Der Nationalpark Bayerischer Wald liegt in den ostbayerischen Mittelgebirgen entlang der tschechischen Grenze und ist seit seiner Gründung am 7. Oktober 1970 der älteste Nationalpark Deutschlands. Die Hauptverwaltung sitzt in der Freyunger Straße 2 in 94481 Grafenau, das Schutzgebiet selbst erstreckt sich auf rund 240 Quadratkilometern über die Landkreise Freyung-Grafenau und Regen. Zusammen mit dem unmittelbar angrenzenden tschechischen Nationalpark Šumava bildet er ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet von rund 925 Quadratkilometern und damit eines der größten zusammenhängenden Waldschutzgebiete Mitteleuropas. Das Höhenspektrum reicht von rund 600 Metern in den Talzügen bis zum Großen Rachel auf 1.453 Metern, dem höchsten Punkt im Park. Geprägt wird der Park durch das konsequent angewandte Leitprinzip Natur Natur sein lassen — auf zwei Drittel der Fläche findet seit den 1990er Jahren keinerlei forstwirtschaftliche Pflege mehr statt, der Borkenkäfer durfte ausdrücklich seine Arbeit tun, und der Wald regeneriert sich seitdem aus eigener Kraft. Das Ergebnis ist ein wildes, urwaldartiges Mosaik aus Hochlagen-Fichtenwald, Bergmischwald und Aufichtenwald, durchsetzt von silbergrauen Totholz-Skeletten und jungen Naturverjüngungen. Besucher steuern den Park über das Hans-Eisenmann-Haus als zentrales Besucherzentrum, das Tier-Freigelände Neuschönau mit Wölfen, Luchsen, Wildkatzen, Auerhühnern und Bisons sowie den Baumwipfelpfad Neuschönau mit 44 Metern Höhe an. Der Zugang zum Nationalpark selbst ist ganzjährig frei und kostenlos.

Anreise und Erreichbarkeit

Der Nationalpark Bayerischer Wald liegt im äußersten Südosten Deutschlands an der Grenze zu Tschechien und erstreckt sich über die Landkreise Freyung-Grafenau und Regen in Niederbayern. Die Hauptverwaltung sitzt in Grafenau, das zentrale Besucherzentrum Hans-Eisenmann-Haus mit Tier-Freigelände und Baumwipfelpfad liegt bei Neuschönau, ein zweites Zentrum mit dem Hans-Watzlik-Hain und einer großen Felsenstruktur findet sich am Lusen-Aufstieg in Waldhäuser. Die Anreise aus den Ballungsräumen erfolgt überwiegend über die Autobahn A3 von Regensburg nach Passau, danach geht es über Bundesstraßen in das Mittelgebirge. Wer auf das Auto verzichten möchte, nutzt die Waldbahn ab Plattling oder Zwiesel und die Igel- und Falkenstein-Busse der Nationalpark-Region, die als touristisches Bussystem alle zentralen Eingangsorte miteinander verbinden.

Mit dem Auto

Aus Süden und Westen führt die Anreise klassisch über die A3 Nürnberg — Regensburg — Passau bis zur Abfahrt Hengersberg oder Garham und von dort über die B533 nach Grafenau, das insgesamt rund eine Stunde nordöstlich von Passau liegt. Aus dem Großraum München sind es über die A92 nach Deggendorf und die B11 in Richtung Zwiesel rund zwei Stunden bis ins Parkgebiet. Aus Nordbayern und dem Frankenraum kommt man über die A93 und die A3 nach Regensburg und von dort über die B85 in Richtung Cham und Bayerisch Eisenstein. Innerhalb der Parkregion verbinden Staatsstraßen die einzelnen Eingangsorte Grafenau, Neuschönau, Spiegelau, Mauth, Bayerisch Eisenstein und Zwiesel — Routen verlaufen kurvig durch Waldlandschaft und gehören zu den landschaftlich schönsten Strecken Bayerns. Parkplätze gibt es an allen zentralen Eingängen wie Hans-Eisenmann-Haus, Baumwipfelpfad, Lusen-Parkplatz Waldhäuser und Racheldiensthütte; an warmen Wochenenden in den Sommer- und Herbstferien können diese ab späterem Vormittag voll sein.

Mit der Bahn und dem ÖPNV

Die wichtigste Bahnverbindung ist die Waldbahn, die von Plattling über Deggendorf, Gotteszell und Bodenmais nach Zwiesel und weiter nach Bayerisch Eisenstein und Grafenau führt. Plattling liegt an der ICE-Strecke München — Wien und ist damit der zentrale Einstiegspunkt für überregionale Anreise. Von den Endbahnhöfen Zwiesel, Bayerisch Eisenstein und Grafenau fährt das Igelbus-System des Nationalparks im Sommerhalbjahr in dichtem Takt zu allen wichtigen Wanderparkplätzen und Zielorten wie Hans-Eisenmann-Haus, Lusen, Rachel und Falkenstein. Mit dem GUTi-Gästeticket vieler Beherbergungsbetriebe sind sowohl die Waldbahn als auch die Igelbusse für Übernachtungsgäste kostenfrei nutzbar, was die Region zu einem der ÖPNV-freundlichsten Ausflugsziele Bayerns macht.

Mit dem Flugzeug

Der nächstgelegene internationale Flughafen ist München Franz Josef Strauß, rund 200 Kilometer westlich des Nationalparks. Von dort führt die Anreise per Mietwagen über die A92 und A3 in rund zwei bis zweieinhalb Stunden, alternativ per Bahn über München Hauptbahnhof und Plattling mit Anschluss an die Waldbahn. Der Flughafen Linz in Oberösterreich liegt rund 110 Kilometer südöstlich und ist für österreichische und osteuropäische Gäste eine sinnvolle Alternative. Für die meisten Besucher aus dem deutschsprachigen Raum sind Auto oder Bahn jedoch effizienter als der Flug, da die letzte Etappe in jedem Fall über die Straße oder Schiene durch das Mittelgebirge führt.

Vor Ort bewegen und Parken

Innerhalb des Nationalparks bewegt man sich überwiegend zu Fuß, mit dem Mountainbike auf ausgewiesenen Routen, im Winter auf Langlaufloipen oder Schneeschuhen. Das Igelbus-System bringt Besucher autofrei zu allen zentralen Ausgangspunkten und nimmt Druck von den Wanderparkplätzen — wer am Hans-Eisenmann-Haus oder am Lusen-Parkplatz startet und nach einer Wanderung in einem anderen Tal endet, kann bequem mit dem Bus zum Auto zurückkehren. Die Hauptwege rund um die Besucherzentren und der Baumwipfelpfad sind barrierefrei oder weitgehend barrierearm und mit Kinderwagen befahrbar, die Bergpfade zum Großen Rachel oder zum Lusen über das Felsenmeer dagegen sind klar als Bergwanderungen mit festem Schuhwerk einzustufen. Behindertenparkplätze stehen an allen großen Eingängen bereit, das Hans-Eisenmann-Haus und das Tier-Freigelände sind weitgehend barrierefrei zugänglich.

Passau 55 km ~1:00 h via A3/B533
Regensburg 135 km ~1:45 h via A3
München 200 km ~2:15 h via A92/B11
Nürnberg 230 km ~2:30 h via A3
Prag 200 km ~3:00 h via D4/D3 und Šumava

Großer Rachel, Lusen und die zentralen Wahrzeichen

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist kein Park für eine einzige Hauptattraktion, sondern ein Mosaik aus Wäldern, Bergrücken, Hochmooren und Bergseen, das sich über mehrere Tagesziele entfaltet. Drei Wahrzeichen prägen das Bild: der Große Rachel als höchster Berg mit Bergsee, der Lusen mit seinem markanten Blockmeer aus Granit und die weiten Hochlagenwälder rund um den Falkenstein im nördlichen Parkbereich. Wichtig für die Orientierung: Der Große Arber als bekanntester und mit 1.456 Metern höchster Berg des Bayerischen Waldes liegt nicht im Nationalpark, sondern direkt nordwestlich davon im benachbarten Naturpark Bayerischer Wald — vom Lusen oder Rachel hat man bei klarer Sicht aber einen freien Blick auf den Arber-Gipfel.

Großer Rachel — 1.453 Meter und Bergsee

Der Große Rachel ist mit 1.453 Metern der höchste Berg im Nationalpark und einer der bekanntesten Gipfel Niederbayerns. Auf seinem Plateau steht die Rachelkapelle, ein kleines Bergkirchlein aus dem 19. Jahrhundert. Unterhalb des Gipfels liegt der Rachelsee als Karsee in einem eiszeitlichen Hangkessel auf rund 1.071 Metern, eingebettet in dichten Bergmischwald. Der klassische Aufstieg erfolgt von der Racheldiensthütte über den Seebachsteig oder den Rachelsteig in drei bis vier Stunden Gehzeit; im Winter führen geräumte Loipen und gespurte Wege in die unteren Lagen, der Gipfel selbst bleibt im Winter den geübten Tourengehern und Schneeschuhwanderern vorbehalten.

Lusen — Granitblock-Meer auf 1.373 Metern

Der Lusen ist der zweite große Gipfel des Nationalparks und mit 1.373 Metern fast so hoch wie der Rachel, sein Charakter ist aber völlig anders: Statt eines bewaldeten Plateaus krönt ihn ein gewaltiges Blockmeer aus Granittrümmern, das einem riesigen Steinhaufen unter freiem Himmel gleicht. Der klassische Aufstieg führt von Waldhäuser über den Lusensteig in zwei bis zweieinhalb Stunden zum Gipfel, der Abstieg über die Glasarche-Route oder den Tummelplatz erweitert die Tour zu einer Sechs- bis Acht-Kilometer-Runde. Bei klarer Sicht reicht der Blick vom Lusen-Gipfel weit über den Bayerischen Wald in den Böhmerwald und bis zu den Alpenketten am südlichen Horizont.

Falkenstein, Großer und Kleiner Arber-Nähe

Der nördliche Parkbereich rund um den Großen Falkenstein mit 1.315 Metern ist deutlich ruhiger als die südlichen Hauptachsen rund um Rachel und Lusen. Hier liegen die Wandergebiete Höllbachgespreng mit wildem Bachverlauf, der Schwellhäusl-Weg und der Aufstieg von Zwieslerwaldhaus zum Falkenstein-Gipfel mit Berghütte. Im Westen schließt sich außerhalb der Parkgrenze der Naturpark Bayerischer Wald mit Großem und Kleinem Arber an — der Große Arber als höchster Berg des gesamten Bayerischen Waldes mit 1.456 Metern und Gondelbahn liegt außerhalb des Nationalpark-Areals, ist aber von vielen Aussichtspunkten im Park gut sichtbar und prägt das Panorama nach Nordwesten mit.

Die sechs zentralen Einrichtungen im Überblick

Hans-Eisenmann-Haus

Das zentrale Besucherzentrum bei Neuschönau ist Startpunkt für die meisten Tagesgäste. Eine moderne Dauerausstellung erklärt das Leitprinzip Natur Natur sein lassen, zeigt die Geschichte des Nationalparks seit 1970 und stellt typische Tier- und Pflanzenarten vor. Anschluss an Tier-Freigelände und Baumwipfelpfad, Café und Shop vor Ort, Eintritt frei.

Tier-Freigelände Neuschönau

Auf rund 37 Hektar leben Wölfe, Luchse, Wildkatzen, Bisons, Auerhühner, Habichtskäuze, Fischotter und Wisente in großen, naturnahen Gehegen, die durch ein rund sieben Kilometer langes Wegenetz erschlossen sind. Die Tiere zeigen sich oft erst auf den zweiten Blick — Geduld und gute Augen lohnen sich besonders bei Luchsen und Wildkatzen. Eintritt frei, ganzjährig geöffnet.

Baumwipfelpfad Neuschönau

Der Baumwipfelpfad führt auf rund 1.300 Metern Länge bis in 25 Meter Höhe durch die Wipfel der Mischwälder und endet im 44 Meter hohen, eiförmigen Baumturm mit Aussichtsplattform. Von oben Blick über die Mittelgebirgsrücken bis zu Rachel und Lusen, bei klarer Sicht bis in die Alpen. Komplett barrierefrei mit sanft ansteigender Rampe, kostenfrei zugänglich.

Hans-Watzlik-Hain und Lusen-Eingang Waldhäuser

Der südöstliche Park-Eingang Waldhäuser oberhalb von Neuschönau ist der klassische Startpunkt für den Lusen-Aufstieg. Hier liegen der Hans-Watzlik-Hain mit besonders alten Tannen, der Lusen-Wanderparkplatz und der Igelbus-Knotenpunkt für die Hochlagen-Routen. Im Winter Startpunkt für Schneeschuh- und Langlaufrouten in Richtung Lusen-Plateau.

Racheldiensthütte und Rachelsee

Die Racheldiensthütte ist ein bewirtschaftetes Wandergasthaus auf rund 1.000 Metern Höhe und der Startpunkt der klassischen Rachel-Runde über Rachelsee und Rachelkapelle. Von hier führen markierte Wege durch Bergmischwald und Hochlagen-Fichtenwald, im Winter sind die unteren Abschnitte als Loipen gespurt, der Aufstieg zum Gipfel bleibt anspruchsvoll.

Haus zur Wildnis Ludwigsthal

Das zweite, kleinere Besucherzentrum im Norden des Parks bei Ludwigsthal ist der Anlaufpunkt für den Falkenstein-Bereich. Dauerausstellung zum Thema Wildnis, dazu ein eigenes Tier-Freigelände mit Wölfen, Luchsen und Urwildpferden direkt an der Bayerwaldbahn. Idealer Einstieg, wenn die Anreise per Waldbahn ab Plattling erfolgt — der Bahnhof Ludwigsthal liegt nur wenige Schritte entfernt.

Die zentralen Ziele im Vergleich

Kriterium
Hans-Eisenmann-Haus
Tier-Freigelände
Baumwipfelpfad
Lusen-Gipfel
Rachelsee
Höhe
rund 770 Meter
rund 800 Meter
bis 44 Meter über Boden
1.373 Meter
rund 1.071 Meter
Zugang
Eintritt frei, barrierefrei
Eintritt frei, weitgehend barrierearm
Eintritt frei, voll barrierefrei
Bergwanderung, festes Schuhwerk
Bergwanderung, festes Schuhwerk
Zeitbedarf
1 bis 2 Stunden
2 bis 4 Stunden Rundgang
1 bis 1,5 Stunden
5 bis 7 Stunden ab Waldhäuser
3 bis 4 Stunden ab Racheldiensthütte
Highlights
Dauerausstellung, Café, Shop
Wölfe, Luchse, Bisons, Auerhühner
Aussichtsturm, Wipfelpanorama
Blockmeer, Fernsicht zu den Alpen
Bergsee, Rachelkapelle
Familien-Tauglichkeit
sehr hoch, Kinderprogramm
hoch, viele Tierbeobachtungen
sehr hoch, Kinderwagen-tauglich
erst ab Schulkind-Alter
ab Schulkind-Alter
Winter
ganzjährig geöffnet
ganzjährig zugänglich, Loipenanschluss
ganzjährig, geräumt
nur mit Tourenausrüstung
teils auf Loipen erreichbar

Hans-Eisenmann-Haus, Tier-Freigelände und Baumwipfelpfad bilden den klassischen Tagesausflug für Familien, während Lusen und Rachel ambitionierte Bergwanderungen für sportliche Gäste sind — beide Welten lassen sich gut auf zwei Tage verteilen.

Natur Natur sein lassen — das Konzept

Das Leitprinzip Natur Natur sein lassen ist mehr als ein Slogan, es definiert seit den 1980er und 1990er Jahren die Identität des Parks. Auf inzwischen rund drei Vierteln der Fläche findet keinerlei forstwirtschaftliche Pflege mehr statt — kein Holzeinschlag, keine Schädlingsbekämpfung, keine künstliche Verjüngung. Als in den 1990er Jahren großflächige Borkenkäfer-Wellen die Hochlagen-Fichtenwälder befielen, hielt die Nationalparkverwaltung gegen massive politische Widerstände an dem Konzept fest und ließ die Käfer ihre Arbeit tun. Das Ergebnis ist heute weltweit als ökologisches Erfolgsmodell anerkannt: Aus den abgestorbenen Fichtenwäldern ist eine artenreiche Naturverjüngung mit Tannen, Buchen, Ebereschen und jungen Fichten hervorgegangen, das Totholz dient zahllosen Insekten, Pilzen und Spechten als Lebensraum, und der Wald reguliert sich aus eigener Kraft.

Hochlagen-Fichtenwald

In den Hochlagen oberhalb von rund 1.150 Metern dominieren Fichten, die hier in eiszeitlich geprägten Refugial-Beständen seit Jahrtausenden ohne menschlichen Eingriff wachsen. Diese natürlichen Hochlagen-Fichtenwälder bilden den ökologischen Kernbestand des Parks und sind in ihrer Ursprünglichkeit in Mitteleuropa selten geworden. Hier zeigen sich die deutlichsten Spuren der Borkenkäfer-Wellen — silbergrau abgestorbene Fichten-Skelette stehen über jungen Naturverjüngungen aus Fichten, Vogelbeere und Ebereschen und ergeben das markante Bild des wiederauferstehenden Wildwaldes.

Bergmischwald

Zwischen rund 800 und 1.150 Metern Höhe stockt der Bergmischwald aus Buchen, Tannen und Fichten — der eigentliche, klimatisch potenzielle Waldtyp dieser Höhenstufe. Hier ist die Naturverjüngung besonders dynamisch, junge Buchen und Tannen wachsen unter den schützenden Schirmen alter Bäume heran, und der Waldboden ist im Mai dicht mit blühendem Sauerklee, Buschwindröschen und Bärlauch bedeckt. Im Herbst leuchten die Buchen in tiefem Gelb und Orange — der Bayerische Wald zählt im Oktober zu den schönsten Mischwaldlandschaften Mitteleuropas.

Aufichten- und Moorwald

In den Tallagen, vor allem in den Hochmooren rund um Filz und Riegel, findet sich Aufichtenwald — ein lichter, langsamwüchsiger Fichten-Birken-Wald mit Torfmoosen, Heidelbeeren und Moorbirken. Diese Hochmoore bilden eigene Klein-Welten mit Sonnentau, Wollgras und seltener Moorlibelle. Der Mittelsteig führt durch typische Moorbereiche und macht den Aufichtenwald über Holzbohlen auch für Tagesgäste begehbar, ohne den empfindlichen Boden zu zerstören.

Praktische Tipps für den Nationalpark-Besuch

  • Eintritt überall frei

    Im Nationalpark Bayerischer Wald gibt es keine Eintrittsgelder — weder für das Hans-Eisenmann-Haus noch für das Tier-Freigelände, den Baumwipfelpfad oder das Haus zur Wildnis. Lediglich Parkplätze sind teilweise gebührenpflichtig, der Igelbus kostet wenige Euro pro Tageskarte und ist mit GUTi-Gästeticket sogar frei nutzbar.

  • GUTi-Gästeticket nutzen

    Wer in einer GUTi-Partnerunterkunft in Grafenau, Neuschönau, Spiegelau, Zwiesel oder Bayerisch Eisenstein übernachtet, bekommt mit der Gästekarte den ÖPNV inklusive Waldbahn und sämtlicher Igelbusse kostenlos dazu. Das macht autofreie Ausflüge zu Rachel, Lusen, Tier-Freigelände und Baumwipfelpfad ausgesprochen unkompliziert.

  • + Igelbus statt Auto

    Das Igelbus-System verbindet im Sommerhalbjahr alle wichtigen Wanderparkplätze und Eingangsorte miteinander, so dass Streckenwanderungen vom Lusen über Rachel zurück nach Waldhäuser problemlos möglich sind, ohne zum Ausgangspunkt zurücklaufen zu müssen. Fahrplan vor der Tour prüfen, der letzte Bus fährt in den Hochlagen meist gegen 18 Uhr.

  • i Wegegebot konsequent einhalten

    Im Nationalpark gilt strenges Wegegebot — Wanderer müssen auf den markierten Pfaden bleiben, das Querfeldein-Gehen ist verboten und auch im Winter nur auf ausgewiesenen Schneeschuh-Routen erlaubt. Das schützt Auerhühner, Luchse und sensible Hochmoorbereiche vor Störungen und ist mehr als nur eine Formalität.

  • Hunde nur an der Leine

    Hunde dürfen in den Nationalpark, aber ausnahmslos an der Leine — auch das ist kein Schikane-Punkt, sondern Auerhuhn-Schutz. Im Tier-Freigelände Neuschönau und in der Wildnis bei Ludwigsthal sind Hunde aus Rücksicht auf Wölfe und Luchse nicht erlaubt, hier müssen Vierbeiner draußen am Eingang bleiben.

  • Barrierefreie Highlights gezielt nutzen

    Hans-Eisenmann-Haus, Baumwipfelpfad und große Teile des Tier-Freigeländes sind komplett barrierefrei und mit Rollstuhl oder Kinderwagen problemlos zugänglich. Wer auf Bergwanderungen verzichten muss oder möchte, bekommt mit dieser Kombination einen vollwertigen Park-Tag mit Aussicht, Tieren und Ausstellung.

  • Beste Reisezeit Mai bis Oktober

    Die Hauptsaison reicht von Mai mit Buschwindröschen-Blüte bis Oktober mit goldener Buchen-Färbung. Der Hochsommer im Juli und August bringt warmes Wanderwetter, kann aber an heißen Wochenenden voll werden — September und früher Oktober sind landschaftlich besonders schön und weniger frequentiert.

  • Winter mit Loipen und Schneeschuhen

    Im Winter verwandelt sich der Park in eines der schneesichersten Mittelgebirge Deutschlands — Loipennetz zwischen Zwiesel, Bayerisch Eisenstein und Mauth, Schneeschuh-Routen ab Waldhäuser und Racheldiensthütte. Hans-Eisenmann-Haus, Baumwipfelpfad und Tier-Freigelände sind auch im Winter geöffnet und besonders eindrucksvoll mit Raureif und Schnee.

Insider-Tipps

Ruhigere Tage am Falkenstein

Wer dem Trubel von Neuschönau ausweichen will, fährt mit der Waldbahn nach Ludwigsthal und startet am Haus zur Wildnis. Der Aufstieg zum Großen Falkenstein über das Höllbachgespreng mit seinen verwunschenen Bach- und Felsformationen gehört zu den landschaftlich schönsten und gleichzeitig ruhigsten Touren des gesamten Parks. Oben auf der Falkenstein-Schutzhütte gibt es eine deftige Brotzeit, der Abstieg über das Schwellhäusl mit historischer Klausanlage rundet den Tag ab.

Tschechische Seite mitnehmen

Der grenzüberschreitende Nationalpark Šumava beginnt direkt jenseits der Grenze und ist von Bayerisch Eisenstein oder Mauth aus problemlos zu erreichen. Besonders empfehlenswert sind der Plöckenstein-See als ältester Gletschersee Tschechiens und das Gebiet rund um Modrava mit ausgedehnten Moorlandschaften. Die Grenzübergänge sind seit Schengen offen, der Personalausweis genügt — ein Tag im Šumava verdoppelt das Walderlebnis und zeigt, wie weit das Schutzgebiet tatsächlich reicht.

HÄUFIGE FRAGEN

Seit wann gibt es den Nationalpark Bayerischer Wald?

Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde am 7. Oktober 1970 gegründet und ist damit der älteste Nationalpark Deutschlands. Er war über zwei Jahrzehnte lang der einzige seiner Art in der Bundesrepublik, erst Anfang der 1990er Jahre kamen weitere Nationalparks hinzu.

Wie groß ist der Nationalpark Bayerischer Wald?

Die Parkfläche umfasst rund 240 Quadratkilometer entlang der tschechischen Grenze. Zusammen mit dem unmittelbar angrenzenden tschechischen Nationalpark Šumava bildet er ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet von rund 925 Quadratkilometern und damit eines der größten zusammenhängenden Waldschutzgebiete Mitteleuropas.

Was bedeutet das Leitprinzip Natur Natur sein lassen?

Auf rund drei Vierteln der Fläche findet keinerlei forstwirtschaftliche Pflege mehr statt — kein Holzeinschlag, keine Schädlingsbekämpfung, keine künstliche Verjüngung. Der Wald reguliert sich aus eigener Kraft, der Borkenkäfer durfte seit den 1990er Jahren bewusst seine Arbeit tun, und aus den abgestorbenen Fichtenwäldern wächst heute eine artenreiche Naturverjüngung mit Tannen, Buchen und jungen Fichten.

Was kostet der Eintritt in den Nationalpark?

Der Eintritt in den Nationalpark ist überall kostenfrei — auch das Hans-Eisenmann-Haus, das Tier-Freigelände Neuschönau, der Baumwipfelpfad und das Haus zur Wildnis Ludwigsthal sind gratis zugänglich. Gebühren fallen nur an einigen Parkplätzen sowie für die Igelbus-Tageskarten an, und auch die sind mit dem GUTi-Gästeticket vieler Unterkünfte frei.

Wie hoch ist der Große Rachel?

Der Große Rachel ist mit 1.453 Metern der höchste Berg im Nationalpark Bayerischer Wald. Auf seinem Plateau steht die Rachelkapelle aus dem 19. Jahrhundert, unterhalb des Gipfels liegt der Rachelsee als Karsee in einem eiszeitlichen Hangkessel auf rund 1.071 Metern.

Liegt der Große Arber im Nationalpark?

Nein, der Große Arber mit 1.456 Metern Höhe ist zwar der höchste Berg des gesamten Bayerischen Waldes, gehört aber zum benachbarten Naturpark Bayerischer Wald nordwestlich des Nationalpark-Areals. Vom Lusen oder Rachel hat man bei klarer Sicht aber einen freien Blick auf den Arber-Gipfel.

Was zeigt das Tier-Freigelände Neuschönau?

Auf rund 37 Hektar leben Wölfe, Luchse, Wildkatzen, Bisons, Auerhühner, Habichtskäuze, Fischotter und Wisente in großen, naturnahen Gehegen, die durch ein rund sieben Kilometer langes Wegenetz erschlossen sind. Die Tiere zeigen sich oft erst auf den zweiten Blick — Geduld und gute Augen lohnen sich besonders bei Luchsen und Wildkatzen.

Wie hoch ist der Baumwipfelpfad Neuschönau?

Der Baumwipfelpfad führt auf rund 1.300 Metern Länge bis in 25 Meter Höhe durch die Wipfel der Mischwälder und endet im 44 Meter hohen, eiförmigen Baumturm mit Aussichtsplattform. Er ist komplett barrierefrei mit sanft ansteigender Rampe und kostenfrei zugänglich.

Wie kommt man ohne Auto in den Nationalpark?

Die Waldbahn fährt von Plattling über Deggendorf, Gotteszell und Bodenmais nach Zwiesel, Bayerisch Eisenstein und Grafenau. Plattling liegt an der ICE-Strecke München — Wien und ist überregional sehr gut angebunden. Von den Endbahnhöfen fährt das Igelbus-System im Sommerhalbjahr in dichtem Takt zu allen wichtigen Wanderparkplätzen und Eingangsorten.

Wann ist die beste Reisezeit?

Die Hauptsaison reicht von Mai mit der Buschwindröschen-Blüte bis Oktober mit der goldenen Buchen-Färbung. Der Hochsommer im Juli und August bringt warmes Wanderwetter, kann aber an heißen Wochenenden voll werden — September und früher Oktober sind landschaftlich besonders schön und weniger frequentiert. Im Winter verwandelt sich der Park in eines der schneesichersten Mittelgebirge Deutschlands.

Darf man Hunde mitnehmen?

Hunde dürfen in den Nationalpark, aber ausnahmslos an der Leine — das schützt Auerhühner, Rehe und andere sensible Tierarten vor Störungen. Im Tier-Freigelände Neuschönau und in der Wildnis bei Ludwigsthal sind Hunde aus Rücksicht auf Wölfe und Luchse jedoch nicht erlaubt.

Welche Wanderungen eignen sich für Familien mit kleinen Kindern?

Für Familien mit kleinen Kindern eignen sich der Baumwipfelpfad mit barrierefreier Rampe, der Rundweg durch das Tier-Freigelände Neuschönau und der Mittelsteig durch das Hochmoor mit Holzbohlen-Pfaden besonders gut. Anspruchsvollere Touren wie der Lusen-Aufstieg oder die Rachelsee-Runde sind eher ab Schulkind-Alter sinnvoll und benötigen festes Schuhwerk.
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