St. Anton am Arlberg liegt auf 1.304 Metern am Tiroler Westhang des Arlberg-Passes — und gilt als die Wiege des alpinen Skilaufs. 1901 gründete sich hier der erste Skiclub Österreichs, 1928 entstand die Arlbergschule um Hannes Schneider, deren Schwung-Methodik die Grundlage des modernen Skikurs-Wesens wurde. Heute ist St. Anton Teil von Ski Arlberg, dem größten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs mit 305 Pistenkilometern, 88 Liftanlagen und Höhen bis 2.811 Metern auf der Valluga. Anders als das mondäne Lech-Zürs auf der Vorarlberger Seite ist St. Anton ein bodenständiger Tiroler Bergort mit dem wohl legendärsten Apres-Ski der Alpen — Mooserwirt, Krazy Kanguruh und Heustadl sind weltweit bekannt. Aktuelle Pisten- und Liftinfos pflegt die Arlberger Bergbahnen AG auf skiarlberg.at, Ortsinfos auf stantonamarlberg.com.
Anreise und Erreichbarkeit
St. Anton liegt am Arlberg-Pass an der Tiroler Westgrenze zu Vorarlberg — strategisch günstig zwischen München, Innsbruck und Zürich. Anders als viele Skiorte in den hinteren Tälern hat St. Anton einen eigenen ÖBB-Bahnhof direkt im Ort, was den Ort zu einem der bahnfreundlichsten Skiziele der Alpen macht. Im Winter ist der Arlberg-Pass über die S16 Schnellstraße ganzjährig geöffnet, der historische Pass über die Landesstraße kann bei Schneefall gesperrt sein. Aktuelle Pass- und Straßenstatus pflegt die ASFINAG auf asfinag.at.
Mit dem Auto
Aus Norden fährst du die A12 Inntal-Autobahn von Kufstein her, an Innsbruck vorbei, dann auf die S16 Arlberg-Schnellstraße Richtung Bregenz bis zur Ausfahrt St. Anton. Aus dem Westen kommst du über die A14 Rheintal-Autobahn bei Bludenz auf die S16 und durch den Arlbergtunnel (mautpflichtig, rund 12 EUR PKW Einzelfahrt) oder im Sommer über die Arlbergpass-Straße. Der Ortskern St. Antons ist seit 2001 weitgehend autofrei — Hotelgäste fahren bis vor das Hotel und parken danach im Parkhaus. Vignette ist auf österreichischen Autobahnen Pflicht (10,40 EUR Tagespickerl bzw. 12,40 EUR Zehntagespickerl, Stand 2026).
Im Winter sind Schneeketten in der Praxis empfehlenswert, Winterreifen Pflicht. An Anreisetagen in den Faschingsferien staut sich der Arlbergtunnel oft mehrere Stunden — wer aus dem Westen anreist, plant Pufferzeit ein oder weicht auf die Pass-Strecke aus, sofern offen. Der eigentliche Ortskern ist verkehrsberuhigt, größere Parkflächen liegen am Ortsrand und an der Talstation Galzigbahn.
Mit der Bahn
St. Anton hat einen eigenen ÖBB-Bahnhof direkt im Ortskern — das ist die große Besonderheit gegenüber Lech, Zürs, Ischgl oder Sölden. Die ÖBB-Strecke München–Innsbruck–Zürich (Arlberg-Bahn) hält mit Railjet und EuroCity stündlich, Direktverbindungen aus München, Innsbruck, Bregenz und Zürich ohne Umstieg. Vom Bahnhof sind es zu Fuß fünf Minuten in den Ortskern und ebenfalls fünf Minuten zur Talstation Galzigbahn. Aktuelle Verbindungen findest du auf oebb.at und bahn.de.
Der ÖBB-Nightjet aus Hamburg, Düsseldorf, Köln, Münster oder Hannover hält in der Wintersaison direkt am Bahnhof St. Anton — Skikoffer landen am Morgen direkt im Ort, von dort zu Fuß oder per Hotel-Shuttle ins Hotel. Wer Wert auf eine emissionsarme Anreise legt, ist hier am richtigen Ort: kaum ein Skiort der Alpen ist so bequem ohne Auto erreichbar wie St. Anton.
Mit dem Flugzeug
Nächster Verkehrsflughafen ist Innsbruck (INN), etwa 100 km entfernt — vom Flughafen Mietwagen oder Direkt-Shuttle, Fahrtzeit rund 75 Minuten. Aus der Schweiz fliegst du nach Zürich (ZRH) mit etwa 200 km Anfahrt (2:30 h via A14 und Arlbergtunnel). Aus dem Norden bietet sich auch Friedrichshafen (FDH) oder Memmingen (FMM) an mit jeweils rund 130 bis 180 km. Vom Flughafen Innsbruck und Zürich gibt es Sammeltransfers verschiedener Anbieter, Direktfahrt nach St. Anton ab rund 75 EUR pro Person einfach.
Parken vor Ort
Der Ortskern St. Antons ist seit 2001 weitgehend autofrei — Hotelgäste dürfen zum Be- und Entladen vorfahren, parken aber danach in den Parkgaragen am Ortsrand. Das Parkhaus N1 an der Talstation Galzigbahn bietet rund 700 Plätze (Tagesticket rund 12 EUR, Wochenticket rund 60 EUR), das Parkhaus N3 am Bahnhof weitere 300 Plätze. Wer in einem Hotel im Dorfzentrum wohnt, parkt typischerweise in der Hotel-Tiefgarage, oft im Zimmerpreis inklusive. An Spitzentagen im Februar und über Weihnachten sind die Parkhäuser ab 9 Uhr voll — frühes Anreisen oder Bahn-Anreise lohnt sich.
Pisten, Lifte und Ski Arlberg
St. Anton ist Teil von Ski Arlberg, dem grössten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs. Der Ort selbst hat drei Skigebiets-Sektoren: das Galzig-Valluga-Massiv im Norden, das Rendl-Massiv im Süden und den Familienbereich Gampen-Kapall.
Galzig und Valluga — das Hauptmassiv
Über St. Anton thronen Galzig (2.185 m) und Valluga (2.811 m). Die Galzigbahn mit ihrer charakteristischen Riesenrad-Konstruktion an der Talstation transportiert dich in fünf Minuten auf 2.185 m, die Vallugabahn dann weiter zur Aussichtsplattform. Auf der Valluga steht eine 360-Grad-Plattform mit Blick über Lechtaler Alpen, Schweizer Säntis und an klaren Tagen bis zur Zugspitze. Klassische Pisten in diesem Sektor sind die Schindlerkar-Steilflanke (schwarz, 30 Grad), die Kandahar-Abfahrt vom Galzig (rot, eine der ältesten Speed-Strecken Österreichs) und der Ski-Routen-Klassiker Valluga Nord (nur mit Bergführer). Schneehöhen am Galzig in normalen Wintern: 2 bis 3 Meter Mitte Februar.
Rendl — die ruhigere Seite
Auf der gegenüberliegenden Talseite liegt das Rendl-Massiv mit Höhen bis 2.640 m. Das Rendl ist deutlich ruhiger als Galzig-Valluga, mit breiten roten Pisten, einem Funpark und der Sonnenterrasse Rendl Beach auf 2.030 m. Familien mit fortgeschrittenen Kindern finden hier ideale Bedingungen, Snowboarder schätzen den Funpark mit Sprüngen, Rails und Pipe. Die Rendlbahn als Pendelbahn-Gondel-Kombi startet am südlichen Ortsende, fünf Minuten Fußweg vom Bahnhof.
Gampen, Kapall und Anfänger-Gelände
Direkt vom Ortskern starten die Nasserein-Bahn und die Gampenbahn ins Gampen-Kapall-Gebiet — das klassische Anfänger- und Familien-Terrain mit breiten Blau-Pisten und Skischul-Zentrum. Die Skischule Arlberg als Nachfolgerin der historischen Hannes-Schneider-Schule bietet hier Anfängerkurse an, Tagesgruppe rund 75 EUR, fünf Tage rund 290 EUR. Ideal für Erstskifahrer, die im Tiefschnee-Mekka St. Anton mit dem Lernen starten wollen.
Ski Arlberg — 305 Pistenkilometer im Verbund
Seit der Verbindung 2016 über die Flexenbahn ist Ski Arlberg mit 305 Pistenkilometern und 200 Tiefschnee-Routenkilometern das grösste zusammenhängende Skigebiet Österreichs. St. Anton, St. Christoph, Stuben, Lech, Zürs, Warth und Schröcken sind seither lift- und pistenmässig verbunden, ohne Bus oder Auto. 88 Liftanlagen verteilen sich auf Höhen zwischen 1.304 und 2.811 Metern. Aufgeteilt in 132 km blau, 122 km rot und 51 km schwarz — der schwarze Anteil mit Pisten wie der Schindlerkar oder der Kandahar ist auch für Profis fordernd. Der Ski Arlberg Skipass kostet in der Hochsaison rund 75 EUR pro Tag, sechs Tage rund 388 EUR (Stand 2026).
Top-Sehenswürdigkeiten
Valluga-Aussichtsplattform 2.811 m
Die Valluga ist mit 2.811 m der höchste Punkt im Skigebiet — und einer der spektakulärsten Aussichtspunkte der Ostalpen. Mit der Galzig-Vallugabahn-Kombination bist du in rund 25 Minuten oben, die letzten 300 Meter mit der Pendelbahn. 360-Grad-Panorama über Lechtaler Alpen, Schweizer Säntis und an klaren Tagen die Zugspitze. Im Winter Ausgangspunkt für die berühmte „Valluga Nord“-Tiefschnee-Route (nur mit Bergführer), im Sommer Ziel für Bergsteiger.
Galzigbahn mit Riesenrad-Konstruktion
Die Galzigbahn in der heutigen Form steht seit 2006 — die Talstation enthält eine spektakuläre Riesenrad-Konstruktion, die acht Gondeln auf Boden-Niveau aufnimmt und dann in die Höhe schwingt. Damit fällt das mühsame Anstellen mit Skiern an steilen Treppen weg. Das Bauwerk gewann 2007 mehrere Architekturpreise und ist allein einen Besuch wert, auch ohne Skifahren. Bergstation Galzig 2.185 m mit Restaurant Verwallstube.
Museum St. Anton am Arlberg
Das Museum in der historischen Villa Trier zeigt die Geschichte des Skisports am Arlberg — von den ersten Skiern aus Holz, Hannes Schneider und der Arlbergschule bis zur Ski-WM 2001. Ein eigener Bereich widmet sich den Sportlern aus St. Anton, darunter Olympia-Goldmedaillengewinner Mario Matt. Eintritt rund 7 EUR Erwachsene, 4 EUR Kinder, im Sommer Garten-Café. Ganzjährig geöffnet, Adresse Dorfstraße 25.
Pfarrkirche St. Anton
Die spätgotische Pfarrkirche St. Anton aus dem 15. Jahrhundert, mehrfach erweitert, steht zentral im Ort. Charakteristischer Zwiebelturm mit barocker Haube, im Inneren Hochaltar von 1678 mit Anton-Statue, Patron der Reisenden und Verlorenen — der Ortsname leitet sich von ihm ab. Eintritt frei, geöffnet täglich tagsüber. Ein ruhiger Kontrast zum Trubel der Skihütten.
Arlbergpass und Hospiz St. Christoph
Auf dem Arlbergpass auf 1.793 m steht das traditionsreiche Hospiz St. Christoph, ursprünglich 1386 als Wanderer-Schutzhütte gegründet, heute Fünfsterne-Hotel mit dem berühmten Hospiz-Restaurant und einem der renommiertesten Weinkeller der Alpen. Auch ohne Hotel-Zimmer einen Stopp wert für ein Mittagessen mit Pass-Atmosphäre. Im Sommer Ausgangspunkt zum Galzig-Hochkopf-Wandersteig.
Verwall-Tal und Verwallsee
Das Verwall-Tal hinter St. Anton ist ein autofreies Schutzgebiet — im Sommer in zwei Stunden erwanderbar bis zum Verwallsee auf 1.910 m, türkisgrüner Bergsee mit Spiegelblick auf die Patteriol-Spitze. Der Weg startet am Ortsende, ein Pferdekutschen-Service fährt bis zur Verwallhütte. Klassische Halbtagestour für Familien und Genuss-Wanderer.
Apres-Ski-Trio Mooserwirt, Krazy Kanguruh, Heustadl
Das wohl bekannteste Apres-Ski-Trio der Alpen liegt direkt an der Tal-Abfahrt vom Galzig. Der Krazy Kanguruh eröffnete 1965 und gilt als Apres-Ski-Pionier am Arlberg, der Mooserwirt ist heute international bekannt für Skihosen-Disco ab 15 Uhr, der Heustadl setzt auf rustikale Holzhütten-Atmosphäre mit Live-Bands. Skifahrer kommen mit Ski auf der Schulter und einem letzten Bier intus zur Tal-Abfahrt zurück.
arl.rock-Kletterhalle und arl.park
Die arl.rock-Kletterhalle mit 1.500 m² Kletterfläche und Boulder-Bereich öffnet ganzjährig — eine der grössten Kletterhallen Tirols, gebaut für Schlechtwetter-Tage. Daneben der arl.park als Erlebnisbad mit 25-Meter-Becken, Saunalandschaft und Outdoor-Pool. Tageskarte ab rund 14 EUR, Familien-Tageskarte ab rund 35 EUR. Direkt im Ort fußläufig erreichbar.
Aktivitäten und Erlebnisse
Was du in St. Anton unternimmst, hängt vor allem von der Saison ab. Vier Konstellationen:
Im Winter (Dezember bis Mitte April)
- Skifahren in Ski Arlberg: 305 km Pisten und 200 km Tiefschnee-Routen, Tagesskipass rund 75 EUR Hochsaison, Sechs-Tages-Pass rund 388 EUR
- Skitouren: rund um Schindlerspitze, Albonagrat und Stanskogel — Tageskurs mit Bergführer ab rund 110 EUR
- Tiefschnee-Routen: „Schindlerkar“ oder „Valluga Nord“ (nur mit Guide, lawinensicheres Gelände-Briefing)
- Langlaufen: Verwall-Loipe (12 km, klassisch und Skating, kostenfrei mit Gästekarte)
- Rodeln: 4 km lange Naturrodelbahn am Gampenbahn-Hang, abends bis 22 Uhr beleuchtet
- Pferdeschlittenfahrt: ins Verwall-Tal, ab rund 90 EUR pro Schlitten
Apres-Ski und Abendprogramm
- Mooserwirt: legendäre Apres-Ski-Hütte direkt an der Tal-Abfahrt, Tanzfläche, Skihosen-Disco ab 15 Uhr
- Krazy Kanguruh: eröffnet 1965 vom schwedischen Skirennfahrer Charles Trafford, Apres-Ski-Pionier am Arlberg
- Heustadl: rustikale Holzhütte direkt an der Piste, oft mit Live-Bands
- Sennhütte: ruhigere Alternative oberhalb des Galzig, Gourmet-Hütte für Genießer
- Bar Cuba: Disco im Ortskern für die Nacht nach Apres-Ski, geöffnet bis 4 Uhr
Im Sommer (Juli bis September)
- Bergtouren: auf Stanskogel 2.757 m, Patteriol 3.056 m (mit Bergführer) und Schindlerspitze 2.660 m
- Tageswanderungen: ins Verwall-Tal mit Verwallsee, Moostal mit Moosbachfall und ins Mooserkreuz
- Mountainbike: Trails am Rendl mit Bike-Park und Singletrails, Bike-Pass ab rund 15 EUR pro Tag
- Klettersteige: Patteriol-Klettersteig (anspruchsvoll) und Verwall-Klettersteig (mittel) mit Bergsteigerschule Arlberg
- Stuibenfall-Wanderung: im benachbarten Stanzertal, höchster Wasserfall Tirols (159 m, 30 km Anfahrt)
Bei Regen und Schlechtwetter
- arl.rock: Kletterhalle als ganzjähriges Schlechtwetter-Highlight
- arl.park: Erlebnisbad und Saunalandschaft im Ortskern
- Museum St. Anton am Arlberg: in der Villa Trier mit Skigeschichte und Hannes-Schneider-Ausstellung
- Hotel-Spas: der Premium-Hotels (oft Tagesgast für Externe gegen Aufpreis möglich)
- Tagesausflug Innsbruck: Goldenes Dachl und Hofburg, 75 Minuten Bahnfahrt
Gastronomie und regionale Spezialitäten
Die Tiroler Küche am Arlberg ist von Berglandwirtschaft, Almsennerei und Pass-Verkehr geprägt: Tiroler Speck aus den lokalen Räuchereien, Graukäse aus den Sennereien, Knödel-Varianten von Speckknödel bis Spinatknödel, Tiroler Gröstl als Pfannengericht und Kaiserschmarrn als süße Hauptmahlzeit. Drei Anlaufstellen:
Restaurants im Dorf
- Museum-Restaurant in der Villa Trier: gehobene regionale Küche mit Garten im Sommer, Hauptgericht 24 bis 36 EUR
- Hospiz Alm in St. Christoph: legendärer Weinkeller, Mehrgangmenü ab rund 95 EUR, Reservierung Wochen im Voraus nötig
- Floriansstüberl im Hotel St. Antoner Hof: Sterne-Niveau im Ortskern, Mehrgangmenü ab rund 130 EUR
- Stüberl im Schwarzen Adler: traditionelle Tiroler Wirtshausküche mit Stub'n-Atmosphäre, Hauptgericht 18 bis 28 EUR
- Pomodoro: italienische Trattoria im Ortskern, Pizza ab 14 EUR, kinderfreundlich
Berghütten und Hochalpen-Restaurants
Die Verwallstube am Galzig auf 2.185 m gilt als eines der besten Berg-Restaurants der Alpen — Sterne-Niveau direkt an der Piste, Mehrgangmenü zum Mittagessen ab rund 95 EUR, Reservierung empfohlen. Die Sennhütte oberhalb von St. Anton ist die ruhigere Alternative mit traditioneller Küche und Sonnenterrasse, Hauptgericht 22 bis 32 EUR. Auf der Rendl-Seite serviert das Rendl-Beach-Restaurant alpine Klassiker auf 2.030 m mit Liegestuhl-Atmosphäre. Im Sommer öffnet die Verwallhütte der DAV-Sektion Stuttgart auf 2.039 m, Halbpension rund 70 EUR mit Bergsteigerfrühstück.
Regionale Spezialitäten
- Tiroler Speck g.g.A.: aus den Räuchereien im Stanzertal, Direktverkauf am Bauernhof oder im Sennerei-Laden St. Anton
- Tiroler Graukäse: aus dem Stanzertal, sauer-würziger Magermilchkäse als typische Vorspeise mit Essig und Zwiebeln
- Kasspatzln: Tiroler Klassiker mit Bergkäse und Röstzwiebeln, in fast jeder Berghütte zu finden
- Zirben-Schnaps: aus den Zirbenwäldern rund um den Arlberg-Pass
- Lodenwaren: der Tiroler Bergschaf-Züchter, traditionelle Mitbringsel
Events und Saisonkalender
St. Anton ist im Winter Eventort von Weltformat, im Sommer ruhiger und auf Berg-Events fokussiert. Die wichtigsten Termine:
Winter-Saisonstart (Anfang Dezember)
Anfang Dezember öffnen die Bergbahnen — das Saisonopening mit Konzert auf der Mooserwirt-Wiese läuft am ersten Adventswochenende. In den ersten Wochen sind die Pisten oft noch leer, viele Hotels offerieren Frühbucher-Pakete. Direkt nach Weihnachten startet der Hochbetrieb, mit Spitzentagen zwischen Silvester und Heilige Drei Könige.
Hauptsaison Ski (Januar bis März)
Die Ski-Weltmeisterschafts-Erinnerungstage finden jährlich Anfang Februar zum Jubiläum der WM 2001 statt — Speed-Rennen auf der Kandahar mit historischen Aufnahmen am Abend. Mitte Februar fallen typischerweise die deutschen Faschingsferien — sechs bis acht Monate Vorbuchung erforderlich. Im März der Powder Day als organisiertes Tiefschnee-Event mit Bergführern und Skiindustrie.
Saisonfinale (April)
Ende April der legendäre „Weiße Rausch“ als Pisten-Marathon vom Valluga-Grat bis ins Tal — über 500 Starter, 9 km Strecke, 1.300 Höhenmeter. Drei-Tage-Festival mit Live-Musik, Verleihung im Mooserwirt. Das Event markiert das Saisonende, viele Hotels schließen direkt danach für sechs Wochen Wartung.
Sommer (Juli bis September)
Mitte Juli das arl.fest als Tiroler Volksmusik- und Brauchtumsfest mit Trachtengruppen aus dem Stanzertal. Anfang August der Verwall Marathon als Berglauf vom Ortskern auf den Stanskogel und zurück. Anfang September das Almabtrieb-Wochenende, wenn die geschmückten Kühe vom Verwall-Tal zurück ins Dorf getrieben werden — touristisch beliebt, mit Käse-Verkostungen und Frühschoppen.
Geschichte und Kultur
St. Anton wird im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt als „Anton“ — der Heilige Antonius war der Patron der Reisenden, denen man im Hospiz auf dem Arlbergpass Schutz vor Schneestürmen bot. Über Jahrhunderte war St. Anton ein bescheidenes Bauerndorf, das vom Pass-Verkehr lebte. Der Wandel zur Skimetropole begann erst Ende des 19. Jahrhunderts.
Vom Bauerndorf zur Wiege des Skisports
1884 führten Norweger den ersten Skilauf in den Arlberg ein — als Wintertransportmittel auf dem Pass. 1901 gründete sich der Ski-Club Arlberg, einer der ältesten Skiclubs Österreichs überhaupt. Entscheidend wurde 1928 die Gründung der Arlbergschule durch Hannes Schneider — die erste systematische Skischule, deren Schwung-Methodik die „Arlberg-Technik“ weltweit prägte. Schneider wurde 1939 von den Nazis ins KZ verschleppt, später in die USA emigriert, wo er die Skischule in Cranmore Mountain in New Hampshire aufbaute. Sein Name lebt am Arlberg in der Schule und im Museum weiter.
Bahnanschluss 1884 und Tourismus-Boom
Die Arlbergbahn öffnete 1884 mit dem 10,5 km langen Arlbergtunnel zwischen Tirol und Vorarlberg — ein Jahrhundert-Bauwerk, das St. Anton plötzlich von Wien, Innsbruck und Zürich aus erreichbar machte. Die ersten Wintergäste kamen ab 1900. Die Ski-WM 1928 unter dem Dach der Arlbergschule lockte internationale Aufmerksamkeit. Die 2001-WM mit ihren spektakulären Bildern aus Schindlerkar und Kandahar machte St. Anton endgültig zur Marke.
Tiroler Brauchtum heute
Das Tiroler Brauchtum ist im Tal noch lebendig — Krampuslauf in der Adventszeit, Almabtrieb im September, Trachtengruppen am arl.fest. Plattdeutsch und Hochdeutsch verschmelzen im Alltag mit Tiroler Dialekt-Färbung. Wer einen Kontaktpunkt sucht, geht zum Sonntagsgottesdienst in der Pfarrkirche oder besucht eine Almabtrieb-Veranstaltung Anfang September. Die Hannes-Schneider-Statue direkt vor dem Museum erinnert an den Skischul-Pionier — sein Geburtshaus in Stuben am Arlberg ist heute Gedenkstätte.
Wetter und beste Reisezeit
St. Anton liegt am Arlberg-Pass — der Wetterscheide zwischen kontinental geprägtem Tirol im Osten und atlantisch beeinflusstem Vorarlberg im Westen. Der Arlberg ist berüchtigt für seine Stau-Effekte: Wenn aus Westen Tiefdruck kommt, regnet oder schneit es hier oft tagelang in großen Mengen, während in Innsbruck noch die Sonne scheint. Genau das macht St. Anton schneesicher. An der GeoSphere-Austria-Station St. Anton auf 1.304 m liegt das Jahresmittel bei 5,2 Grad und der Niederschlag bei rund 1.250 mm pro Jahr — überdurchschnittlich für eine Tal-Lage. Schneehöhen am Berg messen die Bergbahnen am Galzig in normalen Wintern auf 2 bis 3 Meter, am Valluga-Nordhang oft 4 bis 5 Meter. Aktuelle Schnee- und Lawinenlage über den Lawinenwarndienst Tirol.
Beste Reisezeit für Familien
Juli bis Mitte September
Hochsaison Skisport
Mitte Februar bis März
Wellness und Ruhe
Anfang Dezember und Mitte April
Praktische Tipps
- € Währung und Karten: Euro (EUR), Kartenzahlung ist überall möglich, Bargeld nur für kleine Beträge in Hütten und Apres-Ski-Bars. Wechselgebühren entfallen für deutsche und österreichische Gäste, Schweizer Franken werden in vielen Hotels akzeptiert.
- + Österreichische Vignette: für die Autobahn-Anreise auf der A12 und S16 ist die Vignette Pflicht (10,40 EUR Tagespickerl, 12,40 EUR Zehntagespickerl, 32,30 EUR Zwei-Monats-Pickerl, Stand 2026). Erhältlich an der Grenze, an Tankstellen und als digitale Vignette online. Arlbergtunnel-Maut zusätzlich rund 12 EUR PKW.
- ⌘ Mobilfunk und WLAN: EU-Roaming gilt — deutsche Tarife funktionieren ohne Aufpreis. WLAN gibt es in fast allen Hotels und in den Bergrestaurants kostenfrei. In den Hochlagen am Valluga-Grat und im Tiefschnee-Gelände teilweise eingeschränkter Empfang.
- + Apotheke und Notruf: Apotheke direkt im Ortskern an der Dorfstraße, Hausarzt ebenfalls fußläufig. Nächstes Krankenhaus: BKH Zams (35 km, rund 45 Minuten Fahrt). Bergrettung über 140, Lawinen-Notfall über Alpinpolizei und EU-Notruf 112.
- € Ortstaxe: rund 3 EUR pro Erwachsenem und Tag, wird über Hotel mitabgerechnet. Beinhaltet Gästekarte mit Skibus-Nutzung kostenfrei, Rabatten auf Bergbahnen-Sommer-Ticket und auf den arl.park.
- ♿ Barrierefreiheit: Premium-Hotels und neue Hotelanlagen vollständig rollstuhlgerecht, viele Gondelbahnen mit Rollstuhl-Liftzugang ausgestattet. Die Galzigbahn-Talstation mit Riesenrad-Konstruktion ist barrierefrei, ebenso der Bahnhof und der Ortskern. Historische Gassen teils mit Pflaster.
- i Tourist-Information: TVB St. Anton am Arlberg, Dorfstraße 8, ganzjährig geöffnet. Tagesaktuelle Pisten- und Liftstatus, Skipass-Verkauf, Veranstaltungstickets und kostenlose Wanderkarten. Telefon und Öffnungszeiten auf stantonamarlberg.com.
Insider-Tipps
Vier Spots, die nicht in jedem Reiseführer stehen:
Frühe Bahn auf den Galzig
Im Winter fährst du mit der ersten Galzigbahn um 8:30 Uhr auf 2.185 m und hast die Pisten am Schindlerkar fast für dich allein. Vor 9:30 Uhr ziehst du die ersten Spuren auf der berühmten Steilflanke und erlebst das Skigebiet ohne Liftschlangen. Frühstück in der Verwallstube oder Sennhütte rundet den Aufstieg ab — Ausblick auf Lechtaler Alpen und Bayerische Alpen bis zur Zugspitze.
Verwall-Tal im Sommer
Das Verwall-Tal hinter St. Anton ist ein autofreies Schutzgebiet — vom Ortsende in zwei Stunden zur Verwallhütte auf 2.039 m, dann eine weitere Stunde zum türkisgrünen Verwallsee mit Spiegelblick auf die Patteriol-Spitze. Ein Pferdekutschen-Service fährt im Sommer bis zur Verwallhütte für rund 18 EUR pro Person. Ideal für Familien mit Kindern, die nicht den ganzen Weg zu Fuß machen wollen.
„Weißer Rausch“ Ende April
Der „Weiße Rausch“ Ende April ist ein einzigartiges Ski-Spektakel — über 500 Starter rasen den 9 km langen Pistenmarathon vom Valluga-Grat bis ins Tal, mit über 1.300 Höhenmetern. Wer nicht selbst startet, kommt zum Zuschauen ins Ziel an der Talstation Galzigbahn. Drei-Tage-Festival mit Live-Musik, Verleihung am Abend im Mooserwirt. Anmeldung Monate vorher, Startgebühr rund 65 EUR.
Hospiz-Weinkeller in St. Christoph
Das Arlberg Hospiz Hotel auf dem Arlbergpass führt einen der renommiertesten Weinkeller der Alpen — über 50.000 Flaschen, einige aus dem 19. Jahrhundert. Auch Nicht-Hotelgäste können den Keller bei einer geführten Verkostung besuchen, Termin nach Anmeldung. Mehrgangmenü im Hospiz-Restaurant mit Weinpaarung ab rund 195 EUR pro Person — eines der besonderen Erlebnisse am Arlberg.
Umgebung und Tagesausflüge
Die Region rund um St. Anton bietet zahlreiche Tagesausflug-Optionen — Ski Arlberg-Verbund mit Lech, Zürs und Warth ist im Winter ohnehin Teil des Skipass-Gebiets. Drei Touren für drei Wettertypen:
Bei Sonne im Sommer: Bregenz und Bodensee (1:30 h)
Im Sommer fährst du in 1:30 h mit der Bahn nach Bregenz am Bodensee — Bregenzer Festspielhaus mit Seebühne, Pfänderbahn auf den Hausberg mit Bodensee-Panorama, Spaziergang durch die Oberstadt. Erweiterung möglich bis zur Insel Mainau oder nach Konstanz mit Schiff über den Bodensee. Bahn-Tagesticket Vorarlberg-Land plus Bodensee-Schiff ab rund 35 EUR.
Bei Wechselwetter: Innsbruck als Großstadt-Tag (100 km)
Mit der Bahn in 1:15 h direkt nach Innsbruck — Stadt mit Goldenem Dachl, Hofburg, Bergisel-Skischanze (Architektur Zaha Hadid) und Audioversum-Museum. Bei Regen sind Hofkirche, Tirol Panorama und Audioversum trocken. Plan einen ganzen Tag, Rückkehr mit Railjet bequem bis 22 Uhr möglich.
Bei Wintersonne: Lech und Zürs am Arlberg
Mit dem Skibus oder im Verbund über die Flexenbahn nach Lech und Zürs auf der Vorarlberger Seite — mondänere Atmosphäre, Premium-Boutiquen, Kaffeehäuser im Wiener Stil. Mittagessen im Goldenen Berg in Oberlech oder im Hotel Post in Lech, dann Pistenwechsel über die Hexenboden-Bahn nach Zürs zurück. Ein Skitag in Lech ist mit dem Ski-Arlberg-Pass ohnehin enthalten.
Weitere Tagesziele (50 bis 200 km)
- Ischgl: Schwester-Skigebiet im Paznauntal, mondäner als St. Anton, 50 km
- Pitztaler Gletscher: höchstes Skigebiet Tirols, Café 3.440 m, 110 km übers Tal
- Reschenpass und Reschensee: 100 km via Landeck ins Vinschgau, versunkener Kirchturm
- Garmisch-Partenkirchen: 150 km, Zugspitze und Olympia-Skischanze als Tagestour




