Les Arcs liegt in der Tarentaise-Region des Departements Savoie, auf der Sonnenseite gegenüber von Bourg-Saint-Maurice, und bildet mit La Plagne den Paradiski-Verbund — zusammen 425 plus 264 Pistenkilometer, einer der größten verbundenen Skigebiet-Komplexe der Welt nach den Trois Vallées. Anders als Courchevel oder Méribel ist Les Arcs auf vier Höhenstationen verteilt: Arc 1600 als ältestes, baumumstandenes Niveau direkt an der Funiculaire ab Bourg, Arc 1800 als belebtes Hauptzentrum mit den meisten Hotels, Arc 1950 als jüngste autofreie Dorf-Anlage von 2003 und Arc 2000 als Pistenanschluss am höchsten Punkt der Bebauung. Die Resorts sind die wegweisende Arbeit der Charlotte-Perriand-Schule (Bauhaus-Schülerin von Le Corbusier) aus den späten 1960er-Jahren — strikt autofrei, mit Holz-Fronten und Stufen-Architektur, die sich an den Hang schmiegt. Aktuelle Zahlen zur Pistenöffnung pflegt das offizielle Tourismusbüro. Wer Pistenvielfalt im Paradiski sucht und mit moderner Beton-Holz-Architektur statt Postkarten-Chalets klarkommt, ist hier richtig.

Karte von Les Arcs mit den vier Höhenstationen Arc 1600, 1800, 1950 und 2000 sowie dem Vanoise-Express nach La Plagne © OpenStreetMap Mitwirkende

Anreise und Erreichbarkeit

Les Arcs hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber den meisten Alpen-Resorts: Direkt unten im Tal liegt der TGV-Bahnhof Bourg-Saint-Maurice, von dem die Funiculaire Arc-en-Ciel in sieben Minuten zu Arc 1600 hochfährt — kein Bus, keine Serpentine, kein Schneeketten-Stress. Wer mit dem Auto kommt, fährt über A43/A430 bis Albertville und weiter auf der RN90 bis Bourg-Saint-Maurice, dann je nach Höhenstation auf der RD119. Aktuelle Verbindungen pflegt das offizielle Tourismusbüro auf lesarcs.com.

Mit dem Auto

Aus Deutschland fährst du über Stuttgart–Zürich–Bern–Genf nach Frankreich, von dort weiter auf A40 und A43 bis Albertville, dann auf der RN90 nach Bourg-Saint-Maurice und schließlich auf der RD119 die 15 bis 25 Kilometer Bergstrecke nach Arc 1600, 1800 oder 2000. Die Strecke ab München beträgt rund 800 km (10 bis 11 Stunden inklusive Pausen), ab Frankfurt 850 km (10 bis 12 Stunden). Im Winter brauchst du nach französischem Recht (Loi Montagne 2) vom 1. November bis 31. März Winterreifen oder Schneeketten in den Alpendepartements — die RD119 wird gestreut, ist aber bei starkem Schneefall zeitweise sperrbar. Die letzten Kilometer zwischen Bourg und Arc 2000 haben enge Serpentinen mit 1.200 Höhenmetern Anstieg.

Genf (CH) 160 km ~2:15 h via A40/A43
Lyon 200 km 2:45 h via A43
München 800 km 10–11 h via Bregenz/Genf
Frankfurt 850 km 10–12 h via Basel/Genf
Mailand 285 km 3:45 h via Mont-Blanc-Tunnel

Wer aus Italien kommt, nimmt den Mont-Blanc-Tunnel ab Courmayeur (11,6 km, einfache Maut PKW rund 53 EUR, Stand Saison 2025/26) und fährt über Albertville weiter. Alternativ via Petit-Saint-Bernard-Pass direkt nach Bourg-Saint-Maurice — im Winter aber gesperrt, geöffnet typisch Mitte Juni bis Mitte Oktober.

Mit der Bahn

Les Arcs ist eines der wenigen Skigebiete der Alpen mit echtem TGV-Anschluss am Tal-Eingang. Aus Deutschland fährst du mit ICE/TGV nach Paris-Gare-de-Lyon und steigst dort in den TGV nach Bourg-Saint-Maurice um (rund 4:30 h ab Paris). Im Winter fährt zusätzlich der Eurostar Ski Train samstags direkt von London-St-Pancras nach Bourg-Saint-Maurice — als deutsche Reisende interessant für Anschlüsse aus Brüssel oder Lille. Vom TGV-Bahnhof Bourg fährt die Funiculaire Arc-en-Ciel in sieben Minuten direkt nach Arc 1600 hoch, alle 20 Minuten, im Skipass enthalten oder als Einzelfahrt 8 EUR. Von Arc 1600 mit der Cachette-Gondel weiter nach Arc 1800. Für Arc 1950 und Arc 2000 nimmst du am Bahnhof den Altibus-Shuttle (rund 25 EUR einfach, Reservierung empfohlen). Aktuelle Fahrpläne auf bahn.de oder sncf-connect.com.

Paris Gare-de-Lyon ~4:30 h TGV bis Bourg + Funiculaire
Genf (CH) ~3:45 h SBB + TER bis Bourg
München Hbf ~11:30 h via Zürich + Genf
Frankfurt Hbf ~9:00 h via Paris

Innerhalb von Les Arcs verbinden kostenfreie Skibusse die vier Höhenstationen. Mit der Gästekarte (carte d'hôte, kostenlos im Hotel) fährst du den ganzen Tag — die Linie zwischen Arc 1600, 1800, 1950 und 2000 ist im Winter alle 20 Minuten getaktet, im Sommer reduzierter Takt.

Mit dem Flugzeug

Nächste internationale Flughäfen sind Genf-Cointrin (GVA) und Lyon-Saint-Exupéry (LYS) mit täglichen Verbindungen aus Frankfurt, München, Berlin, Hamburg und Wien. Vom Flughafen kommst du mit Shuttle-Bussen direkt nach Les Arcs — die größten Anbieter sind Altibus, Cham Express und Mountain Drop-Offs, Fahrtzeit 2:45 bis 3:30 Stunden, einfache Fahrt ab 80 EUR pro Person. Mietwagen ab 60 EUR pro Tag (mit Schneeketten-Option im Winter). Alternative für Last-Minute-Anreisen: Chambéry-Aix-les-Bains (CMF, 110 km), bedient nur saisonal aus London, Birmingham und einigen skandinavischen Städten — für Deutschland selten attraktiv.

Parken vor Ort

Les Arcs ist als autofreies Resort konzipiert: Wer mit dem Auto anreist, parkt in den Tiefgaragen am Ortseingang jeder Höhenstation und nimmt das Gepäck mit dem Skidoo-Service oder Trolley ins Apartment. Parc Indigo Arc 1800 direkt an der Charvet-Anbindung kostet als Tagesticket 18 EUR, Wochenpaket 75 EUR. Parking P1 Arc 1950 unter dem autofreien Dorf liegt bei 15 EUR pro Tag, Parking Arc 2000 am Lift-Anschluss bei 12 EUR. In Arc 1600 gibt es einen Großparkplatz direkt an der Funiculaire-Bergstation für Tagesgäste, der erste Tag kostenfrei. Im Tal in Bourg-Saint-Maurice ist der Parkplatz am Bahnhof eine günstige Alternative für Bahn-Auto-Kombi-Anreisen — Tagesticket 8 EUR, Wochenticket 35 EUR. Die Park-and-Ride-Buslinien zwischen den Höhenstationen sind kostenfrei mit der Gästekarte.

Pisten, Höhenstationen und der Vanoise Express

Les Arcs ist als Skigebiet eng mit dem benachbarten La Plagne verbunden — beide bilden den Paradiski-Verbund. Drei Schwerpunkte:

Paradiski (689 km Pisten in zwei Skigebieten)

Mit rund 425 Pistenkilometern in Les Arcs und weiteren 264 in La Plagne kommt der Paradiski-Verbund auf etwa 689 verbundene Pistenkilometer und 137 Lifte — Platz drei der weltweit größten Skigebiete nach den Trois Vallées und der österreichischen Skiwelt Wilder Kaiser. Die Verbindung über das Ponturin-Tal stellt der Vanoise Express her (siehe nächster Abschnitt). Pistenmix Les Arcs: 18 % grün (Anfänger), 41 % blau, 30 % rot, 11 % schwarz — der Sechs-Tage-Skipass Paradiski kostet rund 348 EUR (Saison 2025/26), der eingeschränkte Les-Arcs-Skipass 264 EUR. Höchster Punkt: die Aiguille Rouge auf 3.226 m mit der gleichnamigen 7-km-Talabfahrt mit 2.026 Höhenmetern Differenz nach Villaroger — eine der längsten markierten Abfahrten Europas. Reservierung für Schulferien-Wochen empfohlen über lesarcs.com.

Die vier Höhenstationen: 1600, 1800, 1950, 2000

Anders als andere Skiorte ist Les Arcs auf vier Höhenstationen verteilt — jede mit eigenem Charakter und Architektur-Generation:

  • Arc 1600: das älteste Niveau, eröffnet 1968, baumumstanden mit Lärchen und Arven, direkt an der Funiculaire ab Bourg-Saint-Maurice. Charlotte Perriands erste Bauphase mit den ikonischen Stufen-Apartments. Kleines Niveau mit Familien-Charakter, Apartments ab 110 EUR pro Nacht in der Nebensaison, kürzeste Skipisten-Anbindung über die Cachette-Gondel.
  • Arc 1800: das belebte Hauptzentrum, 1974 eröffnet, mit den meisten Hotels, Restaurants und der größten Geschäfte-Auswahl. Vier Quartiere — Charvet, Villards, Charmettoger, Chantel — verbunden über Fußgängerwege und Skibusse. Doppelzimmer ab 180 EUR, Apartments ab 140 EUR. Direktanschluss an die Transarc-Gondel und das Skigebiet, beste Wahl für Erstbesucher.
  • Arc 1950: 2003 eröffnet als komplett autofreies, traditionell gestaltetes Pseudo-Bergdorf im Stil der savoyischen Bergdörfer — Holzbalkone, Schieferdächer, Natursteinmauern. Compagnie-des-Alpes-Investition mit Selbstversorger-Apartments und Vier-Sterne-Hotels (Le Village ab 320 EUR pro Nacht), kleiner Place du Village mit Restaurants. Ski-Anschluss über die Vagère- und Aiguille-Rouge-Bahnen.
  • Arc 2000: höchste bebaute Höhenstation auf 2.000 m, gegründet 1979, deutlich karger und alpiner — wenige Bäume, weite Gletscher-Sicht, direkter Anschluss an Aiguille-Rouge-Bergbahn (3.226 m). Eher Apartment-dominiert, einzelne 4-Sterne-Hotels (Hotel Taj-I-Mah ab 280 EUR). Empfehlenswert für ambitionierte Skifahrer mit Fokus auf Höhe und Pisten-Nähe.

Wer Charakter sucht, bucht Arc 1950 oder Arc 1600; wer Lebendigkeit will, Arc 1800; wer früh auf der Piste sein will, Arc 2000.

Vanoise Express — der Funitel-Doppelstöcker übers Ponturin-Tal

Der Vanoise Express ist die Tal-Querung zwischen Les Arcs und La Plagne und seit Eröffnung 2003 eines der prestigeträchtigsten Lift-Bauwerke der französischen Alpen. Zwei doppelstöckige Funitel-Kabinen für je 187 Passagiere überspannen das Ponturin-Tal in 380 m Höhe über dem Talgrund — die Fahrt dauert nur vier Minuten, transportiert aber über 2.000 Passagiere pro Stunde und Richtung. Bergstation Plan-Peisey auf Les-Arcs-Seite (1.600 m), Bergstation Montchavin-La-Plagne auf 1.800 m. Im Skipass Paradiski enthalten, eigene Tagestickets für Fußgänger 25 EUR. Bei sehr starkem Wind über 100 km/h Sturmstopp möglich — typisch zwei bis vier Tage pro Saison. Die Konstruktion mit zwei parallelen Tragseilen statt einer hängenden Kabine machte den Lift bis 2008 zur weltgrößten Pendelbahn nach Passagier-Kapazität.

Sommer-Saison (Anfang Juli bis Ende August)

Die Sommer-Saison läuft typisch von Anfang Juli bis Ende August — sieben bis acht Wochen mit geöffneten Bergbahnen Cachette, Transarc und Vagère sowie der Funiculaire ab Bourg. Wandern auf 250 km markierten Wegen, Mountainbike-Pisten der Mille-8-Strecke, das offene Schwimmbad in Arc 1800 (Tagesticket 14 EUR, beheizt). Höhepunkt für Mountainbiker ist die Mille-8-Bike-Park-Anlage mit Flow-Trails und Downhill-Strecken vom Col-de-la-Chal nach Arc 1800. Das Festival Musicancy Mitte Juli bringt klassische Musik in die Höhenstationen mit Konzerten in der Pfarrkirche von Bourg-Saint-Maurice und im Refuge der Aiguille Rouge.

Top-Sehenswürdigkeiten

Aiguille Rouge (3.226 m)

Höchster Aussichts-Lift von Les Arcs, erreichbar mit der Aiguille-Rouge-Bahn ab Arc 2000 in 18 Minuten (Berg-und-Tal-Ticket Sommer 28 EUR, im Winter im Skipass enthalten). 360-Grad-Panorama auf Mont-Blanc, Vanoise-Massiv und Gran-Paradiso. Ausgangspunkt der berühmten Talabfahrt nach Villaroger mit 2.026 Höhenmetern Differenz auf 7 km — eine der längsten markierten Pisten der Alpen. Aussichts-Plattform mit Glasboden, Coffee-Bar in der Bergstation.

Vanoise-Express-Funitel

Die Tal-Querung über das Ponturin-Tal zwischen Les Arcs und La Plagne — zwei doppelstöckige Funitel-Kabinen für je 187 Passagiere, 380 m Höhe über dem Talgrund, vier Minuten Fahrtzeit. Eröffnet 2003 als bauliche Antwort auf die Verbindungs-Frage Paradiski. Im Skipass Paradiski enthalten, für Fußgänger Tagestickets 25 EUR. Beste Sicht von der Talseite Richtung Mont-Blanc-Massiv.

Charlotte-Perriand-Apartments Arc 1600

Die Stufen-Apartments aus den späten 1960er-Jahren, entworfen von der Bauhaus-Schülerin und Le-Corbusier-Mitarbeiterin Charlotte Perriand. Holzfronten, in den Hang gestaffelt, Fenster nach Süden auf Mont-Blanc. Heute denkmalgeschützt (Patrimoine du XXe Siècle, 2008). Geführte Architektur-Touren durch das Tourismusbüro Mittwoch nachmittags im Winter, kostenfrei. Ein architekturhistorisches Stück französischer Skiort-Geschichte.

Vanoise-Nationalpark

Das älteste Nationalreservat Frankreichs, gegründet 1963, grenzt direkt südlich an Les Arcs. Über 530 km² geschütztes Hochgebirge mit Steinböcken, Gämsen, Bartgeiern und Murmeltieren. Eingang Refuge du Plan-Sec ab Plan-Peisey in 90 Minuten Aufstieg, Refuge du Col du Palet ab Arc 2000 als Tagestour im Sommer. Park-Eintritt kostenfrei, Übernachtungen in Berghütten ab 25 EUR plus Halbpension. Besonders gute Steinbock-Sichtungen am Col du Palet im Juni nach der Schneeschmelze.

Plan-Peisey und Vallandry

Die ursprünglichen Bergdörfer am südlichen Ende des Skigebiets, Anschluss an den Vanoise-Express. Holzchalets statt Beton-Apartments, im Sommer Bauernhöfe und Käsereien — die Coopérative Laitière de Peisey verarbeitet Beaufort und Tomme de Savoie aus den umliegenden Almen. Im Winter familienfreundliche Pisten, im Sommer Wander-Ausgangspunkt zum Vanoise-Park. Mit dem Skibus aus Arc 1800 in 25 Minuten erreichbar.

Bourg-Saint-Maurice (810 m)

Die Markt-Stadt im Tal — Verwaltungssitz, TGV-Bahnhof, römische Wurzeln als Bergintrum. Wochenmarkt am Samstag mit Tarentaise-Käse-Erzeugern, Honig der Bergimker und Charcuterie. Das Musée d'Histoire de la Tarentaise mit alpinen Trachten und Werkzeugen, Eintritt 4 EUR. Kapelle Notre-Dame-des-Vernettes oberhalb der Stadt mit Pilgerweg, Aussicht auf das Isère-Tal. Mittagessen in einer der drei Brasserien am Place de la Gare.

Funiculaire Arc-en-Ciel

Die Standseilbahn zwischen Bourg-Saint-Maurice (820 m) und Arc 1600 (1.620 m), eröffnet 1989 — sieben Minuten Fahrtzeit auf 4 km Trasse durch zwei Tunnel. Doppelt-traktionierte Kabinen für je 224 Passagiere, alle 20 Minuten. Im Skipass enthalten, Einzelfahrt 8 EUR, Tagesticket Bus + Funiculaire 12 EUR. Eines der wenigen Skigebiete der Welt mit echtem TGV-Anschluss am Tal-Eingang plus Standseilbahn ohne Umstieg.

Lac de la Plagne (2.144 m)

Bergsee oberhalb von Plan-Peisey im Vanoise-Nationalpark — 90 Minuten Aufstieg vom Refuge de Rosuel, türkisfarben durch Gletschermilch, umgeben von Edelweiß-Wiesen im Juli. Refuge du Lac mit Tartiflette für 18 EUR, geöffnet von Mitte Juni bis Mitte September. Schneeschuh-Trail im Hochwinter ab Plan-Peisey, etwa 6 km hin und zurück. Foto-Motiv mit dem Mont-Pourri (3.779 m) im Hintergrund.

Aktivitäten und Erlebnisse

Was du in Les Arcs unternimmst, hängt komplett von der Saison ab. Vier Konstellationen:

Im Hochwinter (Dezember bis April)

  • Skifahren im Paradiski — 689 km Pisten in zwei verbundenen Gebieten, Skipass Paradiski rund 348 EUR für 6 Tage
  • Aiguille-Rouge-Talabfahrt nach Villaroger als Schwarzpisten-Klassiker mit 2.026 Höhenmetern auf 7 km
  • Snowpark Arpette in Arc 1600 — einer der ältesten und besten Snowparks Frankreichs mit Half-Pipe, Kicker-Line und Rails
  • Heli-Ski per Hubschrauber-Transfer auf der italienischen Mont-Blanc-Seite (von Bourg-Saint-Maurice rund 1.200 EUR pro Person)
  • Hundeschlitten-Touren mit Mushers ab Arc 1800 oder Plan-Peisey, halbtags rund 95 EUR pro Erwachsenem

Im Sommer (Juli bis August)

  • Wandern auf 250 km markierten Wegen — vom Refuge de Rosuel zum Lac de la Plagne oder die Aiguille-Rouge-Tour ab Arc 2000 (4:30 h, 1.200 hm)
  • Mountainbike im Mille-8-Bike-Park ab Arc 1800 mit Bike-Pass für die Lifte (rund 32 EUR pro Tag)
  • Schwimmbad Mille-8 in Arc 1800 — beheizter Außenpool mit Mont-Blanc-Sicht, Tagesticket 14 EUR
  • Klettersteig La Cachette oberhalb von Arc 1600 (mittelschwer, 3:00 h, Material-Verleih bei den ESF-Bergführern)
  • Festival Musicancy Mitte Juli mit klassischen Konzerten in Bourg, Plan-Peisey und Refuge Aiguille Rouge

Mit Kleinkindern

Die Skischule ESF Les Arcs hat eigene Kinder-Bereiche (Jardin des Neiges) ab 3 Jahren in jeder Höhenstation — Halbtages-Gruppenkurse ab 145 EUR pro Woche. In Arc 1800 ist das Kinder-Restaurant Le P'tit Snack direkt an der Charvet-Anbindung mit Spielecke und niedrigen Tischen. Im Sommer ist der Mille-8-Pool mit Kinderbereich Klassiker, dazu der Spielplatz am Place du Village in Arc 1950 mit Holz-Klettergerüst und kostenfreiem Tret-Auto-Parcours.

Bei Regen und Schlechtwetter

  • Mille-8-Spa in Arc 1800 — Wellnessbereich mit Sauna, Hammam und Whirlpool, Tagesticket 28 EUR
  • Cinéma Les Arcs in Arc 1800 — drei Säle, Original- und französische Filme, Tickets 9 EUR
  • Musée d'Histoire in Bourg-Saint-Maurice mit Tarentaise-Sammlung, Eintritt 4 EUR
  • Architektur-Tour Charlotte Perriand in Arc 1600 (kostenfrei, Mittwoch nachmittags im Winter via Tourist-Info)

Gastronomie und regionale Spezialitäten

Les Arcs hat keine Sterne-Restaurants — anders als das luxuriösere Courchevel —, dafür eine bodenständige Savoyer Küche in Berghütten und Bistros. Der Schwerpunkt liegt auf Tarentaise-Tradition mit Beaufort-Käse, Diots-Wurst und Polenta concia:

Restaurants in den Höhenstationen

  • L'Arpette (Arc 1600): traditionelles Bistro im Snowpark-Bereich, Käsefondue Savoyard für 26 EUR pro Person, geöffnet ganzjährig
  • Le Belliou la Fumée (Arc 1800): über drei Etagen verteiltes Holzhaus, Spezialität Tartiflette à la Reblochon (22 EUR) und Diots aux genepi (26 EUR), Reservierung empfohlen
  • Le Bois de Lune (Arc 1950): am Place du Village, moderne Savoyer Küche mit Berg-Forelle (28 EUR) und Confit de Canard (24 EUR), Holzchalet-Ambiente
  • L'Altitude (Arc 2000): direkt an der Aiguille-Rouge-Bahn, Mittagskarte mit Tagesgericht 18 EUR, abends Raclette à volonté für 32 EUR pro Person

Bergrestaurants und Hütten

Auf 2.252 m am Col de la Chal serviert Le Chalet de l'Arc Tartiflette mit Aiguille-Rouge-Aussicht (22 EUR) — ein Klassiker des Skigebiets. Das Refuge de l'Aiguille Rouge direkt unter der Bergstation auf 3.000 m hat eine kleine Karte mit Suppen und Käse-Brettchen ab 16 EUR — geöffnet im Winter mit Skipass-Anschluss, im Sommer für Wanderer ab dem Lift. Auf der Mille-8-Strecke öffnet das Refuge des Plagnettes mit Polenta concia und Aussicht auf das Vanoise-Massiv (Mittagsmenü 24 EUR). Im Vanoise-Nationalpark bewirtet das Refuge de Rosuel mit klassischer Berghütten-Karte.

Bistros und Boulangerien

Die Boulangerie Les Pains de Saulnes in Bourg-Saint-Maurice öffnet um 6 Uhr und versorgt früh anreisende Bahn-Gäste mit warmen Croissants und Kouign-Amann. Das Bistro La Crémaillère in Plan-Peisey ist der lokale Treffpunkt — Tartiflette für 18 EUR, kein Schickimicki, einheimische Skilehrer und Almbauern. In Arc 1950 serviert L'Hibou Blanc auf einer kleinen Holzterrasse hausgemachten Génépi-Spritz und kalte Wurst-Käse-Brettchen, ab 4 EUR pro Glas.

Markttag in Bourg-Saint-Maurice

Jeden Samstag ab 8 Uhr bauen die regionalen Erzeuger Stände am Place de la Gare auf — Beaufort und Tomme direkt vom Bauern aus den Tarentaise-Almen, Charcuterie und Diots aus Aime, Honig der Bergimker, Brot der Boulangerie Les Pains de Saulnes. Bis 13 Uhr, ganzjährig außer im Mai/Juni. Lohnt sich für ein Apartment-Picknick — oder als Ausflug von Arc 1600 mit der Funiculaire ins Tal hinunter, einfache Fahrt 8 EUR.

Regionale Spezialitäten zum Mitnehmen

  • Beaufort AOP d'Été aus den Sommer-Almen der Tarentaise — kräftiger Hartkäse, in der Coopérative Laitière de Peisey
  • Tomme de Savoie AOP aus dem Aravis-Massiv — direkt von der Käserei Le Pic in Bourg-Saint-Maurice
  • Génépi-Likör aus Alpenkraut — Distillerie Meunier in Bourg-Saint-Maurice, kleine Flasche 18 EUR
  • Diots de Savoie — geräucherte Bauernwurst, am Marché du Samedi am Place de la Gare in Bourg

Events und Saisonkalender

Les Arcs lebt vom Saisonrhythmus der zwei klar getrennten Hochzeiten: Skiwinter und Wandersommer. Die wichtigsten Termine im Jahresverlauf:

Winter (Dezember bis April)

Saisonstart Anfang Dezember mit dem ersten Lift-Wochenende, je nach Schneelage. Weihnachtsmarkt in Bourg-Saint-Maurice am Place de la Gare bis 24. Dezember. Die französischen Faschingsferien (jährlich rotierend in drei Zonen, typisch zweite Hälfte Februar und erste März-Hälfte) sind die intensivsten Wochen — Hotels ausgebucht, Liftschlangen, Preise auf Maximum. Mitte März die Nuits du Snowpark in Arc 1600 mit Live-DJs am Snowpark Arpette. Saisonende meist letzter Aprilsonntag, in schneearmen Jahren Mitte April.

Frühling (April bis Juni)

Übergangszeit ohne Skibetrieb. Tal grünt ab April, Bourg-Saint-Maurice ist normal bewohnt, die Höhenstationen größtenteils geschlossen. Im Mai und Juni sind die Wanderwege oberhalb 2.000 m noch schneebedeckt, im Tal Crocus-Wiesen und erste Almkühe. Der Petit-Saint-Bernard-Pass öffnet typisch Mitte Juni — wer früh kommt, hat Bourg fast für sich.

Sommer (Juli bis August)

Sommer-Saison startet Anfang Juli mit Bergbahn-Öffnung. Mitte Juli das Festival Musicancy mit klassischen Konzerten in Bourg, Plan-Peisey und Refuge Aiguille Rouge. Anfang August Bauernfest in Peisey-Nancroix mit Beaufort-Verkostung und alpiner Tracht. Sommer-Saisonende meist 25. August, danach schließen Bergbahnen und Mille-8-Pool bis zur Ski-Eröffnung im Dezember.

Herbst (September bis November)

Goldener Indian Summer in der Tarentaise, vor allem Mitte September bis Anfang Oktober — milde Tage, leere Wanderwege, Lärchen färben sich gelb. Bergbahnen sind zu, aber das Tal und niedrige Wanderungen bleiben zugänglich. Bourg-Saint-Maurice hat im Oktober die Foire de la Saint-Martin mit regionalen Erzeugern. Ab Mitte November erste Schneefälle in den Höhenlagen, Vorbereitungen für die Skisaison.

Geschichte und Kultur

Les Arcs wirkt mit seinen Beton-Holz-Riegeln auf den ersten Blick ahistorisch — tatsächlich aber ist die Region tief in der savoyischen Berg- und Almwirtschaft verwurzelt, und die Höhenstationen selbst sind ein Stück Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Tarentaise als alpine Almregion

Das Tarentaise-Tal mit Bourg-Saint-Maurice als Hauptort ist seit der Antike besiedelt — die Römer nannten ihre Station Bergintrum, sie diente als Etappenort über den Petit-Saint-Bernard-Pass nach Italien. Bis ins 20. Jahrhundert lebte die Bevölkerung von Almwirtschaft (Beaufort-Käse aus Tarine-Kühen), Holzwirtschaft und Salzhandel über den Pass. Die kleinen Bergdörfer Peisey, Vallandry, Villaroger und Sainte-Foy haben ihre dörflichen Strukturen bewahrt — Holzkapellen, Wegkreuze, Lawinenmauern aus Naturstein.

Charlotte Perriand und die Bauphilosophie der 1960er

Die Höhenstationen Arc 1600 (1968) und Arc 1800 (1974) sind das Werk der Architektin Charlotte Perriand (1903–1999), Bauhaus-Schülerin und langjährige Mitarbeiterin Le Corbusiers. Sie entwarf die Höhenstationen als plan-station intégrée: autofrei, in den Hang gestaffelt, mit Holzfronten und großen Süd-Fenstern. Die Apartment-Schnitte sind funktional minimal — Klappbetten, integrierte Schränke, kompakte Küchen — und folgen Le Corbusiers Modulor-Maßen. 2008 wurde die Bauphase als Patrimoine du XXe Siècle denkmalgeschützt. Wer die Architektur verstehen will, geht zur kostenfreien Architektur-Tour der Tourist-Info Arc 1600.

Olympia 1992 und die spätere Ski-Entwicklung

Die Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville waren der Schub für den Ausbau der Tarentaise-Skigebiete. Les Arcs war Olympia-Standort für den Speed-Ski-Demonstrationswettbewerb auf der berühmten Strecke Robert Blanc — Geschwindigkeitsrekord 229 km/h durch den Franzosen Michael Prufer. Nach 1992 folgten der Vanoise Express (2003) und Arc 1950 (2003) als jüngste Höhenstation. Heute gehört Les Arcs zur Compagnie des Alpes, dem größten Skigebietsbetreiber Frankreichs.

Wetter und beste Reisezeit

Das Klima in Les Arcs ist alpin und stark höhenabhängig: In Bourg-Saint-Maurice auf 810 m liegt die Jahresmitteltemperatur bei rund 9 Grad, im 1800er-Niveau bei etwa 5 Grad, an der Aiguille Rouge (3.226 m) bei minus 4 Grad. Die Niederschlagsmenge im Tal beträgt etwa 1.100 mm pro Jahr, mit Schwerpunkt im Frühjahr (Mai/Juni) und Spätsommer (August). Schnee fällt in Arc 1800 ab Mitte November, Schneesicherheit besteht zwischen Mitte Dezember und Mitte April. Oberhalb 2.500 m bleibt der Schnee bis Mai liegen. Quelle der Klimadaten: Météo-France Wetterstation Bourg-Saint-Maurice plus Höhenkorrektur.

Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Hauptsaison Geheimtipp Nebensaison Off-Season

Beste Reisezeit für Skifahrer

Februar bis Mitte März

Luft Arc 1800-3 bis 3 Grad
Luft Aiguille Rouge-12 bis -5 Grad
Schneehöhe1,5 bis 3 m oben
Trubelvoll, Faschingswochen extrem

Hochsaison Wandern

Mitte Juli bis Mitte August

Luft Arc 180011 bis 19 Grad
Hotelpreise50 bis 70 % unter Winterpreis
Stimmunginternational, Festival Musicancy
Reservierung2 bis 3 Monate vorher

Ruhe und Geheimtipp

Mitte März bis Anfang April / Mitte September

Luft Arc 18001 bis 9 Grad
Preise30 bis 50 % unter Hauptsaison
WetterFrühjahrs-Sonne, weicher Schnee nachmittags
Trubelangenehm, kürzere Liftschlangen

Praktische Tipps

  • Kurtaxe (taxe de séjour): 1,80 EUR pro Erwachsenem und Tag in 4-Sterne-Hotels, 2,30 EUR in Premium-Apartments, gestaffelt nach Hotelkategorie. Wird über das Hotel abgerechnet und finanziert die Gästekarte (carte d'hôte) — damit fährst du in allen vier Höhenstationen kostenfrei mit dem Skibus, im Mille-8-Pool gibt es 10 % Rabatt.
  • 🐕 Hunde: in Les Arcs und auf den meisten Wanderwegen erlaubt, im Vanoise-Nationalpark Leinenpflicht oder lokal verboten (Hinweisschilder beachten). In Seilbahnen meist erlaubt mit Maulkorb (Funiculaire Arc-en-Ciel nimmt Hunde mit), auf Skipisten verboten. Hotels mit Hunde-Zuschlag von 15 bis 30 EUR pro Tag — in den 4-Sterne-Häusern oft inklusive Hundebett.
  • 📶 WLAN und Empfang: kostenfreies Hotspot-Netz Les-Arcs-Wifi am Place du Village in Arc 1950, in der Tourist-Info und in den Skibus-Stationen. Auf den Pisten und in Höhenlagen ab 2.500 m Empfang oft schwach — wichtige Karten und Routen vorab offline laden (Komoot, IGN-Karten, die Les-Arcs-App des Skigebiets mit Live-Liftstatus).
  • + Apotheke und Notruf: zwei Apotheken in Arc 1800, je eine in Arc 1950 und Arc 2000, Wochenend-Notdienst rotiert. Krankenhaus Hôpital Bourg-Saint-Maurice (15 km) mit Notaufnahme. Notruf 112 (EU-Notruf) oder PGHM Bourg-Saint-Maurice (Bergwacht): 04 79 07 01 10. Auf den Pisten ist das Pisten-Rettungs-Telefon 04 79 07 22 00.
  • Geldautomaten: BNP Paribas und Crédit Agricole in Arc 1800 (Charvet-Quartier), Crédit Mutuel in Arc 1950 am Place du Village, Banque Populaire am Bahnhof Bourg-Saint-Maurice. Karten-Zahlung in fast allen Restaurants und Geschäften möglich, kleine Hütten und Refuges oft nur Bargeld — vor Bergtouren 50 EUR Bargeld einstecken. Schweizer Franken nicht akzeptiert.
  • Barrierefreiheit: Arc 1950 ist als jüngste Bauphase weitgehend rollstuhltauglich (Place du Village, Geschäfte, Skibus-Haltestelle). Funiculaire Arc-en-Ciel und Aiguille-Rouge-Bergbahn nehmen Rollstühle mit, Aussichtsplattform an der Bergstation barrierefrei. Arc 1600 hat treppenreiche Stufen-Apartments — vor Buchung Lift-Erreichbarkeit prüfen. Mille-8-Pool in Arc 1800 hat barrierefreien Beckenzugang via Lift.
  • i Tourist-Information (Office de Tourisme): Hauptstelle in Arc 1800 am Charvet-Quartier, ganzjährig täglich geöffnet, in Hochsaison auch sonntags. Wanderkarten, Skipass-Verkauf, Bergführer-Vermittlung über das Bureau des Guides. Filialen in Arc 1600, Arc 1950, Arc 2000 und Bourg-Saint-Maurice mit verkürzten Öffnungszeiten.

Insider-Tipps

Vier Spots, die in den Mainstream-Reiseführern selten erscheinen:

Aiguille-Rouge-Talabfahrt nach Villaroger

Die Schwarzpisten-Talabfahrt von der Aiguille Rouge nach Villaroger ist mit 2.026 Höhenmetern auf 7 km eine der längsten markierten Pisten der Alpen — und überraschend wenig befahren, weil der Wiederaufstieg per Lift fast eine Stunde dauert. Wer früh morgens mit der ersten Bergbahn um 9 Uhr hochfährt, hat die Piste fast für sich. Im unteren Drittel führt die Strecke durch Lärchen-Wälder, was im weichen Frühjahrsschnee besonders schön ist. Mittagessen im Refuge de Villaroger (Gemüse-Suppe für 12 EUR), Rückfahrt mit der Vagère- und Aiguille-Rouge-Bahn.

Refuge du Col du Palet als Sommer-Tagestour

Vom oberen Plateau in Arc 2000 führt ein moderater Wanderweg zum Refuge du Col du Palet auf 2.587 m — Teil des Vanoise-Nationalparks, geöffnet Mitte Juni bis Mitte September. Etwa 2:30 h Aufstieg, 600 Höhenmeter, durchgängig markiert mit Gelb-Rot. Auf dem Weg gute Steinbock- und Murmeltier-Sichtungen ab Juli. Mittagessen im Refuge mit Polenta concia für 16 EUR, Übernachtung mit Halbpension 58 EUR. Der Gipfel des Mont-Pourri (3.779 m) ist in weiteren 4 Stunden erreichbar — nur für erfahrene Berggeher mit Steigeisen.

Charlotte-Perriand-Architektur-Tour in Arc 1600

Die geführten Architektur-Touren durch Arc 1600 sind das vielleicht am meisten unterschätzte Angebot der Tourist-Info — kostenfrei, jeden Mittwoch im Winter um 14 Uhr, im Sommer dienstags. Treffpunkt am Touristenzentrum Arc 1600, etwa 90 Minuten Rundgang durch die Stufen-Apartments aus den späten 1960er-Jahren mit Erklärungen zur Bauhaus-Tradition, zur Le-Corbusier-Mitarbeit Charlotte Perriands und zur Auswahl der Holzfronten. Die Apartments selbst sind im Privatbesitz und nicht zugänglich, aber die Außenarchitektur erschließt sich durch die Tour deutlich besser als beim Selbst-Ablaufen.

Umgebung und Tagesausflüge

Les Arcs liegt am östlichen Ende der Tarentaise — drei Tagestouren in alle Richtungen:

Bei Sonne: La Plagne via Vanoise Express (12 km Luftlinie)

Mit dem Skipass Paradiski erreichst du La Plagne komplett auf Pisten — vom Vagère-Lift in Arc 1800 zur Plan-Peisey-Talstation des Vanoise-Express, vier Minuten Funitel-Fahrt zur Bergstation Montchavin. Auf der La-Plagne-Seite öffnen sich 264 zusätzliche Pistenkilometer mit dem Glacier de Bellecôte (3.250 m) als höchstem Punkt. Mittagessen in der Berghütte La Bergerie auf 2.450 m mit Polenta-Wurst-Brettchen. Rückfahrt am Nachmittag, letzter Vanoise-Express um 16:30 Uhr — Verspätung bedeutet 2-stündige Auto-Umfahrt über das Tal.

Bei Wechselwetter: Annecy (140 km)

Auto via A430 und A41 in 1:50 h. Annecy ist die Venedig der Alpen — Altstadt mit Kanälen, Schloss aus dem 12. Jahrhundert, Bootstour auf dem Lac d'Annecy. Mittagessen am Quai de l'Île, Spaziergang durch den Jardin de l'Europe. Rückfahrt am späten Nachmittag. Bei Regen sind Schloss-Innenräume und überdachte Kanal-Brücken trocken.

Bei Schnee: Aoste-Tal (Italien, 100 km)

Auto via Bourg-Saint-Maurice und Mont-Blanc-Tunnel ins italienische Aoste-Tal (Petit-Saint-Bernard-Tunnel im Winter geschlossen). Aosta selbst hat römische Ruinen (Theater Romanum, Porta Praetoria) und mediterranes Klima durch Föhn-Effekt. Mittagessen mit Polenta concia und Fontina-Käse, Rückfahrt am späten Nachmittag. Tunnel-Maut Hin/Rück Mont-Blanc-Tunnel rund 53 EUR, im Sommer auch Petit-Saint-Bernard-Pass kostenfrei.

Weitere Tagesziele (15 bis 130 km)

  • Tignes und Val d'Isère: Skigebiet Espace Killy mit Glacier de la Grande-Motte (35 km, 50 Minuten via Bourg-Saint-Maurice)
  • Bourg-Saint-Maurice: TGV-Stadt im Tal mit Wochenmarkt und Tarentaise-Käserei (15 km, 25 Minuten ab Arc 1800)
  • Albertville: Olympia-Stadt von 1992 mit Olympia-Park und Maison des Jeux Olympiques (60 km, 1:00 h)

HÄUFIGE FRAGEN

Welche Höhenstation in Les Arcs ist die beste Wahl?

Hängt vom Reisetyp ab: Arc 1800 für Erstbesucher mit dem größten Hotel- und Restaurant-Angebot, Arc 1950 für Komfort-Suchende mit savoyischem Bergdorf-Charakter, Arc 1600 für Familien mit Lärchen-Atmosphäre und Funiculaire-Anschluss, Arc 2000 für ambitionierte Skifahrer direkt am Aiguille-Rouge-Lift. Apartments in Arc 1600 starten ab 110 EUR pro Nacht, Premium-Hotels in Arc 1950 ab 320 EUR.

Wie weit reicht der Paradiski-Skipass?

Der Sechs-Tage-Skipass Paradiski (rund 348 EUR Saison 2025/26) gibt Zugang zu insgesamt 689 verbundenen Pistenkilometern in Les Arcs (425 km) und La Plagne (264 km), 137 Lifte inklusive Vanoise Express. Wer nur Les Arcs fährt, spart mit dem regionalen Skipass (264 EUR), verzichtet aber auf die Tal-Querung nach La Plagne und den Glacier de Bellecôte.

Wann ist die beste Zeit zum Skifahren in Les Arcs?

Februar bis Mitte März bietet die beste Schneequalität bei langen Tagen. Die französischen Faschingsferien (zweite Februar-Hälfte und erste März-Hälfte) bringen Maximal-Trubel und Hotel-Vollauslastung. Wer Ruhe sucht und Frühjahrs-Sonne, kommt Mitte März bis Anfang April: weicher Schnee am Nachmittag, kürzere Liftschlangen, Hotelpreise 30 bis 50 % unter Faschings-Niveau.

Lohnt sich die Anreise mit der Bahn statt Auto?

Bei Les Arcs ja. Der TGV-Bahnhof Bourg-Saint-Maurice liegt im Tal, die Funiculaire Arc-en-Ciel bringt dich in sieben Minuten direkt nach Arc 1600 hoch (im Skipass enthalten). Aus Paris 4:30 h, im Winter samstags Eurostar-Direktverbindung von London. Du sparst Schneeketten-Stress, Mautkosten und Tiefgaragen-Tagespreise von 12 bis 18 EUR.

Was unterscheidet die Architektur in Les Arcs?

Les Arcs ist eines der wenigen denkmalgeschützten Ski-Resorts der Welt. Charlotte Perriand, Bauhaus-Schülerin und Le-Corbusier-Mitarbeiterin, entwarf Arc 1600 (1968) und Arc 1800 (1974) als plan-station intégrée — autofrei, in den Hang gestaffelt, mit Holzfronten und Süd-Fenstern auf den Mont-Blanc. 2008 als Patrimoine du XXe Siècle anerkannt. Im Sommer bietet die Tourist-Info Arc 1600 mittwochs kostenfreie Architektur-Touren an.

Wie funktioniert der Vanoise Express?

Der Vanoise Express verbindet seit 2003 Les Arcs (Plan-Peisey, 1.600 m) mit La Plagne (Montchavin, 1.800 m) über das Ponturin-Tal. Zwei doppelstöckige Funitel-Kabinen für je 187 Passagiere überspannen 380 m über Talgrund in vier Minuten Fahrtzeit. Im Skipass Paradiski enthalten, für Fußgänger Tagestickets 25 EUR. Bei Wind über 100 km/h Sturmstopp möglich — etwa zwei bis vier Tage pro Saison.

Lohnt sich Les Arcs auch im Sommer?

Ja, von Anfang Juli bis Ende August. Bergbahnen Cachette, Transarc, Vagère und die Funiculaire ab Bourg sind geöffnet, dazu der Mille-8-Bike-Park für Mountainbiker und der beheizte Mille-8-Außenpool in Arc 1800 (Tagesticket 14 EUR). 250 km markierte Wanderwege führen in den Vanoise-Nationalpark zu Lac de la Plagne und Refuge du Col du Palet. Hotelpreise liegen 50 bis 70 % unter Winterpreis.

Welche Pisten eignen sich für Anfänger?

Arc 1800 hat die meisten blauen und grünen Pisten direkt am Resort, dazu den ESF-Anfänger-Bereich Jardin des Neiges am Charvet-Lift. Insgesamt 18 % grüne und 41 % blaue Pisten in Les Arcs (zusammen rund 60 % anfängerfreundlich). Familien-Empfehlung: Plan-Peisey und Vallandry am südlichen Skigebiets-Ende mit überwiegend blauen Pisten und wenigen Liftschlangen.

Was kostet der Vanoise-Nationalpark-Besuch?

Der Eintritt in den Vanoise-Nationalpark ist kostenfrei — keine Schranke, keine Tickets. Die Berghütten kosten typisch 25 EUR plus Halbpension (Refuge du Col du Palet, Refuge de Rosuel). Wandern auf eigene Faust ist erlaubt, Hunde nur mit Leine oder lokal verboten (Hinweisschilder beachten). Steinbock-Sichtungen am Col du Palet sind ab Juli am höchsten.

Wo lohnt sich der Wochenmarkt in der Region?

Der Marché du Samedi am Place de la Gare in Bourg-Saint-Maurice ist die zentrale Adresse für Tarentaise-Käse (Beaufort, Tomme), Diots-Wurst, Honig und Brot der Boulangerie Les Pains de Saulnes. Jeden Samstag von 8 bis 13 Uhr, ganzjährig außer Mai/Juni. Aus Arc 1600 mit der Funiculaire ins Tal hinunter (8 EUR einfach, 12 EUR Tagesticket Bus + Funiculaire).
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