Landau in der Pfalz ist die rund 47.000 Einwohner zählende kreisfreie Stadt im Herzen der Südpfalz, eingebettet zwischen Rheinebene und Pfälzerwald rund 35 Kilometer südwestlich von Karlsruhe. Die ehemalige Reichsfestung mit ihren von Vauban entworfenen Bastionen prägt bis heute die Stadtsilhouette mit dem markanten Mauerring um die Altstadt. Berühmt ist Landau für den größten Zoo der Pfalz, die spätgotische Stiftskirche, den lebendigen Marktplatz und den weitläufigen Landesgartenschau-Park aus dem Jahr 2015. Wer Wein, Festungsarchitektur, Pfälzerwald und mediterrane Lebensart verbinden möchte, findet hier den idealen Ausgangspunkt für die Südliche Weinstraße mit ihren rund 23.000 Hektar Rebfläche und Anschluss an die Burgenstraße.

Anreise und Erreichbarkeit

Landau in der Pfalz liegt verkehrsgünstig im Schnittpunkt zwischen Karlsruhe, Mannheim und dem Elsass. Die A65 verbindet die Stadt direkt mit Ludwigshafen im Norden und der französischen Grenze im Süden, die B10 führt durch den Pfälzerwald nach Pirmasens. Der Hauptbahnhof liegt an der Strecke Mainz-Karlsruhe und wird von Regional- sowie Fernzügen bedient.

Mit dem Auto

Aus Richtung Norden und dem Rhein-Main-Gebiet folgen Reisende der A61 bis zum Kreuz Frankenthal, dann der A65 in Richtung Karlsruhe bis zur Abfahrt 14 Landau-Nord oder Abfahrt 15 Landau-Zentrum. Von dort sind es jeweils nur wenige Minuten ins Stadtzentrum. Aus Karlsruhe nimmt man die A65 nordwärts bis Abfahrt 16 Landau-Süd, aus dem Saarland die A6 bis Kaiserslautern und weiter über die B270 und B10. Die Strecke aus Frankfurt am Main dauert rund 90 Minuten, aus Stuttgart etwa zwei Stunden, aus Karlsruhe nur eine halbe Stunde.

Mit der Bahn / dem ÖPNV

Der Hauptbahnhof Landau Pfalz liegt zentrumsnah und wird stündlich von Regional-Express-Linien aus Mannheim, Neustadt an der Weinstraße, Karlsruhe und Wissembourg im Elsass bedient. Die Fahrt aus Karlsruhe dauert rund 25 Minuten, aus Mannheim eine knappe Stunde, aus Frankfurt am Main rund 90 Minuten über Mannheim oder Neustadt. Die S-Bahn Rhein-Neckar verbindet Landau zusätzlich mit dem Rhein-Neckar-Raum. Innerhalb der Stadt verkehren Stadtbusse zu allen Stadtteilen und in die umliegenden Weindörfer wie Godramstein, Nussdorf und Arzheim. Das Tarifgebiet liegt im Verkehrsverbund Rhein-Neckar mit günstigen Tageskarten.

Mit dem Flugzeug

Der nächstgelegene internationale Flughafen ist Frankfurt am Main, von dort rund 90 Minuten mit Bahn oder Auto. Karlsruhe-Baden-Baden im Süden liegt etwa 45 Autominuten entfernt und bedient vor allem europäische Verbindungen. Stuttgart und Strasbourg sind ebenfalls in unter zwei Stunden erreichbar und bieten Alternativen mit interkontinentalen Anbindungen.

Vor Ort bewegen / Parken

Die Altstadt mit Marktplatz, Stiftskirche und Festungsresten lässt sich bequem zu Fuß erkunden, ist weitgehend Fußgängerzone. Parkhäuser gibt es am Rathausplatz, am Quartier Chopin und am Festplatz, mit Tagespauschalen zwischen sechs und neun Euro. Wer Zoo oder Landesgartenschau-Park besucht, parkt am besten direkt an der Zoostraße oder am Park-Haupteingang an der Mahlastraße. Für den Zugang zu den Weinbergen rund um Arzheim und Nussdorf lohnt sich der Stadtbus mit zentralen Linien.

Karlsruhe 35 km ~30 min via A65
Mannheim 55 km ~45 min via A65
Frankfurt am Main 130 km ~1:30 h via A67/A61/A65
Stuttgart 150 km ~1:45 h via A8/A5
Strasbourg 85 km ~1:10 h via A35/B9

Wahrzeichen und Highlights

Landaus Profil ist eine Mischung aus barocker Festungsstadt, lebendiger Studentenstadt und Tor zur Südpfälzer Weinregion. Wer einen Tag bleibt, sollte die Festungsreste, den Marktplatz mit Stiftskirche und mindestens eine Sektion des Landesgartenschau-Parks einplanen. Wer drei Tage bleibt, fügt Zoo, eine Weinprobe und eine Pfälzerwald-Wanderung hinzu.

Vauban-Festungsanlagen

Die Festungsanlagen von Landau entstanden zwischen 1688 und 1691 unter dem französischen Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban, einem Pionier der modernen Verteidigungsarchitektur. Vauban entwarf einen achtzackigen Bastionsring mit Ravelinen, Glacis und Wassergräben, der die Stadt zu einer der stärksten Festungen Europas machte. Erhalten sind heute Teile der Bastionen, das Deutsche Tor, das Französische Tor sowie die Schleusenanlagen am Queichufer. Ein ausgeschilderter Festungsweg führt in rund zwei Stunden um die Altstadt und erklärt die einzelnen Verteidigungselemente.

Stiftskirche

Die evangelische Stiftskirche im Herzen der Altstadt ist eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke der Pfalz. Mit dem Bau wurde im 13. Jahrhundert begonnen, die Vollendung erfolgte erst im 16. Jahrhundert. Die dreischiffige Hallenkirche besitzt einen rund 71 Meter hohen Westturm, der bei Führungen bestiegen werden kann. Im Inneren beeindrucken die spätgotischen Gewölbe, mittelalterliche Grabplatten der Grafen von Leiningen sowie ein moderner Glasfensterzyklus. Die Stiftskirche dient bis heute als zentrale Pfarrkirche und kulturelles Veranstaltungszentrum.

Marktplatz und Rathaus

Der Rathausplatz mit dem klassizistischen Rathaus aus dem frühen 19. Jahrhundert bildet das Herz der Altstadt. Hier finden mehrmals wöchentlich der Markt, das Sommernachtsfest und die Landauer Weinwoche im Spätsommer statt. Rund um den Platz reihen sich Cafés, Eisdielen und Restaurants mit Außenbestuhlung, die an warmen Tagen ein mediterranes Flair erzeugen. Vor dem Rathaus erinnert das Reiterstandbild von Prinzregent Luitpold an die bayerische Pfalz-Zeit, das Rathaus selbst beherbergt heute neben der Verwaltung auch die Tourist-Info im Erdgeschoss.

Zoo Landau

Der Zoo Landau ist mit rund 4 Hektar Fläche der größte Zoo der Pfalz und beherbergt über 600 Tiere aus rund 100 Arten. Gegründet wurde er 1904 und ist damit einer der ältesten Zoos Südwestdeutschlands. Schwerpunkte sind ein begehbares Affenhaus, ein modernes Tropenhaus mit Faultieren und Tukanen sowie das außergewöhnliche Pinguin-Becken mit Unterwasser-Einblick. Der Eintritt liegt für Erwachsene bei rund 11 Euro, Familien zahlen ermäßigte Sätze. Der Zoo ist ganzjährig geöffnet.

Landesgartenschau-Park

Der weitläufige Park entstand zur Landesgartenschau 2015 auf einer ehemaligen Militärfläche im Süden der Stadt. Auf rund 27 Hektar erstrecken sich Themengärten, ein großer Spielplatz, Wasserlauf und das Forum als Veranstaltungsort. Im Sommer dient der Park als Open-Air-Bühne für Konzerte und Familienfeste. Der Eintritt ist seit Ende der Landesgartenschau frei, und der Park ist täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet. Der Park grenzt direkt an den Zoo und lässt sich in einem ausgedehnten Tagesausflug kombinieren.

Frank-Loebsches Haus und Galerien

Das Frank-Loebsche Haus ist das älteste Bürgerhaus der Stadt, urkundlich erwähnt seit dem 14. Jahrhundert. Es beherbergt heute das stadtgeschichtliche Museum mit Schwerpunkt auf jüdischer Geschichte und Familienhistorie, da Anne Franks Vorfahren aus Landau stammten. Direkt anschließend befindet sich die Galerie der Stadt Landau mit wechselnden Ausstellungen zur Moderne. Der Eintritt ist kostenlos, Führungen werden auf Anfrage angeboten.

Die 6 wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Überblick

Vauban-Festungsanlagen

Reste des barocken Bastionsrings von 1688, darunter das Deutsche und das Französische Tor sowie Schleusenanlagen an der Queich. Ein ausgeschilderter Rundweg führt in rund zwei Stunden um die Altstadt herum mit Infotafeln zur Festungsgeschichte.

Stiftskirche mit Turmbesteigung

Spätgotische Hallenkirche mit 71 Meter hohem Westturm und Aussicht über Stadt und Pfälzerwald. Führungen samstags und sonntags, dazu klassische Konzerte im Sommerhalbjahr. Der Turmaufstieg kostet rund 3 Euro.

Zoo Landau

Größter Zoo der Pfalz mit 600 Tieren und 4 Hektar Fläche. Highlights sind Pinguin-Becken mit Unterwasser-Blick, Tropenhaus und Affeninsel. Tageskarte rund 11 Euro für Erwachsene, ganzjährig geöffnet.

Landesgartenschau-Park

27 Hektar Parkanlage von 2015 mit Themengärten, Wasserlauf und Spielflächen. Eintritt frei, kombinierbar mit dem direkt angrenzenden Zoo. Im Sommer Open-Air-Konzerte und Familienfeste am Forum.

Marktplatz und Altstadt

Klassizistisches Rathaus, Stiftskirche, Fußgängerzone mit Cafés und Boutiquen. Wochenmärkte mittwochs und samstags, im Spätsommer die Landauer Weinwoche mit über 150 Weinen aus der Region.

Frank-Loebsches Haus

Ältestes Bürgerhaus der Stadt aus dem 14. Jahrhundert mit Stadtmuseum, Schwerpunkt jüdische Geschichte und Anne-Frank-Familie. Eintritt kostenlos. Daneben Galerie der Stadt Landau mit wechselnden Moderne-Ausstellungen.

Stadtteile und Nachbarorte im Vergleich

Kriterium
Altstadt
Süd mit Park
Godramstein
Arzheim
Nussdorf
Charakter
Festung, urban
Park, Familien
Weindorf, ruhig
Weinort am Hang
Weinort, Wald-Nähe
Top-Sehenswürdigkeit
Stiftskirche
Zoo und LGS-Park
Weingüter
Sankt-Anna-Kapelle
Burgblick
Beste Aktivität
Bummeln, Cafés
Park, Picknick
Weinprobe
Weinbergwanderung
Wanderung in den Wald
Gastronomie
vielfältig, urban
Café am Park
Straußwirtschaften
Winzerstube
Landgasthof
Anbindung Zentrum
zu Fuß
10 min Bus
10 min Bahn
15 min Bus
15 min Bus
Übernachtung
Boutique-Hotels
Park-Hotel
Weingut-Zimmer
Ferienwohnungen
Pensionen
Für wen
Kultur, Städtetrip
Familien
Weinfreunde
Aktive
Wanderer

Die kompakte Lage erlaubt Tageswechsel zwischen Altstadt, Park und Weindörfern ohne Auto. Stadtbusse verbinden die Stadtteile im 20-Minuten-Takt, einige Weindörfer wie Godramstein zusätzlich per Bahn.

Südliche Weinstraße vor der Haustür

Landau in der Pfalz ist nicht nur Festungs- und Universitätsstadt, sondern auch das politische und touristische Zentrum der Südlichen Weinstraße, die sich von Schweigen an der französischen Grenze bis Neustadt erstreckt. Die Region zählt mit rund 23.000 Hektar Rebfläche zum zweitgrößten Weinanbaugebiet Deutschlands. Bekannt sind kraftvolle Rieslinge auf Buntsandstein, samtige Spätburgunder, frische Weißburgunder und Gewürztraminer mit mediterranen Aromen. Die Pfalz gilt als wärmste Weinregion Deutschlands, weshalb hier auch Feigen, Mandeln und Zitronen gedeihen.

Top-Weingüter in Reichweite

In den Stadtteilen Godramstein, Arzheim, Nussdorf und Mörzheim öffnen Dutzende Weingüter ihre Vinotheken für Verkostungen, viele davon mit Hofcafés und Straußwirtschaften. Bekannte Adressen sind der VDP-Betrieb Wehrheim, das Weingut Borell-Diehl, das Weingut Siegrist sowie Stachel und Kranz. Die meisten Güter bieten Verkostungen ab 10 Euro pro Person inklusive Brot und Aufstrich. Im Sommer laden Straußwirtschaften und Hofschoppen zu offenen Weinen aus eigenen Lagen.

Weinwanderwege und Radrouten

Mehrere ausgeschilderte Routen verbinden die Weinorte rund um Landau. Der Pfälzer Weinsteig führt als rund 170 Kilometer langer Premium-Wanderweg von Schweigen bis Bockenheim mit Etappen rund um Landau. Kürzer ist der Treidlerweg entlang der Queich. Für Radfahrer bietet der Radweg Deutsche Weinstraße 95 Kilometer durch Reben und Dörfer, parallel verläuft der grenzüberschreitende Lautertal-Radweg ins Elsass.

Pfälzerwald-Anschluss und Burgenstraße

Westlich von Landau erhebt sich der Pfälzerwald, mit rund 1.770 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands und seit 1992 Biosphärenreservat der UNESCO. Mehrere bekannte Burgen der Burgenstraße liegen in unter 30 Autominuten Entfernung, darunter Burg Trifels, Madenburg und die Reichsburg Trifels bei Annweiler. Die markante Felslandschaft mit Buntsandstein-Felsen wie dem Wasgaurand bietet Wanderern Routen jeder Schwierigkeit.

Burg Trifels und Reichskleinodien

Die Reichsburg Trifels auf einem 500 Meter hohen Felsen über Annweiler ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Pfalz. Sie war im Mittelalter Aufbewahrungsort der Reichskleinodien, darunter Krone, Reichsapfel und Zepter, die heute in Wien liegen. Hier saß auch Richard Löwenherz nach seiner Gefangennahme 1193. Der Aufstieg vom Parkplatz dauert rund 20 Minuten, die Aussicht reicht bei klarem Wetter bis zum Schwarzwald.

Madenburg und Wasgau

Die Madenburg auf dem Magdaleneberg südlich von Landau ist eine der größten Burgruinen der Pfalz. Errichtet im 11. Jahrhundert, war sie bis zum Pfälzischen Erbfolgekrieg bewohnt. Heute beherbergt sie ein Restaurant mit Aussichtsterrasse. Der Wasgau, der südliche Pfälzerwald, lockt mit besonders dramatischen Felsformationen wie dem Asselstein und der Geiersley.

Geschichte von Landau in der Pfalz

Die Wurzeln Landaus reichen bis ins frühe Mittelalter zurück. 1268 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, 1274 erhielt er Stadtrechte von König Rudolf von Habsburg. Im 14. und 15. Jahrhundert gehörte Landau zum Bund der Zehn Reichsstädte im Elsass und blüht als Handelsplatz auf. Ab 1521 unter französischer Oberhoheit, ab 1648 endgültig französisch, wurde Landau auf Anweisung Ludwigs des Vierzehnten zur Festung ausgebaut.

Vom französischen Festungsbauwerk

Sébastien Le Prestre de Vauban entwarf ab 1688 die Festung im typischen Bastions-System mit Wassergräben und vorgelagerten Glacis. Landau galt damit als eine der stärksten Festungen Frankreichs am Rhein. Die Stadt wurde mehrfach belagert, unter anderem im Spanischen Erbfolgekrieg, und blieb dennoch bis 1815 französisch. Nach dem Wiener Kongress kam Landau zu Bayern und wurde bayerische Bundesfestung im Deutschen Bund.

19. und 20. Jahrhundert

Mit der Schleifung der Festung ab 1871 nach dem Deutsch-Französischen Krieg verlor Landau seine militärische Bedeutung, konnte aber endlich über die alten Mauern hinaus wachsen. Die neuen Boulevards und Parkanlagen wie der Goethe-Park entstanden auf den ehemaligen Glacis-Flächen. Im Zweiten Weltkrieg blieb Landau weitgehend von Bombardements verschont, weshalb die historische Altstadt heute noch viele originale Bürgerhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert zeigt.

Universität und neue Mitte

1990 wurde die pädagogische Hochschule zur Universität Koblenz-Landau erhoben, was die Stadt zur Studentenstadt mit rund 5.000 Studierenden machte. Die jüngste Stadtentwicklung war die Landesgartenschau 2015 mit der Umwandlung der ehemaligen Militärfläche im Süden in einen weitläufigen Park sowie das neue Quartier Vauban und Quartier Chopin mit moderner Architektur.

Essen und Übernachten in Landau

Die Gastronomie spiegelt die Lage zwischen Pfalz, Elsass und Mediterran wider. Klassiker sind Saumagen, Pfälzer Leberknödel, Dampfnudeln mit Weinsoße und natürlich Flammkuchen. Dazu kommen leichte mediterrane Gerichte, die zur wärmsten Region Deutschlands passen. Auf den Tellern landen Weißburgunder, Riesling und Spätburgunder von der Südlichen Weinstraße. Die Innenstadt bietet Mittagstische ab rund 12 Euro, abends gehoben Menüs zwischen 50 und 90 Euro.

Klassische Adressen

Das Gasthaus zur Blume in der Altstadt ist seit Generationen Institution für regionale Küche. Das Restaurant Engelsburg im historischen Bürgerhaus setzt auf moderne Pfälzer Küche mit elsässischem Einschlag. Wer rustikal mag, findet in Straußwirtschaften in Godramstein und Arzheim deftige Pfälzer Spezialitäten und offene Weine. Mehrere Cafés rund um den Rathausplatz bieten leichte mediterrane Lunches mit Außenbestuhlung.

Übernachtungsoptionen

Die Hotellerie reicht von Stadt-Hotels nahe der Altstadt über das Park-Hotel am Landesgartenschau-Gelände bis hin zu Ferienwohnungen in Weingüter-Dörfern. Mittelklasse-Doppelzimmer liegen meist zwischen 90 und 140 Euro pro Nacht, Boutique-Häuser und Hotels mit Wellness oberhalb von 160 Euro. Wer Ruhe und Wein bevorzugt, bucht direkt im Weingut in Godramstein oder Arzheim, oft mit Frühstück aus eigener Produktion.

Praktische Tipps für Landau

  • Gästekarte spart bares Geld

    Die Pfalzcard gibt es ab der ersten Übernachtung kostenlos bei vielen Gastgebern und beinhaltet freie Nutzung von Bus und Bahn im Verkehrsverbund Rhein-Neckar sowie ermäßigte Eintritte ins Frank-Loebsche Haus und mehrere Burgen der Region. Ein typisches Wochenende spart so leicht 30 bis 40 Euro pro Person.

  • Festungsweg im Morgenlicht

    Der ausgeschilderte Rundweg um die Vauban-Festungsreste ist am frühen Morgen zwischen sieben und neun Uhr nahezu menschenleer und im weichen Licht besonders fotogen. Die rund zwei Stunden Gehzeit lassen sich gut mit einem Frühstück in einem Café am Rathausplatz abschließen.

  • + Zoo und Park als Tagespauschale

    Da Zoo und Landesgartenschau-Park direkt aneinander grenzen, lassen sie sich an einem Tag verbinden. Der Zoo bietet ein Familien-Ticket ab rund 28 Euro, der Park ist kostenlos. Ideal ist ein Vormittag im Zoo, danach Picknick im Park und Spielplatz für die Kinder am Nachmittag.

  • i Wein-Bus statt Auto

    An Wochenenden zwischen Mai und Oktober verkehrt der Südpfalz-Wein-Bus, der mehrere Weindörfer rund um Landau anbindet. Eine Tageskarte kostet rund 8 Euro und ermöglicht Verkostungen ohne Promille-Sorgen. Linienfahrplan und Karten gibt es in der Tourist-Info am Rathausplatz.

  • Turmbesteigung der Stiftskirche

    Die Stiftskirche öffnet ihren rund 71 Meter hohen Westturm samstags und sonntags zwischen 14 und 17 Uhr. Wer um 16 Uhr aufsteigt, sieht im Herbst das warme Abendlicht über die Rebberge der Südlichen Weinstraße bis zu den Vogesen ziehen. Eintritt rund 3 Euro pro Person.

  • Barrierefreiheit im Park

    Der Landesgartenschau-Park, der Zoo und das Rathaus sind weitgehend barrierefrei mit befestigten Wegen, Aufzügen und Rampen. Die Altstadt mit ihrem Kopfsteinpflaster ist herausfordernder, doch der Marktplatz und die Hauptachsen sind glatt asphaltiert. Rollstuhlfahrer parken am besten am Quartier Chopin mit Aufzug zur Fußgängerzone.

  • Weinwoche im Sommer

    Die Landauer Weinwoche im Spätsommer auf dem Rathausplatz vereint über 150 Weine aus der Südlichen Weinstraße mit Live-Musik und Pfälzer Spezialitäten. Stehbankett mit Aussicht auf die Stiftskirche, Eintritt frei. Wer kommt, sollte frühzeitig anreisen, da viele Pendler aus dem Rhein-Neckar-Raum zuströmen.

  • Schlechtwetter im Tropenhaus

    Bei Regen wird das Tropenhaus des Zoos zur Komfort-Option mit Faultieren, Tukanen und freilaufenden Reptilien in 28 Grad warmer Luft. Anschließend lässt sich im benachbarten Café am Forum gut der Schauer abwarten. Das Frank-Loebsche Haus bietet überdachte kostenlose Stadtgeschichte für eine weitere Stunde.

Insider-Tipps

Geheimtipp Sankt-Anna-Kapelle in Arzheim

Die kleine spätgotische Sankt-Anna-Kapelle auf einem Hügel oberhalb von Arzheim ist bei Touristen kaum bekannt, aber unter Landauern als Aussichtspunkt beliebt. Erbaut im 15. Jahrhundert, beherbergt sie kunsthistorisch wertvolle Wandmalereien und bietet einen weiten Blick über die Südliche Weinstraße. Besonders im April zur Mandelblüte ist der Aufstieg ein Erlebnis.

Mandelblüte im März

Die Südpfalz gilt dank ihres milden Klimas als deutsche Mandel-Region. Zwischen Mitte März und Anfang April blühen rund 100.000 Mandelbäume entlang der Südlichen Weinstraße. Die Mandelblütenwanderwege rund um Landau, Gimmeldingen und Edenkoben sind dann ein rosa-pinker Hingucker. Die Region feiert das Mandelblütenfest mit offenen Weingüter-Höfen.

HÄUFIGE FRAGEN

Was macht Landau in der Pfalz einzigartig in Deutschland?

Landau ist eine der wenigen vollständig erhaltenen Vauban-Festungsstädte Deutschlands mit Resten des barocken Bastionsrings von 1688. Hinzu kommen der größte Zoo der Pfalz, der Landesgartenschau-Park von 2015 mit 27 Hektar Fläche sowie die Lage als zentrale Stadt der Südlichen Weinstraße mit ihren 23.000 Hektar Rebfläche. Die Stadt verbindet barocke Festungsarchitektur, mediterrane Lebensart und Pfälzer Weinkultur.

Wie lange sollte ich für einen Landau-Besuch einplanen?

Für Altstadt mit Festungsweg, Stiftskirche und Marktplatz reicht ein Tag. Wer auch Zoo, Landesgartenschau-Park sowie ein bis zwei Weindörfer erleben möchte, plant drei bis vier Tage ein. Für eine ausführliche Tour mit Pfälzerwald-Wanderung, Burg Trifels und mehreren Weingüter-Besuchen sind eine Woche ideal.

Wann ist die beste Reisezeit für Landau?

Von April bis Oktober ist das Wetter mild und sonnig, die Südliche Weinstraße zeigt sich im besten Licht. Die Mandelblüte im März ist ein eigener Höhepunkt mit rosa-pinken Baumalleen. Die Landauer Weinwoche im Spätsommer ist Hauptereignis, kann aber sehr voll werden. Ruhig wird es im Juni und September. Im Winter sind viele Straußwirtschaften geschlossen.

Was kostet ein Eintritt in den Zoo Landau?

Die Tageskarte für Erwachsene kostet rund 11 Euro, Kinder zahlen ermäßigt rund 6 Euro. Ein Familien-Ticket gibt es ab rund 28 Euro. Der Zoo ist ganzjährig geöffnet, im Sommer bis 19 Uhr, im Winter kürzer. Die Pfalzcard reduziert den Preis um zwei bis drei Euro pro Person.

Wie komme ich ohne Auto nach Landau in der Pfalz?

Landau liegt an der Strecke Mannheim-Karlsruhe mit stündlichen Regional-Express-Linien aus Mannheim, Neustadt an der Weinstraße, Karlsruhe und Wissembourg. Aus Karlsruhe dauert die Fahrt rund 25 Minuten, aus Mannheim eine knappe Stunde, aus Frankfurt am Main rund 90 Minuten über Mannheim. Der Hauptbahnhof liegt zentrumsnah, von dort sind es zehn Minuten zu Fuß in die Altstadt.

Was sind die berühmten Vauban-Festungsanlagen?

Die Festungsanlagen entstanden ab 1688 unter dem französischen Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban als achtzackiger Bastionsring mit Ravelinen, Glacis und Wassergräben. Sie machten Landau zu einer der stärksten Festungen Europas. Erhalten sind heute Bastionsreste, das Deutsche Tor, das Französische Tor und Schleusenanlagen am Queichufer. Ein ausgeschilderter Rundweg führt in rund zwei Stunden um die Altstadt.

Lohnt sich ein Ausflug zur Burg Trifels?

Definitiv. Die Reichsburg Trifels auf einem 500 Meter hohen Felsen über Annweiler ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Pfalz und war im Mittelalter Aufbewahrungsort der Reichskleinodien. Auch Richard Löwenherz wurde hier nach seiner Gefangennahme 1193 festgehalten. Aufstieg vom Parkplatz in rund 20 Minuten, Eintritt rund 4,50 Euro, ganzjährig geöffnet.

Welche Wanderwege gibt es rund um Landau?

Beliebt sind der Pfälzer Weinsteig mit Etappen rund um Landau, der Treidlerweg entlang der Queich sowie kürzere Rundwege zu Weindörfern wie Arzheim und Nussdorf. Im Pfälzerwald starten Routen zur Madenburg, zum Trifels und in den Wasgau. Die meisten Touren dauern zwei bis vier Stunden und sind gut ausgeschildert.

Was bietet die Südliche Weinstraße?

Die Südliche Weinstraße mit rund 23.000 Hektar zählt zum zweitgrößten Weinanbaugebiet Deutschlands. Bekannt sind kraftvolle Rieslinge auf Buntsandstein, samtige Spätburgunder, frische Weißburgunder und Gewürztraminer. Spitzenweingüter wie Wehrheim, Siegrist und Borell-Diehl öffnen ihre Vinotheken für Verkostungen ab rund 10 Euro pro Person. Im Sommer laden Straußwirtschaften zu offenen Weinen aus eigenen Lagen.

Gibt es in Landau gute Restaurants?

Ja, die Altstadt bietet von rustikalen Weinstuben bis zur gehobenen Küche eine große Bandbreite. Das Restaurant Engelsburg setzt auf moderne Pfälzer Küche, das Gasthaus zur Blume auf regionale Klassiker. Straußwirtschaften in Godramstein und Arzheim servieren deftige Pfälzer Spezialitäten mit offenen Weinen. Cafés am Rathausplatz bieten leichte mediterrane Lunches mit Außenbestuhlung. Preise sind moderat im Vergleich zu Heidelberg.

Ist Landau gut für Familien geeignet?

Ja, Zoo und Landesgartenschau-Park bieten zusammen einen perfekten Familientag mit Tieren, Spielplätzen und Themengärten. Der Park ist kostenlos, der Zoo bietet Familien-Tickets. In der Altstadt sind Fußgängerzonen und Eisdielen am Marktplatz familienfreundlich. Hotels und Ferienwohnungen in Weindörfern sind oft auf Familien ausgerichtet mit Hofgarten und Tieren.

Wo sollte ich in Landau übernachten?

Wer Stadtnähe will, bucht in der Altstadt zwischen Marktplatz und Stiftskirche. Für Familien sind Hotels in Park-Nähe am Landesgartenschau-Gelände ideal. Wer wandern oder Wein verkosten möchte, übernachtet besser direkt in einem Weingut in Godramstein, Arzheim oder Nussdorf, oft mit Frühstück aus eigener Produktion und einem Spaziergang in die Reben ab dem Frühstückstisch.
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