Bosnien und Herzegowina liegt zwischen Kroatien, Serbien und Montenegro auf dem westlichen Balkan und vereint osmanisches Erbe, österreichisch-ungarische Bauten und wilde Bergnatur. Das Land umfasst rund 51.000 Quadratkilometer, hat etwa 3,2 Millionen Einwohner und besteht aus den Entitäten Föderation Bosnien und Herzegowina sowie Republika Srpska. Hauptstadt ist Sarajevo mit der weltberühmten Bascarsija im Bazarviertel. Mostar mit der Stari Most, Visegrad mit der Mehmed-Pasa-Sokolovic-Brücke und Travnik als ehemalige Vezir-Hauptstadt zählen zu den kulturellen Höhepunkten. Wer Natur sucht, findet sie im Una-Nationalpark mit seinen türkisen Wasserfällen und im Sutjeska-Nationalpark mit dem Perucica-Urwald. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und Oktober.
Anreise und Erreichbarkeit
Bosnien und Herzegowina ist auf mehreren Wegen erreichbar, am bequemsten über den Flughafen Sarajevo (SJJ) oder über die kroatischen Flughäfen Split und Dubrovnik mit anschließender Weiterfahrt. Wer mit eigenem Auto anreist, kombiniert das Land gut mit einer Rundreise durch Kroatien, Montenegro oder Serbien.
Mit dem Auto
Aus Mitteleuropa führt die Route über Österreich, Slowenien und Kroatien. Die Autobahn A1 verbindet Zagreb mit Slavonski Brod, von dort sind es noch rund 200 Kilometer bis Sarajevo. Aus Süddeutschland sind es etwa 1.300 bis 1.500 Kilometer bis Sarajevo, je nach Startpunkt zwei volle Reisetage mit Übernachtungspause. Innerhalb des Landes existiert die Autobahn A1 zwischen Zenica, Sarajevo und Tarcin, sonst dominieren gut ausgebaute Bundesstraßen wie die M17 entlang der Neretva-Schlucht.
Mit der Bahn
Die Bahnverbindungen sind eingeschränkt, aber landschaftlich grandios. Die Strecke Sarajevo - Mostar - Capljina zählt zu den schönsten Bahnstrecken Europas, dauert rund 2,5 Stunden und kostet weniger als 15 BAM. Internationale Verbindungen gehen nach Zagreb und Belgrad, sind aber langsam und werden seltener bedient.
Mit dem Flugzeug
Der Flughafen Sarajevo wird ab Wien, München, Frankfurt und Zürich direkt angeflogen, Flugzeit aus Frankfurt rund 1:55 h. Alternativen sind Banja Luka (BNX), Tuzla (TZL, von Wizz Air bedient) und Mostar (OMO). Viele Reisende fliegen nach Dubrovnik oder Split und fahren über Land weiter, der Grenzübergang nach Mostar ist von Dubrovnik in rund drei Stunden zu erreichen.
Vor Ort bewegen
Ein Mietwagen ist die flexibelste Option. Die Straßen sind überwiegend gut, in Gebirgsregionen aber kurvenreich und schmal. Buslinien wie Centrotrans, Lasta oder Globtour verbinden alle größeren Städte zuverlässig, ein Ticket Sarajevo - Mostar kostet rund 18 BAM. Stadtverkehr in Sarajevo nutzt Straßenbahnen, Trolleybusse und Minibusse, Einzelticket 1,80 BAM.
Sarajevo - Die Hauptstadt zwischen Orient und Okzident
Sarajevo liegt auf 511 Metern Höhe in einem von Bergen umrahmten Talkessel an der Miljacka und gilt als europäisches Jerusalem, weil Moscheen, katholische und orthodoxe Kirchen sowie eine Synagoge nur Minuten voneinander entfernt stehen. Das osmanische Viertel Bascarsija entstand im 15. Jahrhundert und ist bis heute das pulsierende Herz der Stadt mit Kupferschmieden, Cevabdzinicas und alten Café-Häusern. Der Sebilj-Brunnen aus dem Jahr 1753 ist ein beliebter Treffpunkt mitten im Bazar.
Die Gazi-Husrev-Beg-Moschee aus dem Jahr 1531 zählt zu den bedeutendsten osmanischen Bauten auf dem Balkan. Die Lateinerbrücke wurde durch das Attentat auf Thronfolger Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 weltbekannt. Wer die jüngere Geschichte verstehen will, besucht das Tunnel-Museum am Flughafen, das den Versorgungstunnel während der Belagerung 1992 bis 1995 dokumentiert. Der Markt Markale erinnert mit roten Bodenmarkierungen, sogenannten Sarajevo-Rosen, an die Opfer der Granatenangriffe.
Mostar - Stari Most und die UNESCO-Altstadt
Mostar an der Neretva ist die größte Stadt der Herzegowina und berühmt für die Stari Most, die Alte Brücke. Erbaut 1566 vom osmanischen Baumeister Mimar Hayruddin, schwingt sie sich in einem 29 Meter weiten Bogen 24 Meter über den smaragdgrünen Fluss. Im November 1993 wurde sie zerstört, 2004 originalgetreu wieder aufgebaut und 2005 gemeinsam mit der Altstadt zum UNESCO-Welterbe ernannt.
Die Sprungtradition der Mostari ist seit 1664 belegt, jedes Jahr Ende Juli findet der internationale Brücken-Sprungwettbewerb statt. Die Koski-Mehmed-Pasa-Moschee von 1617 bietet vom Minarett den besten Blick auf die Brücke. In der Altstadt mit ihrem Kalksteinpflaster locken die alten Karawansereien Tabhana und Pristanic mit Cafés und Werkstätten. Wer die Hektik meiden will, besucht die Brücke morgens vor neun Uhr oder am Abend nach 19 Uhr.
Visegrad - Die Brücke des Andric-Romans
Visegrad liegt im Osten an der Drina nahe der serbischen Grenze und ist untrennbar mit der Mehmed-Pasa-Sokolovic-Brücke verbunden, die Ivo Andric in seinem 1945 erschienenen Roman Die Brücke über die Drina verewigte. Der Roman brachte Andric 1961 den Nobelpreis für Literatur ein. Die elfbogige Brücke wurde 1571 bis 1577 vom Hofbaumeister Mimar Sinan errichtet und ist seit 2007 UNESCO-Welterbe.
Der Themenpark Andricgrad, 2014 von Regisseur Emir Kusturica eröffnet, rekonstruiert eine idealisierte Altstadt mit Bibliothek, Kirche und Theater. Der nahegelegene Drvengrad bei Mokra Gora auf der serbischen Seite ergänzt das Kusturica-Universum. Bootsfahrten auf der Drina durch die enge Schlucht sind im Sommer ein Höhepunkt für Familien.
Travnik - Die einstige Vezir-Hauptstadt
Travnik in Zentralbosnien war von 1699 bis 1850 Sitz der osmanischen Vezire und damit die wichtigste Stadt Bosniens. Ivo Andric, geboren 1892 in Dolac bei Travnik, beschrieb die Stadt in seinem Roman Wesire und Konsuln. Sein Geburtshaus ist heute Museum. Die mittelalterliche Festung Stari Grad thront über der Altstadt und stammt aus dem 14. Jahrhundert. Sehenswert ist die bunt bemalte Sulejmanija-Moschee, auch Bunte Moschee genannt, mit ihren Fresken von 1815.
Travnik ist auch für den Vlasic-Käse (Travnicki Sir) berühmt, der von Schafen auf dem benachbarten Vlasic-Plateau stammt. Im Winter lockt das Skigebiet Babanovac auf 1.260 Meter Höhe mit acht Liften und 14 Pistenkilometern.
Banja Luka - Die Hauptstadt der Republika Srpska
Banja Luka liegt im Norden am Fluss Vrbas und ist mit rund 185.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes und Verwaltungssitz der Republika Srpska. Das Wahrzeichen ist die Festung Kastel an der Vrbas, deren Ursprünge bis in römische Zeit zurückreichen. Die Christ-Erlöser-Kathedrale wurde 1929 bis 1939 im serbisch-byzantinischen Stil errichtet, im Zweiten Weltkrieg zerstört und 2004 wieder aufgebaut.
Die Ferhad-Pasa-Moschee von 1579 zählte zu den bedeutendsten osmanischen Bauten des Balkans, wurde 1993 gesprengt und 2016 nach Originalplänen rekonstruiert. Wildwasser-Rafting auf der Vrbas ab Krupa na Vrbasu ist ein beliebtes Sommerziel, die Strecke führt durch eine 800 Meter tiefe Schlucht und hat die Schwierigkeitsgrade III bis IV.
Trebinje - Das mediterrane Herz der Herzegowina
Trebinje im äußersten Süden liegt nur 28 Kilometer von Dubrovnik entfernt und atmet mediterranes Flair mit Platanen-Allee, kleinen Cafés und einem lebendigen Wochenmarkt am Samstag. Die Altstadt Stari Grad innerhalb der venezianisch geprägten Mauern stammt aus dem 18. Jahrhundert. Auf einem Hügel über der Stadt thront das serbisch-orthodoxe Hercegovacka-Gracanica-Kloster, eine Kopie des serbischen Gracanica im Kosovo, im Jahr 2000 errichtet, mit traumhaftem Panoramablick.
Die Arslanagic-Brücke aus dem Jahr 1574 wurde für den Bau des Stausees Bileca an einen neuen Standort versetzt. Trebinjes Umland produziert hervorragenden Vranac- und Zilavka-Wein, mehrere Weingüter wie Tvrdos und Vukoje bieten Verkostungen direkt am Hof an.
Pocitelj - Die befestigte Stadt an der Neretva
Pocitelj liegt rund 30 Kilometer südlich von Mostar an der Neretva und gilt als eines der schönsten Ensembles osmanischer Wehrarchitektur auf dem Balkan. Die Stadt wurde 1383 erstmals erwähnt und 1471 von den Osmanen erobert. Die Sahat-Kula (Uhrturm) und der Kula-Turm sind die markanten Landmarken auf der steil ansteigenden Festungsanlage. Die Hadzi-Alija-Moschee von 1563 mit ihrer charakteristischen einzelnen Kuppel prägt das Ortsbild.
Pocitelj ist als nationales Denkmal geschützt und bewirbt sich seit 2007 um die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste. Der Aufstieg zur Festung dauert rund 20 Minuten und belohnt mit weitem Blick über die Neretva-Schlucht bis hin zu den Bergen Süddalmatiens.
Jajce - Die Stadt mit dem Stadtwasserfall
Jajce in Zentralbosnien ist einzigartig, weil mitten in der Altstadt der Fluss Pliva in 22 Metern Höhe über einen Wasserfall in die Vrbas stürzt. Die Festung Jajce auf 461 Metern Höhe war 1463 Schauplatz der Hinrichtung des letzten bosnischen Königs Stjepan Tomasevic. Im AVNOJ-Museum wurde 1943 das sozialistische Jugoslawien ausgerufen, das Gebäude ist heute Gedenkstätte.
Vor der Stadt liegen die zwei Pliva-Seen mit ihren historischen Holzmühlen aus dem 17. Jahrhundert, ein malerisches Fotomotiv. Die Katakomben unter der Altstadt aus dem 14. Jahrhundert dienten als Kirche und Mausoleum des bosnischen Herzogs Hrvoje Vukcic Hrvatinic.
Una-Nationalpark - Türkise Wasserfälle im Westen
Der Una-Nationalpark wurde 2008 ausgewiesen und schützt auf 198 Quadratkilometern den Oberlauf der Una sowie der Unac im Westen des Landes nahe der kroatischen Grenze. Die Wasserfälle von Strbacki Buk stürzen in mehreren Kaskaden 24,5 Meter in die Tiefe. Bei Martin Brod bilden bis zu 16 Wasserfälle ein 50 Meter hohes Naturphänomen, das wie eine Treppe wirkt.
Wildwasser-Rafting auf der Una zählt zu den schönsten Touren Europas, die Saison läuft von April bis Oktober. Die Stadt Bihac am Rand des Nationalparks ist Ausgangspunkt für Touren. Das Wasser hat ganzjährig eine Temperatur von 8 bis 14 Grad. Beste Reisezeit für Wanderungen und Bootstouren ist Mai bis September.
Sutjeska-Nationalpark - Bosniens höchster Gipfel und ein Urwald
Der Sutjeska-Nationalpark wurde 1962 gegründet, ist der älteste Nationalpark des Landes und schützt im Osten 175 Quadratkilometer Bergwildnis. Der Maglic mit 2.386 Metern ist der höchste Berg Bosnien und Herzegowinas, die Wanderung von Prijevor zum Gipfel dauert rund 5 Stunden hin und zurück. Im Park liegt der Perucica-Urwald, einer der letzten Urwälder Europas, mit Tannen bis 60 Metern Höhe und Baumalter über 300 Jahren.
Das monumentale Tjentiste-Denkmal erinnert an die Schlacht an der Sutjeska 1943, in der die jugoslawischen Partisanen sich aus deutscher Umklammerung befreiten. Bärenbeobachtung und Wolfsspuren sind im Park möglich, organisierte Touren starten in Tjentiste mit erfahrenen Rangern.
Blagaj - Die Tekke an der Buna-Quelle
Blagaj liegt 12 Kilometer südöstlich von Mostar an der Karstquelle der Buna, die mit 43.000 Litern pro Sekunde zu den stärksten Karstquellen Europas zählt. Direkt an der Felswand am Quellaustritt steht die Blagaj-Tekke, ein Derwischkloster, das um 1520 unter osmanischer Herrschaft errichtet wurde. Die Tekke ist weiterhin in Funktion und kann besichtigt werden, Frauen erhalten am Eingang ein Kopftuch und einen Rock zum Überziehen.
An der Quelle laden mehrere Restaurants mit Terrassen über dem türkisen Wasser zur Forelle ein. Bootsfahrten in die Buna-Höhle starten von der Tekke, dauern rund 15 Minuten und kosten etwa 5 BAM pro Person.
Medjugorje - Marienwallfahrt im katholischen Süden
Medjugorje südwestlich von Mostar ist seit 1981 einer der bedeutendsten Marienwallfahrtsorte Europas. Sechs Jugendliche berichteten damals, der Jungfrau Maria begegnet zu sein. Jährlich kommen über eine Million Pilger, ein Drittel davon aus dem deutschsprachigen Raum. Die Pfarrkirche St. Jakobus wurde 1969 errichtet und ist zentraler Wallfahrtsort, dahinter steht ein großes Freiluft-Altarrund für die Massengottesdienste.
Der Erscheinungsberg Podbrdo und der Kreuzberg Krizevac mit dem 8,56 Meter hohen Betonkreuz von 1933 sind die wichtigsten Pilgerziele. Die Wege sind steinig, festes Schuhwerk ist Pflicht. Der Vatikan hat das Phänomen 2024 als verehrungswürdig anerkannt, ohne die Echtheit der Erscheinungen final zu bestätigen.
Die sechs Erlebnisarten im Überblick
Städte und Bazare
Sarajevos Bascarsija, Mostars Altstadt und Travniks Vezir-Erbe bieten osmanisches Flair mit Kupferschmieden, Cevabdzinicas und kleinen Galerien. Die Kombination aus Moscheen, Kirchen und Synagogen ist europaweit einmalig und macht jeden Stadtbummel zur Lehrstunde.
Wandern in den Dinariden
Der Maglic mit 2.386 Metern, das Vlasic-Plateau und der Bjelasnica-Bergrücken bieten gut markierte Wege für Tagestouren wie Mehrtagesetappen. Die Via Dinarica führt als Weitwanderweg quer durch das Land von Norden nach Süden.
Rafting auf Una und Vrbas
Die Una bei Bihac ist die spektakulärste Rafting-Strecke mit türkisem Wasser und Karst-Wasserfällen. Die Vrbas bei Banja Luka bietet anspruchsvollere Schwierigkeitsgrade III bis IV für erfahrene Paddler.
Burgen und Festungen
Stari Grad in Travnik, die Festung von Jajce, Kastel in Banja Luka, Pocitelj an der Neretva und Stolac dokumentieren die wechselvolle Geschichte zwischen Mittelalter, Osmanen und Habsburgern eindrucksvoll auf engem Raum.
Brücken-Ensembles
Stari Most in Mostar, Mehmed-Pasa-Sokolovic-Brücke in Visegrad und die Arslanagic-Brücke bei Trebinje sind drei UNESCO-Höhepunkte osmanischer Baukunst aus dem 16. Jahrhundert mit unverwechselbarer Silhouette.
Klöster und Pilgerorte
Die Tekke in Blagaj, die orthodoxen Klöster Tvrdos und Hercegovacka-Gracanica sowie die Marienwallfahrt Medjugorje machen Bosnien und Herzegowina zu einem multireligiösen Ziel mit großer spiritueller Tiefe.
Regionen im direkten Vergleich
Sarajevo und Mostar bilden das touristische Rückgrat. Wer nur eine Woche Zeit hat, kombiniert beide mit einem Abstecher zur Tekke in Blagaj und nach Pocitelj.
Geschichte und Kultur
Bosnien und Herzegowina liegt seit der Antike an einer Kulturgrenze. Illyrer und Römer prägten die Region, im Mittelalter entstand ab dem 12. Jahrhundert das bosnische Banat, ab 1377 das Königreich Bosnien. 1463 eroberten die Osmanen das Land, was Architektur, Religion und Küche tiefgreifend prägte. Nach dem Berliner Kongress 1878 übernahm Österreich-Ungarn die Verwaltung, 1908 erfolgte die Annexion. Das Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 löste den Ersten Weltkrieg aus.
Nach dem Zerfall Jugoslawiens erklärte das Land 1992 die Unabhängigkeit, was den Bosnienkrieg bis 1995 auslöste, der mit dem Dayton-Abkommen endete. Heute besteht der Staat aus den Entitäten Föderation Bosnien und Herzegowina (51 Prozent der Fläche) und Republika Srpska (49 Prozent), dazu kommt der Distrikt Brcko. Die multireligiöse Prägung mit Muslimen (rund 50 Prozent), orthodoxen Serben (rund 31 Prozent) und katholischen Kroaten (rund 15 Prozent) ist europaweit einmalig.
Küche und Spezialitäten
Die bosnische Küche verbindet osmanische, mediterrane und mitteleuropäische Einflüsse. Cevapi sind kleine gegrillte Hackfleischröllchen, serviert mit Somun-Fladenbrot und Zwiebeln, ein Klassiker. Burek und Pita sind in Bosnien strikt getrennt, Burek meint immer den Fleisch-Strudel. Sarma sind gefüllte Kohlblätter, Bey-Suppe (Begova Corba) ein Lammeintopf mit Okra. Beim Trinken dominieren Rakija (Obstbrand), bosnischer Mokka in der Dzezva, und der Wein der Herzegowina (Zilavka weiß, Vranac rot). Das Land ist preiswert, ein Cevapi-Mittag kostet 8 bis 12 BAM, ein Mittelklasse-Hotelzimmer 60 bis 100 BAM pro Nacht.
Praktische Tipps für Bosnien und Herzegowina
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€
Konvertible Mark einplanen
Die Landeswährung BAM ist an den Euro gekoppelt (1 EUR rund 1,96 BAM). Euros werden in Touristenzonen oft akzeptiert, geben aber meist einen schlechteren Kurs. Geldautomaten gibt es in jeder Stadt, Kartenzahlung in Restaurants und Hotels üblich, an Marktständen nur Bargeld.
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Beste Reisezeit Mai bis Oktober
Im Mai und Juni ist das Land grün, die Temperaturen liegen tagsüber bei 18 bis 25 Grad. Juli und August werden in der Herzegowina sehr heiß mit 35 bis 40 Grad, in Sarajevo angenehmer. September und Oktober sind ideal für Kultur und Wandern. Im Winter ist Skifahren auf Jahorina und Bjelasnica möglich.
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Einreise einfach
EU-Bürger benötigen nur einen Personalausweis für Aufenthalte bis 90 Tage innerhalb von 180 Tagen. Das Land ist nicht im Schengenraum, an Grenzen wird kontrolliert. Wer mit Mietwagen über die Grenze fährt, braucht eine schriftliche Erlaubnis der Vermietung und eine Grüne Versicherungskarte.
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i
Sprache
Bosnisch, Kroatisch und Serbisch sind eng verwandt und gegenseitig verständlich. Im Tourismus sprechen viele Englisch, in Sarajevo auch Deutsch. Begrüßung ist Dobar dan (Guten Tag), Danke heißt Hvala. In der Republika Srpska wird auch Kyrillisch verwendet.
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⌘
Mobiles Internet
SIM-Karten von BH Telecom, M-Tel oder HT Eronet sind ab 10 BAM mit großzügigem Datenvolumen erhältlich. EU-Roaming gilt hier NICHT, deutsche Mobilfunkverträge berechnen Aufschläge. Free WLAN in Cafés und Restaurants meist vorhanden.
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Barrierefreiheit eingeschränkt
Die Altstädte mit Kopfsteinpflaster, Treppen und engen Gassen sind für Rollstuhlfahrer eine Herausforderung. Neue Hotels und Museen verbessern die Lage, in der Bascarsija oder Mostar bleibt vieles unzugänglich. Begleitperson empfohlen.
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☀
Kleidung und Etikette
Beim Besuch von Moscheen sind lange Hosen und bedeckte Schultern Pflicht, Frauen erhalten oft Tücher am Eingang. Klöster und Kirchen ähnlich. In den Städten ist die Kleidung locker und westlich. Schuhe vor Moscheen ausziehen.
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Sicherheit und Minen
Die Innenstädte und touristischen Routen sind sicher, Kriminalität gering. In abgelegenen ländlichen Gebieten besteht weiterhin eine geringe Restgefahr durch Minen aus dem Krieg, Markierungen Pazi Mine beachten und nur markierte Wege nutzen. Auf dem Trebevic bei Sarajevo und im Sutjeska-Park gibt es geräumte Wandergebiete.
Insider-Tipps
Geheimtipp Konjic
Konjic an der Neretva zwischen Sarajevo und Mostar beherbergt den Atombunker Tito, einen bis 1979 errichteten Geheimbunker für den jugoslawischen Präsidenten. Heute wird er als Galerie zeitgenössischer Kunst genutzt, Führungen nach Voranmeldung. Die alte osmanische Brücke aus dem Jahr 1682 ist ein weiteres Highlight und wurde 2009 originalgetreu wiederaufgebaut.
Stolac und die Stecak-Grabsteine
Stolac südöstlich von Mostar beherbergt mit Radimlja eine der wichtigsten Nekropolen mittelalterlicher Stecak-Grabsteine. Die monolithischen Steine mit ihren rätselhaften Motiven sind seit 2016 UNESCO-Welterbe und stammen aus dem 12. bis 16. Jahrhundert. Über 30 reich verzierte Exemplare stehen frei zugänglich auf einer Wiese am Stadtrand.



