Bad Sachsa liegt am Südrand des Harzes auf rund 325 Metern, eingebettet zwischen Ravensberg (660 m) und Schmelzteich, knapp an der Grenze zu Thüringen und Sachsen-Anhalt. Die niedersächsische Stadt mit gut 7.500 Einwohnern wurde 1905 als Heilbad anerkannt — die Solequelle mit rund vier Prozent Salzgehalt ist bis heute Grundlage des Kurbetriebs. Wer im Sommer wandern und im Winter Ski fahren will, ohne das raue Hochharz-Klima von Braunlage zu nehmen, findet hier den passenden Standort. Anders als die Tallage von Bad Lauterberg liegt Bad Sachsa höher und schneesicherer; gegenüber Braunlage hat der Ort mehr Sonnenstunden und Sole-Tradition. Der Ravensberg ist eines der südlichsten alpinen Skigebiete im Westharz, der Schmelzteich der Naherholungs-Spot des Ortes, der Karstwanderweg führt direkt durch.
Anreise und Erreichbarkeit
Bad Sachsa hat einen eigenen Bahnhof an der Südharzstrecke und ist per Auto über die B243 von der A7 aus gut erreichbar. Aktuelle Service-Adressen pflegt die Tourist-Information am Kurpark unter bad-sachsa.de.
Mit dem Auto
Aus Westen fährst du die A7 bis Abfahrt 67 Seesen, dann über die B243 in 45 Minuten nach Bad Sachsa. Aus Norden geht es ab Hannover über A7 und B243 in rund zwei Stunden. Aus Osten kommst du via A38 ab Leipzig, Abfahrt Bleicherode, weiter auf der B243 — gut zwei Stunden. Aus dem Süden fährst du die A7 ab Kassel und biegst in Northeim auf die B243 ab.
Im Winter brauchst du Winterreifen. Die B243 zwischen Herzberg und Bad Sachsa wird gut geräumt, die Nebenstraßen Richtung Ravensberg-Talstation und Schmelzteich können nach starkem Schneefall glatt sein. Wenn das Skigebiet am Ravensberg an einem sonnigen Wochenende geöffnet hat, staut sich die Zufahrt ab späten Vormittag — früh starten oder den Stadtbus nehmen.
Mit der Bahn
Bad Sachsa hat einen eigenen Bahnhof an der Südharzstrecke (RB80 Northeim–Nordhausen, etwa stündlich). Aus Hannover, Hamburg oder Berlin steigst du in Göttingen oder Northeim um, Gesamtfahrtzeit ab Hannover rund 2:30 Stunden. Aktuelle Verbindungen prüfst du auf bahn.de.
Vom Bahnhof Bad Sachsa läufst du in zehn Minuten zum Kurpark oder nimmst den Stadtbus zum Schmelzteich oder zur Talstation am Ravensberg. Familien mit kleinem Gepäck kommen ohne Auto aus, für Tagesausflüge zur Brockenbahn oder ins Eichsfeld lohnt aber ein Mietwagen.
Mit dem Flugzeug
Nächster Verkehrsflughafen ist Hannover (HAJ), etwa 150 km entfernt. Vom Flughafen kommst du mit der S5 in 17 Minuten zum Hauptbahnhof, dort steigst du in den ICE Richtung Göttingen und weiter mit RB80. Gesamtzeit Flughafen → Bad Sachsa: rund 3:45 Stunden. Alternativ kommt Kassel-Calden (KSF) für Inlandsflüge in Frage, etwa 140 km entfernt, aber mit deutlich kleinerem Streckennetz.
Parken vor Ort
Im Ort gibt es vier zentrale Parkbereiche: den Parkplatz am Kurpark (Tagesticket 3 EUR), den Parkplatz am Schmelzteich (kostenfrei, im Sommer ab Mittag voll), den Parkplatz an der Ravensberg-Talstation (4 EUR pro Tag, im Skipass inbegriffen) und den Parkplatz am Bahnhof. Hotels mit Tiefgarage frag bei der Buchung gezielt nach — an Ski-Wochenenden und im Hochsommer sind die zentralen Parkflächen ab Mittag belegt.
Ravensberg, Schmelzteich und Wanderwege
Bad Sachsa lebt von der Mischung aus Heilbad, Wandertor und kompaktem Skigebiet — hier kannst du im Mai am Schmelzteich spazieren und im Februar 200 Meter über dem Ort Ski fahren. Drei Schwerpunkte:
Ravensberg-Skigebiet (660 m)
Der Ravensberg ist eines der südlichsten alpinen Skigebiete im Westharz, mit drei Liften und vier präparierten Pisten zwischen 480 und 660 Metern Höhe. Die längste Abfahrt misst rund 1.000 Meter, der Höhenunterschied liegt bei etwa 180 Metern — kompakt, aber mit Beschneiungsanlage seit der Saison 2008/09 und Flutlicht an der Hauptpiste. Saison meist Anfang Januar bis Mitte März bei ausreichend Schnee, Tageskarte Erwachsene rund 25 EUR, Kinder 17 EUR. Skischule und Verleih an der Talstation. Im Sommer wird der Berg zur Mountainbike-Strecke und Wanderregion — der Aussichtspunkt am Gipfel zeigt bei klarem Wetter den Brocken im Norden und das Eichsfeld bis zum Kyffhäuser im Süden.
Schmelzteich (Naherholungsgebiet)
Direkt südlich des Zentrums liegt der Schmelzteich, ein 4 Hektar großer Stauteich aus dem 18. Jahrhundert, der ursprünglich Aufschlagwasser für die örtlichen Hütten lieferte. Heute ist er das Naherholungsziel des Ortes mit Strandbad (Tagesticket Erwachsene rund 4 EUR, Saison Mai bis September), Bootsverleih (Tret- und Ruderboote ab 8 EUR pro Stunde), Liegewiese und Imbiss am Steg. Der Rundweg um den Teich misst rund 1,5 km, eben und kinderwagentauglich. Schwimmen ist in der Saison erlaubt, im Hochsommer erreicht das Wasser rund 22 Grad. Im Winter friert der Teich zu — bei sicherer Eisdicke gibt die Stadtverwaltung die Fläche zum Schlittschuhlaufen frei.
Karstwanderweg, Ravensberg-Rundweg, Harzer Wandernadel
Der Karstwanderweg Südharz ist die zentrale Fernwanderroute der Region — 233 km lang, ab Bad Sachsa führt der Tagesabschnitt 14 km nach Walkenried zur Klosterruine, durch Karstlandschaft mit Erdfällen, Höhlen und Quellen, etwa vier Stunden. Vom Ravensberg lohnt der 7-km-Rundweg mit Aussichtspunkt am Gipfel und Rückweg über die Steinbergskuppe (rund 2:30 Stunden). Insgesamt sind im Nationalpark Harz über 600 km Wanderwege markiert. Die Harzer Wandernadel mit 222 Stempelstellen führt durch Bad Sachsa — vier Stempelstellen direkt am Ort (Ravensberg, Schmelzteich, Katzenstein, Bismarckturm), weitere im Umkreis von 10 km. Stempelheft im Tourist-Info-Shop.
Top-Sehenswürdigkeiten
Ravensberg mit Skigebiet und Sommer-Sessellift
Der Hausberg auf 660 m mit drei Liften, vier Pisten und Beschneiungsanlage. Im Sommer Mountainbike-Strecken und Wanderwege bis zum Aussichtspunkt am Gipfel. Tageskarte Ski Erwachsene rund 25 EUR, Sommer-Sessellift einfach 5 EUR, hin und zurück 8 EUR. Saison Ski meist Januar bis Mitte März, Sommerbetrieb Ostern bis Anfang November.
Schmelzteich mit Strandbad
Stauteich aus dem 18. Jahrhundert, heute Naherholungsziel mit Strandbad, Bootsverleih und 1,5-km-Rundweg. Strandbad in der Saison Mai bis September, Tagesticket Erwachsene rund 4 EUR. Bootsverleih ab 8 EUR pro Stunde. Im Winter beliebte Schlittschuhfläche bei sicherer Eisdicke. Direkt am Ortsrand, in zehn Minuten zu Fuß vom Zentrum erreichbar.
Bismarckturm auf der Katzensteinhöhe
1903 errichteter Aussichtsturm auf der Katzensteinhöhe (590 m), gut 4 km nordwestlich des Zentrums. Aufstieg zu Fuß ab Schmelzteich rund 1:15 Stunden, 270 Höhenmeter. Vom Turm 360-Grad-Blick über Bad Sachsa, das Eichsfeld, den Brocken im Norden und an klaren Tagen bis zum Kyffhäuser. Eintritt frei, ganzjährig zugänglich.
Salztal Paradies (Sole-Erlebnisbad)
Das Salztal Paradies ist die Sole-Therme von Bad Sachsa — Innen- und Außenbecken mit hauseigener Sole (rund 4 % Salzgehalt), Saunalandschaft mit sieben Saunen, Salzgrotte, Kinderbereich. Tagesticket Therme rund 16 EUR, mit Sauna 24 EUR. Geöffnet täglich, in den Schulferien länger. Direkt an der Pfaffenstraße, fußläufig vom Kurpark.
Stadtkirche St. Nikolai
Die spätgotische Hallenkirche aus dem 15. Jahrhundert prägt das Stadtbild. Innenraum mit barocker Kanzel und historischer Orgel von 1717. Tagsüber zugänglich, kostenfrei, Spende erbeten. Im Sommer regelmäßig Kirchenmusik-Abende, Termine am Aushang oder bei der Tourist-Information.
Grenzlandmuseum Bad Sachsa
Das Museum dokumentiert die Lage am ehemaligen innerdeutschen Grenzgebiet — Bad Sachsa lag bis 1989 im westlichen Sperrgebiet, der Verlauf der Grenze zog sich knapp 5 km östlich entlang. Ausstellung mit Originalstücken, Karten und Zeitzeugen-Berichten. Eintritt rund 5 EUR, geöffnet Mittwoch bis Sonntag, im Sommer länger.
Kurpark und Solequelle
Acht Hektar Englischer Landschaftsgarten am Solbad, mit Konzertpavillon, Trinkhalle und der historischen Solequelle (erschlossen 1905). Im Sommer Kurorchester-Konzerte mehrmals wöchentlich, Eintritt frei. Trinkkur am Quellbrunnen ganzjährig kostenfrei, der Geschmack ist mineralisch-salzig.
Kloster Walkenried (UNESCO-Welterbe)
Acht Kilometer östlich, in Walkenried — Zisterzienser-Klosterruine aus dem 13. Jahrhundert, seit 2010 Teil des UNESCO-Welterbes Oberharzer Wasserwirtschaft. Audioguide-Tour durch Klausur, Refektorium und Kreuzgang, Eintritt rund 8 EUR. Lohnt sich als Halbtagesausflug. Anfahrt mit dem Auto 15 Minuten oder per RB80.
Aktivitäten und Erlebnisse
Was du in Bad Sachsa unternimmst, hängt von Saison und Reisegruppe ab. Vier Konstellationen:
Im Frühling und Herbst
- Wandern: Karstwanderweg, Ravensberg-Rundweg oder zum Bismarckturm — Routen 4 bis 14 km, alle markiert vom Harzklub
- Mountainbike: rund 2.200 km markierte MTB-Strecken im Harz, Verleih am Ravensberg-Sessellift, Tagespreis ab 28 EUR
- Harzer Wandernadel-Stempeltour mit vier Stempelstellen direkt am Ort und weiteren in 10 km Umkreis
- Trinkkur an der Solequelle im Kurpark als Frühaufsteher-Ritual mit anschließendem Frühstück im Café
Im Sommer
- Schmelzteich mit Strandbad, Bootsverleih und Liegewiese, Wassertemperatur bis 22 Grad
- Salztal Paradies mit Sole-Außenbecken bei warmem Wetter
- Sessellift zum Ravensberg-Gipfel mit Aussichtspunkt und Rastplatz
- Konzerte im Kurpark mehrmals wöchentlich, kostenfrei für Kurgäste mit Kurkarte
Im Winter
- Ski alpin am Ravensberg mit drei Liften, vier Pisten und Flutlicht-Hauptpiste
- Skiverleih und Skischule direkt an der Talstation, Tageskurse für Anfänger
- Schlittschuhlaufen auf dem Schmelzteich bei sicherer Eisdicke (Freigabe durch die Stadtverwaltung)
- Salztal Paradies mit Saunalandschaft und Salzgrotte als Aprés-Ski-Pendant
Mit Kleinkindern
Strandbad am Schmelzteich mit flachem Sandstrand, Spielplatz im Kurpark, Salztal Paradies mit separatem Kinderbereich und Rutschen, Ravensberg-Sessellift im Sommer als Einsteiger-Bergerlebnis. Die Innenstadt ist autoarm und kinderwagentauglich, der Rundweg um den Schmelzteich komplett eben.
Gastronomie und regionale Spezialitäten
Die Südharzer Küche ist deftig und wildreich: Reh und Wildschwein aus den umliegenden Wäldern, Forelle aus den Talsperren, dazu Klöße, Pilze und Beeren der Saison. Vier Anlaufstellen:
Restaurants im Ort
- Romantischer Winkel: Wellnesshotel mit gehobener Hotelküche, mehrgängiges Abendmenü ab 65 EUR, ganzjährig geöffnet, Reservierung empfohlen
- Ratskeller Bad Sachsa: traditionelle Harzer Küche im historischen Gewölbe, Hauptgericht 14 bis 24 EUR, Forelle Müllerin Art und Wildgulasch
- Berghotel Ravensberg: Panoramablick auf Bad Sachsa, regionale Wildküche, Hauptgericht 16 bis 26 EUR, im Winter direkter Pisten-Zugang
- Café am Kurpark: einfache Mittagskarte am Park, Schnitzel und Suppen, kinderfreundlich
Hütten und Stuben
An der Talstation des Ravensbergs versorgt die Ravensberghütte mit ganzjähriger Küche — Bratkartoffeln mit Spiegelei, Gulaschsuppe, im Winter Glühwein und heiße Schokolade. Direkt erreichbar mit dem Sessellift oder zu Fuß über den Ravensberg-Pfad. Am Schmelzteich versorgt der Imbiss am Steg in der Sommersaison mit Würstchen, Pommes, Eis und kalten Getränken — einfach, aber direkt am Wasser.
Cafés und Konditoreien
Das Café am Kurpark direkt am Park führt hausgebackene Harzer Spezialitäten und Baumkuchen — Stück 4 EUR. Die Bäckerei Heuer an der Hauptstraße öffnet ab 6 Uhr und versorgt Frühaufsteher mit warmen Brötchen vor der Wandertour. Im Sommer Terrasse mit Blick zum Schmelzteich.
Markttag und regionale Mitnehmsel
- Wochenmarkt: Mittwoch und Samstag von 8 bis 13 Uhr am Marktplatz, regionaler Honig, Wildwurst und Forelle vom Räucherofen
- Harzer Käse aus Sauermilch (geringer Fettgehalt, kräftiger Geschmack), beim Hofverkauf in der Region
- Bergmanns-Schnaps aus der Brennerei Wolters in Walkenried (8 km östlich), klassische Sorten Kümmel und Hagebutte
- Sole-Badezusatz aus dem Salztal Paradies — typisches Mitbringsel für die heimische Wanne
- Räucherforelle aus der Forellenzucht im Bremketal, frisch ab Räucherofen am Wochenende
Events und Saisonkalender
Bad Sachsa hat einen ruhigen Veranstaltungs-Kalender mit klarem Saisonprofil. Die wichtigsten Termine im Jahresverlauf — generisch nach Quartal, weil die Datums sich jährlich verschieben:
Frühjahr (April bis Juni)
Ostern öffnet der Sessellift am Ravensberg den Sommerbetrieb, parallel startet die Saison am Schmelzteich-Strandbad Ende Mai. Anfang Mai läuft die Spargelsaison in der Region — viele Restaurants mit Spezialkarten. Die Trinkkur im Kurpark ist ganzjährig möglich, im Frühjahr ist der Park nach den Wintermonaten besonders lebendig.
Sommer (Juli bis September)
Hauptsaison für Wanderer und Familien. Im Juli startet die Reihe der Kurkonzerte im Kurpark — mehrmals pro Woche bis Anfang September, kostenfrei. Anfang August lockt das traditionelle Stadtfest Bad Sachsa mit Bühnenprogramm rund um den Marktplatz. In der Region läuft im August die Festwoche im Eichsfeld mit Bauernmärkten und Konzerten in Duderstadt und Worbis.
Herbst (Oktober bis November)
Goldener Oktober am Ravensberg mit Indian-Summer-Färbung in den Buchenwäldern, beste Wanderzeit. Ende Oktober endet der Sommerbetrieb am Sessellift, das Schmelzteich-Strandbad schließt. Im November Wartungspause am Lift, Hotels mit Kurpaket-Angeboten zu Tiefpreisen.
Winter (Dezember bis März)
Anfang Dezember kommt der Adventsmarkt am Kurpark — kompakt, mit Glühwein, Räucherfisch und Harzer Spezialitäten, etwa 25 Stände. Über Silvester sind die Hotels gut belegt, traditionelles Höhenfeuerwerk am Bismarckturm. Bei ausreichend Schnee öffnet das Skigebiet meist Anfang Januar — Hauptsaison Januar bis Mitte März, mit Beschneiung auch in milden Wintern.
Geschichte und Kultur
Bad Sachsa wird erstmals im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt — als Sahsa, eine Siedlung am Südrand des Harzes. Lange war der Ort ein kleines Bergmannsdorf am Eisenerz, später Forst- und Köhlerort. Der Wandel zum Heilbad begann erst spät.
Vom Bergmannsdorf zum Heilbad
Bis ins 19. Jahrhundert lebte Bad Sachsa von Eisenerz-Abbau, Köhlerei und Holzwirtschaft. Erst 1898 wurde im heutigen Kurpark eine Solequelle erbohrt — ursprünglich auf der Suche nach Steinsalz, mit einem Salzgehalt von rund vier Prozent geeignet für Sole-Bäder und Inhalationen. 1905 erhielt der Ort den Titel Bad als anerkanntes Solebad. Der Bahnanschluss von 1899 (Strecke Northeim–Nordhausen) brachte erste Sommergäste aus Hannover und dem Ruhrgebiet — Bad Sachsa wurde zum Erholungsort der bürgerlichen Kurgäste.
Grenzlage und Wiedervereinigung
Mit der deutschen Teilung 1949 lag Bad Sachsa direkt am westlichen Sperrgebiet — die innerdeutsche Grenze verlief gut 5 km östlich. Bis zur Maueröffnung 1989 lebte der Ort vom Wochenend- und Kur-Tourismus aus dem Westen, mit eingeschränktem Hinterland. Nach 1990 öffneten sich Wanderwege Richtung Eichsfeld und Kyffhäuser, die heute zum Standard-Repertoire der Region gehören. Das Grenzlandmuseum Bad Sachsa dokumentiert diese Phase.
Architektur und Sprache
Das Stadtbild ist geprägt vom späten 19. Jahrhundert — Bäderarchitektur mit weißen Fassaden, Erkern und großen Fenstern, dazwischen Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Stadtkirche St. Nikolai ist der älteste Bau, ihr Kern stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die regionale Mundart ist Niederdeutsch (Plattdeutsch) mit Eichsfelder Einflüssen — im Alltag selten, aber an Straßennamen und in Vereinsabenden noch präsent.
Wetter und beste Reisezeit
Das Klima im Südharz ist gemäßigt-kontinental und an der Lage von Bad Sachsa auf 325 m noch relativ mild, aber mit deutlich mehr Schneetagen als in der Tallage von Bad Lauterberg. Klima-Anker für die Region ist die DWD-Wetterstation Braunlage auf 607 m im Hochharz — Bad Sachsa selbst liegt rund 280 m tiefer und hat moderatere Winterwerte. Die Jahresmitteltemperatur in Bad Sachsa liegt bei rund 8 Grad, der Niederschlag bei rund 720 mm. Schnee liegt meist an 35 bis 50 Tagen pro Jahr, am Ravensberg (660 m) deutlich mehr.
Beste Reisezeit für Familien
Juni bis September
Hochsaison Ski am Ravensberg
Januar bis Mitte März
Wellness-Ruhe und Sole-Kur
November und März bis April
Praktische Tipps
- € Kurtaxe: rund 2,60 EUR pro Erwachsenem und Tag in der Hauptsaison (Mai bis Oktober und Skisaison), 1,50 EUR in der Nebensaison. Wird über das Hotel mitabgerechnet, gilt als HarzCard mit Rabatten am Ravensberg-Lift, Salztal Paradies und Strandbad Schmelzteich.
- ⌘ HarzCard: Bei Übernachtung mit Kurkarte gibt es ermäßigten Eintritt am Ravensberg-Sessellift, Salztal Paradies, Strandbad Schmelzteich und Grenzlandmuseum. Tageskarte zum Vorzugspreis im Tourist-Info-Shop am Kurpark erhältlich.
- 🐕 Hunde sind in Bad Sachsa und im Naturpark Harz ganzjährig erlaubt, Leinenpflicht in Schutzgebieten. Im Strandbad Schmelzteich nicht zugelassen, am Rundweg um den Teich an der Leine. In Restaurants meist willkommen, Hotels mit Hunde-Zuschlag von 8 bis 15 EUR pro Tag. Im Salztal Paradies nicht erlaubt.
- 📶 WLAN und Mobilfunk: kostenfreies Hotspot-Netz im Kurpark, am Salztal Paradies und am Bahnhof. Im Tal verlässlich, am Ravensberg und tief im Wald oft kein Empfang — Karten vorab offline laden, Wandertouren in Komoot oder Outdooractive herunterladen.
- + Apotheke und Ärzte: Kur-Apotheke an der Hauptstraße, zwei Hausarztpraxen im Ort, Reha-Zentrum mit Fachärzten am Kurpark. Notdienst rotiert mit Bad Lauterberg und Walkenried. Nächstes Krankenhaus: Helios Klinik Herzberg/Osterode, etwa 15 km westlich.
- € Geldautomaten: Sparkasse Osterode am Marktplatz, Volksbank an der Hauptstraße, weiterer Automat am Bahnhof. Kartenzahlung in den meisten Hotels und Restaurants Standard, am Schmelzteich-Imbiss und in kleinen Cafés oft nur Bargeld — vorab fragen.
- ♿ Barrierefreiheit: Kurpark und Promenade weitgehend rollstuhltauglich, Salztal Paradies mit Rollstuhl-Lift ins Becken, Rundweg um Schmelzteich komplett eben und befahrbar. Sessellift Ravensberg nimmt Rollstuhlfahrer mit Begleitperson mit. Wanderwege im Naturpark eingeschränkt.
- i Tourist-Information: am Kurpark, ganzjährig geöffnet, in der Saison auch sonntags. Wanderkarten, Veranstaltungspläne, HarzCard-Verkauf, Stempelhefte für die Harzer Wandernadel und Skipass-Verkauf für den Ravensberg.
Insider-Tipps
Vier Spots, die nicht in jedem Reiseführer stehen:
Karstwanderung mit Klosterruine
Der Karstwanderweg-Abschnitt zwischen Bad Sachsa und Walkenried (14 km) führt durch eine Landschaft mit Erdfällen, Bächen und Karst-Phänomenen. Endpunkt ist die UNESCO-Klosterruine Walkenried — Audioguide-Tour danach passt perfekt. Wer vor neun Uhr startet, hat die Wege fast für sich. Rückfahrt mit der RB80 ab Bahnhof Walkenried in zwölf Minuten.
Ravensberg im Sommer ohne Lift
Während die meisten den Sessellift nehmen, lohnt der Aufstieg zu Fuß über den Ostpfad ab Schmelzteich — 5 km, 250 Höhenmeter, knapp 1:30 Stunden. Im oberen Drittel führt der Weg durch alten Buchenwald, oben Aussichtspunkt mit Blick auf das Eichsfeld. Rückweg über den Sessellift (5 EUR einfach) oder den Westpfad zurück zum Schmelzteich für eine Rundtour.
Stempelstellen-Tour Harzer Wandernadel
Vier Stempelstellen direkt im Ort (Ravensberg, Schmelzteich, Katzenstein, Bismarckturm), weitere im Umkreis von 10 km Richtung Walkenried und Wieda. Wer alle 222 Stempel der Wandernadel sammelt, bekommt das Wanderkönig-Diplom — die meisten machen das in mehreren Aufenthalten. Bad Sachsa eignet sich gut als Basis für 8 bis 10 Stempelstellen über drei Tage. Stempelheft im Tourist-Info-Shop für 3 EUR.
Adventsmarkt am Kurpark
Das zweite Adventswochenende steht im Zeichen des kleinen Bad Sachsaer Adventsmarkts — kompakter als Goslar oder Wernigerode, im historischen Kurpark mit Glühwein, Räucherfisch und Harzer Spezialitäten. Etwa 25 Stände, lokale Handwerker, Kinderkarussell. Eintritt frei, gut zu Fuß vom Bahnhof oder per Stadtbus.
Umgebung und Tagesausflüge
Die Region rund um Bad Sachsa hat mehr zu bieten als den Ravensberg. Drei Tagestouren für drei Wettertypen:
Bei Sonne: Brocken via Sankt Andreasberg (40 km)
Mit dem Auto in 50 Minuten nach Sankt Andreasberg, dann Wanderung zum Brocken über den Goetheweg ab Torfhaus. Alternativ mit der Brockenbahn ab Schierke (60 Minuten, etwa 30 EUR). Vor Ort: Brockenhaus-Museum mit Wetterstation-Dauerausstellung, Brockengarten (Alpinpflanzen, Mai bis Oktober), Hexenaltar mit Bronzeguss-Tafel. Mittagessen im Brockenhotel, Rückfahrt mit Bahn oder zu Fuß.
Bei Wechselwetter: Kloster Walkenried und Einhornhöhle (8 bis 15 km)
Auto zwölf Minuten zum Kloster Walkenried — UNESCO-Welterbe seit 2010, Zisterzienser-Klosterruine mit Audioguide-Tour, Eintritt rund 8 EUR. Anschließend 15 km nordwestlich nach Scharzfeld zur Einhornhöhle — größte Schauhöhle im westlichen Harz, Führungen ganzjährig, konstant 8 Grad, Eintritt rund 11 EUR. Plan einen ganzen Tag, Mittagessen unterwegs in Walkenried oder Bad Lauterberg.
Bei Regen: Schaubergwerk Rabensteiner Stollen (35 km)
Das Schaubergwerk Rabensteiner Stollen in Netzkater (35 km östlich, schon in Thüringen) bietet eine Grubenbahn-Fahrt durch ehemalige Steinkohlestollen aus dem 19. Jahrhundert. Konstant 10 Grad, Führung 90 Minuten, Eintritt rund 13 EUR. Anschließend kannst du in Ilfeld (5 km weiter) den Aussichtspunkt am Poppenberg mitnehmen. Regenunempfindlich und für Familien interessant.
Weitere Tagesziele (50 bis 100 km)
- Quedlinburg: UNESCO-Welterbe, 75 km nordöstlich, rund 1.300 Fachwerkhäuser im Altstadtkern
- Goslar: UNESCO-Welterbe-Altstadt mit Kaiserpfalz und Rammelsberg, 60 km nördlich
- Kyffhäuser-Denkmal: 50 km südlich, Reiterstandbild und Burgruine auf 473 m




