Der September ist für viele Kreuzfahrten der praktischste Monat des Jahres. In Europa ist das Meer oft noch warm, in Skandinavien wird das Licht weicher und an der Ostküste der USA beginnt die Laubfärbung. Für dich heißt das: Du kannst je nach Ziel zwischen spätem Sommer, ruhigem Herbst und ersten klaren Tagen mit wenig Hitze wählen. Dieser Überblick hilft dir bei der Frage, wohin sich eine Herbstkreuzfahrt im September wirklich lohnt - und welche Route zu deinem Reisetyp passt.
Wohin im September? Die besten Ziele für deine Herbstkreuzfahrt
Im September hast du auf See drei starke Optionen: Routen mit warmem Spätsommer, Fahrten mit klarem Herbstlicht und Touren mit deutlicher Laubfärbung. Wichtig ist nicht nur das Ziel, sondern auch die Lage des Hafens. Ein Schiff ab Kopenhagen, Hamburg oder Southampton hat ganz andere Voraussetzungen als eine Route ab Athen, Boston oder Vancouver. Wenn du keine brütende Hitze willst, ist der September oft der bessere Monat als Juli und August. Gleichzeitig sind viele Ziele noch nicht in der kühlen Nebensaison angekommen.
Neuengland und Kanada für Laubfärbung und Küstenstädte
Die Ostküste der USA und die kanadische Atlantikküste gehören zu den stärksten September-Routen für alle, die Herbstfarben sehen wollen. Ab Mitte bis Ende September beginnt in vielen Regionen die Laubfärbung, vor allem in inlandnahen Gebieten und höher gelegenen Abschnitten. Beliebt sind Fahrten mit Stopps in Boston, Portland, Bar Harbor, Halifax und Québec. Genau dort liegen auch die klassischen Landausflüge: Leuchttürme, historische Innenstädte und kurze Küstenwanderungen.
Für diese Route brauchst du mehr Puffer bei der Kleidung. Vormittags kann es noch mild sein, am Abend wird es oft frisch. Wenn du Fotos liebst, ist das eine der besten Kreuzfahrtzeiten im Jahr. Für reine Badetage ist die Region dagegen weniger geeignet.
Norwegische Fjorde für klare Luft und ruhige Tage
Eine Herbstkreuzfahrt nach Norwegen ist ideal, wenn du Natur ohne Hochsommertrubel suchst. Im September sind die Fjorde oft noch gut befahrbar, aber die Temperaturen fallen spürbar. Das Licht ist weich, die Wege an Land sind leerer und die Aussicht vom Deck ist meist besser als in der Hauptsaison. Typische Häfen sind Bergen, Ålesund, Stavanger oder Geiranger, wenn die Route entsprechend geplant ist.
Für aktive Ausflüge ist das ein guter Monat. Du kannst Seilbahnen, Küstenpfade und kleine Stadtspaziergänge oft entspannter machen als im Juli. Regenjacke und Windschutz gehören trotzdem ins Gepäck. Wer gern draußen sitzt, sollte warme Schichten einplanen.
Griechische Inseln für warmes Wasser und ruhige Abende
Wenn du im September noch Sonne und Badepausen willst, sind die griechischen Inseln eine sehr sichere Wahl. Das Meer ist nach dem Sommer meist noch warm, die Lufttemperaturen sinken etwas und die Tage sind immer noch lang genug für Strand, Altstadt und Taverne. Besonders beliebt sind Routen mit Santorin, Mykonos, Kreta, Rhodos oder kleinen Kykladen-Häfen. Dort bleibt der Aufenthalt auf dem Sonnendeck oft angenehm, ohne die große Hochsommerhitze.
Diese Route passt gut zu Paaren und zu Reisenden, die Landgänge ohne drückende Temperaturen mögen. In vielen Häfen ist es im September auch entspannter als im August, weil der ganz große Andrang abnimmt. Wenn du gern badest, ist das oft der stärkste Kompromiss aus Wärme und Ruhe.
Kanada und Alaska für Gletscher, Küste und frühe Herbststimmung
Auf Nordamerika-Routen mit Kanada- oder Alaska-Bezug ist der September häufig schon die Übergangszeit. Genau das macht die Fahrten interessant. Die Tage sind kürzer, aber die Sicht auf Gletscher, Fjorde und Küstenlinien bleibt oft sehr klar. Dazu kommen Chancen auf Tierbeobachtungen, etwa Wale oder Seevögel, je nach Route und Anbieter.
Für dich ist das eine gute Wahl, wenn du eher auf Naturerlebnis als auf Strand setzt. Die Kleidung sollte deutlich robuster sein als auf einer Mittelmeerroute. Wer die großen Balkonkabinen als Aussichtspunkt nutzt, bekommt im September oft sehr gute Bedingungen.
Die 6 wichtigsten Route-Typen im Überblick
1. Neuengland-Runde
Die Route eignet sich für Laubfans und Städter. Boston, Portland und Halifax bringen kurze Wege, gute Häfen und viele Fotostopps. Der September ist hier besonders stark, weil die Laubfärbung in vielen Jahren früh einsetzt.
2. Norwegen-Fjordroute
Hier geht es um klare Luft, Wasserfälle und lange Ausblicke. Viele Linien fahren mit Stopps in Bergen, Ålesund oder Geiranger. Im September ist das Licht oft weicher und die Temperatur angenehmer als im Hochsommer.
3. Griechenland und Ägäis
Diese Route passt zu dir, wenn du noch warmes Wasser und kurze Badepausen willst. Die Inselhäfen sind im September meist weniger voll als im August. Auch die Altstädte lassen sich dann entspannter laufen.
4. Ostkanada
Halifax, Québec und kleinere Küstenorte liefern Herbststimmung ohne lange Transfers. Du bekommst viel Landschaft und historische Stadtkerne in einer Reise. Die Temperaturen sind kühl, aber noch gut für Ausflüge mit Jacke.
5. Mittelmeer mit Spätsommerfokus
Eine klassische Wahl für alle, die Sonne bis in den Herbst wollen. Italien, Spanien und Kroatien bleiben oft warm, aber weniger heiß als im Juli. Gut für Gäste, die Stadthäfen und Essen wichtiger finden als Gletscher oder Fjorde.
6. Nordatlantik-Überfahrten
Diese Fahrten sind eher für Kreuzfahrtfans als für Strandurlauber. Du bekommst mehr Seetage, wechselndes Wetter und oft gute Preise. Im September ist das Meer meist ruhiger als später im Herbst, aber windige Tage gehören dazu.
Vergleich: Welche September-Route passt zu dir?
Neuengland und Ostkanada sind die stärksten Ziele für Herbstfarben. Norwegen liefert die klarste Naturkulisse. Griechenland und das Mittelmeer sind die beste Wahl, wenn du im September noch warmes Wasser und kurze Badetage willst.
Anreise und Erreichbarkeit
Die Anreise hängt bei einer Herbstkreuzfahrt stark vom Starthafen ab. Viele September-Routen starten in Mitteleuropa, im Mittelmeerraum oder an der Ostküste der USA. Wenn du ab Hamburg, Kiel, Southampton, Athen, Barcelona, New York oder Boston startest, lohnt sich die Anreiseplanung früh. Gerade bei Fernzielen verschiebt der Flug oft die eigentliche Reisezeit stärker als die Kreuzfahrt selbst.
Mit dem Auto
Für Abfahrten in Deutschland oder den Niederlanden ist das Auto oft bequem, vor allem bei Abfahrten ab Hamburg, Kiel oder Warnemünde. An großen Häfen kannst du meist Parkhäuser oder Shuttle-Parkplätze buchen. Das spart Stress am Abreisetag. Bei Fernzielen ist ein Mietwagen für die Anreise zum Hafen nur sinnvoll, wenn du ohnehin mehrere Tage vor Ort bleibst.
Mit der Bahn / dem ÖPNV
Hamburg, Kiel, Bremerhaven, Southampton oder Venedig sind oft gut per Bahn erreichbar, wenn du aus Deutschland startest. Für viele Gäste ist die Bahn die bessere Lösung, weil du Gepäck und Stau vermeidest. In den Zielhäfen an Land geht es dann meist mit Shuttle, Taxi oder organisierten Transfers weiter. Vor allem bei europäischen Routen lohnt sich das, wenn du keine Nachtfahrt mit dem Auto willst.
Mit dem Flugzeug
Für Griechenland, Kanada, Neuengland oder Alaska ist der Flug meist der normale Weg. Ab Deutschland sind Frankfurt, München, Düsseldorf oder Hamburg oft die wichtigsten Startpunkte, je nach Airline und Saison. Bei Nordamerika-Routen solltest du genügend Umsteigezeit einplanen. Im September sind Wetterumschwünge zwar seltener als im Winter, aber Flugpuffer bleiben sinnvoll.
Vor Ort bewegen / Parken
Auf See selbst brauchst du natürlich kein Auto. Entscheidend ist eher, wie du den Hafen erreichst und ob dein Gepäck bequem zum Terminal kommt. In vielen europäischen Häfen gibt es gute Taxi- und Shuttle-Angebote. Wenn du eine Route mit mehreren Starts und Zielhäfen planst, prüfe vorher, ob du die Rückfahrt separat buchst oder als Paket nimmst.
Was du im September auf Kreuzfahrt beachten solltest
Der wichtigste Punkt ist die Kleidung. Im September kann ein Tag am Mittelmeer noch wie Sommer wirken, während es in Norwegen oder Kanada abends schon herbstlich kalt ist. Am besten funktioniert das Zwiebelprinzip mit T-Shirts, Pullover, Windjacke und wasserdichter Schicht. Auch Sonnenbrille und Mütze können noch nützlich sein, weil die Sonne auf See stark reflektiert.
Der zweite Punkt ist die Buchungslage. Manche sehr beliebten Routen sind im September schon gut gebucht, vor allem wenn sie viele Schulferien und Ferienenden berühren. Gleichzeitig gibt es auf einigen Strecken attraktive Preise außerhalb der klassischen Ferienwochen. Wenn du flexibel bist, kannst du in diesem Monat oft gute Kabinen finden, ohne in die Hochsommerpreise zu laufen.
Der dritte Punkt ist der Tagesablauf an Bord. Im September sind die Tage in Nordamerika und Nordeuropa schon spürbar kürzer. Das heißt: Du solltest Landausflüge früher starten, wenn du viel sehen willst. Auf den sonnigen Mittelmeer-Routen bleibt es dagegen meist länger hell und angenehm.
Praktische Tipps für deine Herbstkreuzfahrt
- €Preisfenster prüfen
Im September liegen die Preise oft zwischen Hochsommer und Nebensaison. Wenn du außerhalb der Ferien buchst, findest du auf vielen Routen bessere Kabinenlagen und oft entspanntere Tarife.
- ☀Für Sonne Griechenland wählen
Wenn du noch baden willst, sind die griechischen Inseln meist die sicherste September-Wahl. Das Wasser ist warm, die Abende bleiben mild und die Landgänge sind nicht mehr so heiß.
- ✦Für Herbstfarben Neuengland buchen
Neuengland liefert im September die klarsten Chancen auf Laubfärbung. Je später im Monat, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Farben sichtbarer werden - je nach Jahr und Region.
- + Regenzeug einpacken
Norwegen, Kanada und der Nordatlantik können wechselhaft sein. Eine leichte Regenjacke spart dir an Deck und bei Landausflügen viel Ärger.
- iFrühe Ausflüge planen
In Nordeuropa und Nordamerika werden die Tage im September kürzer. Wenn du Fotos und Stadtgänge willst, ist ein früher Start oft die beste Lösung.
- ⌘Balkon nur gezielt wählen
Auf Nordroute und Fjordroute lohnt sich eine Balkonkabine besonders. Auf warmen Mittelmeer-Routen reicht oft auch eine gut gelegene Außenkabine, wenn du viel an Land bist.
- ♿Barrierefreiheit vorab prüfen
Gerade kleinere Häfen haben teils steile Wege oder Shuttlepflicht. Wenn du eingeschränkt mobil bist, solltest du Ausflug und Hafenlogistik früh abklären.
- ☂Wetterwechsel einkalkulieren
Im September kann ein Tag auf See schnell von sonnig zu windig kippen. Mehrere dünne Schichten sind daher besser als ein einziger dicker Pullover.
Insider-Tipps
4-Phasen-Plan für deine Herbstkreuzfahrt
Frage: Frühherbst oder Spätherbst?
Welche Kabine lohnt sich für die Herbstkreuzfahrt?
Auf warmen Mittelmeer-Routen reicht oft eine gute Außenkabine, wenn du den Tag an Land verbringst. Auf Norwegen-, Kanada- oder Neuengland-Routen lohnt sich die Balkonkabine deutlich häufiger, weil du Wasser, Küste und Licht besser nutzen kannst. Innenkabinen sind vor allem dann sinnvoll, wenn du die Reise als günstige Route mit vielen Ausflügen buchst und die Kabine nur zum Schlafen brauchst. Wenn du empfindlich auf Bewegung reagierst, ist eine mittschiffs gelegene Kabine meist die bessere Wahl als ein Platz ganz vorn oder ganz hinten.
Für wen eignet sich welche September-Kreuzfahrt?
Für Paare ist Griechenland oft die entspannteste Wahl, weil Temperatur und Hafenstädte gut zusammenpassen. Familien wählen im September häufig das Mittelmeer, weil das Wasser noch angenehm ist und die Hitze nachlässt. Best Ager und Naturfans fühlen sich auf Norwegen-, Kanada- und Neuengland-Routen besonders wohl. Wenn du viel Wert auf kurze Anreise legst, sind Abfahrten ab Hamburg, Kiel oder anderen norddeutschen Häfen oft die praktischste Lösung.
Am Ende hängt die perfekte Herbstkreuzfahrt davon ab, ob du Sonne, Farben oder klare Luft suchst. Der September ist stark genug für alle drei Richtungen. Du musst nur entscheiden, ob du noch baden, schon herbsteln oder einfach beides ein bisschen mischen willst.



