Der Schwarzwald gilt als wasserreichstes deutsches Mittelgebirge — und nirgendwo lässt sich das eindrucksvoller erleben als an seinen Wasserfällen. Die Triberger Wasserfälle stürzen über 7 Stufen und 163 Meter Höhenunterschied in die Tiefe und zählen damit zu den höchsten frei zugänglichen Wasserfällen Deutschlands. Wenig südlich folgen die Allerheiligen-Wasserfälle mit 7 Kaskaden und 90 Metern, kombinierbar mit der Klosterruine Allerheiligen. Im Hochschwarzwald rauscht der Todtnauer Wasserfall mit 97 Metern Fallhöhe, im Hotzenwald der Menzenschwander Wasserfall, bei Baden-Baden der nur 10 Meter hohe, aber beliebte Geroldsauer Wasserfall. Dieser Überblick stellt die 12 wichtigsten Schwarzwälder Wasserfälle mit Höhe, Wanderweg-Länge, Eintritt, bester Saison und Anfahrt vor — geprüft für Familien, Foto-Freunde und ländlich orientierte Tagesausflügler.
Anreise und Erreichbarkeit der Schwarzwälder Wasserfälle
Die meisten Wasserfälle im Schwarzwald liegen abseits der großen Verkehrsachsen in engen Tälern und Schluchten. Wer mehrere Kaskaden an einem Wochenende kombinieren möchte, ist mit dem Auto deutlich flexibler — vor allem die kleineren Wasserfälle wie Burgbachfall, Plapphornwasserfall oder Zweribach sind nur über Wanderparkplätze in den Wäldern erreichbar. Triberg, Todtnau, Allerheiligen und Geroldsau lassen sich auch sehr gut per Bahn und Bus erschließen. Im Frühjahr nach der Schneeschmelze führen alle Wasserfälle Höchstmengen — dann lohnt der Besuch besonders. Die Konus-Gästekarte macht den ÖPNV bei Übernachtung im Schwarzwald kostenfrei und deckt fast alle Wanderparkplätze und Bus-Linien zu den Wasserfällen ab.
Mit dem Auto
Die A5 erschließt den Schwarzwald von Norden nach Süden mit Ausfahrten bei Baden-Baden, Offenburg, Freiburg und Müllheim. Für die nördlichen Wasserfälle (Geroldsau, Allerheiligen, Edelfrauengrab, Bösensteiner) nimmt man die Schwarzwaldhochstraße B500 oder die B28 Richtung Oppenau und Ottenhöfen. Triberg liegt zentral an der B33 zwischen Hornberg und Villingen-Schwenningen. Todtnau und Menzenschwand erreicht man über die B317 ab Lörrach oder die B500 ab Feldberg-Pass. Zweribach, Hexenlochmühle und Burgbachfall liegen tief im Mittel-Schwarzwald zwischen Furtwangen, Simonswald und Schramberg — hier sind kurvige Bundes- und Landesstraßen Pflicht.
Mit der Bahn / dem ÖPNV
Triberg liegt an der Schwarzwaldbahn zwischen Offenburg und Singen — der Bahnhof ist nur 10 Gehminuten vom unteren Eingang der Wasserfälle entfernt. Todtnau erreicht man mit Bus 7300 ab Schönau oder ab Titisee über Feldberg-Pass. Für Allerheiligen fährt Bus 7126 von Oppenau direkt zum unteren Parkplatz. Geroldsau hat Stadtbus-Anschluss ab Baden-Baden Hauptbahnhof (Linie 208). Menzenschwand wird über Bus 7321 ab St. Blasien erschlossen. Die kleineren Wasserfälle im Mittel-Schwarzwald sind ohne Auto deutlich aufwendiger zu erreichen.
Mit dem Flugzeug
Nächste Großflughäfen sind Basel-Mulhouse EAP für den Süd-Schwarzwald, Stuttgart STR für den Mittel- und Ost-Schwarzwald sowie Karlsruhe-Baden-Baden FKB für den Nord-Schwarzwald. Frankfurt FRA liegt rund 200 Kilometer nördlich und ist über die A5 in 2 Stunden erreichbar. Vom Bahnhof Basel SBB führt der ICE in 45 Minuten nach Freiburg, von dort weiter mit Höllentalbahn oder Bus zu Todtnau, Menzenschwand und Zweribach.
Vor Ort bewegen und Parken
Fast alle Wasserfälle haben offizielle Wanderparkplätze direkt am Einstieg, viele kosten zwischen 2 und 5 Euro Tagesgebühr. Triberg verlangt am Haupteingang seit Jahren ein kombiniertes Eintritts- und Park-Ticket. Bei Schneeschmelze und nach Starkregen sind manche Holzstege rutschig — festes Schuhwerk ist Pflicht. Im Winter sperren Triberg, Allerheiligen und Edelfrauengrab oft die oberen Stege wegen Vereisungs-Gefahr; der untere Zugang bleibt aber meist begehbar.
Die 12 wichtigsten Wasserfälle im Schwarzwald
Die folgenden 12 Wasserfälle sind in der Reihenfolge ihrer Höhe und Bedeutung sortiert. Triberg, Allerheiligen und Todtnau zählen zu den meistbesuchten Naturzielen des gesamten Schwarzwaldes — entsprechend voll wird es an warmen Wochenenden. Wer Ruhe sucht, weicht auf Zweribach, Burgbachfall oder Plapphornwasserfall aus. Die kleineren Wasserfälle wie Menzenschwand oder Königshütte sind für Familien mit kleinen Kindern besonders geeignet, weil der Weg vom Parkplatz nur wenige Minuten dauert.
Triberger Wasserfälle
Mit 163 Metern Höhenunterschied über 7 Stufen sind die Triberger Wasserfälle die höchsten frei zugänglichen Wasserfälle Deutschlands. Der Rundweg dauert rund 60 bis 90 Minuten und führt über Brücken-Stege und Holztreppen entlang der Gutach. Eintritt 7 Euro Erwachsene, ganzjährig zugänglich, im Winter mit Lichter-Inszenierung.
Todtnauer Wasserfall
Mit rund 97 Metern Fallhöhe und 2 Hauptstufen einer der höchsten Naturwasserfälle Deutschlands. Der Stübenbach stürzt zwischen Todtnau und Todtnauberg über eine Granit-Stufe in die Tiefe. Wanderweg vom Parkplatz Aftersteg rund 30 Minuten, frei zugänglich, im Winter spektakuläre Eiszapfen-Säle.
Allerheiligen-Wasserfälle
Bei Oppenau im Renchtal stürzen die Wasser des Lierbachs über 7 Kaskaden mit insgesamt 90 Metern Fallhöhe. Direkt oberhalb liegt die romantische Klosterruine Allerheiligen aus dem 12. Jahrhundert. Eintritt rund 4 Euro für die Wasserfall-Treppe, Klosterruine frei zugänglich, Rundweg etwa 2 Stunden.
Edelfrauengrab-Wasserfälle
Bei Ottenhöfen im Achertal stürzt der Gottschlägbach über 7 Stufen und rund 30 Meter ins Tal. Der Name geht auf eine Sage zurück, wonach eine Edelfrau hier in einer Höhle gefangen wurde. Wanderweg vom Parkplatz Bosenstein rund 20 Minuten, frei zugänglich, häufig kombiniert mit Karlsruher Grat.
Geroldsauer Wasserfall
Nur 8 Kilometer südlich von Baden-Baden im Grobbachtal — mit rund 10 Metern eher klein, aber sehr beliebt für einen kurzen Spaziergang. Vom Bushalt Geroldsau-Bütthof gerade einmal 15 Minuten zu Fuß. Frei zugänglich, kein Eintritt, im Frühling von Rhododendren umrahmt.
Zweribach-Wasserfälle
Bei Simonswald im Mittel-Schwarzwald stürzt der Zweribach über mehrere Stufen rund 40 Meter ins Wildgehege Zweribach. Der Wanderweg startet am Parkplatz Klingele und dauert hin und zurück etwa 2 Stunden. Ländlich gelegen, naturbelassen, frei zugänglich, im Frühling besonders wasserreich.
Weitere lohnende Wasserfälle im Schwarzwald
Neben den sechs Top-Zielen lohnen weitere sechs Wasserfälle einen Abstecher — vor allem für Wiederholungs-Besucher und Foto-Freunde, die abseits der Hauptströme unterwegs sein wollen.
Menzenschwander Wasserfall
Im Albtal nahe St. Blasien stürzt die Menzenschwander Alb über rund 12 Meter in ein Felsbecken. Vom Parkplatz Krunkelbachhütte gerade einmal 15 Minuten Wanderung, sehr familienfreundlich. Frei zugänglich, im Sommer beliebt zum Pausieren im Schatten der Tannen.
Königshütter Wasserfall
Bei Hinterzarten im Höllental — kleiner, aber sehr gut erreichbarer Wasserfall direkt am Wanderweg zwischen Hinterzarten und Titisee. Höhe rund 8 Meter, frei zugänglich, ganzjährig begehbar. Beliebt für eine kurze Pause auf der Westweg-Etappe.
Bösensteiner Wasserfälle
Bei Sasbachwalden im Nord-Schwarzwald stürzt der Brandbach über mehrere kleine Stufen durch eine bewaldete Schlucht. Der Wanderweg Gaishöll-Wasserfälle dauert etwa 1,5 Stunden und ist eine der schönsten kurzen Touren am Rand der Schwarzwaldhochstraße. Frei zugänglich.
Burgbachfall Tennenbronn
Bei Tennenbronn im Mittel-Schwarzwald stürzt der Burgbach über rund 32 Meter Höhe in einem einzigen Schwall ins Tal — eine der eindrucksvollsten Einzel-Stufen im Schwarzwald. Wanderweg vom Wanderparkplatz Schiltachhof rund 45 Minuten, frei zugänglich, ländlich gelegen und ruhig.
Hexenlochmühle-Wasserfall
Bei Furtwangen in der Hexenlochschlucht stürzt der Wildgutach-Bach direkt neben der historischen Hexenlochmühle (Baujahr 1825) über mehrere Stufen. Die Mühle ist bewirtschaftet und bietet Einkehr — eine seltene Kombination aus Wasserfall, alter Schwarzwälder Mühle und Schwarzwaldspezialitäten in der Küche.
Plapphornwasserfall
Im Hotzenwald nahe Bad Säckingen — kleiner, abgelegener Wasserfall in einem dicht bewaldeten Tal. Höhe rund 8 Meter, Wanderweg vom Parkplatz Murg-Tal etwa 30 Minuten. Frei zugänglich, ländlich, häufig menschenleer — ideal für Foto-Freunde, die Ruhe suchen.
Wasserfälle im direkten Vergleich
Die Top 7 Wasserfälle im Schwarzwald auf einen Blick — Höhe, Stufen, Eintritt, Wanderzeit und Familien-Eignung im direkten Vergleich.
Beste Saison und Wasserführung
Die Schwarzwälder Wasserfälle führen ganzjährig Wasser, aber die Mengen schwanken stark mit der Jahreszeit. Der Höhepunkt liegt eindeutig im Frühling — von Mitte März bis Ende Mai sorgt die Schneeschmelze in den Hochlagen für Maximalwasser. April und Mai sind die beiden Top-Monate für Wasserfall-Touren. Auch nach längeren Regenphasen im Sommer und Herbst lohnt der Besuch besonders, weil die Bäche dann doppelt bis dreifach so viel Wasser führen wie in Trockenphasen. Im Hochsommer (Juli, August) können kleinere Wasserfälle wie Geroldsau oder Königshütte deutlich schwächer fließen. Im Winter frieren die oberen Bereiche oft zu Eissäulen — spektakulär anzuschauen, die Holzstege sind dann aber häufig gesperrt.
Praktische Tipps für Wasserfall-Touren im Schwarzwald
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Konus-Gästekarte mitnehmen
Bei jeder Übernachtung im Schwarzwald erhält man vom Vermieter die Konus-Gästekarte. Sie macht den ÖPNV im gesamten Schwarzwald gratis — auch alle Buslinien zu Triberg, Allerheiligen, Todtnau, Geroldsau und Menzenschwand. Sparpotenzial pro Tag bis 25 Euro pro Person.
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Frühling als Top-Saison
April und Mai sind die wasserreichsten Monate des Jahres. Die Schneeschmelze in den Höhen ab 1.000 Metern füllt alle Bäche mit Maximalmengen. Wer die volle Wucht der Wasserfälle erleben möchte, plant seinen Besuch zwischen Mitte April und Mitte Mai oder direkt nach längeren Regenphasen im Sommer.
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Festes Schuhwerk Pflicht
Die Holzstege und Felstreppen an Triberg, Allerheiligen und Edelfrauengrab werden bei Feuchte sehr rutschig. Sneaker oder Sandalen sind ungeeignet — Wanderschuhe mit Profilsohle sind Pflicht, vor allem im Frühjahr und nach Regen. Trittsichere Schuhe verhindern häufig Stürze auf den nassen Bohlen.
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Triberg früh oder spät besuchen
Die Triberger Wasserfälle sind das meistbesuchte Naturziel im gesamten Schwarzwald — an warmen Wochenenden im Sommer wird es ab 11 Uhr sehr voll. Wer den Rundweg vor 10 Uhr morgens oder nach 16 Uhr nachmittags startet, hat deutlich mehr Ruhe und bessere Fotos ohne Menschenmassen.
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Kombi-Touren planen
Mehrere Wasserfälle lassen sich gut kombinieren: Allerheiligen plus Klosterruine plus Edelfrauengrab als Nord-Schwarzwald-Tag; Triberg plus Hexenlochmühle plus Burgbachfall als Mittel-Schwarzwald-Tag; Todtnau plus Menzenschwand plus Feldberg als Süd-Schwarzwald-Tag.
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Barrierearme Varianten
Voll barrierefrei ist keiner der Schwarzwälder Wasserfälle. Der untere Bereich des Triberger Wasserfalls und der Geroldsauer Wasserfall sind aber mit Buggy oder Rollator auf den ersten 200 bis 300 Metern befahrbar. Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat es schwer — die Felstreppen sind nicht überwindbar.
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Foto-Zeit am späten Nachmittag
Die schönsten Wasserfall-Fotos entstehen am späten Nachmittag, wenn die Sonne tief steht und durch die Tannen-Wälder seitlich auf die Kaskaden trifft. Lange Belichtungszeiten von 1 bis 4 Sekunden mit Stativ und Graufilter erzeugen den weichen Schleier-Effekt — Smartphone-Modus „Pro“ oder „Lange Belichtung“ reicht oft schon.
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Regenjacke einpacken
Selbst bei trockenem Wetter sprüht die Gischt an Triberg, Allerheiligen und Todtnau in 5 bis 15 Metern Umkreis. Eine leichte Regenjacke schützt vor durchnässten Kleidungs-Stücken. Kameras und Smartphones mit wasserfester Hülle versehen — die feine Gischt setzt sich überall fest.
Insider-Tipps
Versteckte Perle: Plapphornwasserfall
Im Hotzenwald nahe Bad Säckingen liegt mit dem Plapphornwasserfall einer der am wenigsten bekannten Schwarzwälder Wasserfälle. Höhe nur 8 Meter, dafür meist menschenleer und in einem dichten Tannen-Tal. Vom Parkplatz Murg-Tal sind es 30 Minuten Wanderung — ideal für einen ruhigen Spaziergang am späten Nachmittag, wenn die Sonne tief durch die Wälder bricht.
Tipp für Foto-Freunde: Hexenlochmühle
Die Kombination aus historischer Hexenlochmühle (Baujahr 1825) und kleinem Wasserfall ist eines der meistfotografierten Motive im gesamten Schwarzwald. Wer Menschenmassen vermeiden möchte, kommt am frühen Morgen vor 9 Uhr oder am späten Nachmittag nach 17 Uhr — dann steht die Sonne ideal und die Mühle wirft lange Schatten auf den Bach. Einkehr direkt vor Ort mit Schwarzwälder Spezialitäten und hausgemachten Möbeln aus alter Mühlen-Tradition.
Geheimtipp: Zweribach im Mai
Die Zweribach-Wasserfälle bei Simonswald sind im Mai unschlagbar — dann blühen die Buchen-Wälder in frischem Grün, der Bach führt Maximalwasser und die mehrstufige 40-Meter-Kaskade rauscht in voller Wucht. Der 2-Stunden-Rundweg ab Parkplatz Klingele ist anspruchsvoller als bei Triberg oder Geroldsau, aber dafür meist deutlich ruhiger und ländlich abgelegen.




