Die St.-Michael-Kirche an der Neuhauser Straße im Herzen der Münchner Altstadt gilt als größte Renaissance-Kirche nördlich der Alpen und bis heute als bedeutendste Jesuiten-Hauptkirche im deutschsprachigen Raum. Herzog Wilhelm V. ließ den gewaltigen Sakralbau zwischen 1583 und 1597 errichten — als geistliches Bollwerk der Gegenreformation und zugleich als architektonisches Manifest seiner Dynastie. Mit einer Tonnengewölbe-Spannweite von rund zwanzig Metern besitzt St. Michael nach dem Petersdom in Rom das zweitgrößte freitragende Tonnengewölbe der Welt. Die Fassade an der heutigen Fußgängerzone überrascht mit fünfzehn lebensgroßen Bronze-Skulpturen Wittelsbacher Herrscher, die der niederländische Bildhauer Hubert Gerhard zwischen 1588 und 1592 schuf. Im Innenraum dominiert das neun Meter hohe Altargemälde „Erzengel Michael“ von Christoph Schwarz aus dem Jahr 1587 den Hochaltar. In der Fürstengruft unter dem Chor ruhen rund vierzig Mitglieder des Hauses Wittelsbach, darunter der berühmte „Märchenkönig“ Ludwig II., Eugene de Beauharnais (der Stiefsohn Napoleons) und Otto I., König von Bayern.

Anreise und Erreichbarkeit

St. Michael liegt mitten auf der wichtigsten Einkaufsachse Münchens — der Fußgängerzone zwischen Karlsplatz/Stachus im Westen und Marienplatz im Osten. Wer aus der Innenstadt zur Kirche möchte, kommt fast zwangsläufig daran vorbei: Die mächtige Renaissance-Fassade mit ihrer Bronze-Figurenwand erhebt sich unmittelbar zwischen den Schaufenstern großer Modehäuser. Genau dieser exponierten Lage verdankt die Kirche täglich tausende Besucher, die spontan eintreten und sich von der überwältigenden Weite des Tonnengewölbes überraschen lassen. Für die Anreise ist die Kombination aus U- und S-Bahn unschlagbar — direkt mit dem Auto bis zur Kirchentür kommt man wegen der Fußgängerzone nicht.

Mit dem Auto

Aus allen Richtungen führen Autobahnen nach München: die A9 aus Nürnberg, die A8 aus Stuttgart und Salzburg, die A92 aus Deggendorf, die A95 aus Garmisch-Partenkirchen sowie die A96 aus Lindau. Vom Mittleren Ring nimmt man die Ausfahrt Maximilianstraße oder Sonnenstraße und nähert sich St. Michael am besten über die Sonnenstraße in Richtung Karlsplatz. Direkt vor der Kirche gibt es keine Parkplätze, weil die gesamte Neuhauser Straße seit den siebziger Jahren autofrei ist. Die nächstgelegenen Tiefgaragen sind die Garage am Stachus, die Tiefgarage Maximiliansplatz und die Tiefgarage Marienhof unter dem Rathaus — alle in fünf bis sieben Minuten Fußweg erreichbar. Die Stundenpreise liegen bei vier bis fünf Euro, Tagestarife häufig bei rund dreißig Euro.

Mit der Bahn und dem ÖPNV

Vom Münchner Hauptbahnhof aus erreicht man St. Michael in zwei Minuten mit der S-Bahn oder U-Bahn bis Karlsplatz/Stachus — von dort sind es nur noch wenige Schritte über die Fußgängerzone bis zur Kirche. Sämtliche S-Bahn-Linien S1 bis S8 halten am Karlsplatz und am Marienplatz, sodass Reisende aus Erding, Petershausen, Geltendorf oder dem Flughafen ohne Umsteigen in die Nähe der Kirche kommen. Die U-Bahn-Linien U4 und U5 verbinden den Stachus mit Westend, Schwanthalerhöhe und der östlichen Innenstadt, während U3 und U6 am Marienplatz halten. Die Tram-Linien 16, 17, 18, 19, 20, 21 und 22 fahren ebenfalls den Karlsplatz an. Die Buslinie 100 (Museenlinie) bedient zwar nicht St. Michael direkt, hält aber am Hauptbahnhof und am Odeonsplatz in fünf Gehminuten Entfernung.

Mit dem Flugzeug

Der Flughafen München Franz Josef Strauß (MUC) liegt rund vierzig Kilometer nordöstlich der Altstadt im Erdinger Moos. Die S-Bahn-Linien S1 und S8 verbinden den Flughafen mit dem Karlsplatz/Stachus in 45 bis 50 Minuten — von dort sind es zwei bis drei Minuten Fußweg bis St. Michael. Tickets fürs Gesamtnetz kosten etwa dreizehn Euro pro Strecke, Familien fahren häufig günstiger mit dem Gruppen-Tagesticket. Taxis brauchen je nach Verkehr 45 bis 75 Minuten und kosten zwischen siebzig und neunzig Euro.

Vor Ort bewegen und Parken

Rund um St. Michael lässt sich die Münchner Altstadt zu Fuß ideal erkunden. In wenigen Minuten erreicht man die Frauenkirche mit ihren markanten Türmen, den Marienplatz mit dem Glockenspiel im Neuen Rathaus, den Alten Peter, die Residenz und die Theatinerkirche. Der Kirchenraum selbst ist über das Hauptportal weitgehend stufenfrei zugänglich, einzelne Stufen werden über eine seitliche Rampe umgangen. Behindertenparkplätze gibt es im Umkreis von wenigen Hundert Metern an der Sonnenstraße sowie in der Tiefgarage am Stachus. Wer länger bleibt, leiht sich am Stachus ein MVG-Rad — innerhalb der Fußgängerzone gilt allerdings tagsüber Schiebepflicht.

München Hbf 700 m ~8 min zu Fuß oder 2 min mit S-Bahn
Flughafen MUC 40 km ~50 min mit S1 oder S8 bis Stachus
Marienplatz 350 m ~4 min durch die Fußgängerzone
Karlsplatz/Stachus 200 m ~3 min zu Fuß über die Neuhauser Straße
Residenz 600 m ~7 min über die Kaufingerstraße

Bau, Einsturz und Wiederaufbau — die dramatische Geschichte von St. Michael

Herzog Wilhelm V., genannt „der Fromme“, war ein leidenschaftlicher Verfechter der Gegenreformation und holte 1559 den damals erst zwanzig Jahre alten Jesuitenorden nach München. Als Hauptkirche dieses Ordens und zugleich als Hofkirche der Wittelsbacher plante er ab 1583 ein Bauwerk, das alles Bisherige in München in den Schatten stellen sollte. Vorbild war die römische Jesuiten-Mutterkirche Il Gesù, deren Konzept eines breiten einschiffigen Saalraums mit Tonnengewölbe Wilhelm in München konsequent fortführen ließ — nur in monumentalerer Dimension. Die Frage, wer eigentlich der entwerfende Architekt war, ist bis heute Gegenstand kunsthistorischer Debatten: Häufig wird der niederländische Hofkünstler Friedrich Sustris genannt, andere Forscher schreiben den Entwurf dem Baumeister Wendel Dietrich zu.

Der Einsturz von 1590

Sieben Jahre nach Baubeginn ereignete sich ein dramatischer Rückschlag: 1590 stürzte der bereits weit vorangetriebene Turm samt Teilen des Chors ein. Für den frommen Herzog war dies kein technisches Problem, sondern ein göttliches Zeichen — die Kirche müsse größer, prächtiger und ambitionierter werden. Wilhelm V. beauftragte daraufhin einen Neuentwurf, der das Querhaus und den Chor mit dem gewaltigen Tonnengewölbe einschloss, das heute Besucher aus aller Welt beeindruckt. Die ungewöhnlich breite Spannweite von rund zwanzig Metern erforderte massive Strebepfeiler an den Außenmauern und stellte die Baumeister vor enorme statische Herausforderungen. Erst 1597 konnte die Kirche geweiht werden.

Bombennacht und Wiederaufbau bis 1953

Im Zweiten Weltkrieg traf die Bomben-Last die Münchner Altstadt schwer. St. Michael wurde 1944 mehrfach getroffen, das Dach brannte vollständig ab, das Tonnengewölbe stürzte in weiten Teilen ein. Aufnahmen auf Kupferplatten dokumentieren das Ausmaß der Zerstörung bis heute eindrücklich. Der Wiederaufbau zog sich über fast ein Jahrzehnt hin und wurde erst 1953 abgeschlossen — die alten Proportionen und Stuckaturen wurden mit großer Sorgfalt rekonstruiert, einzelne Bauteile wie die mittlere Empore mussten allerdings vereinfacht werden. Heute erinnert in den Seitenkapellen eine kleine Ausstellung an die Kriegsschäden.

Architektur und Kunstwerke — was im Inneren zu entdecken ist

Schon der Eintritt durch das Hauptportal ist ein Erlebnis: Der Blick fällt direkt in einen 78 Meter langen, weiß-gelben Saalraum mit gewaltigem Tonnengewölbe. Die strenge Symmetrie der Wandgliederung, die hellen Stuckaturen und die zurückhaltenden Säulen-Imitationen verleihen dem Innenraum eine fast nüchterne Klarheit — ganz anders als der überbordende Hochbarock der nahegelegenen Theatinerkirche.

Die Bronze-Fassade von Hubert Gerhard

Das Äußere von St. Michael bricht mit allen Konventionen mitteleuropäischer Kirchenfassaden: Statt einer typisch süddeutschen Doppelturm-Front zeigt die Schauseite eine weite, leicht gestaffelte Wand mit fünfzehn lebensgroßen Bronze-Skulpturen. Sie stellen den Stammbaum der Wittelsbacher von Otto I. bis Wilhelm V. dar und wurden vom niederländischen Bildhauer Hubert Gerhard zwischen 1588 und 1592 gegossen. Über dem Hauptportal kämpft der Erzengel Michael in eindrucksvoller Bewegung mit dem gestürzten Satan — auch dieses Bronze-Werk stammt von Gerhard und gilt als eines der bedeutendsten manieristischen Bildwerke nördlich der Alpen.

Hochaltar und Altargemälde

Den dramatischen Höhepunkt im Inneren bildet der monumentale Hochaltar mit einem neun Meter hohen Altargemälde von Christoph Schwarz aus dem Jahr 1587. Es zeigt den Erzengel Michael im Kampf mit den abtrünnigen Engeln — ein klares Bekenntnis zur kämpferischen Spiritualität der frühen Jesuiten. Der Altaraufbau aus dunklem Stuckmarmor mit goldenen Kapitellen rahmt das riesige Bild und betont seine Wirkung. Links und rechts des Hochaltars öffnen sich Seitenkapellen mit weiteren bedeutenden Gemälden, Reliquienschreinen und Skulpturen aus vier Jahrhunderten.

Die sechs wichtigsten Stationen im Überblick

Bronze-Wand der Wittelsbacher

Die fünfzehn lebensgroßen Bronze-Figuren an der Außenfassade zeigen den Stammbaum des Hauses bis Wilhelm V. Genaues Hinschauen lohnt: Die Künstlersignaturen und Wappendetails von Hubert Gerhard verraten manieristisches Können.

Tonnengewölbe und Hauptschiff

Mit rund zwanzig Meter Spannweite ist das Tonnengewölbe nach dem Petersdom in Rom das zweitgrößte freitragende Tonnengewölbe der Welt. Die schiere Weite des Raumes wirkt sofort beim Eintritt.

Hochaltar mit Schwarz-Gemälde

Das neun Meter hohe Altargemälde „Erzengel Michael“ von Christoph Schwarz (1587) gilt als Hauptwerk der süddeutschen Renaissance-Malerei und prägt die gesamte Raumwirkung der Kirche.

Fürstengruft der Wittelsbacher

Unter dem Chor liegt die Familiengruft mit rund vierzig Wittelsbacher Grabstätten. Das schmiedeeiserne Grabmal König Ludwigs II. zieht täglich zahlreiche Märchenkönig-Verehrer mit Blumen und Kerzen an.

Grab des Eugene de Beauharnais

Eugene de Beauharnais, Stiefsohn Napoleons und Schwiegersohn des bayerischen Königs Max I. Joseph, fand hier seine letzte Ruhestätte. Das klassizistische Grabmal von Bertel Thorvaldsen zählt zu den bedeutendsten Bildwerken im Innenraum.

Kupferplatten-Dokumentation 1944

In einer Seitenkapelle dokumentieren historische Kupferplatten-Aufzeichnungen die schweren Bomben-Schäden vom Juli 1944. Die Bilder zeigen das eingestürzte Tonnengewölbe und sind eindrückliche Zeitzeugen.

St. Michael im Vergleich mit anderen Münchner Kirchen

Kriterium
St. Michael
Frauenkirche
Theatinerkirche
Asamkirche
Alter Peter
Stil
Späte Renaissance
Spätgotik
Hochbarock
Spätbarock und Rokoko
Barockisierte Romanik
Bauzeit
1583 bis 1597
1468 bis 1488
1662 bis 1690
1733 bis 1746
Ab 1180, mehrfach umgebaut
Besonderheit
Tonnengewölbe und Gruft
Türme als Wahrzeichen
Gelbe Fassade, Kuppel
Privatkirche der Brüder Asam
Aussichtsturm „Alter Peter"
Eintritt
Frei, Gruft 2 Euro
Frei
Frei
Frei
Kirche frei, Turm 5 Euro
Highlight
Bronze-Wittelsbacher
Teufelstritt im Vorraum
Cuvilliés-Rokoko
Goldener Innenraum
Alpenblick vom Turm
Charakter
Streng, gewaltig, fürstlich
Stadtwahrzeichen
Italienisch geprägt
Klein, kostbar, theatralisch
Aussichtspunkt

St. Michael wirkt im Vergleich besonders durch ihre schiere Größe und die einzigartige Bronze-Wand — sie ist die einzige Münchner Kirche mit dieser Art von dynastischer Fassaden-Inszenierung.

Die Fürstengruft — wer hier ruht

Die Wittelsbacher-Fürstengruft unter dem Chor von St. Michael ist die zweitwichtigste Grabstätte des Hauses Wittelsbach nach der Theatinerkirche. Rund vierzig Mitglieder der bayerischen Königs- und Herzogsdynastie haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden, vom späten 16. bis ins 20. Jahrhundert. Der Eintritt in die Gruft kostet zwei Euro und ist täglich außer sonntags möglich. Das prominenteste Grab ist das schlichte schmiedeeiserne Grabmal König Ludwigs II., des sogenannten „Märchenkönigs“, der unter rätselhaften Umständen 1886 im Starnberger See ertrank. Bis heute legen Besucher aus aller Welt täglich frische Blumen und Briefe an seinem Grab nieder — Ludwig II. ist nach mehr als 140 Jahren noch immer eine Kultfigur. Weitere bedeutende Bestattete sind sein Bruder Otto I., König von Bayern, der nach Ludwigs Tod 1886 bis 1916 nominell regierte (faktisch wegen Geisteskrankheit unter Vormundschaft seines Onkels Luitpold), sowie Eugene de Beauharnais, der Stiefsohn Napoleons und erste Herzog von Leuchtenberg, dessen Grabmal Bertel Thorvaldsen schuf.

Praktische Tipps für den Besuch von St. Michael

  • Kirche und Gruft kombinieren

    Der Eintritt in die Kirche selbst ist frei, die Wittelsbacher-Fürstengruft kostet zwei Euro. Wer beides sehen möchte, sollte etwa eine Stunde einplanen. Sonntags ist die Gruft geschlossen.

  • Frühe Tageszeit für stille Atmosphäre

    Vormittags zwischen 9 und 11 Uhr ist St. Michael am ruhigsten. Wer das mächtige Tonnengewölbe ohne den Trubel der Fußgängerzone erleben möchte, kommt früh — ab späterem Nachmittag wird es voller.

  • + Bronze-Fassade auch von Weitem genießen

    Wer die fünfzehn Bronze-Figuren der Wittelsbacher in Ruhe studieren möchte, stellt sich in den Eingang der gegenüberliegenden Augustinerstraße. Aus dieser Distanz wird die manieristische Komposition der Fassade erst richtig erkennbar.

  • i Audio-Guides ausleihen

    Direkt am Eingang gibt es Audio-Guides für rund drei Euro, die durch Bau-, Kunst- und Familiengeschichte führen. Für Erstbesucher lohnt sich das absolut — die Hintergründe sind dicht und ohne Erklärung leicht zu übersehen.

  • Hl. Messen besuchen statt nur besichtigen

    Sonntags um 10 Uhr findet das Hauptamt mit Chor und Orgel statt — wer den Klang des Tonnengewölbes erleben möchte, kommt zur Liturgie. Auch werktags gibt es um 12.15 Uhr eine Mittagsmesse.

  • Barrierefreier Zugang über Seitenrampe

    Das Hauptportal hat einige Stufen, eine seitliche Rampe an der Maxburgstraße ermöglicht den ebenerdigen Zugang. Für die Fürstengruft führt nur eine schmale Treppe nach unten — ohne fremde Hilfe ist sie für Rollstuhlfahrer nicht erreichbar.

  • Frauenkirche und Alter Peter mitnehmen

    St. Michael, die Frauenkirche und der Alte Peter liegen alle innerhalb von fünf Gehminuten — drei der wichtigsten Kirchen der Münchner Altstadt lassen sich an einem Vormittag verbinden. Die Türme des Alten Peter bieten den schönsten Überblick.

  • Bei Regen ideal als Pause

    Wenn das Wetter in München umschlägt, ist die mächtige Kirche eine willkommene Zuflucht. Die kühle Steinhalle bleibt selbst an heißen Sommertagen angenehm temperiert — perfekt für eine ruhige Pause zwischen Shopping und Sightseeing.

Insider-Tipps

Hubert-Gerhard-Bronze in Ruhe studieren

Über dem Hauptportal hängt die Bronze-Skulpturengruppe des Erzengels Michael im Kampf mit dem gestürzten Satan — ebenfalls von Hubert Gerhard zwischen 1588 und 1592 geschaffen. Die Dynamik der beiden Körper und die Detailgenauigkeit der Rüstung gehören zum Bedeutendsten, was die süddeutsche Renaissance an Bronzeplastik hervorgebracht hat. Am späten Nachmittag streicht das Licht über die Figuren und betont die Modellierung — der ideale Moment für ein Foto.

Bürgersaalkirche gleich nebenan

Wer schon einmal in der Neuhauser Straße steht, sollte die Bürgersaalkirche nur wenige Meter weiter östlich nicht verpassen. Sie ist deutlich kleiner, beherbergt aber das Grab des seligen Rupert Mayer, eines Jesuiten und Widerstandskämpfers gegen das NS-Regime. Ein stiller Ort, an dem viele Münchner kurz innehalten.

HÄUFIGE FRAGEN

Wo genau steht die St.-Michael-Kirche in München?

Die Kirche befindet sich in der Neuhauser Straße 6, 80333 München-Altstadt, direkt an der Fußgängerzone zwischen Karlsplatz/Stachus und Marienplatz. Beide ÖPNV-Knotenpunkte sind in etwa drei Minuten zu Fuß erreichbar.

Wann wurde St. Michael erbaut?

Der Bau begann 1583 unter Herzog Wilhelm V. dem Frommen. Nach dem Einsturz des Turms und Teilen des Chors 1590 wurde der Entwurf vergrößert. Die Weihe der heutigen Kirche erfolgte 1597, also nach insgesamt vierzehn Jahren Bauzeit.

Wer war der Architekt von St. Michael?

Die Architektenfrage ist bis heute ungelöst und Gegenstand kunsthistorischer Debatten. Häufig wird der niederländische Hofkünstler Friedrich Sustris als Hauptverantwortlicher genannt, andere Forscher schreiben den Entwurf dem Baumeister Wendel Dietrich zu.

Warum hat St. Michael das zweitgrößte Tonnengewölbe der Welt?

Mit rund zwanzig Metern Spannweite besitzt St. Michael nach dem Petersdom in Rom das zweitgrößte freitragende Tonnengewölbe weltweit. Vorbild war die Jesuiten-Mutterkirche Il Gesù in Rom, die in München jedoch in monumentalerer Dimension umgesetzt wurde.

Wer liegt in der Wittelsbacher-Fürstengruft begraben?

In der Gruft unter dem Chor ruhen rund vierzig Mitglieder des Hauses Wittelsbach. Die prominentesten sind König Ludwig II., der „Märchenkönig“, sein Bruder Otto I., König von Bayern, sowie Eugene de Beauharnais, der Stiefsohn Napoleons und erste Herzog von Leuchtenberg.

Was kostet der Eintritt in St. Michael?

Die Kirche selbst ist frei zugänglich, Spenden für den Erhalt sind willkommen. Die Wittelsbacher-Fürstengruft kostet zwei Euro Eintritt und ist täglich außer sonntags geöffnet.

Wie komme ich mit dem ÖPNV zu St. Michael?

Die nächsten Haltestellen sind Karlsplatz/Stachus und Marienplatz, beide mit S-Bahn S1 bis S8 sowie U-Bahn (U3, U4, U5, U6) angebunden. Von beiden Punkten sind es nur etwa drei Minuten Fußweg über die Fußgängerzone.

Gibt es Parkplätze in der Nähe von St. Michael?

Direkt vor der Kirche gibt es wegen der Fußgängerzone keine Parkplätze. Die nächsten Tiefgaragen sind die Garage am Stachus, die Tiefgarage Maximiliansplatz und die Tiefgarage Marienhof, jeweils in fünf bis sieben Minuten Fußweg erreichbar.

Wer schuf die Bronze-Skulpturen an der Fassade?

Der niederländische Bildhauer Hubert Gerhard schuf zwischen 1588 und 1592 die fünfzehn lebensgroßen Bronze-Figuren der Wittelsbacher Herrscher sowie die zentrale Bronze-Gruppe des Erzengels Michael im Kampf mit dem gestürzten Satan über dem Hauptportal.

Was zeigt das Hochaltargemälde in St. Michael?

Das neun Meter hohe Altargemälde von Christoph Schwarz aus dem Jahr 1587 zeigt den Erzengel Michael im Kampf mit den abtrünnigen Engeln. Es ist eines der bedeutendsten Werke der süddeutschen Renaissance-Malerei und dominiert den Hochaltarbereich.

Wurde St. Michael im Zweiten Weltkrieg zerstört?

Ja, die Kirche wurde 1944 von Bomben mehrfach getroffen. Das Dach brannte vollständig aus, das Tonnengewölbe stürzte in weiten Teilen ein. Kupferplatten-Aufzeichnungen dokumentieren die Schäden. Der Wiederaufbau dauerte bis 1953.

Welche anderen Münchner Sehenswürdigkeiten liegen in der Nähe?

Die Frauenkirche, der Marienplatz mit Neuem Rathaus und Glockenspiel, der Alte Peter mit seinem Aussichtsturm sowie die Residenz und die Theatinerkirche am Odeonsplatz sind alle in fünf bis zehn Minuten zu Fuß erreichbar.
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