Der Circuit de Monaco ist mit 3.337 Kilometern Streckenlänge die kürzeste Strecke im Formel-1-Kalender und seit der Premiere 1929 das mythischste Straßenrennen der Welt. 78 Runden ergeben eine Renndistanz von rund 260 Kilometern durch die engen Straßen des Fürstentums — vorbei am Casino, durch den Tunnel unter dem Hotel Fairmont, über die Hafenpromenade von Port Hercule und durch die berüchtigte Loews-Haarnadelkurve mit nur 14 km/h Mindestgeschwindigkeit. Ayrton Senna hält mit 6 Siegen den absoluten Rekord, Michael Schumacher und Graham Hill folgen mit je 5 Triumphen. Das F1-Wochenende läuft traditionell nach eigenem Kalender — Trainings starten bereits am Donnerstag, der Freitag bleibt rennfrei, die Qualifikation findet Samstags statt und das Rennen Sonntags um 15 Uhr Ortszeit. Die Tribünen K, T, A und B an Sainte Devote, der Schwimmbad-Sektion und der Rascasse bieten Plätze ab 130 Euro für Donnerstag bis 6.500 Euro für 3-Tages-Pakete, die Yacht-Tribünen im Port Hercule sind exklusives Hafen-Terrain mit Liegegebühren bis 750.000 Euro pro Woche. Begleitet wird das Hauptrennen vom Formel-2- und Formel-3-Programm sowie dem Porsche Mobil 1 Supercup.
Der Circuit de Monaco — Streckenführung in 19 Kurven
Der Stadtkurs durch Monte Carlo, La Condamine und Monaco-Ville wurde 1929 vom Automobile Club de Monaco entworfen und ist seither in seiner Grundführung nahezu unverändert geblieben — kein anderer Kurs der Formel 1 hat eine vergleichbare Kontinuität. Die Strecke wird Anfang Mai aus normalen Straßen aufgebaut, gut 33 Kilometer Leitplanken und 21.000 Quadratmeter Maschendraht-Zaun werden in zwei Wochen montiert und nach dem Rennen genauso schnell wieder demontiert. Die Fahrer absolvieren 78 Runden — fast doppelt so viele Lenkbewegungen wie bei einem Rennen in Spa oder Silverstone.
Start-Ziel-Gerade und Sainte Devote
Die Start-Ziel-Gerade verläuft entlang der Boulevard Albert 1er am Port Hercule und ist mit 387 Metern eine der kürzeren im Kalender. Direkt nach dem Start folgt die Rechtskurve Sainte Devote — benannt nach der gleichnamigen Kapelle, der Schutzheiligen Monacos. Sie ist berühmt-berüchtigt für Startunfälle, weil sich das Feld auf weniger als 9 Meter Breite einfädeln muss. Anbremspunkt rund 100 Meter vor der Kurve, Mindestgeschwindigkeit etwa 90 km/h.
Beau Rivage und Massenet
Nach Sainte Devote folgt die Steigung Beau Rivage — eine 240 Meter lange Bergauf-Passage mit 9 Prozent Steigung, auf der die Autos bis 290 km/h beschleunigen. Am höchsten Punkt vor dem Casino-Platz wartet die Rechtskurve Massenet — benannt nach dem französischen Komponisten Jules Massenet, dessen Büste vor der Oper steht. Massenet ist eine blinde Rechtskurve mit Außenmauer, die kaum Fehlerverzeihen kennt.
Casino, Mirabeau, Loews-Haarnadelkurve
Das Casino selbst wird in einer schnellen Linkskurve umrundet, dann fällt die Strecke 30 Meter in zweier Kurven Mirabeau Haute und Mirabeau Bas hinunter. Mirabeau Bas leitet in die berüchtigte Loews-Haarnadelkurve über (offiziell Fairmont Hairpin, früher Loews benannt nach dem damaligen Casinohotel) — mit nur 14 km/h Mindestgeschwindigkeit und 7,5 Metern Radius ist es die langsamste Kurve der gesamten Formel-1-Saison. Hier müssen die Teams die Lenkeinschläge speziell für Monaco modifizieren.
Portier, Tunnel und Nouvelle Chicane
Nach Loews führt die Strecke über die zweite Mirabeau-Variante zur Rechtskurve Portier — dem Punkt, an dem Senna 1988 in Führung in die Mauer fuhr und 49 Runden vor Schluss aufgeben musste. Direkt danach kommt der Tunnel unter dem Hotel Fairmont — 460 Meter durch künstliches Neonlicht, mit Tempo-Anstieg von 180 auf 290 km/h. Am Ausgang folgt die Nouvelle Chicane (seit 1986 in neuer Linienführung), eine schnelle Links-Rechts-Kombination an der Hafenmole, die wiederholt für Schlüsselüberholmanöver sorgt.
Tabac, Piscine und Rascasse
Vorbei am ehemaligen Tabac-Café (heute eine Bar mit gleichem Namen) folgt die Schwimmbad-Sektion Piscine — eine Schikane in vier Teilen, links-rechts-rechts-links, um das olympische Schwimmbecken Stade Nautique Rainier III. Die Piscine ist mit ihren Bordsteinen einer der härtesten Teile der Strecke fürs Fahrwerk. Nach der Virage Louis Chiron folgt die enge Rechtskurve Rascasse — benannt nach dem Drachenkopf-Fischrestaurant — und schließlich die Anthony-Noghès-Kurve (Ehrung des Mit-Begründers des Grand Prix 1929) als letzte Kurve vor der Start-Ziel-Geraden.
Geschichte des Grand Prix seit 1929
Der Monaco Grand Prix wurde am 14. April 1929 von Antony Noghès gegründet, Sohn des damaligen Präsidenten des Automobile Club de Monaco, mit Unterstützung von Fürst Louis II. Die Premiere gewann der Brite William Grover-Williams in einem grünen Bugatti Type 35B unter dem Pseudonym Williams — eine Farbgebung, die später als British Racing Green Geschichte machte. Seit 1955 ist Monaco fester Bestandteil der Formel-1-Weltmeisterschaft.
Senna, Schumacher und Hill — die Rekordhalter
Ayrton Senna hält mit 6 Siegen den absoluten Rekord — 1987 (Lotus-Honda) sowie 1989, 1990, 1991, 1992 und 1993 (alle McLaren-Honda und McLaren-Ford). Senna nannte Monaco seine geistige Heimat und erklärte nach dem Sieg 1988 sein berühmtes Out-of-Body-Erlebnis, in dem er die Strecke in einer Art Trance fuhr und beinahe komplett bewusstlos einen 1,4 Sekunden Vorsprung pro Runde herausfuhr. Michael Schumacher folgt mit 5 Siegen (1994, 1995, 1997, 1999, 2001), Graham Hill ebenfalls mit 5 Siegen in den 1960ern (1963, 1964, 1965, 1968, 1969) und seinem Spitznamen Mr. Monaco.
F1-Mythos Monaco
Kein anderes Rennen der Saison wird so sehr als prestigeträchtiger gewertet wie Monaco. Wer Monaco gewinnt, betritt die exklusivste Liste des Sports — zusammen mit Indianapolis 500 und Le Mans 24h bildet Monaco die sogenannte Triple Crown of Motorsport, die bisher nur Graham Hill komplett geschafft hat. Die Pole-Position ist in Monaco statistisch wertvoller als auf jeder anderen Strecke — rund 35 Prozent aller Sieger seit 1950 sind von der ersten Startposition gestartet, weil das Überholen auf den 9 Meter breiten Straßen extrem schwer ist.
Anreise und Erreichbarkeit
Monaco liegt an der französischen Riviera, eingeklemmt zwischen Italien und der Bucht von Roquebrune. Während des Grand-Prix-Wochenendes sind viele Straßen rund um die Strecke gesperrt — die Anreise muss frühzeitig geplant werden.
Mit dem Flugzeug
Nizza Côte d'Azur (NCE) ist der nächstgelegene internationale Flughafen, 30 Kilometer westlich von Monaco. Direktflüge ab Frankfurt, München, Düsseldorf, Wien, Zürich und Berlin in 1:30 bis 1:50 Stunden ab 120 Euro. Vom Flughafen fährt der Bus 110 in 50 Minuten nach Monaco (22 Euro), der Helikopter-Shuttle von Monacair in 7 Minuten (180 Euro pro Person). Während der Grand-Prix-Tage werden die Helikopter-Slots Wochen vorher ausgebucht.
Mit der Bahn
Der Bahnhof Monaco-Monte-Carlo liegt unterirdisch im Berg und wird von der französischen SNCF und italienischen Trenitalia angefahren. Ab Nizza fährt der Regionalzug TER alle 30 Minuten und braucht 25 Minuten (5 Euro). Während der GP-Tage verkehren Zusatzzüge im Viertelstundentakt. Die TGV-Direktverbindung Paris-Monaco fährt zweimal täglich in 6 Stunden, Tickets ab 89 Euro bei Frühbuchung.
Mit dem Auto
Über die A8 La Provençale ab Nizza in 30 Minuten oder ab Ventimiglia in 25 Minuten. Während des Grand-Prix-Wochenendes sind weite Teile der Innenstadt gesperrt — Parken nur in den oberhalb gelegenen Parkhäusern Casino, Fontvieille, Auréglia oder Méridien (15 bis 35 Euro pro Tag), die in der Saison oft komplett ausgebucht sind. Wer im Auto anreist, parkt besser in Beausoleil auf französischer Seite und läuft die letzten 15 Minuten hinunter.
Vor Ort bewegen
Monaco ist mit 2,02 Quadratkilometern der zweitkleinste Staat der Welt und komplett fußläufig erschließbar — die längste Strecke von Fontvieille bis zum Larvotto-Strand sind 20 Minuten zu Fuß. Während des Grand-Prix-Wochenendes gibt es kostenlose Shuttles zwischen den Tribünen-Eingängen. Die sieben öffentlichen Aufzüge und Rolltreppen helfen über die 60 Höhenmeter zwischen Hafenebene und Casino-Plateau.
Tribünen und Yacht-Plätze — die wichtigsten Zuschauerpositionen
Der Automobile Club de Monaco verkauft Tickets für rund 37.000 Sitzplätze in 15 verschiedenen Tribünen plus tausende Stehplätze auf den Hängen und am Berg. Die Yacht-Plätze im Port Hercule sind ein eigener Kosmos — private Yacht-Liegeplätze mit komplettem Streckenblick bei 6-stelligen Liegegebühren pro Woche.
Tribüne K an Sainte Devote
Tribüne K liegt direkt nach Start-Ziel an der ersten Kurve Sainte Devote — der hektischste Punkt der ersten Runde mit den meisten Startunfällen der Geschichte. Sicht auf Boxengasse-Einfahrt und Streckensektor 1. Tickets ab 540 Euro für das 3-Tages-Paket Freitag bis Sonntag, Sonntags-Einzelkarte ab 380 Euro. Tribüne K gilt unter Fans als beste Mischung aus Action und Sichtbarkeit der Pole-Setter.
Tribüne T am Casino
Tribüne T steht am Boulevard des Moulins direkt vor der Casino-Linkskurve mit Blick auf Massenet und Casino — die fotografisch reizvollste Stelle der Strecke mit Belle-Époque-Casino im Hintergrund. Tickets ab 720 Euro für das 3-Tages-Paket, der Bestplatz für Fotografen.
Tribünen A und B an der Rascasse
Die Tribünen A und B stehen am Quai Antoine 1er rund um die enge Rascasse-Rechtskurve und die Anthony-Noghès-Kurve — also die letzten Kurven vor der Boxengeraden. Sicht über Schwimmbad-Sektion und Hafenrundlauf, mit Großbildleinwand für die Streckenteile außer Sichtweite. Tickets 3-Tages-Paket ab 480 Euro, Tribüne B als preisgünstigere Variante mit weniger Sicht auf Schwimmbad ab 380 Euro.
Yacht-Tribünen Port Hercule
Im Port Hercule liegen während des Grand-Prix-Wochenendes über 120 private Yachten in Doppel- und Dreifachreihen — ein eigener schwimmender VIP-Bereich direkt am Streckenrand zwischen Tunnel-Ausfahrt und Nouvelle Chicane. Liegegebühren pro Woche reichen von 25.000 Euro für 30-Meter-Yachten bis 750.000 Euro für 90-Meter-Megayachten an den besten Liegeplätzen quai Albert 1er. Wer keine eigene Yacht hat, bucht VIP-Hospitality-Pakete auf Charter-Yachten ab 3.500 Euro pro Tag und Person.
Skybox K an der Boxengasse
Die Skyboxes über der Boxengasse und an Sainte Devote sind klimatisierte Hospitality-Suiten mit Catering, Champagner-Bar, Paddock-Zugang und exklusiven Fahrer-Meet-and-Greets. Preise ab 4.500 Euro für 3-Tages-Pakete pro Person bis 12.000 Euro für die Pole-Position-Skybox direkt über der Boxengasse-Ausfahrt.
Die 6 Top-Erlebnisse im Überblick
Klassische Tribüne K, T, A oder B
Reservierte Sitzplätze mit Streckenblick, ideale Mischung aus Atmosphäre und Sichtbarkeit der Boxenstopps. Großbildleinwände decken die nicht sichtbaren Sektoren ab. Preise 380 bis 720 Euro für das Sonntags-Rennen, 3-Tages-Pakete 480 bis 900 Euro pro Person.
Yacht-Hospitality im Port Hercule
VIP-Charter-Yacht-Pakete mit Catering, Champagner, Streckenblick auf Tunnel-Ausfahrt und Nouvelle Chicane. Pakete ab 3.500 Euro pro Tag und Person für Donnerstag-Training bis 8.500 Euro für das Renn-Sonntag-Paket mit Helikopter-Transfer ab Nizza.
Paddock-Club-Pass
Die exklusivste Hospitality-Stufe der Formel 1 — Paddock-Zugang, Garage-Tour, Pit-Lane-Walk vor dem Rennen, Lunch mit Sterne-Niveau und Begegnungen mit Fahrern und Teamchefs. Pakete ab 4.900 Euro für Sonntag bis 12.000 Euro für das 3-Tages-Komplettpaket.
Skybox über Boxengasse
Klimatisierte Hospitality-Suite mit Panorama-Glas über Start-Ziel und Sainte Devote, Lounge-Atmosphäre, eigene Bar, Catering inklusive Trüffelmenü und Champagner-Selection. Pole-Position-Skybox an der Boxenausfahrt 12.000 Euro für 3 Tage pro Person.
Casino-Lounge zur Quali
Das Casino de Monte-Carlo öffnet während des GP-Wochenendes exklusive Member-Lounges mit Blick auf die Massenet-Kurve. Dresscode strikt — Anzug für Herren, Cocktailkleid für Damen. Kombi-Pakete mit Casino-Eintritt und Dinner ab 1.800 Euro pro Person für den Quali-Samstag.
Pre-Race-Walk auf der Strecke
Sonntag morgens zwischen 7 und 9 Uhr ist die Strecke für angemeldete Zuschauer und Hospitality-Gäste freigegeben — fußläufige Begehung von der Boxengasse bis Loews und Tunnel. Die einzige Gelegenheit, die 14 km/h Loews-Haarnadel selbst zu sehen. Inklusive in Paddock-Club- und Skybox-Paketen.
Tribünen-Vergleich — wo welcher Platz Sinn macht
Wer das volle Monaco-Erlebnis sucht, kombiniert eine klassische Tribüne mit einem Casino-Abend zur Quali. Reine Fotografen wählen Tribüne T am Casino, Strategie-Fans Tribüne A oder K mit Boxengassenblick.
Das F1-Wochenende — Programm Donnerstag bis Sonntag
Monaco hat als einzige Strecke der Saison einen abweichenden Wochenend-Rhythmus mit Auftakt am Donnerstag. Der Freitag ist traditionell rennfrei — das geht zurück auf Fronleichnam und wurde später beibehalten, um Catering und Yacht-Empfänge ohne Boxenstress abzuwickeln.
Donnerstag — freie Trainings
Erstes freies Training 13:30 bis 14:30 Uhr, zweites freies Training 17 bis 18 Uhr. Die Boxengasse ist erstmals geöffnet, Fahrer testen Setup und Bremspunkte. Tickets für Donnerstag-only ab 130 Euro pro Person — die günstigste Möglichkeit, ein offizielles F1-Training in Monaco zu sehen.
Freitag — Begleitprogramm
Kein F1-Training, dafür Formel-2- und Formel-3-Sessions sowie Porsche-Supercup-Training. Zuschauerverkehr ist limitiert, viele Tribünen-Kategorien sind ohnehin nicht freigegeben. Stadtviertel und Casino-Plateau bleiben begehbar — beste Möglichkeit, Monaco abseits der Rennstrecke zu besichtigen.
Samstag — drittes Training und Qualifikation
Drittes freies Training 12:30 bis 13:30 Uhr, Qualifikation 16 bis 17 Uhr in drei Segmenten Q1, Q2 und Q3. Die Pole-Position in Monaco gilt statistisch als der wichtigste Faktor — rund 35 Prozent aller Sieger seit 1950 sind von Position 1 gestartet. Tickets nur Samstag ab 280 Euro pro Tribüne.
Sonntag — der Renntag
Driver Parade ab 13:30 Uhr im Heritage-Auto über die Strecke, Aufstellung in der Startaufstellung 14:30 Uhr, Hymne 14:45 Uhr, Rennstart Sonntag 15 Uhr Ortszeit. 78 Runden, geplante Renndauer rund 1 Stunde 35 Minuten ohne Safety-Car-Phasen — mit Safety-Car können es 2 Stunden 20 Minuten werden. Siegerehrung ab 17 Uhr auf dem königlichen Balkon am Boulevard Albert 1er, traditionell mit Fürst Albert II. als Preisübergeber.
Streckenposten, Marshalls und Sicherheit
Der Circuit de Monaco wird von rund 600 freiwilligen Streckenposten gesichert — alle Mitglieder des Automobile Club de Monaco und seiner Partner-Clubs aus Frankreich, Italien und der Schweiz. Sie tragen orange Overalls und bedienen die Lichtanlage, Feuerlöscher, gelben und roten Flaggen. Da die Strecke teils nur 9 Meter breit ist und keine echten Auslaufzonen hat, muss bei jedem Unfall innerhalb von Sekunden Safety-Car-Phase ausgerufen werden.
Streckenbau und Demontage
Drei Wochen vor dem Grand Prix beginnt der Aufbau — 33 Kilometer Leitplanken, 21.000 Quadratmeter Fang-Zaun, über 1.500 Tribünen-Module und mehrere hundert Werbebanden werden in den Straßen aufgebaut. Nach dem Rennen wird alles in zwei Wochen wieder abgebaut, der reguläre Stadtverkehr läuft drei Wochen nach dem Sonntagsrennen wieder vollständig. Der Verkehr während der zwei Wochen ist eines der größten Logistik-Probleme Monacos.
Historischer Grand Prix und Monte-Carlo-Rallye
Neben dem F1-Grand-Prix richtet der Automobile Club de Monaco zwei weitere Klassiker aus, die das Fürstentum als Motorsport-Hauptstadt etablieren.
Grand Prix de Monaco Historique
Alle zwei Jahre Mitte Mai (jeweils im Jahr vor dem F1-GP) findet das Historische Grand-Prix-Wochenende statt — 7 Klassen mit Oldtimern von 1929 bis 1980, gefahren von Prominenten-Privatsammlern wie Jay Kay oder Nick Mason. Lotus 49, Ferrari 312, Brabham BT44, Maserati 250F und Bugatti Type 35 fahren auf derselben Strecke wie die F1-Boliden, oft mit 80-jährigen Veteranen am Steuer. Tickets ab 80 Euro, deutlich entspannter als zum F1-GP.
Rallye Monte-Carlo
Die Rallye Monte-Carlo läuft jeden Januar als Auftakt der WRC-Saison — Wertungsprüfungen rund um die Seealpen ab Gap und Valence, mit Zielankunft direkt am Hafen von Monaco. 1911 von Fürst Albert I. gegründet, ist sie die älteste Rallye der Welt. Auf den engen Pässen werden bis zu fünf Reifensorten pro Etappe gewechselt — von Trocken über Regen bis Spike-Reifen für Schnee.
Praktische Tipps für den Monaco Grand Prix
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Tickets ein Jahr vorher buchen
Der offizielle Vorverkauf des Automobile Club de Monaco startet jeweils im Juli für das kommende Mai-Wochenende. Vor allem die Tribünen K, T und die Skyboxes sind binnen 3 Wochen ausverkauft. Wer im April einsteigt, zahlt auf dem Sekundärmarkt regelmäßig 200 bis 400 Prozent Aufpreis. Donnerstags-Tickets ab 130 Euro sind oft noch im Februar verfügbar.
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Hotelpreise in Monaco explodieren
Während des GP-Wochenendes steigen Hotelpreise in Monaco selbst auf 800 bis 4.000 Euro pro Nacht — und meist nur mit Mindestaufenthalt von 4 Nächten. Wer in Beausoleil, Roquebrune-Cap-Martin oder Cap-d'Ail unterkommt, zahlt 180 bis 350 Euro pro Nacht und läuft 15 bis 30 Minuten zur Strecke. Nizza und Menton sind günstiger, brauchen aber 25 bis 35 Minuten Zugfahrt zum Bahnhof Monaco.
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Donnerstag-Training nicht unterschätzen
Das erste freie Training am Donnerstag ist mit Tickets ab 130 Euro das günstigste F1-Erlebnis in Monaco — und gleichzeitig eines der spektakulärsten, weil Fahrer nach der Winterpause erstmals die Strecke testen und Unfälle in den ersten 20 Runden Standard sind. Die Boxengasse ist offen, die Atmosphäre entspannter als am Renntag.
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Streckenkarte und Sektoren verstehen
Die Plattform visitmonaco.com bietet während des GP-Wochenendes interaktive Streckenkarten mit allen Tribünen-Positionen, Aufzügen und Großbildleinwand-Standorten. Die Plattform formula1.com publiziert Sektor-Zeiten in Echtzeit und Boxenstopp-Analysen, die das Verständnis vor Ort enorm steigern. Beide Plattformen sind kostenfrei zugänglich und auf Smartphone optimiert.
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Pre-Race-Walk auf der Strecke nutzen
Sonntags zwischen 7 und 9 Uhr morgens ist die Strecke für angemeldete Zuschauer freigegeben. Wer die Loews-Haarnadel mit ihren 7,5 Metern Radius oder den Tunnel mit 460 Metern Länge wirklich verstehen will, muss zu Fuß durchgehen. Inklusive in Paddock-Club- und Skybox-Paketen, einzelne Walks ab 220 Euro pro Person beim ACM buchbar.
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Mobilität für Eingeschränkte
Monaco hat 7 öffentliche Aufzüge und 6 Rolltreppen, die die 60 Höhenmeter zwischen Hafenebene und Casino-Plateau überbrücken. Während des GP-Wochenendes sind allerdings viele Aufzüge wegen Tribünen-Aufbau gesperrt — Rollstuhl-Plätze gibt es auf Tribüne K, A und in den Skyboxes mit Anmeldung 6 Wochen vorher beim ACM. Begleitperson zahlt regulären Ticketpreis.
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Wetter Mai kann überraschen
Mai an der Riviera bringt 20 bis 28 Grad und meist sonniges Wetter — aber 2 von 10 Wochenenden bringen Regen, was den Asphalt in Monaco wegen der Stadtstraßen besonders rutschig macht. 1996 und 2008 waren legendäre Regenrennen mit Senna-, Schumacher- und Hamilton-Highlights. Regenjacke und festes Schuhwerk einpacken, Sonnencreme und Wasser für Tribünen ohne Dach gleichermaßen.
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Zugfahrt schlägt Auto
Wer mit dem Auto anreist, sucht stundenlang einen Parkplatz und zahlt 25 bis 45 Euro pro Tag. Die Bahn ab Nizza, Menton oder Ventimiglia fährt während des Grand-Prix-Wochenendes alle 15 Minuten und kostet 5 bis 12 Euro Hin und Zurück. Der Bahnhof Monaco-Monte-Carlo liegt direkt im Berg unter dem Boulevard Princesse Charlotte — die meisten Tribünen sind in 10 bis 15 Minuten zu Fuß erreichbar.
Insider-Tipps
Casino Square in der Quali-Nacht
Nach der Qualifikation am Samstag um 17 Uhr verwandelt sich der Place du Casino in einen offenen Empfangs-Pavillon — Ferraris, Bugattis und Aston Martins rollen vor dem Casino vor, Fahrer wie Charles Leclerc oder Lando Norris werden gelegentlich gesichtet. Wer hier um 20 Uhr im Café de Paris an einem Außentisch sitzt, sieht 80 Prozent der F1-Prominenz vorbeiziehen. Reservierung ab 22 Uhr unmöglich — wer reinkommen will, muss um 18:30 Uhr ankommen.
Helikopter-Transfer ab Nizza
Monacair betreibt während des Grand-Prix-Wochenendes einen Shuttle alle 7 Minuten zwischen Nizza-Flughafen und Heliport Monaco in Fontvieille. Flugzeit 7 Minuten, Preis 180 Euro pro Person Einzeltransfer, 350 Euro für die Komplett-Wochenend-Pendel. Der Anflug auf Monaco mit Blick auf Cap-d'Ail, den Felsen mit Palast und die Yacht-Reihen im Hafen ist eines der spektakulärsten Reise-Erlebnisse der Côte d'Azur.





