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Nachhaltiger Tourismus: Dialoge für eine bessere Zukunft

Lerne, wie Gespräche vor Ort dir echte Veränderungen bringen — praktische Impulse für verantwortungsvolles Reisen.

Eine historische Straßenbahn fährt durch eine belebte Straße mit Cafés, Einwohnern und Bergen im Hintergrund.
Lerne, wie Gespräche vor Ort dir echte Veränderungen bringen — praktische Impulse für verantwortungsvolles Reisen.

Nachhaltiger Tourismus: Dialoge für eine bessere Zukunft

In den letzten Monaten ist mir klar geworden, dass nachhaltiger Tourismus längst nicht mehr nur ein grünes Label ist, sondern ein lauter, manchmal chaotischer Dialograum. Das Studiosus-Gespräch auf der ITB 2026 macht genau diesen Wandel sichtbar: Unter dem Titel „Listening matters: Dialogues as a Key to Sustainable Development“ treffen am 5. März 2026 zwischen 13:00 und 13:45 Uhr Stimmen aus unterschiedlichsten Kontexten aufeinander — live auf der Orange Stage (Halle 7.1a) und parallel per Livestream unter www.itb.com/en/events/itb-convention/live-stream. Auf dem Podium sitzen unter anderem Divya Khandal vom Dhonk Crafts and Tiger Learning Centre im Ranthambhore-Nationalpark, Arbana Lleshi aus Tirana, Prof. Dr. Bernhard Pörksen aus Tübingen sowie Tony Reyhanloo von Studiosus; moderiert wird das Ganze von Katie Gallus. Schon die Zusammensetzung zeigt: Es geht nicht mehr nur um gutes Gewissen, sondern um konkrete Praxiserfahrungen und kommunikative Kniffe.

Neu ist, wie sehr Kommunikation selbst zum Gegenstand der Nachhaltigkeitsarbeit geworden ist. Medienwissenschaftliche Perspektiven, wie die von Pörksen, hinterfragen, wie Zuhören organisiert wird und welche Machtverhältnisse dabei sichtbar bleiben. Parallel dazu bringen Praktikerinnen aus Indien und Albanien Erfahrungen auf den Tisch, die von Community-getriebener Projektarbeit bis zu Unternehmerverantwortung reichen. Studiosus, das mit 278,8 Millionen Euro Umsatz 2025 in der Branche eine gewichtige Rolle spielt, hat in den letzten Jahren konkrete Schritte unternommen — etwa die Finanzierung von Biogasanlagen in Indien und das Mitwirken beim Roundtable Human Rights in Tourism — und damit eine Debatte befeuert: Wie müssen Unternehmen handeln, damit lokale Akteure nicht nur Stakeholder bleiben, sondern echte Partner werden?

Was jetzt passiert, fühlt sich wie ein Beschleuniger an. Livestreams und öffentlich zugängliche Formate erhöhen die Transparenz, und Unternehmen müssen sich immer stärker an messbaren Ergebnissen messen lassen. Auf der Strecke bleiben dabei oft die einfachen Antworten; stattdessen stehen komplexe Aushandlungsprozesse im Vordergrund: Wer entscheidet über Projekte, wie werden Gewinne geteilt, welche Rolle spielen Kultur und Wissen vor Ort? Ich finde es spannend zu sehen, dass Dialoge nicht nur als nett gemeinte Gesprächsrunden verstanden werden, sondern als Instrumente zur Rechenschaft — und als Ort, an dem real finanzielle Mittel und Projekte geplant werden. Für alle, die mitreden wollen: Das ITB-Panel ist ein guter Startpunkt, um die Stoßrichtungen zu erkennen und danach kritisch dran zu bleiben. Schau rein, hör zu und sei vorbereitet: Nachhaltigkeit wird zunehmend durch Gespräche gemacht — und weniger durch Marketingfloskeln.

TH

Thomas Harnisch

Reiseblogger

Thomas Harnisch ist leidenschaftlicher Reiseblogger und Gründer von weloveurlaub.de. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Reisebranche teilt er seine Expertise und Insider-Tipps, um Ihnen unvergessliche Urlaubserlebnisse zu ermöglichen. Mehr über Thomas →
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