Die dalmatinische Küste zwischen Zadar im Norden und Dubrovnik im Süden gehört zu den dichtesten Segelrevieren Europas, weil auf einer Luftlinie von rund 320 Kilometern mehr als 1.200 Inseln, Inselchen und Felsriffe verteilt sind, von denen 78 dauerhaft bewohnt werden. Mit 22 ACI-Marinas, allein 9 davon in Dalmatien, einer durchschnittlichen Wassertemperatur von 24 bis 27 Grad zwischen Juni und September und der berüchtigt klaren Sicht von bis zu 56 Metern in der Modra Spilja vor Vis bietet die Region nahezu ideale Bedingungen für eine zwei- bis dreiwöchige Inselhopping-Reise unter Segeln. Drei Sub-Reviere strukturieren das Angebot - Norddalmatien um Zadar, Sibenik und den Kornaten-Nationalpark mit 89 Inseln auf 320 Quadratkilometern, Mitteldalmatien um Split mit Brac, Hvar, Vis und den Pakleni-Inseln sowie Süddalmatien mit Korcula, der Halbinsel Peljesac, dem grünen Mljet-Nationalpark, dem entlegenen Lastovo und dem Ankerplatz Lokrum vor Dubrovnik. Charteryachten zwischen 38 und 54 Fuß kosten in der Hauptsaison 3.200 bis 7.800 Euro pro Woche, ein Bareboat-Charter setzt mindestens den Sportbootführerschein See und das UKW-Funkzeugnis SRC voraus, alternativ buchen Einsteiger einen Skipper für 180 bis 230 Euro pro Tag. Wer die kroatischen Behörden-Hinweise einsehen will, findet die offizielle Tourismus-Seite unter croatia.hr und eine englischsprachige Revierübersicht unter sailingcroatia.com - beide Quellen dienen nur als Recherche-Pointer und werden im Beitrag bewusst nicht verlinkt.
Anreise und Erreichbarkeit
Die meisten Segelreisen entlang der dalmatinischen Küste starten in Split oder Trogir, weil hier die größte Charterflotte stationiert ist und der internationale Flughafen Split-Resnik den schnellsten Zugang aus Mitteleuropa bietet. Norddalmatien lässt sich gut über Zadar abdecken, das ebenfalls einen eigenen Flughafen und mehrere ACI-Marinas in der Umgebung hat. Wer Süddalmatien als Ausgangspunkt wählt, steigt in Dubrovnik ein und chartert ab der ACI Marina Komolac oder dem Marina Frapa Außenposten im Tal der Ombla. Die Anreise mit dem Auto eignet sich vor allem für Crews mit viel Gepäck, Tauchausrüstung oder mitreisenden Kindern.
Mit dem Auto
Aus Süddeutschland fährt man über München, Salzburg, Villach und den Karawankentunnel nach Slowenien, weiter über die A1 Ljubljana, Postojna und Rijeka. Anschließend folgt die kroatische A1 von Rijeka über Karlovac, Zadar und Sibenik bis Split, die Strecke ist gut ausgebaut und mautpflichtig. Von Frankfurt nach Split sind es rund 1.500 Kilometer und 14 bis 16 Stunden Reine Fahrzeit, von Stuttgart 1.250 Kilometer in 12 Stunden. Für die Charterbasen in Sukosan bei Zadar, Marina Kastela westlich von Split, ACI Trogir und Marina Kremik bei Primosten verläuft die Zufahrt ab der A1 jeweils 10 bis 20 Kilometer auf Landstraße. Bewachte Langzeit-Parkplätze direkt an den Marinas kosten 7 bis 12 Euro pro Tag, alternative Park-Plätze am Flughafen Split rund 8 Euro pro Tag mit Shuttle nach Trogir oder Kastela.
Mit der Bahn und dem ÖPNV
Bahnverbindungen nach Dalmatien sind umständlich, weil das kroatische Streckennetz im Küstenbereich begrenzt ist und nach Split nur eine einzige Linie über Zagreb führt. Die Tagverbindung Zagreb-Split dauert rund 6 Stunden, der Nachtzug 8 bis 10 Stunden, die Fahrt bietet aber spektakuläre Ausblicke auf den Dinarischen Karst. Fernbusse fahren von München, Stuttgart, Wien und Zürich direkt nach Zadar, Split, Sibenik und Dubrovnik, die Fahrt München-Split dauert 14 bis 16 Stunden. Innerhalb Dalmatiens decken die Busunternehmen Promet Split, FlixBus und Arriva alle Küstenorte zuverlässig ab, Tickets Split nach Trogir 4 Euro in 35 Minuten, Split nach Sibenik 9 Euro in 90 Minuten.
Mit dem Flugzeug
Split-Resnik ist mit über 3,5 Millionen Passagieren pro Jahr der wichtigste Flughafen für Charter-Crews und wird von Mai bis September mehrfach täglich aus Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Stuttgart, Köln, Wien, Zürich und Basel angeflogen. Die Flugzeit beträgt 1:45 bis 2:15 Stunden, vom Terminal sind es 6 Kilometer und 15 Minuten Transfer bis Marina Trogir oder Marina Kastela. Zadar bedient die nördlichen ACI-Marinas Sukosan, Skradin und Vodice innerhalb von 30 bis 60 Minuten Transferzeit. Dubrovnik-Cilipi öffnet den Süden inklusive ACI Komolac, hier ist der Transfer rund 35 Minuten lang.
Vor Ort bewegen und Parken
Innerhalb der Marinas bewegt man sich zu Fuß, die wichtigsten Versorger - Konsum-Supermarkt, Tomi, Pemo und Studenac - sind direkt vor den Toren der ACI-Häfen in Trogir, Skradin, Korcula und Vodice. Für Großeinkäufe vor dem Auslaufen empfehlen sich der Konzum Maxi in Kastela, der Plodine in Sukosan und der Lidl an der Umfahrung Sibenik. Wer auf den Inseln zusätzlich zu Land erkunden möchte, mietet Roller von 40 Euro pro Tag, einen kleinen Beach Buggy für 80 bis 110 Euro pro Tag oder ein Wassertaxi - klassisch zwischen Hvar Stadt und den Pakleni-Inseln für 8 Euro je Strecke.
Charterhäfen - ACI-Marinas und private Basen im Überblick
Wer Dalmatien chartert, startet in den allermeisten Fällen aus einer der großen ACI-Marinas oder ihrer privaten Pendants zwischen Zadar und Dubrovnik. Die Adriatic Croatia International Club, kurz ACI, betreibt 22 Häfen in Kroatien, 9 davon in Dalmatien, ergänzt durch private Basen wie Marina Kastela, Marina Kremik und Marina Frapa Rogoznica. Die Wahl der Basis bestimmt nicht nur die Anreise, sondern auch die typische Wochenroute, weil bestimmte Häfen einen Hin- und Rück-Törn von 110 bis 160 Seemeilen begünstigen.
Split ACI - das pulsierende Tor Mitteldalmatiens
Die ACI Marina Split liegt direkt unter dem Marjan-Hügel, drei Gehminuten von der Altstadt mit dem Diokletianpalast und ein Taxi vom Flughafen entfernt. Mit 318 Liegeplätzen, einer 30-Tonnen-Travellift-Anlage und 24-Stunden-Wachdienst gehört sie zu den am dichtesten frequentierten Häfen. Liegeplatzkosten für eine 46-Fuß-Yacht in der Hauptsaison rund 115 Euro pro Nacht. Wer Trubel mag, hier ist er, wer Ruhe sucht, läuft besser ab Trogir oder Kastela aus.
Trogir - mittelalterliche UNESCO-Kulisse
Die ACI Marina Trogir und die gegenüberliegende SCT Marina liegen auf der Insel Ciovo und blicken über den Stadtkanal auf die UNESCO-geschützte Altstadt mit Kathedrale St. Laurentius. 200 Liegeplätze, 12 Charterunternehmen vor Ort und der Flughafen Split in 8 Kilometern Entfernung machen Trogir zur beliebtesten Charterbasis Dalmatiens. Die typische Wochenroute führt von Trogir über Maslinica auf Solta, Stari Grad auf Hvar, Vis, die Pakleni-Inseln und zurück über Milna auf Brac.
Sibenik und Marina Frapa Rogoznica
Sibenik ist Tor zum Kornaten-Nationalpark und zur Krka-Mündung, die ACI Marina Skradin am Oberlauf des Flusses liegt nur 13 Kilometer entfernt und ist Sprungbrett zu den Krka-Wasserfällen. Marina Frapa in Rogoznica gilt seit Jahren mit 463 Liegeplätzen als größte private Marina im Land und bietet Hotel, drei Restaurants und einen eigenen Pool an Bord-Niveau. Wochenroute ab Sibenik typisch Kornati - Iz - Telascica - Murter zurück.
Kastela und Marina Kremik bei Primosten
Marina Kastela mit 396 Liegeplätzen ist die größte Charterbasis in der Region Split und gleichzeitig die preisgünstigste, weil sie außerhalb der ACI-Struktur operiert - eine Woche Liegegebühr für eine 46-Fuß-Yacht liegt bei 75 Euro pro Nacht. Marina Kremik bei Primosten liegt strategisch zwischen Trogir und Sibenik, hier sind viele deutsche Charteranbieter wie Pitter, Sunsail und Master Yachting stationiert. Beide Basen eignen sich für Crews, die ohne ACI-Aufschlag chartern wollen.
Inseln Mitteldalmatiens - Brac, Hvar, Vis, Korcula und die Pakleni-Inseln
Mitteldalmatien zwischen Split und der Peljesac-Halbinsel bildet das Herzstück der typischen Wochen-Charterroute, weil hier die berühmten Inseln dicht beieinander liegen und die Etappen mit 12 bis 20 Seemeilen halbtags entspannt segelbar sind. Brac, Hvar, Vis, Korcula und die Pakleni-Inseln gehören zu den meistbesuchten Zielen der dalmatinischen Adria.
Brac - Zlatni Rat und Bol
Die drittgrößte Insel der Adria mit 395 Quadratkilometern besticht durch das Goldene Horn Zlatni Rat - eine 634 Meter lange Kies-Landzunge vor Bol, die sich mit dem Wind verschiebt und seit Jahrzehnten Postkarten-Motiv des kroatischen Tourismus ist. Die Insel ist Heimat des berühmten Brac-Steins, aus dem unter anderem der Diokletianpalast in Split und Teile des Weissen Hauses in Washington gehauen wurden. Beste Häfen sind Milna mit 110 Liegeplätzen in geschützter Bucht und Bol vor Zlatni Rat, allerdings ohne großen Hafen, daher meist Anker- oder Bojenplatz.
Hvar - Lavendel und Stari Grad UNESCO-Plain
Hvar ist mit 297 Quadratkilometern und 11.000 Einwohnern die viertgrößte Insel und gilt als sonnenreichste Region Kroatiens mit 2.700 Sonnenstunden im Jahr. Im Sommer überziehen Lavendelfelder zwischen Velo Grablje und Brusje die Hänge mit violettem Teppich, Erntezeit Mitte Juni bis Mitte Juli. Stari Grad an der Nordküste gehört seit 2008 zum UNESCO-Welterbe, weil die Stari Grad Plain mit ihren Steinmauern und Olivenfeldern seit der antiken Polis-Zeit von 384 vor Christus weitgehend unverändert geblieben ist. Die Stadt Hvar selbst lebt vom Nachtleben um den Plaza Sveti Stjepan und das Carpe Diem auf einer der Pakleni-Inseln.
Vis - Modra Spilja und entlegener Charme
Vis liegt mit 90 Quadratkilometern und nur 3.500 Einwohnern als westlichste der dalmatinischen Inseln rund 30 Seemeilen vom Festland entfernt und war bis 1989 militärische Sperrzone, was bis heute eine bemerkenswerte Ursprünglichkeit konserviert hat. Highlight ist die Modra Spilja, die Blaue Grotte, auf der vorgelagerten Insel Bisevo - Einfahrt zwischen 10 und 13 Uhr, wenn die Sonne durch eine Unterwasseröffnung das Innere taucht und kobaltblau erleuchtet, Eintritt 18 Euro pro Person. Häfen Vis Stadt und Komiza, jeweils mit Bojenfeld und kleinem Quai.
Korcula - Marco-Polo-Insel
Korcula nennt sich Geburtsort des Marco Polo, das angebliche Geburtshaus von 1254 steht in der Altstadt und ist eingerichtet als kleines Museum mit Eintritt 5 Euro. Die Stadt selbst gleicht einem Mini-Dubrovnik mit Stadtmauer, Fischgrätenstraßen-Plan und der Kathedrale Sveti Marko aus dem 15. Jahrhundert. Die ACI Marina Korcula bietet 159 Liegeplätze, alternativ Stadtmole mit Stromanschluss zu 70 Euro pro Nacht. Im Sommer wird Mittwochs und Donnerstags die Moreska-Schwerttanz-Aufführung gezeigt, Eintritt 12 Euro.
Pakleni-Inseln und Bisevo
Die Pakleni-Inseln vor der Stadt Hvar sind eine Kette aus 21 kleinen Inseln, von denen Sveti Klement mit Palmizana der Yacht-Hotspot ist. Die ACI Marina Palmizana bietet 180 Liegeplätze in der geschützten Bucht und die berühmten Restaurants Toto und Meneghello mit selbst gefangenem Fisch zu 70 bis 90 Euro pro Person. Wer ankern möchte, wählt die Buchten Stipanska, Mlini oder Vinogradisce - alle mit weissem Kiesgrund auf 4 bis 8 Metern Tiefe.
Zlatni Rat in Bol
Kies-Landzunge auf Brac, 634 m lang, ankert man am besten 200 m östlich der Spitze auf 6 m Sand mit gutem Halt, im Sommer Maestral aus Nordwest treibt die Yacht von der Küste weg.
Lavendelfelder Velo Grablje
Hvar Hinterland, Ernte 15. Juni bis 15. Juli, Anfahrt mit Roller ab Stari Grad in 25 Minuten, Lavendelfest in Velo Grablje am ersten Juli-Wochenende.
Modra Spilja auf Bisevo
Blaue Grotte mit Unterwasser-Öffnung, beste Sicht 10 bis 13 Uhr, Yacht bleibt vor Bisevo geankert, Zustieg per Beiboot oder Veranstalter-Schlauchboot, Eintritt 18 Euro, Tauchgang nicht erlaubt.
Stari Grad Plain UNESCO
Antike Polis-Felder mit Steinmauern seit 384 v. Chr., 1.376 Hektar, Rundwanderweg ab Stari Grad 9 km, Olivenöl-Verkostung im Wein- und Olivenhaus Tvrdalj 8 Euro pro Person.
Marco-Polo-Haus Korcula
Geburtshaus-Museum von 1254 in Korcula Stadt, Aussichtsturm mit Blick über Dächer, Eintritt 5 Euro, anschliessend Schwerttanz Moreska in der Sommerarena, Eintritt 12 Euro.
Palmizana Restaurants
Konoba Toto und Meneghello auf Sveti Klement, Pakleni-Inseln, Fischmenü 70 bis 90 Euro pro Person, ACI-Marina 180 Liegeplätze, vorab reservieren über Marina-Office.
Kornaten-Nationalpark - das Yacht-Highlight Norddalmatiens
Der Kornaten-Nationalpark wurde 1980 ausgewiesen und umfasst 89 Inseln, Inselchen und Felsriffe auf 320 Quadratkilometern - ein steinernes, weitgehend kahles Labyrinth, das George Bernard Shaw einmal als die Krone der Schöpfung am letzten Tag beschrieb. Charakteristisch sind die Kruna-Klippen auf Klobucar mit 82 Metern Höhe, das tiefblaue Magazinska Kruna und die typischen Trockenmauern, die jahrhundertelang von Hirten zwischen Kreuz und Quer durch die Inseln gezogen wurden. Yachten benötigen ein Tagesticket - in der Hauptsaison Juli und August 200 Kuna entspricht rund 27 Euro für Yachten bis 11 Meter, 350 Kuna für 11 bis 14 Meter und 550 Kuna für 14 bis 18 Meter Länge.
Empfohlene Anlegeplätze im Park
Mit Bojen ausgestattet sind die Buchten Levrnaka, Ravni Zakan, Lavsa, Smokvica und Telascica im südlich angrenzenden Naturpark. Levrnaka gilt mit feinem Kiesstrand und dem klippenfreien Zugang als familienfreundlichste Bucht, Ravni Zakan bietet ein einfaches Konoba-Restaurant mit selbstgefangenem Fisch und Lavsa hat den ältesten erhaltenen Salinen-Komplex aus byzantinischer Zeit.
Telascica - der angrenzende Naturpark
Der Naturpark Telascica auf der Süd-Spitze der Insel Dugi Otok bildet die natürliche Verlängerung der Kornaten und gilt mit den 161 Meter hohen Stene-Klippen, dem Salzsee Mir und der geschützten Telascica-Bucht als perfekter Tagesankerplatz. Eintritt 12 Euro pro Yacht, Bojen sind in Mir und Mala Proversa vorhanden.
Süddalmatien - Mljet, Lastovo, Peljesac und Dubrovnik
Wer drei Wochen Charter plant oder ab Dubrovnik startet, erschliesst sich Süddalmatien mit dem grünen Mljet, der entlegenen Insel Lastovo, der Weinhalbinsel Peljesac und dem Ankerplatz Lokrum vor Dubrovnik. Die Etappen sind länger als in Mitteldalmatien - Korcula nach Lastovo Ubli rund 22 Seemeilen, Mljet nach Dubrovnik rund 28 Seemeilen - und der Maestral kann hier schwächer ausfallen.
Mljet-Nationalpark - Veliko und Malo Jezero
Der Mljet-Nationalpark im Nordwesten der gleichnamigen Insel wurde 1960 als erster maritimer Nationalpark Kroatiens ausgewiesen und schützt die zwei eingebetteten Salzseen Veliko und Malo Jezero auf 5.375 Hektar. Mitten im Veliko Jezero liegt die Klosterinsel Sveta Marija aus dem 12. Jahrhundert mit Benediktinerkloster. Eintritt 25 Euro pro Person Hochsaison, beste Häfen Pomena und Polace, von dort sind beide Seen per Leihrad in 30 Minuten erreichbar.
Lastovo-Nationalpark - das entlegene Inselparadies
Lastovo wurde 2006 als zwölfter Nationalpark Kroatiens ausgewiesen und schützt 44 Inseln und Inselchen auf 195 Quadratkilometern, davon nur 56 Quadratkilometer Landfläche. Lastovo hat 800 Einwohner, war wie Vis lange militärisches Sperrgebiet und gilt heute als ruhiger Geheimtipp. Häfen Ubli, Skrivena Luka und Pasadur, alle mit Bojen, Liegegebühr 35 bis 55 Euro je Nacht.
Peljesac - Weinhalbinsel und Mali Ston
Die Halbinsel Peljesac ist mit 348 Quadratkilometern die zweitgrößte Halbinsel Kroatiens und liefert mit Plavac Mali, dem genetischen Vorfahren des kalifornischen Zinfandel, einen der berühmtesten Rotweine des Landes. Top-Weingüter Dingac Vinarija, Saints Hills und Korta Katarina, Verkostungen mit 6 Sorten ab 25 Euro. Mali Ston am Ostende ist berühmt für Austern aus der Mali-Ston-Bucht, ein Dutzend frisch geöffnet im Restaurant Bota Sare 18 Euro.
Dubrovnik-Anker und Lokrum
Vor der historischen Altstadt Dubrovnik liegt die Insel Lokrum mit Botanischem Garten und dem benediktinischen Kloster aus dem 11. Jahrhundert, Anker auf 8 bis 12 Metern Sandgrund, ideale Tagesposition für einen Altstadt-Bummel mit Beiboot. Für die Nacht empfiehlt sich die ACI Marina Komolac im Tal der Ombla, 7 Kilometer nördlich der Altstadt, 380 Liegeplätze, Bus 1A in 20 Minuten in die Altstadt für 1,50 Euro.
Norddalmatien - Murter, Pasman und Ugljan
Norddalmatien zwischen Zadar und Sibenik bildet das familienfreundlichste Sub-Revier, weil die Inseln Pasman, Ugljan und Murter so dicht beim Festland liegen, dass die Etappen selten 15 Seemeilen überschreiten und die Bora-Anfälligkeit durch den Velebit-Kanal kompensiert werden muss.
Murter - Tor zu den Kornaten
Die Insel Murter ist mit dem Festland über eine Drehbrücke in Tisno verbunden und beheimatet die Marina Hramina in Murter Stadt mit 250 Liegeplätzen sowie die Marina Betina mit traditioneller Schiffswerft seit 1740. Murter ist der schnellste Sprungbrett-Hafen für die Kornaten - die Bucht Levrnaka liegt nur 8 Seemeilen entfernt.
Pasman und Ugljan - die ruhigen Nachbarn
Pasman und Ugljan bilden eine 60 Kilometer lange Inselkette westlich von Zadar, verbunden durch die Zdrelac-Brücke. Charakteristisch sind die Pasman-Passage zwischen Festland und Inseln mit nur 270 Meter Breite und 4 Knoten Strömung - hier muss man den Gezeitenkalender beachten. Häfen Biograd mit Marina Kornati und Marina Sangulin, beide außerhalb der ACI-Struktur und günstiger als Zadar.
Charterbasen im direkten Vergleich
Hochsaison-Preise gelten von Mitte Juli bis Mitte August, in der Nebensaison liegen die Liegegebühren 30 bis 40 Prozent niedriger.
Wetter, Wind und Wellen - Maestral, Bora und Jugo
Drei Winde prägen die dalmatinische Adria. Der Maestral ist der zuverlässige Sommerwind aus Nordwest mit 10 bis 18 Knoten, der zwischen 11 und 17 Uhr aufzieht und perfekte Halbwind-Bedingungen für Etappen in Süd-Süd-Ost-Richtung liefert. Die Bora als trockener Fallwind aus Nordost erreicht in den Karst-Schluchten zwischen Velebit und Sibenik Spitzen von 80 Knoten, im Sommer nur als kurze Anfälle nach Kaltfronten. Der Jugo aus Südost baut über Tage auf und kann mit 30 bis 45 Knoten die offene Querung Hvar nach Vis riskant machen. Wetter-Briefing über DHMZ Meteo Croatia und Windguru, Sicherheitsdurchsagen auf UKW-Kanal 67.
Skipper-Lizenzen und Charter-Pflichten
Für einen Bareboat-Charter sind zwei Lizenzen Pflicht - der deutsche Sportbootführerschein See, anerkannt als ICC, sowie das UKW-Funkzeugnis SRC. Crews ohne Lizenz brauchen einen Skipper mit Yachtmaster oder Boat-Skipper-B. Die Crewliste muss 12 Stunden vor Auslaufen am Hafenkapitänat registriert sein, dazu 1,50 Euro Aufenthaltsabgabe pro Person und Woche und eine Yacht-Vignette von 200 bis 900 Euro je nach Länge. Die Kaution liegt zwischen 1.500 und 6.000 Euro, abgesichert per Kautionsversicherung über Pantaenius oder Yacht-Pool zu 90 bis 180 Euro.
Praktische Tipps für die Charterwoche
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Treibstoffkosten kalkulieren
Eine 46-Fuß-Yacht verbraucht im Adria-Schnitt 6 bis 8 Liter Diesel pro Motorstunde, eine Charterwoche kostet bei 25 Motorstunden zusätzlich 280 bis 380 Euro Diesel. In der ACI Marina Korcula liegt der Liter Diesel bei 1,55 Euro, in Privattankstellen 1,38 Euro.
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Nachts in Bojenfeldern statt Marinas
Bojenfelder in Stomorska auf Solta, Vinogradisce auf Sveti Klement und Levrnaka in den Kornaten kosten 30 bis 60 Euro pro Nacht statt 110 bis 180 Euro im Marina-Hafen. Bojen werden ab 17 Uhr eingesammelt, frühe Ankunft sichert den Platz.
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Crewliste 12 Stunden vorab
Die Crewliste muss spätestens 12 Stunden vor dem ersten Auslaufen am Hafenkapitänat registriert sein, die Charterunternehmen erledigen das in der Regel mit dem digitalen Crew-System eCrew - Pass-Kopie pro Person mailen reicht.
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Wetter-Briefing Mavink
DHMZ Meteo Croatia liefert dreimal täglich um 6, 12 und 18 Uhr Vorhersagen auf UKW-Kanal 67, Windguru gilt unter Charterskippern als zuverlässigste Spot-Vorhersage, vor Bora-Wetterlagen auch das Marine-Modell ECMWF aus 6 Stunden Abständen prüfen.
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Konoba statt Restaurant
Die typischen Konobas auf Vis-Komiza, in Mali Ston oder auf den Pakleni-Inseln servieren Peka, also Fisch oder Lamm aus dem Gluthaubentopf, für 25 bis 40 Euro pro Person - Vorbestellung 4 Stunden vorher per UKW Kanal 09 oder Telefon obligatorisch.
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Barrierefreiheit an Bord
Nicht alle Charteryachten sind rollstuhlgerecht, die Hanse 460, Bavaria C46 und Beneteau Oceanis 46.1 bieten breite Cockpits und niedrige Schwellen, spezialisierte Charteranbieter wie Sail-Croatia-Acessible vermitteln mit Treppenlift-Yachten ab 5.500 Euro pro Woche.
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Sonnenschutz und Wasservorrat
Die Adria-Sonne hat im Juli und August UV-Index 9 bis 11, an Bord helfen Bimini, Sonnenschirme und LSF 50 plus, pro Person und Tag 3 Liter Wasser einplanen - Charteryachten haben in der Regel 350 bis 600 Liter Tank, der für 7 Tage und 6 Personen reicht.
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Saisonwahl beeinflusst Preis stark
Nebensaison Mai und Anfang Oktober kostet 40 Prozent weniger als die Hauptwochen Juli und August, das Wetter ist mit 22 bis 26 Grad und stabilem Maestral oft sogar angenehmer, allerdings schliessen kleinere Konobas auf Lastovo und Vis ab Mitte September.




