundet. Chur passt, wenn Du Stadt und Region verbinden willst. Von hier kommst Du gut nach Flims, ins Rheintal, in die Bündner Herrschaft oder weiter in Richtung Engadin. Die Kathedrale, der Bischöfliche Hof, das Bündner Kunstmuseum und das Rätische Museum geben Dir einen guten Überblick über Geschichte und Kultur. Für ein langes Wochenende ist Chur ideal, wenn Du nicht nur Berge, sondern auch Stadtleben möchtest.
Valposchiavo: ruhiges Tal mit viel Eigenleben
Valposchiavo liegt im Süden von Graubünden, nahe der italienischen Grenze, und fühlt sich deutlich ruhiger an als die bekannten Wintersportorte. Das Tal ist passend für Dich, wenn Du kleine Dörfer, Landwirtschaft, Klosterarchitektur und langsame Wege magst. Poschiavo und die umliegenden Orte wirken bodenständig und wenig überlaufen. Dazu kommen das Benediktinerkloster Santa Maria, gute lokale Produkte und die Nähe zur Berninabahn. Wer gern Zug fährt, bekommt hier eine sehr entspannte Kombination aus Landschaft und Strecke.
Flims-Laax: See, Wandern, Bike und Gletscherlandschaft
Flims-Laax ist die richtige Wahl für aktive Tage. Der Caumasee, die Tektonikarena Sardona, Gletschermühlen und Bike-Trails liegen nah beieinander. Im Sommer schwimmen viele am See oder wandern zu Aussichtspunkten. Im Winter ist die Region stark im Skisport. Für Familien ist der Mix aus Seilbahnen, Wegen und Badestellen praktisch. Wer Bewegung will, bekommt hier mehr Auswahl als in vielen anderen Orten des Kantons.
Strände, Seen und Naturplätze, die sich lohnen
Caumasee bei Flims
Der Caumasee ist einer der bekanntesten Badeseen in Graubünden. Das Wasser ist im Sommer angenehm zum Schwimmen, die Farbe wirkt klar und türkis. Rund um den See gibt es Spazierwege, Liegeflächen und je nach Saison auch Gastronomie. Der See liegt unterhalb von Flims und ist besonders im Sommer und Frühherbst gefragt. Wenn Du Ruhe suchst, komm am besten früh am Tag oder später am Nachmittag.
St. Moritzersee im Oberengadin
Der St. Moritzersee ist kein klassischer Badesee, aber ein sehr guter Ort für Spaziergänge, Wintersport-Events und Bergblicke. Im Sommer läufst Du am Ufer entlang, im Winter ist die Fläche oft gefroren und wird für Veranstaltungen genutzt. Der See liegt direkt am Ort und macht St. Moritz trotz des gehobenen Flairs gut zugänglich.
Davosersee
Der Davosersee liegt zwischen Davos Dorf und dem offenen Talraum. Er ist flach zugänglich und gut für Spaziergänge, leichte Radtouren und Badepausen im Sommer. Durch die Lage wirkt der See deutlich weniger mondän als St. Moritz, dafür näher am Alltagsgefühl eines Bergorts. Wer in Davos wohnt, kommt oft mehrmals hierher.
Viamala und Zügenschlucht
Nicht jeder Naturplatz ist ein Badestopp. Die Viamala-Schlucht und die Zügenschlucht zeigen Graubünden von seiner wilden Seite. Hier stehen Schluchtwände, Brücken, Bahntrassen und Flussläufe im Vordergrund. Die Zügenschlucht ist besonders spannend, weil die Rhätische Bahn dort sehr nah an Fels und Wasser vorbeifährt. Für Fotostopps und kurze Wanderungen sind beide Ziele stark, für einen reinen Sommertag am Wasser eher weniger.
Tektonikarena Sardona
Die Tektonikarena Sardona ist UNESCO-Welterbe und zeigt geologische Schichten, die die Alpenbildung sichtbar machen. Das ist kein Ort für einen kurzen Fotostopp, sondern eher für eine Wanderung mit Blick auf Falten, Brüche und große Bergformen. Wenn Dich Natur nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich interessiert, gehört dieses Gebiet zu den wichtigsten Zielen im Kanton.
Bündner Herrschaft
Die Bündner Herrschaft ist bekannt für Weinbau und Dörfer mit gepflegten Ortsbildern. Die Landschaft ist offener als in den Hochalpen, was sie angenehm für Spaziergänge, Radtouren und Weintouren macht. Wenn Du Graubünden mit Genuss verbindest, ist diese Ecke ein guter Kontrast zu Davos oder dem Engadin.
Die 6 stärksten Aktivitäten in Graubünden
Wandern auf Panoramawegen
Rund um Flims, Davos, das Engadin und Valposchiavo findest Du Wege mit gutem Ausbau und klaren Markierungen. Viele Routen sind von Juni bis Oktober gut begehbar. Für Familien eignen sich Talwege und Seeufer, für erfahrene Wanderer Höhenwege mit längeren Anstiegen.
Ski fahren in Davos, St. Moritz und Laax
Graubünden gehört zu den stärksten Winterregionen der Schweiz. Davos, St. Moritz und Flims-Laax stehen für unterschiedliche Skitage: sportlich, elegant oder freestyle-orientiert. Die Saison läuft meist von Dezember bis März, je nach Schneelage auch länger.
Mit der Rhätischen Bahn unterwegs sein
Die Bahnstrecken sind selbst ein Reiseziel. Besonders bekannt sind die Linien durch die Zügenschlucht, über den Albula und auf der Berninastrecke. Wer gern fährt statt nur ankommt, sollte mindestens eine längere Panoramafahrt einplanen.
Biken auf Trails und Talrouten
Flims-Laax und Davos sind stark für Mountainbike-Touren. Es gibt einfache Talstrecken und anspruchsvolle Abfahrten. Die Saison startet meist im späten Frühling und läuft bis in den Herbst, wenn die Wege trocken sind.
Museen und Kultur in Chur und St. Moritz
Das Bündner Kunstmuseum, das Rätische Museum, das Kirchner Museum und das Segantini Museum setzen unterschiedliche Schwerpunkte. So kannst Du Tage mit schlechtem Wetter sinnvoll füllen. Für Kulturfans ist das eine gute Ergänzung zum Bergprogramm.
Thermen und Wellness im Winter
Wenn Du nach einem kalten Tag nicht direkt ins Hotel zurück willst, sind Thermen und Spa-Angebote eine gute Wahl. In Graubünden findest Du mehrere Orte mit Badelandschaften, Saunen und Bergblick. Das passt besonders in den Wintermonaten und an ruhigen Reisetagen.
Die Orte im Vergleich
Wenn Du nur einen Ort planst, nimm Davos oder Chur für einen ersten Besuch. Für die stärkste Kulisse und das höchste Preisniveau führt St. Moritz. Für mehr Ruhe und echte Talstimmung ist Valposchiavo die bessere Wahl.
Anreise und Erreichbarkeit
Graubünden erreichst Du am einfachsten mit der Bahn über Zürich oder mit dem Auto über die Schweizer Autobahnen und dann weiter auf gut ausgebauten Talstraßen. Für viele Orte lohnt sich die Anreise mit dem Zug besonders, weil die Strecken selbst schon viel vom Urlaub zeigen.
Mit dem Auto
Von Süden und Westen kommst Du meist über Zürich in Richtung Chur und dann weiter nach Davos, Flims-Laax oder ins Engadin. Für St. Moritz und Valposchiavo solltest Du mehr Fahrzeit einplanen, weil die Strecken kurvig sind und im Winter deutlich länger dauern können. Wenn Du in Chur startest, bist Du schnell in der Bündner Herrschaft oder auf den Verbindungen Richtung Flims und Thusis. In den Bergorten ist Parken oft gebührenpflichtig, in manchen Lagen auch knapp. Prüfe am besten vorab, ob Dein Hotel einen eigenen Stellplatz hat.
Mit der Bahn / dem ÖPNV
Chur ist der wichtigste Knotenpunkt. Von dort fahren die Züge weiter nach Davos, ins Engadin und Richtung Albula- und Berninastrecke. Die Rhätische Bahn ist in Graubünden nicht nur Transportmittel, sondern Teil des Erlebnisses. In Orten wie St. Moritz, Davos und Flims-Laax kommst Du meist gut mit Bus und Bahn vor Ort weiter. Für abgelegenere Täler brauchst Du manchmal zusätzlich Postbus-Verbindungen.
Mit dem Flugzeug
Der nächste große Flughafen ist Zürich. Für viele Reisende aus Deutschland ist das die praktischste Anreise, wenn sie nicht komplett mit dem Auto fahren wollen. Von dort geht es per Bahn weiter nach Chur oder mit Mietwagen in die Regionen. Wer St. Moritz oder das Engadin ansteuert, kann die Anreise über Zürich gut mit einer Bahnstrecke kombinieren.
Vor Ort bewegen / Parken
Im Kanton lohnt es sich, je nach Ort zwischen Auto, Bahn und Bus zu wechseln. In Chur brauchst Du oft gar kein Auto. In Davos, St. Moritz und Flims-Laax hilft ein eigener Wagen, wenn Du mehrere Ausflüge planst. In den Dörfern von Valposchiavo bleibt vieles übersichtlich und zu Fuß oder mit dem Regionalverkehr machbar.
Unterkunft: wo Du in Graubünden gut schläfst
Die beste Unterkunft hängt stark davon ab, wie Du unterwegs bist. In Davos und Flims-Laax findest Du viele Häuser für aktive Gäste und Familien. In St. Moritz liegt der Fokus stärker auf gehobenen Hotels, Wellness und kurzen Wegen. Chur ist gut, wenn Du eine Stadtbasis mit Restaurants und Bahnanschluss suchst. Valposchiavo passt eher zu kleineren Häusern, Gästezimmern und ruhigeren Adressen.
Für Familien
Familien fühlen sich meist in Orten mit guter Infrastruktur wohler. Davos und Flims-Laax sind dafür oft die praktischsten Basisorte. Dort findest Du schnell Wege, Seen, Seilbahnen und Restaurants ohne viel Umstieg.
Für Wellness und Paare
Wenn Du Ruhe, Spa und gutes Essen suchst, ist St. Moritz naheliegend. Auch Häuser im Engadin und in höher gelegenen Tälern setzen stark auf Wellness. In der Nebensaison ist es oft entspannter als im Kernwinter.
Für Bahnreisen und Rundreisen
Chur ist ein sehr guter Ausgangspunkt. Du kommst von dort leicht weiter nach Davos, Flims, ins Engadin oder nach Süden. Für eine Reise mit wenig Umziehen ist das ein angenehmer Startpunkt.
Für Ruhesuchende
Valposchiavo und kleinere Orte im Tal bieten mehr Abstand vom Trubel. Wenn Du morgens frische Luft, viel Blick und wenig Verkehr möchtest, bist Du hier oft besser aufgehoben als in den bekannteren Wintersportzentren.
Praktische Tipps für Graubünden
- €Preisniveau früh prüfen
St. Moritz und einzelne Häuser im Engadin sind oft deutlich teurer als Chur oder Valposchiavo. Wenn Du sparen willst, lohnt sich frühes Buchen besonders in den Ferienzeiten.
- ☀Sommer nicht nur für Wanderer
Auch wenn Wandern der Klassiker ist, sind Seeufer, Bahnfahrten und Ortsrundgänge im Sommer oft die angenehmsten Programmpunkte. Gerade mit Kindern brauchst Du nicht jeden Tag eine lange Tour.
- ✦Mehrere Orte kombinieren
Die Mischung aus Chur, Flims-Laax und Davos funktioniert sehr gut für einen ersten Besuch. So bekommst Du Stadt, See und Berge in einer Reise unter.
- iBahnen mit einplanen
Die Rhätische Bahn ist nicht nur ein Transfer. Wer sie bewusst einplant, spart Fahrstress und sieht nebenbei einige der besten Strecken der Region.
- ⌘Ortslagen genau prüfen
In Bergorten kann der Weg vom Bahnhof zum Hotel länger sein, als es auf der Karte aussieht. Schau vor der Buchung auf Höhenlage, Busanschluss und Parkplatzsituation.
- ♿Barrierefreiheit vorher anfragen
Gerade in älteren Orten wie Chur oder in traditionellen Engadiner Häusern sind nicht alle Gebäude gleich gut zugänglich. Frag bei Lift, Stufen und Bad frühzeitig nach.
- ☂Schlechtwetter-Plan bereithalten
Museen, Thermen und eine längere Zugfahrt retten auch einen Regentag. In Graubünden musst Du nicht nur auf Bergwetter setzen.
Insider-Tipps
Ein guter Start in Chur
In Chur lohnt sich ein früher Bummel durch die Altstadt, bevor die Tagesgäste kommen. Danach kannst Du den Tag gut mit einem Museum und einem Ausflug in die Bündner Herrschaft verbinden. So bekommst Du Stadt und Umgebung ohne lange Fahrten unter.
Der schönste Rhythmus für das Engadin
Im Engadin funktioniert ein langsamer Plan am besten. Vormittags See oder Ortsrunde, mittags gut essen, nachmittags ein Museum oder eine leichte Wanderung. So nutzt Du die Höhe, ohne jeden Tag sportlich durchzuziehen.
Ein Kontrast, der sich lohnt
Wenn Du Davos und St. Moritz kombinierst, spürst Du den Unterschied sehr deutlich. Davos wirkt sportlicher und direkter, St. Moritz repräsentativer. Für viele ist genau das der spannendste Vergleich im Kanton.
Der 5-Phasen-Plan für Graubünden
Gut zu wissen vor der Buchung
Graubünden ist groß, aber nicht bequem im Sinne von kurzen Straßenkilometern. Genau deshalb lohnt sich die Planung nach Regionen. Wer im Sommer kommt, bekommt mehr Wander- und Seezeit. Wer im Winter reist, sollte Schneefall, längere Fahrten und frühere Dunkelheit einrechnen. Für die erste Reise ist eine Kombination aus Chur, Flims-Laax und Davos besonders sinnvoll. Für mehr Stil und Winterglanz passt St. Moritz. Für Ruhe und kleine Orte ist Valposchiavo ein starker Gegenpol.



